Test: Advance Acoustic MCD203 II - wieviel Hörspaß bietet der günstige Röhren CD-Player ?
(23.Mai 2007-LM )
Nicht nur Nostalgiker und Puristen halten nach wie vor an reinen
CD-Playern in ihren Anlagen fest: so schön der Filmgenuss von
Hollywood-Blockbustern auch sein mag, oftmals baut die Lieblings-CD auf
der guten alten Stereoanlage eine viel tiefere emotionale Verbindung
zwischen Mensch und Technik auf. So verwundert es nicht, dass die
Stückzahlen von Stereokomponenten stark nach oben zeigen und sich
in den Vorführstudios mit stolz geschwellter Brust neben
HD-DVD Playern und High-Tech AV-Receiver behaupten können. Die
Diskussion um neue Mehrkanaltonformate und HDTV geht an
Stereokomponenten spurlos vorüber, schließlich brauchen
sie sich "nur" um die Umsetzung zweikanaliger Datenströme
kümmern. Doch auch in diesem Marktsegment steht die Zeit
keineswegs still. Musste man früher noch etliche tausend Euro
für ein hervorragend klingendes Stereo-System investieren, so
haben technischer Fortschritt, Globalisierung und nicht zuletzt der
Preiskampf für eine deutliche Preisreduktion gesorgt. Absolute
Top-Leistungen sind mittlerweile nicht mehr nur sündhaft teuren
High-End Geräten vorbehalten. In diesem Zusammenhang haben wir bei
AREADVD die Produkte der französischen Firma Advance Acoustic
kennen- und schätzen gelernt. Die bisherigen Tests brachten
ausschließlich Positives zu Tage. Die Kombination aus
beeindruckenden Klangeigenschaften und sauberem technischen Aufbau
platzierte die beiden getesteten Endstufen auf dem Thron ihrer
jeweiligen Preisklassen.

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, doch dieses Mal haben wir
keine Endstufe aus dem Karton befreit, sondern widmen uns einem
Quellgerät. Unter dem sachlich klingendem Kürzel "MCD203 II"
vertreiben die Franzosen ihren neuen CD-Spieler, der dank
ausgeklügelter Technik für neue Höhenflüge beim
Musikhören sorgen soll. Doch vor dem Spaß steht die Arbeit,
denn auch der MCD203 II hat natürlich seinen Preis. Wer sich die
699 Euro erwirtschaftet hat, darf sich auf dem Weg zum Advance Acoustic
Händler machen und die Devisen gegen den CD-Player eintauschen. Wo
man andererorts lediglich eine Kombination aus Metallen, Kunststoffen
und Dioden bekommt, beinhaltet der MCD203 II sogar schon eine
Röhrenausgangsstufe. Sterile Klangeigenschaften und stockbeiniges
Rythmusgefühl sollen damit passé sein, verspricht der
Hersteller. Als besonderes Bonbon packt der Hersteller nicht nur einen
sehr hochwertigen Digital/Analog Wandler mit 24bit bei 196Khz in das Gerät,
sondern verbaut ebenfalls vollsymmetrische XLR-Ausgänge, so dass der MCD203 II mit
einer bestechenden technischen Ausstattung in unseren Hörtest
gehen darf. Wir möchten nachfolgend klären, ob
Stereoliebhaber nun zum Sturm auf die Hörstudios ansetzen
können und die Stereo-Revolution ausrufen dürfen, oder ob
Advance Acoustic mit dem MCD203 II eher ein schweres Standing
gegenüber anderen Abspielgeräten aus dem Lager der CD, DVD
oder HD-DVD Player hat.
Verarbeitung:
Gegenüber seinem Vorgängermodell wurde die neueste
Revision auf das aktuelle Advance Acoustic Design getrimmt.
Auffälligstes Kennzeichen stellt dabei die selbstbewusste
Bicolor-Optik dar, welche dem Gerät einen sehr
selbstständigen und massiven Auftritt verleiht. Weitere
Farbvarianten sind nicht lieferbar, jedoch dürfte die edle
silber/schwarze Colorierung ohnehin mit den meisten Anlagen (und
Geschmäckern) harmonieren. Zusammen mit der immensen Höhe von
15 cm macht der MCD203 II schon auf dem ersten Blick klar, dass er mit
modischen Slimline-Geräten keinerlei verwandschaftliche
Verhältnisse pflegt. Platzeinsparende Ehefrauen, die am liebsten
gänzlich unsichtbare Hifi-Geräte wollen, zählen
definitiv nicht zur Zielgruppe des französischen Designers.
Technikliebhaber wird es umso mehr freuen, zumal der MCD203II durch
das Familiengesicht perfekt zu den anderen Komponenten von Advance
Acoustic passt.
Hinter der schmalen Lade versteckt sich das Laufwerk, über
welches die CDs Eintritt zum Gerät bekommen. Die Passgenauigkeit
ist als vorbildlich einzustufen, außerdem überzeugt auch die
Planlage der Abdeckung.
Heavy Metal: beim Auspacken des Gerätes fragten wir uns
unweigerlich, ob hier nicht aus Versehen der Controller eines
wesentlich teureren Gerätes reingepackt wurde. Sonderlich
griffgünstig oder erfühlbar sind die Tasten zwar nicht
gerade, aber die Materialanmutung gehört zur absoluten
Spitzenklasse. Ein klar definierter Druckpunkt und die hochwertigen Metallbuttons versüßen die Bedienung.

Nicht ganz perfekt: das etwas grob zeichnende Display mag zwar
funktionell sein, versprüht aber eher wenig Eleganz. Hier sind die
zweizeiligen Dot-Matrix Display von Denon, Marantz oder Marantz klar im
Vorteil. Eine Möglichkeit zum Dimmen des Displays gibt es leider nicht.
Schönes Detail: im ausgeschaltetem Zustand flirtet der rot
hinterleuchtete Einschaltknopf geradezu mit dem Anwender und zwingt ihn
förmlich zum Betätigen. Weckt man den MCD203II aus seinem
Schlaf, so erstrahlt der Knopf in einem satten Blauton.

Auch im Geräte-Inneren findet man eine penible Verarbeitung vor.
Wirr herumliegende Kabel kennt man bei Advance Acoustic nicht.

Das CD-Laufwerk reagiert prompt und fährt leise sowie schnell
heraus. Generell indiziert dessen gesamte Mechanik einen sehr
vertrauenserweckenden und stabilen Eindruck.
Die Materialstärke der Frontplatten sorgt für absolutes
Oberklasse-Flair. Unterhalb 1000 Euro sieht man zentimeterdicke
Aluminiumfronten nur in Ausnahmefällen. Für den abgerufenen
Kaufpreis kann der MCD203 II absolut überzeugen, wenngleich in
höheren Preisklasse teilweise eine noch etwas sorgfältigere
Kantenverarbeitung vorzufinden ist.

Während man bei der Gerätefront noch das Gefühl hat,
dass Advance Acoustic "aus dem Vollem schöpft", so merkt man
den Standfüssen an, dass einer der verantwortlichen Produktmanager
dann doch an irgendeiner Stelle den Rotstift ansetzen musste. Wie auf
dem obigen Bild schön zu erkennen, wurde beim MCD203II leider nur
auf Kunststoff zurückgegriffen, während die darunter
befindliche MAA-705 Monoendstufe auf richtigem Aluminium thronen
darf.
Insgesamt zeigt der französische Hersteller eine gekonnte
Vorstellung, wo nur kleine Details (Standfüsse, Display) nicht
ganz auf allerhöchstem Niveau mitspielen können. Ansonsten
aber gefällt uns dieses Gerät vor allem wegen der klaren und
eigenständigen Optik. Gesamtnote Verarbeitung: ausgezeichnet.
technischer Aufbau:
Das Öffnen von Advance Acoustic Geräten hat uns bis jetzt
immer Spaß bereitet, schließlich kamen bislang immer
technisch solide Baugruppen zum Vorschein. Der MCD203 II macht da
erfreulicherweise keine Ausnahme. Nach dem Abnehmen des
Gehäusedeckels präsentiert sich ein aufgeräumtes
Innenleben, mit sauber voneinander getrennten Kammern. Im Inneren
dieses CD-Players tummeln sich mehr Baugruppen, Platinen und Dioden,
als in so manch teurerem DVD-Player. Die Laufwerk- und
Digitalsektion befindet sich extra abgeschirmt in der Mitte des
Players.

Darunter befinden sich die jeweiligen Baugruppen ebenfalls
sehr ordentlich voneinander separiert. Fast jede Funktion wird auf
einer eigenen Platine untergebracht und mit ordentlich verlegten Kabeln
miteinander verbunden. Die Laufwerksmechanik impliziert einen sehr
ordentlichen und robusten Eindruck. Hier klappert und wackelt nichts,
selbst im Inneren des Gerätes. Zur zusätzlichen
Stabilisierung des Auslesevorgangs verfügt der MCD203 II in dieser
mittleren Kammer über eine zusätzlich eingesetzte
Bodenplatte. Resonanzen und Schwingungen werden damit abgemildert.
Diesen Kniff findet man sonst eher in hochpreisigen High-End Geräten,
allerdings nur selten in der hier vorliegenden Preisklasse.

Die aufwändige Netzteilsektion würde manchem 1.000 Euro
Gerät gut zu Gesicht stehen. Eine hochwertige Stromaufbereitung
bzw. Leistungsversorgung stellt bei jedem Audiogerät einen
maßgeblichen Schlüsselfaktor für die akustische Leistung dar. Advance Acoustic verbaut
unter anderem einen groß dimensionierten Ringkerntrafo und
distanziert sich somit von vielen Mitbewerbern, bei denen einfache
Schaltnetzteile zum Einsatz kommen.

Die Analogplatine befindet sich im rechten Bereich des Gerätes
- und somit räumlich sehr schön von der (einstreuenden)
Netzteilsektion getrennt. Die verbauten Kondensatoren und Transistoren
machen sowohl quantitativ als auch qualitativ einen hervorragenden
Eindruck. Damit die CDs originalgetrau ausgelesen werden können,
wurde dem MCD203 II eine sehr fortgeschrittene Digital-/Analog
Wandlung eingepflanzt, welche mit 24bit/192KHz arbeitet. Der komplette
Signalpfad vom Wandlerausgang bis zu der Röhrenausgangsstufe
wurde symmetrisch ausgeführt, um jedem der beiden Datenkanäle
eine penible und sorgfältige Bearbeitung zukommen zu lassen.

Was haben Hybrid-Fahrzeuge und HiFi-Röhrentechnik gemeinsam ?
Nun - man kann zwar beide Produkte ohne Hintergrundwissen ganz normal
bedienen, aber der Sinn und Zweck (und somit auch dessen Philosophie)
erschließt sich nur, wenn man sich mit der zugrundeliegenden
Technik vertraut macht. Hier enden jedoch auch schon die
Gemeinsamkeiten, denn während die Hybrid-Technik als Synonym
für die Errungenschaft aktueller Forschung wahrgenommen wird,
liegt die Geburtsstunde der Röhrentechnik im Audiobereich schon
deutlich länger zurück. Beim Blick in das Gehäuse mag
die Röhre durchaus einen leicht anachronistischen Eindruck
erwecken, doch in Kombination mit moderner Transistor-Vorstufen ergeben
sich hier eine reizvolle Kombination.

Wer Sylvester zu den Menschen gehört, die schon eine Minute
vor Mitternacht mit dem Herunterzählen des Countdown
beginnen, wird im MCD203 II ein ideales Übungsgerät finden:
während der Aufwärmphase der Röhre wartet der
Player eine geschlagene Minute, ehe er sich den Silberlingen
annimmt und zählt dabei seelenruhig die Sekunden herunter.
Hört sich nun vielleicht etwas sonderbar an, in der Praxis
stört es hingegen kaum. Schade ist nur, dass der Player danach
nicht automatisch mit der Wiedergabe beginnt, sondern erst einmal per
"Play" Befehl zum Arbeiten animiert werden möchte. Nun gut - die
schöne Fernbedienung nimmt ja immer gerne wieder in die Hand...

Eigentlich bietet ein CD-Player keine nennenswerte
Anschlussvielfalt, schließlich gilt es lediglich eine
stereotaugliche Verbindung zum Verstärker aufzubauen. Beim MCD203
II bekommt der Anwender jedoch die berühmte Qual der Wahl: je ein
optischer und coaxialer Digitalausgang sowie eine "gewöhnliche"
RCA (Chinch) als auch XLR Schnittstelle erlaubt den Kontakt zur
Außenwelt. Selbst auf vergoldete Anschlüsse müssen
Advance Acoustic Kunden nicht verzichten. Und dank des
vollsymmetrischen Aufbaus stellen auch die beiden XLR-Buchsen keine
scheinheilige Profiverbindung dar, sondern erlauben tatsächlich
eine symmtrische Datenübertragung. Besonders bei langen
Kabelstrecken kann dies von Vorteil sein. Trotzdem möchten wir an
dieser Stelle darauf hinweisen, dass XLR nicht immer automatisch besser
klingen muss, als eine klassichen Chinchverbindung. Hier spielt die
Kabelqualität genauso eine Rolle, wie die daran angeschlossene
Vorstufe. Lobend möchten wir ebenfalls den kleinen Kippschalter
erwähnen, mit dem sich das Gerät komplett
vom Netz trennen lässt und keinen Stand-By Strom verbraucht.
Die wichtigsten technischen Daten des MCD203 II in der Zusammenfassung:
| Gerät |
Advance Acoustic MCD203 II, Preis 599 Euro |
| Wandlersektion |
24bit/192 KHz |
| Ausgänge |
1x digital optisch
1x digital coaxial
1x analog Chinch
1x analog XLR symmetrisch |
| Aufbau |
vollsymmetrisch und Röhrenausgangsstufe |
| Abmessungen |
45 x 43 x 15 (B, T, H) |
| Gewicht |
10 kg |
Testumgebung und Kombinationsempfehlung:
Alleine schon aus optischen Gesichtspunkten wäre zunächst
die Integration in eine bestehende Advance Acoustic Anlage als Empfehlung zu nennen.
Wir haben sowieo schon fünf Monoblöcke vom Typ MAA-705
ohnehin fest in unserem Studio installiert, so dass wir Ihnen zu solch
einer Kombination gleich das passende Bild liefern können.
Akustisch sind diese Bausteine (wenig überraschend) sehr gut
aufeinander abgestimmt, wobei der CD-Player etwas Wärme in das
Klangbild bringt und nicht ganz so analytisch wie die Endstufen
arbeitet.
Doch auch für stolze Besitzer einer Audionet-, Rotel- oder NAD
Vor-/Endstufenkombination macht die Integration mit dem Advance
Acoustic Player Sinn, schließlich kann sich der Detailreichtum
und Musikalität des Quellgerätes
über ungetrübte Entfaltungsmöglichkeiten freuen.
Ein Audionet ArtG2 CD-Player mag sicherlich nochmal eine Liga
höher aufspielen, doch angesichts der Preisdifferenz von mehr als
3.000 Euro schlägt sich der MCD203II als günstige Quelle in
einem absoluten High-End System sehr wacker. Je nach Qualität der
Vorstufe kann es durchaus sein, dass eine digitale Verbindung mit
dortiger Analog-Wandlung besser klingt (zB. Audionet Map1, MapV2) als
über die eingebauten Converter im MCD203 II. Dennoch lohnt sich
ein reinrassiger, gutklassiger CD-Player, da Klangunterschiede im
Digitalbereich zwischen verschiedenen Geräten genauso existieren,
wie über die analoge Schnittstelle.

AV-Receiver können mit dem MCD203 II ebenfalls eine
Auffrischung ihrer Stereokünste erfahren. Hier dürfte in den
meisten Fällen eine analoge Verbindung von großem Vorteil
sein, so dass die Digitalsektionen und Prozessoren umgangen werden.
Sehr gute musikalische Fähigkeiten offenbarten der harmonisch und
kultivierte Onkyo NR-5000 sowie der etwas kräftig zupackendere
Denon AVC A11XVA.
Ähnliches können wir in Bezug auf die Lautsprecher
berichten. Vom günstigen Nubox Nubert-Lautsprecher bis hin zur
Piega TC70x gesellt sich der CD-Player sehr gewinnbringend ins
Klangbild. Das ideale Verhältnis bezüglich des gebotenen
Klangpotential zwischen Player und Schallwandler liegt unserer Meinung
bei Standlautsprechern zwischen 1.000 und 1.5000 Euro
(Stückpreise). Besonders die Nubert nuLine 120 als auch die
Monitor Audio GS-60 sind hier als exzellente Sparringspartner zu
nennen. Mit letztgenanntem Modell haben wir einen Großteil
unserer Hörsessions abgehalten.
Je nachdem welches Klangniveau Lautsprecher und Raumakustik erlauben,
wäre es auch empfehlenswert über eine adäquate
Verkabelung des Players nachzudenken. Die besten Ergebnisse erzielten
wir zwar mit dem Furukawa Amedeus NF-Kabel, doch angesichts seines
Preises (500 €) wäre diese Zusammenstellung eher
unangemessen. Am besten fragen Sie einfach Ihren Fachhändler nach
seinen Empfehlungen und testen in ihren eigenen vier Wänden
selbst. In manchen Installation konnten wir dem MCD203 II
durch hochwertige Netzkabel (in unserem Fall von "Supra" und
"Audionet") zu einem dynamischeren Klangbild verhelfen.

Auch wenn auf dieser Platte der VipG2 (ca. 7.000 €) steht, so
wäre dieses Zubehör auch den Advance Acoustic Player eine
sinnvolle Ergänzung. Besonders auf Glasracks können CD-Player
unter bestimmten Bedingungen nicht ihr volles Klangpotential abrufen,
da sich die Resonanzen und Schwingungen des Racks auf den Player
übertragen können. Dieser Effekt ist jedoch nicht in jedem
Fall gleich stark und variiert je nach Aufstellung von Lautsprecher und
Rack sowie der Raumakustik. Wer keine 200 Euro für eine
quarzgefüllte Holzplatte ausgeben will, sollte den Player
testweise mal auf den Boden stellen, um die Auswirkungen zu
testen.

Wer hochwertige Kabel oder Holzplatten für groben Unfug
hält und keine Unterschiede hören kann, könnte ein Opfer
der Raumakustik sein. Die letzten paar Klangfeinheiten durch diese
Eingriffe können sehr schnell von mangelhaften
Hörbedingungen ausradiert werden. Wenn das Wohnzimmer eine Akustik
besitzt, die dem Behandlungsraum des örtlichen Zahnarztes
Konkurrenz macht, kann man seine Anlage eigentlich auch zwischen
Bekleidungs-Wühlkiste und Pampers beim örtlichen
Lebensmitteldiscounter erwerben. Klingt vielleicht etwas hart, doch ein
System, welches ausschließlich mit Schallwellen arbeitet, kann
schlichweg nur so gut und ausgewogen klingen, wie es der Raum erlaubt.
Wohnraumfreundliche Absorber und Diffusoren gibt es mittlerweile zu
vertretbaren Preisen, zumal die generelle Behagleichkeit
innerhalb Raumes bei akustisch angenehmen Verhältnissen
ohnehin steigt.
Unsere hauptsächlich verwendete Hardware in der Übersicht:
| Vorstufen |
Audionet Map1 (ca. 3.700 €)
Audionet MapV2 + EPS (ca. 7.800 €)
NAD M15 (ca. 3.000 €)
Rotel RSP-1098 (c. 3.500€)
|
| AV-Receiver/Amp |
Onkyo TX-NR5000E (ca. 5.500 €)
Denon AVC-A11XVA (ca. 3.800 €) |
| Lautsprecher |
Monitor Audio GS-60 (Paarpreis ca. 3.000 €)
Isophon Cassiano (Paarpreis ca. 12.300 €) |
| Kabel |
Furukawa Amadeus
Cinemike NF-Kabel + Digital Referenz |
Höreindruck:
Der MCD203II entpuppte sich bei unseren Hörtests als Chameur,
der die Gunst der Redaktion schnell für sich gewinnen konnte.
Generell zeugt das Klangbild von einer kräftigen, dabei aber auch
geschmeidigen und transparenten Klangauslegung. Die Ausarbeitung der
Höhen erreicht für seine Preisklasse eine sehr ordentliche,
jedoch nicht sensationelle Leistung. Die sensible Herausarbeitung
feiner Klangdetails im hohem Frequenzbereich gelingt ihm bei
klassischem Musikmaterial ausgezeichnet - lediglich der Denon
DVD-2930 diesbezüglich eine überraschend harte Nuss dar, die
der Advance Acoustic Player nicht ganz knacken kann. Paradox: konnte
man bei früheren Denon-Player (zB. DVD-2910, DVD-2800) noch einen
Mangel an Hochtondurchzeichnung und Luftigkeit ausmachen, so sind es
nun just diese Attribute, mit denen selbst ein reinrassiger CD-Player
wie der MCD203II zu kämpfen hat. Trotzdem bleibt an dieser Stelle
festzuhalten, dass der französische CD-Spieler (für sich
betrachtet) mit löblichen Detaillierungskünste aufwarten
kann. Ähnliches gilt auch für die Bassdarstellung: das
gebotene Niveau befindet sich auf hohem Level, ohne dabei ganz an die
Performance der (diesbezüglich) Klassenbesten heranzureichen. Bei
Musikstücken mit schnellen, hämmernden Beats baut er ein
solides, packendes Bassfundament auf. Dünn oder gar blechern
klingt der MCD203II nie - stets umgarnt er seine Zuhörerschaft mit
einer kraftvollen Spielweise. Konturen werden dabei präzise
umgesetzt, lediglich im Tiefbassbereich würden wir uns eine noch
etwas schnellere und sorgfältigere Umsetzung der Signale
wünschen. Passagen wie das Intro von "xxx" (Nightwish) stellen den
MCD203II zwar vor keine unlösbören Probleme, aber im
Vergleich zum Cinemike-getunten Sherwood SD-860 (ca. 800€) haben
wir durchaus Unterschiede in Bezug auf die Differenzierung und
Staffelung der Drum-Komponenten heraushören können. Dies
sollte man dem MCD203II jedoch nicht übermäßig negativ
ankreiden, da es bei Quellgeräten in dieser Preisklasse
schlichtweg kein rundum-perfekt-Paket zu kaufen gibt. Wer von seinem
CD-Spieler eine in allen Belangen (annähernd) perfekte Akustik
erwartet, wird auch mit den anderen zuvor erwähnten Geräten
nicht das Ei des Kolumbos finden. Es ist nur allzu normal, dass
jeder Hersteller bei der Entwicklung andere Schwerpunkte und
Glanzlichter setzt. Zu gerne würden wir bei unseren Tests
verkünden, dass ein 700 Euro Player absolut makellos aufspielt und
es vollkommen absolet wäre, High-End Komponenten zu erwerben, doch
die Praxis sieht anders aus. Das exakte Auslesen einer CD in Echtzeit,
sowie die Umsetzung der digitalen Signale in ein analoges Format stellt
auch im Jahr 2007 eine komplexe Aufgabe dar, wenn man dabei audiophile
Klangaspekte berücksichtigen möchte. Wichtig ist
hingegen, dass sich insgesamt eine harmonische Gesamtabstimmung
einstellt, welche ein bestimmtes Hörerprofil anspricht und
zufriedenstellt. Und genau an diesem Punkt möchten wir nun wieder
den MCD203II in der Mittelpunkt stellen, denn in dieser Hinsicht hat
Advance Acoustic ganze Arbeit geleistet: so mag der MCD203II zwar nicht
unbedingt der ideale Spielgefährte für Techno oder House
Musik sein, aber die Kombination aus fantastischer
Gesangsherausarbeitung, der spritzig-lebendigen Dynamik sowie der
weitläufigen Spielweise stellt für gefühlvolle,
emotionsreiche Musik eine hervorragende Bühne dar. Wir waren
überrascht, was der Player an Hörspaß vermitteln
konnte, als wir eine Katie Melua-CD in den Laufwerksschacht einlegten.
Selbst kleinste vokale Details setzte der französische Player mit
großer Finesse und Eleganz um, zumal er die seltene Gabe
aufweist, Stimmen groß und realistisch abzubilden. Hier wiederum
scheitern etliche andere Mitbewerber - außerdem gelingt es dem
MCD203II eine sehr flüssige sowie harmonische Gesamtakustik
herzustellen. Nicht selten neigen andere Geräte (besonders
DVD-Player) dazu, mit übermäßiger Härte zu
agieren, was dem Klangerlebnis bei vielen Musikrichtigen sehr
abträglich ist. Wenn Sie die Möglich dazu haben, hören
Sie bitte einmal eine Norah Jones-CD auf einem Denon DVD-2930
und dem Advance Acoustic Player. Wir haben bei dieser
Gegenüberstellung sehr schön bemerkt, wie leicht es dem
MCD203II fällt, gleichzeitig informationsreich und transparent zu
spielen, während sein Gegenüber etwas ruppiger zu Werke
ging.
Wie bereist erwähnt, punktet der französische
Silberscheiben-Leser nicht aufgrund seiner dezenten Klangwärme
mitsamt der herausragenden Mittentonwiedergabe, sondern auch durch die
Aspekte Dynamik und Räumlichkeit. Betrachten
wir zunächst die erstgenannte Eigenschaft: über
alle Frequenzbereiche hinweg bietet der Player eine hervorragende
dynamische Einarbeitung der Klangereignisse. Hierbei überzeugt er
nicht nur mit einer gekonnten Portionierung feiner, subtiler Elemente,
sondern besitzt ebenfalls die Gabe, ansatzlose -fast schon brachiale-
Kräfte freizusetzen. Auf den ersten "Blick" können manch
gleichteure Player diebezüglich ebenfalls mitziehen, doch bei
genauerer Betrachtung fällt auf, dass der MCD203II in der Lage ist
(wie sonst nur vielfach teurere Geräte) gleichzeitig verschiedene
Dynamikabstufungen zu managen, ohne dabei nervös bzw. hektisch zu
wirken. Diese Eigenschaft fällt überhaupt erst deswegen so
positiv auf, weil der MCD203II eine sehr plastisch-räumlich
Wiedergabe ermöglicht und daher die einzelnen Ebenen der Musik
sehr schön wahrnehmbar macht. Ähnlich wie schon in Bezug auf
die Tonalität hat uns vor allem der Mitteltonbereich hinsichtlich
der Räumlichkeit begeistert. Die Interpreten erwachen mit dem
MCD203II fast schon zum Leben, angesichts der frappierend
strukturierten Raumwirkung. Wenn man seine Ohren nicht gerade mit den
künstlerischen Gehversuchen diverser "TV-Casting-Katastrophen"
malträtiert, sondern sich Künstler zu Gemüte führt,
die tatsächlich singen können, so stellt sich dank Dynamik
und Raumabbildung eine sehr intensive, emotionale Atmosphäre ein.
Selbstverständlich überzeugt der Advance Acoustic Player mit
seinen Qualitäten auch bei gänzlich instrumentalen
Stücken und baut eine weitläufige, schwelgerisch-inszenierte
Klanglandschaft auf, die zum Träumen und Verweilen einläd.
Der MCD203II ist eben ganz klar ein Fall für Genießer und
Ästheten.
Fazit:

Wenn Sie heute in die nächstgelegene Filiale eines
Elektromarktes spazieren, buhlen gleich dutzende DVD- und CD-Player um
die Gunst des Käufers (bzw. dessen Geldbeutel). zum Großteil
werden die feilgebotenen Geräte sogar billiger sein, als der
MCD203 II. Warum
also sollte man den Gang zum Fachhändler antreten und die
(vermeintlich) "schweinestarken" Palettenangebote ignorieren ? Die
Antwort werden Ihnen Ihre Ohren geben, denn dieser französische
Jungspund macht direkt von der ersten CD an richtig Spaß: dank
seiner dynamischen Talente und der kräftig-massiven Klangauslegung
interpretiert er seine Aufgabe nicht als Schlafpille, sondern
reißt seine Zuhörerschaft komplett in seinen Bann.
Audiophile Feingeister auf der Suche nach den letzten Klangdetails und
Basspräzision werden hingegen mit dem MCD203II nicht unbedingt den
idealen Partner fürs Leben finden - wer solche Ansprüche
stellt (und eine entsprechend hochwertige Elektronik- und
Lautsprecherkette bereitsstellt), sollte lieber noch etwas tiefer in
sein Sparschwein greifen und ein paar Preisklassen weiter höher
einsteigen. Hier wären Geräte vom Schlage eines Accustic Arts
Surround Player 1 (5.500 Euro) oder der Audionet Vip G2 (7.000 Euro) zu
empfehlen (oder auf das kommende Advance Acoustic Duo aus Laufwerk und
externem Wandler (zusammen ca. 1500 Euro) warten, welche auf der
High-End vorgestellt wurde). Doch zurück zum MCD203 II: als
Zusatzgerät zum HD-DVD/Blu-Ray Player - und selbst als
Ergänzung zu einem 1.000 Euro DVD-Player macht dieser reinrassige
CD-Player großen Sinn. Nicht nur die bereits aufgezählten
Tugenden differenzieren ihn von seinen multimedial begabteren
Mitbewerbern, sondern insbesondere mit dem Loslösen des Klanges
vom Lautsprecher verwöhnt er die Gehörgänge seiner
Zuhörerschaft. Als wäre das noch nicht genug, so garniert
Advance Acoustic diese bezahlbare Kostbarkeit noch mit einer
umfassenden Schnittstellenauswahl, hochwertigen Metallfernbedienung
sowie einer sehr ansprechenden Optik.
Typisch Advance Acoustic:
beeindruckende Verarbeitung und ein blitzsauberer technischer Aufbau
sorgen für Hörgenuss und machen den MCD203II zu einer echten
Empfehlung für Freunde eines vollen, satten Klanges.
Advance Acoustic MCD203II
CD-Spieler mit Röhrenausgangsstufe
Preis: 699 Euro , Test: 23.Mai 2007
Preis-/Leistung:          
+ runder, höchst harmonischer Klang
+ hervorragende Dynamik und Räumlichkeit
+ tadelloser technischer Aufbau
+ solide Verarbeitung, ansprechendes Design
+ leises sowie zuverlässiges Laufwerk
+ hübsche Metallfernbedienung
+ vollsymmetrische XLR-Ausgänge
- Standfüsse nur aus Kunststoff
- Wartezeit beim Einschalten
Raumakustische Optimierung unserer Studios mit Wallpanels und Absorbern von:
Dieser AREA DVD High-End Test wurde durchgeführt mit Kabeln von:

Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:

Text:
Lars Mette
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|