Test: Audiolab 8000AP - Surroundvorstufe mit HDMI


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(19. September 2008 - Autor: Lars Mette )

Mit der 8000AV bereicherte Audiolab vor knapp 2 Jahren den Markt der Surroundvorstufen. Durch überragende klangliche Eigenschaften (siehe unser Test vom Januar 2007) im Mehrkanal- und Stereobetrieb, konnte man sich speziell bei Anwendern mit audiophilem Hörgeschmack etablieren. Nun hat der britische Anbieter seine Vorstufe einer Frischzellenkur unterzogen und bringt den Nachfolger auf den Markt.


Die 8000AP basiert im Kern immer noch auf ausgereifter TagMcLaren-Technik, wurde aber um aktuelle Features erweitert, um den AV-Standards im Jahr 2008 gerecht zu werden. Wichtigste Neuerung stellte zweifelsohne die Integration einer HDMI-Sektion dar, mit der man die Vorstufe nun auch für die Blu-Ray-Generation fit gemacht hat. An der grundsätzlich recht schlanken Ausstattung der Audiolab Geräte ändert aber auch die 8000AP nichts. Purismus steht auch weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste: man beschränkt sich auf die wichtigsten Funktionen und befreit das Gerät von sämtlichen Nebenarbeiten, damit es sich konzentriert seinen klanglichen Aufgaben widmen kann. Aus diesem Grund sind die Videofunktionen rein auf das Durchschleifen der HDMI-Bildsignale beschränkt, und auch Features wie zB. einen Equalizer oder umfangreiche DSP-Modi sucht man bei der 8000AP vergeblich. Laut Hersteller konnte man die ohnehin schon hohe klangliche Performance durch Weiterentwicklung nochmals deutlich steigern. Wir sind sehr gespannt, inwiefern die 8000AP für Furore sorgen kann und vergleichen das Gerät nicht mit ihrem Vorgänger, sondern betreiben auch eine Gegenüberstellung mit preisähnlichen AV-Receivern sowie Vorstufen. Im letztgenannten Fall geht die 8000AP zumindest aus finanzieller Sicht als Underdog ins Rennen. Mit einem Preis von 1.899 Euro ist sie für eine dedizierte Surroundvorstufe verhältnismäßig günstig eingepreist und setzt die etablierten Platzhirsche (allen voran die Audionet Map für 3,750 €) unter Druck. 

Verarbeitung:

Das flache Gehäuse verleiht der Audiolab 8000AP eine hohe Wohnraumfreundlichkeit. Die Vorstufe wirkt keineswegs aufdringlich, sondern bevorzugt optische Zurückhaltung. Dennoch versteckt sie nicht gänzlich ihre Funktion als technisches Gerät und beherbergt auf ihrer Front mehrere Bedienelemente sowie Informations-LEDs und das Gerätedisplay. Die fein säuberlich gefräste Frontplatte in sandgestrahltem Aluminium sorgt für einen hochwertigen Auftritt im HiFi-Rack.


Doch nicht nur die Vorderseite hält einem kritischen Blick stand: auch beim restlichen Gehäuse lässt die 8000AP viele interessante Verarbeitungsdetail erkennen. So findet sich beispielsweise keine einzige Schraube auf dem Seitenteil des Gehäusedeckels. Auch die exakte Kantenverarbeitung sorgt für positive Mienen beim Betrachter. Wenn die oben gezeigte silberne Ausführung nicht zur Einrichtung (bzw. zur restlichen Anlage) passt, liefert Audiolab die 8000AP wahlweise auch komplett in schwarz. In diesem Fall sind dann allerdings 100 Euro Aufpreis zu entrichten.
 

Auf den Bildern wirkt der Volumeregler nicht besonders aufsehenerregend. Da er aber durch eine beispiellose Leichtgängigkeit und absolut saubere Einpassung überzeugt, haben wir sehr oft die Fernbedienung zur Seite gelegt, und die Lautstärke direkt am Gerät geregelt. Das Bedienelement weist eine sehr exakte Lagerung auf und besitzt zur besseren Bedienung noch eine kleine Einkerbung.

Sämtliche Gehäuseübergänge begeistern in Bezug auf die geringen Spaltmaße und unterstreichen die insgesamt hervorragende Verarbeitung. Ein scharfkantiges Finish ist selbst an versteckten Stellen nicht zu beobachten, so dass sich schon beim Auspacken das Gefühl einer sorgfältigen Konstuktion einstellt. Die Gerätestandfüsse wirken sehr solide und verfügen über eine spezielle Kunststoffbeschichtung, die nach akustischen Gesichtspunkten ausgewählt wurde.Optisch wirken sie hingegen etwas trist, allerdings sieht man sie aufgrund der geringen Höhe ohnehin kaum.




Die 8 Bedienknöpfe der 8000AP im Detail. Hierüber kann fast die komplette Wiedergabe gesteuert werden, so dass man durchaus auch mal ohne Fernbedienung gut auskommt. Zwei der Buttons schalten jeweils durch die digitalen bzw. analogen Eingänge, während mit den restlichen Bedienelementen Funktionen wie zB. der DSP-Modus gewählt wird. Der Betriebszustand wird über eine rote LED rechts neben der Typenbezeichnung symbolisiert.



Der Blick auf die Rückseite bringt ebenfalls nur Gutes zu Tage: sämtliche Anschlüsse erfreuen sich einer tadellosen Einpassung. Um eine möglichst gute Signalübertragung zu gewährleisten, bestehen sämtliche Schnittstellen aus vergoldetem Material. Bedingt durch die geringe Bauhöhe von ca. 7 Zentimetern liegen die Buchsen recht eng aneinander, so dass man bei der Verkabelung etwas Filigranarbeit leisten muss.



Kennern wird es sofort auffallen: während die 8000AP in Bezug auf das Gehäuse kaum von der Vorgängerversion (8000AV) zu unterscheiden ist, verfügt die aktuelle Version über ein wesentlich besseres Display in Dot-Matrix Technik.  Im zweizeiligen Layout informiert die 8000AP hierüber stets über gewählte Quelle, Lautstärkestellung sowie Eingangsformat. Die Anzeige ist trotz ihrer verhältnismäßig kleinen Schrift recht gut ablesbar. Eine Dimmfunktion ist leider nicht integriert, dafür kann man das Display jedoch per Fernbedienung komplett abschalten, um unerwünschte Lichtquellen im abgedunkelten Heimkino zu vermeiden.

Zusammenfassend formuliert, bietet die 8000AP eine gelungene Optik und lässt auch in Bezug auf die qualitative Verarbeitungsgüte nichts anbrennen. Den hohen Fertigungsstandard merkt man der Audiolab Vorstufe ganz besonders im Detail an, denn durch die flache Optik wirkt sie auf den ersten Blick etwas unscheinbar. Großen Spielraum für Verbesserungen hat der Hersteller hier defintiv nicht mehr, da nun auch der Hauptkritikpunkt vom Vorgänger 8000AV (grobes Display) nicht mehr vorhanden ist. Auf diese Weise sichert sich Audiolab einen hervorragenden Ersteindruck und macht uns sehr neugierig, wie es im Inneren der 8000AP zugeht.
technischer Aufbau / Features:


Willkommen in der Welt von Audiolab: wild umherliegende Flachbandkabel findet man in der 8000AP genauso wenig, wie einen komplexen, mehrschichtigen Platinenaufbau. Stattdessen konzentrierten sich die Entwickler auf die Verwirklichung von hochintegrierten Schaltkreisen, um die Signalpfade möglichst kurz halten zu können. Außerdem bietet dieser sehr kompakte Aufbau somit auch Vorteile in Bezug auf gemeinsame Masseführung sowie Vermeidung von Jitter. Interessant: im Vergleich zum Vorgänger sind zwar einige Funktionen weggefallen (zB. S-Video und Composite Buchsen), trotzdem genehmigt sich die 8000AP rund die doppelte Platinenfläche. Die 8000AV basierte zum Großteil noch auf TagMcLaren Technik und wurde "lediglich" in technischen Details verfeinert. Bei der 8000AP ging man hingegen noch einen Schritt weiter und implementierte gänzlich neue Funktionen bzw. Baugruppen. So verfügt unser Testgerät über einen topmodernen 24 Bit D/A Wandler mit 192 kHz und einstallbarem Filter. Die zweite große Änderung betrifft die HDMI-Sektion, mit der wir uns später noch auseinandersetzen. 


Auch wenn die Vorstufe auf den ersten Blick eventuell einen etwas kargen Eindruck hinterlässt, so haben die Entwickler ein technisch sorgfältig durchkonstruiertes Produkt abgeliefert. Sämtliche Verschraubungen und Kabelführungen zeugen von einer sehr langlebig ausgelegten Bauweise. Als weiteres kleines Merkmal möchten wir auch die rote Bitumenverstärkung auf der Unterseite des (ohnehin schon recht massiven) Gehäusedeckels aufführen, mit dessen Hilfe störende Vibrationen bzw. Resonanzen vermieden werden.


Die Netzteilsektion der 8000AP besticht vornehmlich durch Hochwertigkeit, als durch puren Gigantismus. Der oben abgebildete Ringkerntrafo ist geschirmt und versorgt die komplette Vorstufe. Während bei vielen anderen Geräten ein großer Aufwand mit vielen verschiedenen Netzteilen bzw. Trafos betrieben wird, verhält sich die Audiolab-Lösung recht konträr. hier befinden sich die entsprechenden Schaltkreise sogar gemeinsam auf einer Platine mit Hauptprozessor,D/A Wandler und Co. Doch gegenüber den vollgepackten Receivern besitzt die 8000AP einen ganz entscheidenden Vorteil: innerhalb des Gerätes befinden sich keine zusätzlichen Störquellen (Trafos etc.), welche den Signalpfad der Audiodaten beeinflussen können. All diese Negativfaktoren sind konsequent aus der Vorstufe ausgeschlossen. Wie wichtig dieser Aspekt ist, verdeutlichen die enormen Anstrengungen, welche die Hersteller von AV-Boliden unternehmen, um die gegenseitige Beeinflussung von Signalen möglichst gering zu halten. Gerade im Digitalbereich mit ihren hochfrequenten Signalen sind die kapazitiven bzw. induktiven Einflüsse durch die Streuung anderer Baugruppen mitunter enorm. Nicht umsonst setzen HiFi-Veredler wie zB. die Firma Cinemike bei ihren Tunings (neben der Optimierung der/des Netzteils) hauptsächlich auf bessere Isolation (durch Puffer etc.) der einzelnen Sektionen, um durch Minimierung der gegenseitigen Beeinflussung eine Verbesserung der Gesamtperformance zu erreichen. Selbst topaktuelle AV-Receiver wie der Denon AVR-4308 haben in diesem Punkt noch sehr Potential und verbessern sich durch das Tuning deutlich (siehe: unser Test des getunten AVR-4308). Bei der Audiolab 8000AP fällt diese Problematik größtenteils komplett weg: das Gerät kann frei "atmen", ohne sich durch seine Baugruppenvielfalt selbst in die Quere zu kommen. 


Den Großteil der Rechenarbeit übernimmt die oben abgebildete Cirrus Logic CS494003 CPU. Sie arbeitet mit einem 24 bit Front-End und vollzieht das Post-Processing in 32 Bit, um exakte Ergebnisse zu bekommen. Die Audiolab 8000AP unterstützt Lautsprecherkonfigurationen bis zu 7.1 Setups. Als Surroundprogramme kommen primär Dolby Digital (inkl. ES und PL2x) sowie DTS (inkl. Matrix, 96/24, Discrete und Neo:6) zum Einsatz. Die beiden Surroundaufpolierer bringen jeweils verschiedene Modi für Cinema und Musik mit und lassen sich in der letztgenannten Variante mit den üblichen Justagen (Centerwidth etc.) noch feinanpassen. Neben einer Stereofunktion bietet die Vorstufe keine weiteren DSP-Modi (abgesehen von der PCM Wiedergabe via HDMI) an. Dies ist insofern besonders schade, weil die Vorgängerversion (8000AV) durch ihre enge TagMcLaren-Verwandschaft noch den selbstentwickelten "STS" Aufpolierer mitgebracht hat, welcher sich bei unserem damaligen Hörtests als hervorragend entpuppte und mit besonders hoher Klangnatürlichkeit punktete.

In Bezug auf den Bass-Manager bringt die 8000AP mehr Optionen als ihre Vorgängerin mit: man kann nun für Front, Center und Rearspeaker unterschiedliche Trennfrequenzen festlegen. Außerdem gibt es nun 4 verschiedene Einstellungen (50,80,100 und 120). Kanalpegel und -Delay lässt sich in 0,5 db, bzw. 10cm Schritten für jeden Lautsprecher individuell festlegen. Obwohl der oben abgebildete Cirrus Logic Chip grundsätzlich auch für automatische Einmesssysteme sowie Equalizing-Funktionen vorbereitet ist, bietet die 8000AP keines dieser beiden Ausstattungsmerkmale. 



Fast der komplette Platz auf der Rückseite wird für Anschlüsse genutzt. Insgesamt stehen 7 SPDIF-Digitaleingänge sowie 5 analoge Stereo-Chinch Schnittstellen zur Verfügung. Auch ein analoger 5.1 Mehrkanaleingang findet sich  unter den vergoldeten Buchsen. Dieser durchläuft lediglich die Lautstärkeregelung und Kanalpegel und wird daher weder in Bezug auf Delay oder DSP-Modi nachbearbeitet. Zusätzlich verfügt die Audiolabvorstufe noch über eine HDMI Sektion. Leider sind der Modellpflege im Vergleich zum Vorgänge aber auch ein paar Anschlüsse zum Opfer gefallen: ein Triggerausgang zur Ferneinschaltung einer Endstufe findet sich leider ebensowenig in der 8000AP, wie ein Kopfhörerausgang. Den Verlust der S-Video- sowie Compositeanschlüsse begrüßen wir, schließlich spielen jene Signalarten in modernen Systemen ohnehin keine Rolle mehr. Insgesamt betrachtet, geht die Schnittstellenvielfalt für die Gerätekategorie aber absolut in Ordnung. Die meisten vergleichbaren Vorstufe besitzen eine weitaus geringere Konnektivität.


Dank dieser Platine bietet die Vorstufe HDMI-Funktionalitäten. Die 8000AP besitzt 2 Eingänge sowie einen Ausgang. Das Videosignal wird vollkommen unverfälscht durchgeschleift. Bei unseren Tests funktionierte dies mit allen Auflösungen (inkl. 1080p@24Hz) absolut problemlos und in tadelloser Qualität. Audioseitig wird HDMI 1.2a unterstützt, so dass man hierüber digitale PCM Daten übertragen kann und auf diese Weise auch moderne Medien wie Blu-Rays ohne Qualitätsverlust an die Vorstufe anbinden kann. Fast jeder aktuelle Blu-Ray (oder HD-DVD) Spieler bietet alternativ zur Bitstream- auch eine LPCM-Ausgabe an. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass zB. ein Dolby True HD Soundtrack nicht 1:1 in der codierten Fassung ausgegeben wird (Bitstream), sondern eine Wandlung auf digitaler Ebene für jeden Kanal vorgenommen wird. Der Player spielt der 8000AP somit für jeden einzelnen Kanal einen digitalen PCM-Datenstrom zu. Die Vorstufe unterstützt dieses Audioformat bis hin zu 8 Kanälen, so dass auch 7.1 Streams kein Problem darstellen. Allerdings unterstützt nicht jeder Blu-Ray Player eine PCM-Konvertierung für 7.1 Material, daher sollte man sich als 7.1 Anwender hierüber beim Playerkauf informieren. 


Die 8000AP bietet ein klassisches On-Screen-Menü. Einen Schönheitspreis wird Audiolab damit zwar nicht gewinnen, dafür findet man sich jedoch schnell zurecht und findet auf Anhieb zu allen relevanten Optionen. Das Bildschirmmenü gibt es ausschließlich über den mit "OSD" beschrifteten FBAS-Videoausgang auf der Geräterückseite. Eine Ausgabe per HDMI ist nicht möglich. Leider wird das Menü nicht parallel auf dem Gerätedisplay angezeigt, daher muss man zur Ersteinrichtung auf jeden Fall eine entsprechende Verbindung zum Bildwiedergabegerät herstellen. Für die normale, alltägliche Konfiguration lässt sich per Fernbedienung (Knopf "Qset") ein leicht abgespecktes Menü aufrufen, welches ausschließlich im Gerätedisplay präsentiert wird und rund 70% der Einstelloptionen beinhaltet. Ein Feature beinhaltet das QSet-Menü sogar exklusiv: die LipSync-Funktion lässt sich nämlich ausschließlich über das Zusatzmenü konfigurieren. Der Einstellbereich reicht von 0 - 500ms und lässt sich in 10ms Schritten sehr fein justieren. Das hier hinterlegte Delay gilt dann fortan global für alle Kanäle.

Die mitglieferte Fernbedienung könnte getrost als Requisite in einem 70er Jahre-Film fungieren: das unhandliche Tastengrab ist eines 1.899 Euro Gerätes absolut nicht angemessen. Der Controller zeichnet sich weder durch eine besondere Ergonomie oder Funktionalität aus. Da stört es auch nicht mehr, dass er weder lern- noch makrofähig ist, denn schließlich will man hiermit sowieso keine anderen Geräte steuern. Wir empfehlen als adäquate Ergänzung die Logitech Harmony One. Den praktischen IR-Controller bekommt man schon zu Straßenpreisen um die 130 Euro. Die 8000AP ist in der Logitech Internetdatenbank hinterlegt und kann somit problemlos (neben bis zu 14 weiteren Geräten) bedient werden. 

Modell / Preis Audiolab 8000AP Surroundvorstufe, Preis 1.899 Euro
Signal-
eingänge
2x HDMI (V1.2)
4x optisch digital, 3x coaxial digital
5x Stereo-Chinch, 1x 5.1 Mehrkanal analog
DSP-Optionen Mehrkanal PCM über HDMI (bis hin zu 7.1 Streams)
Dolby Digital (5.1, EX, PL2x)
DTS (5.1, 24/96, ES Matrix+Discrete)
Stereo (inkl. Downmixing von Mehrkanalquellen)
Dolby ProLogic2x Cinema+Music
DTS Neo:6 Cinemia + Music
LipSync 0 - 500ms global für alle Eingänge
LS-Anpassungen Bass-Management einzeln für Front, Center, Rears
Übergangsfrequenzen 50, 80, 100 und 120hz
LS-Distanz einzeln wählbar, 10cm Schritte, max. 10 Meter
LS-Pegel einzeln wählbar, 0,5db Schritte, +- 10 db
Abmessungen 44,5 x 7,5 x 33,8 cm (B,H,T)
Gewicht 5,7 Kilogramm
Testumgebung:

Den Großteil der Hörreihen absolvierten wir mit unserem Isophon Surroundset, bestehend aus 2x Arabba und 5x FRC, jeweils mit Diamandhochtöner. Dazu kommen noch 2 Stonehenge-Subwoofer und komplettieren dieses 80.000 Euro System im Bassbereich. Was hier an Transparenz und Klangdetaillierung geboten wird, beschert uns beim Testen nicht nur Gänsehaut-Momente, sondern deckt alle akustischen Eigenschaften der Elektronikkette gnadenlos auf. Ganz besonders hinsichtlich Feindynamik (vornehmlich Surroundbetrieb) und Raumabbildung (Stereo) scheinen die schwäbischen Luxusboxen unendliches Potential zu besitzen und bieten praktisch jeder aktuell erwerblichen Surroundelektronik eine schier grenzenlose Spielwiese zum Austoben. Die Subwoofer führen den Charakter von Arabba und FRC konsequent fort und setzen ebenfalls auf audiophile Tugenden. Dick auftragende Effektmacherei beherrscht das Isophon-Ensemble bei Bedarf zwar ebenfalls grandios, doch die grundsätzliche Spielweise ist auf höchste Klangkultur und Genauigkeit ausgelegt. Dieses Set benutzen wir selbstverständlich nicht unter dem Aspekt heraus, die typische LS-Kombination unserer Leser abzubildern, sondern vielmehr zum Evaluieren der maximal erreichbaren Klangperformance der Audiolab 8000AP. 

In unserem zweiten High-End Studio setzen wir ein System des britischen Anbieters Monitor Audio ein. Die Platinum-Serie kann derzeit als eine der preis-/leistungsstärksten Offerten im gehobenen Preissegment betrachtet werden. Die PL300 tönt derert ausgewogen und souverän, dass selbst manch teurere Konkurrenten gehörig ins Schwitzen kommen. Im Gegensatz zur bekannten Gold Signature Serie verfolgen die Platinum Modelle eine etwas weniger offensive Hochtonabstimmung, ohne dabei an Frische und Klarheit einzubüßen. Ganz im Gegenteil: quer über den gesamten Frequenzbereich versorgen die Platinumboxen das Auditorium mit einer hervorragenden Klangfarbenvielfalt und bestechen zudem auch durch eine hervorragende Dynamik. Ein besonderes Lob verdienen sich die Entwickler für den kompromisslosen Centerspeaker PL350C, der über die identische Chassisbestückung wie die Standboxen verfügt und daher ein wichtiger Baustein für die atemberaubende Surroundperformance darstellt. 

Dasselbe Prinzip wie bei dem Isophon Lautsprecher-Setup betreiben wir auch mit den Quellgeräten. Insbesondere die Laufwerks-/Wandlerkombination der Edelmanufaktur Accustic Arts aus TubeDacII und dem DriveII (Test der Kombi erfolgt demnächst) dürfte klanglich kaum noch zu übertreffen sein und füttert die 8000AP bis zum Anschlag mit Klanginformationen. Dies ist insbesondere zur Bewertung der Audiolab-Wandler sowie Digitalfilter von großer Hilfe. Außerdem können wir bei digitaler Einspeisung direkt vom DriveII von eine absolut neutrale, unverfälschte Zuspielung sicherstellen und im Zusammenspiel mit den Arabbas und Audionet Endstufen aus dem Vollen schöpfen. Unter diesen Bedingungen kann die 8000AP wahrlich zeigen, ob sie Stereo auf hohem Niveau beherrscht.

Unsere hauptsächlich benutzte Hardware in der Übersicht:

Lautsprecher-Set 1 Isophon Arabba-D+5xFRC-D+2xStonehenge (ca. 82.000€)
Lautsprecher-Set 2 Monitor Audio 4xPL300+PL350C+GSW12 (ca. 21.000€)
Endstufen 5x Advance Acoustic MAA-705 Monoblock (Stck. 950€)
Audionet AmpVII 7-Kanal Endstufe (ca. 10.000€)
Quellgerät Stereo Accustic Arts TubeDacII+DriveII (ca. 13.000€)
Quellgeräte Surround Denon DVD-2500BT (ca. 1.100€)  für BD-Wiedergabe
Denon DVD-3930 Cinemike L2 (ca. 1.500€) für DVD 
Höreindrücke:

Genug der Theorie - widmen wir uns den praxis- bzw. hörbezogenen Aspekten von Audiolab's neuer Surroundvorstufe. Die 8000AP erinnert von Beginn an sehr stark an ihre Vorgängerin, denn sie besitzt all ihre Qualitäten als hochwertiger Klanglieferant. So wird bei der tonalen Balance kein prägnanter Eigenklang fokussiert, sondern vielmehr eine möglichst naturgetreue Abbildung quer über den Frequenzbereich. Die Vorstufe scheut sich zwar sicherlich nicht, kompromisslose Tiefbassattacken zu fahren, doch im Vergleich zu fast allen AV-Receivern/Boliden, mag sie aufgrund ihrer neutralen Klangabstimmung, für manche Ohren dennoch im ersten Moment etwas schlanker wirken. Von der tonalen Charakteristik einer Rotel RSP-1098, mit ihrer leicht höhenbetonten Auslegung, ist sie jedoch weit entfernt. Durch eine ausgeglichene Tonalität alleine gewinnt man als hochwertige Surroundvorstufe selbtsverständlich noch keinen Blumentopf - ebenfalls von entscheidender Wichtigkeit ist insbesondere die gebotene Klangdetaillierung. Just in diesem Punkt kann die 8000AP ganz besondere Glanzlichter setzen: sie widmet sich Klangfeinheiten mit höchster Genauigkeit und sorgt auf diese Weise für ein außerordentliches Hörerlebnis. Ihr gelingt es dabei, eine immense Detaillierungstiefe zu erreichen, ohne den Spielfluss zu bremsen. Auf diese Weise klingt die 8000AP gleichermaßen schwungvoll wie durchsichtig. Dynamische Akzentuierungen setzt sie ebenfalls mit großer Akkuratesse um. Die Probleme des Vorgängermodells mit dem leichten Rauschen auf Center- und Rearkanälen gehören nun erfreulicherweise auch der Vergangenheit an.


Vergleich im Wohnraumstudio gegen AVP-A1HD

Um die Spielweise der 8000AP noch besser zu verdeutlichen, möchten wir Ihnen nachfolgend zwei Filmbeispiele beschreiben:

Zunächst haben wir zur Blu-Ray Version von Pixar's Meisterwerk "Cars" gegriffen. Dieser Film zeichnet sich vor allem durch seine feinzeichnende Klangabmischung aus und ist deswegen hervorragend geeignet, die entsprechenden Qualitäten der Audiolab 8000AP offenzulegen. Das anfängliche Piston`s Cup Rennen gelangt mit Kraft und Souveränität in den Hörraum, klar umrissene Motor- und Zuschauergeräusche werden mit einer superben flüssigen Effektdarstellung zwischen den verschiedenen Kanälen jongliert. Auf diese Weise kommt das furiose Asphaltgeschehen ungemein authentisch und akustisch-schlüssig zur Geltung. Eine Rotel RSP-1098 klingt in dieser Szene zwar ebenfalls sehr detaillierend, vermittelt jedoch durch die tendenziell eher isoliert spielenden Rearspeaker einen etwas stockbeinigeren Eindruck. Dass die Aduiolab 8000AP nicht nur für Spektakel sorgen kann, sondern zugleich auch in höchstem Maße über audiophile Gene verfügt, beweist sie im vierten Kapitel: während der vierrädrige Hauptprotagonist Lightnig McQueen abtransportiert wird, setzt das bekannte Lied "Life is a Highway" (Rascal Flatts) über die Frontlautsprecher ein. Die Bassanteile werden hierbei überaus präzise und klar pointiert, gleichzeitig ertönt der Song mit hoher Grunddynamik, während zusätzlich auch noch die sparsam platzierten Effekte (Motorgeräusche, Vögel auf Stromleitung) mit guter Prägnanz aus der Tonspur herausgeschält werden und nicht untergehen. Diese Art von Klangtransparenz bieten nur AV-Komponenten von allerhöchster Güteklasse! Ein paar Szenen später (mittlerweile befinden wir uns im fünften Kapitel) beweist die Vorstufe, wie schnell sie zwischen verschiedenen akustischen Stimmungen umschalten kann. Als gepimpte Underground-Cars (in bester Fast&Furious Manier) zunächst mit aggressiv-fetziger Hip Hop Musik auftreten und den roten Truck anschließend mit Kuschelmusik einlullen, gelingt es der 8000AP die jeweiligen musikalischen Facetten derart gekonnt zu modellieren, dass die Wirkung der Szene in vollem Maße beim Zuschauer ankommt. Die vielschichtige Stimmwiedergabe unseres Testprobanden darf sich speziell in Kapitel 9 bei der Gerichtsszene in Szene setzen. Die indivuellen vokalen Akzentuierungen der zahlreichen Protagonisten werden mit höchster Sorgfalt aufgebaut. Hierbei gelingt es der 8000AP gleichermaßen gut, den herben-rauen Sheriff umsestzen, wie die eher schrillen bzw. hoch klingenden Ausführungen der Porschebraut-Sally.

Doch nicht nur in der computeranimierten PS-Welt sorgt die 8000AP für Begeisterung. Auch mit dem dritten Teil der "Pirates of the Caribean" Trilogie haben wir es uns im Heimkino gemütlich gemacht. Insbesondere die Darstellung des Schlusskampfes (Kapitel 21) zwischen der Black Pearl und der Flying Dutchman inmitten des reißenden Strudels, hat es in sich: hier werden nicht nur viele unterschiedliche Klangaspekte abverlangt, sondern mitunter sogar direkt miteinander verknüpft. Nur ein Gerät mit konsequent hohen akustischen Leistungen, vermag hier ein ganzheitlich packendes Filmerlebnis zu genieren. Die saubere, und zugleich druckvolle Darstellung der Kanonen ist dabei nur die halbe Miete - die 8000AP vermag es außerdem noch während des Duells, kleine Details wie knirschende Rüstungen, dumpfe Pistolenschüsse oder klirrende Säbel mit einer akkuraten Modellierung zu versehen. Außerdem spannt sie dabei ein weitläufiges Surroundpanorama um den Hörer auf, indem der tosende Wellengang sowie das unwirtliche Wetter mit packender Intensität und Präsenz berücksichtigt werden. Und also ob diese diffizille Kulisse nicht schon genügend akustische Herausforderungen hervorgebracht hätte, so muss die Audiolab 8000AP schlussendlich auch noch die Score-Elemente in die Wiedergabe miteinbinden. Erfreulicher bringt Sie auch diesbezüglich eine makellose, erstklassige Performance. Während des Schlusskampfes wird fast jedes musikalische Leitmotiv benutzt: vom orgellastigen Davy-Jones-Theme, bis hin zum wohlbekannten Main-Score komplettiert die 8000AP den Gesamtklang durch eine geschliffene , sauber durchstrukturierte Musikwiedergabe gleichermaßen emotional wie tiefgreifend. Aufgrund der hohen Dynamik in allen Klangebenen, wird die Dramaturgie der Ereignisse wirkungsvoll unterstrichen. 

Eine der Testaufbauten im High-End Studio.

Obwohl die 8000AV schon herausragende Eigenschaften im Stereobetrieb vorweisen konnte, so ist es den Entwicklern der 8000AP tatsächlich gelungen, nochmal nachzulegen. Das klangliche Geschehen löst sich besser von den Lautsprechern ab und sorgt für ein weitläufiges, klar abbildendes Stereopanorama. Die Tonalität liegt auf demselben ausbalancierten Niveau, wie wir es schon in Bezug auf die Mehrkanalwiedergabe kennengelernt haben. Verfärbungen sind der Audiolab Vorstufe völlig fremd, sie widmet sich jedem Frequenzbereich mit außerordentlicher Hingabe. Das Spielweise wird generell von einer hohen Brillanz mit enormer Klangtransparenz und einem außerordentlichen Maß an Detaillierung gekennzeichnet. Der 8000AP gelingt dabei sogar das Kunststück keine übermäßig ins analytisch abdtriftende Vorstellung abzuliefern, sondern bietet trotz ihrer hohen Sensibilität eine universell einsetzbare Klangcharakteristik. Die Bassdarstellung wird geprägt von einer exakten und strukturierten Wiedergabe. Anstatt künstliches Volumen in die Wiedergabe einzubringen, konzentriert sich die Vorstufe auf das Herausschälen der letzten, subtilen Bassnuancen unterhalb der 40Hz. Auch die Klangdynamik gibt sich keine Blöße und sorgt für eine wuchtige, energiegeladene Vorstellung. Für eine Surroundvorstufe erreicht die 8000AP zudem eine bemerkenswert exakt agierende Feindynamik. 

Ingesamt positioniert sich die Audiolab Vorstufe nicht nur in Bezug auf ihre cineastischen Eigenschaften hervorragend, sondern eignet sich ebenso auch für musikalische Anwendungen. Anspruchsvolle Hifi-Gourmets, denen die Leistungen diverser AV-Boliden nicht ausreichen, sollten sich die 8000AP zu einer Hörprobe in den eigenen vier Wänden ausleihen. Wir sind uns sicher, dass hier eine echte Alternative zu deutlich hochpreisigeren Surroundvorstufen geboten wird, wo unter Umständen auch der Aufbau einer dedizierten Zweikanalanlage obsolet ist. Diesem Vorhaben stellt sich lediglich ein kleiner Wehrmutstropfen in den Weg, denn durch die Streichung des fantastischen STS Surroundaufpolierers muss man auf die üblichen Dolby bzw. DTS Derivate zurückgreifen. Diese leisten zwar eine grundsolide Arbeit und liegen dank der guten Grundcharakteristik auf einem guten Niveau, stellen aber trotzdem keinen adäquaten Ausgleich dar. Als Ausgleich winkt die HDMI Sektion mit ihrer PCM-Fähigkeit: während wir bei AC3 und DTS Streams nach wie vor akustische Vorteile via SPDIF sehen (bzw. hören), profitierte die 8000AP ganz erheblich von den vielen unkomprimierten PCM-Tonspuren auf aktuellen Blu-Ray Scheiben. Wenn James Bond auf diese Weise zum (akustischen) Leben erweckt wird, läuft die 8000AP zur Hochform auf und ist stellt die wohl preisgünstige Lösung dar, die Klangvorteile der neuen Tonformate in einem solchen Umfang offenzulegen. 

Marktanalyse und Kombinationsempfehlung

Die Audionet MapI ist der Audiolab 8000AP schon rein äußerlich ziemlich ähnlich: beide Geräte wohnen in eleganten, flachen Gehäusen und verkörpern Understatement in Reinkultur. Doch auch in akustischer Hinsicht gehen beide Hersteller einen ähnlichen Weg und bieten eine sehr hohe Klangnatürlichkeit mit maximaler Detaillierung. Mit erstklassigen Schallwandlern vermag die MapI jedoch noch etwas mehr Feindynamik aus den Dolby Digital/DTS Tracks herauszukitzeln, zumal auch die phänomenal fließenden Kanalübergänge nach wie vor seinesgleichen suchen. Wer der MapI noch ein EPS-Modul (Zusatznetzteil ca. 1.800 €) zur Seite stellt, darf sich zudem auch noch über eine absolut unerreichte Basspräzision (ganz besonders auf dem Subwooferkanal) freuen, wo selbst die 8000AP das Nachsehen hat. Die Audionet Vorstufe ist zudem auch das einzige Gerät unserer Testlandschaft (abgesehen von der MapV2), die im Stereobetrieb nochmal signifikant besser klingt, indem sie eine Bühnenabbildung und Musiknatürlichkeit auf dem Niveau einer reinrassigen High-End Stereo-Komponente erzielt. Durch die wirkungsvolle und mächtige Equalizerfunktion und das umfangreichere Bass-Management, bietet die MapI zudem auch eine bessere Anpassung an den Hörraum als die 8000AP. Doch die Tatsache, dass die Audiolab Vorstufe insgesamt betrachtet sehr gut mithalten kann und dabei nur rund die Hälfte kostet, unterstreicht ihre Preiswürdigkeit. Obendrein hat die 8000AP zusätzlich noch den Vorteil ihrer HDMI-Sektion, mit der sie unkomprimierte PCM-Tonsignale digital empfangen kann und hiermit bei entsprechenden Discs sogar die MapI aussticht.


Beim Anblick der Preisauszeichnung der großen Denon-Vorstufe dürfte wohl so manche Geldbörse ins Schwitzen kommen: satte 6.999 € verlangt der japanische Hersteller für seine AVP-A1HD. Dafür gibt es dann Ausstattung satt: 8 HDMI 1.3 Schnittstellen, Audyssey Raumeinmessung, Ethernet-Funktion, Multizonen Unterstützung oder die zahlreichen Videofunktionen, stellen nur einige der markanten Features dar. Aber nicht nur dadurch vermag die Vorstufe zu glänzen, denn auch der technische Aufbau mit mehreren diskreten Stromversorgungen und vollsymmetrischer Signalführung löst bei technikaffinen Anwender Begeisterungsstürme aus. Keine Frage: unterschiedlichere Gerätekonzeptionen als die Audiolab 8000AP und Denon's AVP-A1HD wird man im Vorstufenbereich wohl kaum finden können. Wenn man diesen Aspekt zusammen mit der Tatsache betrachtet, dass über 5.000 Euro Preisdifferenz zwischen beiden Vorstufen liegen, wird man sicherlich Zweifel an der Vergleichbarkeit beider Geräte hegen. Trotzdem haben wir sie in unserem Testraum gegenübergestellt und dabei einige überraschende Erkenntnisse gewonnen: wenn die AVP-A1HD per XLR-Verkabelung an eine hochwertige Endstufe angeschlossen wird, spielt sie ihre konstruktiven Besonderheiten beeindruckend aus und distanziert die 8000AP. Die unnachahmlich dichte Klangdetaillierung sorgt mit der hochkultivierten Spielweise (sehr seidiger, aber dennoch informationsreicher Hochtonbereich) für besonders emotionale Hörmomente. Die geschlossene Raumabbildung gelingt der AVP-A1HD ebenfalls absolut vortrefflich. Wenn man die Vorstufen jedoch direkt über ihre Chinch-Buchsen vergleicht, klingt die 8000AP nicht schlechter! Ganz im Gegenteil: sie bietet sowieso grundsätzlich die neutralere Tonalität, agiert bei unsymmetrischer Verbindung im Bassbereich präziser und modelliert Schallereignisse mit mehr Finesse. Außerdem übertrumpft die puristische Vorstufe ihren großen Kontrahenten dann auch im Stereobetrieb (bessere dynamische Abstufung). Wer also keinen großen Gerätefuhrpark besitzt und ohne die Funktionsvielfalt des Denons auskommt, bekommt mit der 8000AP in solch einer Konstellation (Verbindung über Chinch) eine äußerst klangstarke Alternative zu einem Bruchteil vom Preis.

Auch beim kanadischen Anbieter NAD findet sich eine hochwertige Surroundvorstufe mit HDMI Sektion im Portfolio. Die M15 wird unter dem exklusiven "Masterseries" Label vermarktet und hat einen Wert von 3.000 Euro. Die M15 ist bereits ca. 2 Jahre auf dem Markt und besitzt folglich keine Decoder für die neuen Tonformate. Im Gegensatz zur Audiolab 8000AP beherrscht die NAD Vorstufe auch keine Tonübertragung gemäß HDMI Spezifikation 1.2, so dass ein Entgegennehmen von digitalen PCM Datenströmen hierüber leider nicht möglich ist. Sehr schade, denn klanglich gehört die THX Ultra² zertifizierte Vorstufe zur Oberklasse. Sie besitzt eine leicht bassbetonte Abstimmung und durchleuchtet den Hochtonbereich mit großer Klarheit. Die 8000AP tönt im Direktvergleich etwas natürlicher und spielt untenrum minimal präziser. Große Ähnlichkeiten weisen beide Geräte hinsichtlich Klangdetaillierung und Homogenität der Surroundkullisse auf. Die Stereoperformance liegt auf demselben hohen Niveau, unterliegt jedoch ebenfalls den jeweiligen tonalen Charakteristiken. Vorteile verbucht die M15 durch eine extrem beeindruckende Verarbeitung, sowie die umfangreichere DSP-Sektion, während die 8000AP nicht nur über 1.000 Euro günstiger ist, sondern zudem auch die bessere HDMI-Implementation mitbringt. 

Mit dem Onkyo TX-NR905 möchten wir die Audiolab 8000AP vergleichen, um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie sich der Klang einer 2.000 Euro Vorstufe in Relation zu einem ähnlich teurem AV-Receiver einordnen lässt. Der gewählte Onkyo Receiver ist hierfür prädestiniert, schließlich markiert er die aktuelle klangliche Speerspitze seiner Kategorie. Außerdem ist der NR905 teilweise zu Straßenpreisen weit unterhalb seiner UVP von 1.800 Euro erhältlich und setzt die 8000AP dadurch extrem unter Druck. Um gleiche Bedingungen für die Bewertung der Vorstufensektionen zu erhalten, haben wir auch den Onkyo an unsere Referenz Mehrkanalendstufe (Audionet AmpVII) konnektiert, anstatt die internen Endstufen zu nutzen. Dies wäre schließlich nun wirklich ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen gewesen...   Doch zurück zu unserem Vergleichsaufbau: hier überrascht der Onkyo durch eine sehr erwachsene Performance. Für einen AV-Receiver schlägt er sich äußerst wacker, indem er gleichermaßen druckvoll, aber dennoch auch akribisch zur Sache geht. Trotzdem hört man im Direktvergleich teilweise recht deutliche Unterschiede zur Audiolab 8000AP. Vor allem das bessere Löslösen von den Lautsprechern, als auch die Detaillierung in den hinteren Klangebenen gelingt der Vorstufe hörbar besser. Außerdem generiert die 8000AP einen etwas größeren Dynamikumfang und beweist dabei insbesondere bei feineren Abstufungen mehr Fingerspitzengefühl. Bilanzierend betrachtet, unterstreicht der Onkyo TX-NR905 erneut seine Vormachtstellung als bester AV-Receiver bis 2.000 Euro, muss sich aber der deutlich puristisch ausgestatteten 8000AP in Bezug auf audiophile Klangaspekte beugen. Wer ein THX-Ultra² Boxenset betreiben möchte, findet in im Onkyo einen vortrefflichen Spielpartner, für Besitzer von feingeistigen Boxensets der Oberklasse könnte sich jedoch ein Upgrade auf die Audiolab Vorstufe durchaus lohnen. 

Wie Sie sehen können, gelingt es der Audiolab 8000AP sich eine gute Marktposition zu ergattern. Sicherlich wäre es übertrieben von der 1.899 Euro Vorstufe akustische Leistungen auf dem Niveau doppelt - bis dreimal teureren Komponenten zu verlangen, aber Fakt ist, dass man sie nur mit solchen Geräten wirklich vergleichen kann, denn in ihrer Preisklasse findet sie keinen ebenbürtigen Gegner. Und der Vergleich zum Onkyo TX-NR905 hat deutlich aufgezeigt, dass sie ihren Kaufpreis mühelos auch nach unten hin rechtfertigen kann. Demzufolge stellt sich für potentielle Interessenten die Frage nach einer sinnvollen Endstufenkombination. Wir möchten nachfolgend unsere Referenzmodelle in einer kleinen Tabelle vergleichen, um Ihnen in kurzen prägnanten Sätzen bei der Auswahl behilflich zu sein:

Advance A. MAA-705
Monoblock 950€
analytische, detailversessene Endstufe mit immenser Kraft und beispielhafter Präzision. Raumabbildung und Dynamik spielen deutlich über Preisniveau. Im Hochtonbereich sehr frisch und luftig. Für stromhungrige Standlautsprecher und pegelorientierte Anwender gibt es zu diesem Preis wohl nichts Besseres. Nachteile: stromhungrig dank Class-A und hoher Platzbedarf.
Audiolab 8000M
Monoblock 749€
neutral, audiophil, leistungsstark und elegant im optischen Auftritt. Die 8000M ist nicht nur wegen ihrer familären Bande eine hervorragende Wahl für die Audiolab Vorstufe aus gleichem Haus. Auch als Stereoendstufe 8000P preisgleich erhältich. Nachteile kann man angesichts des Preises nicht attestieren.
Audiolab 8000X7
7ch Endstufe, 2399€
räumliche Spielweise, gute Modellierung im Mittel-/Hochtonbereich. Bassdarstellung liegt in Bezug auf Präzision leicht unterhalb der 8000AP, eher durchschnittliche Pegelfestigkeit.
Audionet AmpV
5ch Endstufe, 3.990€
erstklassige Wahl; passt akustisch ausgezeichnet zur Audiolab 8000AP, sehr brillanter und feinzeichnende Klang. Allerdings nur 5 Kanäle. Pegelfestigkeit liegt auf hohem Niveau könnte aber für stromhungrige Lautsprecher bei sehr hohen Pegeln dennoch etwas zu wenig sein.
Audionet AmpVII, 5/7ch Endstufe, ab 7.990€
klanglich die beste uns bekannte Mehrkanalendstufe; sorgt für ein atemberaubend detailliertes und losgelöstes Klangbild und hat Leistungsreserven auf Monoblock-Niveau. Lieferbar mit 5 oder 7 Kanälen ab 7.990 Euro und damit die hochpreisigste aber kompromissloseste und beste Lösung. 
NAD M15
7ch Endstufe, 2999€

als Solist überzeugt die 7 kanalige Endstufe dank ihrer massiven, von Kraft geprägten Spielweise. Zur Charakteristik der 8000AP passt sie jedoch nicht perfekt, da sie im Mittel-/Hochtonbereich etwas zu offensiv und direkt spielt, was nicht gut zur geschmeidig angenehmen Klangentfaltung der Audiolab Vorstufe passt.
Sherwood A-965
7ch Endstufe 1.899€
Akustische Tugenden bestehen in einer weitesgehend neutralen Tonalität (sehr leichte Bassanhebung), der hervorragenden Grobdynamik sowie hoher Belastbarkeit. Klangtransparenz liegt auf gutem, aber nicht erstklassigem Niveau. Allerdings könnte sie etwas mehr Seidigkeit und Sensibilität vertragen. Für günstige Lautsprecher aber ok.
Cinemike A-965, 7ch Endstufe, 2.999€
der Geheimtipp unter den Endstufen. Mit den Modifizierungen gewinnt die 7-kanalige Endstufe deutlich an audiophilen Klangeigenschaften. Die Audionet AmpV tönt zwar immer noch etwas kultivierter und differenzierter, doch dafür ist die A-965 CM Edition günstiger, besitzt mehr Kanäle und ist pegelfester.

Lautsprecherseitig haben wir uns ebenfalls Gedanken über eine stimmige Kombination mit der 8000AP gemacht. Hierbei sind wir von einer Gesamtzusammenstellung mit den neutralen 8000M Monoblöcken ausgegangen. Mit klanglich ähnlichen Endstufen bzw. noch besseren Modellen, behalten unsere Lautsprecherempfehlungen selbstverständlich ihre Sinnhaftigkeit.

B&W 600er Serie
das B&W Set weist eine leichte warme Einfärbung im Grundtonbereich auf. Für Hörer, die einen etwas vollmundigeren Klang wünschen, eine gute Kombination mit Audiolab aufgrund der immensen Klangdurchzeichnung und der sehr stabilen Raumabbildung. Außerdem top: Homogenität innerhalb der Lautsprecher, sowie der trocken und genau aufspielente Subwoofer. Beides setzt die Audiolab Vorstufe sehr gut in Szene.
Dali Mentor System
die dänischen Lautsprecher bieten eine recht homogene Tonalität, allerdings harmoniert die Art und Weise der Hochtondarstellung nicht besonders gut. Hier fokussiert Dali eine etwas effektorientierte Spielweise, um eine wirkungsvolle Räumlichkeit zu entfalten, was nicht zur prägnanten und klar struktierten Spielweise von Audiolab passt. Außerdem spielen die Dalis im Bassbereich etwas zu schwach und drucklos, hierfür wäre eine etwas dunkler timbrierte Zuspielung recht sinnvoll.
Monitor Audio Gold
die britischen Detaillierungskünstler stellen unserer Meinung nach eine extrem sinnvolle und schlüssige Kombination dar. Hier steht wie bei Audiolab maximale Präzision und Genauigkeit im Vordergrund, sowohl hinsichtlich Klangnuancen, als auch der Räumlichkeit. Außerdem verfügt der GS-LCR über eine hervorragende Homogenität mit der GS-60, was die 8000AP sehr gut rüberbringt. Auch der (geschlossene) DSP Subwoofer GSW-12 ist top und fungiert als Maßstab in Sachen Timing und Genauigkeit in seiner Klasse.
Nubert nuLine 122
durch Klangschalter abstimmbar auf Hörgeschmack, die Nuberts haben ihre Vorteile in einer außerordentlich gewaltigen Grobdynamik, außerdem weisen die beste Pegelfestigkeit fast aller uns bekannten Lautsprecher auf. Homogenität zwischen Center und Fronts ok, aber nicht perfekt.  Hoch-/Mitteltonbereich sehr sauber, die Subwoofer begeistern vornehmlich durch Tiefgang und Druck. Klingt mit Audiolab gleichermaßen detailreich wie angenehm, ebenfalls sehr zu empfehlen für Hörer die einen Klangcharakter mit weniger speziellen Ausprägungen/Besonderheiten, aber dafür enorm hohen Universaleigenschaften präferieren.
Wharfedale Opus²
enorme Klangkultur mit optischer Noblesse. Die Wharfedales bieten Detailfülle mit unaufdringlich subtilem Klangbild. Sehr vielschichtig und feinzeichnend, daher auch für Audiolab eine gute Wahl. Lokalisationsschärfe gut, die Raumabbildung besticht vor allem durch Weitläufigkeit. Center besticht mit überlegenem Stimmvolumen und ist zudem auch sehr gut ins Geschehen integriert. Subwoofer SW-300 eignet sich durch Bassdruck vor allem für Filme. Insgesamt ein hervorragendes Set für den Genießer, der einen hohen Wert auf kultivierte Klänge steht.
Fazit:

Mit der 8000AP spricht Audiolab einen klar definierten Kundenkreis an: im Fokus stehen Heimkino-Enthusiasten, die von einer Mehrkanalanlage ein audiophiles Klangniveau ohne Abstriche erwarten. Die elegante Surroundvorstufe geht sogar noch einen Schritt weiter und kredenzt ihrem stolzen Besitzer auch im Stereobetrieb absolute Feinkost. Die feingliedrige Akustik lässt die 8000AP zum Redaktions-Tip avancieren und positioniert die Vorstufe diesbezüglich weitesgehend konkurrenzlos in ihrer angestammten Preisregion. Selbst Käufer, die bereit sind, ein paar hundert Euro mehr zu investieren, dürften sich schwer tun, eine klanglich adäquate Alternative zu finden. Die Konzeption als puristische Surroundvorstufe mit HDMI1.2 (und damit PCM-Kompatibilität) festigt die Sonderstellung der 8000AP zusätzlich. Aufgrund der technischen Konzeption fällt die Ausstattung sehr übersichtlich aus. Während der Verzicht auf Equalizingfunktionen oder zusätzliche DSP-Funktionen für die meisten Interessenten leicht zu verschmerzen sein dürfte, könnte die (zu) kompakte HDMI-Bestückung bei größeren Anlagen zu Problemen führen. Immerhin sieht die Situation in Bezug auf die grundlegende Basis-Parametrisierung widerum deutlich besser aus, wo die 8000AP (u.a.) dank fortgeschrittenem Bass-Management sowie erweiterter LipSync Funktion, sehr flexibel auf die jeweilige Hörumgebung anpassbar ist. In High-End Kreisen ist dies (leider) keineswegs selbverständlich - manche Hersteller verbauen hier lediglich sehr einfache Surround-Prozessoren und etikettieren diesen Nachteil fälschlicherweise als audiophilen Purismus. Diesen Fehler begeht man bei Audiolab glücklicherweise nicht. Die technische Ausstattung der 8000AP orientiert sich an dem Motto "so wenig wie möglich, so viel wie nötig". Jeder Euro des Kaufpreises kommt somit ausschließlich der Klangqualität zugute. Der Käufer ist dadurch nicht gezwungen, etwaige Ausstattung (zB. Videosektion mit Scaler und De-Interlacer) zu bezahlen, die er eigentlich gar nicht benötigt. Dennoch: isoliert betrachtet, stellt der Investionsbetrag von knapp 2.000 Euro natürlich trotzdem eine stolze Summe dar. Ganz besonders dann, wenn man der 5-Kilogramm-Flunder einen "fetten" AV-Receiver derselben Preisklasse gegenüberstellt. Hierbei muss jeder Interessent für sich selbst zwischen Klangqualität und Ausstattungsvielfalt abwägen. In Kombination mit guten Endstufen kann die 8000AP selbst einem Klangvergleich mit der aktuellen Bolidenklasse zuversichtlich entgegensehen! Aus diesem Grund vergeben wir der Vorstufe sowohl ein positives Preis-/Leistungsverhältnis, als auch ein hochverdientes Referenzprädikat. 

Weniger ist mehr: die Audiolab 8000AP sorgt durch puristische Ausstattung
für außerordentlichen Hörspaß im Mehrkanal- und Stereobetrieb.
Dank HDMI1.2 auch für aktuelle Medien startklar.


Audiolab 8000AP
Surroundvorstufe, Preis 1.899 Euro
Test: 19.September 2008
Preis-/Leistung:

+ überragende, audiophile Stereoperformance
+ erstklassiger, transparenter Klang im Mehrkanalbetrieb
+ puristischer, effizienter Innenaufbau mit kurzen Signalpfaden
+ gute Verarbeitungsqualität
+ einfache Handhabung und Einrichtung

- schlechte Fernbedienung
- reduzierte DSP-Sektion ohne STS Aufpolierer
- keine Equalizingfunktionen
- wenig HDMI Schnittstellen

Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:


AREADVD Baden-Württemberg wird eingerichtet von:




Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:



Text: Lars Mette

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD 1998-2013