Test: RTFS Raumakustik-Element "Multimedia Wand"

Dieser Artikel wurde auf Amisos-PCs verfasst.
(9.Mai 2008 -
Autor: Lars Mette )
Eben noch thronte der riesige Flachbildfernseher im High-End Studio
des örtlichen Elektromarkts. Nach intensivem Genuss der
beeindruckenden HDTV-Demonstrationen passiert es dann: die
Kaufzurückhaltung (als auch der Kontostand) ruft die
bedingungslose Kapitulation aus. Wenig später schleicht die
Familienkombi mit schneckenähnlicher Geschwindigkeit nach Hause -
schließlich befindet sich dieses Mal kein Wochenendeinkauf an
Bord, sondern die (vermeintlich) 50 Zoll große Eintrittskarte zur
visuellen Glückseligkeit.
Genau an dieser Stelle möchten wir mit unserem Bericht einhaken:
während die Geschichte in über 90% der oben genannten
Fälle an jenem Punkt endet, gehen wir einen Schritt weiter: wer
nun auf den Geschmack kommt, künftig auch eine adäquate
Beschallung zum Großbild-Ereignis genießen zu dürfen,
wird früher oder später feststellen, dass der Fernseher
(wortwörtlich) im Weg steht. Lautsprecher können im
Wohnzimmer grundsätzlich nur so gut klingen, wie es die
Raumakustik erlaubt. Die physikalischen Faktoren sind mannigfaltig und
mitunter recht kompliziert, doch ein wesentlicher Schlüssel zum
Klangerlebnis stellt die Absorption von Schallwellen im Bereich
zwischen den Frontlautsprechern dar. Gerade bei hochwertigen Modellen, wirkt sich die Installation eines großen
Flachbildschirmes sehr negativ auf den Klang aus und hindert ihn daran,
das volle akustische Potential auszuschöpfen.

Diesem Problem hat sich Raumakustikspezialist Dipl.Ing. Farshid
Shahlawandian angenommen und einen neuartigen Absorbertypen entwickelt.
Unter der schlichten Bezeichnung Multimedia Wand bietet seine Firma
RTFS eine maßangefertigte Absorptionswand an, die gleich in
vielerlei Hinsicht Vorteile mit sich bringt. RTFS verspricht eine
effektive Schallabsorption auf verhältnismäßig kleinem
Raum, zusätzlich empfiehlt sich die Multimedia Wand auch als
elegantes Designobjekt und hilft dabei, die Verkabelung unsichtbar zu
verlegen (technische Details im nächsten Kapitel). Richtig
günstig ist der Spaß nicht: die Multimedia Wand gibt es bis
zu einer Breite von 125cm für 700 Euro, während für
größere Absorber bis zu 250cm breite, mit pauschal 1.400
Euro berechnet werden. Der Ausschnitt für den Flachbildfernseher
erfolgt individuell nach Kundenwunsch, so dass hierkeine Hersteller bzw. Modelleinschränkungen zu beachten sind.
In unserem Fall kommt ein 60 Zoll Pioneer Plasma-TV zum Einsatz, der
mit seiner Breite von knapp 150cm schon grundsätzlich nach der
größeren Absorberausführung verlangt. Zusätzlich
haben wir uns noch für eine Lackierung in Wunschfarbe entschieden
und ein Farbmuster der Deckenfarbe zu RTFS nach Mainz geschickt, damit
die Multimedia Wand möglichst homogen im Raum integriert werden
kann. Dieser Service schlägt sich auf der Rechnung mit einem
Aufpreis von 300 Euro nieder. Insgesamt kostet unsere Wand somit exakt
1.700 Euro. Zweifellos sehr viel Geld für ein Absorberelement -
trotzdem möchten wir Ihnen dieses Produkt genauer vorstellen und
dabei dessen Wirkungsweise sowie Einsatzmöglichkeitenaufzeigen.
akustische Grundlagen/Wirkungsweise
Bevor wir uns eingehender mit dem hier vorliegenden
RTFS-Absorber
auseinandersetzen, möchten wir Ihnen die
grundsätzliche
Aufgabe bzw. Arbeitsweise eines solchen Produktes
näherbringen.
Insbesondere die akustischen Anforderungen sollen
dabei im
Vordergrund stehen.
Wie der Begriff schon nahe legt, besitzt solch ein Element die
Funktion einer Schallabsorption. Es soll erreicht werden, dass
eintreffende Schallwellen nicht zurückreflektiert - sondern im
Absorber "verschluckt" werden. Selbstverständlich bietet nicht nur
ein professionell entwickelter Absorber diesen Zweck: allgemein kann
man sagen, das fast jedes Objekt im Hörraum eine solche Wirkung
besitzt. Der Absorbtionsgrad hängt zunächst einmal (unter
anderem) von Oberfläche sowie Weichheit ab. Eine
Fensterfläche absorbiert daher fast überhaupt nicht,
andererseits beeinflusst eine große Couchgarnitur die Raumakustik
mitunter enorm. An diesem Punkt kommen jedoch noch 2 weitere,
maßgeblicheFaktoren hinzu.
1.)
Zunächst einmal spielt die Positionierung der Absorptionselemente
eine große Rolle. Je nachdem, wie die schallschluckenden Elemente
in Relation zu den Schallerzeugern (Lautsprecher) untergebracht sind,
unterscheidet sich deren Effektivität bzw. Wirkung. Hierbei geht
es in erster Linie um die Unterdrückung von Diffusschall und
diskrete Reflexionen. Mit diesem Begriff bezeichnet man Schallwellen,
die nicht direkt vom Lautsprecher in das Ohr gelangen, sondern
über Reflektionen in die Hörzone geworfen werden. Ein
Lautsprecher der Musik abgibt, ist ja schließlich nicht nur
direkt auf der Frontachse hörbar, sondern allgegenwärtig im
Raum. Überall wo Schallwellen auf etwas treffen (Wand, Einrichtung
etc.) werden je nach Materialbeschaffenheit bestimmte
Frequenzbereiche absorbiert oder reflektiert. Auf diese Weise gelangt
der Diffusschall in den Hörbereich und mischt sich zum Klangbild
hinzu. Die Musik kann dadurch tonal verfälscht werden, aber auch
Auflösung, Klangdetails und selbstverständlich auch die
Raumabbildung leiden enorm unter diskreten Reflexionen. Besonders
betroffen sind beispielsweise Hörbereiche, die sich direkt (ca. 1
Meter) vor einer kahlen Wand befinden, wo fast keine Absorption
stattfindet und viele Frequenzen auf kürzestem und direktem Weg in
den Gehörgang zurückgeschleudert werden. Aber auch durch
Seitenwände, Decke und Stirnseite werden Reflektionen erzeugt.
2.)
Ebenfalls von entscheidender Wichtigkeit gestaltet sich die Anforderung
eines raumakustischen Elementes, zur möglichst linearen
Schallabsorption. Ein natürliches Klangbild kann man nur dann
erhalten, wenn der Absorber über einen möglichst breiten
Frequenzbereich mit gleichbleibender Absorption wirkt. Ein
geläufiges Beispiel sind typische Kellerräume von
Heimkino-Enthusiasten mit einem sehr hohem Anteil von Stoffen (Vorhang
für Leinwand) sowie Teppichen (teilweise sogar an den
Wänden). Diese beiden Materialien besitzen zweifellos
Absorptionseigenschaften, allerdings fast ausschließlich im hohen
Frequenzbereich. Die Folge: dem Klangbild fehlt die Luftigkeit,
während Mitten und Bässe weiterhin unpräzise und
überbetont zu hören sind. Insgesamt kann man also festhalten:
je besser die Absorption, desto mehr Lautsprecher hört man - der
Raum mischt sich weniger in die Wiedergabe ein, so dass die eigentliche
Wiedergabekette (Elektronik+Schallwander) ungefilterter ihre Arbeit
verrichten kann.
Die beiden oben angesprochenen Grundprinzipien werden durch die
Multimedia Wand erfüllt. Die extrem hohe und
gleichmäßige Schallabsorption von nahezu 100% über
einen breiten Frequenzbereich erreicht die RTFS Multimedia Wand durch
zwei Schlüsselfunktionen:
Der RTFS Akustikschaum: Durch
seine spezielle chemische Zusammensetzung und die extreme Feinporigkeit
erreicht der RTFS Akustikschaum schon bei geringen Dicken sehr hohe
Absorptionswerte.
Die
schalldurchlässige Farbe: RTFS ist es gelungen, eine Farbe zu
entwickeln, welche die Poren des Schaumstoffs nicht verklebt und die
Absorption nur extrem gering beeinflusst. Gleichzeitig sieht die
Oberfläche so glatt aus, dass der Schaumstoff nicht mehr als
solcher zu erkennen ist. Die Multimediawand sieht dadurch wie eine
verputzte Wand aus.Der Kunde kann aus 186 RAL Farbtönen den
für seinen Raum passenden auswählen. Zusätzlich befindet
sich die Multimedia Wand direkt zwischen den Hauptlautsprechern, wo
grundsätzlich viele Reflektionen entstehen, die dann dem
Hörer direkt entgegengeschleudert werden, und kann somit sehr
effektiv jene unerwünschte Raumeffekte minimieren.
technische Besonderheiten/Installation:
Die RTFS Multimedia Wand kommt in 2 Bauteilen und ist somit relativ
problemlos logistisch zu bewegen. Durch das geringe Gewicht von ca. 5
Kilogramm je Element, stellt sich auch die Montage im Wohnraum als relativ einfach heraus und kann sogar ohne
zusätzliche Hilfe erfolgen. Die fertig zurechtgeschnittenen
Absorber werden einfach unter- bzw. über den
Fernseher gestülpt.
Die Befestigung bzw. der Aufbau einer Multimedia Wand kann in zwei
Varianten erfolgen: zunächst einmal erlaubt die statisch stabile
Konstruktion, dass man beide Elemente einfach direkt aufeinander stellt. Diese Lösung haben auch wir umgesetzt
und mit Hilfe von kleinen Schaumstoffkeilen dafür gesorgt, dass
die Wand zwischen Decke und Boden fest eingeklemmt ist. Alternativ
erlauben die rückseitigen Befestigungselemente auch ein
Aufhängen an die Zimmerwand. In diesem Fall muss man jedoch der
Feinausrichtung beider Absorberteile größere Aufmerksamkeit
widmen, bis das Gesamtgebilde wie gewünscht steht.

Sind die beiden Elemente millimetergenau montiert, so kann man die
Fuge nur noch aus nächster Entfernung (kleiner 0,5 Meter) als
solche erkennen. Bei üblichen Betrachtungsabständen wirken
die beiden Bauteile tatsächlich wie eine extra eingezogene Mauer
und erfüllen somit die Aufgabe, nicht sofort als akustisches
Element erkannt zu
werden.

Die Ausbuchtung für den
Flachbild-Fernseher sollte nicht zu eng gewählt werden. Hier ist
jeder Kunde selbst verantwortlich, das passende Maß für sein
Modell sinnvoll zu wählen. Wir haben uns für ein Maß entschieden, welches jeweils nur rund
einen halben Zentimeter kleiner als der vordere Frontrahmen
beträgt. In der Praxis hat es sich bewährt: das Loch hinter
dem TV-Gerät ist nur von solch extremen Einsichtswinkeln zu
vernehmen, gleichzeitig aber bleibt noch genügend Platz für
die Luftzirkulation. Unser Pioneer Plasma-TV läuft ohne Probleme,
zumal seine Wärmeentwicklung ohnehin sehr gering ist und durch die
Multimedia Wand auch in keinem messbaren Rahmen zugenommen hat.
Die Multimedia-Wand weist eine Materialstärke von 10
Zentimetern auf. Dieses Maß lässt sich im Regelfall
hervorragend zwischen Flachbildschirm und Raumwand unterbringen, um einerseits genügend Platz für die Verkabelung auf der
Wandseite zu lassen und dabei gleichzeitig auch den Bildschirm nicht zu
"erdrücken". Mit üblichen Wandhalterungen besitzt ein
aktueller Plasma-TV einen Wandabstand von ca. 20 Zentimeter und steht
somit (von der Bildfläche betrachtet) immer noch ca. 10 Zentimeter
von dem Absorber ab, was für ein luftiges Erscheinungsbild sorgt.
Die Lackierung in unserer Wunschfarbe (RAL 1036 platingrau) ist RTFS
hervorragend gelungen. Die Multimedia Wand wirkt optisch wie eine
Einheit mit der identisch colorierten Decke. Selbstverständlich
sind kleine Farb- und Strukturunterscheide bei solch differierenden
Materialien absolut normal - dennoch sind wir mit dem Ergebnis
hochzufrieden. Den recht hohen Aufpreis für die
Individuallackierung begründet RTFS übrigens dadurch, dass
immer ein Faß der Farbe industriell hergestellt werden muß.
Da wir in unserem Fall jedoch auch die anderen auf den Fotos sichtbaren
Absorber in unserer Wunschfarbe haben lackieren lassen, hielt sich der
Aufpreis in Grenzen. Standardmäßig bietet die Mainzer Firma
insgesamt 6 Farbtöne (2xgrau, weiß, schwarz und 2xrot) an, für die keine Aufpreise berechnet werden.

Bei RTFS rennt niemand mit einem zu groß geratenem
Buttermesser in der Gegend rum, um die Absorber zu konfektionieren.
Sämtliche Zuschneidungen erfolgen CNC-gesteuert und
bestechen somit mit einer makellosen Genauigkeit. Aus diesem Grund
stellt es auch kein Problem dar, die Multimedia Wand direkt auf den
Fußboden zu stellen. Selbst bei kritischer Betrachtung, findet sich beim Abschluß keine Riefe oder
Einbuchtung, welche unsere Multimedia Wand als Akustikelement enttarnt.
Hier sehen Sie noch einmal eine Panoramaansicht der Multimedia Wand in
unserem Studio. Wer noch einen optischen Effekt wünscht, kann
sich
relativ einfach ein paar LED-Leisten in die Nische zwischen Absorber
und Rückwand montieren und erhält somit eine
Möglichkeit
zur indirekten Ambientebeleuchtung. Um das Lautsprecherkabel
für
den Centerspeaker unsichtbar verlegen zu können, haben wir
hinter
dem Lautsprecher kurzerhand ein kleines Loch in den Akustikschaumstoff
gestochen.
Praxiserfahrungen:
Als Referenz-Komponenten verfügt unser
Hörraum über eine Audionet
Map I mit EPS Modul, die ihre Signale an 5 Monoendstufen vom
Typ Advance
Acoustic MAA-705 weitergibt. Die Zuspielung erfolgt mit Hilfe
von Cinemike
getunten Versionen der Playstation3, des Toshiba
HD-XE1 und dem Denon
DVD-3930. Lautsprecherseitig vertrauen wir auf die Wharfedale
Opus² Modelle M1 sowie dem TriCenter, als
Stereolautsprecher kommt die Isophon
Cassiano zum Einsatz. Als Bassist fungiert ein Monitor
Audio GSW-12 DSP Subwoofer.
Wie bereits erwähnt, übernimmt der Pioneer 60 Zoll
Plasma
PDP-LX6080D die Bildwiedergabe. Zusätzlich verfügt
der Raum
noch über einen
Mitsubishi HC6000 Projektor, der auf eine Alphaluxx
Multiformatmotorleinwand projeziert.
Die akustischen Auswirkungen der Multimedia Wand sind
ausgesprochen
deutlich. Noch bevor wir uns an Stereo-CDs erfreut haben, konnten wir
der Versuchung nicht widerstehen, ein paar HD-DVDs/Blu-Rays durch die
Player zu scheuchen, um uns an der Gesamtperformance aus Bild und Ton
zu erfreuen. Hierbei stellte sich zunächst heraus, dass der
Centerspeaker deutlich klarer sowie akzentuierter agiert und Stimmen
somit wesentlich(!) charismatischer umsetzt. Inbesondere bei
kräftigen Männerstimmen stieg die Sauberkeit im
Klangbild
enorm. Den größten Fortschritt markieren jedoch zwei
andere
Klangattribute: Dynamik sowie Raumabbildung legen in einer
erstaunlichen Deutlichkeit zu! Plötzlich waren feine
Umgebungsgeräusche nicht einfach nur hörbar, sondern
akkurat
im Raum plaziert. Speziell bei horizontalen Schwenks auf der Frontachse
war es dem Gesamtsystem nun deutlich besser möglich, Effekte
zwischen den Lautsprecher punktgenau zu platzieren bzw. zu bewegen.
Währenddessen sorgt die extrem differenziert aufspielende
Dynamik
für erhöhten Adrenalinausstoss: Schusseffekte knallen
mit
Vehemenz um die Ohren, Musikeinsätze sprudeln nur so vor
Temperament und sogar die Abstufungen der Sprachwiedergabe
(flüstern/sprechern/schreien) tragen die
Filmatmosphäre sehr
lebendig in den Hörraum.
So verwundert es nicht, dass auch die nachfolgenden
Stereo-Tests zu
beeindruckenden Ergebnissen führten. Die (ohnehin schon
ausgezeichnete) Raumabbildung der Isophon Cassiano kann man nun getrost
als "holografisch" kategorisieren - wir sind jedesmal aufs Neue
überrascht, wieviel Rauminformationen auf so mancher CD noch
geschlummert haben. Die Spielweise verbessert sich dabei nicht nur
bezüglich einer überlegenen vertikalen+horizontalen
Lokalisation: der Anlage gelingt es nun sogar, in die Tiefe zu spielen
und dabei die Größenunterschiede, diverser
Akteure
untereinander, realistisch umzusetzen. Auch die Bassdarstellung
profitierte enorm durch die Installation der RTFS Wand:
Kickbässe kommen
nun sehr straff, präzise und konturiert zur Geltung. Durch die
zusätzliche Dynamik im gesamten Klangbild, kann es bei
beatlastigen Stücken durchaus sein, dass alleine schon die
kraftvollen, knackigen Bässe für ein
gänzlich neues
Hörerlebnis sorgen. Für optimale Ergebnisse beim
Stereohören empfiehlt sich übrigens
trotzdem noch, für dem Bildschirm ein bis zwei Wallpanels zu
platzieren. Einzig im Subwooferbereich konnten wir keine
Änderungen feststellen. Um
auch in tiefen Frequenzen weit unterhalb der 150Hz eine Absorbtion zu
erhalten, wird nicht umherkommen, sich zusätzliche
Bassabsorber im
Hörraum zu installieren. RTFS bietet hierfür die
Produktserie
"Cornerblock" in verschiedenen Ausführungen an.
Weitere Beobachtungen in der Kurzform:
Oftmals erreichen uns in der Redaktion Anfragen von Lesern,
die sich
hochwertige Lautsprecher geleistet haben und nach besser
harmonierender Elektronik fragen. Hier ist relativ
häufig der
Wunsch nach zusätzlicher Betonung/Präzision im
Bassbereich,
oder eine noch detailliertere Höhenwiedergabe im Mittelpunkt
des
Bedürfnisses. Nun - grundsätzlich kann man durch
einen
Wechsel der Elektronik selbstverständlich schon eine
Feinabstimmung der Anlage vornehmen, allerdings nur eben in einem
relativ überschaubaren Bereich. Wir sehen relativ
häufig,
dass sich Anwender für mehrere tausend Euro High-End
Elektronik in
die HiFi-Racks hieven, obwohl die grundsätzlichen Verursacher
im
Bereich der Raumakustik liegen und somit nicht richtig gelöst
werden. Wir möchten daher an dieser Stelle
grundsätzlich dazu
anraten, für akustisch gute Rahmenbedingungen zu sorgen - wie
eben
beispielsweise mit der hier getesteten MM-Wand. Hochklassige
AV-Hardware
wird dadurch übrigens nicht überflüssig,
denn ganz im
Gegenteil: erst in einem akustisch optimiertem Raum, kann man
überhaupt die Vorzüge von solchem Equipment wirklich
ausreizen !
Dies bringt uns zum zweiten Punkt, dem weitverbreitetem
Irrglauben,
dass Einmess-Systeme eine Alternative bzw. Ersatz für
raumakustische Maßnahmen darstellen können: kaum ein
Monat
vergeht, wo kein nahmhafter Hersteller mit neuen AV-Geräten
auf
den Markt kommt. In fast allen Fällen versprechen die
Pressemitteilungen wahre Wunder, was die Einmessung von verschiedenen
Sitzplätzen, oder angeblich "perfekte" arbeitende
Kalibirierungssysteme betrifft. Fakt ist, dass man diesen Zustand sehr
schön mit der Automobilindustrie vergleichen kann, wo ein
Fahrzeug
ohne ESP mittlerweile fast schon unverkäuflich angesehen wird.
Dabei arbeitet das ESP auch nur im Rahmen der physikalischen
Möglichkeiten und kann Unzulänglichkeiten des
Fahrwerks nur
äußerst eingeschränkt kompensieren.
Übertragen auf
die Raumakustik möchten wir damit aussagen, dass kein
Einmess-System für kürzere Nachhallzeiten oder
besseres
Absorbtionsverhalten des Raumes sorgen kann. In den meisten
Fällen
werden die Raumeinflüsse analysiert und durch absichtliche
Verfälschungen des Ursprungssignales wieder versucht,
auszugleichen. Dies wäre in etwa so, als wenn man eine
versalzene
Suppe durch Zugabe von Zucker wieder ausbessern möchte und
entspricht somit eigentlich nicht dem HiFi-Ideal einer
originalgetreuen, unverfälschten Wiedergabe.
Trotz unserer positiven Berichterstattung über die
Multimedia
Wand sollte klar sein: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer! Nur
durch die Installation einer Multimedia Wand ist noch lange keine
optimale Raumakustik gewährleistet. Erst durch die richtige
Kombination mit weiteren Komponenten kommt man dem Ziel richtig nahe.
Pauschale Aussagen über die notwendige Anzahl von weiteren
Absorbern kann man nicht treffen, da hier die individuellen
räumlichen Begegenheiten eine große Rolle spielen.
In
unserem Fall haben wir an den Seitenwänden Wallpanels
(Breitbandabsorber) angebracht, während die Stirnseite mit
insgesamt 11 Stück Diffusoren vom Typ "Sirrah" versehen sind.
Vor Anlieferung der Multimedia Wand haben wir versucht, deren
Effekt
durch mehrere, aufgehängte Wallpanels zu simulieren. Von der
zerklüfteten Optik mal abgesehen, hat sich
hierbei herausgestellt, dass die minimal höhere
Materialdicke der
Multimedia Wand fast für eine Verdopplung der subjektiv
wahrnehmbaren Wirkung gesorgt hat. Außerdem haben wir
festgestellt, dass speziell die Absorbtion entlang der Zimmerdecke eine
erhebliche Verbesserung der Akustik mit sich bringt.
Fazit:

Sie merken es vielleicht schon: es dürfte wohl kaum
eine
Materie im Audio-/Videobereich geben, die mit der Komplexität
der
Raumakustik mithalten kann. Doch der Aufwand, sich diesem Aspekt zu
widmen, lohnt sich allemal. Eine gute Raumakustik birgt nicht
nur
mehr Hörspaß beim Konsumieren von Musik und Film,
sondern
sorgt übrigens auch beim Alltag für mehr Wohlbefinden
(hallige Räume nehmen Menschen in der Regel unterbewusst als
kalt
und ungemütlich auf). Die Herausforderung von modernen
Raumakustikelementen besteht primär darin, einen hohen
Nutzfaktor
mit akustisch wirkungsvollen Eigenschaften zu kombinieren. Beides ist
bei der RTFS Multimedia Wand gegeben, die Absorbtion kann genau dort
erfolgen, wo sie sinnvoll ist, gleichzeitig ist die Multimedia Wand als
akustisches
Element kaum erkennbar und wirkt stattdessen wie ein absichtlich
platziertes Designelement. Unter dieser Prämisse
können wir
auch das Preisniveau als angemessen einstufen. Wem
es zunächst schwer fällt, mehrere hundert Euro
"nur"
für (vermeintlich) "simplen" Schaumstoff zu investieren, dem sei
an dieser Stelle mal angeraten im örtlichen Möbelhandel die
Preise für vergleichbare Wandpanele einzuholen. Wer sich dann
letztendlich für die Absorberlösung entscheidet, bekommt
die Belohnung sofort nach der Installation, wenn die
gesamte Anlage derart besser aufspielt, wo es wohl selbst vielfach
teurere Elektronik/Lautsprecher nicht realisiert hätte. Diesen
Beweis lieferte RTFS im Oktober letzten Jahres auf der Home-Cinema
High-Fidelity ab, als es ihre raumakustisch optimierte
Vorführung
mit der 625-Euro "teuren" Kompaktbox
Swans M1
von den Besuchern zur besten Stereo-Verführung erkoren wurde -
gegen Lautsprecher, die teilweise den zehnfachen Preis besitzen...
Designobjekt mit
integrierter Akustikwirkung.
Die RTFS Multimedia Wand ist eine hervorragende
Ergänzung für Anwender, die zum perfekten Bildgenuss
auch akustisch erstklassig unterhalten werden möchten.

RTFS Multimedia Wand
Raumakustikelement, Preis ab 700 Euro
Test: 9.Mai 2008
Preis-/Leistung:          
+ akustisch sehr wirkungsvolles Element
+ hervorragene Verarbeitung
+ durch deutsche Herstellung gesundheitlich unbedenklich
(Geruchsbildung/Entflammbarkeit)
+ individuell für jeden handelsüblichen
Flachbildfernseher zurechtgeschnitten
+ Lackierung in Wunsch RAL-Farbe gegen Aufpreis möglich
- sollte mit weiteren Produkten kombiniert werden, um
annähernd optimale Ergebnisse zu erzielen
- keine Absorbtionswirkung im Subwooferbereich
AREADVD Baden-Württemberg
wird eingerichtet von:
Unser Partner für hochwertige
Audiomöbel:

Text:
Lars Mette
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