Test: RTFS Raumakustik-Element "Multimedia Wand"


Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.

(9.Mai 2008 - Autor: Lars Mette )

Eben noch thronte der riesige Flachbildfernseher im High-End Studio des örtlichen Elektromarkts. Nach intensivem Genuss der beeindruckenden HDTV-Demonstrationen passiert es dann: die Kaufzurückhaltung (als auch der Kontostand) ruft die bedingungslose Kapitulation aus. Wenig später schleicht die Familienkombi mit schneckenähnlicher Geschwindigkeit nach Hause - schließlich befindet sich dieses Mal kein Wochenendeinkauf an Bord, sondern die (vermeintlich) 50 Zoll große Eintrittskarte zur visuellen Glückseligkeit. 

Genau an dieser Stelle möchten wir mit unserem Bericht einhaken: während die Geschichte in über 90% der oben genannten Fälle an jenem Punkt endet, gehen wir einen Schritt weiter: wer nun auf den Geschmack kommt, künftig auch eine adäquate Beschallung zum Großbild-Ereignis genießen zu dürfen, wird früher oder später feststellen, dass der Fernseher (wortwörtlich) im Weg steht. Lautsprecher können im Wohnzimmer grundsätzlich nur so gut klingen, wie es die Raumakustik erlaubt. Die physikalischen Faktoren sind mannigfaltig und
mitunter recht kompliziert, doch ein wesentlicher Schlüssel zum Klangerlebnis stellt die Absorption von Schallwellen im Bereich zwischen den Frontlautsprechern dar. Gerade bei hochwertigen Modellen, wirkt sich die Installation eines großen Flachbildschirmes sehr negativ auf den Klang aus und hindert ihn daran, das volle akustische Potential auszuschöpfen.

Diesem Problem hat sich Raumakustikspezialist Dipl.Ing. Farshid Shahlawandian angenommen und einen neuartigen Absorbertypen entwickelt. Unter der schlichten Bezeichnung Multimedia Wand bietet seine Firma RTFS eine maßangefertigte Absorptionswand an, die gleich in vielerlei Hinsicht Vorteile mit sich bringt. RTFS verspricht eine effektive Schallabsorption auf verhältnismäßig kleinem Raum, zusätzlich empfiehlt sich die Multimedia Wand auch als elegantes Designobjekt und hilft dabei, die Verkabelung unsichtbar zu verlegen (technische Details im nächsten Kapitel). Richtig günstig ist der Spaß nicht: die Multimedia Wand gibt es bis zu einer Breite von 125cm für 700 Euro, während für größere Absorber bis zu 250cm breite, mit pauschal 1.400 Euro berechnet werden. Der Ausschnitt für den Flachbildfernseher erfolgt individuell nach Kundenwunsch, so dass hierkeine Hersteller bzw. Modelleinschränkungen zu beachten sind. 

In unserem Fall kommt ein 60 Zoll Pioneer Plasma-TV zum Einsatz, der mit seiner Breite von knapp 150cm schon grundsätzlich nach der größeren Absorberausführung verlangt. Zusätzlich haben wir uns noch für eine Lackierung in Wunschfarbe entschieden und ein Farbmuster der Deckenfarbe zu RTFS nach Mainz geschickt, damit die Multimedia Wand möglichst homogen im Raum integriert werden kann. Dieser Service schlägt sich auf der Rechnung mit einem Aufpreis von 300 Euro nieder. Insgesamt kostet unsere Wand somit exakt 1.700 Euro. Zweifellos sehr viel Geld für ein Absorberelement - trotzdem möchten wir Ihnen dieses Produkt genauer vorstellen und dabei dessen Wirkungsweise sowie Einsatzmöglichkeitenaufzeigen.

akustische Grundlagen/Wirkungsweise

Bevor wir uns eingehender mit dem hier vorliegenden RTFS-Absorber auseinandersetzen, möchten wir Ihnen die grundsätzliche Aufgabe bzw. Arbeitsweise eines solchen Produktes näherbringen. Insbesondere die akustischen Anforderungen sollen dabei im Vordergrund stehen. 

Wie der Begriff schon nahe legt, besitzt solch ein Element die Funktion einer Schallabsorption. Es soll erreicht werden, dass eintreffende Schallwellen nicht zurückreflektiert - sondern im Absorber "verschluckt" werden. Selbstverständlich bietet nicht nur ein professionell entwickelter Absorber diesen Zweck: allgemein kann man sagen, das fast jedes Objekt im Hörraum eine solche Wirkung besitzt. Der Absorbtionsgrad hängt zunächst einmal (unter anderem) von Oberfläche sowie Weichheit ab. Eine Fensterfläche absorbiert daher fast überhaupt nicht, andererseits beeinflusst eine große Couchgarnitur die Raumakustik mitunter enorm. An diesem Punkt kommen jedoch noch 2 weitere, maßgeblicheFaktoren hinzu.

1.) Zunächst einmal spielt die Positionierung der Absorptionselemente eine große Rolle. Je nachdem, wie die schallschluckenden Elemente in Relation zu den Schallerzeugern (Lautsprecher) untergebracht sind, unterscheidet sich deren Effektivität bzw. Wirkung. Hierbei geht es in erster Linie um die Unterdrückung von Diffusschall und diskrete Reflexionen. Mit diesem Begriff bezeichnet man Schallwellen, die nicht direkt vom Lautsprecher in das Ohr gelangen, sondern über Reflektionen in die Hörzone geworfen werden. Ein Lautsprecher der Musik abgibt, ist ja schließlich nicht nur direkt auf der Frontachse hörbar, sondern allgegenwärtig im Raum. Überall wo Schallwellen auf etwas treffen (Wand, Einrichtung etc.)  werden je nach Materialbeschaffenheit bestimmte Frequenzbereiche absorbiert oder reflektiert. Auf diese Weise gelangt der Diffusschall in den Hörbereich und mischt sich zum Klangbild hinzu. Die Musik kann dadurch tonal verfälscht werden, aber auch Auflösung, Klangdetails und selbstverständlich auch die Raumabbildung leiden enorm unter diskreten Reflexionen. Besonders betroffen sind beispielsweise Hörbereiche, die sich direkt (ca. 1 Meter) vor einer kahlen Wand befinden, wo fast keine Absorption stattfindet und viele Frequenzen auf kürzestem und direktem Weg in den Gehörgang zurückgeschleudert werden. Aber auch durch Seitenwände, Decke und Stirnseite werden Reflektionen erzeugt.

2.) Ebenfalls von entscheidender Wichtigkeit gestaltet sich die Anforderung eines raumakustischen Elementes, zur möglichst linearen Schallabsorption. Ein natürliches Klangbild kann man nur dann erhalten, wenn der Absorber über einen möglichst breiten Frequenzbereich mit gleichbleibender Absorption wirkt. Ein geläufiges Beispiel sind typische Kellerräume von Heimkino-Enthusiasten mit einem sehr hohem Anteil von Stoffen (Vorhang für Leinwand) sowie Teppichen (teilweise sogar an den Wänden). Diese beiden Materialien besitzen zweifellos Absorptionseigenschaften, allerdings fast ausschließlich im hohen Frequenzbereich. Die Folge: dem Klangbild fehlt die Luftigkeit, während Mitten und Bässe weiterhin unpräzise und überbetont zu hören sind. Insgesamt kann man also festhalten: je besser die Absorption, desto mehr Lautsprecher hört man - der Raum mischt sich weniger in die Wiedergabe ein, so dass die eigentliche Wiedergabekette (Elektronik+Schallwander) ungefilterter ihre Arbeit verrichten kann.

Die beiden oben angesprochenen Grundprinzipien werden durch die Multimedia Wand erfüllt. Die extrem hohe und gleichmäßige Schallabsorption von nahezu 100% über einen breiten Frequenzbereich erreicht die RTFS Multimedia Wand durch zwei Schlüsselfunktionen:

Der RTFS Akustikschaum: Durch seine spezielle chemische Zusammensetzung und die extreme Feinporigkeit erreicht der RTFS Akustikschaum schon bei geringen Dicken sehr hohe Absorptionswerte. 

Die schalldurchlässige Farbe: RTFS ist es gelungen, eine Farbe zu entwickeln, welche die Poren des Schaumstoffs nicht verklebt und die Absorption nur extrem gering beeinflusst. Gleichzeitig sieht die Oberfläche so glatt aus, dass der Schaumstoff nicht mehr als solcher zu erkennen ist. Die Multimediawand sieht dadurch wie eine verputzte Wand aus.Der Kunde kann aus 186 RAL Farbtönen den für seinen Raum passenden auswählen. Zusätzlich befindet sich die Multimedia Wand direkt zwischen den Hauptlautsprechern, wo grundsätzlich viele Reflektionen entstehen, die dann dem Hörer direkt entgegengeschleudert werden, und kann somit sehr effektiv jene unerwünschte Raumeffekte minimieren. 

technische Besonderheiten/Installation:

Die RTFS Multimedia Wand kommt in 2 Bauteilen und ist somit relativ problemlos logistisch zu bewegen. Durch das geringe Gewicht von ca. 5 Kilogramm je Element, stellt sich auch die Montage im Wohnraum als relativ einfach heraus und kann sogar ohne zusätzliche Hilfe erfolgen. Die fertig zurechtgeschnittenen Absorber werden einfach unter- bzw. über den
Fernseher gestülpt. 

  

Die Befestigung bzw. der Aufbau einer Multimedia Wand kann in zwei Varianten erfolgen: zunächst einmal erlaubt die statisch stabile Konstruktion, dass man beide Elemente einfach direkt aufeinander stellt. Diese Lösung haben auch wir umgesetzt und mit Hilfe von kleinen Schaumstoffkeilen dafür gesorgt, dass die Wand zwischen Decke und Boden fest eingeklemmt ist. Alternativ erlauben die rückseitigen Befestigungselemente auch ein Aufhängen an die Zimmerwand. In diesem Fall muss man jedoch der Feinausrichtung beider Absorberteile größere Aufmerksamkeit widmen, bis das Gesamtgebilde wie gewünscht steht.

Sind die beiden Elemente millimetergenau montiert, so kann man die Fuge nur noch aus nächster Entfernung (kleiner 0,5 Meter) als solche erkennen. Bei üblichen Betrachtungsabständen wirken die beiden Bauteile tatsächlich wie eine extra eingezogene Mauer und erfüllen somit die Aufgabe, nicht sofort als akustisches Element erkannt zu
werden.


Die Ausbuchtung für den Flachbild-Fernseher sollte nicht zu eng gewählt werden. Hier ist jeder Kunde selbst verantwortlich, das passende Maß für sein Modell sinnvoll zu wählen. Wir haben uns für ein Maß entschieden, welches jeweils nur rund einen halben Zentimeter kleiner als der vordere Frontrahmen beträgt. In der Praxis hat es sich bewährt: das Loch hinter dem TV-Gerät ist nur von solch extremen Einsichtswinkeln zu vernehmen, gleichzeitig aber bleibt noch genügend Platz für die Luftzirkulation. Unser Pioneer Plasma-TV läuft ohne Probleme, zumal seine Wärmeentwicklung ohnehin sehr gering ist und durch die Multimedia Wand auch in keinem messbaren Rahmen zugenommen hat.


Die Multimedia-Wand weist eine Materialstärke von 10 Zentimetern auf. Dieses Maß lässt sich im Regelfall hervorragend zwischen Flachbildschirm und Raumwand unterbringen, um einerseits genügend Platz für die Verkabelung auf der Wandseite zu lassen und dabei gleichzeitig auch den Bildschirm nicht zu "erdrücken". Mit üblichen Wandhalterungen besitzt ein aktueller Plasma-TV einen Wandabstand von ca. 20 Zentimeter und steht somit (von der Bildfläche betrachtet) immer noch ca. 10 Zentimeter von dem Absorber ab, was für ein luftiges Erscheinungsbild sorgt.


Die Lackierung in unserer Wunschfarbe (RAL 1036 platingrau) ist RTFS hervorragend gelungen. Die Multimedia Wand wirkt optisch wie eine Einheit mit der identisch colorierten Decke. Selbstverständlich sind kleine Farb- und Strukturunterscheide bei solch differierenden Materialien absolut normal - dennoch sind wir mit dem Ergebnis hochzufrieden. Den recht hohen Aufpreis für die Individuallackierung begründet RTFS übrigens dadurch, dass immer ein Faß der Farbe industriell hergestellt werden muß. Da wir in unserem Fall jedoch auch die anderen auf den Fotos sichtbaren Absorber in unserer Wunschfarbe haben lackieren lassen, hielt sich der Aufpreis in Grenzen. Standardmäßig bietet die Mainzer Firma insgesamt 6 Farbtöne (2xgrau, weiß, schwarz und 2xrot) an, für die keine Aufpreise berechnet werden. 


 Bei RTFS rennt niemand mit einem zu groß geratenem Buttermesser in der Gegend rum, um die Absorber zu konfektionieren. Sämtliche Zuschneidungen erfolgen CNC-gesteuert und
bestechen somit mit einer makellosen Genauigkeit. Aus diesem Grund stellt es auch kein Problem dar, die Multimedia Wand direkt auf den Fußboden zu stellen. Selbst bei kritischer Betrachtung, findet sich beim Abschluß keine Riefe oder Einbuchtung, welche unsere Multimedia Wand als Akustikelement enttarnt.



Hier sehen Sie noch einmal eine Panoramaansicht der Multimedia Wand in unserem Studio. Wer noch einen optischen Effekt wünscht, kann sich relativ einfach ein paar LED-Leisten in die Nische zwischen Absorber und Rückwand montieren und erhält somit eine Möglichkeit zur indirekten Ambientebeleuchtung. Um das Lautsprecherkabel für den Centerspeaker unsichtbar verlegen zu können, haben wir hinter dem Lautsprecher kurzerhand ein kleines Loch in den Akustikschaumstoff gestochen.

Praxiserfahrungen:

Als Referenz-Komponenten verfügt unser Hörraum über eine Audionet Map I mit EPS Modul, die ihre Signale an 5 Monoendstufen vom Typ Advance Acoustic MAA-705 weitergibt. Die Zuspielung erfolgt mit Hilfe von Cinemike getunten Versionen der Playstation3, des Toshiba HD-XE1 und dem Denon DVD-3930. Lautsprecherseitig vertrauen wir auf die Wharfedale Opus² Modelle M1 sowie dem TriCenter, als Stereolautsprecher kommt die Isophon Cassiano zum Einsatz. Als Bassist fungiert ein Monitor Audio GSW-12 DSP Subwoofer. Wie bereits erwähnt, übernimmt der Pioneer 60 Zoll Plasma PDP-LX6080D die Bildwiedergabe. Zusätzlich verfügt der Raum noch über einen Mitsubishi HC6000 Projektor, der auf eine Alphaluxx Multiformatmotorleinwand projeziert.

Die akustischen Auswirkungen der Multimedia Wand sind ausgesprochen deutlich. Noch bevor wir uns an Stereo-CDs erfreut haben, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, ein paar HD-DVDs/Blu-Rays durch die Player zu scheuchen, um uns an der Gesamtperformance aus Bild und Ton zu erfreuen. Hierbei stellte sich zunächst heraus, dass der Centerspeaker deutlich klarer sowie akzentuierter agiert und Stimmen somit wesentlich(!) charismatischer umsetzt. Inbesondere bei kräftigen Männerstimmen stieg die Sauberkeit im Klangbild enorm. Den größten Fortschritt markieren jedoch zwei andere Klangattribute: Dynamik sowie Raumabbildung legen in einer erstaunlichen Deutlichkeit zu! Plötzlich waren feine Umgebungsgeräusche nicht einfach nur hörbar, sondern akkurat im Raum plaziert. Speziell bei horizontalen Schwenks auf der Frontachse war es dem Gesamtsystem nun deutlich besser möglich, Effekte zwischen den Lautsprecher punktgenau zu platzieren bzw. zu bewegen. Währenddessen sorgt die extrem differenziert aufspielende Dynamik für erhöhten Adrenalinausstoss: Schusseffekte knallen mit Vehemenz um die Ohren, Musikeinsätze sprudeln nur so vor Temperament und sogar die Abstufungen der Sprachwiedergabe (flüstern/sprechern/schreien) tragen die Filmatmosphäre sehr lebendig in den Hörraum. 

So verwundert es nicht, dass auch die nachfolgenden Stereo-Tests zu beeindruckenden Ergebnissen führten. Die (ohnehin schon ausgezeichnete) Raumabbildung der Isophon Cassiano kann man nun getrost als "holografisch" kategorisieren - wir sind jedesmal aufs Neue überrascht, wieviel Rauminformationen auf so mancher CD noch geschlummert haben. Die Spielweise verbessert sich dabei nicht nur bezüglich einer überlegenen vertikalen+horizontalen Lokalisation: der Anlage gelingt es nun sogar, in die Tiefe zu spielen und dabei die Größenunterschiede, diverser Akteure untereinander, realistisch umzusetzen. Auch die Bassdarstellung profitierte enorm durch die Installation der RTFS Wand: Kickbässe kommen nun sehr straff, präzise und konturiert zur Geltung. Durch die zusätzliche Dynamik im gesamten Klangbild, kann es bei beatlastigen Stücken durchaus sein, dass alleine schon die kraftvollen, knackigen Bässe für ein gänzlich neues Hörerlebnis sorgen. Für optimale Ergebnisse beim Stereohören empfiehlt sich übrigens trotzdem noch, für dem Bildschirm ein bis zwei Wallpanels zu platzieren. Einzig im Subwooferbereich konnten wir keine Änderungen feststellen. Um auch in tiefen Frequenzen weit unterhalb der 150Hz eine Absorbtion zu erhalten, wird nicht umherkommen, sich zusätzliche Bassabsorber im Hörraum zu installieren. RTFS bietet hierfür die Produktserie "Cornerblock" in verschiedenen Ausführungen an. 

Weitere Beobachtungen in der Kurzform:

Oftmals erreichen uns in der Redaktion Anfragen von Lesern, die sich hochwertige Lautsprecher geleistet haben und nach besser harmonierender Elektronik fragen. Hier ist relativ häufig der Wunsch nach zusätzlicher Betonung/Präzision im Bassbereich, oder eine noch detailliertere Höhenwiedergabe im Mittelpunkt des Bedürfnisses. Nun - grundsätzlich kann man durch einen Wechsel der Elektronik selbstverständlich schon eine Feinabstimmung der Anlage vornehmen, allerdings nur eben in einem relativ überschaubaren Bereich. Wir sehen relativ häufig, dass sich Anwender für mehrere tausend Euro High-End Elektronik in die HiFi-Racks hieven, obwohl die grundsätzlichen Verursacher im Bereich der Raumakustik liegen und somit nicht richtig gelöst werden. Wir möchten daher an dieser Stelle grundsätzlich dazu anraten, für akustisch gute Rahmenbedingungen zu sorgen - wie eben beispielsweise mit der hier getesteten MM-Wand. Hochklassige AV-Hardware wird dadurch übrigens nicht überflüssig, denn ganz im Gegenteil: erst in einem akustisch optimiertem Raum, kann man überhaupt die Vorzüge von solchem Equipment wirklich ausreizen ! 

Dies bringt uns zum zweiten Punkt, dem weitverbreitetem Irrglauben, dass Einmess-Systeme eine Alternative bzw. Ersatz für raumakustische Maßnahmen darstellen können: kaum ein Monat vergeht, wo kein nahmhafter Hersteller mit neuen AV-Geräten auf den Markt kommt. In fast allen Fällen versprechen die Pressemitteilungen wahre Wunder, was die Einmessung von verschiedenen Sitzplätzen, oder angeblich "perfekte" arbeitende Kalibirierungssysteme betrifft. Fakt ist, dass man diesen Zustand sehr schön mit der Automobilindustrie vergleichen kann, wo ein Fahrzeug ohne ESP mittlerweile fast schon unverkäuflich angesehen wird. Dabei arbeitet das ESP auch nur im Rahmen der physikalischen Möglichkeiten und kann Unzulänglichkeiten des Fahrwerks nur äußerst eingeschränkt kompensieren. Übertragen auf die Raumakustik möchten wir damit aussagen, dass kein Einmess-System für kürzere Nachhallzeiten oder besseres Absorbtionsverhalten des Raumes sorgen kann. In den meisten Fällen werden die Raumeinflüsse analysiert und durch absichtliche Verfälschungen des Ursprungssignales wieder versucht, auszugleichen. Dies wäre in etwa so, als wenn man eine versalzene Suppe durch Zugabe von Zucker wieder ausbessern möchte und entspricht somit eigentlich nicht dem HiFi-Ideal einer originalgetreuen, unverfälschten Wiedergabe. 


Trotz unserer positiven Berichterstattung über die Multimedia Wand sollte klar sein: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer! Nur durch die Installation einer Multimedia Wand ist noch lange keine optimale Raumakustik gewährleistet. Erst durch die richtige Kombination mit weiteren Komponenten kommt man dem Ziel richtig nahe. Pauschale Aussagen über die notwendige Anzahl von weiteren Absorbern kann man nicht treffen, da hier die individuellen räumlichen Begegenheiten eine große Rolle spielen. In unserem Fall haben wir an den Seitenwänden Wallpanels (Breitbandabsorber) angebracht, während die Stirnseite mit insgesamt 11 Stück Diffusoren vom Typ "Sirrah" versehen sind.

Vor Anlieferung der Multimedia Wand haben wir versucht, deren Effekt durch mehrere, aufgehängte Wallpanels zu simulieren. Von der zerklüfteten Optik mal abgesehen, hat sich hierbei herausgestellt, dass die minimal höhere Materialdicke der Multimedia Wand fast für eine Verdopplung der subjektiv wahrnehmbaren Wirkung gesorgt hat. Außerdem haben wir festgestellt, dass speziell die Absorbtion entlang der Zimmerdecke eine erhebliche Verbesserung der Akustik mit sich bringt. 

Fazit:

Sie merken es vielleicht schon: es dürfte wohl kaum eine Materie im Audio-/Videobereich geben, die mit der Komplexität der Raumakustik mithalten kann. Doch der Aufwand, sich diesem Aspekt zu widmen, lohnt sich allemal. Eine gute Raumakustik birgt nicht nur mehr Hörspaß beim Konsumieren von Musik und Film, sondern sorgt übrigens auch beim Alltag für mehr Wohlbefinden (hallige Räume nehmen Menschen in der Regel unterbewusst als kalt und ungemütlich auf). Die Herausforderung von modernen Raumakustikelementen besteht primär darin, einen hohen Nutzfaktor mit akustisch wirkungsvollen Eigenschaften zu kombinieren. Beides ist bei der RTFS Multimedia Wand gegeben, die Absorbtion kann genau dort erfolgen, wo sie sinnvoll ist, gleichzeitig ist die Multimedia Wand als akustisches Element kaum erkennbar und wirkt stattdessen wie ein absichtlich platziertes Designelement. Unter dieser Prämisse können wir auch das Preisniveau als angemessen einstufen. Wem es zunächst schwer fällt, mehrere hundert Euro "nur" für (vermeintlich) "simplen" Schaumstoff zu investieren, dem sei an dieser Stelle mal angeraten im örtlichen Möbelhandel die Preise für vergleichbare Wandpanele einzuholen. Wer sich dann letztendlich für die Absorberlösung entscheidet, bekommt die Belohnung sofort nach der Installation, wenn die gesamte Anlage derart besser aufspielt, wo es wohl selbst vielfach teurere Elektronik/Lautsprecher nicht realisiert hätte. Diesen Beweis lieferte RTFS im Oktober letzten Jahres auf der Home-Cinema High-Fidelity ab, als es ihre raumakustisch optimierte Vorführung mit der 625-Euro "teuren" Kompaktbox Swans M1 von den Besuchern zur besten Stereo-Verführung erkoren wurde - gegen Lautsprecher, die teilweise den zehnfachen Preis besitzen...

Designobjekt mit integrierter Akustikwirkung.
Die RTFS Multimedia Wand ist eine hervorragende
Ergänzung für Anwender, die zum perfekten Bildgenuss
auch akustisch erstklassig unterhalten werden möchten.


RTFS Multimedia Wand
Raumakustikelement, Preis ab 700 Euro
Test: 9.Mai 2008
Preis-/Leistung:

+ akustisch sehr wirkungsvolles Element
+ hervorragene Verarbeitung
+ durch deutsche Herstellung gesundheitlich unbedenklich (Geruchsbildung/Entflammbarkeit)
+ individuell für jeden handelsüblichen Flachbildfernseher zurechtgeschnitten
+ Lackierung in Wunsch RAL-Farbe gegen Aufpreis möglich

- sollte mit weiteren Produkten kombiniert werden, um annähernd optimale Ergebnisse zu erzielen
- keine Absorbtionswirkung im Subwooferbereich



AREADVD Baden-Württemberg wird eingerichtet von:




Unser Partner für hochwertige Audiomöbel:



Text: Lars Mette

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD