Kompakt-Review: A.C.T. AL4x4 Subwoofer - Tiefbass ohne Kompromisse ?
Ein Kompakt-Review soll dazu dienen, interessante Geräte in informativer, jedoch
komprimierter Form vorzustellen, um Ihnen durch zusätzliche Tests, mehr
Überblick im AV-Markt geben zu können. Selbstverständlich steht auch bei einem
Kompakt-Review unsere praxisorientierte Testphilosophie im Vordergrund. Am Ende
der jeweiligen Berichte erteilen wir den Geräten unsere bewährten Testprädikte,
(mitsamt Preis-/Leistungsindex) so dass eine problemlose Einordnung in die
vorhandene Testlandschaft möglich ist.
(22.März 2007 - LM)
Als Star Wars -Liebling Yoda einst seinen Schüler Luke
Skywalker vor der dunklen Seite der Macht warnte, dachte er dabei
vornehmlich an moralische Werte - doch eigentlich könnte er
insgeheim auch über den AL4x4 vom Subwoofer Spezialist A.C.T.
philosophiert haben: mit 4 Bass-Chassis sowie aufwändiger
DSP-Elektronik ausgestattet, schickt sich der tiefschwarze Bassbolide
an, als unangefochtener Tiefbass-Imperator über die heimischen
Kinowände zu herrschen.

Der AL4x4 ist schon der dritte Subwoofer, der den Weg vom
idyllischen Waging am See (Oberbayern) auf sich genommen hat, und von
uns getestet wird. Gegenüber dem üblichen Ablauf einer
AREADVD-Berichterstattung, stehen bei diesem Modell die Vorzeichen
jedoch etwas anders. Der zuletzt getestete AL4x3 gefiel uns derart gut,
dass wir nicht nur die damaligen Testmuster abgekauft haben, sondern
zugleich für unser Referenzsystem eine Sonderanfertigung des 4x4
Modells in Auftrag gegeben haben. Durch die Ähnlichkeit zum 4x3
und der Tatsache, dass unsere Exemplare Sonderanfertigungen sind, haben
wir zunächst von einem Test abgesehen, doch zahlreiche Anfragen
bestätigen täglich das Interesse unserer Leser, mehr
über die Subwoofer zu erfahren, die ansonsten lediglich im
Hintergrund werkeln. Selbstverständlich baut A.C.T. Entwickler
Klaus Gruber diesen Woofer auch für jeden anderen Kunden in dieser
Form, da Sonderwünsche und Maßanfertigung für die
kleine Edelschmiede ohnehin kein Problem darstellen. Letztgenanntes
könnte hingegen durchaus vom Preisetikett ausgehen, denn mit einem
Stückpreis von 3990 Euro stellt der AL4x4 nicht nur akustisch,
sondern auch finanziell ein großes Kaliber dar.Wer diese
Investition tätigt, erhält dafür jedoch Technik vom
Feinsten: im geschlossenen Gehäuse werkeln 4 hochpräzise 25cm
Chassis, welche zusätzlich noch mit einer Elektronik
(Beschleunigungssensor) einen permanenten Soll-Ist Vergleich betreiben.
Doch damit nicht genug: abgerundet wird der AL4x4 von einem
leistungsfähigen DSP-Modul, inklusive voll parametrischem
Equalizer, Fernbedienung sowie der Möglichkeit verschiedene
Konfigurationen zu laden/speichern. Damit dem Tiefbassspender nicht die
Puste ausgeht, versorgt eine hochwertige und leistungsfähige
Trafosektion für die nötige Power.
Lesen Sie unseren Test und erfahren Sie, ob der AL4x4 auch für
Ihr High-End Heimkino die richtige Ergänzung wäre, oder ob
ihre tieffrequenten Wünsche von einem anderen Modell besser (bzw.
billiger) abgedeckt werden können.
Verarbeitung:
Verarbeitung:
Schon bei der allerersten Kontaktaufnahme macht der AL4x4 klar, dass er
keine Ambitionen hegt, als Lifestyleobjekt um die Gunst von Ehefrauen
oder Design-Awards zu buhlen. Nein - er ist ein ausgewachsener
Subwoofer, der seine Vorzüge offen zur Schau stellt und damit
unmissverständlich klar macht, worauf man sich einlässt.
Selbstverständlich möchten wir damit keine negative Wertung
abgeben, denn als kompromissloses "Arbeitstier" darf man ein
entsprechendes Auftreten durchaus erwarten, zumal die brachiale Optik
auch ihre Reize hat.
Absolut penibel und mit großer Sorgfalt sind alle vier Chassis im
würfelförmigen Gehäuse verbaut. Bei einem Preis von
knapp 4.000 Euro zwar durchaus zu erwarten, aber leider keine
Selbstverständlichkeit, wie es besonders Modelle asiatischer oder
amerikanischer Herkunft nicht selten demonstrieren.
Dasselbe gilt auch für die Kantenverarbeitung, denn durch
sorgsames Finish sowie großzügige Biegeradien setzt sich der
AL4x4 auch in dieser Beziehung wohltuend von seinen Mitbewerbern ab.
Kritik müssen wir lediglich in Bezug auf diese kleinen
Metallspikes anbringen, die bei einem ca, 60 Kilogramm Schwergewicht
schlichtweg keine adäquate Lösung darstellen und vom
Hersteller eigentlich durch eine stabilere Lösung ersetzt werden
sollten. In den M6 Schraubgewinde ließen sich schließlich
ohne großen Aufwand auch wertigere Füße unterbringen.
Dem verantwortlichen A.C.T. Schreiber würde man als Kunden am
liebsten ein Feierabendbier spendieren: abgesehen von der
sorgfältigen Chassis-Einpassung und den sauberen
Gehäusekanten besticht der Subwoofer ebenfalls mit sehr
hochwertigen Furnieren, welche sauber verlegt sind und das Auge des
Betrachters bei jedem Anblick aufs Neue verwöhnen.
Selbstverständlich erfreut sich auch das DSP-Modul über eine tadellos saubere Integration in das Gehäuse.
Alle bisherigen A.C.T.-Tests verliefen in Bezug auf die
Verarbeitungsrubrik sehr erfreulich. Dank akribischer und
perfektionistischer Handwerksarbeit können wir auch beim AL4x4
kein Detail finden, welches Anlass zur Kritik geben könnte. Ganz
im Gegenteil: die Kantenverarbeitung könnte besser nicht sein, die
Furnierqualität ist herausragend und selbst die Einpassung der
Chassis glänzt mit liebevoller Detaileinarbeitung. Keine Frage -
der AL4x4 markiert die Spitze der Verarbeitungsgüte. Minimale
Verbesserungen wären höchsten in Bezug auf noch solidere
Gehäusefüße denkbar. Manch anderer Hersteller wertet
seine Modelle durch einen Materialmix aus Granit oder Chrom auf - in
diesem Vergleich bleibt der A.C.T. Woofer angenehm zurückhaltend
und verströmt dezente Noblesse anstelle überbordernder
Dekadenz. Abgerundet wird das positive Gesamtbild von der
Möglichkeit, nicht nur die Gehäuseabmessungen, sondern auch
die Furniere (fast) frei nach Belieben auszuwählen.
Selbstverständlich bekommt der A.C.T.-Woofer hierfür die
Höchstwertung von 10 Punkten.
technischer Aufbau:
(Hinweis: manche Passagen entstammen 1:1 dem bereits bestehenden
Test des AL4x3, da viele Merkmale/Eigenschaften schlichtweg identisch
sind)

Wie unschwer zu erkennen ist, unterscheidet sich unsere
Sonderanfertigung deutlich vom Standardmodell, welches die 4 Chassis
übereinander stapelt. Hintergrund der Überlegungen war der
Wunsch nach einer Unterbringung direkt unter der Leinwand mit
möglichst viel Membranfläche, die mit vielen kleinen Chassis
erreicht werden sollten. Das LCD-Display befindet sich auf im unteren
Bereich, um möglichst wenig Irritationen beim Blick auf die
Leinwand zu verursachen. Ansonsten ist dieser spezielle AL4x4 wie schon
der AL4x3 ein geschlossener Subwoofer und verzichtet daher auf die
Hilfe eines Bassreflexrohres. Durch den Wegfall dieses phasenkritischen
und mitunter auch Luftgeräusch-verursachenden Bauteiles muss der
Subwoofer ohne dessen zusätzliche Pegelunterstützung
auskommen. Als Ausgleich dafür steht eine hochwertige 500 Watt
Class-D Endstufe bereit, um den Chassis genügend Energie liefern
zu können. Diese greifen übrigens jeweils auf eine eigene
Kammern im Subwoofer zurück. Großen Wert legt Entwickler
Klaus Gruber auf die Konstruktion des Gehäuses, das dank stabiler
Machart keine Eigengeräusche produziert und sich dem Klang der
Membranen somit auch nicht störend beimischt.
Der Blick auf das Anschlusspanel (auf dem Foto eingebaut in einem
AL4x3) des Subwoofers. Durch die DSP-Elektronik befinden sich keine der
sonst üblichen Drehregler auf der Rückseite. Unter den
Chinch-Buchsen offertiert der AL4x4 einen optischen Digitaleingang. Bei
einer entsprechenden Zuspielung kann somit auch eine rein digitale
Anbindung an das System erfolgen. Zusätzlicher Vorteil ist die
galvanische Trennung, so dass Brummschleifen gar nicht erst auftreten
können.
- aktive Regelungselektronik:

Wie schon bei den anderen getesteten Modellen, wartet auch der AL4x4
mit einer Besonderheit auf, die ihn von fast allen anderen
Subwoofer-Kollegen unterscheidet - die servogesteuerte Membran. Direkt
zwischen Abdeckkappe und der Membran befindet sich ein kleines
Mikrofon, welches permanent die Membranbeschleunigung an die interne
Elektronik weitermeldet. Hier findet dann ein Soll/Ist Vergleich statt
- die Membran kann damit exakt kontrolliert bzw. gesteuert werden.
Diese Art der Regelung ist speziell darauf ausgelegt, innerhalb
Sekundenbruchteilen aktiv zu werden und quasi direkt beim Entstehen des
Schalls eingreifen zu können. Das SCS (Servo Control System) liegt
schaltungstechnisch vor der Endstufensektion. Erwähnenswert ist,
dass beim AL4x4 nicht jede der vier Membranen über ein Mikrofon
verfügt, sondern lediglich in einem der oberen Chassis eines
verbaut ist. Da jedoch alle Membranen ohnehin die gleichen
Eigenschaften haben, macht dies auch tatsächlich Sinn und bewahrt
den Kunden vor unnötigen Kosten. Diese Regelungselektronik soll
nicht nur für die Präzision verantwortlich sein, sondern hat
auch die Aufgabe, einen linearen Frequenzverlauf zu realisieren. Wenn
entsprechend eingestellt (siehe nächstes Kapitel), sorgt diese
Technik auch bei unter 20Hz für gleichbleibenden Bassdruck. Andere
Subwoofer haben keine "Selbstüberwachungsfunktion" und gehen nicht
so konsequent in den Basskeller. In der Theorie sicherlich eine sehr
reizvolle Lösung, die A.C.T. ihren Subwoofer mit auf den Weg gibt,
doch bei unserem Test des AL6 haben wir festgestellt, dass wegen diesem
Layout auch die Grenzen der Pegelfestigkeit merklich nach unten sinken.
Wir sind sehr gespannt, ob der AL4x4 mit Hilfe seiner
größeren Membranfläche genügend Pegel aufbauen
kann, um auch bei heftigsten Bass-Attacken Kontrolle und
Pegelfestigkeit unter einen Hut zu bringen. Zumindest für Ersteres
dürfte die aktive Regelungselektronik auf jeden Fall sorgen.
- DSP-Modul:

Dank des eingebauten DSP-Modules glänz der AL4x4 mit ungeahnt
vielfältigen Einstellmöglichkeiten und verbindet dies
nebenbei noch mit einer bequemen Bedienung. Eine Ausgabe per OSD wird
zwar nicht angeboten, doch erfreulicherweise erfüllt das
integrierte LCD-Display auf der Front seine Aufgabe auch sehr gut. Die
Ablesbarkeit erlaubt die Bedienung von bis zu 2 Metern Abstand,
deutlich mehr, als beispielsweise beim Display des JMLab SW1000 Be .
Diesem Subwoofer hat der AL4x4 auch die Tatsache voraus, dass
zusätzlich noch Bedientasten direkt am Gerät vorhanden sind,
und somit auch bei verlegter Fernbedienung Änderungen an den
Einstellungen vorgenommen werden können. Der mitgelieferte
IR-Controller ist zwar sehr einfach gehalten, hat aber einen
großen Vorteil: Er "streut" die IR-Codes in einem sehr genau
definierten Winkel nach vorne, so dass auch bei zwei nah positionierten
Subwoofern ganz gezielt gesteuert werden kann.
Folgende Einstellmöglichkeiten bietet die DSP-Elektronik (unter Anderem) im AL4x4:
- Exakte Einstellung der Phase in 10 Grad-Schritten. Diese Funktion
haben wir schon für den AL6 gefordert, der sich in der
Standard-Version nur zwischen Phase 0 und 180 umschalten lies.
Besonders bei Aufstellung außerhalb der "Stereo-Linie" ist eine
feinfühlige Justage sehr von Vorteil.
- einstellbares Time-Delay in 10cm-Schritten. Mit Sicherheit kann
mittlerweile fast jede Surround-Vorstufe ein Time-Delay für den
Subwoofer bieten, doch bei genauer Betrachtung bietet die
Einstellbarkeit im Subwoofer 2 Vorteile: zunächst einmal freuen
sich Stereo-Anwender darüber, deren Equipment keine entsprechende
Einstellung mit sich bringt. Und schließlich kann damit bei
mehreren Subwoofern untereinander besser justiert werden, denn nur
äußerst wenige Surround-Vorstufen bieten mehrere
Subwoofer-Pre-Outs mit unterschiedlichen Delay-Werten an. Rein
theoretisch wäre dank dieser Delay-Funktion übrigens auch
eine DBA-Konstellation umsetzbar. In diesem Fall werden spiegelbildlich
2 Subwoofer jeweils vorne und hinten im Hörraum aufgestellt,
und mit exaktem Time-Delay so angesteuert, dass die hinteren Subwoofer
gegenphasige Frequenzen zurücksenden, um die Auswirkungen der
Raummoden zu kompensieren.
- justierbare Tief- und Hochpassfilter. Für Techniklaien mag
sich diese Funktion ein wenig verwirrend anhören, doch dahinter
verbirgt sich nichts anderes als die jeweiligen Eckfrequenzen des
Frequenzganges. Im unteren Bereich kann zwischen 15- und 50Hz
gewählt werden, für die obere Frequenz stehen 50-500Hz zur
Auswahl. So lassen sich die Subwoofer nicht nur ideal an die
Lautsprecher anpassen, sondern auch an verschiedene
Hörsituationen. Je tiefer die untere Grenzfrequenz liegt, desto
mehr sinkt der erreichbare Maximalpegel. Und umgekehrt ist im oberen
Frequenzbereich eine sehr genau Anpassung an die Hauptlautsprecher
möglich.
- auswählbare Flankensteilheit. Dieses Feature gehört
direkt zum vorherigen Punkt: nach Auswahl der Hoch-/Tiefpassfilter
lässt sich auswählen, ob der Klang mit 6,12 oder 24dB pro
Oktave "ausgeblendet" werden soll. Die Anpassung an Raum und
Lautsprecher kann nun noch genauer erfolgen und erlaubt die
vielfältigsten Kombinationsmöglichkeiten.
- 3 vollparametrische Equalizer. Ebenfalls ein sehr nützlicher
Helfer, um die Subwoofer dem Raum anzupassen. Ausnahmslos jeder normale
Hörraum hat individuelle klangliche Auswirkungen auf die
Tiefbasswiedergabe. Bedingt durch die Raumgeometrie werden bestimmte
Frequenzbereiche verstärkt, bzw. ausgelöscht. Nun, bei
Auslöschungen bringt auch kein Equalizer etwas, doch zu 90% sind
es die Überhöhungen, die den Klangspaß
beeinträchtigen. Und genau diese können nun (entweder
mit Test-CDs, oder Raumakustik- Software wie "Carma V2.0" von Audionet)
nachgemessen und gemildert werden. Doch Vorsicht ! So hilfreich dieses
Tool auch ist, für das Auseinandersetzen mit dem Thema Raumakustik
sollten Sie sich entweder sehr viel Zeit oder gleich einen Fachmann
nehmen, denn durch falsche Einstellungen kann das
Hörvergnügen sogar noch weniger intensiv sein als komplett
ohne Optimierung. Gute Fachhändler sollten in der Lage sein, Ihnen
hier nach dem Kauf eines AL4x3 entsprechende Dienstleistungen
anzubieten.
Dies sind die wichtigsten Funktionen des A.C.T DSP-Boards und
übertreffen somit die Möglichkeiten aller bei uns bisher
getesteten Subwoofer. Die einzigen beiden Features, die momentan noch
denkbar wären, bietet beispielsweise Velodyne. Hier misst sich
(bei manchen Modellen der Subwoofer) automatisch selbst ein und gibt
die Informationen in grafischer Form an ein Bildwiedergabegerät
aus. Doch die vielfältigen Einstelloptionen des A.C.T. gleichen
diesen Nachteil wieder aus, denn es lassen sich 5 verschiedene Presets
(bezogen auf u.a. die oben geschilderten Optionen) speichern und bequem
auf Knopfdruck anwählen. So bietet der A.C.T. AL4x4 nicht nur alle
derzeit wünschenswerten Einstelloptionen auf die
grundsätzliche Anpassung an das System, sondern kann auch
individuell für z.B. Musik, laute Pegel oder mitternächtliche
DVD-Sessions vorkonfiguriert und benutzt werden. Und wer ein Notebook
mit RS232 Schnittstelle sein Eigen nennt, darf ein Großteil
dieser Optionen auch mit der mitgelieferten Software editieren.

Das Zubehör in der Übersicht. Die Fernbedienung ist eher
einfach gehalten, wird aber bei den meisten Anwendern sowieso auf
einen edlen IR-Geber "angelernt". Das Stromkabel dürfte durchaus
etwas länger als die üblichen 1,8 Meter ausfallen, abgerundet
wird der Lieferumfang mit einer kleinen Bedienungsanleitung sowie einem
RS232 Kabel.
Fazit Technik:
Der A.C.T. AL4x4 ist genau wie sein kleinerer Bruder ein technischer
Leckerbissen und lässt so gut wie keine Wünsche offen. Wer
mit den Einstelloptionen umgehen kann, erwirbt einen Subwoofer der
(zumindest alle Tiefbass-bezogenen) Träume erfüllen kann.
Demzufolge ist als einziges kleine Manko aufzuführen, dass
Neulinge mit der Inbetriebnahme am Anfang etwas überfordert sein
könnten, zumal das beigelegte Handbuch lediglich die Bedienung,
nicht aber grundsätzliches Wissen vermittelt. Bei der reinen
Bewertung der technischen Fähigkeiten spielt dies jedoch keine
Rolle, so dass der A.C.T. AL4x4 mit dem Erreichen der
Höchstpunktzahl diese Wertung abschließt.
Testumgebung und Kombinationsempfehlung:
Sie erwarten jetzt sicherlich, dass wir zum AL4x4 an dieser Stelle
nur die denkbar beste Elektronik empfehlen und auf unsere
Audionet-Referenzzusammenstellung verweisen. Selbstverständlich
stellen die Audionet Vorstufen die optimale Zuspielung dar -
speziell aufgrund der unerreicht präzisen Subwoofer-Ansteuerung.
Trotzdem zeichnet sich der AL4x4 auch dadurch aus, dass er ebenfalls
mit weniger guten Vorstufen eine hervorragende Symbiose eingeht.
Aufgrund der vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten des
DSP-Moduls können die Schwächen einer Cinemike P-965 L2 (auf
Sherwood-Basis, Preis ca. 4.000 €) hinsichtlich kaum vorhandener
Anpassungsmöglichkeiten sehr gut kompensiert werden. Selbst das
Einschleifen in Stereosysteme ist daher ebenfalls deutlich einfacher
möglich, als mit fast jedem anderem Tiefbass-Meister, so dass wir
den AL4x4 auch für reine Stereo-Systeme empfehlen können.

Wer es etwas günstiger mag, könnte vor allem mit dem Denon
AVC-A11XVA glücklich werden. Dieser "Mini-Bolide" zeichnet sich
nicht nur durch eine opulente Ausstattung und Variabilität aus,
sondern bietet "schon" ein hohes Niveau an Basskontrolle und
Klangdetaillierung. Wir empfehlen jedoch, die Audyssey-Einmessung durch
dezente Nachregulierung am Equalizer des Subwoofers zu verfeinern. In
unseren Tests spielten die A.C.Ts bei zusätzlicher, dezenter
Absenkung im Bereich der Raummoden noch eine Spur präziser.

Oft unterschätzt, aber speziell bei hochklassigen Subwoofern
sehr wichtig, ist der Digitalklang des zuspielenden Quellgerätes.
Sowohl der Audionet VipG2 (Foto, ca. 7.000 Euro) als auch der
günstigere Cinemike DVD-3930L2 (ca. 2.500 Euro) offenbaren
große akustische Qualitäten und verhelfen der
Tiefbasswiedergabe zu ungeahnter Dynamik und Kontrolle.

Rein technisch betrachtet, können Sie einen AL4x4 zu jedem
Lautsprechersystem kombinieren, doch es gibt manche
Anwendungsfälle, die uns in der Redaktionen spontane Gedanken an
das bekannte Sprichwort "... Perlen vor die Säue.." hervorrufen.
Etwa dann, wenn uns Leser nach der Kombinatorik mit diversen
THX-Systemen fragen. Mit Sicherheit stellen solche Sets ein
günstiges Ticket zum Eintritt in faszinierende Filmwelten dar,
doch die hierfür abgeforderte Bass-Unterstützung würde
viele Qualitäten des A.C.T. Woofers schlichtweg nicht an das
Tageslicht bringen. Deutlich besser passen hingegen hochwertige
High-End Surroundsets mit ausgewachsenen Standlautsprechern zum
bayrischen Luftbeschleuniger. Sowohl unser Isophon- als auch das
Monitor Audio Set (siehe Bild) harmonieren hervorragend mit dem
Subwoofer und bieten ihren Hörern eine nahtlose Integration des
Tiefbassgeschehens in die gesamte Soundkulisse.
Unsere Testumgebung in der Übersicht:
Lautsprecher-Set 1: 2xIsophon EuropaII, 1xSolaris, 4xGalileo (ca. 20.000 €)
Lautsprecher-Set 2: 4xMonitor Audio Gold Signature 60, 1xMonitor Audio Gold Signature LCR (ca. 6.800 €)
DVD-Player 1: Audionet VipG2 (ca. 7.000 €)
DVD-Player 2: Cinemike DVD-3930 L3 (ca. 3.000 €)
DVD-Player 3: Accustic Arts Surround Player 1 (ca. 5.000 €)
DVD-Player 4: Onkyo DV-SP1000E (ca.5.500 €)
Elektronik 1: Audionet MapV2/EPS/AmpIIg2/Amp7 (ca. 22.500 €)
Elektronik 2: Audionet Map1 / 5x Advance Acoustic MAA-705 (ca. 8.500 €)
Elektronik 3: Denon AVCA11XVA (ca. 4.000 €)
Elektronik 4: Onkyo TX-NR5000E (ca. 5.500 €)
Klang:
Die erste Kontaktaufnahme mit dem AL4x4 verläuft in akustischer
Hinsicht, fast schon zu unspektakulär: die Subwoofer fügen
sich derart nahtlos in das Klangbild ein, dass sie selbst bei heftigen
Explosionen nicht als Einzelelement heraushörbar sind und damit
entschieden anders klingen, als die Großzahl ähnlicher Modelle.
Doch schon nach wenigen Minuten hat man sich derart an diese perfekte
Symbiose zwischen den Lautsprechern gewöhnt, dass fortan jeder
andere Woofer nur noch als aufdringlich oder oberflächlich
wahrgenommen wurde. Der AL4x4 kennt auch die Problematik nicht, dass
entweder subtile Bassstrukturen verloren gehen - oder laute Passagen
das restliche Klanggeschehen überdecken: er klingt schlichtweg
extrem vielschichtig und dosiert jeden Basseffekt in einer
glaubwürdigen, authentischen Art und Weise. Die Einarbeitung der
Beats zu Beginn von "Walk the Line" demonstriert auf beeindruckende Art
und Weise, dass der AL4x4 nicht einfach nur dumpfes Grollen produziert,
sondern bei jedem Impuls sogar den Anschlag heraushörbar macht.
Dieses hohe Maß an Sensibilität und Akkuratesse macht ihn
daher auch zum Mr. Perfect für jede Art der musikalischen
Signalumsetzung. Eine solch trockene, tief reichende und substanzvolle
Wiedergabe mit einer derartigen Präzision haben wir bei noch
keinem anderen Subwoofer jemals hören dürfen. Es ist
schlichtweg nicht möglich, den AL4x4 auf dem falschen Fuß zu
erwischen: Timing, Rhythmus und Souveränität meistern jede
Art von Herausforderung mit Bravour. Diesbezüglich kann er sich
sogar vor seinem Stallgefährten dem AL4x3 behaupten. Doch was
würden diese Tugenden nutzen, wenn nicht auch Kraft dahinterstehen
würde ? Diese Frage bleibt beim AL4x4 erfreulicherweise rein
hypothetisch. Die Blitzeinschläge auf der DTS-Spur von
"Krieg der Welten" schmettert der Subwoofer mit solch einer
bedingungsloser Wucht und Dynamik in das Auditorium, dass selbst ein
Teufel M12000 diesbezüglich das Nachsehen hat. Speziell bei diesem
Effekt muss man sich jedoch erst einmal an die extrem saubere und
strukturierte Wiedergabe eines A.C.T. Wooferns gewöhnen, denn das
sonst übliche (aber nicht auf dem Signal vorhandene)
"Nachgrummeln" entfällt komplett. Bildlich gesprochen könnte
man sagen, dass der AL4x4 sofort nach dem Bass-Signal die Handbremse
zieht, während andere Modelle noch mehrere Zehntelsekunden
brauchen um ihre Membranen abzubremsen. Den endgültigen
Ritterschlag verdient sich der AL4x4 dann bei einer Sequenz aus
"Underworld": als die schöne Vampir-Soldaten Selene eine Erweckung
durchführt, sorgen verschiedene Tiefstbasseffekte für die
nötige dramaturgische Untermalung dieser Schlüsselszene.
Bislang hat nur die Kombination aus Audionet MapV2, EPS und eben den
beiden AL4x4 die verschiedenen Bass-Strukturen in solch einer perfekten
Art und Weise herausgearbeitet und wirklich differenziert in Bezug auf
Dynamik, Tonalität und Tiefgang dargestellt. Die beiden AL4x4
bieten solch einen brachialen Tiefgang, dass selbst die vampirischen
Leinwandprotagonisten liebend gerne ihr Domizil in den schwarzen,
geschlossenen A.C.T. Gemäuern aufschlagen würden.

Hinsichtlich der Pegelfestigkeit legt der große A.C.T. Woofer
gegenüber seinem "kleinem" Bruder sogar noch mehr zu. Obwohl wir
in der Redaktion ohnehin dazu neigen, mit der Lautstärke zu
übertreiben, haben wir die beiden AL4x4 nie in ernsthafte
Bedrängnis gebracht. Auch in großvolumigen
Hörräumen mit einer Grundfläche von über 30m²
konnte jeder Pegelwunsch erfüllt werden. Hier zeichnete sich ja
bei den 4x3 Modellen durchaus ab, dass die Grenzen der Physik erreicht
sind. Ein einzelner AL4x4 hingegen ist ungefähr mit einem Nubert
AW-1500 (Bassreflexkonstruktion) zu vergleichen, so dass ein
überwiegender Großteil aller "normalen" Hörbedingungen
weit entfernt von der Belastbarkeitsgrenze operiert. Eine Besonderheit
unterschiedet diese beiden Subwoofer-Modell jedoch maßgeblich
voneinander, was die Pegelfestigkeit betrifft: die A.C.T. Konstruktion
spielt bis zum Anschlagen gleichbleibend sauber, ohne zu verzerren. Der
Nubert-Woofer hingegen hat keine fest definierte Grenze, sondern
fängt im Grenzbereich an, unsauber und komprimiert zu spielen.
Doch alleine der ernsthafte Vergleich eines Konkurrenzmodells mit dem
mehr als dreimal teureren AL4x4 beweist die große
Pegelfähigkeit des Nubert-Woofers zum Sonderpreis von 1285 Euro.
Der A.C.T. Woofer will weder als Sonderangebot noch Pegelchampion
Karriere machen, leistet sich aber keinen Patzer in dieser Disziplin.
Wer ohnehin gleich 2 Stück in das Heimkino beordert, braucht sich
bei nicht übermäßig großen Räumen keine
Gedanken mehr über unzureichende Leistung machen.
Klangwertung Surround/Stereo: je 10 Punkte
Pegelfestigkeit: 9 Punkte
Fazit:

Zugegeben - angesichts des Testergebnisses vom AL4x3, war ein
schlechtes Abschneiden des nächstgrößeren Modelles von
vornherein eher unwahrscheinlich. Der AL4x4 bietet keine großen
Überraschungen und stellt eine konsequente Evolutionsstufe dar. Er
ist noch eine Spur präziser und bietet darüber hinaus
speziell in Bezug auf die Pegelfestigkeit ein noch höheres Niveau
und sollte auch hartgesottene Anwender zufrieden stellen. Nach wie vor
gilt, dass ein Teufel M12000 das mit Abstand beste Preis/Pegel
Verhältnis aller jemals getesteten Subwoofer aufweist. Ein AL4x4
besticht hingegen durch seine famose Differenzierung und beeindruckende
Homogenität innerhalb hochwertiger Surround- als auch
Stereosysteme. Nicht zu vergessen ist auch die vorbildliche
Detailverarbeitung und Variabilität (wie ja nicht zuletzt unsere
Testgeräte demonstrieren). Unter Berücksichtigung der
hochqualitativen Kleinserienherstellung (Standort Deutschland) sowie
der erstklassigen verbauten Komponenten, zieht sich der 4000 Euro
Koloss sogar in Bezug auf das Preis-/Leistungsverhältnis sehr
wacker aus der Affäre. Manch anderer Hersteller bietet zu
vergleichbaren Preisen lediglich standardisierte Chinaware mit billigen
Bauteilen (insbesondere bei den Netzteilen), zumal wir keine
Alternative kennen, die in akustischer Hinsicht dem bayrischem
Tiefton-Könner das Wasser reichen kann. Jedi-Meister Yoda hatte
also recht: die dunkle Seite der Macht ist durchaus verführerisch
- bleibt nur zu hoffen, dass dem glücklichen Besitzer die Episode
"Der Nachbar schlägt zurück" erspart bleibt...
Mit großen Leistungsreserven,
famosem Tiefgang und einer unerreichten Präzision herrscht der
AL4x4 über die Galaxis anspruchsvoller und betuchter
Heimkino-Anwender
aktive Subwoofer, Kategorie High-End
Test: 22.März 2007
Preis ca. 4.000 Euro
Preis-/Leistungsverhältnis:          
+ hervorragende Klangeigenschaften : Präzision, Kraft, Tiefgang, Timing sind State-of-the-Art
+ eignet sich sowohl für Heimkino als auch Stereo
+ tadellose Gehäuseverarbeiung, große Flexibilität (Form/Oberfläche)
+ DSP-Modul erlaubt sehr gute Anpassung an Raum und Lautsprecher
+ dank Fernbedienung und Presets sehr komfortabel zu bedienen
- hoher Kaufpreis
- Gerätestandfüsse könnten besser sein
- Auto-Einmessung und TV-Out nicht vorhanden
Website des Herstellers: www.act-lautsprecher.de
Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Text:
Lars Mette
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