Seitdem Nvidia seine "3D Vision" Technologie
vorgestellt hat,
träumt so manch technikaffiner Gamer davon,
seine Lieblingsspiele auf der heimischen Leinwand mit Hilfe
von
fortschrittlicher 3D-Technologie erleben zu können. Dieser
Wunsch
blieb allerdings in den vergangenen Monaten so gut wie
unerfüllbar: solange man nicht zu einer extrem solventen
Bevölkerungsschicht zählt,
verhinderten astronomische
Preise (> 10.000 €) von 3D Vision-kompatiblen
Projektoren den
Zutritt in die lebensechte Spielewelt. Erschwerend kam noch hinzu, dass
jene Geräte teilweise weder mit HD-Auflösungen, noch
Digitaleingängen ausgestattet waren und somit auch in
technischer
Hinsicht keine besonders hohe Begehrlichkeit wecken konnten. So wundert
es nicht, dass PC-Gamer mit Wunsch nach richtiger 3D-Darstellung
vornehmlich auf (3D Vision kompatible) LCD-Bildschirme
zurückgreifen, die in der aktuellen Modellgeneration
für
Preise um die 400 - 600 Euro (z.B. Acer GD245HQ oder Alienware OptX
AW2310) den Besitzer wechseln. Hier darf sich der Anwender zwar
über eine Full-HD Auflösung sowie
HDMI-Eingänge freuen,
doch mit einer maximalen Bilddiagonale von 24 Zoll ist man vom
Großbild-Gaming noch ziemlich weit entfernt.
All diese Probleme könnten nun der Vergangenheit
angehören, da Acer mit dem H5360 einen 3D-Vision Projektor mit
vielsprechender Technik zum attraktiven Preis von 799 Euro
unters
Volk mischt. Die Ausstattungsliste beinhaltet eine DLP-Lightengine mit
2.500 ANSI Lumen auf Basis des DarkChip3 Chipsatzes, worüber
ein Kontrastverhältnis von 3200:1 erreicht werden
soll.
Für die problemlose Einbindung steht eine HDMI-Buchse zur
Verfügung und damit der Projektor auch am Blu-Ray Player eine
gute
Figur macht, werden Auflösungen bis hin zu 1080p@24Hertz
unterstützt. Die native Pixelmatrix des 1-Chip DLP Bildwerfers
liegt indes bei 1280x720 Bildpunkten.
Wir haben uns den H5360 genau angesehen und möchten
Ihnen
unsere Eindrücke vermitteln. Speziell die
Bildqualität bzw.
Eignung zum dreidimensionalen Spielen via Nvidia 3D Vision steht dabei
besonders im Blickpunkt. Selbstverständlich werden wir aber
die
klassischen Tugenden beleuchten und einen Vergleich zu bekannten 2D
Heimkino-Projektoren ziehen.
Technische Eigenschaften/Aufbau:
200 Watt P-VIP Lampe von Osram
Wie bereits erwähnt, basiert der H5360 auf einer
1-Chip DLP
Konstruktion. Acer greift hierfür auf den DarkChip3 Chipsatz
zurück, der schon in vielen anderen Projektoren für
gute
visuelle Leistungen sorgt und ergänzt das Gerät durch
mehrere
Eigenentwicklungen. Die Wichtigste davon stellt die "ColorBoost
Technologie II+" Technologie, einem Bildverarbeitungsalgorithmus
für optimierte Farbdarstellung auf Basis des sRGB Standards.
Die
Colorboost II+ Implementation im Acer H5360 ist speziell auf den
0,62´´ DarkChip3 DMD, sowie dem 6 Segment Farbrad
abgestimmt. Dadurch will Acer auch eine höhere Lichtausbeute
von
50% gegenüber herkömmlichen Methoden erreichen und
verspricht
im gleichen Atemzug eine verringerte Geräuschentwicklung (laut
Datenblatt "kaum hörbare" 24db im Eco-Mode) sowie eine
Lebensdauer
von bis zu 5.000 Stunden bei der eingebauten 200 Watt P-VIP Osram Lampe.
Mit diesem Grundgerüst erreicht der weiß
glänzende
Bildwerfer (laut Acer) eine maximale Helligkeit von 2.500 ANSI-Lumen.
Der native Kontrast wird mit 3200:1 angegeben. Beide Werte sind
für die vorliegende Preisklasse als hervorragend einzustufen
und
prädestinieren den Projektor (theoretisch) sogar für
größere Bildflächen bei schwachem
Umgebungslicht. Der
ähnlich aufgebaute Mitsubishi HC3900 kommt beispielsweise auf
3.000 ANSI-Lumen/2000:1 Kontrast und kostet dabei rund 500 Euro mehr
und ist nicht in der Lage, 3D Signale zu verarbeiten.
Ergänzend
sei aber erwähnt, dass er über einen
größeren DMD
mit Full-HD Auflösung verfügt.
Um beim Thema Auflösung zu bleiben: der H5360 besitzt
"lediglich" eine native Pixelmatrix von 1280x720 Bildpunkten. Das ist
zwar definitiv nicht der aktuelle Stand der Technik, erweist sich aber
in der Praxis als weniger dramatisch wie man zunächst denkt:
durch
die Notwendigkeit einer 120Hertz Ausgabe für die 3D
Darstellung
wäre der Rechenaufwand bei höheren
Auflösungen für
viele Rechner deutlich zu hoch, um ein flüssiges Spielen zu
gewährleisten. Selbst der Sony Playstation3 ergeht es nicht
viel
besser, so dass sie sich wegen Problemen mit der Bandbreite ebenfalls
mit 1280x720 Pixeln bei 3D-Content begnügen wird. Bei der
Konsole
dürfte sich in der Zukunft dadurch sogar noch ein Problem
abzeichnen, da sie automatisch jeden Full-HD Fernseher zum
Upscalen der 3D-Inhalte nötigt - man darf gespannt sein, wie
das
Ganze in der Praxis mit den verschiedenen Modellen funktionieren wird.
Zwischen dem Acer H5360 und dem angeschlossenen PC sind solche Probleme
hingegen weitestgehend ausgeschlossen.
Der H5360 akzeptiert eine breite Palette an Standards und ist
auch in
der Lage, höhere Auflösungen auf sein natives Raster
herunterzurechnen. Hierzu gehören beispielsweise die 1080i
sowie
1080p Signale von handelsüblichen Hifi-Quellgeräten.
Folgende
Auflösungen werden laut Acer unterstützt:
Die, für die 3D-Darstellung benötigte
Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz (siehe unser Special zum Thema
Nvidia 3D Vision), wird jedoch nur bei folgenden Formaten akzeptiert
analoge Zuspielung via VGA
1280x720
HDMI
640x480, 800x600, 1024x768, 1280x720
Fazit: in technischer Hinsicht kombiniert der Acer H5360
viele gute
Ansätze (DLP Projektion auf Basis DarkChip3, Color BoostII+)
und
verspricht gute Bildeigenschaften mit dem Bonus der 120 Hertz
Wiedergabe für 3D-Projektionen via 3D Vision. An dieser Stelle
sei erwähnt, dass dieser
Projektor
neben Nvidia 3D Vision auch DLP Link beherrscht und somit mittels (der
bald erscheinenden) 3D DLP Decoding-Boxen ebenfalls 3D Darstellung
über einen normalen 3D Blu-Ray Player ermöglicht. Im
Rahmen der Nvidia-Lösung beweist das
Testgerät
eine stimmige Konzeption, wobei sich Perfektionisten
verständlicherweise ein Full-HD Panel fordern. Unseres Wissens
nach,
ist derzeit am Markt noch kein entsprechend ausgestatteter Projektor zu
Preisen jenseits der 10.000 Euro zu haben - und auch entsprechende
Vorankündigungen für die bald stattfindende IFA haben
bislang
auf sich warten lassen. Direkt formuliert: entweder eine ungewisse Zeit
warten - oder sich mit dem HD-Ready Projektor anfreunden. Die
Entscheidung für den H5360 wird durch einen
anständigen
Lieferumfang (inkl. Tragetasche und langen Kabeln), sowie fairen
Garantiebedingungen schmackhaft gemacht: Acer gewährt eine
laufzeitunabhängige Garantie von einem Jahr auf die Lampe und
ganze 5 Jahre auf den restlichen Projektor.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
(Herstellerangaben)
1280x720 native Auflösung
kompatibel bis 1980x1080p24Hertz
3200:1 Kontrast
2500 ANSI Lumen Helligkeit
1 Chip DLP Technologie
4000 Lampenlebensdauer im ECO Modus
Besonderheiten
3D Wiedergabe / 120 Hertz Darstellung
für Nvidia 3D Vision
Abmessungen
26,8 x 19,2 x 8,0cm (B,T,H)
Gewicht
2,26 Kilogramm
Praxiseindrücke:
Teil 1- Verarbeitung, Anschlüsse, Einstellungen
Teil 2 - Testbild / Bildparameter
Teil 3 - 3D Effekt am Spielebeispiel
Zum Abschluss noch kurz ein offenes Wort in eigener Sache: diese
Form der Berichterstattung ist für uns komplett neu. Sinn der Sache ist
es, Sie noch besser an das Gerät sowie unsere Erfahrungen
heranzuführen. Wir
bitten um Nachsicht für diverse
Versprecher und würden uns über Feedback freuen. Haben Sie Interesse
daran, in Zukunft vermehrt
Video-Reviews von uns zu konsumieren, oder bevorzugen Sie die
klassische
Variante mit textbezogener Berichterstattung ? Zum Meinungsaustausch
steht Ihnen der Feedback-Bereich unseres Forums jederzeit zur
Verfügung, alternativ können Sie natürlich
auch gerne eine eMail direkt an mich (LM@AREADVD.DE) schreiben.
Vielen Dank !
Fazit:
An einen 800 Euro Projektor, den man im Handel schon
für unter
600 Euro bekommen kann und der zudem auch noch 3D-Vision kompatibel
ist, darf man keine allzu großen visuellen Erwartungen
stellen.
Umso überraschender ist für uns die Erkenntnis, dass
die
Bildeigenschaften in vielen Bereichen durchaus überzeugend
ausfallen. Der Acer H5360 kämpft zwar mit einem deutlichen
Regenbogeneffekt, liefert aber für seine Preisklasse einen
guten
In-Bild-Kontrast und gefällt auch mit einer hohen
Lichtleistung
bzw. Helligkeit. Dank diesen Tugenden kommt die 3D-Darstellung derart
hervorragend zur Geltung, dass jegliche Kritik an der
Nicht-Full-HD-Auflösung in den Hintergrund
gerät. Bildschärfe und Schwarzwert erreichen
zwar keinen
Referenzstatus, gehen aber in Ordnung. Die
preisklassenüblichen
Komforteinbußen hinsichtlich
Aufstellungsvariabilität bzw. Bedienungskomfort sollte man dem Gerät ebenfalls
nicht
übermäßig scharf ankreiden. In Anbetracht
der
Gesamtleistungen (inklusive der soliden Funktionsausstattung
hinsichtlich Bildparameter und Anschlüsse),
spräche
eigentlich nichts dagegen, dem Acer H5360 unser begehrtes
"ausgezeichnet" Prädikat zu verleihen - wenn da nicht die
nervtötende Warnmeldung im 3D-Modus wäre, wegen der
wir
demonstrativ eine komplette Note abziehen, in der vagen Hoffnung dass
die Acer-Entwickler daraus lernen und bei zukünftigen
Produkten
etwas überlegter vorgehen. Das sollte Sie aber nicht davon
abhalten, dem Projektor eine Chance zu geben - für eine
hochqualitative Blu-Ray Präsentation eignet sich der H5360
zwar
nur bedingt (knallige Farben, kein Full-HD, keine perfekte
Bildschärfe), doch für das Erforschen der dritten
Dimension
im Großbildformat kennen wir derzeit kein anderes
Gerät mit
einem derart hohen Spaßfaktor für so wenig Geld. Es
spricht
schon Bände, dass wir unseren 28.000 Euro High-End Projektor
von
Sim2 bei PC-Spielen links liegen lassen und
stattdessen
lieber mit dem Acer H5360 auf die Jagd nach Monstern und
Rundenbestzeiten gehen...
3D-Spaß für wenig Geld: der Acer H5360
blüht mit Nvidia's 3D Vision regelrecht auf
und macht diverse kleine Schwächen (fast) vergessen
- 3D-Projektion zum Schnäppchenpreis
Acer H5360
Videoprojektor, UVP 799 Euro
Test: 23.August 2010
+ hervorragende 3D-Darstellung
+ recht kontraststarkes Bild
+ hohe Helligkeit
+ sehr geringes Delay
+ gute Anschlussbestückung
+ anstände Gehäuseverarbeitung
+ lange Lampenintervalle
+ sehr niedriger Kaufpreis, gute Garantieleistungen
- starker Regenbogeneffekt - besonders im 2D-Modus
- kein Full-HD Panel
- nervötende, nicht-abschaltbare große
Hinweismeldung bei aktiviertem 3D Modus
- generell recht laute Lüftergeräusche; 3D
Modus läuft sogar nur mit voller Lampenleistung
- hakelige Fernbedienung
- sehr geringer Zoombereich, keine mechanische Lensshift-Funktion