Special: Entstehung des neuen AREADVD-Referenzstudios.
Bau des Studios / Umsetzung
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Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.

(30. September 2009 - Autor: Lars Mette)

Teil 1: Grundplanung 
Teil 2: Komponentenzusammenstellung 
Teil 3: Bau des Studios / Umsetzung 
Teil 4: Bilder des fertigen Raumes

Bau und Umsetzung des Studios

Die nachfolgenden Bilder sind chronologisch sortiert, um den Fortschritt zu dokumentieren. Bitte beachten Sie, dass sich die Arbeiten über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinzogen und wir mit mehreren Digitalkameras (teilweise war auch nur eine "Wegwerfkamera" zur Hand) fotografiert haben, was hinsichtlich Weißabgleich und Bildschärfe zu Unterschieden führt.


Zunächst mussten die montierten Lampen, Vorhänge und andere Kleinigkeiten entfernt werden. Wir nutzten diese Phase ebenfalls um ein paar unserer Kabel durchzusortieren und Vor-Ort nochmal die richtigen Abmessungen zu checken. Der (wortwörtlich) schwerste Part beim Aufbau bestand darin, den 300-Kilo Safe in den nebengelegenen Abstellraum zu schieben.



Nun ist es an der Zeit, den Raum mit allem vorzubereiten, was entweder Dreck verursacht, oder mitgestrichen werden soll. Deswegen schnappten wir uns die Hilti um die Löcher für Klimaanlage , Kabeldurchlässe und die Beamerhalterung zu bohren. Zugleich montierten wir Gardinenschienen im vorderen Bereich, um später die Wände und Absorber optisch ansprechend überdecken zu können. Weil der Raum ja bereits einen flächendeckenden Teppichboden besitzt, wäre bei normalem Vorhangmaterial die große Gefahr einer übermäßigen Hochtonbedämpfung gegeben. Damit uns dieses Kino-Keller-typische Schicksal erspart bleibt, bestellten wir bei R-T-F-S akustisch neutralen (schwarzen) Bezugsstoff, der komplett fertig in den benötigten Abmessungen inkl. Saumband geliefert wird.



Schwarzarbeit einmal anders: die Maler durften sich anschließend austoben und den gesamten Raum in elegantes Schwarz hüllen. Bei der Farbe wählten wir das "absolute Dunkelschwarz" in RAL9005, wobei wir zudem noch den Wunsch nach einer möglichst matten, lichtschluckenden Charakteristik äußerten. Dies ist insbesondere zur Vermeidung von Streulicht bei der Projektion von großer Wichtigkeit. Die Maler entschieden sich wegen der Raumgröße für eine Realisierung via Sprühnebel (auch bekannt als "Spritzen"), bei dem wir auch gleich die Klimaanlage und Kabelkanäle mitcolorieren haben lassen. Lediglich Heizkörper (werden sowieso später mit Tuch abgedeckt) und Türen bleiben in ihrer ursprünglichen Farbe.



Nachdem der Raum von den Malern offiziell übergeben wurde, haben wir zunächst sämtliche Absorber versammelt, die Ledercouch in Stellung gebracht und die Beamerhalterung (mitsamt Projektor) installiert. Die Wallpanels und Sirrahs sortierten wir zugleich nach Art und Farbe, während die Cornerblöcke bereits in den jeweiligen Ecken positioniert wurden.



Anschließend verteilten wir die Elemente (soweit es möglich war) an ihre künftigen Bestimmungsorte. Weil die Raumakustik die Grundlage für die akustische Performance darstellt, wollten wir hier möglichst wenig Kompromisse eingehen und haben daher gleich direkt die optimalsten Stellen mit den Panels belegt. Lediglich das Innenteil der Klimaanlage hing vorher schon an der Wand. Um möglichst schnell erste (wertvolle) akustische Praxiseindrücke zu erhalten, haben wir bereits an diesem Punkt eine kleine Kombination aus AVP-A1HD, AmpVII, HD-XE1 und einem Paar Isophon FRC installiert. Und da noch eine Menge Arbeit bevorsteht, kann eine musikalische Hintergrundbeschallung schließlich nicht schaden...



Mit wohlklingender Musik im Nacken stellte sich das exakte Installieren der Akustikelemente recht kurzweilig dar. Oben sehen Sie die Rückwand mit neun Sirrahs und vier Cornerblöcken. Dieser Abschnitt brachte uns interessante Erfahrungen in Bezug auf Raumakustik ein, denn wenn man einen 50m² Raum Stück für Stück mit Absorbern versieht (während Musik läuft), bekommt man die schrittweisen Verbesserungen hautnah mit. Trotzdem war am Ende dieses Tages natürlich noch längst kein zufriedenstellendes Niveau erreicht.



Diesem kamen wir mit dem nächsten Schritt schon deutlich näher: ein ca. 3 Meter breites Holzgerüst wurde gebaut, um insgesamt 18 Sirrahs im akustisch wichtigen Bereich zwischen den Frontlautsprechern aufzunehmen. Durch die Positionierung einen Meter vor der Wand war sofort ein deutlicher Zugewinn an Bassabsorbtion und "Direktheit" zu bemerken.



Da wir uns immer noch in der Entscheidungsfindungsphase in Bezug auf die Leinwand befanden, installierten wir ein Testgerät mit dem vielsprechendem VEVO-Tuch (akustisch transparent), um die Eignung in unserem Raum zu testen. Die Testleinwand verfügte über unsere Wunschabmessungen mit 3,5 x 1,5 Meter sichtbarer Bildgröße im 21:9 Format. Das obere Bild zeigt die Leinwand übrigens noch ohne "Black-Backing" Tuch, was man anhand der Struktureffekte vom rückwärtig einfallenden Sonnenlicht erkennen kann.
 


Aufmerksamen Lesern wird sicherlich aufgefallen sein, dass sich auf dem letzten Bild bereits einer der Subwoofer eingeschlichen hat. Dieser Tieftonspender war nicht nur zum Testen des Klangbildes notwendig, sondern diente uns auch zum Entklappern des Raumes, wo wir Heizkörper, Jalousien, Türen und andere Übeltäter mit Dämmstoffen und Klebeband ruhiggestellt haben.



Bei aller Fokussierung auf die audiovisuellen Aspekte dürfen natürlich auch die Nebenschauplätze nicht vergessen werden. Wir hatten das ausgesprochene Glück, dass im Testraum bereits Zuleitungen für Deckenspots gelegt waren, die für unser Vorhaben hervorragend passen. Bei den beiden Leuchten haben wir uns wegen des kühlen und technischen Lichts für moderne LED-Spots entschieden. Obwohl die Beleuchtung auf einer eigenen Sicherung platziert ist, kamen dimmbare Halogenleuchten wegen Phasenverschiebungen absolut nicht in Frage. Dafür haben wir die Lichtschalter im gesamtem Raum durch Funkaktoren ersetzt, um das Licht bequem per Fernbedienung schalten zu können. Als eine der wichtigsten Grundvorraussetzungen für gute Performance wurde beim Besuch vom Elektriker selbstverständlich auch gleich ein Austausch der Sicherung vorgenommen, auf der die Anlage läuft (normale Schaltsicherung gegen eine 16 Ampere Schmelzsicherung).



Nun war es uns möglich, einen ersten praktischen Eindruck der Planung in Bezug auf das Zusammenspiel von Bildgröße und  Sitzabstand zu erhalten.



Bevor wir den Raum mit allen elektronischen Geräten bevölkern konnten, musste das Rack aufgebaut werden. Da wir im Zuge des Umzugs auch gleich eine Neustrukturierung der Quellgeräte (DVD künftig nicht mehr über eigenen Player, sondern per Denon DVD-A1UD) eingeplant haben, war zusätzlich noch ein kleiner Umbau im rechten Turm notwendig. Entgegen der ursprünglichen Planung haben wir uns beim Aufbau entschieden, das Rack aus optischen Gründen exakt mittig im Erker zu platzieren. Die Kabel sind daher aber nicht mehr seitlich zugänglich.



Obwohl schon der Aufbau des 300 kg-Racks mit nachfolgendem Ausrichten der Schieferplatten keine sonderlich rückenfreundliche Angelegenheit darstellte, belastete uns das Bestücken und Verkabeln sogar noch mehr. Insbesondere die Audionet Endstufen waren nur mit zwei Personen in das Rack zu bekommen. Bei der Verkabelung erwies sich der Raumerker als ausgesprochen praktisch, so dass man "nur" auf dem Rücken unter der Mittelplatte durchrutschen musste und dahinter sitzend die Kabel einstecken konnte. Hierbei wurde zugleich großen Wert darauf gelegt, Strom- und Signalkabel möglichst gut voneinander zu trennen und Kabelwicklungen (Spuleneffekt) zu vermeiden.



Endlich: Das Rack war größtenteils aufgebaut, die Elektronik verkabelt und ein 5.1 Lautsprechersystem wartete darauf, uns im neuen Studio mit Surroundklang zu verwöhnen. Da der Blu-Ray Player zu diesem Zeitpunkt noch bei Cinemike war, wichen wir in der Testphase auf den getunten HD-XE1 von Toshiba aus. Als Testmaterial fungierte vorwiegend der Paramount Film "Transformers", der eine vielseitige Akustik besitzt und auch visuelle einige Herausforderungen bereithält. In diesem Stadium überzeugte uns das System bereits so sehr, dass wir die vollmaskierte, akustisch transparente iMasque fest einplanten und bestellten.



Ganz im Sinne des Transformer-Mottos "Ohne Opfer gibt es keinen Sieg", strapazierten wir das Material bis auf das Äußerste. Und wie man anhand des oberen Bildes gut erkennt, sollte man die Warnhinweise vor subsonischen Frequenzen bei diversen Test-CDs unbedingt ernst nehmen, bevor man kleine Lautsprecher mit einem > 100 db Fullrange-Signal ansteuert... Keramiklautsprecher sind diesbezüglich sehr einfach: bei Überbelastung brechen sie in Sekundenbruchteilen, während sich Membranen auf Papierbasis "lediglich" durchwalken und anschließend wegen der geringeren inneren Steifigkeit zunehmend an Präzision einbüßen. Zum Glück liegt die Isophon-Zentrale lediglich rund 40 Kilometer entfernt, so dass wir den Schaden schnell reparieren lassen konnten.



Deswegen war es für den Isophon Chef Dr. Roland Gauder auch kein Problem, die überarbeiteten Arabbas (neuer Hochpassfilter für die Bässe) persönlich vorbeizubringen und uns bei Aufstellung, Feinabstimmung und Raumakustik ein paar interessante Tips zu geben. Davon mal abgesehen, ist es sogar für Hrn. Gauder eine Besonderheit seine eigenen Lautsprecher in einem derart ausgestattetem Heimkino mit siebenkanaliger Aufstellung inkl. Rundum-Bestückung mit Diamanthochtönern zu hören.



Langsam füllt sich der Raum: rund eine Woche nach dem Besuch von Dr. Gauder klingelte eine Spedition an der Tür und brachte uns die fehlenden drei Monitor Audio Subwoofer. Auch hier war zunächst ein großes Maß an Muskelkraft gefragt, um die insgesamt knapp 180 Kilo unter der Leinwand zu bugsieren. Nach dem kräftezehrenden Schleppen labten wir unsere Ohren erst einmal an diversen Bass-Orgien, indem wir die Spielkonsolen stundenlang glühen ließen und dabei den Bestand an virtuellen Monstern stark reduzierten. Die Bass-Intensität von Titeln wie zB. "Deadspace" war zugleich auch hervorragend zum Einspielen der Chassis geeignet, da wir in Bälde raumakustische Messungen vornehmen lassen wollten.



Der nächste Step bestand in einem Termin mit R-T-F-S Inhaber Dipl.Ing. F. Shahlawandian, der nicht nur ein paar kleinere Zusatzabsorber im Gepäck hatte, sondern auch sein Mess-Equipment mitbrachte. Die Messungen sollen uns nicht nur Aufschlüsse über den aktuellen Statos-Quo in Bezug auf unsere raumakustisch installierte Grundausstattung liefern, sondern zugleich auch komplexe Raumeigenschaften aufzeigen, um eine gezielte Perfektionierung zu ermöglichen. Dafür ermittelte Hr. Shahlawandian den Nachhall im diffusen Schallfeld. Zur Bestimmung der Nachhallzeit benutzt R-T-F-S einen selbstentwickelten kugelförmigen Lautsprecher mit 12 Breitbandchassis. Dieses Werkzeug wird in Fachkreisen "Dodekaeder" genannt, ist aber bei vielen Dienstleistern auf die Anforderungen in der Bauakustik abgestimmt, während R-T-F-S einen Schritt weiter geht und den Lautsprecher für Hifi-Messungen konzipiert hat. Die Messung im diffusen Schallfeld wird an mehreren Punkten vorgenommen, um die Gesamtheit des Raumes hinsichtlich des Reflektions- und Absorptionsverhaltens zu berücksichtigen. Anschließend betrachtet Hr. Shahlawandian sowohl das gemittelte Gesamtergebnis, als auch die Einzelmessungen, um zu einem Urteil zu gelangen und darauf basierend die nächsten Schritte einzuleiten.



In unserem Fall hat sich gezeigt, dass schon unsere "alten" Absorber (aus den früheren Testräumen) einen hervorragenden Job machen und (mit dem testweise installierten Deckenabsorber) fast exakt im Fenster für einen idealen Hörräum liegen. Aufgrund des speziellen Absorptionsverhaltens der Sirrahs und Cornerblöcke Typ B konnten wir eine Überdämpfung des Hochtonbereiches erfolgreich vermeiden. Der Raum klingt daher nicht muffig, sondern angenehm trocken und brillant. Für unseren Referenzhörraum möchten wir aber noch einen Schritt weitergehen, weshalb wir einen dreistufigen Plan zur Optimierung vereinbart haben: zunächst werden die Cornerblöcke durch Ergänzungsstücke bündig mit der Decke verbunden und zusätzlich soll auch der Bereich hinter der Leinwand im Detail umgestaltet werden (mehr dazu drei Bilder weiter). Anschließend liefert uns R-T-F-S großflächige Deckensegel für den Bereich zwischen Hörplatz und Leinwand (siehe drittletztes Bild auf dieser Seite) und zum Abschluß sind noch Diffusoren im hinteren Deckenbereich vorgesehen. Bei dieser Gelegengheit haben wir auch gleich lautsprecherbezogene Messungen durchgeführt, um die Subwoofer-Positionierungen zu perfektionieren und den Einfluss der akustisch transparenten Leinwand auf den Centerspeaker exakt bestimmen zu können. Hierbei stellte sich heraus, dass die Leinwand grundsätzlich wirklich nur sehr wenig dämpft, was durch den R-T-F-S Akustikstoff als Alternative zu dem mitgeliefertem Black Backing Tuch sogar nochmal deutlich minimiert werden kann. Die Messergebnisse gaben wir an Dr. Gauder von Isophon weiter, der darauf aufbauend unsere, im Bau befindliche, "Centerspeaker Arabba" durch Änderungen an der Frequenzweiche entsprechend anpasst. Auf diese Weise haben wir dann später trotz akustisch transparenter Leinwand einen (nahezu) unverfälschten Klang aus dem Mittenkanal. Sobald all die oben beschriebenen Arbeiten durchgeführen sind, will R-T-F-S nochmals kommen und weitere Optimierungen an der Feinabstimmungen vornehmen. Insbesondere im Tiefbassbereich ist das letzte Wort noch nicht gesprochen - allerdings kann man auf diesem hohen Niveau nicht mehr einfach nur durch Theorie aus der Ferne etwas bewirken, sondern muss die baulichen/technischen Änderungen abwarten, um dann die Akustik Vor-Ort nochmal im Detail zu analysieren.



Mittlerweile war unsere iMasque fertiggestellt und wurde vom Hersteller bei uns aufgebaut. Wir werden uns im Rahmen eines dedizierten Testberichtes noch ausführlich mit dem Produkt beschäftigen, doch an dieser Stelle möchten wir bereits auf den beeindruckenden Materialaufwand hinweisen, den diese Leinwand mit sich bringt. Obwohl der Aufbau verhältnismäßig unkompliziert vonstatten geht, sind dennoch viele Verschraubungen, Halterungen etc. zu montieren, so dass man selbst zu Zweit mehrere Stunden damit beschäftigt ist.



So sieht eine installationsbereite Image iMasque Leinwand aus: knapp 200 Kilo warten darauf bewegt zu werden, anschließend wird der vierteilige Samtrahmen angebracht. Wegen der positiven Erfahrungen mit der Testleinwand, werden wir auch die iMasque mit Hilfe von selbstangefertigten Metallständern montieren. Eine Fixierung an der Rückwand scheidet bei uns aus räumlichen Gründen aus und das Abhängen von der Decke wäre sowohl unsicher, als auch unflexibel.



Vor der Leinwandmontage nutzten wir die Gunst der Stunde und experimentierten mit verschiedenen Subwooferaufstellungen. Hier kam es uns sehr gelegen, dass wir die bestellten Spezialanfertigungen vom schwedischen Anbieter "Supra" just in Time bekamen: zwei Subwoofer werden dabei jeweils zusammengefasst und per XLR an die symmetrisch aufgebaute Denon Vorstufe angedockt, die hierüber nochmal etwas besser klingt als über die "normalen" Cinch Pre-Outs. Außerdem gestalteten wir auch die Absorberwand im Detail neu, um eine möglichst lückenlose Fläche zu realisieren. Die dünnen Absorberstreifen rund um den Centerspeaker verhindern Kammfiltereffekte, die in unserer Konstellation vorher minimal aufgetreten sind.



Zwischenstand: so langsam bekommt der neue Hörraum ein Gesicht. Die Leinwand steht und mit Ausnahme der Centerspeaker-Arabba sind auch schon alle Lautsprecher an Ort und Stelle. Es fehlen jedoch noch die Abschlussstücke der Cornerblöcke, Deckensegel und natürlich der umlaufende Vorhang. 



Der Blick auf die rechte Raumseite zeigt ebenfalls große Fortschritte, wobei noch allerhand Arbeit vor uns liegt. Die rechte Tür wird zum Beispiel noch mit einem Wallpanel behängt, zumal sich auch noch ein paar provisorische verlegte Kabel durch den Raum schlängeln.



Dasselbe Bild präsentiert sich auch auf der gegenüberliegenden Seite, wo wir bereits testweise ein kleines Stück Vorhang aufgehängt haben, um die spätere Optik erahnen zu können. Obwohl sowohl technisch als auch kosmetisch noch viel zu tun ist, macht die Anlage bereits jetzt großen Spaß und spielt auf einem guten Niveau.


Projektionstest auf Holzkiste

Nachdem wir für die 21:9 Projektion (vorerst) nun doch keine anamorphotischen Vorsatzlinsen verwenden, war eine Neupositionierung des Projektors notwendig, um die Bildgröße von 3,5 Meter auch ohne Hilfsmittel erreichen zu können. Positive Nebeneffekte gab es durch die Versetzung um ca. 1,5 Meter nach hinten gleich in dreifacher Form:

- das 16:9 Bild profitiert vom Telebetrieb und ist noch etwas schärfer.
- der Projektor befindet sich nun außerhalb des Lautsprecherkreises, was bei der Wahrnehmung seines Ventilationsgeräusches einen großen Unterschied ausmacht.
- bei der akustischen Messung war ersichtlich, dass der recht nah positionierte Projektor den Schall der Frontboxen minimal in Richtung Sitzplatz reflektiert. Dieser Faktor ist nun entschärft.

Die Neupositionierung des Projektors stellte eine große Erfahrung für uns dar, so dass wir fortan grundsätzlich jedem Heimkinoanwender bei ähnlicher Konstellation zu einer möglichst großen Distanz zwischen Beamer und Leinwand raten.



Da nun sowohl Beamer als auch Leinwand Ihre endgültige Parkposition erreicht haben, luden wir Hrn. Berberich von Sim2 ein, mit uns zusammen die idealen Einstellungen des Projektors vorzunehmen. In Kombination mit unserer ColorFacts Ausstattung und den vielfältigen Optionen im Servicemenü nahmen wir eine messtechnische Kalibrierung vor, die sich durch die ganze Nacht ziehen sollte. Wir legten großen Wert darauf, nicht einfach nur blind irgendwelchen Messwerten zu folgen, sondern haben stets die Korrellation mit dem subjektiven Bildeindruck über bekanntes Filmmaterial (hauptsächlich "Batman - The Dark Knight" und "Narnia 2") gesucht.



Über die Sim2 Software erhält man zahlreiche Justagemöglichkeiten zur Optimierung des Bildes. Wir haben daher nicht nur die bekannten Grundparameter justiert, sondern uns z.B. auch der RGB Zusammensetzung in verschiedenen Helligkeitsbereichen angenommen. Das obere Bild zeigt nur einen Zwischenschritt, dokumentiert aber schon recht gut wie nah wir uns am Referenzfarbraum bewegen. Die Farbtemperatur liegt laut Software bei 6501 Kelvin, was ebenfalls die Neutralität unterstreicht. Unserer Meinung nach darf man eine Kalibrierung weder über- noch unterbewerten: ein versierter Anwender kann die Bildeigenschaften schon mit bloßem Auge bewerten, so dass nicht jeder zwingend eine Kalibrierung benötigt. Andererseits sind fortgeschrittene Parameter (RGB Zusammensetzung verschiedender Graustufen) ausschließlich mit Messgeräten zu ermitteln, so dass entsprechende Justagen nur mit dem nötigen Equipment und Fachwissen sinnvoll sind. Deswegen können wir anspruchsvollen Anwender durchaus dazu raten, sich an einen kompetenten Dienstleister zu wenden - allerdings nicht mit Hilfe einer Fernkalibrierung, weil speziell die (mitunter großen) Einflüsse von Raum und Leinwand unbedingt Vor-Ort bei Ihnen mitberücksichtigt werden sollten. 



Zum Schluss schickte uns R-T-F-S noch die bestellten Vorhänge und Deckensegel. Die Deckenabsorber bewirken alleine schon wegen ihrer verhältnismäßig großen Abmessungen (1x1 Meter) starke Verbesserungen im Klangbild. Durch eine textilähnliche Oberfläche kommen diese Elemente ohne Stoffbezug aus, zumal jene "Breacoat" Beschichtung auch noch dabei hilft, den Hochtonbereich nicht zu überdämpfen.



Bevor wir uns dem fertigen Teststudio widmen, haben wir noch einen kleinen Vorher-Nachher Vergleich des nebenan befindlichen Medienraumes vorbereitet. Oben sehen Sie das Zimmer bei Übergabe...



... und hier haben wir denselben Raum frisch renoviert und mit hochwertigen Spectral-Möbeln bestückt. Der kleine Medienraum dient nicht nur als zentraler Aufbewahrungsort für Filme, Spiele und Musik, sondern beheimatet auch ein größeres HiFi-Rack mit Testgeräten, die wir über lange Kabel direkt mit den Komponenten im Teststudio verbinden können. Auf diese Weise sind auch Blindtests möglich.

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