XXL-Test: Audionet Vip G2 ( Seite 6 von 7 )
Klangwertung

Besonders in gut abgestimmten High-End Systemen multiplizieren sich sämtliche Fehler der Quellgeräte zu einer großen Disharmonie, die dann unter Umständen jeden Hörspaß im Keim erstickt. Ganz klar: Jazz-Sängerin Norah Jones hört sich danach sicherlich nicht gleich an wie Miss Piggy, doch der anspruchsvolle Hörer genießt den Konsum seiner audiophilen Kostbarkeiten wie ein Gourmet: Der Quell wahrer Freude versteckt sich in allen Details sowie deren appetitliches Zusammenspiel in seiner Wahrnehmung. Genau an diesem Punkt betritt der Vip G2 das Parkett und will mit Lebendigkeit sowie Ausdruckskraft für ein emotional tiefgreifendes Erlebnis sorgen, und dabei dem Hörer garnicht mehr an die zugrundeliegende Technik denken lassen. 

Klang CD

Der 192kHz HighBit Modus auf einer MapV2 in Action.

Im Laufe von nur wenigen Wochen durchlaufen mehrere Dutzend Testgeräte unsere Studios, täglich gewinnen unsere Redakteure neue Eindrücke und entdecken jeden Tag neue Aspekte des Hörens. Trotz unserer geballten Hörerfahrung schlug der VIP G2 jedoch ein völlig neues Kapitel der CD-Wiedergabe auf. Mit hochwertigen, Analogkabeln an die MapV2 + EPS angeschlossen, trauten wir unseren Ohren nicht: Der VIP G2 beschränkt sich nicht nur darauf, die Musikinformationen wiederzugeben, nein - er hauchte der kompletten Musik eine fast schon beängstigende Lebendigkeit ein. Wo bislang mit anderen Geräten höchstens eine gefällige Stimmwiedergabe zu vernehmen war, katapultiert der VIP G2 seine Zuhörer mit fast schon sicht- bzw. greifbarer Abbildung mitten in das musikalische Geschehen. Ihm gelingt in vorzüglicher Weise, jedem Element Konturen zu verleihen und macht die gesamte Wiedergabe wesentlich "körperhaftiger". Besonders gut kann die Katie Melua CD "Piece by Piece" diese Eigenschaft des VIP G2 in Szene setzen: Die gefühlvolle Stimme wird mit in einem extrem stabilem Klangbild in den Hörraum transportiert. Interessant ist dabei, dass der Gesang nicht künstlich betont wird, sondern alleine durch die punktgenaue Lokalisation als
absolut präsent erscheint. 

Die mit Abstand unbeliebteste und selten benutzteste Taste am VipG2.

Das feingliedrige Zusammenspiel aller musikalischen Aspekte transportiert die Musik jedoch trotzdem stets absolut ausgewogen zu den Lautsprechern - nie erscheinen einzelne Komponenten überpräsent oder etwas versteckt. Der VipG2 bewahrt selbst in den komplexesten Passagen seine absolut souveräne Gangart und versieht auch filigranste Klangdetails mit unerreichter Informationsdichte. Im Gegensatz zu vielen anderen High-End Playern schlägt er dabei aber nie den Pfad einer nüchternen Vorgehensweise ein, da tonale Ausgewogenheit und Detaillierungsvermögen von Rythmik sowie Musikalität flankiert werden und somit eine auditive Wahrnehmung auf allerhöchstem Niveau erlauben. 
 
Obwohl wir durch den VipG2 in sämtlichen Bereichen beeindruckende Qualitäten hinsichtlich der CD-Wiedergabe feststellen durften, so überraschte uns speziell seine grandiose Bass-Performance. Wie bei hochwertigen Quellgeräten üblich, befindet sich die Hochtonauflösung auf dem Zenit des technisch Machbaren - dass ein Player aber im tieffrequenten Bereich ein derart adäquates Gegenstück aufweist, revolutioniert unsere gesamte Erfahrung hinsichtlich High-End Geräten: Der VipG2 verfällt (glücklicherweise) zwar nicht der Versuchung, durch eine Anhebung bzw. Betonung des Bassbereiches für ein größeres Fundament zu sorgen, aber er ist in der Lage, absolut nachdrücklich und ohne Kompromisse selbst schnellste Bass-Impulse wiederzugeben. Die Massivität und Körperhaftigkeit des Klangbildes gewinnt dadurch enorm. Zusammen mit einer erschreckend ansatz- und grenzenlosen Dynamik treibt der Audionet Player den Adrenalinpegel seiner Zuhörerschaft in ungeahnte Höhen. Daher verwundert es nicht, dass das lautstarke Genießen von Heavy Metal oder Techno-/House Musik bei einem VipG2 kein Sakrileg darstellt, sondern vielmehr zum hemmungslosem Spaß-haben und Aufdrehen animiert.
 
Wir haben den Audionet Klangkünstler mit allen denkbaren Anschlussvarianten an unsere Referenz-Anlage angeschlossen und konnten dabei interessante Erkenntnisse gewinnen. Schon die konventionelle Verbindung via Digitalkabel bereitet ein beeindruckendes Hörvergnügen, aber da keine Vorstufe dem exzellenten D/A Wandler des VipG2 Paroli bieten konnte, stellt diese Verbindungsart für das CD-Hören die denkbar ungünstigste Möglichkeit dar, den Audionet Player in ein System einzubinden. Etwas besser schnitt die High-Bit Verbindung mit unserer MapV2 Vorstufe ab - besonders Rauminformationen und Klangruhe gewinnen hörbar an Finesse, erreichten aber immer noch nicht die famose Vorstellung, die der VipG2 über seine analogen Anschlüsse liefert. Mit hochwertigen Verbindungskabeln (wichtig: dynamisch und tonal absolut durchlässig) läuft der VipG2 (bzw. die jeweilige CD) zur Höchstform auf und bietet nichts Geringes als audiophile Kunst.

Hierbei zeigte sich ürigens nochmals sehr eindrücklich, dass die MapV2 Surround-Vorstufe mit EPS Modul auch im Bereich der Stereowiedergabe in der Champions League spielt: Per XLR oder Chinch zugespielt und bei abgeschaltetem Prozessor erfährt das Klangbild eine derartig intensive Lebendigkeit, wie es selbst vielen gleich teuren reinen Stereovorstufen nicht vergönnt ist. 

Ohne Zweifel ist es notwendig, bei solchen Ausnahmekönnern wie dem VipG2 stets die gesamte Wiedergabekette und deren Zusammenspiel zu betrachten. Bei einem solchem Niveau entscheiden Aspekte wie die Auswahl der gesamten Verkabelung (wichtig: auch Netzkabel) oder der Standort des Gerätes (Rack, Untergrund etc.) über die Realisierung letzten, kleinen Klangnuancen. Selbstverständlich spielen Lautsprecher und Raumakustik nach wie vor eine zentrale Rolle bei der Ausschöpfung aller Klangaspekte, einer audiophilen Komponente vom Schlage eines VipG2. Wer sich diesen Herausforderung mit Erfolg stellt, dem belohnt der VipG2 mit einer perfekt anmutenden Kunstfertigkeit: transponierende Instrumente (z.B. die einsetzende B-Klarinette bei Beethovens Fünfter Symphonie) erfahren nicht einfach nur eine nuancierte Wiedergabe, sondern stoßen für den Hörer eine Pforte zu den höchsten Klangsphären auf. Hier definiert sich der Musikgenuss nicht mehr nur durch den bloßen Konsum technischer Abläufe - vielmehr gleicht das Hören einer Reise durch eine akustische Erlebniswelt, die erst am Ende der Hörsession, eine abrupte Rückkehr in die Realität zulässt.  

Klang DVD

Auch bei der Wiedergabe von Dolby Digital- bzw. DTS Tonspuren leistet sich der VipG2 keinen Patzer. Ganz im Gegenteil: der überaus neutrale sowie authentische Klang, sorgt bei vielen Szenen für staunende Gesichter. Selbst andere High-End DVD-Player wie der Denon AVC-A1XV neigen dazu, stets etwas zu "füllig" zu klingen, so dass Explosionen (aber auch Dialoge) hervorgehoben werden. Gleichzeitig verschwinden jedoch manch feine Klangdetails. Dies macht sich weniger bei sowieso schon effektlastigen Szenen bemerkbar, sondern vornehmlich in ruhigen Filmsequenzen. Hier bietet der VipG2 auch dann noch subtile Rauminformationen und verstärkt die akustische Raumwirkung des Filmes. Ein Beispiel hierfür ist eine der letzten Kapitel in der Liebes-Komödie "...totally Love": in der Szene im italienischen Restaurant transportiert der VipG2 die typische Atmosphäre einer solchen Lokalität mit großer Hingabe ins Heimkino. Kleinere Effekte wie das Klirren von Besteck sowie die vielen kleinen Dialoge unter den Besuchern werden sehr nuanciert über die rückwärtigen Lautsprecher wiedergegeben, und verstärken somit die gesamte Wirkung der kompletten Szene.

Ähnlich wie schon in Bezug auf die Stereo-Wiedergabe gefällt der VipG2 auch bei DVDs mit einer hervorragenden Bass-Umsetzung. Eine große Herausforderung stellt die anfängliche Seeschlacht bei "Master and Commander" (DTS-Tonspur) dar: die akustische Balance zwischen den subtilen Klangdetails kurz vor Beginn der ersten
Kanonensalven und dem später eintretenden Feuergefecht ist beim VipG2 derart hervorragend geraten, dass das Auditorium in jeder Sekunde die volle Atmosphäre eines Films hautnah miterleben lässt. Nie wirkt das Klangbild gelangweilt oder angestrengt, die gesamte dramaturgische Spannbreite beherrscht der VipG2 spielend. Und wer einmal die erschreckende Dynamik und den substanzvollen Bass einer effektreichen Filmszene gehört hat, der wird ein eindrucksvolles Beispiel dafür bekommen, wie sehr die digitale Audiowiedergabe von der Qualität eines DVD-Players abhängig ist.

Klang SACD / DVD-Audio:

Eigentlich könnte man meinen, der VipG2 wäre nicht für die SACD/DVD-Audio entwickelt worden, sondern umgekehrt. Was der Audionet Player an akustischer Finesse in den Hörraum zaubert, grenzt schon fast an Magie. Mit Sicherheit gibt es neben dem VipG2 viele hervorragende SACD/DVD-Audio Player, die ebenfalls beeindruckend aufspielen - und teilweise kosten diese Geräte deutlich weniger, aber keiner anderen Komponente war es bisher vergönnt, die letzte Distanz zwischen Medium und Hörer derart wegzuwischen, wie der VipG2. Nun - wir wollen Sie natürlich nicht mit diesen blumigen Beschreibungen abspeisen, sondern möchten versuchen, das Ausnahmetalent des VipG2 nachvollziehbar zu übermitteln. Wir haben unter anderem mit der "Bon Jovi" SACD "This left feels right" schon viele Stunden im Hörraum verbracht; mit dem VipG2 erscheinen sämtliche Klangdetails mit einer solch famosen Auflösungsqualität, dass viele Feinheiten nun erst richtig heraushörbar bzw. zuordnungsfähig sind. Manchmal hatten wir bei SACD Abmischungen den Eindruck, einer etwas zu effektorientierte Abmischung, doch nach dem Genuss mit dem VipG2 änderte sich dies sehr schnell. Uns wurde klar, dass viele Passagen/Instrumente bisher einfach zu nüchtern und unbeholfen auf die Kanäle verteilt wurden, während Audionets High-End Player in der Lage ist, die künstlerische Essenz der Musik zu bewahren und eine zusammenhängende, nahtlose Mehrkanalwiedergabe in den Hörraum projiziert. Einen großen Anteil an diesem Effekt dürfte das äußerst exakte Timing aller Schallereignisse darstellen. Nie zuvor haben wir Rauminformationen (z.B. leichte Halleffekte auf den Rearkanälen) so authentisch bzw. harmonisierend hören können. Bei guten Abmischungen verschmelzen diese kleinen Effekte förmlich zu einer Einheit und werden automatisch als Ganzes - und nicht mehr als mehrere Einzelereignisse - wahrgenommen. Diese Eigenschaft verhilft selbstverständlich nicht nur dem instrumentalem Bühnenaufbau, sondern auch vokalen Komponenten zu einer faszinierenden Lebendigkeit. Unabhängig, ob ein Sänger über alle 3 Frontkanäle ertönt,oder ein Frauenchor über die rückwärtigen Lautsprecher Einzug in den Hörraum erhält.

Fazit Klangwertung

In jeder Klangeigenschaft überzeugt uns der VipG2 auf ganzer Linie: Neben der digitalen High-Bit-Übertragung von SACD und DVD-Audio glänzt vor allem der analoge Stereoklang mit einer überragenden Performance, so dass beide Wertungsdiszplinen mit der Höchstwertung zuzüglich einem Bonuspunkt für besondere Leistungen ausgezeichnet werden. Audionet erreicht in diesen Rubriken ein bislang unerreichtes Klangniveau und macht den VipG2 somit insbesondere für Musikliebhaber zum absoluten Traumgerät. Die 192KHz digital Stereo-Wiedergabe (High-Bit) behauptet sich knapp vor der klassischen Digitalübertragung, was aber in der Praxis angesichts der phänomenalen internen D/A Wandler keine große Rolle spielt. Wir möchten an dieser Stelle auch noch einmal in Erinnerung rufen, dass der VipG2 mit Hilfe des USB/Coax Eingangs seine Künste auch für externe Quellen (z.B. MediaPC) nutzen kann. Doch auch, wer mit dem VipG2 in die Welt von Harry Potter, Star Wars oder Herr der Ringe eintauchen will, findet im Audionet Player nichts Geringeres als eine akustische Offenbarung, die Seinesgleichen sucht. Unsere Wertungsübersicht soll Ihnen lediglich als kleiner Anhaltungspunkt dienen, die besonderen Stärken des VipG2 richtig einzuordnen - seine fast schon magische Faszination kann man jedoch weder in Textform oder Punktetabellen wirklich einfangen. Daher ist der beste Ratschlag zum VipG2, sich einfach mal in Ruhe beim
nächstgelegenen Audionet-Händler auf eine intensive Hörprobe einzulassen.

DisziplinBewertung
Stereo analog10+1
Stereo digital 9,5
Stereo digital High-Bit10
AC3/DTS 5.1 digital10
AC3/DTS 5.1 analog9,5
SACD/DVD-Audio 5.1 analog10
SACD/DVD-Audio 5.1 digital High-Bit10+1
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