3D ist momentan in aller Munde: vom Titelblatt eines
beliebigen
AV-Magazins, bis hin zu Werbeflyern diverser Elektronikketten - (fast)
überall trifft der Technikinteressierte auf die entsprechenden
Schlagwörter, um von allen Seiten die vermeintlichen
Vorteile
jener Technologie eingetrichtert zu bekommen. Selbst einige
Video-on-Demand Dienstleister sind auf diesen Zug aufgesprungen und
versprechen ihren Kunden kinogleiche Filmerlebnisse.
Angesichts
der Tatsache, dass der momentane 3D-Hype sowohl auf Seiten von
Industrie und Handel ein sehr willkommenes Zugpferd zur Steigerung der
Umsätze darstellt, wundert es nicht, dass der sachliche
Informationsgehalt gegenüber Marketing-Versprechungen in den
Hintergrund rückt.
An diesem Punkt setzt unser Special an. Wir möchten
Sie an
unseren Praxiserfahrungen mit der aktuellen 3D-Technologie teilhaben
lassen, die wir in hunderten Stunden Redaktions- bzw. Testalltag
gesammelt haben. Wir möchten dabei weniger auf technische
Eigenschaften einzelner Komponenten eingehen, sondern vornehmlich die
Gesamtheit mit all seinen Möglichkeiten und Problembereichen
beleuchten. In diesem Zusammenhang stellen wir auch einen
Großteil unseres 3D-Sortiments auf den Prüfstand, denn
zwischen mancher Pseudo- und Hochglanz 3D-Produktion
liegen qualitativ ganze (Technik)Welten, obwohl beide Titel
mitunter
nebeneinander zum selben Preis im Verkaufsregal stehen...
technische Aspekte:
Beleuchten wir zuerst ein paar technischen Rahmenbedingungen, die es zu beachten
gilt.
Obwohl sich viele Bildwiedergabe- und Quellgeräte mit dem 3D
Logo
zieren, sind sie deswegen noch lange nicht alle im selben
Maß
bzw. Umfang für eine gute 3D-Wiedergabe geeignet. Der
wichtigste Punkt stellt zweifelsfrei die Auswahl des
Bildwiedergabegerätes dar. In sämtlichen
Redaktionsbereichen
setzen wir sowohl entsprechende Flachbildfernseher sowie
Projektoren ein. Allgemein hat sich gezeigt, dass jeder
Gerätetyp
jeweils klare Vor- und Nachteile mit sich bringt:
Flachbildfernseher profitieren in der Regel von ihrer immensen
Helligkeit und dem Kontrastvermögen. Dadurch ergibt sich eine
exzellente Bildqualität mit exakt definierter
Tiefenstaffelung.
Das Problem: selbst der (unserer Meinung nach) beste und
größte 3D-Fernseher (Panasonic P65VT20E) kann mit
einer
Diagonale von ca. 165cm nur eingeschränkt richtiges Kino-Feeling
transportieren. Ganz besonders dann, wenn er in einem normalen
Wohnzimmer steht und man in typischer Couchdistanz von ca. 3 Meter Entfernung sitzt. Der 3D-Effekt
hängt maßgeblich vom Verhältnis aus
Betrachtungsabstand und Bildgröße ab - dies sollte
man bei der Planung berücksichten und im Zweifelsfall einen
größeren TV und/oder eine andere Sitzanordnung
wählen.
3D Projektoren haben dieses Problem
naturgemäß nicht -
und dank der deutlich größeren
Bildfläche fällt der 3D-Effekt
grundsätzlich intensiver aus. Hier liegt das
Problem hingegen schlichtweg in der
Helligkeit. Selbst der vergleichsweise lichtstarke JVC DLA-X7
besitzt "nur" 1300 Ansilumen. Dies verlangt bereits
bei einer
2D-Wiedergabe nach einem angedunkelten Raum. Bei 3D Material ist eine
"zappendustere" Umgebung absolute Pflicht - sobald aber nur
ein Gerätedisplay im Blickfeld liegt, kann sich das Auge nicht
optimal
an das vergleichsweise dunkle Bild beim Blick durch die Shutterbrille
anpassen. Außerdem muss man bei der Kalibirierung extrem
sorgsam
sein, um sowohl im 2D als auch 3D Betrieb eine gute
Schwarzdifferenzierung zu genießen. Ein wirklich hohes
Maß
an Farbdynamik in hellen Bereichen ist derzeit mit den
aktuellen
Beamern im 3D Betrieb nicht möglich, zumal die Helligkeit mit
zunehmenden Betriebsdauer der Lampe mitunter signifikant abfällt.
Hier muss man schlichtweg
damit leben, dass z.B. Autoscheinwerfer niemals richtig hell strahlen,
wie dies im 2D-Betrieb der Fall ist. Flachbildfernseher erweisen sich
diesbezüglich als unkritischer. Etwas Abhilfe kann man durch
die Verwendung spezieller Leinwandtücher (mit höherem
Gain) schaffen, wobei jene Wahl wiederrum für die normale 2D
Wiedergabe nicht perfekt ist. Heimkinofreunde mit großen
Investitionsmöglichkeiten können sich zu Preisen ab
ca. 20.000 Euro die vollmaskierbare Rahmenleinwand iMasque bestellen
und mit zwei verschiedenen Tüchern austatten lassen.
Ein delikates Problem möchten wir an dieser Stelle
auch noch kurz erwähnen: in der Praxis litten bis
jetzt sämtliche, vom Autor getesten Quellgeräte,
unter
klanglichen Einbrüchen im 3D-Betrieb! Der Anwender mit einem
Mittelklassesystem wird davon wahrscheinlich nur bedingt Notiz nehmen,
doch innerhalb hochwertiger Umgebungen fällt jener Effekt
mitunter sehr groß aus. Der Grund liegt
höchstwahrscheinlich in der größeren
Bandbreite im Digital/HDMI Bereich während der 3D-Wiedergabe.
Interessanterweise unterscheiden sich die momentan angebotenen
Geräte in der Intensität des 2D -> 3D
Unterschiedes nicht stark voneinander. Generell ist ein
Auflösungs- und
Dynamikverlust zu verzeichnen, zumal auch die Hochtonwiedergabe
schärfer klingt und die gesamte Klangtransparenz
verschlechtert. Sie können diesen Effekt völlig
unkompliziert in Ihrer eigenen Anlage testen und eine
akustisch anspruchsvolle Sequenz (zB. die ersten 5 Minuten von
"Wolkig mit
Aussicht auf Fleischbällchen") in beiden Modi gegeneinander
akustisch vergleichen. Wir hoffen, dass künftige
Player diesbezüglich besser abschneiden. Weitere Informationen
bzw. Vergleiche verschiedener 3D-Player finden Sie in unserem
großen 3D-Blu-Ray
Player Vergleichstest vom 12. Mai 2011.
Einen weiteren Knackpunkt stellen momentan ebenfalls noch die
verwendeten 3D-Brillen dar. Die mitgelieferten Augengläser
sind in
fast allen Fällen deutlich zu schwer, haben einen recht
kleinen
Sichtbereich und sind schlichtweg nicht angenehm zu tragen.
Gegenüber einer üblichen 3D-Brille aus dem Kino
(links; 22
Gramm), bringen die technisch aufwändigeren Shutterbrillen aus
dem
Heimbereich (rechts) teilweise das vierfache Gewicht auf die
Waage. Dieser Umstand stört spätestens nach einer
halben
Stunde, wenn sich entsprechende Druckstellen auf der Nase bilden. Die
neuesten Brillen von Samsung's D-Serie fallen mit unter 30 Gramm jedoch
schon erfreulich besser - es bleibt zu hoffen, dass die anderen
Hersteller nachziehen und dabei auch eine gute Bildqualitäte
gewahrt bleibt. Bei
unseren Quervergleichen der 3D-Bildqualität zwischen Kino und
Heimkino hat sich übrigens herausgestellt, dass "richtige"
Kinovorführungen für das Auge angenehmer sind, aber
tendeziell auch weniger 3D-Tiefe generieren.
Integration/Raumplanung:
Uns fällt uns immer wieder auf, wie
problematisch Lichtreflektionen hinter dem Sitzbereich sind.
Bedingt durch die 3D-Brille spiegeln sich viele Gegenstände im
Blickfeld - speziell Projektoren generieren bei hellen Szenen
(zB. Segelgleitersequenz bei "Legenden der Luftfahrt") durch die
große Bildfläche sehr viel entsprechende
Reflektionen. Obwohl unser High-End Referenzstudio in Bezug auf
die schwarzmatte Raumcolorierung annähernd optimal konzipiert
ist,
müssen wir diesbezüglich trotzdem noch nacharbeiten
und die Surroundback Lautsprecher mit Tüchern
verhüllen. Und selbst die eigentlich silbermatten
Beamerhalterungen können sich bei ungünstigen
Konstellationen spiegeln. In diesem Zusammenhang sollte
selbstverständlich auch darauf geachtet werden, den Projektor
an einer Stelle zu positionieren, bei der die Linse außerhalb des
Reflektionsbereiches ist.
In Wohnräumen mit Flachbildfernsehern gestaltet sich
die Raumanpassung sogar noch ein wenig schwieriger. Wichtig ist hier
vor allem, seitlich einfallendes Licht zu vermeiden. Es muss stets
sichergestellt sein, dass der Sichtbereich nach vorne in Bezug auf die
Lichtverhältnisse absolut symmetrische Eigenschaften aufweist.
Reflektionen im hinteren Bereich sind zwar auch in diesem Fall sehr
wichtig, allerdings weniger kritisch, wie mit einem Projektor. Richtig
problematisch sind eigentlich nur rückwärtige
Fensterflächen. Selbst mit runtergefahrenen Jalousien
entstehen noch viele Reflektionen. Empfehlenswerter sind lichtdichte
Vorhänge (z.B. Bühnenmolton) vor dem Fenster.
Testumgebung:
Unsere nachfolgenden
Blu-Ray Kritiken haben wir in unserem High-End Referenzstudio mit einer
Cinemike getunten 3D Kette vorgenommen, was (nach unserem Stand der
Dinge) derzeit die audiovisuell beste Möglichkeit darstellt,
zuhause in den Genuss dreidimensionaler Unterhaltung zu gelangen.
Ergänzend dazu, haben wir jedoch auch unsere
Eindrücke aus einem Wohnraumstudio mit einem
65´´ 3D Plasma einfließen lassen.
Software:
Um eine hohe Aussagekraft zu gewährleisten, haben
wir ein paar
unserer 3D-Filme bewertet und in eine Tabelle gepackt.
Wir vergeben bis zu 5 Sterne für die technischen
Eigenschaften, und da selbst der beste 3D-Film ohne interessante
Handlung nur wenig Reiz bietet, stellen wir Ihnen auch ein paar
Informationen zum Inhalt zur Verfügung.
Bitte beachten Sie,
dass wir diese Kurzkritiken nicht als ausführliche Abhandlung
verfasst haben, sondern lediglich eine kompakte
Einschätzung liefern wollen, um Ihnen beim Filmkauf eine kleine Hilfe bei der Auswahl zu bieten.
Titel
Beschreibung
3D Bild
Klang
Die Mutter aller 3D-Filme macht ihrem Ruf alle Ehre und
bietet ein Bild am Rand der absoluten Perfektion: die erstklassigen
CGI-Effekte sorgen mit einer grandios gestaffelten Bildschärfe
für einen wahren Overkill an 3D-Feeling. Interessanterweise
sind die Passagen im Urwald (Bäume) sowie in der
Kommandozentrale (Displays) sogar noch beeindruckender als die
Flugsequenzen. Die hohe und gut ausbalancierte Farbsättigung
lässt den Film mit fast jedem Equipment atemberaubend
erscheinen. Das extreme Maß an Detaillierung kitzelt selbst
High-End BWG komplett aus. Klanglich sorgt der epische Score und die
erstklassigen Surroundeffekte für einen intensiven, aber
trotzdem auch feingliedrigen Sound.
Fazit: Mehr 3D Kino für Zuhause geht nicht.
Im gleichen Zeitraum wie Avatar brachte Sony diesen
Animationsfilm heraus, der interessanterweise ebenfalls eine Geschichte
rund um die Eroberung/Ausbeutung fremder Planeten durch den Menschen
aufgreift. Sowohl Erzählweise wie auch Story haben einen
überraschend hohen ernsthaften Hintergrund, so dass der Film
Erwachsene anspricht. Dazu passt auch der Umstand, dass auf die
CGI-typischen knallbunten Farben verzichtet wird und
stattdessen etwas mehr Pastelltöne zum Einsatz kommen.
Bildschärfe und Detaillierungsintensität sind gut,
haben aber noch Luft nach oben. Ähnliches gilt auch
für die 3D Intensität, die zwischen solide und
hervorragend schwankt. Akustisch gehört der Titel mit seinen
detailreichen Klängen und der guten Räumlichkeit
ebenfalls zum Besseren, wobei hier noch etwas Kraft und Dynamik in den
Actionsequenzen fehlt.
Fazit: ansprechender Inhalt und gute Technik - "Battle for Terra" war
für uns eine absolut positive Überraschung
Hier handelt es sich um eine episch erzählte
Geschichte um den Kampf zweier Eulenvölker, zwischen deren
Fronten zwei junge Vögel geraten. Der Film hat dabei jedoch
ein konzeptionelles Problem: die Geschichte um Tugend und Prinzipien
ist in ihrer Essenz sehr geradelinig gehalten, bedient sich aber
einer erwachsenen Präsentation mit erdiger/dunkler
Colorierung und ist zudem recht lange geraten. Wer dabei nicht
einschläft, darf sich über eine subtile,
aber im Detail exzellente Permanent-3D-Visualisierung erfreuen, die
zusätzlich von hervorragenden Animationen aufgewertet wird.
Klanglich arbeitet dieser Titel mit allem was das Herz begehrt:
feinauflösende Umgebungsgeräusche, klare
Sprachwiedergabe, intensive Actionsequenzen sowie ein monumental
eingearbeiteter Score.
Fazit: technisch absolute Spitzenklasse (wenngleich die 3D-Effekte
nicht auf Spektakel ausgerichtet sind) - allerdings ist der Film selbst
etwas langatmig.
Der Real-Fantasyfilm erinnert in seiner Machart ein
wenig
an "Der goldene Kompass". Im Mittelpunkt steht der Kampf von bzw. um
"Aang", ein Wesen mit der Macht über alle Elemente. Steife
Schauspieler und eine weitesgehend sinnbefreite Handlung enteignen den
Film von (fast) jeglicher inhaltlicher Begehrlichkeit. Während
der
effektbeladene Sound noch seine Reize besitzt, passt sich die
3D-Performance dem Inhalt an und enttäuscht ebenfalls (Film
ist in
2D produziert und nachträglich in 3D konvertiert worden). Das
große Probleme von "Die Legende von Aang" stellt schlichtweg
die
recht geringe Tiefenwirkung dar. Selbst in (visuell) attraktiven
Sequenzen werden die 3D-Möglichkeiten zu selten umfangreich
genutzt. Außerdem kämpft das Bild häufig
mit leichten
Unschärfen.
Fazit: hier lohnt sich der Blick durch die 3D
Brille genauso wenig, wie direkt auf die Leinwand.
Was auf der Hülle noch den Anschein einer
adrenalingetränkten Wildwasserfahrt weckt, entpuppt sich schon
nach dem Vorspann als trockene Dokumentation mitsamt erhobenem
Öko-Zeigefinger. Dafür darf sich der Zuschauer
über
stellenweise atemberaubende Kamerafahrten erfreuen, die dank
natürlicher (und daher warmer) Farbgebung so manche
Urlaubserinnerung wecken dürfte. Die Bildschärfe
schwankt
zwischen gut und exzellent. Leider wird das 3D-Vergnügen von
stellenweise recht deutlichen Ghosting-Effekten getrübt.
Akustisch
gibt es neben wenigen Effekten nur noch ein paar gut integrierte
Musikeinspielungen zu genießen.
Fazit: hier wäre inhaltlich
mehr drin gewesen, zumal auch die Laufzeit kurz ausfällt.
Wegen
der faszinierenden Landschaft und guter 3D-Sequenzen für
Interessenten dennoch einen Kauf wert.
Seth Rogen säubert in "The Green Hornet" als
maskierter Superheld die Straßen von LA (und hat extra
für
diese Rolle 14kg abgespeckt..). Da passt es gut, dass der Titel auch
inhaltlich eher dünn daherkommt und seine Daseinsberechtigung
aus
den zahlreichen und mitreißenden Actionsequenzen zieht.
Speziell
die Materialschlacht in den letzten 20 Minuten besitzt dank intensiver
3D Tiefenwirkung, sowie dynamisch-brachialen Sound einen
großen
technischen Reiz. Die Kameraführung ist jedoch nicht immer
derart
konsequent auf 3D-Tiefe getrimmt, wie beim vergleichbaren Titel "Drive
Angry". Die Farben wirken speziell im unteren Bereich minimal
übersättigt, aber insgesamt ergibt sich mit der
tadellosen
Bildschärfe ein recht natürlich geprägter
Charakter.
Fazit: nette 3D-Action. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Drive
Angry (darf hier wegen FSK18 nicht einzeln vorgestellt werden) ist aber
sowohl technisch, als auch stilistisch und inhaltlich noch
ansprechender.
Gru ist ein erklärter Bösewicht -
und auch noch stolz darauf. Zusammen mit seinen
gelben Minions entwickelt er diverse Apperaturen, um die Welt
von seinem teuflischen Genie zu überzeugen. All dies wird auf
den Kopf gestellt, als er sich unfreiweillig als Pflegevater von 3
kleinen Mädchen beweisen muss. Audiovisuell werden bei der
unterhaltsamen Story alle Register gezogen: die sehr bunten/poppigen
Farben sorgen mit der hohen Bildschärfe sowie der exzellenten
Animationsqualität für gute Laune. Die 3D-Wirkung
liegt permanent auf einem ausgezeichnetem Niveau - lediglich Sammy's
Abenteuer kitzelt aus seiner Unterwasserwelt noch etwas mehr Tiefe (ist
dafür aber auch etwas Ghosting-anfälliger). Der
glasklar abgemischte Sound mit seiner reichhaltigen Surroundkulisse
(inkl. satten Subwoofer-Einlagen) steht dem Bild in Nichts nach.
Fazit:
Ich - einfach unverbesserlich gehört zur absoluten Spitze der
momentanen CGI 3D Produktionen.
Das inhaltliche grundsolide CGI-Abenteuer rund um einen
domestizierten Bären bei seiner Auswilderung zählt
wegen der
unerreichten Feindetaillierung, Schärfe sowie Farbreichtum zu
den
absoluten 2D-Vorzeigetiteln. An diesen Attributen ändert auch
die
3D-Version wenig, zumal besonders das erste Filmdrittel mit den
zahlreichen transparenten Flächen (Auto-/Fensterscheiben)
exzellent umgesetzt sind. Einen Punkt Abzug gibt es hingegen
für
die zuweilen recht starken Ghosting-Effekte. Akustisch ist der Film
minimal weniger auffällig und bietet eine gute
Sprachwiedergabe sowie feingliedrige Musik-Arrangements. Die Effekte
könnten hingegen noch etwas räumlicher und
zahlreicher sein.
Fazit: trotz der teilweisen heftigen Doppelkonturen auch in 3D einen
Kauf wert.
Nach Spielen wie "God of War" oder dem Film
"Percy
Jackson - Diebe im Olymp" darf sich die griechische Mythologie
über eine weitere Darstellung ihrer Götter und Sagen
erfreuen. "Kampf der Titanen" kann zwar nicht durch seine
lineare und
vorhersehbare Handlung punkten, ist aber handwerklich/tricktechnisch
gut gemacht. Obwohl in 2D produziert, macht der Titel auch auf 3D
Blu-Ray eine ganz passable Figur. Eine größere
Tiefenwirkung bieten hauptsächlich die Actionsequenzen. Bei
der
Bildschärfe besteht noch Luft nach oben. Die Farbdarstellung
wird
von warmen gelb Tönen und angehobener Sättigung
geprägt.
Akustisch reiht sich der Titel dank der effektgewaltigen
Kämpfe
mit intensivem Subwoofer-Einsatz in die Oberklasse ein, lässt
es
aber ein wenig an Feinschliff vermissen, um es mit "Percy Jackson"
aufzunehmen.
Fazit: für eine 2D-Produktion ordentliche
Tiefenwirkung. Zusammen mit dem guten Sound eine solide Blu-Ray, wobei
man inhaltlich nicht mehr als Popcorn-Kino erwarten darf.
"Boeing 787 - Airliner der nächsten
Generation"
wäre ein passenderer Titel für diese IMAX Produktion,
da sich
die restlichen vorgestellten Flugzeuge 20% der
Filmlänge
teilen müssen. Mit Surroundeffekten wird hier gegeizt;
immerhin
darf sich der Center über eine klare Sprachwiedergabe freuen.
Trotzdem ist dieser Titel extrem empfehlenswert, da er über
die
höchste Bildnatürlichkeit (Schärfe,
Farbdarstellung)
sämtlicher 3D Realfilme besitzt und zugleich auch eine
unerreichte(!) Tiefenwirkung bietet. Selbst die zahlreichen
Computeranimationen sind in Bezug auf Detailreichtum und
Plastizität referenzwürdig.
Fazit: wer sich für
Flugzeuge interessiert und gerne mal sehen möchte, wie
Tragflächen aus seiner Leinwand herausragen, wird den Kauf
definitiv nicht bereuen. Schade nur, dass die Laufzeit sehr kurz
ausfällt.
Ähnlich wie beim bekannten Titel "Der
Polarexpress"
bediente man sich auch bei diesem Film des Performance-Capturing, um
die Bewegungen von Schauspielern auf die CGI-Leinwandprotagonisten zu
übertragen. Wenig überraschend, handelt Monster House
von
einem unheimlichen Anwesen, welches von zwei Kinden genauer unter die
Lupe genommen wird. Dabei bietet der Film ein gutes
Erzähltempo
und läd die ganze Familie ein wenig zum Gruseln ein. Technisch
stufen wir den Titel im oberen Mittelfeld ein: Texturen und Animationen
haben sich seit 2006 genauso verbessert, wie Sounddesign und
3D-Nutzung. Im letzten Filmdrittel steigert sich der Film technisch
zwar nochmal, kann aber kein 3D-Spektakel wie einige neuere
Produktionen bieten.
Fazit: nur wegen der 3D-Effekte lohnt der Kauf nicht, andererseits ist
der familienfreundliche (Light) Gruselfilm durchaus einen Blu-Ray Abend
wert.
.
Dafür, dass dieser CGI-Film bereits direkt in
3D
produziert wurde, schwankt die Tiefenwirkung überraschend
stark.
Restlos überzeugend sind lediglich einzelne Szenen mit vielen
Objekten (hauptsächlich im Inneren des Raumschiffs zum Ende
des
Films). Ansonsten fehlt es dem Bild stets ein wenig an Tiefe und
Staffelung. In Bezug auf Schärfe sowie speziell dem
Detaillierungsgrad der Oberflächen und Animationen spielt der
Titel leicht unterhalb der Klassenspitze (Sammy 3D). Akustisch gibt es
ebenfalls Kritik: unsere 3D-Version beinhaltet gleich 10
Surroundtonspuren, die jedoch allesamt eine niedrige Datenrate
aufweisen. Das Surroundarrangment ist zwar sehr gut, leidet aber unter
der verminderten Auflösung und Dynamik. Hier klingt die
normale
Blu-Ray besser.
Fazit: sicherlich nicht schlecht, aber leider etwas unter seinen
Möglichkeiten.
Einer der letzten Filme, bei dem Bernd Eichinger als
Produzent mitgewirkt hat, wurde stereoskopisch aufgenommen
und stellt ein absolutes 3D-Highlight dar. Die Z-Achse wird
hier bewusst
sehr aggressiv benutzt und auf den Zuschauer gerichtet, so dass viele
Objekte förmlich aus der Leinwand herausragen. Davon macht der
Film reichlich gebrauch, wobei auch in den restlichen Szenen sehr viel
3D-Feeling geboten wird. Die restliche Bilddarstellung besitzt eine
natürlich wirkende Bildschärfe, während die
meisten
Szenen recht dunkel coloriert sind. Dieser Titel ist daher enorm
anspruchsvoll, was die Schwarz/Grau Differenzierung (sowie
Kalibirierung) des BWGs betrifft. Der wuchtige, effektlastige HD-Sound
harmoniert exzellent mit dem Bild. Die brachiale Dynamik sorgt mit
einem weitläufigen Effektgewitter, klarer Sprachwiedergabe und
mitreißender Musikeinbindung für Begeisterung -
leider merkt
man hier aber auch einen großen Abfall zwischen 2D
und 3D
Klang.
Fazit: sehr großer Mittendrinfaktor für
Gruselwillige - exzellent als Demo-Material geeignet
Der heimliche Nachfolger von "Findet Nemo" trifft bei
der
Erzählung der Lebensgeschichte einer Schildkröte
nicht nur
ins Herz von Jung und Alt, sondern stellt zugleich auch das Heimkino
ins allerbeste Licht: das extrem umfangreich gestaffelte Bild
liefert fast in jeder Sekunde eine famose Räumlichkeit, die
Bildschärfe und Detaillierung könnte nicht besser
sein.
Farblich bedient sich der Film
größtenteils heller,
leuchtender Töne, was ihn gleichermaßen unkritisch
wie auch
lebendig wirken lässt. Einzig die
leichte Ghosting-Anfälligkeit könnte man dem
Titel
visuell ankreiden, was uns aber nicht von einer 5 Sterne Wertung
abhält. Akustisch gibt es eine lebendige,
hochauflösende
Surroundkulisse mit guter Sprachverständlichkeit sowie
intensiver,
emotional ansprechender Musik.
Fazit: gesamtheitlich betrachtet der
aktuell technisch beste CGI-Film - da auch die Story ansprechend ist,
ein klarer Kauftipp.
Auch wenn die Story über ein
Streetdancing-Wettkampf
in New York dünner ist, als ein durchschnittliches
Knäckebrot, so kann die 3D-Produktion in technischer Sicht
begeistern. Die visuellen Grundparameter bieten ein überaus
natürliches Bild mit hoher Schärfe; die
Choreographien sind
auf 3D getrimmt und wirken dementsprechend spektakulär. Schade
nur, dass einzelne Nebenszenen ein wenig flach wirken bzw.
Körperhaftigkeit vermissen lassen. Der druckvolle HD-Sound
läuft in den Tanz-Passagen zur Hochform auf und liefert
ungewöhnlich viel tieffrequentes Material an die
Frontlautsprecher. Zusammen mit der guten Hochton- und Sprachwiedergabe
wird hier zwar ein sehr hohes Niveau erreicht, allerdings merkt man
dadurch auch einen sehr großen 2D-3D Klangunterschied.
Fazit: die ausgezeichnet umgesetzten Dance-Battles sind (audiovisuell
betrachtet) alleine schon den Kauf wert.
Das Remake des 1982er Alltime-Klassikers "Tron" kommt
als
außerordentlich anspruchsvolle 3D Blu-Ray in unsere
Heimkinos:
die durchgestylte, düstere Optik mitsamt aufblitzenden/hellen
Objekten verlangt sehr stark nach In-Bild-Kontrast und einer
exzellenten Farbkalibrierung, um ein Absumpfen zu verhindern. Obwohl
komplett in 3D gedreht, haben sich die Produzenten dazu entschlossen,
dem Titel eine eher subtile Tiefenwirkung mitzugeben. Tron Legacy
verzichtet daher auf eine Flut von herausragenden Bildobjekten und
verlagert die Z-Achse nach hinten. Auf diese Weise wird eine absolut
konsistende Bildtiefe generiert, wie bei keinem anderen Film.
Ähnliches beim Klang: obwohl es viele actionreiche Sequenzen
zu
bestaunen gibt, besticht Tron Legacy mehrheitlich mit seinen
differenzierten Arrangements und einer hohen Auflösung,
Feindynamik sowie Klangtrasparenz.
Fazit: technisch sehr überzeugend - allerdings eher Feinkost
als sensationell wirkendes Demo-Material.
Diese Dokumentation thematisiert
sieben Wunderphänomene im Sonnensystem, bedient sich
dabei aber nur
wenig richtigem Weltraum-Footage. Die meisten Sequenzen sind entweder
mittelmäßige CGI-Animationen, Wiederholungen oder
Realaufnahmen von Wissenschaftlern. Surroundeffekte muss man mit der
Lupe suchen - hier bewegt man sich auf besserem TV-Niveau. Visuell
variiert der Titel zwischen den Szenen sehr stark. Beeindruckendes
3D-Feeling gibt es eigentlich nur gegen Ende des (kurzen) Films, bei
einer herausragend guten stereoskopischen Darstellung zweier
Satellitenaufnahmen von der Sonne.
Fazit: technisch schwach und inhaltlich auf dem Niveau von Boulevard
Zeitungen.
Die Geschichte rund um einen unermüdlichen
Wissenschaftler mit Hang zum Chaos, spielt zwar in Bezug auf die
CGI/Animations-Qualität knapp hinter den führenden
Titeln,
kann diesen Umstand aber durch den extrem emotionalen Soundtrack mit
erstklassiger Abmischung genauso wieder wettmachen, wie durch die
phantasiereiche Geschichte und deren sympathische Charaktere. Kein
anderer CGI-Film ist akustisch derart vielschichtig und zeigt die 2D-3D
Klangunterschiede derart deutlich auf; in visueller Hinsicht gibt es
einige erstklassige 3D-Momente (Burger-Regen) zu bestaunen, doch
gesamtheitlich ist der Titel etwas weniger intensiv wie andere
Genrevertreter und wirkt auch weniger scharf. Technisch interessant:
der starke Anstieg der Farbsättigung beim Einsetzen der
Essenskanone.
Fazit: gutes - aber nicht exzellentes 3D; trotzdem ein
lohnenswerter Film - speziell für Liebhaber episch/tragender
Scores.
Fazit:
Zwischen Spielzeug und Innovation: die aktuelle 3D Technik
sieht
sich derzeit einer enormen Bandbreite an Reaktionen gegenüber.
Während einige Anwender weiterhin völlig
unbeeindruckt bei
der Komponentenauswahl sowie ihrem Medienkonsum komplett auf
2D
setzen, gibt es zugleich eine große Anzahl begeisterter
Cineasten, die es genießen, mit jener Technik noch
näher in
ihre Lieblingsfilme abzutauchen. Hier hilft tatsächlich
ausschließlich ein eigener Praxistest. Lassen Sie sich nicht
von
vorgefertigten Meinungen in eine Richtung drängen.
Beachten
Sie
dabei aber bitte auch, dass eine kompetente
3D-Vorführung mehr darstellt, als ein zweiminütiges
Betrachten im nächstgelegenen Elektromarkt. Speziell
in Anbetracht der ergonomischen Aspekte, sollten Sie unbedingt auch mal
eine halbe Stunde in Ruhe am Stück einen 3D-Film betrachten.
Dass noch keine ausgereiften Bildwiedergabegeräte ohne Brille
in Sicht sind, wäre grundsätzlich kein Beinbruch, da
die aktuellen Produkte teilweise bereits sehr gutes 3D liefern.
Abgesehen von hochwertigeren Quellgeräten, sollten die
Hersteller jedoch solange unbedingt auch an ihren 3D-Brillen
weiter arbeiten. Diese müssen nicht nur wesentlich
leichter werden, sondern auch einen deutlich
größeren Sichtbereich bieten.
Im Bereich der
Projektoren wird es spannend sein, wie sich die Lichtleistung mit den
nächsten Generationen verbessert. Momentan kann man mit einem
3D Projektor jedenfalls nur unter Idealbedingungen richtig
Spaß haben. Und bei Flachbildfernsehern fehlen noch
große (und bezahlbare) Modelle jenseits der 65 Zoll. Mit
einem guten 50 Zoll 3D LED/Plasma-TV erhält der Käufer zwar
grundsätzlich viel Bildqualität für teilweise wenig Geld
geboten, muss dafür aber mit einer verhältnismäßig
kleinen Bildfläche vorlieb nehmen.
Softwareseitig gestaltet sich die
aktuelle Situation etwas positiver: die meisten (der bislang eher
wenigen) Titel bieten ein hohes Niveau, während die
zahlreichen 3D Kinoproduktionen baldigen hochkarätigen
Nachschub versprechen. Hier bleibt zu hoffen, dass das gesunde
Preisniveau für 3D Blu-Rays halbwegs stabil bleibt, damit (im
Gegensatz zu 2D Material) keine Preisschlachten abgehalten werden, an
deren Ende die Qualität sowie Ausstattung leidet. Für
eine überschnelle Abschöpfung des Marktes mit
halbgaren Produkten steckt in der 3D-Technik schließlich
definitiv zu viel Potential. Hoffen wir, dass die Branche aus Fehlern
in der Vergangenheit gelernt hat. Momentan sieht die Zukunft
des dreidimensionalen Home-Entertainments jedenfalls (noch)
vielversprechend aus.