Die nachfolgenden Bilder
sind chronologisch sortiert, um den Fortschritt zu
dokumentieren. Bitte beachten Sie, dass sich die Arbeiten über
einen Zeitraum von mehreren Wochen hinzogen und wir mit
mehreren Digitalkameras (teilweise war auch nur eine
"Wegwerfkamera" zur Hand) fotografiert haben, was hinsichtlich
Weißabgleich und Bildschärfe zu Unterschieden führt.
Zunächst mussten die montierten
Lampen, Vorhänge und andere Kleinigkeiten entfernt werden. Wir
nutzten diese Phase ebenfalls um ein paar unserer Kabel
durchzusortieren und Vor-Ort nochmal die richtigen Abmessungen zu
checken. Der (wortwörtlich) schwerste Part beim Aufbau bestand
darin, den 300-Kilo Safe in den nebengelegenen Abstellraum zu schieben.
Nun ist es an der Zeit, den Raum mit allem vorzubereiten, was entweder
Dreck verursacht, oder mitgestrichen werden soll. Deswegen schnappten
wir uns die Hilti um die Löcher für Klimaanlage ,
Kabeldurchlässe und die Beamerhalterung zu bohren. Zugleich
montierten wir Gardinenschienen im vorderen Bereich, um
später die Wände und Absorber optisch ansprechend
überdecken zu können. Weil der Raum ja bereits einen
flächendeckenden Teppichboden besitzt, wäre bei normalem
Vorhangmaterial die große Gefahr einer
übermäßigen Hochtonbedämpfung gegeben. Damit uns
dieses Kino-Keller-typische Schicksal erspart bleibt, bestellten
wir bei R-T-F-S akustisch neutralen (schwarzen) Bezugsstoff, der komplett fertig in den benötigten Abmessungen inkl.
Saumband geliefert wird.
Schwarzarbeit einmal anders: die Maler durften sich
anschließend austoben und den gesamten Raum in elegantes Schwarz
hüllen. Bei der Farbe wählten wir das "absolute Dunkelschwarz" in
RAL9005, wobei wir zudem noch den Wunsch nach einer möglichst
matten, lichtschluckenden Charakteristik äußerten. Dies ist
insbesondere zur Vermeidung von Streulicht bei der Projektion von
großer Wichtigkeit. Die Maler entschieden sich wegen der
Raumgröße für eine Realisierung via Sprühnebel
(auch bekannt als "Spritzen"), bei dem wir auch gleich die Klimaanlage
und Kabelkanäle mitcolorieren haben lassen. Lediglich
Heizkörper (werden sowieso später mit Tuch abgedeckt) und
Türen bleiben in ihrer ursprünglichen Farbe.
Nachdem der Raum von den Malern
offiziell übergeben wurde, haben wir zunächst sämtliche
Absorber versammelt, die Ledercouch in Stellung gebracht und die
Beamerhalterung (mitsamt Projektor) installiert. Die Wallpanels und
Sirrahs sortierten wir zugleich nach Art und Farbe, während die
Cornerblöcke bereits in den jeweiligen Ecken positioniert wurden.
Anschließend verteilten wir die
Elemente (soweit es möglich war) an ihre künftigen
Bestimmungsorte. Weil die Raumakustik die Grundlage für die
akustische Performance darstellt, wollten wir hier möglichst wenig
Kompromisse eingehen und haben daher gleich direkt die optimalsten
Stellen mit den Panels belegt. Lediglich das Innenteil der Klimaanlage
hing vorher schon an der Wand. Um möglichst schnell erste
(wertvolle) akustische Praxiseindrücke zu erhalten, haben wir
bereits an diesem Punkt eine kleine Kombination aus AVP-A1HD, AmpVII,
HD-XE1 und einem Paar Isophon FRC installiert. Und da noch eine Menge
Arbeit bevorsteht, kann eine musikalische Hintergrundbeschallung
schließlich nicht schaden...
Mit wohlklingender Musik im Nacken
stellte sich das exakte Installieren der Akustikelemente recht
kurzweilig dar. Oben sehen Sie die Rückwand mit neun Sirrahs und
vier Cornerblöcken. Dieser Abschnitt brachte uns interessante
Erfahrungen in Bezug auf Raumakustik ein, denn wenn man einen 50m²
Raum Stück für Stück mit Absorbern versieht
(während Musik läuft), bekommt man die schrittweisen Verbesserungen hautnah mit. Trotzdem war am Ende dieses
Tages natürlich noch längst kein zufriedenstellendes Niveau
erreicht.
Diesem kamen wir mit dem nächsten
Schritt schon deutlich näher: ein ca. 3 Meter breites
Holzgerüst wurde gebaut, um insgesamt 18 Sirrahs im akustisch
wichtigen Bereich zwischen den Frontlautsprechern aufzunehmen. Durch
die Positionierung einen Meter vor der Wand war sofort ein deutlicher
Zugewinn an Bassabsorbtion und "Direktheit" zu bemerken.
Da wir uns immer noch in der
Entscheidungsfindungsphase in Bezug auf die Leinwand befanden,
installierten wir ein Testgerät mit dem vielsprechendem VEVO-Tuch
(akustisch transparent), um die Eignung in unserem Raum zu testen. Die
Testleinwand verfügte über unsere Wunschabmessungen mit 3,5 x
1,5 Meter sichtbarer Bildgröße im 21:9 Format. Das obere Bild zeigt die Leinwand übrigens
noch ohne "Black-Backing" Tuch, was man anhand der Struktureffekte vom
rückwärtig einfallenden Sonnenlicht erkennen kann.
Aufmerksamen Lesern wird sicherlich
aufgefallen sein, dass sich auf dem letzten Bild bereits einer der
Subwoofer eingeschlichen hat. Dieser Tieftonspender war nicht nur zum
Testen des Klangbildes notwendig, sondern diente uns auch zum
Entklappern des Raumes, wo wir Heizkörper, Jalousien, Türen
und andere Übeltäter mit Dämmstoffen und Klebeband
ruhiggestellt haben.
Bei aller Fokussierung auf die
audiovisuellen Aspekte dürfen natürlich auch die
Nebenschauplätze nicht vergessen werden. Wir hatten das
ausgesprochene Glück, dass im Testraum bereits Zuleitungen
für Deckenspots gelegt waren, die für unser Vorhaben
hervorragend passen. Bei den beiden Leuchten haben wir uns wegen des
kühlen und technischen Lichts für moderne LED-Spots
entschieden. Obwohl die Beleuchtung auf einer eigenen Sicherung
platziert ist, kamen dimmbare Halogenleuchten wegen Phasenverschiebungen absolut nicht
in Frage. Dafür haben wir die Lichtschalter im gesamtem Raum durch
Funkaktoren ersetzt, um das Licht bequem per Fernbedienung schalten zu
können. Als eine der wichtigsten Grundvorraussetzungen für
gute Performance wurde beim Besuch vom Elektriker
selbstverständlich auch gleich ein Austausch der Sicherung
vorgenommen, auf der die Anlage läuft (normale Schaltsicherung
gegen eine 16 Ampere Schmelzsicherung).
Nun war es
uns möglich, einen ersten praktischen Eindruck der Planung in Bezug auf das
Zusammenspiel von Bildgröße und Sitzabstand
zu erhalten.
Bevor wir den Raum mit allen
elektronischen Geräten bevölkern konnten, musste das Rack
aufgebaut werden. Da wir im Zuge des Umzugs auch gleich eine
Neustrukturierung der Quellgeräte (DVD künftig nicht mehr
über eigenen Player, sondern per Denon DVD-A1UD) eingeplant haben,
war zusätzlich noch ein kleiner Umbau im rechten Turm notwendig.
Entgegen der ursprünglichen Planung haben wir uns beim Aufbau
entschieden, das Rack aus optischen Gründen exakt mittig im Erker
zu platzieren. Die Kabel sind daher aber nicht mehr seitlich
zugänglich.
Obwohl schon der Aufbau des 300 kg-Racks
mit nachfolgendem Ausrichten der Schieferplatten keine sonderlich
rückenfreundliche Angelegenheit darstellte, belastete uns das
Bestücken und Verkabeln sogar noch mehr. Insbesondere die Audionet
Endstufen waren nur mit zwei Personen in das Rack zu bekommen. Bei der Verkabelung erwies sich
der Raumerker als ausgesprochen praktisch, so dass man "nur" auf dem
Rücken unter der Mittelplatte durchrutschen musste und dahinter
sitzend die Kabel einstecken konnte. Hierbei wurde zugleich
großen Wert darauf gelegt, Strom- und Signalkabel möglichst
gut voneinander zu trennen und Kabelwicklungen (Spuleneffekt) zu
vermeiden.
Endlich: Das Rack war
größtenteils aufgebaut, die Elektronik verkabelt und ein 5.1
Lautsprechersystem wartete darauf, uns im neuen Studio mit
Surroundklang zu verwöhnen. Da der Blu-Ray Player zu diesem
Zeitpunkt noch bei Cinemike war, wichen wir in der Testphase
auf den getunten HD-XE1 von Toshiba aus. Als Testmaterial fungierte
vorwiegend der Paramount Film "Transformers", der eine vielseitige
Akustik besitzt und auch visuelle einige Herausforderungen
bereithält. In diesem Stadium überzeugte uns das System
bereits so sehr, dass wir die vollmaskierte, akustisch
transparente iMasque fest einplanten und bestellten.
Ganz im Sinne des Transformer-Mottos
"Ohne Opfer gibt es keinen Sieg", strapazierten wir das Material bis
auf das Äußerste. Und wie man anhand des oberen Bildes gut
erkennt, sollte man die Warnhinweise vor subsonischen Frequenzen
bei diversen Test-CDs unbedingt ernst nehmen, bevor man kleine
Lautsprecher mit einem > 100 db Fullrange-Signal ansteuert...
Keramiklautsprecher sind diesbezüglich sehr einfach: bei
Überbelastung brechen sie in Sekundenbruchteilen, während
sich Membranen auf Papierbasis "lediglich" durchwalken und
anschließend wegen der geringeren inneren Steifigkeit zunehmend
an Präzision einbüßen. Zum Glück liegt die
Isophon-Zentrale lediglich rund 40 Kilometer entfernt, so dass wir den
Schaden schnell reparieren lassen konnten.
Deswegen war es für den Isophon
Chef Dr. Roland Gauder auch kein Problem, die überarbeiteten
Arabbas (neuer Hochpassfilter für die Bässe) persönlich
vorbeizubringen und uns bei Aufstellung, Feinabstimmung und Raumakustik
ein paar interessante Tips zu geben. Davon mal abgesehen, ist es sogar
für Hrn. Gauder eine Besonderheit seine eigenen Lautsprecher in
einem derart ausgestattetem Heimkino mit siebenkanaliger Aufstellung inkl.
Rundum-Bestückung mit Diamanthochtönern zu hören.
Langsam füllt sich der Raum: rund
eine Woche nach dem Besuch von Dr. Gauder klingelte eine Spedition an
der Tür und brachte uns die fehlenden drei Monitor Audio
Subwoofer. Auch hier war zunächst ein großes Maß an
Muskelkraft gefragt, um die insgesamt knapp 180 Kilo unter der Leinwand
zu bugsieren. Nach dem kräftezehrenden Schleppen labten wir unsere
Ohren erst einmal an diversen Bass-Orgien, indem wir die Spielkonsolen
stundenlang glühen ließen und dabei den Bestand an
virtuellen Monstern stark reduzierten. Die Bass-Intensität von
Titeln wie zB. "Deadspace" war zugleich auch hervorragend zum
Einspielen der Chassis geeignet, da wir in Bälde raumakustische
Messungen vornehmen lassen wollten.
Der nächste Step bestand in einem
Termin mit R-T-F-S Inhaber
Dipl.Ing. F. Shahlawandian, der nicht nur ein paar kleinere
Zusatzabsorber im
Gepäck hatte, sondern auch sein Mess-Equipment mitbrachte. Die
Messungen sollen uns nicht nur Aufschlüsse über den aktuellen
Statos-Quo in Bezug auf unsere raumakustisch installierte
Grundausstattung liefern, sondern zugleich auch komplexe
Raumeigenschaften aufzeigen, um eine gezielte Perfektionierung zu
ermöglichen. Dafür ermittelte Hr. Shahlawandian den Nachhall
im diffusen Schallfeld. Zur Bestimmung der Nachhallzeit benutzt R-T-F-S
einen selbstentwickelten kugelförmigen Lautsprecher mit 12
Breitbandchassis.
Dieses Werkzeug wird in Fachkreisen "Dodekaeder" genannt, ist aber bei
vielen Dienstleistern auf die Anforderungen in der Bauakustik
abgestimmt, während R-T-F-S einen Schritt weiter geht und den
Lautsprecher für Hifi-Messungen konzipiert hat. Die Messung im
diffusen Schallfeld wird an mehreren Punkten vorgenommen, um die
Gesamtheit des Raumes hinsichtlich des Reflektions- und
Absorptionsverhaltens zu berücksichtigen. Anschließend
betrachtet Hr. Shahlawandian sowohl das gemittelte Gesamtergebnis, als
auch die Einzelmessungen, um zu einem Urteil zu gelangen und darauf
basierend die nächsten Schritte einzuleiten.
In unserem Fall hat sich gezeigt, dass
schon unsere "alten" Absorber (aus den früheren
Testräumen) einen hervorragenden Job machen und (mit
dem testweise installierten Deckenabsorber) fast exakt im Fenster
für einen idealen Hörräum liegen. Aufgrund des speziellen
Absorptionsverhaltens der Sirrahs und Cornerblöcke Typ B konnten
wir eine Überdämpfung des Hochtonbereiches erfolgreich
vermeiden. Der Raum klingt daher nicht muffig, sondern angenehm trocken
und brillant. Für unseren Referenzhörraum möchten
wir aber noch einen Schritt weitergehen, weshalb wir einen dreistufigen
Plan zur Optimierung vereinbart haben: zunächst werden die
Cornerblöcke durch Ergänzungsstücke bündig mit der
Decke verbunden und zusätzlich soll auch der Bereich hinter der
Leinwand im Detail umgestaltet werden (mehr dazu drei Bilder weiter).
Anschließend liefert uns R-T-F-S großflächige
Deckensegel für den Bereich zwischen Hörplatz und Leinwand
(siehe drittletztes Bild auf dieser Seite) und zum Abschluß sind noch Diffusoren
im hinteren Deckenbereich vorgesehen. Bei dieser Gelegengheit haben wir
auch
gleich lautsprecherbezogene Messungen durchgeführt, um die
Subwoofer-Positionierungen zu perfektionieren und den Einfluss der
akustisch transparenten Leinwand auf den Centerspeaker exakt bestimmen
zu können. Hierbei stellte sich heraus, dass die Leinwand
grundsätzlich wirklich nur sehr wenig dämpft, was durch
den R-T-F-S Akustikstoff als Alternative zu dem mitgeliefertem Black
Backing Tuch
sogar nochmal deutlich minimiert werden kann. Die Messergebnisse gaben
wir an Dr. Gauder von Isophon weiter, der darauf aufbauend unsere, im
Bau befindliche, "Centerspeaker Arabba" durch Änderungen an der
Frequenzweiche entsprechend anpasst. Auf diese Weise haben wir dann
später trotz
akustisch transparenter Leinwand einen (nahezu) unverfälschten
Klang aus dem Mittenkanal. Sobald all die oben beschriebenen Arbeiten
durchgeführen sind, will R-T-F-S nochmals kommen und weitere
Optimierungen an der Feinabstimmungen vornehmen. Insbesondere im
Tiefbassbereich ist das letzte Wort noch nicht gesprochen -
allerdings kann man auf diesem hohen Niveau nicht mehr einfach nur
durch Theorie aus der Ferne etwas bewirken, sondern muss die baulichen/technischen
Änderungen abwarten, um dann die Akustik Vor-Ort nochmal im Detail
zu analysieren.
Mittlerweile war unsere iMasque
fertiggestellt und wurde vom Hersteller bei uns aufgebaut. Wir werden
uns im Rahmen eines dedizierten Testberichtes noch ausführlich mit
dem Produkt beschäftigen, doch an dieser Stelle möchten
wir bereits auf den beeindruckenden Materialaufwand hinweisen, den
diese Leinwand mit sich bringt. Obwohl der Aufbau
verhältnismäßig unkompliziert vonstatten geht, sind
dennoch viele Verschraubungen, Halterungen etc. zu montieren, so dass
man selbst zu Zweit mehrere Stunden damit beschäftigt ist.
So sieht eine installationsbereite Image
iMasque Leinwand aus: knapp 200 Kilo warten darauf bewegt zu werden,
anschließend wird der vierteilige Samtrahmen angebracht. Wegen
der positiven Erfahrungen mit der Testleinwand, werden wir auch die
iMasque mit Hilfe von selbstangefertigten Metallständern
montieren. Eine Fixierung an der Rückwand scheidet bei uns aus
räumlichen Gründen aus und das Abhängen von der Decke
wäre sowohl unsicher, als auch unflexibel.
Vor der Leinwandmontage nutzten wir die
Gunst der Stunde und
experimentierten mit verschiedenen Subwooferaufstellungen.
Hier kam es uns sehr gelegen, dass wir die bestellten
Spezialanfertigungen vom schwedischen Anbieter "Supra" just in Time
bekamen: zwei Subwoofer werden dabei jeweils zusammengefasst
und per XLR an die symmetrisch aufgebaute Denon Vorstufe angedockt, die
hierüber nochmal etwas besser klingt als über die "normalen"
Cinch Pre-Outs. Außerdem gestalteten wir auch die Absorberwand im
Detail neu, um eine möglichst
lückenlose Fläche zu realisieren. Die dünnen
Absorberstreifen rund um den Centerspeaker verhindern
Kammfiltereffekte, die in unserer Konstellation vorher minimal
aufgetreten sind.
Zwischenstand: so langsam bekommt der
neue Hörraum ein Gesicht. Die Leinwand steht und mit Ausnahme der
Centerspeaker-Arabba sind auch schon alle Lautsprecher an Ort und
Stelle. Es fehlen jedoch noch die Abschlussstücke der
Cornerblöcke, Deckensegel und natürlich der umlaufende
Vorhang.
Der Blick auf die rechte Raumseite zeigt
ebenfalls große Fortschritte, wobei noch allerhand Arbeit vor uns
liegt. Die rechte Tür wird zum Beispiel noch mit einem Wallpanel
behängt, zumal sich auch noch ein paar provisorische verlegte Kabel durch
den Raum schlängeln.
Dasselbe Bild präsentiert sich auch
auf der gegenüberliegenden Seite, wo wir bereits testweise ein
kleines Stück Vorhang aufgehängt haben, um die spätere
Optik erahnen zu können. Obwohl sowohl technisch als auch
kosmetisch noch viel zu tun ist, macht die Anlage bereits jetzt
großen Spaß und spielt auf einem guten Niveau.

Projektionstest auf Holzkiste
Nachdem wir für die 21:9 Projektion
(vorerst) nun doch keine anamorphotischen Vorsatzlinsen verwenden, war
eine Neupositionierung des Projektors notwendig, um die
Bildgröße von 3,5 Meter auch ohne Hilfsmittel erreichen zu
können. Positive Nebeneffekte gab es durch die Versetzung um ca.
1,5 Meter nach hinten gleich in dreifacher Form:
- das 16:9 Bild profitiert vom Telebetrieb und ist noch etwas schärfer.
- der Projektor befindet sich nun außerhalb des
Lautsprecherkreises, was bei der Wahrnehmung seines
Ventilationsgeräusches einen großen Unterschied ausmacht.
- bei der akustischen Messung war ersichtlich, dass der recht nah
positionierte Projektor den Schall der Frontboxen minimal in Richtung
Sitzplatz reflektiert. Dieser Faktor ist nun entschärft.
Die Neupositionierung des Projektors stellte eine große Erfahrung
für uns dar, so dass wir fortan grundsätzlich jedem
Heimkinoanwender bei ähnlicher Konstellation zu einer
möglichst großen Distanz zwischen Beamer und Leinwand raten.
Da nun sowohl Beamer als auch Leinwand
Ihre endgültige Parkposition erreicht haben, luden wir Hrn.
Berberich von Sim2 ein, mit uns zusammen die idealen Einstellungen des
Projektors vorzunehmen. In Kombination mit unserer ColorFacts
Ausstattung und den vielfältigen Optionen im Servicemenü
nahmen wir eine messtechnische Kalibrierung vor, die sich durch die
ganze Nacht ziehen sollte. Wir legten großen Wert darauf, nicht
einfach nur blind irgendwelchen Messwerten zu folgen, sondern haben
stets die Korrellation mit dem subjektiven Bildeindruck über bekanntes
Filmmaterial (hauptsächlich "Batman - The Dark Knight" und "Narnia 2") gesucht.
Über die Sim2 Software erhält
man zahlreiche Justagemöglichkeiten zur Optimierung des Bildes.
Wir haben daher nicht nur die bekannten Grundparameter justiert,
sondern uns z.B. auch der RGB Zusammensetzung in verschiedenen
Helligkeitsbereichen angenommen. Das obere Bild zeigt nur einen
Zwischenschritt, dokumentiert aber schon recht gut wie nah wir uns am
Referenzfarbraum bewegen. Die Farbtemperatur liegt laut Software bei
6501 Kelvin, was ebenfalls die Neutralität unterstreicht. Unserer
Meinung nach darf man eine Kalibrierung weder über- noch
unterbewerten: ein versierter Anwender kann die Bildeigenschaften
schon mit bloßem Auge bewerten, so dass nicht jeder zwingend eine
Kalibrierung benötigt. Andererseits sind fortgeschrittene
Parameter (RGB Zusammensetzung verschiedender Graustufen)
ausschließlich mit Messgeräten zu ermitteln, so dass
entsprechende Justagen
nur mit dem nötigen Equipment und Fachwissen sinnvoll sind.
Deswegen können wir anspruchsvollen Anwender durchaus dazu raten,
sich an einen kompetenten Dienstleister zu wenden - allerdings nicht
mit Hilfe einer Fernkalibrierung, weil speziell die (mitunter
großen) Einflüsse von Raum und Leinwand unbedingt Vor-Ort
bei Ihnen mitberücksichtigt werden
sollten.
Zum Schluss schickte uns R-T-F-S
noch die bestellten Vorhänge und Deckensegel. Die Deckenabsorber bewirken
alleine schon wegen ihrer verhältnismäßig großen
Abmessungen (1x1 Meter) starke Verbesserungen im Klangbild. Durch eine
textilähnliche Oberfläche kommen diese Elemente ohne Stoffbezug aus,
zumal jene "Breacoat" Beschichtung auch noch dabei hilft,
den Hochtonbereich nicht zu überdämpfen.
Bevor wir uns dem fertigen Teststudio
widmen, haben wir noch einen kleinen Vorher-Nachher Vergleich des
nebenan befindlichen Medienraumes vorbereitet. Oben sehen Sie das
Zimmer bei Übergabe...
... und hier haben wir denselben Raum frisch renoviert und mit
hochwertigen Spectral-Möbeln bestückt. Der kleine Medienraum
dient nicht nur als zentraler Aufbewahrungsort für Filme, Spiele
und Musik, sondern beheimatet auch ein größeres HiFi-Rack
mit Testgeräten, die wir über lange Kabel direkt mit den
Komponenten im Teststudio verbinden können. Auf diese Weise sind
auch Blindtests möglich.