Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: zehn Oberklasse-Modelle im Vergleich
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Monitor Audio Gold Signature GS-10
- Verarbeitung:          
Wer meint, die GS-10 würde dank
ihres klassisch/konventionellen Designs keine optischen Reize
verströmen, der sollte sich diesen Schallwandler einmal in Natura
näher anschauen: von der Chassiseinpassung bis zur
Kantenverarbeitung, steckt in der Monitor Audio Box sehr viel Liebe zum
Detail. Beispielsweise sind die Aufnahmepunkte für den Stoffrahmen
unsichtbar am Druckguss-Chassis des Tiefmitteltöners
untergebracht, damit die Lautsprecher bei freier Aufstellung noch
besser zur Geltung kommen. Die abgebildete Farbvariante in
hochglänzendem schwarz ist nicht nur in unserer Redaktion sehr
beliebt, sondern erfreut sich (laut Hersteller) auch auf dem Markt
einer großen Beliebtheit. Dank des weißen Chassis und der
silberfarbenen Abdeckung wirkt die GS10 in dieser Ausführung
keineswegs zu kräftig oder aufdringlich, sondern bietet einen
interessanten, lebhaften Kontrast. Wer lieber auf klassische
Ausführungen Wert legt, dürfte bei der großen Auswahl
fündig werden: Holzfurnier kann in den Varianten Walnuss, Eiche,
Santos Rosewood und Kirsche bestelllt werden, als Hochglanzversion gibt
es neben schwarz (unser Testexemplar) auch eine silberne
Lackierung.
Diese Abbildung (Foto zeigt das LCR Modell) demonstriert die edle
Anmutung der Oberflächenausführung in hochglanz schwarz.
Für Hemkinoenthusiasten, ist der reflektierende Lack nicht
unbedingt immer die perfekte Wahl, aber neben einem Plasma-TV oder als
aufsehenerregende Stereo-Lösung eignet sich diese Farbwahl
hervorragend. Die Umsetzung der optisch äußerst
ansprechenden Lackierung verdient ein dickes Extralob: tadelloses
Finish ohne Blasen oder sonstigen Negativmerkmalen. Selbst bei
genauester Betrachtung können wir absolut keinen einzigen
Kritikpunkt feststellen. Monitor Audio hat diese schwierige und
aufwändige Art der Oberflächenveredelung fest im Griff. Bei
der Vorgängerserie war bislang hierfür ein satter
Aufpreis fällig - Monitor Audio verhält sich
diesbezüglich vorbildlich und bietet dem Kunden eine
gleichbleibend hoher Qualität !
Damit die noblen Schallwandler auch
zugeordnet werden können, zieren solch edlen Metallplaketten die
Oberseite jeder GS-10. Monitor Audio fährt (wie schon im
vorangegangenem Surround-Test) eine Traumwertung in Bezug auf die
Verarbeitung ein. Ausschlaggebend ist hierbei nicht etwa ein
aufsehenerregendes Design, sondern vielmehr die detailverliebte
Verarbeitung zusammen mit einer wahrlich perfekten Lackierung. Beim
Betrachten der Bilder bzw. der Wertung, möchten wir zudem noch in
Erinnerung rufen, dass diese Lautsprecher mit einem Stückpreis von
600 Euro sogar noch zu den günstigsten im gesamten Testfeld
zählen!
- technischer Aufbau
Besondere Aufmerksamkeit schenkten die britischen Entwickler den Membranen.
Ergebnis der Forschungsreihen ist eine Weiterentwicklung der hauseigenen „C-Cam“
Technologie, eine keramikbeschichtete Aluminium-/Magnesium Legierung. Den
Ursprung feierten solche Werkstoffe übrigens als innovatives Material in der
Luftfahrt im Triebwerksbau und haben seitdem in mehreren Bereiche der
Wissenschaft Einzug erhalten. Mit diesem Material sind sowohl Tief-/Mittel-, als
auch Hochtöner ausgestattet und sollen deutliche Vorteile in Bezug auf die
akustischen Eigenschaften mit sich bringen. Gegenüber der "alten" Gold-Reference
Serie, als auch den Silver-RS Lautsprechern, hat Monitor Audio die Entwicklung
dieser Technik vorangetrieben und kommt daher in einer weiterentwickelten
Variante zum Einsatz.
Auf Basis einer C-Cam beschichteten Membranen nahmen die Entwickler auch in
Bezug auf die kompletten Chassis, eine umfangreiche Optimierung vor. So wurden
gegenüber den Vorgängern nochmals strömungs- sowie resonanzoptimierte
Alu-Druckgusskörbe entwickelt. Als Werkstoff kommt hierbei eine ausgeklügelte
Mischung aus (unter anderem) Aluminium und Zink zum Einsatz, um schon bei der
strukturellen Basis ansetzen zu können. Die Vertiefung auf den
Tief-/Mitteltönern dient zur Verbesserung der Akustik. Die sogenannte
RST2-Technik wurde in aufwändigen Prozessen entwickelt, um Resonanzen und
Partitialschwingungen gegenüber herkömmlichen Konstruktionen enorm zu
verbessern.

Auch dieses verchromte konusförmige Bauteil inmitten der Membran dient nicht
lediglich zur optischen Aufwertung. Der Phase-Plug hat nicht nur die Aufgabe
einer verbesserten, ventilierten Wärmeabfuhr (der Schwingspule) , sondern soll
hauptsächlich die Richtcharakteristik/Bündelung im Mittenbereich optimieren. Im
Gegensatz zur Silver-RS Serie ist der Phase-Plug bei der Gold-Signature Serie
fest mit dem Chassis verbunden - die Membran besitzt dementsprechend eine
Öffnung in Mitte. Bei der Silver-RS Serie war Dieser noch direkt an der Membran
befestigt.
Die GS-10 verfügt über einen Höchtoner aus einem
goldbeschichtetem, leistungsfähigen Material (auch basierend auf der C-Cam
Technik). Frequenzen bis hin zu sagenhaften 43 KHz sollen laut Hersteller damit
erreicht werden. Diese High-Tech Komponente ist sinnigerweise mit einem kleinem
(nicht abnehmbaren) Schutzgitter vor Beschädigungen geschützt.
| Konstruktionsprinzip |
2-Wege Bass-Reflex System |
| Chassis-Bestückung |
1x 165mm RST2 Tiefmitteltöner
1x 25mm C-Cam Hochtöner |
| max. Belastbarkeit |
100 Watt |
| Wirkungsgrad |
keine Angabe |
| Impedanz |
8 Ohm |
| Abmessung (B,H,T) |
20,6 x 36,0 x 27,0 |
| Gewicht |
8,5 kg |
- Höreindruck
Die
neue High-End Serie von Monitor Audio kennen wir akustisch sehr gut.
Bei dem Test des 5.0 Surround-Sets im vergangenem Juni überzeugten
uns die GS60 und der GS-LCR mit ihrer kultivierten, offenen Spielweise,
so dass wir dieses System nicht nur als Referenz kürten, sondern
auch mit einer Festinstallation im Testraum würdigten. Getreu dem
Sprichwort "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", erspielte sich
auch die GS-10 mit einer ähnlichen Grundcharakteristik einen Platz
auf den vorderen Rängen dieses Vergleichstests. Unter Einbeziehung
aller Faktoren stellt die GS-10 (gleich hinter der mehr als doppelt so
teuren Isophon Galileo) die akustisch kompletteste Box des Testfeldes
dar. In keiner Disziplin leistet sie sich gröbere Schwächen,
allerdings weist sie eine sehr prägnante Akustik auf, die nicht
mit jedem Hörprofil vereinbar ist: die GS10 stellt keine Box dar,
die ihren Zuhörern die Wahl lässt, in welcher Intensität
die Musik konsumiert werden soll. Ohne Frage schält die
GS10 akustische Details wie kaum eine Zweite heraus - doch während
andere Schallwandler sich darauf beschränken, diverse Fein-Nuancen
in die Musik einzuflechten, serviert die Monitor Audio Box jedes Detail
auf dem Silbertablett und fordert den Hörer auf, sich ihnen zu
widmen. Nicht nur im Vergleich zu den anderen
Kompaktlautsprecher-Kontrahenten, sondern sogar gegenüber den
anderen Gold-Signature Modellen, erscheint die GS-10 etwas
höhenlastiger. Weil die Hochtondarstellung dazu noch ein
faszinierendes Maß an Brillanz und Feingliedrigkeit aufweist,
varriiert die subjektive Wahrnehmung von "zu agressiv" bis "audiophiles
Klangjuwel". Diese beiden Meinungen sind selbst in unserer Redaktion
wiederzufinden, so dass wir übereinstimmend festhalten
möchten, dass alleine schon diesbezüglich ein Probehören
zwingend erforderlich ist. Selbstverständlich spielt in diesem
Bezug sowohl die Raumakustik als auch die Zuspielung eine entscheidende
Rolle. In hell klingenden Wohnzimmern würde die GS-10 selbst die
Toleranzschwelle von High-End Redakteur Lars Mette
überbeanspruchen, andererseits könnte sich Kollege Thomas
Hermsen mit dieser Box durchaus in Räumen anfreunden, die
ansonsten eher eine stumpfe Akustik aufweisen (typisches Beispiel:
Heimkino im Keller mit Teppichbezug an den Wänden, oder eine
Privat-Bibliothek). Abseits dieser Charakteristiken trumpft die GS-10
mit Tugenden auf, die jeden HiFi-Freund im Sturm erobern: gleich nach
der Isophon Galileo steigt sie am weitesten in den Basskeller, zumal
auch die gebotene Präzision ein hohes Niveau erreicht. Auch ohne
Subwoofer bietet die Monitor Audio Box ein stimmige Gesamtakustik, ohne
jegliche Klanglöcher. Eine leichte Betonung im oberen Bassbereich
sorgt für etwas mehr Volumen, was insbesondere Freunde von Techno-
bzw. Housemusik erfreuen dürfte. Die trockene Spielart mancher
Standlautsprecher bleibt ihr jedoch vorenthalten, was aber ohnehin auf
fast alle Kompaktlautsprecher zutrifft (mit Ausnahme der Isophon
Galileo).
Wenn Pegelfestigkeit abgerufen wird, schlägt
die große Stunde der GS-10: sie kann bezüglich
Membranauslenkung und ihrem Klangbild sogar in Reichweit der Isophon
bleiben. Eingebremst wird das intensive Hörvergnügen erst von
den recht lauten Strömungsgeräuschen aus der Bass-Reflex
Öffnung bei extremen Pegeln, die unter Zugrundelegung "normaler"
nachbarschaftlicher Verhältnisse nur in seltenen Fällen auf
die GS-10 losgelassen werden dürften. Ein weiterer positiver
Aspekt diesbezüglich ist die Tatsache, dass keine gigantischen
Endstufen vonnöten sind, um auf laute Pegel zu kommen. Schon unser
Marantz PM15-S1 genügt, um ein lautes, aber dennoch intensives
Hörerlebnis zu bescheren. Aus diesem Grund eignet sich die GS-10
(nicht nur wegen ihrer Akustik) hervorragend für ein Surround-Set.
| Tonalität |
7,5 |
| Bass-Performance |
8,5 |
| Stimmdarstellung |
7 |
| Auflösung/Hochtonbereich |
8 |
| Raumabbildung |
8
|
| Dynamik |
8 |
| Pegelfestigkeit |
8 |
| Summe aller Punkte |
55 |
| Durchschnitt |
7,9 |
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