XXL-Test: Audionet Vip G2 ( Seite 2 von 7 )
technischer Aufbau:

Wie bei High-End Anbietern üblich, beschreitet jeder Hersteller bei diversen Details seinen eigenen Weg, um ideale audiovisuelle Leistungen zu ermöglichen. Bei Audionet setzen die Entwickler schon seit mehreren Jahren (unter anderem) auf den Einsatz verschiedener Materialen zur Optimierung der Gehäuseeigenschaften. Die herausstechendste Zutat ist eine 2cm dicke amorphe Granitplatte, die mit zum imposanten Gewicht von 22 kg beiträgt. Die Zusammenstellung und Auswahl all dieser Komponenten erfolgte unter strenger Berücksichtung der jeweiligen Materialresonanzfrequenzen, damit sich die gesamte Konstruktion als ideales (neutrales)
Umfeld für den DVD-Player erweist. Jede Form der Schwingung ist nichts anderes als eine Frequenz. Daher ist es nur allzu einleuchtend, dass ein labiles Gehäuse einen großen (negativen) Einfluss auf die interne Verarbeitung von Audio-/Videodaten zur Folge hat und besonders bei High-End Geräten tunlichst vermieden wird. Nicht ohne Grund unterscheiden sich alleine schon die oberen Gehäusedeckel eines AV-Boliden maßgeblich von denen eines Einstiegs-Receivers deutlich. 



Schade eigentlich, dass die verbaute Granitplatte nur in der Rückansicht ersichtlich ist, schließlich würde sie auch die Front optisch sehr wirkungsvoll aufwerten. Doch auch, wenn die Platte quasi unsichtbar im Gerät schlummert, so steuert sie zum Hörgenuss einen gehörigen Teil bei: Äußere Einflüsse werden minimiert, und jede Baugruppe bekommt ideale Arbeitsbedingungen, da sich Vibrationen (Frequenzen) deutlich weniger auf das Chassis übertragen können, als dies bei herkömmlichen Konstruktionen der Fall ist. Kaum ein anderer Hersteller betreibt einen solchen Aufwand mit teuren und schweren Granitplatten - oftmals kommt bei Mitbewerberprodukten lediglich ein Chassis aus mehrlagigen Stahl- bzw. Kupferplatten zum Einsatz, um ähnlich guteArbeitsbedingungen für die Baugruppen bereitzustellen.



Abgesehen von der Materialschlacht beim Gehäuseaufbau wartet der VipG2 auch im Inneren mit feinsten Lösungen auf. Wie schon bei anderen Audionet Produkten lautete ebenfalls bei der Entwicklung des VipG2 die Devise, dass Klangqualität durch maximale Signaltreue bei geringstmöglichem Jitter entsteht. Dieser Begriff umschreibt die zeitliche Genauigkeit eines Impulses. Bei hohem Jitter sind die einzelnen Toninformationen (im Pikosekundenbereich) zeitlich versetzt und verschmieren somit den möglichst exakten Impuls. Das Klangbild verliert dadurch viele Klangdetails und auch die räumliche Wiedegabe leidet enorm.   

Damit all dies im VipG2 nicht zu einer Beeinträchtigung führt, vollzieht die digitale Signalverarbeitung ein Upsampling auf 192 Kilohertz. Das ursprüngliche Taktsignal (44,1 Khz) wird dabei zunächst verdoppelt und anschließend mit Hilfe eines extrem präzisen Oszillators asynchron hochgerechnet. Unzählige Mess- und Hörtests haben die Audionet Ingenieuere dabei begleitet, Jitterartefakte auf ein kaum nachweisbares Niveau zu senken. Damit alle Musikinformationen erhalten bleiben, werden die eingesetzte zweistufige Filter- und Entkopplungstechniken von Audionet-eigener Software gesteuert, die eine audiophile Impuls- und Wiedergabetreue fokussiert.

DSD-Daten (SACD-Streams) werden anschließend in PCM gewandelt und mit der Audionet Intelligent Sampling Technologie aufbereitet. Nach einer Entkopplung vom
Eingangstakt (Upsampling) werden die Information per LVDS-Datenübertragung (einstreuungsunempfindlich und jitterarm) an die proprietäre Audionet-HighBit
Schnittstelle ausgegeben. Von dort aus gelangen die Informationen entweder zweikanalig mit bis zu 192kHz/24Bit oder im Multichannel-Format mit maximal
96kHz/24Bit zu einer der beiden Audionet Surroundvorstufen. Selbstverständlich stehen an dieser Schnittstelle auch alle anderen Tonformate (inkl. Mehrkanal DVD-Audio) zur Verfügung. Weitere Details zu dieser Verbindungsform finden Sie im weiteren Verlauf des Testberichtes.

Wer weder eine MapV2 oder Map1 Vorstufe einsetzt, kann beim VipG2 nur die üblichen Digitalformate nutzen. SACD- und DVD-Audio Mehrkanal Streams können dann jedoch immer noch per analogem Wege in das AV-System gelangen. Da der VipG2 aber über eine hervorragende D/A Wandler verfügt, stellt dies alles anderes als ein Nachteil dar: sowohl PCM- als auch DSD-Daten werden nach dem (weiter oben beschriebenem) 192kHz Upsampling kanalgetrennt und von Hochleistungskonvertern in analoge Signalströme gewandelt. Diese Wandler können auf hochpräzise Generatoren mitsamt Präzisionsspannungsquellen zurückgreifen und arbeiten einstreuungsfrei sowie mechanisch entkoppelt.

Das gesamte Layout des VipG2 ist im Hinblick auf kurze Signalwege optimiert. Lange, wirr verlegte Kabel sucht man bei diesem Player vergebens – solcher „Murks“ wäre in Anbetracht des Kaufpreises allerdings auch eine Zumutung für den Kunden. Die mehrlagigen Platinen sind so konstruiert, dass sowohl die digitale als auch die analoge Signalverarbeitung von Bild und Ton optimale Bedingungen hat. Da bei digitalen Schaltungen kleinere Bauteile weniger Störanfälligkeit bieten und eine höhere Geschwindigkeit aufweisen, wurden sämtliche Komponenten daraufhin entwickelt und verkleinert. Im gesamten Gerät befindet sich kein einziger Kondensator im Signalweg, jede noch so kleine Platine (bzw. Schaltung) ist mit handverlesenen Komponenten bestückt und wurde bei der Entwicklung ausführlichst unter die Lupe genommen. 

Der VipG2 manifestiert die typischen Audionet-Tugenden wie kaum ein anderes Produkt: Jedes Bauteil zeugt von kompromisslosem Engineering mit leichtem Hang zum technischen Overkill - doch wo andere Anbieter sich mit feinsten Ingredienzien zufrieden geben und sehr auf reine Messwerte bedacht sind, flankiert Audionet sein hohes handwerkliches Geschick hingegen noch mit dem Bestreben nach audiophiler Perfektion. Erst die Kombination aus jahrzehntelanger audiovisueller Erfahrung und Wissenschaft bringt Produkte hervor, die nicht nur in materieller Hinsicht ihren Kaufpreis rechtfertigen, sondern dieses auch wirklich gewinnbringend einsetzen und somit die eigentliche Verkörperung von absoluter "High-End" Hardware darstellen.



Gleich 2 hochwertige Netzteile versorgen den VipG2 mit Strom. Die analogen Schaltkreise werden von dem 50-VA Ringkerntrafo gespeist, während das Schaltnetzteil (rechts daneben) für die digitalen Baugruppen zuständig ist. Auf diese Weise sind Wechselwirkungen beider Verarbeitungsebenen deutlich reduziert, zumal die Netzteile auf ihre speziellen Bedürfnisse hinsichtlich Stromaufbereitung eingehen können. Der Stromerzeugung kommt bei HiFi-Geräten grundsätzlich ein enormer Stellenwert zugute, schließlich ist das Signal, welche die Lautsprechermembranen bewegt, nichts anderes als modulierter Strom. Audionet ist sich dieser Bedeutung bewusst und hat deswegen einen hohen Aufwand betrieben, um die bestmögliche Netzteil-Sektion bei derEntwicklung des VipG2 zu realisieren.


So sehr die Audionet Entwickler auch alles getan haben, um dem VipG2 eine bestmögliche Stromerzeugung zu integrieren - ein separates, externes Netzteil kann es
noch wesentlich besser: das EPS "Enhanced Power Supply" (1.800 €)  bietet eine nochmals stabilere Ausgangsspannung sowie einen etwa 10-fach besseren
Innenwiderstand. Dadurch bleibt die Stromzufuhr bei Laständerungen im gleichen Maß konstanter. Welche Leistungen das EPS zu leisten vermag, verdeutlichen schon nackte Zahlen: Es generiert stets eine Versorgungsspannung mit 24,00V (Analogstufen) sowie 5,00V (Digitalsektion) mit einer Toleranz von lediglich 0,01V bei 0,5A. Um diese Werte zu erreichen, greift das EPS Modul auf zwei gekapselte 100VA Ringkerntrafos sowie insgesamt 260.000 Microfarad Siebkapazität (Stromspeicher) zurück. Bei diesen Werten wird selbst dem monströsestem AV-Boliden schwarz vor Augen: ein Pioneer VSA-AX10Ai-S (UVP 5.300 €) versorgt mit knapp 66.000 Microfarad das komplette Gerät inklusive 7 Endstufen.

Audionet hat das EPS Modul als universellen Baustein konzipiert, der mit mehreren Produkten kombiniert werden kann. In unserem Teststudio haben wir das EPS
abwechselnd sowohl an die MapV2 Vorstufe als auch den VipG2 angeschlossen und waren von dessen Klangfortschritt stets sehr begeistert. Sobald wir 2 Module zur Verfügung haben, werden wir in einem entsprechenden Nachtest darüber berichten.

Aufgrund der immensen Bestückungsdichte im Inneren kommt der VipG2 nicht umher, sich hin und wieder mit einem kleinen Ventilator etwas Luft zu verschaffen. Die hierbei verursachten Geräusche treten zwar auch beim reinen CD-Hören auf, erreichen aber nie eine störende Intensität. Letztendlich sollte man das aktive Lüftungskonzept auch als Folge der gesamten Konstruktion sehen: Granitplatte und MDF-Deckel bescheren den internen Baugruppen bestmögliche Arbeitsbedingungen, können aber ihrerseits keine auftretende Wärme ableiten - so dass es keine Alternative zu einer aktiven Lüftung gibt.
Laufwerk / abspielbare Formate

Die Laufwerkseinheit ist wie beim Vorgänger als Top-Loader konzipiert, und wurde in Bezug auf die mechanischen Eigenschaften weiter optimiert. Die Fehlerkorrektur arbeitet sehr zuverlässig und spielt auch zerkratzte Medien klaglos ab. Alle 31 Tracks unserer Burosch-Referenz-DVD (Laser & Memory Check) konnte der VipG2 zwar nicht ohne Ruckeln wiedergaben, doch dafür stürzte der Player niemals komplett ab und zeigte bis Track 23 eine absolut souveräne Vorstellung. Speziell bei hochwertigen Playern ist eine gute Fehlerkorrektur leider nicht selbstverständlich, wie es beispielsweise der Denon DVD-A1XVA oder auch der cinemateq studio player beweisen.


Eingelegte Medien werden mit Hilfe eines Pucks fixiert, um einen möglichst perfekten Auslesevorgang zu ermöglichen. Das verwendete Material für diesen Disc-Stabilisator nennt sich "POM" und ähnelt hinsichtlich seiner Zusammensetzung dem Werkstoff Teflon. Das Erkennen sowie Einlesen vollzieht der VipG2 binnen weniger Sekunden und überrascht uns diesbezüglich sehr positiv: normalerweise genehmigen sich besonders hochwertige Player hierfür gerne schon ein paar Extra-Sekunden. Nicht ganz so positiv verläuft der Layer-Wechsel. Die DVD-Wiedergabe wird zwar nicht lange unterbrochen, aber ein kurzer Aussetzer sowie ein Relaisknacken sind dennoch zu vernehmen. Unserer Meinung nach bewegt sich der VipG2 in einem vertretbaren Rahmen, zumal die Realisierung eines vollkommen unbemerkbaren Layerwechselns (wie es der Denon DVD-A1XVA beherrscht) aufgrund größerer Pufferung, sowie doppelter Auslesegeschwindigkeit dafür andere Nachteile mit sich bringt (z.B: Jitter, Vibrationenetc.).

Die gesamte Laufwerkseinheit wurde vom restlichen Gehäuse abgekoppelt - störende Vibrationen oder Resonanzen werden so bei der sensiblen Datengewinnung wirksam reduziert. Andererseits kann somit auch die Bewegungsenergie beim Auslesen der Disc kompensiert werden, ohne auf die restlichen Baugruppen einzuwirken, Auf dem Bild erkennen Sie direkt hinter der Frontplatte einen der beiden quer verlaufenden Gurte, auf denen die Laufwerkssektion festgespannt wird. Alleine dieser Konstruktionsaspekt veranschaulicht sehr schön, wie kompromisslos Audionet vorgeht, damit schon im Detail alle Weichen für maximale Leistungen gestellt sind.

All dieser Aufwand fokussiert primär die Qualität des Lesevorgangs und nicht dessen Lautstärke-Intensität. In unseren Testreihen haben sich vereinzelte CDs sowie DVDs gefunden, die auf dem VipG2 minimale Laufwerksgeräusche verursachten. Andere Hersteller schenken diesem Umstand etwas mehr Beachtung, so dass beim Denon DVD-A1XVA fast mit allen Medien absolute Stille während des Abspielens herrscht. Diesen Vorteil erkauft sich der Denon Player jedoch durch eine starre Laser-Einheit, die fest mit dem Chassis verbunden ist und daher nicht ganz so sauber ablesen kann.

Hinsichtlich der Medien-Formate ordnet sich der VipG2 im oberen Mittelfeld ein, was für einen High-End Player sehr beachtlich ist. Als "Allesfresser" wird sich ohnehin niemand solch ein Gerät in die Anlage stellen, zumal eine extrem große Medienvielfalt (und dementsprechend viele Baugruppen) einer hohen Signalqualität ohnehin abträglich sind. 
 
Medientyp Bemerkung
Audio-CD, inklusive CD-R und CD-RW ohne Einschränkung abspielbar
DVD-Video, inklusive DVD-R/+R und-RW ohne Einschränkung abspielbar, sowohl bei PAL als auch NTSC
DVD-Audio, SACD sowohl in Stereo als auch Multi-Ch abspielbar
SVCD, VCD ohne Einschränkung abspielbar
MP3 abspielbar mit  44,1 + 48 KHz, jedoch nur von CD-R oder CD-RW
Photo-CD wird nicht unterstützt
Video Sektion:


Mit Sicherheit sind schon manche Mittelklasse DVD-Player anschlussfreudiger: doch beim VipG2 steht Qualität an erster Stelle, so dass sich die Entwickler auf das Wesentliche konzentriert haben. Alle aktuellen Videokabel finden am VipG2 ihren Platz: die drei linken Buchsen können wahlweise für eine YUV- oder RGB Verbindung konfiguriert werden, dazu gesellt sich noch je eine S-Video und FBAS Buchse sowie der HDMI Ausgang. Im Prinzip bietet der VipG2 eigentlich alles, was ein Großteil der Anwender benötigt. Poweruser, die sowohl einen Beamer als auch Plasma-TV ansteuern möchten, könnten hingegen eine zweite, zusätzliche HDMI/DVI Buchse vermissen, die (ähnlich wie beim Denon DVD-A1XVA) gleichzeitig auf beiden Ausgängen das Videosignal ausgibt. 

Bedingt durch die zugrundeliegende Pioneer-Basis (DV-668) gibt der VipG2 maximal 576p/i Signale aus. Laut Audionet macht dies bei einem hochwertigem
Bildwiedergabegerät ohnehin Sinn, zumal der Bildtransport (Kabel) dank einer geringeren Bandbreite deutlich weniger signalmindernd ist und sehr highendige Anwender sowieso auf einen sehr präzise arbeitenden externen Scaler setzen. Unserer Meinung nach sollte allerdings bei einem so immensen Grundpreis wie bei unserem Testgerät ein sehr edler interner Scaler schon mit dabei sein. 

Der VipG2 verfügt für die analoge Bildwiedergabe über einen extrem potenten Video-DAC: wo die Pioneer-Grundlage mit einem 216 MHz/12-Bit Konverter vorlieb nimmt, pflanzten die VipG2-Entwickler ihrem Schützling gleich sechs Stück davon ein. Zusätzlich greift der VipG2 auf stromgegengekoppelte Video-Ausgangverstärker zurück und kommt daher ohne jegliche Kondensatoren im Signalweg aus. Hierdurch bietet der Audionet-Player eine extrem hohe und stabile Videobandbreite. Die Videokonverter arbeiten mit dem von Analog Devices entwickelten NSV. Noise Shape Video verwendet Multi-Bit-Sigma-Processing und Bit-Shuffling, um das Video- oder Konvertierungsrauschen in einen höheren Frequenzbereich zu verschieben. So kann man die Verschiebung in einen Teil des Frequenzspektrums vornehmen, in dem das Video- oder Konvertierungsrauschen mittels eines analogen Filters leichter eliminiert werden kann. Resultat dieser Operation: Eine extrem hohe Linearität im Videofrequenzgang und praktisch kein störendes Bildrauschen mehr, oder, kurz gesagt: Eine überdurchschnittlich akkurate Signal-Reproduktion. Hinzu kommt eine aufwändige Progressive Scan-Signalverarbeitung, zu der auch der Video Quality Enhancer VQE8 seinen Teil beiträgt. Der VQE8 baut auf dem VQE7 auf, der noch aus dem Pioneer DV-747A bekannt ist. Bestandteile sind die PureCinema Progressive Scan-Technik, die eine einwandfreie Wiedergabe von progressiv aufbereiteten Bildsignalen garantieren soll, sowie die Component Frame Recursive Digital Noise Reduction. Bei der im Vip G2 verbauten Version schenkten die Entwickler auch der progressiven Signalbearbeitung von Videomaterial große Aufmerksamkeit. Nicht nur auf DVDs gespeicherte Kinofilme, sondern auch z.B. Live-Konzerte und Fernsehserien, die nicht mit Filmkameras, sondern mit Interlaced-Videokameras aufzeichnet wurden, sollen auf dem VipG2 tadellos aussehen. Zusätzlich kommt eine weiter entwickelte Rauschreduktion zum Einsatz, so dass noch natürlichere, klarere Bilder das Ergebnis sein sollen. Auch ein Video-EQ mit drei Speicherplätzen sowie vielen Funktionen gehört zumFunktionsumfang des Players. 


Für sehr anspruchsvolle Anwender kann der VipG2 mit einer SDI-Modifkation ( 790 Euro Aufpreis) ausgestattet werden, was in vielen Installationen ein sehr wertvolles Feature darstellt. Hierbei wird im Gerät eine Zusatzplatine installiert, welche die Videosignale direkt nach dem Auslesen an die oben abgebildete SDI-Buchse ausgibt. Vorteil dieser Technik ist absolute Unberührtheit des digitalen Ursprungssignals. Weder die HDCP-Sektion noch diverse Equalizer oder OP-Verstärker befinden sich noch im Signalweg. Audionet setzt das Abgreifen der Daten derart früh ein, dass sogar eine Abschaltung der kompletten Video-Sektion keinen Einfluss mehr auf die SDI-Übertragung hat. In der Praxis bedeutet dies einen großen Vorteil: DVDs können somit ohne Probleme mit abgeschalteter Videosektion genossen werden, so dass sich der VipG2 komplett auf die Audioaufgaben konzentrieren kann und somit nun auch den letzten Klang-Feinheiten
widmen kann. 



Abgesehen von einigen wenigen professionellen Plasma-Displays wäre das reine SDI-Signal nicht direkt nutzbar. Erst ein externer Scaler (mittleres Gerät auf der obigen Abbildung) wandelt das Signal in die üblichen Consumer-Formate wie RGB oder YUV um. Gegenüber den internen Scalingfunktionen verschiedener DVD-Player oder Bildwiedergabegeräten, punktet ein hochwertiger Scaler wie der cinemateq ppII SDI beim Umrechnen der Auflösung sowie dem Deinterlacing. Kaum ein anderes ("normales" Consumer) Gerät erhält die Natürlichkeit und Plastizität des Bildes dabei auf einemderartigen Level, wie ihn ein solcher Scaler bietet.
Audio Sektion:


Bezüglich digitaler Audioanschlüsse überzeugt der VipG2 auf ganzer Linie - sogar an AES/EBU Schnittstelle sowie einem USB Eingang wurde gedacht. Per Adapter kann dieser auch als koaxialer Digitaleingang genutzt werden. Auf diese Weise können nun auch externe (digitale) Audiosignale in den Genuss einer VipG2-Behandlung kommen. Der Firewire-Anschluss übertragt zwar sämtliche Audiosignale (inkl. DVD-Audio und SACD), ist aber nicht mit iLink-Verstärkern kompatibel und funktioniert ausschließlich mit der Audionet Map1 Surround-Vorstufe (Preis: 3.500 €, Test folgt in Kürze). Besitzer einer MapV2 Vorstufe (Preis: 6.000 €) können per Kippschalter in den "High-Bit" Modus wechseln. Hierbei werden Stereo-Signale mit 192 KHz bei 24 Bit übertragen, außerdem gibt der VipG2 in diesem Modus dann auch SACDs sowie DVD-Audios in rein digitaler Form aus (96 kHz / 24 Bit). Diese Betriebsart nutzt die beiden koaxialen Digitalausgänge gleichzeitig, umdie Informationsflut zu bewältigen.


Die analogen Audioausgänge in der Detailansicht. Für die beiden Hauptkanälen stehen neben den Chinch-Buchsen auch symmetrische XLR-Buchsen zur Verfügung. Insbesondere in Kombination mit hochwertigen Stereo-Vorstufen macht diese Anschlussart viel Sinn. Im rechten Bereich kann mittels Schalter definiert werden, ob die A/D Wandler gemäß dem Audionet- oder Lagrange Filter vorgehen sollen. Hierbei geht es um die Feinjustierung bezüglich der Impulsverarbeitung.
USB-Anschluss


Wer einen VipG2 mitsamt Notebook bzw. MediaPC in seinem Heimkino einsetzt, kann sich glücklich schätzen: dank des USB Anschluss fungiert der Audionet Player als externer D/A Wandler und ermöglicht die Wiedergabe jedweder PC-Inhalte auf einem bislang nicht für möglich gehaltenem Niveau. Leider verarbeitet der VipG2 lediglich Stereo-Signale - 7.1 Surround-Gaming oder WMV-HD 9 Wiedergabe in High-End Qualität bleiben damit weiter ein Wunschtraum. Trotzdem sind wir Audionet für die hier implementierte Lösung sehr dankbar - endlich wird das MP3-Archiv wirklich zum Leben erweckt und muss nicht mehr über die interne Soundkarte ausgegeben werden! Wir haben im Rahmen unserer Multimedia-Rubrik schon viele verschiedene Soundkarten getestet und konnten bislang noch kein wirklich überzeugendes Modell finden, welches in einer High-End Anlage zu wirklich zufriedenstellenden Ergebnissen führt. Dass die analoge Klangwiedergabe verschiedener 100 €-Soundkarten nicht den Ansprüchen eines High-End Hörers genügen, dürfte niemanden überraschen - doch wie groß der Unterschied auf digitaler Ebene
gegenüber der USB-Verbindung geriet, setzte selbst unsere hörerfahrene Redaktion in Erstaunen. Gegenüber einer Creative Audigy2 erklingt die gesamte Soundwiedergabe wesentlich natürlicher und verzichtet komplett auf die PC-üblichen, stets etwas metallischen Klangfarben. Wir waren zudem sehr überrascht, wie viel Dynamik in unserem MP3-Dateien oder Computerspielen steckt. Der Actionkracher "Half-Life 2" (Activision) gefiehl uns trotz 7.1 EAX-HD (Audigy2, analoge Ausgänge) per USB-Verbindung und anschließender DTS:Neo6 Dekodierung auf (bzw. über) dem VipG2 klar besser. Bei der Nutzung des USB-Eingangs muss lediglich beachtet werden, dass der VipG2 vorher einmal kurz ausgeschaltet werden sollte, damit er direkt beim Starten die aktive USB-Verbindung erkennt und die Daten entsprechend weiterverarbeitet.

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