Test: Advance Acoustic 3 x MAA-402 im Surroundbetrieb - die Alternative zu Mehrkanalendstufen ?


Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.

(5.Juli 2011 - von Lars Mette

Es gibt etwas, von dem man als Freund pegelintensiver Heimkino Verköstigung niemals genug haben kann: gute Endstufen. Doch während der solvente High-Ender einfach sein Scheckbuch zückt und sich kraftvolle Elektronik im Wert eines Mittelklassewagens in das Hifi-Rack hievt, sieht sich der "normale" Anwender der Herausforderung gegenüber, Leistung, Klang und Preis möglichst ausbalanciert unter einen Hut kriegen zu müssen. Unter diesem Aspekt fällt die Auswahl nicht leicht - im neuralgischen Preisbereich von 1.500 - 2.000 Euro kämpfen sowohl "Baby-Boliden" als auch kleine Mehrkanalendstufen um die Gunst der leistungshungrigeren Käufer.

Eine weitere Alternative möchten wir Ihnen im nachfolgenden Testbericht vorstellen. Es handelt sich um einen Dreierverbund von MAA-402 Stereoendstufen aus dem Hause Advance Acoustic. Dank eines Stückpreises von 499 Euro kommt diese 6-Kanal Lösung sogar günstiger als die meisten Mehrkanalendstufen und verspricht darüber hinaus den Vorteil einer besseren Signaltrennung sowie höherer Leistungsreserven. Der französische Hersteller spricht von "echten" 2 x 75 Watt an 8 Ohm und spendiert jeder MAA-402 eine leistungsfähige Netzteilsektion inkl. großem Ringkerntrafo mitsamt großzügig bemessenen Kapazitäten. Allerdings will die MAA-402 nicht primär durch Muskeln begeistern, sondern bringt auch einen Class-A Modus mit, um auch abseits effektgewaltiger Blockbuster-Sequenzen zu überzeugen. Unser Testbericht klärt, ob dem so ist.

Verarbeitung:


Advance Acoustic gehört zu den wenigen Anbietern, deren Produkte stets mit einem unverwechselbaren Design auf sich aufmerksam machen. Während die Bi-Color Linie schon seit mehreren Jahren erfolgreich am Markt (und dementsprechend bekannt) ist, gibt es die preislich darunter platzierte Black-Line Serie erst seit knapp 20 Monaten. Trotzdem wird der geneigte Käufer aufgrund der Advance Acoustic-typischen Frontgestaltung und blauen VU-Meter auch diesbezüglich keine Zuordnungsprobleme bekommen. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Black-Line Geräte lediglich durch einen etwas reduzierten Materialeinsatz sowie der Farbgebung schwarz. Alternative Gehäuseausführungen bieten die Franzosen nicht an, was bei schwarz aber auch nicht weiter schlimm ist - die MAA-402 kann man somit problemlos mit entsprechend coloriertem AV-Equipment anderer Hersteller kombinieren.



Obwohl die Aluminiumfrontplatten (gegenüber der Bi-Color Linie) minimal an Materialstärke abgenommen haben, wirken die MAA-402 immer noch sehr stattlich bzw. imposant. Die Oberflächen sind genauso hochwertig poliert und geschliffen, wie man das auch von den anderen Advance-Acoustic Komponenten kennt. Durch die saubere Kantenverarbeitung mit ihren größtenteils gradlinig verlaufenden Abschlüssen verströmen die Endstufen eine sachlich/technische Note. Sehr schön ist ebenfalls der kleine Absatz zwischen dem leicht hervorstehendem Mittelteil und den Seitenelementen.



Der optische Hauptanziehungspunkt stellt zweifelsfrei der mittlere Frontbereich mit den beiden VU-Metern dar. Hier informieren die MAA-402 in "Old-School" Manier über die aktuelle Leistungsabgabe pro Kanal. Die Skala bezieht sich dabei auf einen Lastwiderstand von 8 Ohm. Die blaue Beleuchtung fällt in ihrer Intensität verhältnismäßig dezent aus und "knallt" im Dunkeln nicht so stark, wie bei früheren Geräten des Herstellers. Über einen Kippschalter auf der Rückseite lässt sich die Beleuchtung außerdem nun auch komplett abschalten. Im Normalfall dürfte dies jedoch kein Anwender freiwillig tun, denn zusammen mit der edlen schwarzen Aluminiumfront sieht die MAA-402 damit schlichtweg viel zu gut aus.



Das Ein-/Ausschalten erfolgt über diesen zentral positionierten Schalter, der von zwei wulstigen Horizontalverzierungen umgeben ist. Gegenüber der Bi-Color Linie hat Advance Acoustic bei diesem Modell auf eine Beleuchtung des Buttons verzichtet. Direkt darüber befindet sich eine rote LED, die bei Auslösung der Schutzschaltung aufleuchtet und den Anwender über ein Problem informiert (was in unseren Testreihen jedoch nie vorkam).



Nüchternheit herrscht in der Seitenansicht, wo der Blick auf konventionelle Blechgehäuse fällt. die mit sichtbaren Verschraubungen mit dem Chassis verbunden sind. Dies ist in der vorliegenden Preisklasse Standard. Wer auf Aluminiumgehäusedeckel und verdeckte Verschraubungen wert legt, muss sich schlichtweg in deutlich höheren Regionen umschauen.



Vollaluminiumstandfüße mit integrierten Spikes bleiben der höheren Modellreihe im Hause Advance Acoustic vorbehalten, doch angesichts der ebenfalls sehr ordentlichen Gerätefüße werden Besitzer einer MAA-402 darüber sicher problemlos hinwegkommen. Wer mehrere solcher Endstufen direkt aufeinander stapelt, sollte die etwas kurz geratenen Füße gegen höhere Modelle ersetzen bzw. ein Zwischenelement einfügen, um die Luftzirkulation zu verbessern.



Die Lautsprecherterminals fallen zweckmäßig aus, wobei die kleine Kunststoffisolierung zwischen Schraubgewinde und Rückwand sogar ein wenig High-End Flair vermittelt. Bananenstecker lassen sich hier problemlos verwenden, bei klassischer Festschrauben von Lautsprecherkabel fällt auf, dass die Terminals durchaus etwas weiter auseinandersitzen dürften, um etwas mehr Komfort beim Anschließen zu bieten.

Fazit:

Natürlich kann die MAA-402 bei Details, wie der Frontplattenstärke, den Lautsprecherterminals oder den Gerätefüßen nicht ganz verbergen, dass sie etwas kleinere Brötchen backen muss, als ihre größeren Geschwister, doch es ist erstaunlich, wie geschickt sie diesen Umstand kaschiert und insgesamt sogar ein ausgesprochen hohes Verarbeitungsniveau in Relation zu ihrer Preisklasse bietet. Außerdem überzeugt die MAA-402 nicht in Bezug auf den reinen Materialeinsatz bzw. die Verarbeitungsgüte, sondern wirft auch noch ihre attraktive Optik in die Waagschale.

technischer Aufbau:



Wer schon einmal eine MAA-406 von innen gesehen hat, wird sich bei der kleineren MAA-402 nicht den Gedanken verkneifen können, eine Miniaturversion vor sich zu haben. Einzig der große Ringkerntrafo verströmt optische Opulenz; getrennte Kammern für verschiedene Baugruppen, doppellagige Chassisböden oder symmetrische Schaltungen - all diese Zutaten sucht man hier vergebens. Dies gilt aber in selber Form auch für günstige Mehrkanalendstufen der 2.000 Euro Klasse; nur mit dem Unterschied, dass drei MAA-402 durch ihr Stereo-Layout eine deutlich bessere Signaltrennung mitbringt und auch hinsichtlich der Stromlieferfähigkeit eindeutig im Vorteil ist. Als weitere Besonderheit verfügt die MAA-402 über bipolare Hochstromkondensatoren, geräuscharme Widerstände sowie besonders hochwertige Kondensatoren im Signalweg. Außerdem gefällt uns an der MAA-402, dass die Signalleitungen recht kurz ausfallen, zumal die Endstufe generell einen sauber strukturierten/verkabelten Eindruck hinterlässt. Trafo sowie Leistungsstufen sind räumlich voneinander getrennt, um gegenseitige Beeinflussungen zu minimieren. 


Die Leistungsstufe liefert bis zu (echten) 75 Watt an 8 Ohm und wird dabei von zwei hochwertigen Elektrolytkondensatoren mit einer Gesamtsiebkapazität von 20.000 Mikrofarad unterstützt. Die Abwärme wird über einen Passivkühlkörper aus schwarzem Aluminium an der rechten Gehäuseseite abgegeben. Eine große Besonderheit der MAA-402 (speziell im Vergleich zu Mehrkanalendstufen) stellt die Class A/AB Architektur dar, die bei abgerufenen Leistungen zwischen 0 und 15 Watt für eine Anhebung des Stroms an den Leistungstransistoren sorgt, damit die Endstufe im idealen Betriebsfenster liegt. Wird mehr Leistung abgerufen, schaltet die MAA-402 erfolgt die Versorgung jener Baugruppe über einen variablen Stromfluss, der sich den Begebenheiten anpasst. Vereinfach formuliert: die MAA-402 nutzt ihre Leistungsreserven auch bei niedrigen Pegeln, damit die Endstufe stets am idealen Arbeitspunkt betrieben wird und stets eine bestmögliche Klangperformance bieten kann.



Die Rückseite birgt wenig Überraschungen: neben den Lautsprecherterminals stehen zwei Chinch-Buchsen zur Signaleinspeisung zur Verfügung. Zusätzliche XLR Schnittstellen wären in diesem Zusammenhang zwar sehr willkommen, sind aber in der vorliegenden Preisklasse nur selten anzutreffen. Da sich neben dem Schalter für die VU-Meter keine weiteren Funktionen über die Rückseite aktivieren lassen, müssen wir an dieser Stelle Kritik für das Fehlen von Trigger-Anschlüssen anbringen. Eine automatische Signalerkennung besitzt die MAA-402 leider ebenfalls nicht, so dass der geneigte Mehrkanalanwender vor jedem Filmgenuss erst einmal alle drei Endstufen einzeln einschalten "darf". Das ist sicherlich kein Weltuntergang, aber eben auch nicht ideal. Positiv hingegen: die MAA-402 wird über einen "richtigen" Kaltgerätestecker mit Strom gespeist, daher kann man problemlos hochwertige Netzkabel einsetzen.

die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung (Herstellerangaben)

Modell / Stückpreis Advance Acoustic MAA-402 / 499 Euro
Aufbau Stereo Endstufe mit Class A/AB Layout
Leistung 2x 75 Watt an 8 Ohm (Class AB)
Features abschaltbare Display Beleuchtung
Abmessungen 11,0 x 34,0 x 44,0 cm (H,T,B)
Gewicht 8,5 Kilogramm

Testumgebung:

Die drei MAA-402 durften sich in unserem Referenz Studio austoben. Dabei haben wir uns nicht gescheut, die 500-Euro-Endstufen zwischen der Cinemike-getunten AVP-A1HDA sowie diamantbestückten Isophon Lautsprechern einzugliedern. Auf diese Weise waren die Advance Acoustic Endstufen, weder in der Zuspielung noch auf Seiten der Lautsprecher, in irgendeiner Weise limitiert. Zusätzlich zum Test am Rande von absoluten Idealbedingungen, haben wir die Endstufen aber auch mit "normalen" AV-Receivern sowie Lautsprechern aus bürgerlicheren Preisklassen kombiniert, um eine praxisnahe Einordnung ihrer Qualitäten vornehmen zu können. 

Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:

AV-Receiver Denon AVR-4810 (ca. 3.000 €)
Denon AVC-A11XC (altes Modell)
Onkyo TX-NR 5000E (altes Modell)
Vorstufen
Cinemike AVP-A1HDA (ca. 14.000 €)
Lautsprecher Isophon Arabba-D+FRC-D 7ch Surroundset (ca. 80.000 €)
Monitor Audio Platinum 7.1ch Surroundset (ca. 24.000 €)
ASW Opus Surroundset (ca. 3.000 €)
Quellgeräte Cinemike DVD-A1UD (ca. 7.000 €)
Panasonic DMP-BDT300 3D Blu-Ray Player (ca. 500 €)
Oppo BDP-93EU 3D Blu-Ray Player (ca. 600 €)
Anzeige
geräte
Sim2 C3X1080 mit Cinemike Tuning 3 Chip DLP Proj. (ca. 30.000 €)
Image iMasque vollmaskierbar, akustisch transp. (ca. 19.000 €)
JVC DLA-X7 Cinemike-Edition (ca. 10.000 €)
Panasonic P65VT20E 3D Plasma-TV (altes Modell)

AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami (Lautsprecher), 
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet (Netzkabel).

Das Referenzstudio wurde von der Firma RTFS akustisch optimiert.

Praxiseindrücke:

Die drei Advance Acoustic Endstufen gefielen in unseren Hörtests innerhalb von Surroundsystem durch ihre kultivierte und angenehme Spielweise. Im Vergleich zu den integrierten Endstufen unserer AV-Receiver verhalten sich die MAA-402 wie  Reihensechszylinder gegen Kleinwagenaggregate: seidig, harmonisch und mit perfekt bemessenem Nachdruck. Die Endstufen haben es nicht nötig, durch vordergründige Bass- oder Höhenanhebungen auf Kundenfang zu gehen, sondern hüllen ihre Rezipienten in ein insgesamt recht natürlich abgestimmtes Klangpanaroma. Lediglich im oberen Mittenbereich ist eine minimale Emphasis zu hören, was den Geräten einen wohldosierten "warmen" Einschlag beschert. Der Hochtonbereich wird überaus detailliert wiedergegeben, ist in Bezug auf die Strahlkraft jedoch nicht auf gnadenlose Analytik ausgelegt. Die kleinen schwarzen Energiespender erweisen sich als deswegen Meister der Contenance, da selbst überaus kritisches Material ohne Schärfe wiedergegeben wird. Gleichzeitig beherrschen die drei Testprobanden aber auch die nachdrückliche Gangart, was zum einen am schnellen sowie präzisen Bassbereich liegt, aber auch durch die gute Klangdynamik begründet ist. Obwohl die offizielle Leistungsangabe von 75 Watt an 8 Ohm kein Spektakel vermuten lässt, können die drei Franzosen durchaus auch richtig Party machen und dabei so manche Lautsprecher an ihre Grenzen bringen. Sicherlich wird dabei nicht das Leistungsniveau von monauralen Mehrkanalverstärkern der 3.500 Euro Liga (z.B. NAD M25) geboten, doch auf dem Niveau der meisten AV-Boliden (z.B. Denon AVC-A1HDA) bewegen sie sich allemal. Trotzdem definieren sich die MAA-402 nicht primär durch Leistung: Anwender, denen schlichtweg nur die reine Kraft am Herzen (bzw. Ohr) liegt, bekommen mit vielen PA-Endstufen mehr Watt pro Euro. Die Advance Acoustic Komponenten setzen dafür auf audiophile Aspekte wie z.B. die generelle Feingliedrigkeit beim Modellieren, der Klangtransparenz, sowie einem hohem Maß an Differenzierungsvermögen. Die Raumabbildung stellt ebenfalls eine ihrer Schokoladenseiten dar: auch wenn Liebhaber komplexer klassischer Musik sich vielleicht immer noch ein Quäntchen mehr Abbildungsschärfe wünschen würden (gibt es jedoch erst in höheren Preisklassen), so gefallen die MAA-402 durch ihre bestechende Weiträumigkeit mit der sie besonders auf den Rearkanälen für ein losgelöstes/sphärisches Klangpanorama sorgen. Ganz nebenbei werden die integrierten AV-Receiver Endstufen diesbezüglich regelrecht deklassiert, die hier vergleichsweise schlecht abschneiden. Fazit: die MAA-402 ist eine Stereo Endstufe mit einer leicht warm bzw. röhren-ähnlich abgestimmten Akustik, die aber gleichzeitig immer noch ein hohes Maß an Klangnatürlichkeit mitbringt. Die Leistungsreserven sind hoch, jedoch nicht extrem üppig. Die MAA-402 punkten vielmehr durch ihre geschliffene Akustik mit seidigen Hochtonbereich, guter Mitteltondurchzeichung sowie differenzierte Bassdarstellung. Raumabbildung sowie Dynamik fallen ebenfalls sehr gut aus, wobei diesbezüglich besonders die feindynamischen Aspekte bzw. Weitläufigkeit Akzente setzen.

Weitere Klangeindrücke sowie Markteinordnungen finden Sie in den nachfolgenden "Klartext" Tabellen. Hier wird mit kurzen, klaren Sätzen vermittelt, welche Klangeigenschaften die Testgeräte mit den jeweiligen Sequenzen an den Tag legen. Die Titel sind in Hinblick auf verschiedene Klangaspekte ausgewählt. Damit sie deren Besonderheiten nachvollziehen können, haben wir diese im rechten Bereich der Tabelle vermerkt. Das Ziel dieser kompakt gehaltenen Klangbeispiele soll dazu beitragen, die Charakteristiken gleichzeitig aussagekräftiger, vergleichbarer und effektiver zu vermitteln, als dies bei (lang) ausformulierten Einzelbeispielen möglich ist.

(sämtliche Angaben und Noten sind in Relation zur Preis-/Geräteklasse zu betrachten !!) 


Harry Potter
Heiligtümer des Todes 1
Die MAA-402 generieren eine referenzwürdige Effekttiefe bzw. Räumlichkeit und begeistern zudem mit einer Klangdetaillierung auf dem Niveau höherer Preisklassen. Die Atmosphäre wird (in Relation zur Preisklasse) PERFEKT umgesetzt. Sehr gut gelingt den Endstufen ebenfalls die zumeist feinen, kurzen Score-Untermalungen - insgesamt überragend Klangtransparenz.
(Note 1,0)
Das neueste Abenteuer des weltbekanntesten Zauberers besitzt zwar auch einige actionreichere Passagen, definiert sich in akustischer Hinsicht aber vor allem durch viele subtile Umgebungseffekte, die für eine perfekte Wiedergabe sehr feinfühlig umgesetzt werden müssen. (Deutsch Dolby Digital 5.1)

Batman
The Dark Knight
Bassimpuls beim (ersten) Kameraschwenk auf schwarzes Hochhaus trocken und exakt portioniert. Kurz vor dem Betreten der Bank liegt eine ausgezeichnete Konturierung vor, wenngleich bei hohen Pegeln und fordernden LS ein wenig Nachdruck im Tiefstbassbereich fehlt. Bassdynamik und Sauberkeit insgesamt gut, zumal gleichzeitig auch die Darstellung von Sprache und Effekte (Schusswechsel) gut herausgearbeitet werden.(Note 2,0) Dieser Ausflug nach Gotham City bringt vor allem die grobdynamischen Qualitäten sowie Bassdifferenzierung an das Tageslicht. Testgeräte mit aufdickenden Klangeigenschaften blamieren sich speziell beim Banküberfall zu Beginn des Filmes sehr schnell. (Englisch Dolby True HD 5.1)

Krabat
Körperhaftigkeit der Sprachwiedergabe wird etwas angehoben, Detaillierung der Sprachdetails auf weit überdurchschnittlichem Niveau. Selbst tiefe Konsonanten ertönen mit bestechender Klarheit über den Centerspeaker. Die MAA-402 bauen eine hohe sprachliche Präsenz auf und setzen die Stimme in den akustischen Mittelpunkt. Vorbildlich ist ebenfalls die Räumlichkeit, dank der sich die Sprache vom Centerspeaker loslöst.  (Note 1,5) Die ersten Minuten der 2008er Verfilmung von Otfried Preußlers gleichnamigen Fantasy Roman generieren mit gutem Equipment Gänsehaut im Quadratmeter-Format. Wichtig ist dafür, dass die markante, raue Stimme von Otto Sanders Prolog charakteristisch wiedergegeben wird, wobei auch die isolierten Musikeffekte eine gute Räumlichkeit benötigen. (Deutsch DTS-HD 5.1)

Der Herr der Ringe - Teil 1
Ext. Ed. BD
Abgesehen vom letzten Hauch an Offen-/Klarheit wird auch die zarte Frauenstimme ausgezeichnet umgesetzt. Die Klangtransparenz ist gut; die Feinfühligkeit aufgrund der seidigen Spielweise sogar ausgezeichnet. Dieses Attribut trifft auch auf die feindynamische Ausarbeitung zu, so dass der Sprachrythmus hervorragend zur Geltung kommt.
(Note 2,0)
Unser nächster Stopp im Bereich der Fantasy-Welten stellt der famose erste Teil der Herr der Ringe Trilogie dar. Ähnlich wie bei Krabat achten wir auch hier auf die Erzählstimme im Intro - dieses Mal wird allerdings Klangtransparenz und Feindynamik abgefragt. (Englisch DTS-HD 6.1)

Armageddon
Score wird in atemberaubender Weise eingebunden, da Instrumente sehr vielschichtig und hochauflösend zur Geltung kommen. Die Streichinstrumente sowie Flöten klingen extrem kultiviert, ohne überschärft zu klingen (in dieser Preisklasse häufig der Fall). Dank hoher Klangtransparenz werden weder Sound-Effekte sowie Sprache überdeckt. (Note 1,0) Auch wenn der Pathos an jeder Ecke trieft; in akustischer Sicht ist dieser Bruce-Willis Streifen ein Gedicht - zumindest wenn sich die Wiedergabekette als musikalisch erweist und den intensiven, omnipräsenten Score hervorragend umsetzt, so dass der Film seine emotionale Wirkung entfacht. (Englisch DTS-HD 5.1)

Transformers
Die Rache
Die MAA-402 setzen die komplexen Transformationsgeräusche zwar nicht mit bedingungsloser Strahlkraft im HT-Bereich um, detaillieren aber recht sorgfältig. Dies führt zu einem differenziertem Klang ohne Aufdringlichkeits- bzw. Nervfaktor. Split-Surroundeffekte profitieren von der hervorragenden Räumlichkeit, so dass komplexe Arrangement überaus kohärent klingen. (Note 2,0) Die Mutation der Küchengeräte mitsamt anschließendem Mini-Gefecht in "Transformers - Die Rache" besticht neben den vielen bidirektionalen Surroundeffekten durch einen intensiven Einsatz von Hochtoneffekten verschiedener Couleur. Hier ist eine brillante und saubere Spielweise gefragt, ohne dabei scharf bzw. unangenehm zu klingen. (Englisch DTS-HD 5.1)
The Big Four Mit diesem Musikmaterial blühen die MAA-402 regelrecht auf, da sie sehr viel Spielfluss, Dynamik sowie Feinschliff in die Wiedergabe einbringen. Selbst die ultra-schnellen und harten Kickdrums des Slayer-Drummers bringen die Endstufen nicht in Bedrängnis. Gitarristen werden klar differenziert; das frenetische u. laute Publikum gelangt ohne analytische Härte auf die Rearkanäle. (Note 1,0) Rockgeschichte hautnah in den eigenen 4 Wänden erleben: wenn Anthrax, Slayer, Megadeth und Metallica zum kollektiven Headbangen bitten, schwitzen Endstufe und Lautsprecher um die Wette. Durch die gute Aufnahmequalität darf dabei aber kein Feinschliff auf der Strecke bleiben.

Name Kanäle/
Leistung
Klangvergleich
zu MAA-402
Preis/
UVP
Marantz
MM7025
2x140W
an 8 Ohm
Die MAA-402 besitzt nicht ganz die Pegelfestigkeit, klingt aber tonal ausgewogener, da der untere Frequenzbereich druckvoller umgesetzt wird. Die Sprachwiedergabe gelingt der MAA-402 kerniger. Besonders bei niedrigen bis mittleren Pegel generiert die MAA-402 mehr Räumlichkeit und Feindynamik. 899 €
Audiolab
8000X7
7x100W
an 8
Ohm

Audiolab's 8000X7 ist sogar noch etwas neutraler/natürlicher ausgelegt. Die Klangdynamik liegt auf ähnlich gutem Niveau, während die MAA-402 den Klangteppich besser vom LS löst. Großer Unterschied: die 8000X7 hat ein schlechteres Auflösungsvermögen und spielt analytischer/schärfer.  2350€
Vincent
SP-996
1x125W
an 8
Ohm
Die kleinen Vincent Monoblöcke spielen ähnlich gut wie die MAA-402, allerdings noch etwas wärmer abgestimmt (softere Höhen, prägnanterer Bass). Raumabbildung ist bei Vincent etwas exakter, dafür spielen die MAA-402 minimal (fein)dynamischer. 459 €
Advance
Acoustic
MAA-406
2x150W
an 8
Ohm
Im Vergleich mit dem nächst größerem Modell wird klar, dass selbst die guten MAA-402 noch Luft nach oben besitzen. Die MAA-406 sind nicht nur kräftiger, sondern spielen substanz-/druckvoller und nochmals etwas präziser. Für 5.1 Sets der oberen Mittelklasse (ab. ca. 4.000 Euro) lohnt sich der Mehrpreis. Darunter sind die MAA-402 sinnvoller. 999 €
AV-Receiver ca.
7x170W
an 6 Ohm
Die internen Endstufen von unseren AV-Receivern hatten gegen die MAA-402 klar das Nachsehen - die größten Unterschiede sind in Bezug auf Dynamik, Basspräzision, Auflösung und ganz speziell der Raumabbildung zu finden. 2000-
3000€
Fazit:

Aller guten Dinge sind Drei: auf unser Endstufentrio trifft das wohlbekannte Sprichwort ohne Einschränkungen zu! Das Konzept einer Kaskadierung dieser Advance-Acoustic Stereoendstufen erweist sich als klangstarke Alternative zu "dicken" Mehrkanalverstärkern. Die MAA-402 sind zwar nicht unbedingt die Muskelmänner ihrer Klasse, bringen aber immer noch ein hohes Leistungsniveau mit und begeistern durch ihre kultivierten Klangeigenschaften. Anwender mit dem Wunsch nach audiophil-abgeschmeckter Akustik inklusive einem hohem Maß an Klangtransparenz, Vielschichtigkeit sowie feindynamischer Akkuratesse werden sich schwer tun, etwas Passenderes in dieser Preisklasse zu finden. Darüber hinaus darf sich der ambitionierte Home-Cineast mit den französischen Mini-Kraftwerken noch über ein großes Klangpanorama freuen und wird auch beim Anblick der gut verarbeiteten Frontplatten verwöhnt. Sicherlich könnte man noch dem Wunsch nach Trigger-Eingängen Nachdruck verleihen, doch in Anbetracht der hohen technischen und klanglichen Güte sowie dem phänomenal günstigen (Einzel)Preis von 499 Euro, ist das Gesamtpaket als Freundschaftsangebot zu bezeichnen. Deswegen gibt es von uns ein "Referenz" Prädikat inklusive einer dicken Empfehlung zum Probehören.

Das MAA-402 Trio gibt eine exzellente Mehrkanalvorstellung ab,
bei der Klangqualität vor Leistung Vorrang genießt.

Advance Acoustic MAA-402
Stereo Endstufe
Preis: 499 Euro
Test: 5.Juli 2011

Website des Anbieters. www.advance-acoustic.com

Text: Lars Mette   

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