Es gibt etwas, von dem man als Freund pegelintensiver Heimkino
Verköstigung niemals genug haben kann: gute Endstufen. Doch
während der solvente High-Ender einfach
sein
Scheckbuch zückt und sich kraftvolle Elektronik im Wert eines
Mittelklassewagens in das Hifi-Rack hievt, sieht sich der
"normale" Anwender der Herausforderung gegenüber, Leistung,
Klang
und Preis möglichst ausbalanciert unter einen
Hut kriegen zu
müssen. Unter diesem Aspekt fällt die Auswahl nicht
leicht -
im neuralgischen Preisbereich von 1.500 - 2.000 Euro kämpfen
sowohl "Baby-Boliden" als auch kleine Mehrkanalendstufen um die Gunst
der leistungshungrigeren Käufer.
Eine weitere Alternative möchten wir Ihnen im
nachfolgenden
Testbericht vorstellen. Es handelt sich um einen Dreierverbund von
MAA-402 Stereoendstufen aus dem Hause Advance Acoustic. Dank eines
Stückpreises von 499 Euro kommt diese 6-Kanal Lösung
sogar
günstiger als die meisten Mehrkanalendstufen und verspricht
darüber hinaus den Vorteil einer besseren
Signaltrennung sowie
höherer Leistungsreserven. Der französische
Hersteller
spricht von "echten" 2 x 75 Watt an 8 Ohm und
spendiert
jeder MAA-402 eine leistungsfähige Netzteilsektion inkl.
großem Ringkerntrafo mitsamt großzügig
bemessenen
Kapazitäten. Allerdings will die MAA-402 nicht primär
durch
Muskeln
begeistern, sondern bringt auch einen Class-A Modus mit, um auch
abseits effektgewaltiger Blockbuster-Sequenzen zu überzeugen.
Unser Testbericht klärt, ob dem so ist.
Verarbeitung:
Advance Acoustic
gehört zu den
wenigen Anbietern, deren Produkte stets mit einem unverwechselbaren
Design auf sich aufmerksam machen. Während die Bi-Color Linie
schon seit mehreren Jahren erfolgreich am Markt (und dementsprechend
bekannt) ist, gibt es die preislich darunter platzierte Black-Line
Serie erst seit knapp 20 Monaten. Trotzdem wird der geneigte
Käufer aufgrund der Advance Acoustic-typischen Frontgestaltung
und
blauen VU-Meter auch diesbezüglich keine Zuordnungsprobleme
bekommen. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Black-Line
Geräte
lediglich durch einen etwas reduzierten Materialeinsatz sowie der
Farbgebung schwarz. Alternative Gehäuseausführungen
bieten
die Franzosen nicht an, was bei schwarz aber auch nicht weiter schlimm
ist - die MAA-402 kann man somit problemlos mit entsprechend
coloriertem AV-Equipment anderer Hersteller kombinieren.
Obwohl die
Aluminiumfrontplatten
(gegenüber der Bi-Color Linie) minimal an
Materialstärke
abgenommen haben, wirken die MAA-402 immer noch sehr stattlich bzw.
imposant. Die Oberflächen sind genauso hochwertig
poliert und
geschliffen, wie man das auch von den anderen Advance-Acoustic
Komponenten kennt. Durch die saubere Kantenverarbeitung mit ihren
größtenteils gradlinig verlaufenden
Abschlüssen
verströmen die Endstufen eine sachlich/technische Note. Sehr
schön ist ebenfalls der kleine Absatz zwischen dem leicht
hervorstehendem Mittelteil und den Seitenelementen.
Der optische
Hauptanziehungspunkt stellt
zweifelsfrei der mittlere Frontbereich mit den beiden VU-Metern dar.
Hier informieren die MAA-402 in "Old-School" Manier über
die aktuelle Leistungsabgabe pro Kanal. Die Skala bezieht sich
dabei auf einen Lastwiderstand von 8 Ohm. Die blaue Beleuchtung
fällt in ihrer Intensität
verhältnismäßig
dezent aus und "knallt" im Dunkeln nicht so stark, wie bei
früheren Geräten des Herstellers. Über einen
Kippschalter auf der Rückseite lässt sich die
Beleuchtung
außerdem nun auch komplett abschalten. Im Normalfall
dürfte
dies jedoch kein Anwender freiwillig tun, denn zusammen mit der edlen
schwarzen Aluminiumfront sieht die MAA-402 damit schlichtweg viel zu
gut aus.
Das Ein-/Ausschalten
erfolgt über
diesen zentral positionierten Schalter, der von zwei wulstigen
Horizontalverzierungen umgeben ist. Gegenüber der Bi-Color
Linie
hat Advance Acoustic bei diesem Modell auf eine Beleuchtung des Buttons
verzichtet. Direkt darüber befindet sich eine rote LED, die
bei
Auslösung der Schutzschaltung aufleuchtet und den Anwender
über ein Problem informiert (was in unseren Testreihen jedoch
nie
vorkam).
Nüchternheit
herrscht in der
Seitenansicht, wo der Blick auf konventionelle Blechgehäuse
fällt. die mit sichtbaren Verschraubungen mit dem Chassis
verbunden
sind. Dies ist in der vorliegenden Preisklasse Standard. Wer auf
Aluminiumgehäusedeckel und verdeckte Verschraubungen wert
legt,
muss sich schlichtweg in deutlich höheren Regionen umschauen.
Vollaluminiumstandfüße
mit
integrierten Spikes bleiben der höheren Modellreihe im Hause
Advance Acoustic vorbehalten, doch angesichts der ebenfalls sehr
ordentlichen Gerätefüße werden Besitzer
einer MAA-402
darüber sicher problemlos hinwegkommen. Wer mehrere solcher
Endstufen direkt aufeinander stapelt, sollte die etwas kurz geratenen
Füße gegen höhere Modelle ersetzen bzw. ein
Zwischenelement einfügen, um die Luftzirkulation zu
verbessern.
Die Lautsprecherterminals
fallen
zweckmäßig aus, wobei die kleine
Kunststoffisolierung
zwischen Schraubgewinde und Rückwand sogar ein wenig High-End
Flair vermittelt. Bananenstecker lassen sich hier problemlos verwenden,
bei klassischer Festschrauben von Lautsprecherkabel fällt auf,
dass die Terminals durchaus etwas weiter auseinandersitzen
dürften, um etwas mehr Komfort beim Anschließen zu
bieten.
Fazit:
Natürlich kann die MAA-402 bei Details, wie der
Frontplattenstärke, den Lautsprecherterminals oder den
Gerätefüßen nicht ganz verbergen, dass sie
etwas
kleinere Brötchen backen muss, als ihre
größeren
Geschwister, doch es ist erstaunlich, wie geschickt sie diesen Umstand
kaschiert und insgesamt sogar ein ausgesprochen hohes
Verarbeitungsniveau in Relation zu ihrer Preisklasse bietet.
Außerdem überzeugt die MAA-402 nicht in
Bezug auf den
reinen Materialeinsatz bzw. die Verarbeitungsgüte, sondern
wirft auch noch ihre attraktive Optik in die Waagschale.
technischer Aufbau:
Wer
schon einmal eine MAA-406 von innen gesehen hat, wird sich bei der
kleineren MAA-402 nicht den Gedanken verkneifen können, eine
Miniaturversion vor sich zu haben. Einzig der
große
Ringkerntrafo verströmt optische Opulenz; getrennte Kammern
für verschiedene Baugruppen, doppellagige
Chassisböden oder
symmetrische Schaltungen - all diese Zutaten sucht man hier vergebens.
Dies gilt aber in selber Form auch für günstige
Mehrkanalendstufen der 2.000 Euro Klasse; nur mit dem Unterschied, dass
drei MAA-402 durch ihr Stereo-Layout eine deutlich bessere
Signaltrennung mitbringt und auch hinsichtlich der
Stromlieferfähigkeit eindeutig im Vorteil ist. Als weitere
Besonderheit verfügt die MAA-402 über bipolare
Hochstromkondensatoren, geräuscharme Widerstände
sowie
besonders hochwertige Kondensatoren im Signalweg. Außerdem
gefällt uns an der MAA-402, dass die Signalleitungen recht
kurz
ausfallen, zumal die Endstufe generell einen sauber
strukturierten/verkabelten Eindruck hinterlässt. Trafo sowie
Leistungsstufen sind räumlich voneinander getrennt, um
gegenseitige Beeinflussungen zu minimieren.
Die Leistungsstufe liefert bis zu (echten) 75 Watt an 8 Ohm
und wird
dabei von zwei hochwertigen Elektrolytkondensatoren mit einer
Gesamtsiebkapazität von 20.000 Mikrofarad
unterstützt. Die
Abwärme wird über
einen Passivkühlkörper aus
schwarzem Aluminium an der rechten Gehäuseseite abgegeben.
Eine
große Besonderheit der MAA-402 (speziell im Vergleich zu
Mehrkanalendstufen) stellt die Class A/AB Architektur dar, die bei
abgerufenen Leistungen zwischen 0 und 15 Watt für eine
Anhebung
des Stroms an den Leistungstransistoren sorgt, damit
die
Endstufe im idealen Betriebsfenster liegt. Wird mehr Leistung
abgerufen, schaltet die MAA-402 erfolgt die Versorgung jener Baugruppe
über einen variablen Stromfluss, der sich den Begebenheiten
anpasst. Vereinfach formuliert: die MAA-402 nutzt ihre
Leistungsreserven auch bei niedrigen Pegeln, damit die Endstufe stets
am idealen Arbeitspunkt betrieben wird und stets eine
bestmögliche
Klangperformance bieten kann.
Die Rückseite
birgt wenig
Überraschungen: neben den Lautsprecherterminals stehen zwei
Chinch-Buchsen zur Signaleinspeisung zur Verfügung.
Zusätzliche XLR Schnittstellen wären in diesem
Zusammenhang
zwar sehr willkommen, sind aber in der vorliegenden Preisklasse
nur selten anzutreffen. Da sich neben dem Schalter
für die
VU-Meter keine weiteren Funktionen über die Rückseite
aktivieren lassen, müssen wir an dieser Stelle Kritik
für das
Fehlen von Trigger-Anschlüssen anbringen. Eine automatische
Signalerkennung besitzt die MAA-402 leider ebenfalls nicht, so dass der
geneigte Mehrkanalanwender vor jedem Filmgenuss erst einmal alle drei
Endstufen einzeln einschalten "darf". Das ist sicherlich kein
Weltuntergang, aber eben auch nicht ideal. Positiv hingegen: die
MAA-402 wird über einen "richtigen" Kaltgerätestecker
mit
Strom gespeist, daher kann man problemlos hochwertige Netzkabel
einsetzen.
die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
(Herstellerangaben)
Modell / Stückpreis
Advance Acoustic MAA-402 / 499 Euro
Aufbau
Stereo Endstufe mit Class A/AB Layout
Leistung
2x 75 Watt an 8 Ohm (Class AB)
Features
abschaltbare Display Beleuchtung
Abmessungen
11,0 x 34,0 x 44,0 cm (H,T,B)
Gewicht
8,5 Kilogramm
Testumgebung:
Die drei MAA-402 durften sich in unserem Referenz Studio
austoben.
Dabei haben wir uns nicht gescheut, die 500-Euro-Endstufen zwischen der
Cinemike-getunten AVP-A1HDA sowie diamantbestückten Isophon
Lautsprechern einzugliedern. Auf diese Weise waren die Advance Acoustic
Endstufen, weder in der Zuspielung noch auf Seiten der Lautsprecher, in
irgendeiner Weise limitiert. Zusätzlich zum Test am Rande von
absoluten
Idealbedingungen, haben wir die Endstufen aber auch
mit "normalen"
AV-Receivern sowie Lautsprechern aus bürgerlicheren
Preisklassen kombiniert, um eine praxisnahe Einordnung ihrer
Qualitäten vornehmen zu können.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der
Übersicht:
Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch
optimiert.
Praxiseindrücke:
Die drei Advance Acoustic Endstufen gefielen in unseren
Hörtests innerhalb von Surroundsystem durch ihre kultivierte
und
angenehme Spielweise. Im Vergleich zu den integrierten Endstufen
unserer AV-Receiver verhalten sich die MAA-402 wie
Reihensechszylinder gegen Kleinwagenaggregate: seidig, harmonisch und
mit perfekt bemessenem Nachdruck. Die Endstufen haben es nicht
nötig, durch vordergründige Bass- oder
Höhenanhebungen
auf Kundenfang zu gehen, sondern hüllen ihre Rezipienten in
ein
insgesamt recht natürlich abgestimmtes Klangpanaroma.
Lediglich im
oberen Mittenbereich ist eine minimale Emphasis zu hören, was
den
Geräten einen wohldosierten "warmen" Einschlag
beschert. Der
Hochtonbereich wird überaus detailliert wiedergegeben, ist in
Bezug auf die Strahlkraft jedoch nicht auf gnadenlose Analytik
ausgelegt. Die kleinen schwarzen Energiespender erweisen sich als
deswegen Meister der Contenance, da selbst überaus kritisches
Material ohne Schärfe wiedergegeben wird. Gleichzeitig
beherrschen
die drei Testprobanden aber auch die nachdrückliche Gangart,
was
zum einen am schnellen sowie präzisen Bassbereich liegt, aber
auch
durch die gute Klangdynamik begründet ist. Obwohl die
offizielle
Leistungsangabe von 75 Watt an 8 Ohm kein Spektakel vermuten
lässt, können die drei Franzosen durchaus auch
richtig Party machen
und
dabei so manche Lautsprecher an ihre Grenzen bringen. Sicherlich wird
dabei nicht das Leistungsniveau von monauralen
Mehrkanalverstärkern der 3.500 Euro Liga (z.B. NAD M25)
geboten,
doch auf dem Niveau der meisten AV-Boliden (z.B. Denon
AVC-A1HDA)
bewegen sie sich allemal. Trotzdem definieren sich die MAA-402 nicht
primär durch Leistung: Anwender, denen schlichtweg nur die
reine
Kraft am Herzen (bzw. Ohr) liegt, bekommen mit vielen PA-Endstufen mehr
Watt pro Euro. Die Advance Acoustic Komponenten setzen dafür
auf
audiophile Aspekte wie z.B. die generelle Feingliedrigkeit beim
Modellieren, der Klangtransparenz, sowie einem hohem Maß an
Differenzierungsvermögen. Die Raumabbildung stellt ebenfalls
eine
ihrer Schokoladenseiten dar: auch wenn Liebhaber komplexer klassischer
Musik sich vielleicht immer noch ein Quäntchen mehr
Abbildungsschärfe wünschen würden (gibt es
jedoch erst
in höheren Preisklassen), so gefallen die MAA-402 durch ihre
bestechende Weiträumigkeit mit der sie besonders auf
den Rearkanälen für ein
losgelöstes/sphärisches Klangpanorama sorgen. Ganz
nebenbei
werden die integrierten AV-Receiver Endstufen diesbezüglich
regelrecht deklassiert, die hier vergleichsweise schlecht abschneiden.
Fazit: die MAA-402 ist eine Stereo Endstufe mit einer leicht warm bzw.
röhren-ähnlich abgestimmten Akustik, die aber
gleichzeitig
immer noch ein hohes Maß an Klangnatürlichkeit
mitbringt.
Die Leistungsreserven sind hoch, jedoch nicht extrem üppig.
Die
MAA-402 punkten vielmehr durch ihre geschliffene Akustik mit seidigen
Hochtonbereich, guter Mitteltondurchzeichung sowie differenzierte
Bassdarstellung. Raumabbildung sowie Dynamik fallen ebenfalls sehr gut
aus, wobei diesbezüglich besonders die feindynamischen Aspekte
bzw. Weitläufigkeit Akzente setzen.
Weitere Klangeindrücke sowie Markteinordnungen finden Sie in
den
nachfolgenden "Klartext" Tabellen. Hier wird mit kurzen,
klaren
Sätzen vermittelt,
welche
Klangeigenschaften die Testgeräte mit den jeweiligen
Sequenzen an den Tag legen. Die Titel sind in Hinblick auf
verschiedene Klangaspekte ausgewählt. Damit sie deren
Besonderheiten
nachvollziehen können, haben wir diese im rechten Bereich der
Tabelle vermerkt. Das Ziel dieser kompakt gehaltenen Klangbeispiele
soll dazu beitragen, die Charakteristiken gleichzeitig
aussagekräftiger, vergleichbarer und effektiver zu vermitteln,
als
dies bei (lang) ausformulierten Einzelbeispielen
möglich ist.
(sämtliche Angaben und Noten sind in Relation zur
Preis-/Geräteklasse zu betrachten !!)
Harry Potter
Heiligtümer des Todes 1
Die MAA-402 generieren eine referenzwürdige
Effekttiefe bzw. Räumlichkeit und begeistern zudem mit einer
Klangdetaillierung auf dem Niveau höherer Preisklassen. Die
Atmosphäre wird (in Relation zur Preisklasse) PERFEKT
umgesetzt.
Sehr gut gelingt den Endstufen ebenfalls die zumeist feinen, kurzen
Score-Untermalungen - insgesamt überragend Klangtransparenz.
(Note 1,0)
Das neueste Abenteuer des weltbekanntesten Zauberers
besitzt zwar auch einige actionreichere Passagen, definiert sich in
akustischer Hinsicht aber vor allem durch viele subtile
Umgebungseffekte, die für eine perfekte Wiedergabe sehr
feinfühlig umgesetzt werden müssen. (Deutsch Dolby
Digital
5.1)
Batman
The Dark Knight
Bassimpuls beim (ersten) Kameraschwenk auf schwarzes
Hochhaus trocken und exakt portioniert. Kurz vor dem Betreten der Bank
liegt eine ausgezeichnete Konturierung vor, wenngleich bei hohen Pegeln
und fordernden LS ein wenig Nachdruck im Tiefstbassbereich fehlt.
Bassdynamik und Sauberkeit insgesamt gut, zumal gleichzeitig auch die
Darstellung von Sprache und Effekte (Schusswechsel) gut
herausgearbeitet werden.(Note 2,0)
Dieser Ausflug nach Gotham City bringt vor allem die
grobdynamischen Qualitäten sowie Bassdifferenzierung an das
Tageslicht. Testgeräte mit aufdickenden Klangeigenschaften
blamieren sich speziell beim Banküberfall zu Beginn des Filmes
sehr schnell. (Englisch Dolby True HD 5.1)
Krabat
Körperhaftigkeit der Sprachwiedergabe wird
etwas
angehoben, Detaillierung der Sprachdetails auf weit
überdurchschnittlichem Niveau. Selbst tiefe Konsonanten
ertönen mit bestechender Klarheit über den
Centerspeaker. Die
MAA-402 bauen eine hohe sprachliche Präsenz auf und setzen die
Stimme in den akustischen Mittelpunkt. Vorbildlich ist ebenfalls die
Räumlichkeit, dank der sich die Sprache vom
Centerspeaker loslöst. (Note 1,5)
Die ersten Minuten der 2008er Verfilmung von Otfried
Preußlers gleichnamigen Fantasy Roman generieren mit gutem
Equipment Gänsehaut im Quadratmeter-Format. Wichtig ist
dafür, dass die markante, raue Stimme von Otto Sanders Prolog
charakteristisch wiedergegeben wird, wobei auch die isolierten
Musikeffekte eine gute Räumlichkeit benötigen.
(Deutsch
DTS-HD 5.1)
Der Herr der Ringe - Teil 1
Ext. Ed. BD
Abgesehen vom letzten Hauch an Offen-/Klarheit wird
auch die zarte Frauenstimme ausgezeichnet umgesetzt. Die
Klangtransparenz ist gut; die Feinfühligkeit aufgrund der
seidigen
Spielweise sogar ausgezeichnet. Dieses Attribut trifft auch auf die
feindynamische Ausarbeitung zu, so dass der Sprachrythmus hervorragend
zur Geltung kommt.
(Note 2,0)
Unser nächster Stopp im Bereich der
Fantasy-Welten
stellt der famose erste Teil der Herr der Ringe Trilogie dar.
Ähnlich wie bei Krabat achten wir auch hier auf die
Erzählstimme im Intro - dieses Mal wird allerdings
Klangtransparenz und Feindynamik abgefragt. (Englisch DTS-HD 6.1)
Armageddon
Score wird in atemberaubender Weise eingebunden, da
Instrumente sehr vielschichtig und hochauflösend zur Geltung
kommen. Die Streichinstrumente sowie Flöten klingen extrem
kultiviert, ohne überschärft zu klingen (in dieser
Preisklasse häufig der Fall). Dank hoher Klangtransparenz
werden
weder Sound-Effekte sowie Sprache überdeckt. (Note 1,0)
Auch wenn der Pathos an jeder Ecke trieft; in
akustischer
Sicht ist dieser Bruce-Willis Streifen ein Gedicht - zumindest wenn
sich die Wiedergabekette als musikalisch erweist und den intensiven,
omnipräsenten Score hervorragend umsetzt, so dass der Film
seine
emotionale Wirkung entfacht. (Englisch DTS-HD 5.1)
Transformers
Die Rache
Die MAA-402 setzen die komplexen
Transformationsgeräusche zwar nicht mit bedingungsloser
Strahlkraft im HT-Bereich um, detaillieren aber recht
sorgfältig.
Dies führt zu einem differenziertem Klang ohne
Aufdringlichkeits-
bzw. Nervfaktor. Split-Surroundeffekte profitieren von der
hervorragenden Räumlichkeit, so dass komplexe Arrangement
überaus kohärent klingen. (Note 2,0)
Die Mutation der Küchengeräte mitsamt
anschließendem Mini-Gefecht in "Transformers - Die Rache"
besticht
neben den vielen bidirektionalen Surroundeffekten durch einen
intensiven
Einsatz von Hochtoneffekten verschiedener Couleur. Hier ist eine
brillante und saubere Spielweise gefragt, ohne dabei scharf bzw.
unangenehm zu klingen. (Englisch DTS-HD 5.1)
The
Big Four
Mit diesem Musikmaterial blühen die MAA-402
regelrecht auf, da sie sehr viel Spielfluss, Dynamik sowie Feinschliff
in die Wiedergabe einbringen. Selbst die ultra-schnellen und harten
Kickdrums des Slayer-Drummers bringen die Endstufen nicht in
Bedrängnis. Gitarristen werden klar differenziert; das
frenetische
u. laute Publikum gelangt ohne analytische Härte auf die
Rearkanäle. (Note 1,0)
Rockgeschichte hautnah in den eigenen 4 Wänden
erleben: wenn Anthrax, Slayer, Megadeth und Metallica zum kollektiven
Headbangen bitten, schwitzen Endstufe und Lautsprecher um die Wette.
Durch die gute Aufnahmequalität darf dabei aber kein
Feinschliff
auf der Strecke bleiben.
Name
Kanäle/
Leistung
Klangvergleich
zu MAA-402
Preis/
UVP
Marantz
MM7025
2x140W
an 8 Ohm
Die MAA-402 besitzt nicht ganz die Pegelfestigkeit,
klingt
aber tonal ausgewogener, da der untere Frequenzbereich druckvoller
umgesetzt wird. Die Sprachwiedergabe gelingt der MAA-402 kerniger.
Besonders bei niedrigen bis mittleren Pegel generiert die MAA-402 mehr
Räumlichkeit und Feindynamik.
899 €
Audiolab
8000X7
7x100W
an 8
Ohm
Audiolab's 8000X7 ist sogar noch etwas
neutraler/natürlicher ausgelegt. Die
Klangdynamik liegt auf ähnlich gutem Niveau, während
die
MAA-402 den Klangteppich besser vom LS löst. Großer
Unterschied: die 8000X7 hat ein schlechteres
Auflösungsvermögen und spielt
analytischer/schärfer.
2350€
Vincent
SP-996
1x125W
an 8
Ohm
Die kleinen Vincent Monoblöcke spielen
ähnlich gut
wie die MAA-402, allerdings noch etwas wärmer abgestimmt
(softere
Höhen, prägnanterer Bass). Raumabbildung ist bei
Vincent
etwas exakter, dafür spielen die MAA-402 minimal
(fein)dynamischer.
459 €
Advance
Acoustic
MAA-406
2x150W
an 8
Ohm
Im Vergleich mit dem nächst
größerem Modell
wird klar, dass selbst die guten MAA-402 noch Luft nach oben besitzen.
Die MAA-406 sind nicht nur kräftiger, sondern spielen
substanz-/druckvoller und nochmals etwas präziser.
Für
5.1 Sets der oberen Mittelklasse (ab. ca. 4.000 Euro) lohnt sich der
Mehrpreis. Darunter sind die MAA-402 sinnvoller.
999 €
AV-Receiver
ca.
7x170W
an 6 Ohm
Die internen Endstufen von unseren AV-Receivern hatten
gegen
die MAA-402 klar das Nachsehen - die größten
Unterschiede sind in
Bezug auf Dynamik, Basspräzision, Auflösung und ganz
speziell
der Raumabbildung zu finden.
2000-
3000€
Fazit:
Aller guten Dinge sind Drei: auf unser Endstufentrio trifft
das
wohlbekannte Sprichwort ohne Einschränkungen zu! Das
Konzept
einer Kaskadierung dieser Advance-Acoustic Stereoendstufen erweist sich
als klangstarke Alternative zu "dicken" Mehrkanalverstärkern.
Die
MAA-402 sind zwar nicht unbedingt die Muskelmänner ihrer
Klasse,
bringen aber immer noch ein hohes Leistungsniveau mit und begeistern
durch ihre kultivierten Klangeigenschaften. Anwender mit dem Wunsch
nach audiophil-abgeschmeckter Akustik inklusive einem hohem
Maß
an Klangtransparenz, Vielschichtigkeit sowie feindynamischer
Akkuratesse werden sich schwer tun, etwas Passenderes in dieser
Preisklasse zu finden. Darüber hinaus darf sich der
ambitionierte
Home-Cineast mit den französischen Mini-Kraftwerken noch
über
ein großes Klangpanorama freuen und wird auch beim Anblick
der
gut verarbeiteten Frontplatten verwöhnt. Sicherlich
könnte
man noch dem Wunsch nach
Trigger-Eingängen Nachdruck verleihen, doch in Anbetracht der
hohen technischen und klanglichen Güte sowie dem
phänomenal
günstigen (Einzel)Preis von 499 Euro, ist das Gesamtpaket als
Freundschaftsangebot zu bezeichnen. Deswegen gibt es von uns ein
"Referenz" Prädikat inklusive einer dicken Empfehlung zum
Probehören.
Das MAA-402 Trio
gibt eine exzellente Mehrkanalvorstellung ab,
bei der Klangqualität vor Leistung Vorrang
genießt.