Special: 3D Gaming inkl. PS3/XBOX360 Videovergleich sowie Spielebewertung


Dieser Artikel wurde auf PCs von Origen-AE verfasst.

(30. März 2011 - Autor: Lars Mette )

3D ist momentan in aller Munde: in den Elektrofachmärkten sitzen Kunden mit Shutterbrillen vor den modernen Flachbildfernsehern und kaum ein AV-Receiver oder Blu-Ray traut sich heute noch ohne HDMI1.4 auf den Markt. Auch einige Spieleanbieter im Gaming-Bereich haben die Zeichen der Zeit erkannt und schwimmen auf der 3D-Welle mit, um ihre Kreationen technisch von den Mitbewerbern abzuheben. Wo der Anwender bei 3D-Filmen "lediglich" als Zuschauer involviert ist, weisen entsprechende Games sogar einen noch größeren "Mittendrin-Faktor" auf, da man Vieles durch die Perspektive des Akteurs (zB. im Cockpit eines Rennwagens) wahrnimmt. 

Momentan gibt es 3 Systeme, mit denen eine stereoskopische 3D Spieledarstellung mit Consumer-Geräten möglich ist:

Zunächst ist hier die PC-Welt zu nennen, wo NVIDIAs 3DVision bzw. 3DTV Play zu nennen ist. Der Vorteil jener PC-Lösung liegt eindeutig im Softwareangebot, da rund 300 Titel mit 3DVision/3DTV kompatibel sind. Ursprünglich war dieses System für einzelne 3D PC TFT Monitore konzipiert, doch mittlerweile werden auch 3D Flachbildfernseher sowie einige Projektoren unterstützt. In technischer Sicht arbeitet die PC-Lösung mit 1080p sowie 720p Signalen in 100 oder 120 Hertz, welche dann vom PC mit den Tiefeninformationen berechnet und anschließend vom Bildwiedergabegerät wiedergegeben werden. Die Shutterbrille (entweder vom 3D Vision Kit, oder --per 3DTV Play- vom Bildwiedergabegerät) sorgt dann für die nötige Trennung für jedes Auge.In Bezug auf das Grafikpotential liegt die PC-Lösung weit vorne - allerdings muss der PC sehr leistungsfähig sein, um Full-HD Grafiken bei 120 Hertz flüssig wiedergeben zu können. Die dafür notwendigen Grafikkarten der NVIDIA Familie (wir empfehlen die GTX580) kosten dabei alleine schon rund das Doppelte wie eine Spielkonsole...

Die zweite Option für 3D Gaming bietet Sony Playstation3. Dies dürfte für die meisten Leser keine Überraschung darstellen, da jene Konsole schließlich auch als Abspielgerät für 3D Blu-Rays sehr bekannt bzw. beliebt ist. Als Anbieter von 3D Equipment setzte Sony konsequent bereits sehr früh auf die 3D Technik, so dass die PS3 auch zu den ersten Playern gehörte, mit denen sowohl 3D Gaming als auch Blu-Rays konsumiert werden konnten. Erfreulicherweise sind dabei sogar sämtliche Versionen in derselben Form für 3D Anwendungen geeignet, so dass Besitzer von 1st-Generation Konsolen keinen Nachteil erleiden. 3D Filme geben die Konsolen problemlos in Full-HD wieder, allerdings muss sich der Gamer im 3D Modus mit der 720p Auflösung zufrieden geben. Eine 1080p Darstellung ist aufgrund der Rechenleistung bzw. internen Bandbreite nicht möglich. Als Verfahren nutzt die PS3 dasselbe "Frame-Packaging" Verfahren, dass auch für 3D Filme eingesetzt wird. Die Konsole selbst besitzt keinen HDMI1.4 Ausgang - sollte aber ein AV-Receiver zwischengeschaltet sein, muss dieser über HDMI1.4 verfügen, um die 3D Inhalte an den Fernseher weiterleiten zu können. Der Grund dafür liegt darin, dass beim Frame-Packaging Verfahren zwei 720p bzw. 1080p zusammen in einem Frame übertragen werden. Das Bildwiedergabegerät trennt die Bilder für das linke und rechte Auge automatisch und syncronisiert die jeweiligen Informationen mit der Brille.
Selbst innerhalb der Gaming-Gemeinde ist momentan eher wenig bekannt, dass auch die XBOX360 stereoskopisches 3D beherrscht. Da die Microsoft Konsole kein Blu-Ray Laufwerk für entsprechende Filme besitzt, beschränken sich die 3D Funktionen somit ausschließlich auf Spiele. Zum aktuellen Zeitpunkt gestaltet sich die Auswahl an 3D Titeln noch sehr übersichtlich, doch für die Zukunft ist mit einem besseren Support zu rechnen. Technisch nutzt die XBOX ein ähnliches Verfahren, wie es Sky-Abonennten auch von deren 3D Kanal kennen: das 1080p Signal (Sky: 1080i) wird dabei genutzt, um zwei Bilder mit 1080x960 zu transportieren. Diese Signale werden in 60 Hertz an das Bildwiedergabegerät gesendet. Vorteile dieser Variante: gegenüber der 720 Darstellung der Playstation liegt die effektive Auflösung höher, zumal für das Weiterleiten bzw. Durchschleifen auch AV-Receiver mit HDMI1.3 geeignet sind. Dafür muss der Anwender jedoch selbst noch zur Fernbedienung greifen, und sein Bildwiedergabegerät manuell auf das Side-by-Side Verfahren umschalten.

In unserem kleinen 3D Gaming Special möchten wir Ihnen ein paar Praxiserfahrungen schildern, die wir im Umgang mit den Spielekonsolen von Microsoft und Sony gesammelt haben. Zu diesem Zweck haben wir ein kurzes Vergleichsvideo von "Call of Duty Black-Ops" zwischen XBOX und Playtation vorbereitet, sowie einen Großteil der aktuell erhältlichen 3D Titel in Bezug auf die Grafik bewertet .  Mehr Informationen zu 3D Vision (PC-Gaming) finden Sie in unserem Videospecial vom 23.August 2010. In Kürze werden wir Ihnen auch noch 3DTV Play in Kombination mit einem Full-HD 3D Projektor vorstellen.

Call of Duty Black Ops (PS3 + XBOX360)



Unabhängig davon, ob man sich Call of Duty - Black Ops auf der XBOX oder Playstation zu Gemüte führt, markiert dieses Spiel auf eindrucksvolle Weise die momentane Speerspitze im Bereich des 3D (Home) Gaming. Activision verzichtet dabei auf übertriebene einzelne "Eye-Catcher" Effekte, sondern achtete auf eine realistische Tiefenwirkung. Daraus ergibt sich eine authentisch wirkende Grafik, in der sich der Anwender sehr schnell hineinfühlen kann. Die verschiedenen Tiefenebenen werden beim Spielen exzellent voneinander differenziert, so dass (im Vergleich zur 2D Version) Gegnerpositionen sowie Leveldesign wesentlich besser zur Geltung kommen. Ob dies dann letztendlich auch in einem spielerischen Vorteil mündet, hängt stark von der individuellen subjektiven Wahrnehmung ab. Unbestritten ist hingegen der deutlich größere Spaß- und Erlebnisfaktor: CoD BO ist aufgrund seiner Konzeption sowieso schon ein äußerst intensiver, packender Shooter höchster Qualität, was durch die dritte Dimension nochmals verstärkt wird. Probleme mit Ghosting-Artefakten sind dem Spiel völlig fremd, allerdings erweisen sich besonders die Level in dunklen Umgebungen (Nachteinsätze etc.) als technisch herausfordernd für 3D Projektionen. Hier sind die anderen Spiele (mit Ausnahme von Killzone 3) unserer kleinen 3D Übersicht allesamt durch ihre farbenfrohere/kontrastreichere Grafik etwas leichter in Bezug auf die Ausleuchtung/Helligkeit umzusetzen. Im Vergleich der beiden NexGen Konsolen hat uns die XBOX360 besser gefallen: die 1080p Side-by-Side Lösung wirkt hochauflösender als das 720p Framepacking-Bild auf der Playstation3. Außerdem gelingt der Microsoft Konsole die Farbwiedergabe nuancierter, generiert im 3D Modus mehr Helligkeit und bietet eine höhere sowie stabilere Framerate. Dazu kommen noch grundsätzliche Grafikvorteile in Bezug auf transparente Rauch- und Fensterdarstellung. Fazit: was "Avatar" in der Filmwelt darstellt, markiert die aktuelle Version von "Call of Duty" im Gaming-Segment: die 3D Darstellung wird derart gewinnbringend eingesetzt, dass die Vorzüge sowohl technisch als auch inhaltlich (bzw. spielerisch) exzellent zur Geltung kommen. Beide Titel geben daher nicht einfach nur einen Ausblick auf die 3D-Zukunft - nein: sie läuten jene selbst ein ! 

Bewertung:
3D Effekt: 90%
Ghosting-Anfälligkeit: sehr gering
generelle Grafikqualität: 90%
Spielspaß: 90%

Avatar - Das Spiel (XBOX360)

James Cameron legte nicht nur beim Kinofilm von Avatar großen Wert auf 3D, sondern hatte auch beim entsprechenden Computer-/Konsolenspiel den Wunsch nach einer ebensolchen Darstellung. Avatar: Das Spiel gehörte zu den ersten Games, die richtiges stereoskopisches 3D auf die Bildschirme zaubern können. Als 3D Plattform kann der Kunde zwischen PC (3DVision), PS3 sowie der XBOX360 auswählen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass Avatar: Das Spiel trotz seiner Pioneerrolle auch heute noch die vielfältigsten Einstellmöglichkeiten sämtlicher Games besitzt: in unserer XBOX360 Testversion besteht die Möglichkeit vier verschiedene 3D-Modi zu wählen; zusätzlich wird der Anwender auch in Lage versetzt, den 3D Effekt, die Farbbalance sowie die Konvergenz einzustellen.
In der Praxis hält Avatar, was der Name verspricht: die Intensität der 3D-Effekte markiert die derzeitige Spitze im Bereich des Home-Gaming und wird in Bezug auf die Tiefeneffekt von keinem anderem Spiel egalisiert bzw. übertroffen. In Relation zu der immensen Plastizität fällt das Ghosting annehmbar. Bei genauem Hinschauen sind jedoch recht viele Doppelkonturen erkennbar. Die Framerate fällt gegenüber dem 2D Modus nicht ab und auch die Bildschärfe bleibt auf einem hohem Niveau. Abzüge gibt es für die verbesserungswürdigen Animationen von Gegnern. Außerdem ist das Spiel in Bezug auf Texturqualität und Detaillierungsgrad nicht (mehr) auf Referenzlevel. Die Schattendarstellung reduziert sich auch auf ein Minimum und auch Spezialeffekte (z.B. Explosionen) sind höchstens als zweitklassig zu bezeichnen. All diese technischen Kritikpunkte schmälern das 3D Erlebnis jedoch nur marginal, weil die Bildtiefe schlichtweg fasznierend ausfällt und trotz der comiclastigen Grafikdarstellung ein großes Maß an Glaubhaftigkeit versprüht. Durch die Verwendung von "poppigen" Farben wirkt das Spiel auch im 3D Modus durch eine Shutterbrille sehr konstrastreich und lebendig. Es lässt sich daher auch unter suboptimalen Bedingungen hervorragend spielen. Trotz aller dreidimensionalen Euphorie kann Avatar: Das Spiel aber leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in spielerischer Hinsicht eher schwach aussieht: die Aufträge sind langweilig, richtiges Waffenfeeling kommt kaum auf und die eigentliche Atmosphäre des Filmes wird auf (oberfächliche) Kämpfe reduziert. Und selbst Sequenzen mit hohem Gänsehautpotential versaut sich das Spiel selbst, wenn z.B. beim Freiflug mit einem Ikran durch die traumhaft schönen Felsbrocken (schlichtweg atemberaubend in 3D) plötzlich unsichtbare Barrieren unser Fortbewegungsmittel einbremsen. Fazit: Schade Ubisoft - mit mehr spielerischer Essenz wäre Avatar: Das Spiel nicht nur für hartgesottene 3D Liebhaber ein Griff ins Spieleregal wert.

Bewertung:
3D Effekt: 100%
Ghosting-Anfälligkeit: hoch
generelle Grafikqualität: 70%
Spielspaß: 60%

Gran Turismo 5 (PS3)

Angesichts einer Entwicklungszeit von annähernd 5 Jahren ist es überhaupt erstaunlich, dass die Entwickler sogar noch einen waschechten 3D Modus in ihren Fahrsimulator integriert haben, obwohl jener Trend erst kurz vor Veröffentlichung abzusehen war. Leider kann das Spiel den Eindruck nie gänzlich abstreifen, dass der 3D Modus in letzter Minute als nettes kleines Zusatzfeature implementiert worden ist. Zwar erlaubt auch GT5 viele 3D Einstellungen, doch auf der Rennstrecke stellt sich aus den folgenden 3 Gründen relativ schnell Ernüchterung ein: 1.) Die Grafikauflösung wird auf 720p reduziert. Da Gran Turismo 5 seine grafische Pracht primär durch die exzellente Textur- sowie Modellierungsqualität erzielt, verliert das Spiel einen Großteil an optischem Reiz im Vergleich zur Full-HD Auflösung. Der optische Abfall zwischen der 1080 sowie 720 Bildzeilen-Darstellung fällt bei keinem anderen Spiel derart groß aus. 2.) Die generierte Bildtiefe ist selbst in der Maximalstellung (Systemoptionen) vergleichsweise niedrig. Die Landschaft gewinnt zwar minimal an Plastizität und auch die anderen Fahrzeuge erscheinen realistischer positioniert, doch im Vergleich zu GTR2 oder Need for Speed: Pro Street auf dem PC via 3D Vision kommt nur sehr wenig 3D-Feeling auf. Ein weiterer Problempunkt stellt die Darstellung der A-Säulen in der Cockpitperspektive dar, welche mit starkem Ghosting auf die Leinwand projeziert wird. 3.) Als wären die bisherigen beiden Punkte nicht schon genug, stellt sich zusätzlich noch heraus, dass die Framerate einbricht. Speziell zu Rennbeginn ruckelt GT5 im 3D Modus relativ stark, während der 2D Modus solche Probleme nicht kennt. Wenn sich das Feld nach den ersten paar Kurven halbwegs sortiert hat, läuft aber auch der 3D Modus wieder flüssig. Sollte sich während eines Rennes ein Pulk aus mehrere Fahrern bilden, sind leichte Geschwindigskeitseinbrüche sehr wahrscheinlich. Diese fallen zwar deutlich niedriger aus, als zu Rennbeginn - allerdings reichen schon minimale Ruckler bzw. Ungenauigkeiten, um ein perfektes Renn- bzw. Fahrgefühl im Keim zu ersticken. Fazit: Obwohl GT5 ganz sicher kein schlechtes Spiel ist, müssen wir leider betonen, dass uns dieser Titel schon wieder enttäuscht hat. Im Vergleich zu Forza 3 zieht es nicht nur in Bezug auf Spielspaß den Kürzeren, sondern kann auch seine technische 3D-Trumpfkarte nicht ausspielen. Bei keinem anderen Spiel entpuppt sich der 3D Modus als derart nachteilig - und das sowohl in technisch/optischer wie auch spielerischer Hinsicht. 

Bewertung:
3D Effekt: 30%
Ghosting-Anfälligkeit: mittel
generelle Grafikqualität: 85%
Spielspaß: 80%

Ridge Racer 7 (PS3)

Beim Stichwort 3D-Gaming denkt wahrscheinlich niemand an Ridge Racer 7, obwohl jener Titel durch ein 3D Update im Sommer 2010 sogar zu den ersten Games dieser Art gehört. Um in den Genuss der 3D Funktionalität von Ridge Racer 7 zu gelangen, genügt es NICHT, die normalen Updates zu Spielbeginn zu laden: als Anwender mit dem Wunsch nach stereoskopischer Darstellung ist ein Besuch im Playstation Store notwendig, wo das 3D Update als Gratiserweiterung heruntergeladen werden kann. In Bezug auf die 3D Qualität merkt man dem Spiel seine Pioneer-Rolle in diesem Bereich stark an: der 3D Effekt ist verhältnismäßig schwach ausgelegt. Insgesamt wirkt die Grafik sogar noch weniger plastisch als bei Gran Turismo 5:  während die Landschaftsdarstellung durchaus an Tiefe gewinnt und ein vergleichbares Niveau erreicht, erweist sich die optische Visualisierung der Gegner als nachteilig. Ihre winzigen, schwarz getönten Fensterscheiben ermöglichen keinen Blick durch andere Fahrzeuge, was sich jedoch oftmals (wie z.B. bei GT 5) als wesentlicher Faktor für die 3D-Tiefendarstellung erweist. Durch das Fehlen einer Cockpitperspektive oder anderer entsprechender Ansichten fehlt dem Auge außerdem ein optischer Bezugspunkt im Vordergrund. Auf der Haben-Seite kann RR7 den Umstand verbuchen, dass die hohe 2D-Framerate auch im 3D-Modus erhalten bleibt und dabei nicht einmal ansatzweise einbricht. Außerdem erweist sich die "kunterbunte" Grafik als vorteilhaft in Bezug auf den Restkontrast bei Betrachtung durch eine Shutterbrille. Auch die gefürchteten Ghosting-Artefakte spielen bei RR7 kaum eine Rolle. Fazit: spielerisch war das extrem arcadelastige Ridge Racer 7 nie der größte Stern am Racing-Himmel. Doch für eine kurze spaßige Runde inkl. Extremdrifts ist das Game nicht völlig verkehrt, was durch das kostenlose 3D Update sogar noch minimal aufgewertet wird. Der grafische Gewinn fällt im Vergleich zu GT5 insgesamt sogar noch kleiner aus, bringt aber wenigstens keine eklatanten Nachteile mit sich. Selbst der automatisch einhergehende Auflösungsverlust (von 1080 auf 720 Bildzeilen) fällt kaum auf. Deswegen kann sich der Griff in die verstaubten Abteile des Spieleregals durchaus lohnen, zumal wir Konami für das nachträgliche und kostenlose 3D Update noch einmal ausdrücklich loben möchten. 

Bewertung:
3D Effekt: 20%
Ghosting-Anfälligkeit: niedrig
generelle Grafikqualität: 60%
Spielspaß: 60%

Killzone 3

Rund ein Jahr nach dem äußerst erfolgreichen Killzone 2 liefern die niederländischen Guerrila Games Studios neues Exklusivfutter für die Playstation 3 Laufwerke. Killzone 3 bleibt dem Spielprinzip treu und liefert actionreiche Kost aus der Ego-Perspektive eines Space Marines. Obwohl die optische Gestaltung des Vorgängers bereits Referenzniveau erreichte, schraubten die Programmierer noch weiter an der Technik. Killzone 3 wurde schon verhältnismäßig früh als 3D Titel beworben, der die Vorzüge der stereoskopischen Darstellung aufzeigen sollte. Die normale 2D Grafik bezieht ihren Reiz hauptsächlich vom hohen Modellierungsgrad , der Effektdichte sowie dem variantenreichen Leveldesign. Texturauflösung und Bildschärfe sind aber selbst im 1080p Modus nur Durchschnitt. Bei Aktivierung des 3D Modus ist Killzone3 nur in 720p spielbar - was die ohnehin schon mittelmäßigen Texturen noch weiter in Mitleidenschaft zieht, zumal Kantenflimmern deutlich verstärkt auftritt. In einigen Szenen weckt das Spiel durch die Kombination aus 720p Auflösung, mittelmäßigen Texturen und Aliasing-Effekten unfreiwillig Erinnerungen an SVGA Zeiten am PC. Besonders deutlich wird dies bei den vielen Schussgefechten auf mittlerer Distanz, wo das Hineinzommen durch das Visier eine deutlich ungenauere Darstellung erreicht wird, als es im 2D Modus@1080p der Fall ist. In Bezug auf Doppelkonturen und Rucklern verhält sich das Spiel recht ordentlich, leistet sich gelegentlich aber auch Fehltritte, wenn z.B. Straßenlaternen Ghosting hervorrufen, oder größere Gegner am Himmel für ein Einbruch der Framerate sorgen. Die Farbpalette von Killzone 3 verzichtet auf poppig bunte Elemente, so dass stets ein grauer Schleier über dem Spielgeschehen zu liegen scheint. Die 3D Wiedergabe wird durch diese Einfärbung etwas erschwert. Bei lichtkritischen 3D Projektionen und falsch kalibrierten Flachbildfernseher wird die Differenzierung teilweise erschwert. Das deutlich buntere "Avatar" ist aus technischer Sicht einfacher umzusetzen und sieht daher auf den meisten Anlagen sofort wesentlich attraktiver aus. Doch es gibt auch gute Meldungen in Bezug auf die 3D Performance des PS3 Vorzeige-Shooters zu vermelden: die Entwickler haben nicht nur eine exzellente räumliche Waffendarstellung realisiert, sondern setzten auch die zahlreichen Partikeleffekte (Schutt, Dreck, etc.) mit einer gleichermaßen tiefen wie auch realistischen Räumlichkeit um. Außerdem werden sämtliche Cutscenes ebenfalls dreidimensional umgesetzt. Unabhängig von technischen Details, gelingt es Killzone3 durch die 3D Funktion spielerisch zu punkten, da Entfernungen (speziell im Häuserkampf) sehr gut eingeschätzt werden können und der Bezug zur Umwelt ähnlich steigt, wie es auch schon bei Call of Duty zu beachten war. Fazit: der Killzone 3 Spieler muss für sich selbst ergründen, ob ihm der Fun- bzw. Realitätsfaktor der 3D Darstellung wichtig ist, als die damit einhergehenden technischen Einbußen. 

Bewertung:
3D Effekt: 70%
Ghosting-Anfälligkeit: niedrig
generelle Grafikqualität: 80%
Spielspaß: 75%

Fazit:

3D Gaming hat eine große Zukunft vor sich und zeigt schon heute, wieviel intensiver man damit am Spielgeschehen teilhaben kann. Insbesondere Call of Duty demonstriert eindrucksvoll, dass die dritte Dimension nicht nur als technisches Gimmick taugt, sondern auch spielerischen Mehrwert bietet. Gut gemachte 3D Filme wie z.B. "Avatar" oder "Resident Evil: Afterlife" bieten zwar in einzelnen Szenen wesentlich mehr visuellen Feinschliff bzw. "Wow-Effekte", als dies mit den aktuellen Konsolen möglich ist, doch dafür wird der 3D-Gamer durch die Verschmelzung mit dem Spiel noch mehr in die dritte Dimension gezogen, als dies beim passiven Filmgenuss möglich ist. Wir sind gespannt, welche Entwicklung der 3D Spielebereich in den nächsten Monaten nehmen wird. Leider ist für diesen Zeitraum keine neue Spielkonsole in Sicht, die mit "richtigem" 1080p-3D nochmal Akzente setzen könnte. Obwohl Playstation 3 sowie die XBOX 360 offensichtlich an ihre Grenzen angekommen sind, reicht das gegebene technische Niveau auch schon aus, um die stereoskopische 3D-Wiedergabe salonfähig zu machen. Ob es auch zum Durchbruch reicht, entscheiden die Software-Hersteller durch die Menge und Qualität der künftigen 3D-Implementationen sowie der Konsument durch sein Kaufverhalten. 

Weitere aktuell lieferbare 3D (stereoskopisch) Titel für Spielkonsolen

TRON: Evolution (in 3D auf PS3)
Topspin 4 (in 3D auf PS3 + XBOX360)
Crysis 2 (in 3D auf PS3 + XBOX360)
De Blob 2 (in 3D auf PS3 + XBOX360)

Text: Lars Mette