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Deutschlandpremiere der neuen Monitor Audio Platinum - erste Eindrücke zur neuen Top-Serie

(21.7.2007 - LM )

Der britische Hersteller wurde ursprünglich durch attraktive Lautsprecher im Ein-/Aufsteiger Preisbereich bekannt und genießt daher einen hervorragenden Ruf in der gesamtem HiFi-Branche. Mittlerweile stürmen deren Schallwandler auch in die Wohnzimmer von sehr anspruchsvollen Kunden. Insbesondere mit der vor einer Jahr erschienenen Gold Signature Serie haben sie sich an der Klassenspitze als ernstzunehmende Kraft etabliert. So verwundert es nicht, dass das faire Preis-/Klangverhältnis nicht nur zu zahlreichen Presse-Auszeichnungen (u.a High-End Award 2006) geführt hat, sondern ebenfalls zufriedene Kunden und hohe Stückzahlen hervorbringt.

Monitor Audio möchte nun ein Schritt weiter gehen und überhalb des bisherigen Top-Produktes (GS-60, Stückpreis 1500 €) ein neues Flaggschiff positionieren. Erklärtes Missionsziel ist die Verwirklichung einer High-End Lautsprecherserie, die sich vor einer Gegenüberstellung mit den weltweit besten Schallwandlern nicht zu scheuen braucht. Monitor Audio spendiert bereits den günstigeren Produkten einen ausgefeilten technischen Aufbau mit allerhand Spezialbauteilen (zB. C-Cam Hochtöner) - daher wundert es nicht, dass die neue Platinum-Serie einen ganz besonderen technischen Leckerbissen darstellen soll. Hier durften die Entwickler aus dem vollem Schöpfen und sich zunächst einmal ohne Rücksicht auf Budgets oder Termine austoben. Nach langjähriger Entwicklungszeit ist es nun soweit: je ein Stand-, Kompakt- und Centerspeaker erblicken das Licht der Welt und werden auf die Gehörgänge von HiFi-Enthusiasten losgelassen. Diese sollten über ein gut gefülltes Bankkonto verfügen - denn aus der Portokasse wird man die Platinum-Schallwandler (Stückpreise zwischen 1860 und 3940 €) nur in den seltensten Fällen bezahlen können. 

Die Platinum-Range wird Ende September bei ca. 20 ausgesuchten Händlern in Deutschland vorführbereit sein. Damit der Interessent eine möglichst fundierte Entscheidung treffen kann, wird jeder dieser Händler sowohl ein Paar der Stand- als auch Kompaktlautsprecher in seinem Studio installieren. Ungefähr zeitgleich wird Monitor Audio auch schon mit Auslieferungen an Endkunden beginnen können - wobei hier großen Wert auf eine persönliche Übergabe der Schmuckstücke gelegt wird. Jedes einzelne Exemplar wird seinem neuen Besitzer nach Hause gebracht und fachgerecht installiert. Auch das AREADVD-Teststudio in Sachsenheim (Baden-Württemberg) dürfte dann Besuch bekommen - ein entsprechender Test ist eingeplant. Da wir wahrscheinlich nicht die komplette Serie testen können, richten wir uns bezüglich der Boxen-Auswahl nach dem Leser-Feedback. Sie können sowohl unser Forum benutzen, als auch direkt per eMail mit uns in Kontakt treten.

Zunächst einmal war AREADVD bei der Deutschlandpremie und hat nicht nur viele Fakten für Sie gesammelt, sondern auch erste Höreindrucke aufschnappen können. 

Platinum 300 


Hightlight und daher auch ständig umlagert war zweifelsohne die Platinum 300, ein Standlautsprecher mit einem Paarpreis von 7880 Euro. Die PL300 basiert auf einem 3-Wege System und verfügt über zwei 8 Zoll Langhub-Tieftöner, einem 4 Zoll Mitteltöner sowie einem Bändchen für den Hochtonbereich. Der Wirkungsgrad dieser Bassreflex-Konstruktion ist mit 90db angegeben, als Maximalleistung verträgt sie laut Datenblatt 300 Watt.


Optisches Kennzeichen der neuen Platinum-Range stellt die belederte Front dar. Diese ist bei jedem Modell in schwarz gehalten und wird sorgfältig in Handarbeit aufgetragen. ALs Lieferant fungiert eine Firma namens "Strathsprey", die bereits in der Möbel- und Verkehrsindustrie zu den Topadressen für hochwertige Lederaustattungen gehören.



Das Frontgitter wird einfach auf die Front gelegt und hält via Magnetismus. Das geschwungene Gehäuse enthält viele interne Verstrebungen, der Mitteltöner erhält eine kegelförmige Einzelkammer, damit er unbeinflusst arbeiten kann. Monitor Audio setzt bei allen Platinum-Modellen (ausgenommen Subwoofer) eine optimiertes Bassreflexverfahren mit der Bezeichnung "Hive II" ein. Hiermit soll der Luftfluss beschleunigt werden, bei gleichzeitig stark reduzierten Verwirbelungen.



Die Lautsprecher der Platinum-Range wird es in zwei Farbvarianten mit Hochglanz-Furnieren geben. Die oben abgebildete PL300 kleidet sich mit der Farbausführung "Santos Rosewood".



Größenvergleich zur Gold Signature 10. Wer die PL300 zum ersten Mal sieht, wird sich an deren Proportionen wahrscheinlich erst noch gewöhnen müssen - im Vergleich zu anderen Modellen wirkt sie durch das Verhältnis von Breite und Höhe etwas bullig.



Als Zuspielung fungierten Komponenten von AstinTrew - einem kleinen, aber feinen britischen Hersteller, der hierzulande von Robert Ross vertrieben wird. Die Hybrid-Elektronik harmonierte recht gut mit den Luxus-Lautsprechern - besonders wenn man bedenkt, dass AstinTrew in einer anderen Preisregion beheimatet ist, als die daran angeschlossenen Schallwander. Die oben abgebildeten Komponenten in der Kurzvorstellung:

oben links: AT1000 Stereo-Vorstufe. 6 Eingänge, MP3-Funktion, Class-A Kopfhörerausgang - Preis 800 Euro
oben rechts: AT3000 CD-Spieler. hochwerte DACs mit Upsamplingfunktion, Class-A Aufbau - Preis 1000 Euro
unten: AT5000 Stereo Endstufe. Dual-Mono Aufbau, 2 Trafos, 2x 100 Watt (4 Ohm) - Preis 1200 Euro



Auch im zweiten Teststudio sorgten AstinTrew Komponenten für die Beschallung. Nicht minder attraktiv als die Elektronik präsentieren sich unserer Meinung nach die beiden HiFi-Racks. Wahlweise aus Quarzitsandstein oder Schiefer werden diese Kunstwerke speziell auf Kundenwunsch gefertigt und sind daher höchst individiuell verfügbar. Exklusivität hat jedoch auch seinen Preis: das oben gezeigte Rack schlägt mit ca. 4.000 Euro zu Buche. Interessierte können sich direkt beim Hersteller Towai+Tosch eine DVD mit Rackbeispielen bestellen und auch ein persönliches Angebot einholen.



Zurück zur PL300: das Anschlussterminal weist eine sehr ansprechende Machart auf und wurde direkt in den Sockel integriert. Dies gilt übrigens ebenfalls für die Frequenzweiche dieses Lautsprechers.

Platinum 350C



Leider wurde der PL350C etwas stiefmütterlich behandelt und fristete sein Dasein auf einem Gang. Etwas schade, denn wir hätten zu gerne einen akustischen Eindruck dieses monumentalen Centerspeakers bekommen. Die Chassisbestückung entspricht exakt der PL300, die Maximalbelastbarkeit wird mit 250 Watt angegeben. Laut Datenblatt erreicht der PL350C einen Tiefgang von 32Hz, was ebenfalls sehr gut mit den PL300 harmonieren dürfte. Auch finanziell liegt er mit dem Standlautsprecher auf einem Niveau und verlangt mit einem Stückpreis von 3720 Euro nach einem großen Budget.



Ideal für große Heimkinos: die vertikale Anordnung von Mittel- und Hochtöner verspricht ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten, so dass auch Außensitzende in den Genuss eines guten Klanges ohne Verfärbungen bzw. Frequenzauslöschungen kommen.


In Anbetracht der fast schon verschwenderischen Verarbeitungsqualität ist es fast schon schade, dass man für gewöhnlich die Rückseite nur sehr selten zu Gesicht bekommt.



Beim Vergleich mit der GS-20 fällt auf, wie groß und mächtig der PL350C geworden ist. Doch auch eine andere Beobachtung müssen wir festhalten: der offizielle Center-Stand ist für unseren Geschmack ein paar Zentimeter zu niedrig ausgefallen.

Platinum 100:



3720 Euro für ein Paar Kompaktlautsprecher (ohne Stands) ist wahrlich nicht von schlechten Eltern. Die PL100 bringt jedoch soviel Technik, Verarbeitungsqualität und (zumindest dem ersten Eindruck nach) auch Hörspaß mit, dass man dennoch ins Grübeln gerät, sich ein Paar dieser Schallwandler zu gönnen.



Eine gebürstete Aluminiumstrebe sorgt für optische Noblesse innerhalb der Platinum-Serie.



Der komplett neuentwickelte Bändchenhochtöner im Detail.



Sämtliche Tief-/Mitteltöner der neuen Platinum-Range basieren auf einer weiterentwickelten C-Cam Technologie und besitzen eine Membran aus einer Keramiklegierung.



Die zweite Farbvariante besteht aus hochwertigem Ebenholz - selbstverständlich ebenfalls mit hochglänzendem Klavierlack-Finish.



Die PL100 in der Rückansicht. Wie sehr schön an Terminals, BR-Öffnung und Konstruktionsbefestigung zu erkennen ist, widmete sich Monitor Audio wirklich jedem Detail.


Weil Subwoofer der höheren Serien noch nicht verfügbar sind, bietet Monitor Audio den RSW-12 seit ca. einem Jahr auch in Hochglanz schwarz an. Für einen Kaufpreis von 1000 Euro ein sehr faires Angebot, schließlich zählt dieser Subwoofer (geschlossene Bauweise) zu den präzisten seiner Art und hat in unseren Hörtests einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

Brennpunkt Subwoofer: ähnlich wie bei der Gold-Signature Serie ist auch ein potenter Platinum Tiefton-Meister angekündigt. Der PLW-15 wird momentan mit folgenden Features in den Unterlagen aufgelistet: 1000 Watt Digitalendstufe, Frequenzgang von 16-200 Hz, 1x 15 ´´ C-Cam Langhubchassis mit Dreifach-Aufhängung bei geschlossener Bauweise. Zusätzlich wird eine potente Elektronik dafür sorgen, dass der PLW-15 optimal auf Raum und Hörer eingestellt werden kann: mehrere User-Presettings, einstellbare Low-/Highpass Filter (Flankensteilheit zwischen 6/54db pro Oktave) sowie viele weitere Optionen lassen auf einen großen Wurf hoffen - wenn er denn in nächster Zeit mal fertig wird.... (wir warten seit über einem Jahr immer noch auf den GSW-12 Subwoofer für einen Nachtest des Gold Signature Surround-Systems).

Klangeindrücke:

Extremer Tiefgang und eine beeindruckende Pegelfestigkeit sind zwar die Attribute die uns bei den ersten Takten durch den Kopf schnellten, doch die PL300 hat noch weit mehr als plumpe Effekthascherei zu bieten. Der sensibel gestaffelte Hochtonbereich verfügt über eine traumhafte Transparenz und klingt dabei gleichermaßen detailliert wie harmonisch. Im Vergleich zur Gold Signature Serie erscheint uns das Klangbild etwas dunkler und kräftiger. Besonders erfreulich: in einer Vorführungspause haben wir uns davon überzeugt, dass die Platinum-Serie nicht nur mit Jazz und Blues zurechtkam, sondern auch unsere Rammstein/In Extremo Session mit Bravour meisterte. Hier sind definitiv keine Schallwandler am Werk, die sich zu fein sind, auch mal ordentlich zuzupacken oder einen eingebauten Weichspüler mitbringen. Obwohl die Akustik in den Vorführräumen bestenfalls als mittelmäßig eingestuft werden konnte, vermochten die Lautsprecher mit einer guten stabilen Raumabbildung zu überzeugen. Als kleine Sensation könnte sich übrigens die kompakte PL100 herauskristallisieren. Leider war kein Direktvergleich mit ihrer großen Schwester möglich, doch abgesehen von der unterschiedlichen Bass-Performance konnte sie überraschend nah an die gediegene Akustik im Mittel-/Hochtonbereich der PL300 aufschließen. Dies weckt nicht nur bei Kaufinteressierten mit etwas kleineren Budgets die Vorfreude - auch Surroundfans dürfen sich eine gute Harmonie zwischen diesen beiden Modellen erhoffen. Beide Vorführungen beschränkten sich auf reine Zweikanal-Wiedergabe, daher können wir Ihnen an dieser Stelle leider keine Eindrücke vom PL350C vermitteln - was wir selbst ebenfalls sehr bedauern, schließlich hätten wir als Surroundspezialisten gerne eine Platinum-Mehrkanalvorführung genossen. 

Aufgrund der gegebenen Raumakustik, begrenzten Zeit und der unbekannten Elektronik möchten wir an dieser Stelle jedoch um Nachsicht bitten, dass wir uns mit detaillierten Eindrücken bis zu unserem ausführlichen Test zurückhalten. Gerade im absoluten High-End Bereich liegt die Leistungsgrenze derart nah beieinander, dass eine eingehende Charakterisierung nur mit intensiven Hören an einer bekannten Kette wirklich verlässlich durchführbar ist. Auf jeden Fall ist der Platinum-Serie anzumerken, dass sie über ein sehr hohes Potential verfügt und es defintiv Wert sind, genauer angehört zu werden.

Fazit:

Selten war die Vorfreude auf ein Testgerät so groß, wie bei der Platinum-Serie. Wir sind schon heute sehr gespannt, wie sich Monitor Audio in der absoluten Luxusklasse gegen die arrivierten Mitbewerber schlagen wird. Grund für Optimismus gibt es durchaus, dass die Top-Produkte von Quadral, Canton, Isophon oder JmLab einen starken Widersacher bekommen. Im Endeffekt kann es für Sie als Kunden nur von Vorteil sein, wenn auch im oberen Preisbereich ein kräftiger Wettbewerb tobt und Produkte hervorbringt, die trotz großer Preisauszeichnung noch als preiswert bezeichnet werden können. Die Chancen stehen jedenfalls sehr gut, dass dies auf die neue Monitor Audio Platinum Serie zutreffen wird.

Text: Lars Mette

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