Test: ASW Opus 5.1 Surroundsystem - High-End im kompakten Säulenformat ?

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(13.Juli 2009 -
Autor: Lars Mette )
"Gegensätze ziehen sich an" - dieses Sprichwort wird im Volksmund
zwar hauptsächlich in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen
zitiert, stösst aber auch in der modernen Technikwelt auf
nahrhaften Boden. Innerhalb der Unterhaltungselektronikindustrie, sind
fast alle Entwickler mit technischen Herausforderungen konfrontiert,
die darauf abzielen gegensätzliche Aspekte in bestmöglichem
Einklang zu vereinen: diesem Umstand ist es zu verdanken, dass
Mobiltelefone gleichzeitig kompakter und leistungsfähiger werden,
während bei neuen Prozessorgenerationen nach höherer Performance bei verringerter Leistungsaufnahme
getrachtet wird. Die Lautsprecherbranche stellt diesbezüglich keine Ausnahme dar,
denn nach wie vor müssen sich die Entwickler der Aufgabe stellen,
authentische Klänge mit möglichst
unauffälligen/kompakten Gehäusen zu realisieren. Die
Schwierigkeit jener Zielsetzung wird durch die Tatsache geprägt,
dass die Membranfläche und das Gehäusevolumen zwei
wichtige Hauptvariablen darstellen, welche konträr zu den
typischen optischen Wervorstellungen stehen.

Diesem Dilemma möchte
der deutsche Hersteller ASW mit der Lautsprecherserie Opus entgegnen,
welche akustische Wohltaten in Kombination mit optischer Leichtigkeit
sowie handwerklicher Opulenz bieten soll. Damit dieses Unterfangen von
Erfolg gekrönt wird, verfügen die Lautsprecher
über massive Holzgehäuse, in denen außerdem auch
hochwertige Chassis beheimatet sind. Darüberhinaus versprechen die
Münsterländer eine sehr hochwertige Verarbeitungsqualität, sowie eine
reichhaltige Oberflächenauswahl inklusive Individualanfertigungen.
Trotz der ambitionierten Zielvorgabe achtete man bei ASW auch auf eine
Endkunden-attraktive Kalkulation: für ein Paar der
größten Standlautsprecher werden 970 Euro berechnet, die
Kompaktlautsprecher wechseln sogar schon für 560 Euro (Paar) den
Besitzer. Der Wunsch nach veredelten Oberflächenausführung
kann für recht geringe Aufpreise realisiert werden, so dass man
schon für Beträge unterhalb 2.500 Euro in den Besitz eines
kompletten 5.1 Surroundsystems mit Klavierlackoptik gelangen kann. Unser Testensemble schmückt
sich im trendigen
Hochglanz-weiß und verfügt über eine wohnraumoptimierte
Zusammenstellung mit folgenden Protagonisten:

Dieser schlanke Säulenlautsprecher hört auf den Namen Opus
L/06, besitzt einen Einzelpreis ab 485 Euro (HG-weiß +90€) und dient in
unserem System als Lautsprecher für die äußeren
Frontkanäle. Laut Datenblatt soll der Frequenzgang linear bis
unter 60 Hertz hinabreichen, was die L/06 auch zum Musikhören ohne
Subwoofer prädestinieren sollte. Die 3 Membranen werden als
2-Wege-System betrieben und bedienen sich eines Bassreflexrohres. Die
Impulsbaslastbarkeit gibt ASW mit 150 Watt an, was auch für stark
gehobene Pegel ausreichen dürfte.
Das Reich der Mitte gehört dem Opus C/06 (ab 380€). Dieser
Universallautsprecher ist jedoch auch für
andere Aufgaben bestens geeignet, weshalb er sich (mit Hilfe einer
mitgelieferten ASW-Halterung) auch direkt an die Wand montieren lässt und als
Surroundspeaker fungieren könnte. Chassisbestückung und
Belastbarkeit sind identisch zur Opus L/06, Unterschiede finden
sich lediglich in der mittigen Positionierung des Hochtöners.
Die flache Bauform ist nicht nur auf optische Harmonie zu modernen
Flachbildschirmen ausgerichtet, sondern beinhaltet auch eine
akustische Optimierung für den wand-/bildschirmnahen Einsatz.
Der kleinste Spross der Familie trägt ein Typenschild mit der
Bezeichnung "Opus M/06" mit sich herum (ab 280€/Stück). Die äußerst
kompakten Regallautsprecher bestechen durch hohe Variabilität,
zumal der Hersteller auch bei diesem Modell auf vollwertige
Klangeigenschaften geachtet haben will. Wir sind gespannt, wie sich die
angegebenen 60-30.000 Hertz in der Praxis niederschlagen . Die
Chassisbestückung weist denselben 100m Tiefmitteltöner wie
ihre beiden Geschwister auf und auch der 25mm
Seidenkalottenhochtöner sollte für seine Eignung als
Surroundlautsprecher nicht hinderlich sein.
Der Subwoofer vom Typ Opus SW200/06 (ab 600€) will dafür sorgen,
dass T-Rex und Godzilla beim abendlichen Filmgenuss die richtige
Schuhgröße haben. Ein speziell angefertigter 200mm Langhub
Tieftöner wird von einer 200 Watt angetrieben, um kräftige
Bassimpulse zu bieten. Laut ASW wird ein untere Eckfrequenz von 30 Hertz erreicht,
wobei das Bassreflexrohr sehr tief abgestimmt ist, um bestmögliche
Präzision zu gewährleisten. Für visuelle Bestnoten sorgt
die flache Bauform sowie eine verdeckte Kabelführung.
Zusammen mit den beiden Stands kommt unser 5.1 Set auf einen
Komplettpreis von exakt 3.000 Euro (bzw. 2.520 Euro in der günstigsten
Oberflächenausführung ohne Zubehör). Wir sind sehr
gespannt, wie sich die ASW-Lautsprecher im Markt behaupten können,
denn in diesem Preissegment trifft es auf einige klangstarke Gegner.
Werden die Opus lediglich als "Schönlinge" in die AREADVD
Testhistorie eingehen - oder gibt es am Schluß sogar Grund zur
Freude über eine gut gelungene Symbiose aus Klang und Optik ?
Dieser Frage möchten wir mit dem folgenden Testbericht auf den
Grund gehen.
Gehäuseverarbeitung /Design:
Klare Formen, harmonische
Linienführung und kompakte Abmessungen verleihen der
Opus-Serie eine zeitgemäße Optik mit hoher
Wohnraumfreundlichkeit. Diese Lautsprecher sind nicht darauf ausgelegt,
die optische Wirkung im Wohnbereich zu dominieren, sondern erlauben
eine dezente Integration. Aufgrund ihrer trapezförmigen Bauart und
liebevollen Detailverarbeitung vermitteln die
Schallwandler bei näherer Betrachtung eine hohe Wertigkeit.
Unsere Testlautsprecher kleiden sich in
einer edlen hochglanz-weiß Lackierung, welche von ASW mit hoher
Akkuratesse umgesetzt wurde. Die Oberflächenstruktur ist sehr
gleichmäßig ausgeführt und weist keinerlei
Unregelmäßigkeiten (Flecken, Orangenhautbildung, Kratzer
etc.) auf. Hier kann man ohne Übetreibung von einer
makellosen Qualität sprechen, da die hochwertige Farbe auch noch
nach Jahren einen ungetrübten Glanz aufweisen sollte.
Hier sehen Sie die C/06 bei Blitzlicht,
wo sich das strahlend helle Finish besonders schön erkennen
lässt. Wem diese Colorierung nicht zusagt, wird bei ASW in einer
Art und Weise geholfen, wie bei kaum einem anderen Hersteller. Durch
die komplette In-House-Herstellung vom Rohgehäuse bis hin zur
Lackierung, lassen sich (fast) alle Wünsche realisieren.
Standardmäßig beinhaltet die ASW-Palette bereits über
20 verschiedene Furnier- und Lackversionen. wobei auch
Sonderwünsche ohne großen Aufwand realisiert werden
können. Die Farbe der Stoffrahmen ist in diesem Zusammenhang
natürlich ebenfalls frei auswählbar.
Die Standlautsprecher kommen mit einem
seperaten Standfuss, welcher über 3 Schrauben angedockt wird. 4
aufklebbare Gumminoppen sorgen für die Kontaktaufnahme zum
Boden. An dieser Stelle vermissen wir Spikes, schließlich
wäre dies sowohl akustisch als auch hinsichlich der
Standfestigkeit bei hochflorigen Teppichböden von Vorteil.
Gegenüber vielfach teureren Lautsprechern merkt man den
Preisunterschied an der fehlenden Oberflächenveredelung (lediglich
grundiert/kein Hochglanz) bei den Unterseiten von Lautsprecher und
Standfuss. Praxisrelevant oder gar kritikwürdig ist dieser Punkt
jedoch nicht.
Auch das Lautsprecherterminal darf sich
einer tadellosen Einpassung in der Gehäuse erfreuen. Die beiden
vergoldeten Anschlussbuchsen nehmen sowohl größere
Kabelquerschnitte. als auch Bananenstecker problemlos auf.
Klangschalter und Bi-Wiring Brücken findet man hier jedoch nicht,
da sich ASW auf die essentiellen Funktionen beschränkt.
Sämtliche Chassis weisen eine sehr
genaue Einpassung auf. Auch die Gehäusekanten sind mit
höchster Sorgfalt ausgeführt, so dass sich auch
verwöhnte Augen sehr geschmeichelt fühlen. Insgesamt
hinterlassen die ASW Lautsprecher wegen ihrer Fertigungsgüte nicht
den Eindruck von lieblos gefertigter China-Massenware, sondern besitzen
die Ausstrahlung edler Manufakturprodukte.
technischer Aufbau:
Trotz einer kompletten Schreinerei inklusive Lackierstube, achtet
man im ASW nicht nur auf hochwertige Gehäuse, sondern unternimmt
auch in Bezug auf die technischen/klanglichen Aspekte große
Anstrengungen. Bei den Chassis oder Frequenzweichenbauteilen bedienen
sich die Münsterländer bei den besten Zulieferern der
gesamten Branche und lassen sich viele Komponenten individuell
anfertigen. Auf diese Weise profitiert man vom Know-How der jeweiligen
Firmen und kann auf eine breite Vielfalt an technischen Ingredienzen
zurückgreifen, ohne dafür selbst einen hohen
Entwicklungsaufwand eingehen zu müssen. Stattdessen konzentriert
sich Chefentwickler Willi Nienhaus auf eine
perfektionierte Feinabstimmung sämtlicher Bauteile zu einem
stimmigen Gesamtergebnis.
Bevor wir auf die Besonderheiten der
einzelnen Modelle eingehen,
möchten wir Ihnen die grundlegenden Charakteristiken der Opus
Serie aufzeigen. Diesbezüglich widmen wir uns zunächst den
verwendeten Gehäusen, wo ASW auf massive Holzelemente mit
computerberechneten Versteifungen zurückgreift. Der
Lautsprecher weist dadurch eine deutlich niedrigere Resonanz- und
Vibrationsanfälligkeit auf, als es bei den weit verbreiteten
Mitbewerberprodukten mit Aluminium- oder Kunststoffgehäusen der
Fall ist. Die Verfärbungsfreiheit beim Musikhören liegt
ungleich höher, was der Natürlichkeit, Impulstreue sowie
Belastbarkeit zugute kommt. Außerdem achtete man im Hause ASW auf
eine komplett magnetische Abschirmung der Opus-Lautsprecher, so dass
eine Aufstellung in der Nähe von Röhrenbildschirmen genauso
möglich ist, wie in direkter Nähe von Festplatten/Notebooks
etc.
Ein weiterer wichtiger Aspekt stellt die
Implementation einer schlanken und effektiven Frequenzweiche dar.
Anstelle eines Filternetzwerks mit über 2 dutzend Bausteinen
kommen die Lautsprecher mit einer einstelligen Anzahl von Spulen und
Widerständen aus. Die Folge: das Musiksignal durchläuft
weniger Bauteile und wird "lediglich" mit einer Flankensteilheit von 6
Dezibel (bzw. 12 bei den Tiefmitteltönern der L/06) zu den
einzelnen Chassis geleitet. Deswegen vergrößert sich der
parallel wiedergegebene Übertragungsbereich zwischen zwei Chassis,
was zu Resonanzen und Bündelungseffekten führen kann. Diesem
Effekt entgegnen die Entwickler mit speziell aufeinander abgestimmten
Chassis, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen. Durch die Reduktion der
Frequenzweichenbauteile war es möglich, bei gleichem Endpreis
hochwertigere Komponenten einzusetzen, außerdem profitieren die
Lautsprecher in Bezug auf den Wirkungsgrad, was speziell bei
Surroundsystemen in Kombination mit günstigen AV-Receivern oftmals
ein entscheidender Vorteil in der Praxis darstellt.
Das akustische Ziel der Entwickler lag in der Realisierung eines
schnell durchzeichnenden Hochtonbereiches mit einem luftigem Klangbild
ohne unnatürliche Härten und Schärfen.
Herausgekommen ist das oben abgebildete Modell, den man als
Sonderanfertigung von einem nahmhaften Hersteller bezieht. Für die
Schallerzeugung ist eine Seidenkalotte mit 25mm und einer maximalen Frequenz von 30.000 Hertz zuständig. Damit
sich die hohen Töne ideal vom Chassis lösen, verfügt die
Frontplatte über eine ausgeklügelte Formgebung mit einer
zentrischen Wölbung nach innen. Auf diese Weise steht die
Membran etwas ab und besitzt hervorragende Arbeitsbedingungen
hinsichtlich des Abstrahlverhalten. Desweiteren punktet der
ASW-Hochtöner durch sein geschlossenes Gehäuse, wo der
rückwärtig ausgetretene Schall mit Hilfe von speziellen
Dämmstoffen eliminiert wird.
Im Tiefmitteltonbereich setzt ASW auf
komplett neuentwickelte 100mm
Langhubchassis. Während die meisten vergleichbaren Produkte auf
beschichtete Papiermembranen (zB. mit Aluminium) zurückgreifen,
spendiert ASW seinen Zöglingen ein modernes Kohlefasergewebe,
welches sich durch eine überlegene Steifigkeit und niedriges
Gewicht auszeichnet. Signalimpulse können präziser
umgesetzt werden, zumal auch die Durchzeichnungsgeschwindigkeit und
Feindynamik von jenen Membraneigenschaften profitieren. Damit auch der
Antrieb über Zweifel erhaben ist, verfügen die
Tiefmitteltonchassis über leistungsstarke Magneten, sowie einen
strömungsoptimierten Korb. Beide Aspekte kann man sehr schön
am ersten Bild dieser Rubrik erkennen (offenes Gehäuse mit
ausgebautem Tiefmitteltöner auf der rechten
Seite).Im Zentrum sorgt der schwarze Phase-Plug für eine
Optimierung der
Richtcharakteristik im mittleren Frequenzbereich. Neben den
mechanischen Aspekten zeichnet sich dieses Bauteil auch noch durch
einen breiten, linearen Übertragungsbereich aus. Im unteren
Bereich liegt die Resonanzfrequenz unterhalb von 60 Hertz und auch
für die Wiedergabe bis über 2.000 Hertz eignet sich das
100mm Chassis hervorragend. Dieser Umstand ermöglichte es den
Entwicklern, bei allen Opus-Modellen (Ausnahme Subwoofer) mit jenem
Chassis zu arbeiten, trotz der teilweise recht unterschiedlichen
Anforderungen/Ansteuerungen.
Besonderheiten Opus L/06
Als größter Lautsprecher in
der Opus-Familie fungiert die L/06 auch gleichzeitig als
Aushängeschild bzw. Flaggschiff. Dieser Lautsprecher verfügt
über 2 Tiefmitteltöner sowie einem Hochtöner, die im
Zwei-Wege Verfahren angesteuert werden. Der Hochtöner sitzt dabei
überhalb der beiden anderen Chassis und tritt ab 2.000 Hertz in
Erscheinung. Laut ASW liegt der Frequenzgang (+- 3db) bei 50-30.000
Hertz, was für solch einen schlanken Lautsprecher eine respektable
Leistung darstellen würde. Aufgrund der verwendeten Langhubchassis
und der Bassreflextechnologie darf man sich durchaus realistische
Hoffnungen auf eine vollwertige Basswiedergabe machen. Technikaffinen
Lesern möchten wir an diese Stelle noch darüber informieren,
dass ASW auf der diesjährigen High-End eine Opus L/06 mit
integriertem Verstärker sowie DSP-Modul vorgestellt hat. Die Opus
L/06 aktiv besitzt eine Universalschnittstelle mit multiplen
Anschlussmöglichkeiten und kann über die zugehörige
Software umfangreich konfiguriert werden. Der Lautsprecher ist ab Mitte
des Jahres erhältlich, der Stückpreis wird bei ca. 900 Euro
liegen.
| Modell / Preis |
ASW Opus L/06 / Stückpreis ab 485 Euro |
| Chassisbestückung |
2x 100mm Tiefmitteltöner
1x 25mm Seiden-Kalottenhochtöner |
| Belastbarkeit |
100/150 Watt |
| Frequenzumfang |
50 - 30000 Hz (+-3db) |
| Abmessungen |
109x16x15cm (H,B,T) |
| Gewicht |
11 Kilogramm |
Besonderheiten Opus C/06
Die Opus C/06 stellt gewissermaßen das "Mädchen für
alles" dar: er ist nicht nur als Centerspeaker gedacht, sondern auch
für einen Einsatz als Front- oder Rearspeaker konzipiert. Die
Chassisbestückung entspricht exakt der L/06, wobei hier eine
D'Apolitto Anordnung (mittig platzierter Hochtöner) vorzufinden
ist, was Auswirkungen auf die Schallbündelung hat. Die
Klangcharakteristik orientiert sich an der großen Schwester, um
eine nahtlose Surroundwiedergabe zu ermöglichen. Auch bei diesem
Modell fällt die überraschend niedrige untere Grenzfrequenz
auf, mit der in den Datenblättern geworben wird: 55 Hertz bei -3db
stellen angesichts des Voluminas eine selbstbewusste Aussage dar -
trotz der Bassreflexunterstützung. Die Opus C/06 ist perfekt
an ihren Lebensraum angepasst: die schlanke Bauform fügt sich
harmonisch unter Flachbildschirmen ein, aber auch direkt an der Wand
lässt sich dieser Lautsprecher hervorragend betreiben. Der Grund
hierfür liegt in zwei Aspekten: zunächst einmal weist die
C/06 eine spezielle Klangabstimmung für einen Einsatz in der
Nähe von Flachbildschirmen bzw. Wandflächen auf, was sich zB.
an den frontgerichteten Bassreflexöffnungen zeigt. Zum Anderen
kann der Lautsprecher auch noch mit einer kostenlos beigelegten
Wandhalterung punkten, mit der man die C/06 gleichermaßen
unkomplizierte wie ästhetisch (verdeckte Installation) in Position
bringen kann. Auf eine bestimmte Aufstellung braucht man dabei
übrigens nicht zu achten, weil die C/06 sowohl für den
vertikalen als auch horizontalen Einsatz konzipiert ist. Und wer den
Lautsprecher freistehend betreiben möchte, bekommt von ASW
kostengünstig sogar noch zwei kleine Tablestands mitgeliefert.
| Modell / Preis |
ASW Opus C/06 / Stückpreis ab 380 Euro |
| Chassisbestückung |
2x 100mm Tiefmitteltöner
1x 25mm Seiden-Kalottenhochtöner |
| Belastbarkeit |
100/150 Watt |
| Frequenzumfang |
55 - 30000 Hz (+- 3db) |
| Abmessungen |
11,5x14x55cm (H,B,T) |
| Gewicht |
6,5 Kilogramm |
Besonderheiten Opus M/06

Klein aber oho - so könnte das
Motto der M/06 lauten, denn dieser Kompaktlautsprecher hat nicht vor,
kleine Brötchen zu backen: er verfügt über diesselbe
Chassistechnologie wie seine beiden größeren Geschwister,
wobei er lediglich mit einem einzigen Tiefmitteltöner vorlieb
nehmen muss. Ansonsten ist aber auch die M/06 auf diesselben
Klangmaxime gezüchtet: präzise Klangwiedergabe bei
großem Frequenzumfang und überdurchschnittlicher
Belastbarkeit. Erstaunlich ist die Tatsache, dass ASW im Handbuch sogar
bei diesem Modell empfiehlt, eine Bass-Management Konfiguration als
"Large Speaker" vorzunehmen. Passender Wandhalterung kann man für
20 Euro/Stück direkt von ASW erwerben, die an M6
Schraubgewinden auf der Unterseite montiert werden. Alternativ stehen
auch recht günstige (80€/Paar) Lautsprecherständer
zur Verfügung. Mit einer Höhe von 81cm
erreichen die M/06 damit insgesamt exakt die Höhe der
Standlautsprecher,
was für ein stimmiges Surroundpanorame von großem Vorteil
ist.
| Modell / Preis |
ASW Opus M/06 / Stückpreis ab 280 Euro |
| Chassisbestückung |
1x 100mm Tiefmitteltöner
1x 25mm Seiden-Kalottenhochtöner |
| Belastbarkeit |
70/100 Watt |
| Frequenzumfang |
60 - 30000 Hz (+- 3db) |
| Abmessungen |
27x14x16cm (H,B,T) |
| Gewicht |
3,8 Kilogramm |
Besonderheiten Opus SW200/06

Der Wolf im (weißen) Schafspelz:
wer den SW200/06 aufgrund seiner zierlichen Erscheinung vorschnell als
"Spielzeug" abstempelt, irrt sich gewaltig. Winzige Subwoofer mit dem
Leistungsniveau von PC-Systemen, oder gewaltige Tieftonspender in der
Größe eines mittelgroßen Couchtisches, kann jeder
bauen - die ASW-Ingenieure haben sich jedoch zum Ziel gesetzt, beide
Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Der SW200/06 soll
Wohnraumintegration und Bass-Qualität in einer unvergleichlichen
Qualität vereinen. Zu diesem Zweck verfügt der Subwoofer
über ein sehr schlankes Gehäuse, welches man direkt an die
Wand stellen kann, um die entsprechende Bassverstärkung gut nutzen
zu können. Die eigentliche Schallerzeugung liegt in den
Händen des oben abgebildeten 200mm Langhub Treibers.
Direkt unter dem Chassis befindet sich die Elektronikeinheit, die
zwar somit auch auf der Frontseite platziert ist, aber durch den
Stoffrahmen komplett verdeckt wird. Hinsichtlich der gebotenen
Einstelloptionen beschränkt sich ASW lediglich auf die
Grundfunktionen. Außer einer Volume- und Frequenzregelung (oben
rechts) sind keine weiteren direkt klangrelevanten Einstellungen
möglich. Die Phase lässt sich leider nicht stufenlos
verstellen. Die "On" Schaltung des Subwoofer besitzt
eine automatische Einschaltfunktion mit sehr sensibler
Aktivierung. Das Abschalten ist bewusst mit einer längeren
Verzögerung versehen, so dass man bei ruhigen Filmen kein
mehrmaliges Reaktivieren abwarten muss. Eine Fernbedienung liegt dem
SW200/06 leider nicht bei.

Bleiben wir gleich beim Thema Kabel. Am
oberen Rand des Bildes können Sie das Netzkabel erkennen, wie es
hinter einen kleinen Blende verlegt ist und unterhalb des Subwoofers
herauskommt. Auf diese Weise wird auch das Signalkabel quasi
"unsichtbar" zugeführt, so dass in der Frontansicht keinerlei
störende Strippen den Blick auf den Tieftonspender trüben.
Die Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt über 4 mitgelieferte
Mini-Spikes inkl. Fixierungsmuttern und Unterlegscheiben. Die 90 Grad
Cinch Adapter sorgen für eine platzsparende Konnektierung von
Cinchkabeln.
| Modell / Preis |
ASW Opus SW 200/06 / Stückpreis ab 600 Euro |
| Chassisbestückung |
1x 200mm Langhub-Tieftöner
|
| Leistung |
150/200Watt |
| Frequenzumfang |
30 - 150 Hz (+- 3db) |
| Abmessungen |
56x39x18,5cm (H,B,T) |
| Gewicht |
19 Kilogramm |
Testumgebung und Kombinationsempfehlungen:
Als Referenzelektronik dienen
hauptsächlich Komponenten von Audionet und Cinemike (Denon
Grundgeräte), die sich in unseren zahlreichen Tests als absolute
Speerspitze im Bereich der akustischen Neutralität und
Leistungsfähigkeit herauskristallisiert haben. Auf diese Weise
können wir die klanglichen Eigenschaften der Opus-Lautsprecher
komplett ausschöpfen, ohne dass limitierende AV-Geräte als
Flaschenhals fungieren. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, die
Performancesteigerung der Testprobanden durch
hochwertige Vorstufen und Quellgeräte, während die
Ansprüche an die Endstufen eher gering sind und deswegen nicht von
extrem kraftvollen Verstärkern profitiert wird.

Erfreulicherweise machen die Opus
Lautsprecher aber auch mit günstigen AV-Receivern sehr viel
Spaß. Um den größtmöglichen Benefit aus den
Schallwandlern zu ziehen, empfehlen wir eine Elektronik mit einem hohem
Maß an Differenzierungs- sowie Detaillierungsvermögen, wie
zB. dem oben abgebildeten Yamaha RX-V1900. Komponenten, die sich durch
einen anschiebenden Basscharakter (zB. Pioneer SC-LX81 oder NAD T
737) auszeichnen, verfolgen hingegen eher eine andere Philosophie
und sollten zumindest vorher mit den Opus-Lautsprechern
probegehört werden. In vielen Wohnräumen mit reduzierter
Einrichtung könnte sich ein leicht samtiger Touch im
Hochtonbereich als vorteilhaft erweisen, um dem Eindruck einer
überprägnanten Hochtonwiedergabe entgegenzuwirken. In diesem
Zusammenhang haben wir speziell den Marantz SR-6003 zu schätzen
gelernt. Der Denon AVR-3808A wäre ebenfalls eine hervorragende
Wahl, bei der zugleich auch noch etwas mehr Dynamik und Brillanz
geboten wird. Onkyo's TX-NR 906 definiert sich im direkten Vergleich
zum Denon Receiver vor allem durch seine überlegenen
(kraftvolleren) Endstufen, die er aber beim Opus-System nicht komplett
ausspielen kann und wegen seiner minimal weniger transparenten
Mitteltonwiedergabe nicht ganz so schön harmoniert, wie der
Denon.
Beim Blu-Ray Player hat sich
eindrucksvoll gezeigt, wie sehr die ASW-Lautsprecher von den
HD-Tonformaten profitieren können, wenn ein hochwertiges
Gerät im Rack schlummert. Die Playstation3 punktet zwar mit ihrem
phänomenalen Preis-/Leistungsverhältnis, bietet aber bei
Weitem nicht die Konturierungsgenauigkeit, Feindynamik und kultivierte
Brillanz, mit dem speziell der Denon DVD-3800BD gesegnet ist. Im
unteren Preisbereich konnte sich besonders der neue Pioneer BDP-320 in
Szene setzen, der mit seiner klaren Sprachwiedergabe sowie
Feinnervigkeit hervorragend zum Opus-Set passt und für wenig
Geld ein paar audiophile Spurenelemente erkennen lässt.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:
Klang:
Selten hat uns ein Lautsprecherset derart positiv überrascht,
wie das ASW Opus System. Sämtliche Akteure wachsen akustisch
deutlich über ihre physikalische Größe hinaus und
vermitteln einen sehr souveränen Eindruck. Das Klangbild ist nicht
von den typischen Eigenschaften (optisch) vergleichbarer
Aluminiumsäulen geprägt, da zischelnde Höhen und topfige
Sprachwiedergabe nicht einmal im Ansatz vorhanden sind. Stattdessen
begeistern die Opus-Lautsprecher durch eine gut ausbalancierte
Tonalität, sowie ein immenses Maß an filigraner
Durchzeichnung. Deswegen eignen sich die Lautsprecher für die
modernen HD-Abmischung derart gut, dass sie nicht nur aus der
Produktkategorie der schlanken Sub-/Sat Säulensysteme
herausragen, sondern auch gegenüber vielen großvolumigeren
Kontrahenten keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Wie sich die
einzelnen Opus-Lautsprecher geschlagen haben, können Sie der
nachfolgenden Rubriken entnehmen.
Opus L/06
Das größte Modell von ASW's Opus Familie lässt sich
nicht die Butter vom Brot nehmen: die L/06 musiziert derart gekonnt und
unaufgeregt, dass sie als Basislautsprecher für ein 5.1 System
hervorragend geeignet ist. Zu verdanken hat sie diese Eignung
zunächst einmal ihrer neutralen Abstimmung, die sich über ein
großes Frequenzspektrum erstreckt. Speziell im hochfrequenten
Bereich agiert der Lautsprecher mit einer enormen Klarheit und
Ausdruckskraft, wobei die Eingliederung in die Gesamtwiedergabe recht
harmonisch erfolgt und sich lediglich eine minimale
Hochtonprägnanz einstellt. Aufgrund der insgesamt luftigen
und transparenten Spielweise nimmt man die L/06 immer als angenehme
Zeitgenossen wahr, die sich deutlich von dem aggressiven/stechenden
Lärm unterscheidet, der bei konkurrierenden Systemen teilweise in
die Welt entlassen wird. Die Darstellung der mittleren Frequenzen legen
die L/06 ebenfalls ein außergewöhnliches Niveau hinsichtlich
des Differenzierungsvermögen an den Tag: mit immenser
Durchzeichnungstiefe und Sauberkeit durchpflügt der ASW
Klangspender das akustischen Geschehen im gehörsensitiven
Mitteltonbereich. Von erstaunlicher Güte ist die hierbei gezeigte
Authenzität, denn die L/06 neigt weder zu einer warmen
Einfärbung, noch lässt sich eine Tendenz zum Ausdünnen
erkennen. Dieser Lautsprecher legt definitiv großen Wert auf eine
ehrliche, realistische Wiedergabe in Bezug auf Tonalität und
Detaillierung. Als besonders erwähnenswert erweist sich zudem noch
das exzellente Ein-/Ausschwingverhalten, welches der Box z.B. eine
exzellente Präzision bei angeschlagenen Gitarrensaiten beschert.
In solch einer Qualität haben wir das Intro von der Eagle's "Hell
freezes over" Live-DVD bei solch kompakten Lautsprecher nicht
hören dürfen. Hier scheint sich die Kombination als High-Tech
Membranen und der soliden Holzgehäuse ganz besonders
auszuzeichnen. Im Frequenzkeller ist die schlanke Bauweise der L/06
hingegen durchaus anzuhören, wobei sie sich hier immer noch von
ihren direkten Mitbewerbern diversifiziert: anstelle eines aufgedickten
Oberbassbereiches besinnt sich die ASW-Box auf eine gut konturierte und
saubere Basswiedergabe, die sogar mit einem brauchbaren Tiefgang
aufwarten kann. Allerdings sollte man sich hiervon nicht zuviel
erwarten, denn die Grenzen der Physik kann auch ASW nicht sprengen, so
dass Freunde von schwelgerischem Bassdruck und Klangfülle einen
Subwoofer einplanen sollten. Dennoch kann man mit der L/06 auch ohne
seperaten Tieftonspender durchaus glücklich werden, ohne das
Gefühl zu haben etwas zu verpassen - man sollte sich dann eben
nicht gerade mit tiefbasslastiger Musik bei hohen Pegeln
vergnügen. Erfreulicherweise können wir in diesem
Zusammenhang von einer sehr hohen Belastbarkeit berichten. Die L/06 ist
selbst bei hohen Pegeln und niedrigen Frequenzen kaum zum Anschlagen zu
bringen - stattdessen lässt schlichtweg der Druck sowie Basspegel
nach, was bei plötzlichen Dynamikspitzen oder Filmeffekten
natürlich die deutlich bessere Variante darstellt. Für den
Blu-Ray Genuss haben wir eine Konfiguration als "Small" Speaker mit
einer Trennfrequenz von 80 Hertz als beste Wahl empfunden: die L/06
spielt somit immer noch tiefer als viele ihrer Artgenossen,
überlässt aber die extrem tiefen Frequenz dem
(hervorragenden) Subwoofer und hält sich demzufolge auch nicht mit
der Umsetzung von auslenkungsintensiven Effekten auf. Die ohnehin schon
guten Dynamikeigenschaften kommen dann besonders im Mittel-/Hochtonbereich
zur Geltung, was für eine emotional ansprechende Filmtonwiedergabe
von immanenter Wichtigkeit ist. Der extrem positive Eindruck von ASW's
Opus L/06 wird durch eine hervorragende Tiefenstaffelung gekonnt
abgerundet. Dieser Lautsprecher ist in der Lage, das klangliche
Geschehen sehr weiträumig von der Schallwand zu lösen und
dabei immer noch eine recht hohe Lokalisationsschärfe zu bieten.
Beide Eigenschaften in derartiger Qualität miteinander zu
vereinen, stellt besonders bei schlanken Standlautsprechern ein
mittelgroßes Novum dar, weil viele andere Säulenschallwander
den Klang erst gar nicht lösen können oder sehr diffus
aufspielen. Fazit: die Opus L/06 besitzt eine hervorragende Abstimmung,
die sie sowohl als Bestandteil eines 5.1 Systems als auch für die
Stereo-Wiedergabe prädestiniert.
Opus C/06
Wer denkt, dass sich die Opus C/06 lediglich mit einer guten
Sprachverständlichkeit rühmen kann, unterschätzt diesen
Universallautsprecher gewaltig: der kompakte Schallwandler agiert
ausgesprochen erwachsen und unterscheidet sich in tonaler Hinsicht vom
L/06 nur durch eine minimale Emphase im unteren Mitteltonbereich. Den
Entwicklern ist es auch bei diesem Modell hervorragend gelungen, ein
Klangbild mit hohem Feinschliff sowie Detaillierungsgrad zu generieren,
ohne dabei einen sterilen oder synthetischen Eindruck zu vermitteln.
Ein weit verbreitetes Phänomen bei Säulenlautsprechern stellt
die Neigung zum Überschärfen von Sibilanten ("S"-Laute) dar,
womit die C/06 glücklicherweise keine Probleme besitzt. Sie
fächert den Präsenz- und Brillanzbereich zwar sehr
schön auf, behält sich aber immer noch ein angenehmes
Maß an Seidigkeit bei. Im Bassbereich orientiert sich der
ASW-Speaker ebenfalls an die Tugenden einer gewissenhaften/ehrlichen
Spielweise und driftet nicht in Effekthascherei ab. Bei druckvollen
Effekten (z.B. Pistolenschuss zu Beginn von "Kill Bill Vol.1)
begeistert der Lautsprecher daher vornehmlich durch eine schnelle und
somit glaubhafte Umsetzung, während manch vergleichbarer anderer
Schallwandler etwas druckvoller dafür aber unsauberer agiert.
Großes Faszinationspotential schlummert ebenfalls im
Mitteltonbereich, wo die C/06 dank der sehr sauberen/klar
strukturierten Vorgehensweise mit einer enormen Klangtransparenz
aufwarten kann. Beim Filmgenuss darf man sich daher nicht nur an einer
hochfeinen vokalen Akzentuierung der Protagonisten erfreuen, sondern
wird auch mit vielen Umgebungsgeräuschen versorgt, die bei vielen
anderen Centerspeakern gerne mal etwas untergehen. So wird die
Roman-Verfilmung "Krabat" zu einem emotional ansprechendem Erlebnis,
wenn die raue Erzählstimme von Otto Sander mit
einschmeichelnder Melange aus dezenter Klangwärme und immenser
Detaillierungsdichte zum Leben erweckt wird. Ein Teil der Faszination
geht dabei aber auch auf das Konto der gebotenen feindynamischen
Akkuratesse, die mit einem hochklassiger Zuspielung (AV-Receiver +
Blu-Ray Player) ein bemerkenswertes Maß an
Differenzierung beweist. Die lingustische Intonation kommt somit
sehr nah an die Realität heran und sorgt deswegen für
eine starke Zunahme der emotionalen Ansprache beim Auditorium. Etwas
schade ist nur, dass die Zuschauer nur dann in den vollen Genuss der
Klangeskünste gelangen, wenn sie mittig vor dem Lautsprecher
sitzen. Hier teilt der C/06 die typischen Eigenschaften von
Lautsprechern mit liegenden D'Apolitto Anordnungen, wo sich der ideale
Hörbereich auf die Positionen direkt vor dem Lautsprecher
beschränkt. Diese Einschränkung hat man natürlich bei
einem aufrecht gestellten C/06 überhaupt nicht, so dass sich
dieser Lautsprecher für jenen Zweck sogar ausgezeichnet
eignet.
Opus M/06
Obwohl auch das kleinste Mitglied der Opus Familie weitaus besser
musiziert, als man es von einem Lautsprecher seiner Größe
normalerweise erwarten würde, kann man ihm die kompakten
Abmessungen am ehesten anhören. Durch die etwas schlankere
Abstimmung im unteren Frequenzbereich klingt die M/06 minimal heller
als ihre beiden Geschwister. Da sie aber ebenfalls auf sauber
konturierte Durchzeichnung sowie fein auflösende Hochtonwiedergabe
getrimmt ist, stellt sich auch bei diesem Modell ein sehr entspanntes
Hören ein. Die etwas hellere Klangbalance erweist sich bei der
Nutzung als Surroundlautsprecher teilweise sogar als vorteilhaft, weil
entsprechende Raumeffekte an Prägnanz gewinnen und somit den
Erlebnisfaktor steigern. Während bei den beiden
Frontlautsprechern eine Fullrange-Nutzung denkbar wäre, so sollte
man die M/06 von Frequenzen unterhalb 100 Hertz befreien, da sie sonst
ihre dynamische Spielweise einbüßt und die Pegelfestigkeit
des Systems limitiert. In Anbetracht ihrer Abmessungen vollbringt die
M/06 einen herausragenden Job, so dass man sie durchaus als
"Problemlöser" für Heimkinos mit eingeschränkten
Platzverhältnissen bezeichnen darf. Wer jedoch die räumliche
und finanzielle Möglichkeit besitzt, im Rearbereich mit der C/06
zu arbeiten, wäre mit einem entsprechendem Upgrade gut beraten.
Unabhängig davon, für welche der beiden Speaker man sich
entscheidet, erhält man mit dem Opus-System hinsichtlich der
gebotenen Raumwirkung immer eine grandiose Vorstellung. Sämtliche
Modelle besitzen eine hervorragende Ablösung vom Lautsprecher,
positionieren die Klänge mit guter Schärfe im Hörraum
und erlauben somit die Realisierung eines einhüllenden
Surroundpanoramas Besonders bei kleinen bis mittleren Distanzen
(< 2,5 mtr.) kann man bei korrekter Aufstellung und guter
Raumakustik eine fast lückenlose Wiedergabe erreichen.
Opus Sub200/06
Der Subwoofer rundet die akustische Vorstellung des ASW-Ensembles
hervorragend ab: er liefert nicht nur einen satten Bassteppich mit
hervorragendem Tiefgang, sondern spielt darüberhinaus auch noch
ausgesprochen präzise. Selbst in Wandnähe merkt man ihm seine
trocken abgestimmte Grundcharakteristik noch an, da nachschwingende
Töne genauso wenig zu seinen Attributen zählen, wie ein
dröhnendes Gehäuse. Sicherlich kann auch der Sub200/06 nicht
leugnen, dass eine freie Aufstellung aus raumakustischen Gründen
immer etwas besser klingt. Letztendlich muss man jedoch klar
festhalten, dass die vorgeschlagene wandnahe Positionierung unter den
gegebenen Umständen gut funktioniert. Für Anwender mit
Priorität auf eine optisch ansprechende, bzw. räumlich
effiziente Platzausnutzung, dürfte es kaum eine bessere
Lösung zu diesem Preis geben. Der ASW-Woofer verschwindet fast
unsichtbar hinter einem der Frontlautsprecher und benötigt somit
keine vakante Stellfläche inmitten des Wohnzimmers. Dazu kommt ja
noch die Möglichkeit, ihn zur Not in Wandfarbe lackieren zu
lassen. Doch zurück zu den akustischen Eigenschaften: die
einfliegenden Sternenzerstörer gleich zu Beginn von Star Wars
Episode III nimmt der Tieftonspezialist zum Anlass, einen druckvollen
Bassteppich in den Hörraum zu zaubern. Die leicht pulsierenden
Turbinengeräuschen werden dabei hervorragend erfasst, zumal er
für seine Gehäusegröße einen exzellenten Tiefgang
besitzt und tatsächlich bis ca. 30 Hertz hinab reicht.
Erfreulicherweise hält er sich mit Strahlungsbereich
sehr zurück, so dass er sogar der Herausforderung
standhält, den LFE vom Film "Das Geisterschloss" sauber
wiederzugeben. Bei diesem Extrembeispiel (beispielloser Tiefbass mit
enorm druckvoller Abmischung) können versierte Anwender jedoch
auch die akustischen Unterschiede zu manch größeren
Subwoofern erkennen, die im Frequenzbereich unterhalb von 50 Hertz mehr
Punch und Schwärze liefern. Außerdem muss natürlich
noch gesagt werden, dass die gebotenen 30 Hertz zwar aller Ehren wert
sind, aber richtige Film-Enthusiasten die typische 20-Hertz
"Magengrubenmassage" vermissen könnten. Ob dies jedoch in normalen
Wohnverhältnissen auf große nachbarschaftliche Gegenliebe
stoßen wird, steht jedoch auf einem anderen Blatt.Aufgrund
der guten Pegelfestigkeit kann man aber übrigens auch
mühelos mit dem Sub200/06 für vibrierende Schrankwände
(oder aufgebrachte Untermieter) sorgen. Bis hin zu einer
Raumgröße von 30m² liefert der ASW-Woofer mühelos
eine stets ausfüllende Bassversorgung. Selbst hohe Pegel steckt
der kompakte Tieftonspender erstaunlich mühelos weg. Erst
überhalb von ca. 95 Dezibel sind erste Komprimierungserscheinungen
zu verzeichnen, was für die gegebene
Membran-/Gehäusegröße einen überdurchschnittlich
guten Wert darstellt. Für Musik eignet sich der Bassist
vorzüglich, was im Wesentlichen durch die beiden Faktoren
Präzision sowie Dynamik begründet ist: der Sub200/06 besitzt
im musikalisch bedeutsamen Bereich überhalb von 50 Hertz eine ganz
besondere Konturierungsgenauigkeit, mit der er Bassläufe sehr
differenziert umsetzen kann. Zu diesem Faktor gesellt sich noch der
Umstand, dass der Woofer im grob- sowie ganz besonders im
feindynamischen Bereich über ein enormes Reportoire verfügt,
mit dem eine vielschichtige/sensible Wiedergabe möglich ist.
Fazit: trocken abgestimmt, präzise Spielweise, formidabler
Tiefgang und hohe Musiktauglichkeit - in klanglicher Hinsicht
erfüllt der Sub200/06 die Anforderungen an einen
Wohnraum-Subwoofer mit Bravour.
Nachdem
wir die einzelnen Komponenten des Surroundsystems individuell
beleuchtet haben, möchten wir abschließend noch einen kurzen
Direkvergleich mit anderen Produkten durchführen:
Nubert
nuLine-Serie
WS-12/250€
AW-560/506€ |
Die schlanken WS-12 aus Nubert's nuLine Serie sind nicht
nur optisch, sondern auch preislich direkt mit den Opus Lautsprechern
vergleichbar. Die Produktvielfalt von ASW kann Nubert jedoch nicht
bieten, da mit dem WS-12 lediglich ein einziges schlankes Modell
angeboten wird (entsprecht dem C/06). Kompakt- und
Säulenlautsprecher gibt es demnach nicht. In klanglicher Hinsicht
bietet die WS-12 eine dunklere Tonalität mit mehr Punch und etwas
weniger Präzision, allerdings kann die tonale Balance und
Klangcharakteristik durch Schalter justiert werden. Bei der
Pegelfestigkeit liegt die WS-12 vorne, während die C/06
feindynamisch besser agiert und im Mitteltonbereich schlackenfreier
aufspielt. Hohe Töne gibt die WS-12 luftiger und langsamer wieder,
so dass die Modellierungsgenauigkeit bei ASW höher ist.
Außerdem gelingt der C/06 auch die Raumabbildung etwas besser.
Die beiden Subwoofer markieren beide das Maß der Dinge in jener
Preisklasse: der AW-560 klingt substanzvoller, ist pegelfester und
besitzt die bessere Ausstattung - sein ASW-Pendant kontert mit
der präziseren Spielweise im musikalischen Bereich. Fazit: beide
Systeme beweisen, dass ansprechende Optik im kleinen Format mit
großem Klang möglich ist. Das Nubert Set ist vorwiegend
für pegel-orientierte Heimkino-Enthusiasten interessant und die
ASW Lautsprecher eigenen sich durch ihre Klangkultur ein Tickchen
besser für musikalische Anwendunden sowie HD-Soundtracks. |
Monitor
Audio Bronze Reference
BR5/300€
BRLCR/200€
BRW10/500€
|
Wenn die Lautsprecher nicht unbedingt als schlanke
Säule Einzug in das Wohnzimmer erhalten sollen, sondern es auch
eine konventionelle Kastenform mit kompakten Abmessen sein darf, muss
man die Monitor Audio Bronze auf der Rechnung haben. Die britischen
Luftmassenbeschleuniger kleiden den Hochtonbereich mit einer
vergleichbaren Brillianz aus, tendieren aber anstelle einer leicht
seidigen Abstimmung ein etwas progressivere Charakteristik mit mehr
Strahlkraft. Die Sprachwiedergabe gelingt beiden Anbietern
hervorragend, wobei ASW hier tendenziell etwas körperhafter
aufspielt, wohingegen Monitor Audio minimal nüchterner agiert. Im
Bassbereich halten die Opus-Lautsprecher zwar besser mit, als man es
zunächst vermuten würde, doch bei intensiver Betrachtung
macht sich die größere
Membranfläche+Gehäusevolumen der Monitor Audio Lautsprecher
bemerkbar. Da der SW200/06 das Duell der Subwoofer durch seinen
besseren Tiefgang knapp für sich entscheidet, kann ASW insgesamt
wieder ausgleichen. Die Präzision beider Tieftonjongleure ist auf
demselben Niveau angesiedelt. Hinsichtlich Dynamik und Raummabbildung
verfolgen die Lautsprecher ebenfalls eine ähnlich audiophile
Abstimmung, wobei die Opus-Modelle in beiden Disziplinen etwas
größere Reserven mit hochwertiger Elektronik freisetzen
können. Fazit: angesichts der Preisdifferenz halten die Monitor
Audio Bronze-Reference Lautsprecher hervorragend mit und positionieren
sich als günstige Alternative mit ähnlicher Klangveranlagung.
Wenn jedoch die Optik und Platzbedarf ausschlaggebend ist,
erhältlich man mit den Opus-Lautsprechern eine Lösung, bei
der man auf nichts verzichten muss und in manchen Klangbereichen sogar
Vorteile besitzt. Die bessere Oberflächeverarbeitung (Furnier vs.
Folie) gibt es obendrauf. |
Fazit:
Mit der Opus Serie bietet ASW genau die Sorte von Lautsprechern, die
sich viele Audio-Gourmets schon immer gewünscht haben. Die
feinzeichnenden Klangeigenschaften bei den Satelliten werden vom
kraftvollen Subwoofer hervorragend ergänzt, zumal
Stereoapplikationen über die L/06 auch ohne
Tieftonunterstützung sehr gut laufen. Aufgrund der Kombination aus
Detaillierungsvermögen und dynamischer Differenzierung eignen sich
die Klangspender extrem gut für moderne HD-Medien. Da sich auch
die Raumabbildung auf einem überdurchschnittlichem hohem Niveau
bewegt, ist die Vergabe des Referenzprädikats absolut angemessen.
Im vorliegenden Preisbereich kennen wir derzeit kein anderes
Säulensystem mit einem ähnlichen Leistungsspektrum. Der
rundum positive Auftritt wird von einer mustergültigen
Verarbeitungsqualität sowie Oberflächenvielfalt abgerundet,
so dass sich nicht nur das Ohr allen Grund zur Freude hat.
Aus kompakten Gehäusen schöpft die Opus-Serie
eine ungeahnt feine Klangkultur mit universeller
Abstimmung für anspruchsvolle Einsatzzwecke
ASW Opus L/06+C/06+M/06+SW200/06
5.1 Sub-/Sat Säulensystem, Mittelklasse
Gesamtpreis 2.920 Euro
Test: 13.Juli 2009
+ ehrlich orientierte Klangabstimmung bei allen Modellen
+ präzise Durchzeichnung, hohe Klangtransparenz und gute Auflösung
+ hervorragende Feindynamik
+ plastische Raumabbildung
+ geringer Verstärkungsbedarf
+ kompakte Abmessungen
+ mitgelieferte Wandhalterungen bei Modell C/06
+ erstklassige Gehäuseverarbeitung
+ große Auswahl bei der Oberflächengestaltung
- Pegelfestigkeit bei Full-Range Nutzung auf Wohnzimmer-Niveau limitiert
- minimalistisch ausgestatteter Subwoofer
- Centerspeaker aufgrund liegender D'Apolittoanordnung nicht für große Hörbereiche sinnvoll
- keine Vorbereitung für Spike Montage bei L/06
Website des Anbieters. www.asw-lautsprecher.de
Dieser Test wurde unter anderem mit Kabeln durchgeführt von:

Raumakustische Optimierung
unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:

Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:
Text:
Lars Mette
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