Mit diesem Test stellen wir Ihnen eine neue Form der Berichterstattung bei AREADVD vor: ein Kompakt-Review soll dazu dienen, interessante Geräte in informativer, jedoch komprimierter Form vorzustellen, um Ihnen durch zusätzliche Tests, mehr Überblick im AV-Markt geben zu können. Selbstverständlich steht auch bei einem Kompakt-Review unsere praxisorientierte Testphilosophie im Vordergrund. Am Ende der jeweiligen Berichte erteilen wir den Geräten unsere bewährten Testprädikte, (mitsamt Preis-/Leistungsindex) so dass eine problemlose Einordnung in die vorhandene Testlandschaft möglich ist.

Kompakt-Review: Arcam AVP700 - Surroundvorstufe

(25.1.2007 - LM )

Trotz hunderten Herstellern und den jährlich, fast schon unzähligen Neuvorstellungen im AV-Bereich, klaffen in diversen Marktsegmenten nach wie vor riesige Lücken. So sind beispielsweise DVD-Player zwischen Mittel- und High-End Klasse genauso unterpräsent, wie AV-Receiver um die 2.500 Euro. Eine weitere Gerätegattung, bei der sich die Auswahl in Grenzen hält, sind gut ausgestattete Surround-Vorstufen im mittleren Preisbereich. Einerseits bieten hochpreisige Geräte wie der Audionet Map1 (3.750 €) eine klangliche Offenbarung, doch bei näherer Betrachtung fallen fast immer austattungsbezogene Defizite auf. Kaum eine AV-Vorstufe bietet eine wirklich großzügige Anschluss-Sektion - und auch fortgeschrittene Videofeatures wie ein HDMI-Switcher bleiben diesen Geräten meist verwehrt. 

Wegen der oben genannten Gründe, stellt die Arcam AVP700 eine absolute Besonderheit dar, und wurde deswegen seit Ihrem Erscheinen vor deutlich über einem Jahr von vielen HiFi-Anwendern sehnlich erwartet. Der britische Hifi-Hersteller ruft für die AVP700 (vergleichsweise) moderate 2.100€ ab und bietet hierfür eine komplett ausgestattete 7.1 Vorstufe (inkl. PL2x) mitsamt HDMI-Sektion. Ein Blick auf die Ausstattungsliste bringt zudem zu Tage, dass die AVP700 genügend Anschlüsse besitzt, um sogar in großen AV-Installationen Herr der Lage zu bleiben. Als zusätzliches Bonbon verbaut Arcam sogar vollsymmetrische XLR-Anschlüsse zusätzlich zu den "normalen" Chinch-Preouts, so dass hochwertige Endstufen mit der bestmöglichen Verbindungsart angefahren werden können. 

Vorhang auf für die eierlegende Wollmilchsau unter den AV-Vorstufen - oder kann die AVP700 trotz ihrer Features am Ende des Tests vielleicht doch nicht ganz überzeugen ? Wir haben uns die Arcam-Vorstufe genau angeschaut und geben Ihnen in Form dieses Kompakt-Reviews eine Auskunft über ihr Leistungsvermögen. 

Verarbeitung:



Die Arcam AVP700 Vorstufe weist ein Design mit vielen kleinen Knöpfen und LEDs auf. Das einzeilige Display zeigt die Informationen im Dot-Matrix Verfahren an, und erinnert aufgrund seiner grünen Farbe sehr stark an diverse Onkyo-Produkte. Die großflächige Schrift lässt sich ohne Probleme ablesen, ergänzt wird sie von einigen kleinen Symbolen.



Anders als bei vielen anderen AV-Komponenten besteht die Frontplatte bei der AVP700 nicht aus poliertem Aluminium, sondern lediglich aus Kunststoff. Dieses ist zwar durchaus ordentlich verarbeitet, verströmt aber nicht den Luxusflair wie eine glänzende Metalloberfläche.



Rechts am Gerät befindet sich der Volumeregler, welcher allerdings durchaus etwas exakter läufen könnte, und zudem auch recht schwergängig zu bedienen ist. 



Die Anschlüsse auf der Geräterückseite erfreuen sich einer hochwertigen Bauart, so dass sich sämtliche AV-Komponenten ohne Probleme konnektieren lassen.



Etwas mehr Sorgfalt könnte man der Einpassung dieser kleinen Bedienelemente durchaus schenken: die Steuerungs-Tasten für den Tuner sind nicht mittig platziert.

Insgesamt leistet sich die AVP700 in Bezug auf die Verabeitung zwar keinen groben Schnitzer, rundum begeistern kann sie jedoch auch nicht. Diesbezüglich sind wir von opulent verarbeiteten Geräten wie zB. den Yamaha RX-V 1700 (wohlbemerkt, ein > 1.000 Euro Gerät !) mittlerweile zu sehr verwöhnt, um in diesem Fall eine hohe Wertung auszusprechen.
Wertung: 
technischer Aufbau:


Arcam weiss, wie man das Grunddesign einer guten AV-Vorstufe auszusehen hat: jede Baugruppe sitzt auf einer eigenen Platine und weist somit eine gute Signaltrennung von den anderen Komponenten auf. Die Stromversorgung übernimmt ein hochweriger Ringkerntrafo im linken vorderen Bereich der Vorstufe. Die weitere Netzteilsektion befindet sich auf einer senkrecht montierten, seperaten Platine direkt hinter dem Stromanschluss auf der Rückseite. Das einzige, was man der AVP700 auf den ersten Blick ankreiden könnte, sind die teilweise langen Kabelverbindung innerhalb des Gerätes.



Der Blick auf die Audiosektion im Detail. Die zweite Platine (von vorne) beheimatet die analoge Ausgangstufe und bekommt die Daten des Audioprozessors über die schwarzen Zuleitungen mit den weißen Steckern. Um Interferenzen zu minimieren, sitzen die analogen Audioeingänge direkt neben dieser Platine und sind auf kürzestem Weg miteinander verbunden (kleine Snap-On Steckverbindung auf der Oberseite). 
Anschlüsse:


Für eine AV-Vorstufe löst die Anschlussvielfalt der AVP700 fast schon Begeisterungsstürme aus, denn selbst ein größerer Gerätefuhrpark sollte hier problemlos konnektiert werden können. Einzig eine digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstelle können wir nicht von unserer Wunschliste streichen - die fehlt nämlich. Bedingt durch die Markteinführung im Jahr 2005 befinden sich lediglich HDMI1.0 Schnittstellen im Gerät, welche eine Audioübertragung leider nicht ermöglichen. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass sich die AVP700 zusammen mit der Sherwood P-965 das Marktsegment der Preceiver teilen können. Abgesehen von diesen beiden Geräten bietet kaum ein anderer Anbieter einen Radiotuner in einer AV-Vorstufe an. 


Die große Besonderheit in Bezug auf die Anschlüsse stellen zweifellos die XLR-Preouts der AVP700 dar. Endstufen mit entsprechenden Eingängen können somit (speziell bei längeren Distanzen) in der Regel noch etwas störungsfreier als bei einer "normalen" Chinch-Verbindung mit der Vorstufe verbunden werden. Arcam bietet mit der P1000 sogleich auch die entsprechend ausgerüstete 7-Kanal Endstufe an, damit man diese Verbindungsart dann auch innerhalb der eigenen Produktrange nutzen kann. 

Die vorhandenen Anschlüsse in der Übersicht

Stereo-Chinch Eingänge7x Stereo-Chinch
Stereo-Chinch Ausgänge3x Stereo-Chinch
digitale Audioeingänge3x coaxial
digitale Audioausgänge3x optisch
analoge Mehrkanaleingänge7.1 Eingang
analoge Mehrkanalausgänge7.1 Chinch Preout
7.1 XLR Preout
Videoeingänge5x FBAS
5x S-Video
3x Component
2x HDMI 1.0
Videoausgänge2x FBAS
2x S-Video
1x Component
1x HDMI 1.0
sonstige SchnittstellenAnschluss für AM/FM Antenne
RS232 Eingang
6x Trigger Anschluss
Stereo-Chinch/FBAS/S-Video Zone 2
Bedienung: 

Nachdem wir uns daran gewöhnt haben, die Quellenwahl durch das numerische Tastenfeld durchzuführen, sind wir mit der AVP700 sehr gut zurechtgekommen. Die Fernbedienung ist komplett hinterleuchtbar, lern- sowie makrofähig, besitzt aber zu viele kleine Tasten und einen ungenauen Druckpunkt. Die Bedienung direkt am Gerät ist dank der zahlreichen Tasten kinderleicht und sollte keinen Anwender vor keine unüberwindbaren Aufgaben stellen. Etwas verwirrend ist lediglich die Tatsache, dass sich manche Einstellungen nur per Fernbedienung über eines der beiden OSD-Menüs durchführen lassen.

Das oben abgebildete Menü ist zur schnellen Übersicht bzw. Konfiguration während der täglichen Benutzung gedacht und geht insgesamt über 3 Bildschirme. Alle weitergehenden Einstellungen werden hingegen über das Setup Menü durchgeführt, welches deutlich umfangreicher, damit auch aber gleichzeitig nicht so kompakt und übersichtlich daherkommt. Die Auswahl zwischen beiden OSD-Typen geschieht über langes bzw. kurzes Betätigen der "Menu" Taste auf der Fernbedienung. Unserer Meinung nach eine sehr clevere Lösung.


Im "richtigen" OSD-Menü findet sich zu jeder Funktion ein entsprechendes Untermenü. Zur besseren Übersicht sind die einzelnen Menüpunkte in "Basic" und "Advanced" unterteilt. Wie Sie sehen, bietet die AVP700 leider keine deutschsprachige Menüführung, sondern kommuniziert ausschließlich in englisch. Für die überweigende Mehrheit der Anwender sollte dies verschmerzbar sein, doch dafür patzt die AVP700 leider an einer anderen Stelle: nur das Haupt OSD-Menü wird parallel auch im Gerätedisplay angezeigt, das Zusatz-OSD (vorletztes Bild) leider nicht. Das Problem dabei: nur dort lässt sich beispielsweise die Lip/Sync Funktion einstellen. Darüberhinaus werden beide OSD-Menüs ausschließlich über S-Video und FBAS angezeigt, nicht aber per HDMI. 

Video-Features: 

Mehr Einstelloptionen bezüglich der HDMI-Sektionen bietet die AVP700 leider nicht. De-Interlacer, Scaler oder eine analog/digital Videowandlung sind leider nicht vorhanden. Immerhin wandelt die AVP700 eingehende FBAS- und S-Video Signale in tadelloser Qualität in das YUV-Format um und hat eine Lip/Sync Funktion (bis zu 220ms) integriert. Das 1080i Signal einer XBOX360 bereitet der Videosektion keine Probleme und wird einwandfrei ausgegeben. Per Hauptmenü kann zudem konfiguriert werden, ob der Component-Ausgang YUV oder RGB Signale ausgeben soll. Der Videoausgang der Zone 2. steht als FBAS Anschluss zur Verfügung und gibt jeweils nur die Signale der gleichartigen Eingänge weiter. Bilanzierend betrachtet, bietet die AVP700 durchaus die richtigen Ansätze, doch leider ist das Gebotene noch etwas zu lückenhaft, um eine perfekte Teilwertung zu rechtfertigen.

DSP-Features: 

Obwohl sich die Ausstattungsliste bezüglich der DSP-Modi recht übersichtlich liest, vermissen wir eigentlich nichts Wichtiges. Höchstens eine All-Channel-Stereo Funktion und einen konfigierbaren DTS Neo:6 Musik Modus wären wirklich noch wünschenswert, doch ansonsten bietet die AVP700 alles, was man zum momentan Zeitpunkt wirklich benötigt. Zur besseren Übersicht finden Sie nachfolgende eine Liste der verfügbaren DSP-Funktionen.

Dolby Digital inkl. EX und PL2x
DTS inkl. ES und ES-Discrete
ProLogic2x Movie und Music (inkl. Einstelloptionen)
ProLogic1
DTS Neo: Movie und Music
Mono
Stereo (Zweikanalwiedergabe inkl. Bass-Management, inkl. Down-Mix bei Dolby Digital/DTS)
Direct (direkte Stereo-Wiedergabe unter Umgehung von BM, EQ und DSPs)

Anpassung an Raum und Lautsprecher:

Auch diese Rubrik gehört nicht unbedingt zu den klassischen Paradedisziplinen von AV-Vorstufen im Allgemeinen, doch die AVP700 zieht sich achtbar aus der Affaire. Käufer eines solchen Gerätes erwarten zwar nicht unbedingt eine ausgeklügelte á la Audyssey, doch zumindest die Grundparameter sollten möglichst detailliert einstellbar sein. Diesen Anspruch erfüllt die AVP700 recht gut. Besonders die Subwoofer-Trennfrequenzen, als auch die 7-kanalige Bass/Treble Steuerung können als überdurchschnittlich angesehen werden. Wer sich jedoch den vollparametrischen Equalizer in den Audionet Vorstufen Map1 und MapV2 einmal angesehen hat, wird verstehen können, warum wir der Arcam AVP700 trotz der guten Einstellmöglichkeiten leider keine absolute Höchstwertung geben können.

automatische Einmessungnicht vorhanden
Equalizing-FunktionenBass + Treble Setting für
jeden Hochpegelkanal einzeln zwischen
-6 und +6 db einstellbar
Bass-Managementeine Einstellung für alle "small" Speaker
mögliche Trennfrequenzen40 - 130Hz in 10Hz Schritten
Lautsprecherabstände0,0 bis 16,6 mtr. in 10cm Schritten
Pegeleinstellung-10,0 bis +10,0 db in 1,0db Schritten
sonstiges- DTS Music Mode zum Absenken des
LFE um 10db einstellbar

- Auto tone bypass Funktion vorhanden
Testumgebung:


Das Who-is-Who der aktuellen High-End Szene gab sich die Ehre, um mit der Arcam AVP700 in den Ring zu steigen. Mit dabei: die Audiolab 8000er Vor-/Endkombination, die neuen Advance Acoustic MAA-705 Monoendstufen sowie der Onkyo TX-NR5000E. Als Lautsprechersystem fungierte das bewährte Monitor Audio GS60 5.0 Surroundset zuzüglich A.C.T. Subwoofern, während der Cinemike DVD-3910 L3SDI als Signalquelle diente.
Klang: 

In Bezug auf die akustischen Eigenschaften bietet die AV700 zwar ein recht hohes Niveau, im Vergleich zu anderen Geräten ihrer Preisklasse kann sie jedoch keine Bestmarken setzen. Die AV700 punktet zunächst mit einer überaus detaillierten Spielweise. Sowohl im Stereo- als auch Surroundbetrieb werden selbst kleine Klangnuancen sehr greifbar herausgearbeitet, wie wir es von guten High-End Komponenten kennen. Dieses hohe Maß an Akkuratesse bezieht sich vornehmlich auf den Mittel-/Hochtonbereich, denn bei tieffrequenten Ereignissen vermissen wir etwas Verbindlichkeit sowie Nachdruck. Hier liegt die AVP700 ungefähr auf dem Niveau, wie es die Vorstufensektion eines Denon 3806 bietet. Mit Sicherheit auch keine allzu schlechte Leistung, aber in Relation zur Geräte-/Preisklasse der gehobenen 2000 € AV-Vorstufen einfach etwas zu wenig. Insbesondere im Surround-Modus tritt diese Eigenschaft vermerkt in der Vordergrund, während beim zweikanaligen Betrieb erst etwas komplexere Bass-Staffetten benötigt werden, um den AV700 an seine Grenzen zu bekommen. Im Stereobetrieb fällt zudem auf, dass die AV700 leider dazu neigt, die Toninformationen etwas übertrieben und diffus im Hörraum zu positionieren. Einzelne Effekte sind nicht immer klar ortbar, zumal bei manchen Musikstücken auch die Sänger unrealistisch breit abgebildet werden. Als weiteres Manko mussten wir bei unseren Hörsessions schon recht schnell die Tonalität der AVP700 festhalten: dem substanzreichen Bass und den prägnanten Höhen fehlt ein passendes Pendant im Mitteltonbereich, so dass manche Dialogszenen dazu neigen, etwas hohl zu klingen. Speziell bei Männerstimmen hat die Arcam Vorstufe leider kleinere Probleme, das Stimmvolumen und die Präsenz glaubhaft abzubilden. Und so ungern wie wir es auch finden, aber leider wird die Akustik noch von einer unbeherrscht agierenden Dynamik bestimmt. Solange Surroundszenen plötzliche Impulse auf den Rearkanälen abrufen (zB. schnell auftauchender Hubschrauber) gibt es keinen Anlass zur Kritik. Doch sobald ein Klanggebilde langsam eingeblendet werden soll, bekommt die AVP700 Probleme bei der Dosierung der Lautstärke und kann leider keine wirklich flüssig wirkende Übergänge umsetzen. Besonders augenscheinlich wird dieser Aspekt bei einsetzenden Musikscores. Abschließend müssen wir auch leider noch erwähnen, dass sich die AVP700 durch ein permanentes, leises Grundrauschen auf allen Kanälen während des Surroundbetriebes bemerkbar gemacht hat, was bei boxennaher Sitzposition unter Umständen ein dauerhaft ärgerliches Problem werden könnte. 

Bitte verstehen Sie unseren Höreindruck nicht falsch: mit Sicherheit bereitet auch diese Arcam Vorstufe Hörspaß - und viele Anwender dürften (und sollen) mit diesem Gerät glücklich werden. Bei der oben erfolgten Bewertung haben wir sehr strenge Maßstäbe angesetzt, die wir von den ansonsten fast durchweg äußerst hervorragenden Komponenten gewohnt sind, die wir in letzter Zeit getestet haben. Es liegt uns fern, eine generelle Aussage über die Produkte der Firma Arcam zu tätigen, denn es ist völlig normal, dass ein Hersteller nicht mit jedem Gerät einen Volltreffen landen kann, zumal für kleinere High-End Anbieter speziell der Einstieg in die Mehrkanalwiedergabe viele Gerätegenerationen bzw. Entwicklungen erfordern kann, ehe man sich komplett auf Augenhöhe mit den erfahreneren Anbietern wähnen kann.

Konkurrenzcheck:

Obwohl die AV700 hier in Form eines Quick-Reviews vorgestellt wird, möchten wir Ihnen dennoch einen kleinen Konkurrenzvergleich mit den bekanntesten Alternativen aus unserer Referenzliste geben, damit Sie das Arcam Gerät besser einordnen können:


Audiolab 8000AV (ca. 1.600 €)

Dass der britische Mitbewerber für seine Vorstufe deutlich weniger Geld verlangt, muss nicht bedeuten, dass sie der AVP700 klanglich das Wasser reichen kann. Ganz im Gegenteil: die 8000AV kommt im Stereo-Modus sogar ansatzweise an eine Audionet Map1 heran, und übertrifft die Arcam AVP700 mit fast schon beängstigender Leichtigkeit. Das Klangbild wirkt wesentlich struktierter und ausgeglichener, zumal ihr auch die Raumabbildung deutlich besser gelingt. Die Surround-Performance gelingt der 8000AV ebenfalls besser - insbesondere bei Dynamikeinflechtungen und der Tonalität übetrifft sie ihr Pendant von Arcam. Unter Einbeziehung des hervorragenden STS Mehrkanalaufpolierers fällt der Vorsprung der 8000AV insgesamt sehr deutlich aus. Daran können wieder die HDMI-Sektion , noch die XLR-Anschlüsse der AVP700 etwas ändern, wobei sie dank PL2x immerhin noch ein schlagkräftiges Argument für 7.1 User bereithält.


Audionet Map1 (ca. 3.750 €)

Die flache Audionet Surroundvorstufe kostet fast das doppelte, klingt aber um ein Vielfaches besser. Fairerweise muss hierbei jedoch gesagt werden, dass die Map1 unverhohlen an die absolute High-End Klasse anklopft und als besondere Ausnahmekomponente in der ganzen Szene angesehen wird. Vorteile kann die AVP700 lediglich aus ihrem HDMI-Switcher sowie der großzügigen Anschluss-Sektion ziehen - wer dann aber einmal beide Vorstufen im Direktvergleich an einem hochwertigem Lautsprecher-Setup gehört hat, wird den Mehrpreis der Map1 gerne bezahlen und fortan einen perfekt ausbalancierten und natürlichen Klang genießen, zumal die Audionet-Vorstufe noch vielfältige Optionen zum Anpassen an Raum und Lautsprecher bietet, die in dieser Klasse sowieso Ihresgleichen suchen (vollparametrische Equalizer, flexibles Bass-Management mit doppelter Rechengenauigkeit etc.).


Sherwood P-965 (ca. 1.600 €)

Konzeptionell ähneln sich beide Geräte: eine große Anschlussvielfalt und viele Features sind Gemeinsamkeiten, die sich sowohl im P-965 als auch der AVP700 finden lassen. Leider kämpfen auch beide mit einem verbesserungswürdigen Bedienkonzept und einer nicht ganz konsequent anmutenden Produktentwicklung. So fragen wir uns beispielsweise, warum Arcam mit den DSP-Modi etwas geizt, während wir gerne mal wissen würden, warum die Sherwood-Entwickler nur eine halbgare Room-EQ Lösung eingebaut haben. Klanglich befinden sich beide Offerten auf einem ähnlichem Niveau, wobei die Klangcharakteristiken sehr unterschiedlich sind. Sherwood verfolgt einen effektreicheren bass-/höhen betonten Klang; die AV700 klingt hingegen etwas neutraler, besitzt aber nicht die Antrittsstärke und Impulsivität. Unser Tipp: wenn Sie einen P-965 haben, bewirkt ein Cinemike-Tuning (in 2 Stufen für je 600 und 2400 Euro erhältlich) eine beträchtliche Steigerung der klanglichen Performance. Außerdem ist der P-965 mittels HSB-600 (ca. 400 €) um einen optisch passenden HDMI-Switcher erweiterbar, so dass auch dieser Vorteil der AVP700 wegfällt. 


Denon AVC-A11XVA (ca. 4.000 €)

Auch wenn der AVC-A11XVA nicht ganz an die audiophilen Tugenden von Audiolab und Audionet heranreicht, so unterstreicht der Vergleich mit der AVP700 die extreme Preiswürdigkeit des Denon Boliden sehr eindrücklich. Im Stereobetrieb befinden sich beide auf einem ähnlichem Niveau, doch will man sich mit einer DVD vergnügen, so zieht der AVC-A11XVA unaufhaltsam davon. Hier mögen zwar nicht alle Klangdetails perfekt herausgeschält sein, aber der Denon fasziniert seine Besitzer mit hoher Dynamik und einer hervorragend aufgebauten Surroundkulisse. Unter Berücksichtung der bereits integrierten Endstufen und der wunschlos-glücklich Ausstattung (Scaler, De-Interlacer, HDMI, Audyssey, Multizone) etabliert sich dieses Gerät sogar als starke Alternative gegenüber manch teureren Vor-/Endstufenkombination.

Fazit:

Schade ! Das Konzept der AVP700 war eigentlich prädestiniert, um ein gutes Abschneiden in unserem Test zu erreichen, doch auch das best ausgestattetste HiFI-Gerät muss primär in akustischer Hinsicht überzeugen, um gegenüber den Mitbewerbern bestehen zu können. Mit Sicherheit stellt die AVP700 alles andere als eine schlechte Surround-Vorstufe dar: sie bietet besonders im Stereo-Modus viel Hörspaß, den man bei vielen AV-Receiver vergeblich sucht. Doch bei unseren zahlreichen Tests haben wir gleich mehrere preislich vergleichbare Alternativ-Produkte kennengelernt, die uns akustisch insgesamt besser gefallen haben. Hier wird zwar teilweise nicht ganz die Austattung der AVP700 geboten, doch vergessen wir nicht, dass auch bei der Arcam-Vorstufe weder A/D Videowandlung oder fortgeschrittene Room-EQ Funktionen zu finden sind. Zusammen mit der unspektakulären Verarbeitung und einer verbesserungsbedürftigen Bedienung reicht es für die Arcam AVP700 nur zu einem durchschnittlichem Testergebnis. Trotzdem schauen wir gespannt auf die künftigen Produkte des britischen Herstellers: wenn sie es bei ihren nächsten Entwicklung schaffen sollten, eine attraktive Marktnische nicht nur mit einem sauberen technischen Aufbau sowie vielen neuen Features zu kombinieren, sondern auch klanglich hohen Ansprüche genügen, steht der Branche ein neues Highlight bevor.

üppige Ausstattung, aber insbesondere im Surroundmodus gibt es klangstärkere Alternativen.


Arcam AVP700 7.1 Surround-Vorstufe
Preis: ca. 2.100 Euro
Test: 25.Januar 2007
Preis-/Leistung:

+ reichhaltige Anschlussvielfalt inkl. XLR-Preouts und Tuner
+ gute Anpassung an Raum und Lautsprecher
+ größtenteils gutes Bedienkonzept
+ guter Geräteaufbau
+ HDMI-Sektion, Lip/Sync und Normwandler vorhanden

- klanglich speziell im Surroundmodus nicht überzeugend
- keine besonders ansprechende Verarbeitung/Materialauswahl

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Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

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Text: Lars Mette

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