XXL Test: Cinemike DVD-3910 Stufe 3 SDI

Das audiovisuelle Gesamterlebnis, welches eine Surround-Anlage liefert, hängt neben der Raumakustik, dem Lautsprechersystem und der Vor- und Endverstärkungselektronik auch maßgeblich von der Quelle ab. Zwar ist es für jeden, der etwas in der Materie zu Hause ist,  bei näherer Betrachtung durchaus einleuchtend, dass am Lautsprecher nur die Informationen herauskommen können, die an der Quelle bereitgestellt werden, aber der Einzug der Digitaltechnik lässt viele Heimkino-Besitzer einen Trugschluss fabrizieren: Bei Benutzung von digitalen Audio- und Videoschnittstellen mag es zunächst unnötig erscheinen, in sehr aufwändig konzipierte DVD-Player zu investieren, doch existieren trotz vieler anderslautender Vorurteile und Betrachtungen auch bei digitalen Verbindungen erhebliche qualitative Unterschiede, die nicht nur bei High-End Equipment die Performance des gesamten Systems bestimmen können.

Aus diesem Grund bieten Firmen wie Onkyo (DV-SP1000E ; 4.500 €) und Denon (DVD-A1XV, 3.500 €) ausgeklügelte High-End DVD-Player an. Neben umfassenden Features begeistern diese Geräte vor allem wegen ihrem hochwertigen Innenaufbau und erreichen dadurch (auch bei digitaler Anbindung) ein nochmals gesteigertes Bild- und Ton-Niveau. Während der Onkyo Player speziell als Meister der Akustik gilt, begeisterte Denons DVD-A1XV mit einer bislang unerreichten Bildqualität und wartet mit Gelassenheit auf die nächste Gelegenheit, seine visuelle Pole-Position zu verteidigen.

Dass sich der übermächtige DVD-A1XV ausgerechnet seinem kleinem Bruder stellen muss, damit hätten wohl auch die Denon-Ingenieure nicht gerechnet. Doch wie es der Zufall will, suchte sich die Firma MS-Technik just den erfolgreichen, 1.299 € kostenden Denon DVD-3910 als Basis für ihre Veredelungskünste heraus und schickt eine komplett optimierte und überarbeitete Version des 3910 in das Rennen um die Gunst des anspruchsvollen Heimkino-Anwenders. Im Wesentlichen sind dafür 2 Faktoren entscheidend gewesen: Zunächst bringt dieser Player von den Features alles Wichtige mit (SACD, DVD Audio Decoder, iLink, DVI/HDMI, Scaler etc.) - und andererseits bietet das saubere Geräte(innen)design die besten Vorraussetzungen, um ein effektives Tuning zu ermöglichen. MS-Technik beschreibt den Denon DVD-3910 übrigens nicht als einen Player, der es nötig hat, getunt zu werden, sondern als ein Gerät, welches diesen Eingriff wert ist und die Tuning-Schritte auch umsetzbar macht.

Genauere technische Besonderheiten der Modifikation stellen wir Ihnen in einem späteren Kapitel vor. Zunächst sei nur so viel angemerkt, dass sich das Tuning nicht auf bloße Verbesserung des Vorhandenen (z.B. bessere Netzteilsektion) stützt, sondern das komplette Gerät in vielen wichtigen Detailpunkten von Grund auf neu konzipiert wird. MS-Technik gewährt auf seine DVD-Player eine 2-jährige Herstellergarantie, so dass die Kunden trotz des Eingriffes auf der sicheren Seite sind.

Die Tuningabteilung unter der Leitung von Chef-Ingenieur Michael Krehl fertigt unter dem Markennamen "Cinemike" den Denon DVD-3910 in 3 verschiedenen Stufen, die jeweils 500 € Aufpreis zum Standard- Denon DVD-3910 kosten, und bei Bedarf auch einzeln nachträglich vorgenommen werden können. Auch das Implementieren des Tunings auf kundeneigene Denon DVD-3910 stellt kein Problem dar.

Deswegen möchten wir nicht nur die Qualitäten des fertigen Cinemike Denon-DVD3910 (Stufe3) gegenüber anderen Vertretern der High-End DVD-Player Liga erörtern, sondern selbstverständlich auch der Frage nachgehen, inwiefern sich für Besitzer eines Denon DVD-3910 ein Upgrade lohnen könnte -  und welchen Effekt dies auf die Gesamtperformance des Systems haben wird.

Im Verlaufe unseres Berichtes stellen wir Ihnen die Grundfunktionen des (Basis) Denon DVD-3910 in etwas komprimierter Form vor und konzentrieren uns sowohl auf die Cinemike-Änderungen als auch die Einstufung der gebotenen Gesamt-Leistung im Vergleich zur aktuellen High-End Riege der DVD Player. Noch ausführlichere Information zum Grundaufbau des Denon DVD-3910 finden sie hier. Beachten Sie aber bitte, dass der zurückliegende Test nicht nur deutlich älter ist, sondern auch in Hinblick auf eine andere Preisklasse vorgenommen wurde.

Zur schnelleren Navigation können Sie direkt von dieser Einführungsseite aus zu den jeweiligen Rubriken gelangen:

Seite 2: Technische Features

Seite 3: Geräteaufbau und Tuningdetails

Seite 4: Bildwertung, Testequipment

Seite 5: Tonwertung, Schlussfazit

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Verarbeitung:

Eine massive äußere Erscheinung im "Boliden-Look" hat das Gerät schon seit jeher deutlich hochwertiger aussehen lassen als viele andere Vertreter seiner ursprünglichen Preisklasse. So kommt es auch, dass er sich auch im Vergleich zum DVD-A1XV (unteres Gerät) nicht zu verstecken braucht. Die gleiche Anordnung sowie Anzahl der Bedienelemente, dasselbe verwendete Display und sehr ähnliche Laufwerkseinheiten sorgen dafür, dass der DVD-3910 wie ein kleiner "Bruder" des DVD-A1XV auftritt. 

Nur diese kleine Plakette unterschiedet den 3.100 € teuren, Cinemike-getunten Player von dem 1300 € kostenden Basisgerät. Ideal für Anwender, denen Understatement am Herzen liegt, doch wer im HiFi-Rack mit opulent verarbeiteten Geräten glänzen will, der wird in dieser Hinsicht sicherlich (z.B.) mit dem Onkyo DV-SP1000E glücklicher werden.

Das Laufwerk des Cinemike DVD-3910 verhält sich beim Ein-/Ausfahren noch etwas leiser als beim Standardmodell, so dass er an das Niveau des DVD-A1XV heranreicht. Weiterhin ist beiden Schubladen die Protein-Beschichtung gemeinsam, um störende Vibrationen zu unterdrücken. Die gesamte Mechanik ist robust und vermittelt erfolgreich die Hochwertigkeit der Geräte, wobei andere DVD Player hier vereinzelt noch bessere Wertungen erzielen.


Solche kleinen Details zeichnen den Onkyo Player aus: umleuchtete Tasten und ein gediegenes Finish sind zwar nicht direkt für die technische Funktion essentiell, doch bei Kaufpreisen über 3.000 € solltel auch für das Auge etwas geboten werden.

Zwischen den Fernbedienungen des DVD-A1XV und des DVD-3910 liegen keine großen Unterschiede. Außer der Tatsache, dass beim DVD-A1XV nicht nur die wichtigsten Buttons, sondern komplett alle Tasten hinterleuchtet werden können, ist die Materialauswahl und das Tastenlayout bei beiden Fernbedienungen identisch. Der Onkyo-Controller begeistert hingegen nicht nur mit seinem edlem Aluminium-Finish, er ist sogar in der Lage andere Geräte (TV, Sat-Receiver) zu steuern. 

In der seitlichen Ansicht fallen weitere Unterschiede auf. Hier kann der Denon DVD-A1XV (unteres Gerät auf der Abbildung) und der Onkyo DV-SP1000E davonziehen - der Cinemike Denon DVD-3910 wirkt dagegen etwas einfacher konstruiert und besitzt einen herkömmlichen einlagigen und relativ dünnen Blechdeckel, der das Gerät auch seitlich umschließt, während die anderen Player auf hochwertigere Materialien und aufwändigere Chassiskonstruktionen zurückgreifen können.


Das große, gut ablesbare Display des Denon DVD-3910 muss sich gegenüber seinen Mitstreitern nicht verstecken und überzeugt auf ganzer Linie. Die Dot-Matrix Informationen sind klar ablesbar und weisen eine akzeptable Schriftgröße auf - doch auch hier zeigt Onkyo, dass es eben noch eine Spur besser geht, und spendierte dem DV-SP1000E ein noch aufwändigeres Display.

 

Zum Vergleich: oben abgebildet sehen Sie die Component-Anschlüsse des Denon DVD-3910, welche auch beim Tuning nicht getauscht werden. Für seine ursprüngliche Preisklasse mit Sicherheit eine sehr ordentliche Verarbeitung - doch bei der direkten Gegenüberstellung zeigt sich, dass es eben noch deutlich hochwertigere Buchsen gibt.

Fazit Verarbeitung: 

Überraschungen waren in dieser Disziplin weder zu erwarten, noch sind diese eingetreten. Der Denon DVD-3910 setzte in seiner Preisklasse die Referenz, was Verarbeitung betrifft, und kann auch in der High-End Liga in Sichtweite der Top-Player bleiben. Eine 10 Sterne Wertung bleibt ihm jedoch verwehrt, da in dieser Preisklasse üblicherweise noch ein wenig mehr geboten wird. Mit 7 Punkten zieht sich der Cinemike Denon DVD-3910 jedoch achtbar aus der Affäre.

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