Preview: NAD Master Series M15 und M25 Vor-/Endstufenkombination

(5.März 2007 - LM)

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus: Aus diesem Grund möchten wir Ihnen mit mit einem kleinen Preview einen ersten Vorgeschmack der edlen NAD M15/M25 Surround Vor-/Endstufenkombination geben, die erst kürzlich unter dem neu geschaffenem "Master Series" Label das Licht der AV-Welt erblickt hat und letzte Woche in unserer Redaktion eingetroffen ist. NAD möchte mit diesen Produkten nicht nur die gewohnt hohen klanglichen Qualitäten bieten, sondern auch in Bezug auf Ausstattung, Verarbeitung und Design höchsten Anforderungen entsprechen. Für rund 6.000 Euro bekommt der geneigte Käufer eine siebenkanalige VE-Kombi mit reichhaltigen Audio-/Video- Eingängen (inklusive HDMI-Switcher) sowie ausgeklügeltem innerem Aufbau mitsamt prominenter Bauteilebestückung. Auch der in der Branche angesehene NAD-Chefentwickler Björn Edvard Eriksön (der sich mit den preisgekrönten "BEE" Editionen einen hervorragenden Ruf gemacht hat ) ließ es sich nicht nehmen lassen, seinen Erfahrungsschatz und Know-How in die neuen Geräte einfließen zu lassen. 

Im Prinzip stehen damit alle Vorzeichen auf einen großen Erfolg der M15 Vor- sowie der M25 Endstufe, denn angesichts der Ausstattung unterstreicht der kanadische Hersteller mit seiner Preisgestaltung die Attraktivität seines Bundles. Viele vergleichbare Geräte wechseln meist erst für rund 500 bis 1.000 Euro mehr den Besitzer, ohne dabei Features wie sieben Endstufen oder eine HDMI-Sektion zu bieten. Widmen wir uns nun den beiden Komponenten einmal etwas genauer:

Mit 2.990 Euro wird die M15 in den Preislisten geführt. Dafür gibt es ausstattungsseitig eine üppige Anschlussbestückung, hochwertige DA Wandler, eine komplette Videosektion, vielfältige DSP-Optionen und die THX Ultra2 Zertifizierung. Flankiert wird die M15 von dem ansprechendem Design sowie zwei Systemfernbedienungen und einer Multiroom-Funktion.

Auch die imposante M25 Mehrkanalendstufe wechselt für exakt 2990 Euro ihren Besitzer . Dieser sollte über eine sehr kräftige Rückenmuskulatur verfügen, um die knapp 44 Kilogramm unbeschadet in das HiFi-Rack zu bekommen. Anschließend dürfen sich die Lautsprecher über satte 385 Watt an 4 Ohm erfreuen. Angesichts sehr strenger (NAD-typischer) Leistungsmessungen und der THX Ultra2 Zertifizierung wäre es falsch, diese formschöne Endstufe zu unterschätzen: hier steht ein Kleinkraftwerk, dass nur darauf wartet, ihre DVDs zum Leben zu erwecken. 

Wir sind sehr gespannt, ob die vielsprechende NAD VE-Kombi ihrem Favoritenstatus bei unserem ausführlichen Testläufen gerecht werden kann, oder ob sie das Schicksal der Arcam AVP700 erleidet und einen klanglichen Offenbarungseid ablegen muss. Die Messlatte in diesem Marktsegment liegt sehr hoch. Produkte von Audiolab, Audionet, Cinemike oder Rotel konnten in unseren Tests überzeugen, zumal auch viele Stereoanbieter mit ihren hervorragenden Endstufen (zb. Advance Acoustic MAA-705) einen ernstzunehmenden Gegner für die M15 darstellen. Selbstverständlich betrachten wir die Qualitäten von Vor- und Endkombi getrennt voneinander - allerdings werden wir uns mit ausführlichen Klangeindrücken bis zum Abschluss der Testreihen zurückhalten und Ihnen nun einmal vorab ein paar grundlegende Eindrücke der beiden NAD-Geräte auf den Weg geben, bis der fertige Test in den nächsten Wochen zur Verfügung stehen wird.

Fotostrecke:

Bislang haben sich NAD Produkte stets durch eine zweckmäßige, aber nicht unbedingt schöne bzw. noble Optik ausgezeichnet. Die Master Serie macht damit ein Ende. Edle Materialien und ein sehr ansprechendes, klares Design beweisen, dass die kanadischen Entwickler auch anders können, als nur die unnauffälligen Kunststoffronten der unteren Modellreihen zu offerieren. Abgesehen von den hochwertigen Zutaten und dem detailverliebtem Finish sorgt vor allem die farbliche Bicolor -Optik für eine sehr noble Erscheinung im HiFi-Rack. Da ist es durchaus zu verschmerzen, dass NAD nur eine Farbvariante anbietet, schließlich sollte sich das anthrazit/graue Design zu fast jeder Art von Einrichtung bzw. Gerätefuhrpark sehr schön kombinieren lassen.



Ein zweizeiliges, blaues Display informiert stets über gewählte Quelle und den aktiven DSP-Modus. Ablesbarkeit und Schriftgröße befinden sich auf einem gutem Niveau, allerdings würden wir uns wünschen, dass auch die Lautstärkeeinstellung stets angezeigt wird - und nicht erst bei Änderung des Pegels (für ein paar Sekunden). Die neun Bedienknöpfe unterhalb des Display übernehmen die Steuerung der jeweiligen Funktionen, indem die linke Hand den Button gedrückt halt, während man mit der rechten am Volumeregler die jeweilige Justage vorgenommen wird. Dies ist zwar mitunter etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach einer kurzen Lernphase eine durchaus praktikable Lösung.



Unten rechts auf der Frontseite trägt die M15 stolz ihre Referenzen vor - besonders das HDMI- und THX Ultra2- Symbol sind bei AV-Vorstufen ansonsten eher selten zu finden. An DSP-Modi bietet die in Kanada entwickelte Vorstufe sowohl die bekannten DTS- als auch Dolby Modi (inkl. PL2x). Künftige Tonformate, welche die neuen HD-Player mitbringen (zB. Dolby Digital Plus) kann die M15 leider nicht verarbeiten, auch das Entgegennehmen von Audiodaten per HDMI ist mit dieser Vorstufe (wie bei fast allen anderen Modellen) leider nicht möglich, so dass der geneigte Käufer diesbezüglich bei einem der modernen AV-Receiver besser aufgehoben ist.


Nicht nur die Gesamtproportionen der neuen Master Serie sind optisch sehr gefällig. Neben der aufwändigen Front sticht auch der Gehäusedeckel sehr positiv hervor. Die 9 (sauber integrierten) Lüftungsfelder wirken deutlich nobler als simple Schlitze, wie sie bei allen anderen Geräten zu finden sind. Interessanterweise ist die Vorstufe bei unseren Tests stets etwas wärmer geworden, als die Endstufe - wir empfehlen daher eine gute belüftete Aufstellung im Hifi-Rack.


Ein blitzsauberer Aufbau mit zwei getrennten Platinen, großer Netzteilsektion und kurzen Signalwegen zeigt sich uns beim Öffnen der M15. Video- und DSP Funktionen befinden sich im unteren Bereich des Gerätes, während die analogen Eingänge und das Ausgangsboard eine Etage höher zu finden sind. Angetrieben wird die Vostufe von einem hochwertigen Ringkerntrafo, der sich unter einem massiven Schirmungstopf befindet.



Für einen AV-Receiver wäre dies keine besonders imposante Anschlusssektion, doch bei AV-Vorstufen ist das hier Gebotene als vorbildlich einzustufen. Nicht nur wegen den HDMI-Interfaces, sondern auch mit der Anzahl an digitalen und analogen Eingängen jeglicher Art, markiert die M15 zusammen mit Sherwood und Arcam die Spitze des betreffenden Marktsegmentes. Die M15 setzt sich damit somit sehr wohltuend von Audionet, Vincent und vielen anderen Edelmanufakturen ab, bei denen es durchaus problematisch werden könnte, einen größeren Gerätefuhrpark anzuschließen.


Leider kämpft auch die M15 mit der Vorstufen-typischen Krankheit, die OSD-Daten nicht zusätzlich auf dem Gerätedisplay angezeigt zu bekommen. Außerdem ist die NAD Vorstufe nicht in der Lage, dieses Menü per HDMI auszugeben, so dass Anwender zusätzlich noch eine analoge Videoverbindung zu ihrem Bildwiedergabegerät legen müssen. Menüstruktur und Funktionsvielfalt gehen in Ordnung, wobei ein maximaler Lip/Sync von 140ms Verbesserungspotential aufzeigt. Vorbildlich hingegen das Bass-Management: zwischen 60 und 120Hz (in 10Hz-Schritten) dürfen sich Front-/Center- und Rearspeaker über eigene Trennfrequenzen erfreuen, zusätzlich ist auch die Flankensteilheit der Subwooferanbindung auswählbar.


Die mitgelieferte Hauptfernbedienung gibt keinen Anlass zur Kritik: Griffgünstig, beleuchtbar und lern- sowie makrofähig, macht sie das Bedienen zum Vergnügen. Die Zusatzfernbedienung im Scheckkartenformat kann diese Attribute zwar nicht für sich beanspruchen, doch für den gedachten Zweck ist sie vollkommen ausreichend. Die Zone 2-Funktionen beinhalten eine Stereo-Wiedergabe von analogen oder digitalen Quellen sowie eine FBAS-Video Signalübertragung.

Nicht nur die VW-Designer haben Gefallen an einer blauen Illumination gefunden, sondern auch die Tüftler rund um Björn Edvard Eriksön. Vor- und Endstufen passen optisch perfekt zusammen und wirken trotz ihrer Abmessungen nicht aufdringlich oder gar plump. Per Trigger-Verbindung lassen sich beide Geräte syncronisiert einschalten.


Die M25 von innen: in Anbetracht eines Kaufpreises von ca. 3.000 Euro ist der Aufbau sehr beeindruckend. Gegenüber einem mehr als dreimal teureren Audionet Amp7 bietet diese Endstufe aber nur einen zentralen Transformator, außerdem teilen sich die sieben Endstufen einen großen Stromspeicher. Der Großteil des Layouts weist einen Monoaufbau auf, der Signalbeeinflussungen (Übersprechen etc.) reduziert - außerdem sind auch bei der M25 kurze Signalwege vorzufinden. Interessantes Detail: die gebogenen Kühlkörper der Endstufenzüge sorgen für eine größere Oberfläche.


Drei 120mm Lüfter fächern den Endstufen bei Bedarf Frischluft zu. Erfreulicherweise haben wir dies erst im Rahmen unseres Foto-Shootings bemerkt, denn bei unseren Hörtests sind sie bislang entweder nie angelaufen oder waren schlichtweg nicht hörbar. Auf jeden Fall ist hier ein deutlich Fortschritt gegenüber den AV-Receivern von NAD zu notieren, wo die laute Lüftung schon desöfteren Grund für Kritik bei Endkunden und Presse darstellte. Laut NAD kommt bei der M25 ein neuartiges System zum Einsatz, welches leise Passagen erkennt und die Lüftung dafür kurzzeitig aussetzt. Wir werden diesen Aspekt bei unseren andauernden Testreihen selbstverständlich im Auge behalten und darauf im endgültigen Test genauer eingehen.


NAD hat seiner Vorzeige-Mehrkanalendstufe hervorragende Lautsprecherterminals und edle Chinch-Buchen spendiert. Darüber befindet sich für jeden Kanal ein kleines Potentiometer, zur zusätzlichen Einpegelung der Endstufen untereinander. So praktisch diese Idee auch sein mag: Unserer Meinung nach, ist dies in Kombination mit der M15 überflüssig und hätte eher durch zusätzliche XLR-Anschlüsse ersetzt werden sollen. Doch immerhin: Wer (aus welchen Gründen auch immer) eine Vorstufe besitzt, die eine endstufenseitige Justage des Pegels notwendig macht, findet in der M25 das ideale Gerät.

 

M15 und M25 während der Arbeit: an den hervorragenden Monitor Audio GS-60 macht die kanadische VE-Kombi einen klanglich vielversprechenden Ersteindruck. In den bisherigen Hörsessions lernten wir das NAD-Gespann als kräftig und tendenziell etwas dunkel abgestimmt kennen. Musik und Film erstrahlen gleichzeitig recht natürlich und mit viel Nachdruck, außerdem macht die Pegelfestigkeit ebenfalls einen hervorragenden Eindruck. Actiongeladene DVDs werden auch bei heftigen Lautstärken sehr sauber und mit guter Dynamik umgesetzt. Abgesehen von den Qualitäten im Dolby Digital/DTS Modus waren wir besonders von der Stereo-Performance sehr beeindruckt. Hier merkt man die Erfahrung von NAD auf diesem Gebiet sehr deutlich, denn solch eine Bühnenabbildung und filigrane Klangdetails würden selbst manchen dedizierten Stereokomponenten gut zu Gesicht stehen.

vorläufiges Fazit:

Alle Achtung: Die Konkurrenz muss sich warm anziehen, denn die NAD-Kombi brennt in vielerlei Hinsicht ein Feuerwerk ab und positioniert sich inmitten des Marktsegmentes als eine vorzügliche Kombination aus Klang, optischer Noblesse und praktischen Features. Der Kaufpreis von rund 6.000 Euro wird daher sehr schnell relativiert und macht M15+M25 sogar für manchen AV-Boliden-Interessenten zu einer klangstarken Alternative. In unserem bald erscheinendem ausführlichen Test werden wir insbesondere den direkten Vergleich zu anderen Geräten suchen, auf die genauen Austattungsdetails eingehen und zu guter Letzt natürlich auch eine finale Einordnung in unser Wertungssystem vornehmen. Aber nach den bisherigen Eindrücken dürfen die NAD-Geräte dieser Gegenüberstellung mit großer Zuversicht entgegen sehen.

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Text: Lars Mette

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