Test:
Advance Acoustic MAA-405 Stereo-Endstufe: High-End Klang für
unter 1000 Euro ? ( Seite 2 von 3 )(22.05.2006
- LM) technische Eigenschaften:Wie
schon beim ersten Blick zu vermuten, ist die MAA-405 technisch ohne
Fehl und Tadel konstruiert. Die verbauten Komponenten entsprechen in
qualitativer Hinsicht deutlich höheren Preisregionen und
präsentieren sich zudem sinnvoll im Gerät
untergebracht. Dank
der vollsymmetrischen Bauweise sitzt der riesige Ringkerntrafo in
zentraler Position und kann mittels kurzer Signalwege alle weiteren
Baugruppen mit Strom versorgen. Die gesamten Zuleitungen sind sauber
verlegt. Zur Optimierung der Kanaltrennung befinden sich die beiden
Endstufensektionen voneinander getrennt links bzw. rechts des Trafos.
Zusätzlich spendierten die Advance-Acoustic Ingeneure ihrer
750-Euro Endstufe sogar ein Chassis mit streng separierten, einzelnen
Kammern.
Selbst die Ansteuerung der
beiden Voltmeter erfolgt
durch seperate Platinen in einer eigens dafür vorhanden
Gehäusesektion.
Zwei dieser
großflächigen,
schwarzen Aluminiumkühlkörper sorgen für
eine effiziente
Wärmeabfuhr. Sinnerweise sitzen diese jeweils an den Seiten
der
Geräte. Die MA405 kommt komplett ohne aktive
Belüftungselemente aus. 
Mit
insgesamt 60.000 Mikrofarad Siebkapazität besitzt eine
einzelne
MAA-405 sogar einen größeren Stromspeicher, als
viele der
aktuellen AV-Boliden für das komplette Gerät. Zum
Vergleich:
Viele 7-Kanal AV-Receiver der 1.000-1.500- €- Klasse bieten
Werte
von 20.000-30.000 Mikrofarad, so dass die MA405 ungefähr die
zehnfache Energie pro Kanal liefern kann. Diese Leistung ist in der
Praxis durchaus von Bedeutung: Wenn ein kraftzehrendes Signal mehr
Strom verbraucht, als der Trafo sofort liefern kann, bedient sich die
Endstufe einfach in der Ladung innerhalb der Kondensatoren. Dies auch
ein Grund, warum basslastige Musik (oder auch Tiefbasseffekte bei
Spielfilmen) unterschiedlich intensiv bzw. nachdrücklich mit
verschiedener Elektronik wiedergegeben wird.
Selbstverständlich bestimmt nicht alleine die
Siebkapazität
über diese Eigenschaft, sondern das komplette Layout eines
Verstärkers, inklusive der Netzteilsektion. Die MA405 ist
diesbezüglich jedenfalls sehr vielversprechend aufgebaut. 
Zaubern
kann aber auch Advance Acoustic nicht. Nach Demontage einer Abdeckung
auf der Unterseite wird deutlich, dass konstruktive Unterschiede zu
vielfach teureren, und aufwändig gestaltete Endstufen bestehen
bleiben. Die ungeordnet umherliegenden Kabelverbindungen hinter dem
Anschlusspanel stellen in einem Gerät der
800-€-Klasse keinen
angebrachten Kritikpunkt dar, doch z.B. beim Audionet Amp1
(Stereo-Endstufe, 4.100 €) darf man zurecht auch bei
versteckten
Details keine solch kleinen Nachlässigkeiten erwarten. Dieser
Punkt soll nicht als Kritik gegenüber der MAA-405 verstanden
werden, sondern vielmehr dazu dienen, Ihnen zu zeigen, dass trotz des
außergewöhnlich hohen Niveaus noch
Verbesserungspotential
gegenüber High-End Produkten vorhanden ist.

Absolutes
First-Class Niveau zum Economy-Tarif hingegen auf der
Rückseite:
Die verbauten WBT-Lautsprecherterminals zählen zu den Besten
ihrer
Art und sind in dieser Preisklasse sonst kaum anzutreffen. Doch damit
nicht genug: neben dem üblichen (aber nicht überall
selbstverständlichen) Kaltgeräteanschluss
für die
Stromzufuhr, überrascht die MAA-405 sogar mit XLR
Anschlüssen. So können sehr hochwertige Vorstufen
(neben der
üblichen Cinch-Verbindung) nun auch mit professionellen,
verlustärmeren XLR-Kabeln verbunden werden. Die Endstufe
erkennt
selbstständig, an welchen der beiden Anschlusstypen ein Signal
anliegt und schaltet automatisch darauf auf. Im Test hat dies mit
unserer Audionet MapV2 sowohl über Cinch als auch XLR
problemlos
funktioniert. Für einen synchronisierten Ein-/Ausschaltprozess
bietet die französische Endstufe einen 1.5V Trigger-Eingang,
wie
er bei vielen Vorstufen zum Einsatz kommt. Etwas schade ist hingegen,
dass Adance Acoustic die MAA-405 wohl nicht vorrangig für eine
kaskadierte Mehrkanallösung entwickelt hat, und daher kein
entsprechender Ausgang zum Durchschleifen des Trigger-Signals
für
nachfolgende Endstufen vorhanden ist. Fazit -
technische Eigenschaften:Wäre
die MAA-405 ein Auto, so würden sie hier zum Preis eines
asiatischen Kompaktwagens den Flair und das technische Niveau eines
oberen Mittelklasse-PKWs bekommen. Dass hier das Niveau der Oberklasse
nicht ganz erreicht wird, kann ihr niemand ernsthaft übel
nehmen.
Die gezeigten technischen Zutaten zeugen von einem sinnvollen und
großzügig dimensionierten Aufbau, ohne auf
"Sparlösungen" zurückzugreifen. Insgesamt
könnte man
durchaus von einem Klassenunterschied in Bezug auf den Materialeinsatz
sprechen (gegenüber z.B. einer Atoll AM100). Dies muss zwar
keineswegs auch automatisch in einem entsprechendem akustischem
Unterschied resultieren, aber bei der Bewertung der grundlegenden
technischen Eigenschaften zeigt es sehr deutlich, warum wir uns
entschlossen haben, die MAA-405 zusätzlich zur
Höchstwertung
auch mit einem Bonuspunkt zu bewerten. Bewertung
technische Eigenschaften:          + Testumgebung und
Kombinationsempfehlung:Viele
Interessenten einer MAA-405 werden wahrscheinlich besonders gerne
wissen, wie sehr diese günstige Endstufe bei einem
Mittelklasse
AV-Receiver den Klang Ihrer Anlage verbessern kann. Deswegen haben wir
nicht nur hochwertige AV-Boliden und Vor-/Endstufenkombinationen mit
ihr betrieben, sondern auch einen Sherwood Newcastle R-965 (1499
€) in unserem Teststudio aufgebaut. Dieser AV-Receiver wird es
den
Advance Acoustic Endstufen nicht leicht machen, denn er
verfügt
bereits über eine der leistungsstärksten und besten
Endstufensektionen aller Geräte bis zur 2000
€-Klasse.
Ähnlich potente Gegner stehen der MAA-405 auch aus der 3500
€- (Denon AVC- A11XV) und der absoluten High-End Klasse
(Audionet
Amp7, 10.000 €) gegenüber. Zum direkten Vergleich
steht eine
preisgleiche Atoll AM100 Stereo Endstufe zur Verfügung. So
können wir in jeder Preisklasse aussagekräftige
Eindrücke der MAA-405 im Verhältnis zu einem direkten
Mitbewerber erhalten.  Kann die MAA-405 in diesem High-End
Studio auch klanglich über den Kontrahenten stehen ?
Geeignete
Kombinationsmöglichkeiten bzw. -empfehlungen (zu passenden
Lautsprechern) fallen bei der MA405 sehr groß aus. Sie hat
komplexe, niederohmige Lasten gut im Griff, und liefert auch
für
unser Isophon-Setup genügend Leistung. Die
wirkungsgrad-günstigeren Monitor Audio GS-60 hingegen
profitieren
ebenfalls von der Leistung und sind in der Lage, extrem hohe Pegel
verzerrungsarm umsetzen zu können. In Bezug auf den
Klangcharakter
passen die MAA-405 besonders zu neutralen sowie "warm" abgestimmten
Schallwandlern. Lautsprecher, die auf ein
ehrliches/unerschütterliches Klangbild im Bass - zugunsten von
Klangdetails im hohen Frequenzbereich - verzichten, und als
kompromisslos analytisch eingeordnet werden könnten (z.B. KEF
Reference 203), stellen hingegen keine ideale Kombination mit der
französischen Endstufe dar. Schlank abgestimmte Boxen sind
weniger
geeignet, um das klangliche Potential der Elektronik freizulegen -
zudem ist die MAA-405 auch wiederum nicht der perfekte
Spielgefährte für extrem detailverliebte High-End
Lautsprecher und setzt deren Vorteile ebenfalls nicht
bestmöglich
um. Neben unseren beiden Lautsprecher-Empfehlungen aus unserem
Test-Studio sind wir uns sehr sicher, dass auch die Produkte des
schwäbischen Direktversenders Nubert
äußerst gut mit
der Advance-Acoustic Endstufe harmonieren.  Testaufbau mit Denon AVC-A11XV und 3
günstigen Pioneer AV-Receivern.
Die
verwendeten Komponenten in der Übersicht: Surround
Vor-/Endstufenkombination 1: Audionet MapV2/EPS/Amp1/Amp7 (ca. 22.000
Euro) Surround Vor-/Endstufenkombination 2: Sherwood Newcastle
Cinemike Edition (ca. 7.000 Euro) AV-Verstärker:
Denon AVC-A11XV (ca. 3.500 Euro) AV-Receiver: Sherwood
Newcastle R-965 (ca. 1.500 Euro) Stereo-Endstufe: Atoll AM-100
(ca. 750 Euro) DVD-Player 1: Audionet Vip G2
(ca.7.000 Euro) DVD-Player 2: DVD-3910 Cinemike Edition Level3
+ SDI (ca. 3.100 Euro) 7.0 Lautsprecher-Set : Isophon
EuropaII, Solaris, Galileo Kombination (ca. 20.000 Euro) 5.0
Lautsprecher-Set : Monitor Audio GS-60, GS-LCR Kombination (ca. 6.800
Euro) Subwoofer: 2x A.C.T. AL4x3 (ca. 6.200 Euro), 4x Nubert
nuLine AW-1000 (ca. 3.400 Euro) Plasma-TV: Pioneer
PDP-506 XDE (ca. 5.500 Euro) Scaler: cinemateq Picture
Optimizer Plus II SDI Cinemike Edition (ca. 2.800 Euro)
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|