Test: Advance Acoustic MIP Station III - iPhone/iPad Dock

(17. September 2012 - von Lars Mette

Hochwertige Dockingstations für das iPhone haben bei Advance Acoustic Tradition: noch bevor die meisten Anbieter das Thema Musikwiedergabe von Mobilgeräten überhaupt auf dem Radar hatten, brachten die Franzosen bereits 2005 eine hochwertige Dockingsstation auf den Markt. Die erste MIP Station kam im klassischen 43cm Hifi-Format, kostete 400 Euro und arbeitete mit einer Röhrenausgangsstufe, um Musikliebhabern einen besonders harmonischen Klang zu bieten. Fast ein Jahrzehnt später hat sich die Zubehörwelt rund um mobile Geräte grundlegend gewandelt, was man auch der dritten Version von Advance Acoustic's MIP Station ansieht:


Die MIP Station 3 ist deutlich kompakter gebaut und nimmt nun auch (neben allen aktuellen iPhones/Pods) auch sämtliche iPad-Versionen entgegen. Darüberhinaus bietet die MIP Station nicht nur eine (digitale und analoge) Weitergabe der Audiostreams, sondern eignet sich auch als Dockingstation zum Syncronisieren mit einem PC bzw. Notebook. Angedockte Geräte lassen sich über die mitgelieferte Fernbedienung steuern, außerdem erfolgt durch die MIP Station eine Aufladung der Akkus.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 99 Euro kostet die neue MIP Station deutlich weniger als ihre Vorgänger, so dass wir besonders gespannt sind, wieviel Klangqualität der geneigte Käufer dann letztendlich tatsächlich im Vergleich zu den beiden Vorgängermodellen geboten bekommt.

Technik:


Die MIP Station 3 weist in Bezug auf Breite und Tiefe eine ähnliche Dimensionierung auf, wie eine normale Blu-Ray Hülle. Dadurch lässt sie sich überall problemlos und elegant integrieren. Das Gehäuse ist mattschwarz lackiert und aus Kunststoff gefertigt. Alternative Farbausführungen bietet Advance Acoustic nicht an. Gummierte Halterungen oder Kunststoffs-Pads sind an der MIP Station 3 nicht zu finden - hier regiert Zweckmäßigkeit: die mobilen Geräte werden direkt in die Datenschnittstelle gesteckt und werden dabei lediglich durch die kleine Kunststoffwand an der Rückseite mechanisch etwas gestützt. 


Sobald eines der unterstützten Apple-Mobilgeräte angedockt wird, symbolisiert die MIP Station 3 die erfolgreiche Verbindung durch vier kleine blaue LEDs im unteren linken Bereich. Da die Geräte ihr Gewicht ausschließlich auf der Digitalschnittstelle abstützen, fällt die Stabilität (speziell beim iPad) nicht sonderlich gut aus. Dafür gefällt der optische Beleuchungseffekt.


Für die analoge Audioübertragung steht ein 3,5mm Klinkensteckerausgang zur Verfügung. Die Stromversorgung sowie Datenübertragung erfolgt über den mittig angebrachten USB-Port; ein kleiner Netzschalter (links neben dem USB-Anschluss) trennt die Dockingstation bei Bedarf vom Netz. Der optische Digitalausgang empfiehlt sich für einen Anschluss an hochwertige Wandler bzw. Surroundsysteme. Die MIP Station 3 gibt diesbezüglich übrigens nicht das originale Digitalsignal der angeschlossenen Geräte aus, da diese in einem Apple-proprietäten Format gehalten sind. Innerhalb der Dockingstation findet daher eine 48 kHz PCM Wandlung statt.

Zum Lieferumfang der MIP Station 3 gehört neben der Dockingstation noch eine kompakte Infrarotfernbedienung, ein analoges Klinke-Chinch Audiokabel sowie ein Netzteil. Advance Acoustic verspricht eine volle Kompatibilität zu allen iPods ab der dritten Generation (ohne iPod shuffle), sowie sämtliche Versionen des iPod Touch, iPhone und iPad.


Das Netzteil orientiert sich stark an der originalen Apple Lösung und besteht aus einem kompakten Netzstecker mit USB Typ A Schnittstelle. Das entsprechende USB-Kabel kann somit wahlweise zwecks Datenübertragung mit einem PC/Notebook - oder dem Netzteil verbunden werden. Leider ist Advance Acoustic mit der Länge etwas zu sparsam gewesen, denn mit den ca. 60cm kommen allenfalls Notebook-Anwender zurecht. Hier sollte man als Käufer besser gleich ein Verlängerungskabel bereithalten.

Sehr positiv: die Datenübertragung bzw. Syncronisation funktionierte bei unseren Tests stets einwandfrei - sowohl mit verschiedenen iPhones als auch iPads. Dies ist (leider) keine Selbstverständlichkeit, denn viele andere Dockingstations haben sich im Praxiseinsatz als absolut untauglich erwiesen, in dem sie unsere Rechner (bzw. iTunes) regelmäßig haben abstürzen lassen.
Praxiseindrücke:

Zuverlässig, unkompliziert und hochklassig - mit diesen drei Attributen lassen sich unsere Erfahrungen mit der MIP Station 3 zusammenfassen. In Bezug auf die Klangeigenschaften erweist sich die Dockingstation als unauffällig und solide: wir haben die gebotene Umsetzung von Musikinhalten als neutral und ausbalanciert empfunden - fernab von Negativmerkmalen, wie z.B. übermäßig strahlenden Höhen oder einer dünnen Basswiedergabe. 

Ganz im Gegenteil: die MIP Station 3 erreicht hinsichtlich Auflösungsvermögen und genereller Klangdifferenzierung insgesamt ein gutes Niveau in Relation zu preislich ähnlich positionierten Mitbewerberprodukten. Die analogen Schnittstellen sind für viele Anwender sicherlich zwar sehr praktisch, lassen aber in Bezug auf deren Klangeigenschaften ein wenig Wehmut nach den Vorgängerversion der MIP Station 3 aufkommen, deren deutlich höherer Aufwand (Ringkerntrafo, Röhrenbestückung etc.) speziell in Bezug auf Hochtonseidigkeit, Klangtransparenz und Raumabbildung nicht zu leugnen ist. Wir sehen die Stärken der 3er Generation daher im Betrieb mit dem optischen Digitalausgang, wo sie den eingestecken Apple-Produkten im Zusammenspiel mit hochwertigen Wandlern ebenfalls akustische Höhenflüge beschert. 

Positive Randnotiz: in Bezug auf Rauschen, Knacksen oder Mobilfunkinterferenzen gibt sich die MIP Station 3 vorbildlich - ganz im Gegensatz zu ihren Vorgängern, bei denen die Aktivierung des Flugmodus für ungetrübtes Hören fast schon als zwingende Vorraussetzung anzusehen war/ist. 

Fazit:

Advance Acoustic bietet mit dieser Dockingstation eine günstige Universallösung für Musikwiedergabe, Fernbedienbarkeit sowie Syncronisation an. Der audiophile Anspruch der Vorgänger wurde hier zwar weniger hoch priorisiert, doch aufgrund des implementierten Digitalausgangs werden Besitzer guter Digital-Analog Wandler darüber locker hinwegsehen. In Zeiten, in denen mittlerweile fast jeder moderne AV-Receiver eine Möglichkeit bietet, iPhone/Pads direkt anzuschließen, sowie Airplay und Bluetooth wird zwar nicht jeder Anwender Bedarf für die MIP Station 3 haben - doch ganz besonders für ältere AV-Receiver sowie für Stereo-Komponenten eignet sich dieses Produkt hervorragend, um eine zeitgemäße Integration von Apple-Geräten zu realisieren.

Die Klangqualität und Alltagstauglichkeit ist absolut tadellos - und da die vielen unterstützten Geräte gleichzeitig aufgeladen und syncronisiert werden, kann die 99 Euro günstige Apple Universal-Dockingstation durchaus als Alternative zu einfachereren Produkten in Frage kommen. Bei künftigen Generationen wünschen wir uns dann jedoch noch mehr Signalschnittstellen (insbesondere einen HDMI-Ausgang), so dass die MIP Station dann noch mehr darstellt, als "nur" eine gute und preislich angemessene Lösung für Anwender, denen einen gute akustische Wiedergabe von Audiofiles am Herzen liegt. 
universelle und zuverlässige Apple-Dockingstation
mit guter Audio-Wiedergabe zum fairen Kaufpreis

Advance Acoustic MIP Station 3
Apple Universal Dockingsstation
Preis: 99 Euro
Test: 6.September 2012
+ universell nutzbar für iPod (ab 3. Generation, iPod Shuffle), iPod Touch, iPhone und iPad
+ hohe Variabilität dank analoger und digitaler Signalausgabe
+ störungsfreier Betrieb ohne Interferenzen
+ Aufladefunktion sämtlicher eingesteckter Geräte
+ die Dockingsstation kann per USB zum Zweck der Daten-Syncronisation benutzt werden
+ gute Klangqualität (neutraler Klang mit solidem Detaillierungsniveau)
+ mitgelieferte Fernbedienung

- wenig Schnittstellen (kein Video-Out, kein USB-in etc.)
- Materialauswahl und Detailgestaltung recht zweckmäßig gehalten
- USB/Netzkabel deutlich zu kurz
- analoge Audiowiedergabe unterhalb der Vorgängergenerationen
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