Special: Entstehung des neuen AREADVD-Referenzstudios.
Teil 2 - unsere Komponentenauswahl für perfekten Bild+Ton
(Seite 2 von 4)

Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.
(30.September 2009 -
Autor: Lars Mette)
Teil 1: Grundplanung
Teil 2: Komponentenzusammenstellung
Teil 3: Bau des Studios / Umsetzung
Teil 4: Bilder des fertigen Raumes
Komponentenzusammenstellung
Nachdem wir Ihnen auf Seite 1 die neue
Örtlichkeit vorgestellt haben und zugleich auch die Grundplanung
erörterten, widmen wir uns nun der Komponentenauswahl. Wie
man sich unschwer vorstellen kann, darf sich unsere Redaktion fast
täglich über neue Testgeräte freuen, so dass wir einen
großen Marktüberblick hinsichtlich der verschiedenen
Ausrichtungen bzw. Produktphilosophien und audiovisuellen Leistungen
erhalten. Das neue Referenzstudio soll in allen Bereichen
(Surround-/Stereoklang sowie Bildqualität) möglichst nah an
die
Perfektion heranreichen. Mit absoluter Sicherheit geht es
technisch in manchen Bereich sogar noch deutlich besser, doch
letztendlich möchten wir unsere "persönliche 100%-Marke"
mit den gegebenen
Mitteln so hoch wie möglich setzen, um ein maximales Niveau zum
Testen neuer Komponenten zu erhalten. Bei der Auswahl bzw.
Zusammenstellung der Anlage gilt eine grundlegende: für die
Gesamtperformance müssen sämtliche Bausteine perfekt
aufeinander abgestimmt sein - eine Versammlung guter Individualisten
garantiert noch kein perfektes Ergebnis. Der Grund dafür ist
relativ einfach: obwohl die Technik mittlerweile ein beachtliches
Niveau erreicht hat, so stellt jedes Gerät im Prinzip immer nur
einen Kompromiss dar. Speziell bei Lautsprechern müssen die
Hersteller viele Attribute gegeneinander abwägen und sich für
eine Philosophie entscheiden. Es gibt daher weder DEN perfekten
Schallwandler, Verstärker oder Projektor, da es immer(!) einzelne
Eigenschaften gibt, die irgendein Mitbewerberprodukt noch einen Hauch
besser erledigt (falls Sie der Meinung sind, eine absolut perfekte
Komponente zu kennen, dann freuen wir uns über eine Mitteilung per
eMail). Es gilt also, die besonderen Eigenschaften von
Einzelkomponenten im
Einklang mit der kompletten Kette zu bringen. Die Grundrichtung, die
man
hier verfolgen sollte, ist von der Physik bzw. Technik
vorgegeben (Raumakustik, Farbechtheit) und sorgt für eine gute
Basis. Die letzten Feinheiten stellen die oben erwähnten
Gerätecharakteristiken dar, bei der man seine eigenen
Präferenzen berücksichtigen sollte. Deswegen legen wir
großen Wert darauf, dass die folgende Auflistung keine
Allgemeingültigkeit besitzt, sondern lediglich unseren
eingeschlagenen Pfad auf dem Weg zum audiovisuellen Gipfel
dokumentiert.
Bildwiedergabe:

Sim2 C3X1080 - 3 Chip DLP Projektor
Beginnen wir mit dem Auge des Systems,
wo ein Sim2 Projektor seinen Dienst verrichtet. Wer den Kaufpreis (ca.
28.000 Euro) in Relation zu den recht zurückhaltenden Werksangaben
setzt, läuft große Gefahr diesen Ausnahmeprojektor
vorschnell als völlig überteuerte Offerte abzustempeln. Ein
angegebenes Kontrastverhältnis von 10.000:1 lockt niemanden hinter
dem Ofen vor, wenn manche 3.000 Euro Geräte mit Werten von bis
60.000:1 auf Kundenjagd gehen. Der entscheidende Punkt liegt in der Art
und Weise, wie diese Messungen zustande kommen (Stichwort dynamischer
Kontrast) und der gelieferten Lichtleistung (Ansilumen) im Leerlauf. In der Praxis
deklassiert der Sim2 Projektor solche Papiertiger-Gegner mit seiner
extrem kontrastreichen Wiedergabe. Und selbst die aktuell recht
beliebten D-ILA Projektoren wie zB. der JVC HD-100 haben gegen den
3-Chip DLP keinen Stich in Bezug auf die Farbdarstellung. Lediglich im
Maximal-Schwarz liegen manche D-ILAs leicht vorne, wobei der C3X wegen
der genaueren Schwarz-/Graudifferenzierung trotzdem ein
deutlich besseres Bild bei dunklen Szenen liefert. In den
darüberliegenden Farbbereichen blüht der Sim2 Projektor
regelrecht auf, was durch seine überlegene Lichtstärke bzw.
Farbdynamik begründet ist. Deswegen ist der italienische
Luxusprojektor für unsere 3,5 Meter Leinwand sowieso schon
deutlich besser geeignet, als die günstigeren Derivate aus der
D-ILA Fraktion.
Normalerweise sagt man 3-Chip DLP
Projektoren eine latente Neigung zu Konvergenz- sowie
Schärfeproblemen nach, was bei unserem Exemplar jedoch
überhaupt nicht der Fall ist. Hier haben wir anscheinend
großes Glück gehabt, denn selbst mit kritischen Testbildern
ist über die gesamte Bildgröße lediglich ein Versatz
von einer halben Zeile zu vermelden. Durch die Kombination
aus differenzierter Farbdarstellung, sowie herausragender
Bildschärfe ergibt sich eine große Bildplastizität und
mit dem integrierten Cinemike-Tuning ist auch die Bildstabilität
tadellos. Der C3X1080 ist dank Full-HD Panels und 24P
Kompatibilität fit für das Blu-Ray Zeitalter, lediglich die
Bestückung mit nur 2 HDMI Eingängen könnte etwas
umfangreicher ausfallen. Die gewählte "T2" Linse ist für
mittlere Distanzen gedacht, mit der wir im Telebereich exakt im 16:9
Bereich der Leinwand liegen und gleichzeitig einen ausreichenden Zoom
haben, um Cinemascope-Inhalte formatfüllend auf die 3,5 Meter zu
beamen. Speziell in diesem Modus erweist sich die Lichtstärke als
großer Gewinn, wobei wir hierfür noch nicht einmal die volle
Lampenleistung abrufen müssen. Als Bonbon bietet der Projektor
noch umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten inkl. Software
an, die wir im Rahmen einer sensorgestützten Bildkalibrierung
(Eye-One Pro Messgerät siehe oben) sehr zu schätzen gelernt
haben.
Die Suche nach der passenden Leinwand (akustisch transparent,
vollmaskierbar) hat sich als Schlüsselaufgabe für die gesamte
Raumplanung entpuppt (siehe hierzu Teil 1). Unsere Wahl fiel
schlussendlich auf die iMasque vom hessischen Heimkinospezialisten
Image AG, mit der wir im oben abgebildeten Showroom zum
ersten Mal Bekanntschaft geschlossen haben. Um die Eignung mit unseren
Lautsprechern und dem Sim2 Projektor schon im Vorfeld testen zu
können, führten wir vorab einen Test mit dem akustisch
transparenten VEVO Tuch durch. Nachdem uns dieser Probelauf
hinsichtlich Akustik und Bildqualität absolut überzeugt hat,
stand unsere 3,5 Meter iMasque schon zwei Wochen später im
Teststudio. Da wir den Raum für Filmvorführungen sowieso
komplett abdunkeln, wählten wir beim Tuch einen Gain von 1,0. Eine
absolute Selbstverständlichkeit stellt in diesem Zusammenhang die
Verwendung eines weißen Tuches dar - auf Hilfsmittel zur
Konstraststeigerung (graue Oberfläche) auf Kosten der
Farbnatürlichkeit und -dynamik können wir wegen des
lichtstarken Sim2-Projektores getrost verzichten.
Quellgeräte mit Bildwiedergabe:

Als bestmöglichstes Quellgerät für Blu-Ray Medien
gestaltet sich die Auswahl bei der derzeitigen Marktlage (leider) noch
sehr einfach. Außer dem Denon DVD-A1UD gibt es aktuell kein
anderes Produkt, welches den Anforderungen an eine kompromisslose
High-End Komponente gerecht werden könnte. Sowohl in Bezug auf die
Verarbeitung, als auch der Bildqualität liegt der Denon Player
haushoch in Führung. Speziell die letztgenannte Eigenschaft ist
mit dem Sim2 Projektor auf einer 3,5 Meter breiten Bildfläche
natürlich von besonderer Bedeutung. Leider gibt es aber auch nicht
nur Sonnenschein, was den DVD-A1UD betrifft, denn die
Zuverlässigkeit beim Betrieb mit Denon-Link 4th lässt zu
Wünschen übrig. Glücklicherweise tangiert uns das nicht
im Geringsten, denn mit dem integrierten Cinemike-Tuning klingt das
Gerät über HDMI ohnehin um ein Vielfaches besser. Und weil
auch die DVD-Performance mit dem getunten DVD-A1UD neue
Maßstäbe setzt, benötigen wir hierfür unseren
guten alten DVD-3930 nicht mehr. Als Ergänzung steht noch ein
getunter Toshiba HD-XE1 im Hifi-Rack, der selbst gegenüber dem
mehrfach teurerem DVD-A1UD keinen Vergleich scheuen muss und wieder
einmal unterstreicht, dass Toshiba mit diesem Gerät seiner Zeit
weit voraus war. Neben den obligatorischen filmbezogenen Medien (DVD,
Blu-Ray, HD-DVD) greifen wir zum Testen auch immer mehr auf Spiele
zurück. Aufwändige Games wie zB. "Dead Space" stellen
teilweise sehr hohe Anforderungen an die Hardware. Speziell in
Bezug auf Klanghomogenität, Rearspeakereinbindung sowie Dynamik
können selbst die meisten Actionfilme nicht mithalten. Zu
diesem Zweck verfügt unser Referenzstudio über eine
(Cinemike-getunte) Playstation 3, XBOX-360 und einen leistungsfähigen MediaPC.
Lautsprecher:
Die Arabba von der schwäbischen
Lautsprechermanufaktur Isophon steht nicht nur
bei AREADVD auf der Pole Position, sondern wird auch in vielen anderen
Redaktionen zu den weltbesten Lautsprechern gezählt. Was
Chefentwickler Dr. Roland Gauder mit Hilfe von Keramik- und
Diamantchassis und seinen hochkomplexen Frequenzweichen zaubert, grenzt
schon fast an Magie. In jedem Frequenzbereich definiert die Arabba ein
extremes Maß an Auflösungsvermögen,
Durchzeichnungsgenauigkeit und Geschwindigkeit - ohne dabei einen
sterilen, emotionslosen Eindruck zu vermitteln. Dies dürfte zum
Großteil an der famosen Dynamik liegen, die in Kombination mit
der holografisch-exakten Raumabbildung für ein besonderes
Hörerlebnis sorgt. Einziger Nachteil (abgesehen vom Kaufpreis)
stellt der überdurchschnittliche Verstärkungsbedarf dar.
Durch die Nutzung der akustisch transparenten iMasque, waren wir in der
Lage auch für den Centerkanal eine Arabba zu bestellen, so
dass gleich drei Stück dieses Ausnahmeschallwandlers das
Trommelfell verwöhnen. Um auch den minimalen Einfluss des
Leinwandtuches beim Centerspeaker zu kompensieren, passt Dr. Gauder den
Frequenzgang entsprechend an. Hierfür haben wir im Vorfeld mit der
Raumakustikfirma "R-T-F-S" umfangreiche Messungen durchgeführt.
Im Rearbereich kommen vier FRCs zum
Einsatz. Sie sind für eine Kombination mit der Arabba ausgelegt
und besitzen dasselbe Konstruktionsprinzip mit ähnlichen
Frequenzweichen und Chassis. Durch das 3-Wege Prinzip wird eine
Auslöschung unter den Winkeln verhindert, was für eine gute
Abstrahlcharakteristik sorgt. Die FRCs sind als Fullrange Lautsprecher
konzipiert und spielen linear bis ca. 50 Hertz. Wir verzichten daher
auf ein Bassmanagement in der Surroundvorstufe. Sicherlich wäre
eine Rearbestückung mit vier weiteren Arabbas für unser
Projektor wesentlich angebrachter (ein perfektes Heimkino
benötigt eigentlich 7 identische Fullrange-Speaker), doch an
diesem Punkt müssen wir letztendlich dem Kaufpreis Tribut zollen.
Eine Arabba-D liegt schließlich bei ca. 17.000 Euro, während
ein FRC-D "schon" mit 6.500 Euro gelistet ist (Stückpreise). Eine entsprechende
Umrüstung ist aber für 2010 angedacht und solange sind die
FRCs mit Sicherheit auch keine allzu schlechte Wahl. Die
Feinauflösung und Klangkultur liegt im Mittel-/Hochtonbereich
nicht weit von der Arabba entfernt, was bei Surroundanwendungen
für eine sehr harmonische Wiedergabe auf höchstem Niveau
sorgt. Für uns stellte sich die Frage nach einem gleichteurem
Standlautsprecher eines anderen Herstellers nicht eine Sekunde - denn
abgesehen von den größeren Isophon Modellen (Cassiano,
Arabba) vermag kein anderer uns bekannter Schallwander das audiophile Niveau des FRCs
zu erreichen (schon gar nicht im Preisbereich von 6.500
Euro/Stück).
Für den LFE Kanal greifen wir auf
den Monitor Audio PLW-15 zurück. Dieses Modell besitzt eine
15´´ Langhubmembran aus einem speziellen Verbundstoff auf
Basis von Aluminium und Zink. In Bezug auf Grundaufbau bzw. Ausstattung
besitzt der britische Tieftonspender alle Eigenschaften, die wir uns
von einem Subwoofer wünschen: geschlossenes Gehäuse, eine
kräftige 1000 Watt Endstufe sowie ein integrierter DSP-Controller
inklusive Frequenzgangskorrektur und Fernbedienung mit abspeicherbaren
Presets. Klanglich zeichnet sich der PLW-15 nicht nur durch Kraft und
extremen Tiefgang (16 Hertz bei -3db) aus, sondern erweist sich auch
als überaus präziser und schnell spielender Zeitgenosse.
Deswegen passt er nicht nur optisch hervorragend zu den Isophon
Lautsprechern, sondern geht auch klanglich in diesselbe Richtung. Damit
die 50m² auch in heftigen Situation jederzeit souverän
beschallt werden können, kommen insgesamt 4 Stück dieses
Subwoofers zum Einsatz. Diese werden dann den Bereich unterhalb der
Leinwand bevölkern und für ein beeindruckendes
Tiefbassfundament sorgen. Trotz aller Schokoladenseiten bietet der
PLW-15 aber auch noch Raum für Verbesserungen - wir würden
uns zB. einen Systembus wünschen, über den sich die
Bassspender untereinander verständigen.
Elektronik / Surround:
Die Surroundvorstufe fungiert quasi als
Herz der kompletten Anlage. Hier laufen nicht nur (fast) alle Leitungen
zusammen, sondern auch die Klangqualität wird entscheidend
bestimmt. Nachdem wir sehr lange mit der Audionet MapV2 gearbeitet
haben, stand letztes Jahr die Umrüstung auf HDMI1.3 auf dem Plan.
Die deswegen angeschaffte Denon AVP-A1HDA Vorstufe war zwar klanglich
nicht schlecht, konnte aber insbesondere in Bezug auf
Räumlichkeit, Basspräzision und Hochtontransparenz nicht mit
dem vorherigen Referenzgerät mithalten. Erst durch das
Cinemike-Tuning blühte die große Denon Vorstufe richtig auf,
so dass sie fortan absolut auf Audionet-Niveau lag und diese
Klangkultur mit den neuen HD-Tonformaten in Verbindung brachte. Daher
ist es auch keine Übertreibung, wenn wir bei der getunten
AVP-A1HDA von der besten HD-Tonqualität sprechen, die wir
überhaupt kennen - und dies mit einigem Abstand vor der
Anthem Statement D2v. Obwohl wir mit der Cinemike AVP im siebten
Klanghimmel schweben, warten wir gespannt auf noch bessere
Komponenten und hoffen insbesondere auf die HDMI-Vorstufe von Audionet,
die schätzungsweise im ersten Halbjahr 2010 vom Stapel laufen
wird. Solange behalten wir die "legendäre" MapV2 noch in unserem
Gerätefuhrpark, um sie als zweite Referenz bei unseren Tests
einzusetzen.
Die Verstärkung der Surroundkanäle obliegt dem Audionet
AmpVII. Der optisch unscheinbare Mehrkanalverstärker wartet mit
einem waschechten Monoaufbau für jeden einzelnen seiner sieben
Kanäle auf - vom Ringkerntrafo bis hin zu den Kondensatoren darf
sich jeder Verstärkerzug über dedizierte Baugruppen freuen.
Sämtliche Endstufeneinheiten sind über ein Bus-System
miteinander gekoppelt und werden über einen zentralen Prozessor
gesteuert bzw. überwacht. Die Konfiguration und Betriebsanzeige
erfolgt über das zentral angeordnete LCD-Display. Der AmpVII ist
aktuell der einzigste, uns bekannte Mehrkanalverstärker, der
derart gut klingt, dass er selbst anspruchsvolle Musikliebhabern
zufriedenstellen dürfte: was hier an Feinauflösung und
Raumabbildung herauskommt, passt exzellent zu den Stärken der
eingesetzten Isophon Lautsprecher. Trotz aller Feingeistigkeit hat es der
AmpVII aber faustdick hinter den Ohren und wartet mit extremen
Kraftreserven auf. Was dabei herauskommt, wenn man den Verstärker
provoziert, sehen sie auf auf der nächsten Seite... (Stichwort
Keramikmembran)
Elektronik / Stereo:
Um auch bei stereofonen Genüssen möglichst nah an die
100-Prozent-Marke zu gelangen, greifen wir bei der Vorstufe auf die
Audionet PreG2 zurück. Ein monauraler Aufbau
mit getrennten Platinen und komplett autarkem Layout inkl. eigener
Stromversorgung gehört genauso zum technisch beeindruckenden
Grundgerüst, wie viele weitere Details. So zeugt zum
Beispiel die optische Lautstärkeabtastung genauso von
Kompromisslosigkeit, wie der 164.000 Microfarad-umfassende
Stromspeicher (zum Vergleich ein typischer AV-Bolide mit 7 Endstufen
kommt im Regelfall auf ca. 50.000). Dank der integrierten By-Pass
Funktion lässt sich der PreG2 perfekt in unser Heimkino
integrieren. Auf Knopfdruck schaltet das Gerät auf einen
vordefinierten Eingang und leitet die Signale absolut unverändert
und mit 100% der Originallautstärke an die Endstufen weiter. Hier
warten dann die beiden fulminanten Monoblöcke vom Typ "Max" auf
die Signale. Wie schon beim PreG2 geht Audionet auch bei diesen
Geräten an die Grenze des technisch Machbaren: die Max
verfügen über eine Echtzeitlinearisung von Verzerrungen und
erwecken mit Hilfe von jeweils zwei 1000VA Ringkerntransformatoren
wahre Urkräfte, so dass selbst bei einer Last von 2 Ohm stabile
1.100 Watt Leistung zur Verfügung gestellt werden können.
Für höchste audiophile Klangeigenschaften sorgt ein
aufwändig optimiertes Schaltungsdesign, außerdem besitzt die
Max noch zahlreiche weitere technische Delikatessen wie zB. eine
mikroprozessorgesteuerte Schutzschaltung mit eigenem Netzteil,
Phasenerkennung oder zB. eine Gleichstromkopplung ohne
klangschädigende Kondensatoren oder Spulen.
Für Manche mag die
Polycarbonatscheibe schon jetzt ein Relikt der Vergangenheit sein, doch
für beste Stereowiedergabe kommt unserer Meinung nach kein
Harddiskplayer an einen guten High-End CD Spieler heran. Insbesondere
dann nicht, wenn es sich um eine Laufwerks-/Wandlerkombination aus dem
Hause von Accustic Arts handelt. Als reines Laufwerk widmet sich der
DriveII (oberes Gerät) ausschließlich dem Auslesevorgang
sowie der Mediensteuerung. Um diesen Prozess zu perfektionieren,
betreibt Accustic Arts einen enormen Aufwand hinsichtlich des gesamten
konstruktiven Aufbaus. Die Medienbestückung
erfolgt über eine massive Metallschublade, welche auf zwei
verchromten Führungen gleitet und die CDs mit der
Unerschütterlichkeit eines Banktresors behütet. Das schlanke
Gehäuse darunter beheimatet den Digital-Analog Wandler. Der
Tube-Dac II nimmt über insgesamt drei Digitalschnittstellen
Kontakt zu Quellgeräten auf, und gibt die eingehenden Signale
anschließend in analoger Form mit einem weltweit
einzigartigen Wandlungsprinzip aus: ein 32-Bit Mikrocomputer fungiert
als Hochpräzisions-Quarzoszillator und bieten neben
fortgeschrittener Filterberechnung insgesamt 26 parallel
arbeitende Multiplizier-Prozesse. Auf diese Weise ist der Tube-Dac II
in der Lage, eingehende Digitalstreams mit höchster Präzision
abzutasten und daraus zwei exakt zeitgleiche 32-Bit Signale zu
errechnen. Zwei diskrete hochwertige Wandlerbausteine sowie 10
hochselektierte, edle Burr-Brown Operationsverstärker generieren
hieraus das analoge Signal und geben es über eine Class-A
befeuerte Röhrenausgangsstufe aus.
sonstiges:
Der Einfluss bzw. die Wichtigkeit von Kabeln stellt ein heiß
diskutierter Faktor dar: manche Anwender freuen sich über jeden
gesparten Euro, während Andere einen großen Einfluss in der
Qualität der Verkabelung sehen und dementsprechend
experimentier-/investitionsfreudig sind. Nach unseren eigenen
Erfahrungen mit den oben genannten High-End Komponenten haben wir
interessante Schlüsse gezogen. Mit exzellenten Geräten
sind Unterschiede zwischen verschiedenen Kabeln fraglos höbar,
treten allerdings nur bei einem sehr hohen Anlagenniveau wirklich
in nennenswerter Intensität auf und dienen zur Ausschöpfung
der letzten, aber durchaus entscheidenden Klang-/Bildqualität.

hochwertige Netzkabel Audionet, Supra, Oyaide und Silent-Wire
Insbesondere die Netzkabel erwiesen sich in diesem Zusammenhang bei
uns als wichtige Faktoren für die Feinabstimmung der gesamten
Kette. Hier zeigt sich auch, dass die Stromkabel zum Teil recht
unterschiedliche Charakteristiken/Klangauswirkungen mitbringen, so dass
man einzelne Produkte nicht pauschal als "gut" oder "schlecht"
bewerten kann. Das Lorad Kabel vom schwedischen Anbieter "Supra"
zeichnet sich zB. durch einen Zugewinn an Präzision und Dynamik im
unteren Frequenzbereich aus, so dass wir es bei den Subwoofern
einsetzen. Kabel wie das P10 (Audionet) oder AC Referenz II
(Silent-Wire) sorgen zudem auch in den höheren Frequenzbereichen
für einen Zugewinn an Farbenreichtum, Ausleuchtung und
Geschwindigkeit, so dass diese bei Vorstufen und Quellgeräten zum
Einsatz kommen. Von großer Bedeutung sind (bei uns) auch die
eingesetzen Netzleisten, sowie die Reihenfolge und Polung der
eingestecken Geräte. Wegen HF-Rückstreuung haben wir digitale
und analoge Geräte voneinander getrennt.

unsere Wahl zwischen Vor- und Endstufen: das LGS XLR-Kabel mit langkristallinem Silber von German High-End.
Bei den Signalkabeln gestaltet sich die Feinabstimmung
grundsätzlich unkomplizierter: es gilt, ein Kabel mit
möglichst wenig/keinem Eigenklang und maximaler
Durchlässigkeit zu finden. Was sich in der Theorie einfach
anhört, entpuppt sich in der Praxis manchmal jedoch als
die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen: während
Kabel im unteren Preissegment oftmals wegen mangelhafter
Produktqualität (Abschirmungen / Art und Beschafftenheit der
Innenleiter) Klangeinbußen mitbringen, machen es viele High-End
Anbieter auch nicht besser und versehen Ihre Produkte mit einem
absichtlichen Sounding, um klangverbessernde Attribute vorzugaukeln.
Deswegen raten wir Ihnen beim Kauf nicht auf Hochglanzverpackungen,
Kabeldurchmesser oder Preisangaben zu achten, sondern einfach ein paar
Modelle ganz in Ruhe gegeneinander zu vergleichen.

Lautsprecherkabel Extreme I von Mogami
Das teuerste oder
meist beworbenste Produkt muss beileibe nicht immer das Beste sein! Bei
uns verwenden wir z.B. als Lautsprecherkabel das "Extreme I" von Mogami,
welches mit einem Meterpreis von ca. 70 Euro längst nicht zu den
Teuersten zählt, aber am Besten funktioniert (im Sinne einer
unverfälschten, detailreichen und dynamischen Wiedergabe ohne
künstliche Diffusität im Klangbild).

HDMI Kabel: Silent-Wire Referenz (links), Supra LoRad (mitte), Goldkabel (rechts)
Noch stärker diskutiert sind HDMI-Kabel. Viele Anwender sind
der Auffassung, dass bei einer rein digitalen Datenübertragung
keinerlei Unterschiede in der subjektiv empfundenen Bildqualität
sichtbar sein können. Kabeleinflüsse würden sich demnach
lediglich direkt als Fehler im Sinne von Bildaussetzern oder Artefakten
bemerkbar machen können. Tatsächlich stellte dieser Aspekt
auch wirklich den dominierenden Hauptfaktor bei unserer
anfänglichen Auswahl dar, was sich bei 10 Meter Projektorzuleitung
als überraschend selektives Kritierium kristallisierte. Leider
waren viele Kabel nicht völlig fehlerfrei und bescherten uns
vereinzelte Artefakte (meistens horizontale oder vertikale Linien, die
für einen Sekundenbruchteil in schwarzen Bildbereichen
aufblitzten), weshalb wir dann nach intensiven Vergleichen
auf die HDMI Kabel von Supra und Goldkabel gegangen
sind. Für
eine möglichst gute Blu-Ray Performance wollten wir aber noch eine
Etage höher und haben uns deswegen mehrere High-End Strippen
kommen lassen. Hieraus stach dann insbesondere die Referenzlinie vom
deutschen Anbieter Silent-Wire hervor, mit dem wir minimal mehr
Bildschärfe und Bewegungsstabilität realisieren konnten.
Hierbei handelt es sich zwar wirklich nur um Nuancen, allerdings sieht
man so etwas in unserer Anlage dann doch bei genauem Hinschauen.
Außerdem erwies sich das Kabel auch in akustischer Hinsicht als
Glücksgriff, da es nochmal mehr Präzision brachte und die
räumliche Abbildungsqualität zunahm. Wir gehen davon aus,
dass die Unterschiede zum Einen durch die
vierschichtige Abschirmung als auch wegen der Verwendung von
hochreinem, versibeltem Kuper hervorgerufen werden, denn letztendlich
unterliegt ein Kabel immer diversen Störeinflüssen und muss
absolut zeitrichtig arbeiten, da ansonsten einzelne Bits auch gerne mal
"umkippen". Für eine Anlage mit einem 3.000 Euro Full-HD Projektor
macht die Verwendung eines solchen Kabels (rund 1.000
Euro) natürlich eher wenig Sinn, doch wenn Sie eine
Anlage auf ähnlich hohem Niveau haben, lohnt sich ein Test
durchaus. Trotz der hohen Preise setzen wir das Silent-Wire Referenz in
dreifacher Ausfertigung ein: einmal als Audio+Video Verbindung zwischen
HD-DVD Player und der Vorstufe und zusätzlich realisieren wir
damit die gesplittete Bild+Ton Ausgabe des Denon DVD-A1UD und gehen
jeweils einmal direkt zur Vorstufe und dem Projektor. Bei den anderen
Kabeln greifen wir auf die Kabel von Supra zurück, mit denen wir
daher XBOX, PS3, MediaPC und dem HD-DVD Player zum Leben
erwecken.

Raumakustische Messungen/Optimierung sind ungleich wichtiger als Kabel.
Damit unsere Statements nicht mißverstanden werden: sämtliche Kabel
stellen (unserer Erfahrung nach) grundsätzlich keinen sehr großen
Faktor auf die Wiedergabequalität dar. Bei 90% der Anlagen
dürfte sogar NULL Unterschied zwischen einem
soliden/vernünftigen "Billigkabel" und einer aufwändigen
"High-End Strippe" zu bemerken sein !! Das wäre ganz klar
rausgeworfenes Geld. Solange wir nicht von extrem schlechten oder
absichtlich verfälschenden Kabeln sprechen, reden wir hier
über die letzten 5-10 % hör-/sichtbare Auswirkung, die man
innerhalb eines erstklassigen AV-Systems wahrnehmen kann. Hierfür
benötigt es jedoch nicht nur gute Geräte, sondern auch eine
sinnvolle Zusammenstellung und die passende Umgebung. Insbesondere die
Raumakustik wird hier oft sträflichst vernachlässigt: wer in
einem nicht optimalen Raum hört und mittels besseren Kabeln nach
einer perfekten Akustik strebt, hat bessere Aussichten mit einem
Schlauchboot den Ärmelkanal zu durchqueren... Um das Ganze
noch einmal ganz plakativ und eindrücklich zu formulieren. erst
Raum - dann Kabel.
Unsere Referenz-Hardware in der Übersicht:
Auf den nächsten zwei Seiten unseres Specials nehmen wir Sie auf eine Tour
durch das neue Referenzstudio mit und geben Ihnen auch Einblicke in die
Entstehung, Gestaltung sowie interessante Details. Vorher haben wir zur
Übersicht noch einmal die technische Zusammenstellung
aufgelistet:
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|