Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: zehn Oberklasse-Modelle im Vergleich
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Adam Compact C2 passiv
- Verarbeitung          
Unserer
Meinung nach steht die silberne Oberflächenausführung der
A.R.T. Compact deutlich besser, als das Ahornfurnier des anderen Adam
Boxenpaares. Dies liegt zum Einen an der gefälligeren Kombinatorik
mit der Frontblende, als auch der leicht glänzenden Lackierung,
die optisch etwas gediegener als die Ahornausführung daherkommt.
Saubere
Einpassung der rückwärtigen Metallblende. Diese ist sehr
groß und fällt fast die gesamte hintere Fläche aus. Der
Grund ist relativ einfach erklärt: beide A.R.T. Compact Versionen
bauen auf derselben Basis, so dass die Gehäuse schon vorgegeben
sind. Außerdem lässt sich somit ohne Probleme ein Upgrade
auf die Aktiv-Variante durchführen, indem lediglich das
Verstärkermodul eingesetzt wird.
Hochwertige
WBT-Terminals in Bi-Amping Ausführung, und trotzdem haben wir
einen kleinen Kritikpunkt an dieser Lösung auszusetzen: wer weder
mit Bananas noch per Kabelschuhen seine Lautsprecherkabel an die A.R.T.
Compact Passive anschließen will, wird unweigerlich ein wenig mit
der Bi-Wiring Verbindung "kämpfen" müssen, eher eine feste
Verbindung sichergestellt ist. Das gleiche Problem bemängeln wir
auch bei der Isophon Galileo, zumal sich die Problematik dank der
versenkten Terminals sogar nicht verstärken. Interessanterweise
greifen beide Boxen dabei auf diesselben WBT-Terminals zurück -
vielleicht sollten die Entwickler auch einmal nach anderen
Ausführungen dieses Herstellers Ausschau halten.
Insgesamt
schneidet die A.R.T Compact Passive mit einer Bewertung von xxx Punkten
etwas besser ab, als ihre Kontrahentin aus gleichem Hause. Trotz
besserer Oberflächenausführung und der guten
Anschlussterminals reicht es aber auch für das zweite Adam
Boxenpaar nicht zu einer Höchstwertung. Nach wie vor fällt
die Box gegenüber den anderen Vertretern etwas ab, was die
Formensprache betrifft.
- Technischer Aufbau
Die A.R.T. (=Accelerated Ribbon Technology) Hoch- und
Mitteltöner, basiert auf dem von Dr. Oskar Heil entwickelten Air Motion
Transformer und beschreitet neue Wege im Bewegungsablauf, um die Musikwiedergabe zu
verbessern. Die Lautsprechermembran besteht aus einer lamellenförmig
gefalteten Folie, deren einzelne Lamellen sich im Takt des eingespeisten
Musiksignals öffnen und schließen, so daß die Luft entsprechend eingesogen und
ausgestoßen wird.
Damit
ist das allen anderen Antriebsprinzipien gemeinsame Kolbenprinzip
überwunden, das stets nur einen 1:1 linearen Zusammenhang zwischen
Membran- und Luftgeschwindigkeit ermöglicht. Andere
Lautsprecherkonstruktionen, seien es schwingspulgetriebene, Magneto-
oder Elektrostaten, auch Piezo- oder Magnetostriktionslautsprecher
arbeiten mit diesem linearen Antrieb, das heißt die Membran setzt
ihre Bewegungen 1:1 in Luftdruckschwankungen um, Membran- und
Luftgeschwindigkeit sind identisch. Dies ist insofern problematisch,
als daß die Luft der im Vergleich zu ihr selbst schweren
Antriebsmechanik extrem wenig Widerstand entgegensetzt; im elektrischen
Ersatzschaltbild spricht man von schlechter Anpassung zwischen Quelle
und Last. Diese Fehlanpassung ist einer der wesentlichen Gründe
für den schlechten Wirkungsgrad von 1-2%, den es bei Lautsprechern
zu beklagen gibt.
Die
Grundidee der A.R.T. Technologie überwindet dieses Problem, da durch die
Membranfaltung eine Geschwindigkeitstransformation erreicht wird, die bei den
vorliegenden Hoch- und Mitteltönern etwa 4:1 beträgt. Ähnlich wie sich beim
Atmen der Brustkorb nur langsam hebt und senkt, die Luft aber schnell ein- und
austritt, so treiben A.R.T. Membranen die Luft schneller in ihre oder aus ihren
Falten als sie sich selbst bewegen. Neben diesem Transformationsvorteil ist noch
die Auflösung der Gesamtmembran in einzelne, flächig angetriebene Teilmembrane
hervorzuheben. So werden die Probleme des Aufbrechens der Gesamtmembran speziell
zu höheren Frequenzen hin vermieden; die besonders bei Kalotten einsetzende
Dynamikbegrenzung bleibt aus.
Der normale dynamische Lautsprecher, der heute in über 99
Prozent aller Lautsprecher eingesetzt wird, hat sich seit seiner Erfindung kaum
verändert. Er erzeugt die seinem elektrischen Eingangssignal entsprechenden
Luftdruckschwankungen durch eine mit einem Schwingspulantrieb starr verbundenen
Membran.
In der Regel sind dies trichter- oder kalottenförmig ausgeformte
Membranen aus Gewebe, Papier, Kunststoff oder Leichtmetallen. Die Grenze dieser
Konstruktion liegen in der relativ hohen Masse des Membran-Schwingspulgebildes,
welches den Übertragungsbereich nach oben begrenzt, sowie in dem Eigenleben, das
die bei höheren Frequenzen eben nicht so starren Kalotten führen, wodurch die
Qualität der Wiedergabe gemindert wird.

Ein historisch schon früh vollzogener
Schritt war die Entwicklung von Bändchenlautsprechern, die aus einem dünnen
stromdurchflossenen Aluminiumstreifen bestehen, der in einem starken Magnetfeld
schwingt. Probleme sind hier die sehr niedrige Impedanz, die einen Übertrager
nötig macht, sowie Einschränkungen in Wirkungsgrad und Dynamik.
Hochtöner nach dem A.R.T. (=Accelerated Ribbon Technology) Prinzip besitzen z.B.
einen überdurchschnittlichen Wirkungsgrad von 93 dB/W/m, eine linealgerade
Impedanz von 3,2 ± 0,05 Ohm, eine vernünftige Dispersion mit einer konstruktiv
beabsichtigten Bevorzugung der horizontalen Abstrahlung sowie eine thermische
Belastbarkeit, die um den Faktor 2 - 3 höher liegt als die einer 25 mm
Kalotte.
| nstruktionsprinzip |
2-Wege Bass-Reflex System |
| Chassis-Bestückung |
ART Tweeter, 18,6mm TMT
|
| max. Belastbarkeit |
100 Watt |
| Wirkungsgrad |
86db
|
| Impedanz |
4 Ohm |
| Abmessung (B,H,T) |
21 x 43,5 x 29 cm |
| Gewicht |
10 Kg |
- Höreindruck
Ähnlich
wie die Aktiv-Variante, gefällt auch das passive Derivant mit
einer insgesamt recht neutralen und ausgewogenen Spielweise. Aufgrund
einer leichten Grundtonbetonung und einer eher seidig/weichen
Hochtonabstimmung, positioniert sich die AC2P als ein Schallwandler,
der vor allem das entspannte, unaufdringliche Hören fokussiert. In
unseren Hörtests konnte sich die Compact passiv bei jeder Art von
Musik gut in Szene setzen, selbst Techno- oder Heavy Metal Musik bringt
sie schwungvoll und intensiv rüber, ohne dabei (wie zB. die
Monitor Audio GS-10) die volle Aufmerksamkeit vom Hörer zu
erzwingen. Die gebotene Bass-Performance ordnet sich dabei im oberen
Feld unseres Vergleichstest ein und übertrifft damit die
Aktiv-Variante sehr deutlich. Tieffrequente Signale setzt sie
verbindlich und präzise um, auch wenn sie sich in Bezug auf
Differenzierungsvermögen und Tiefgang hinter den Lautsprechern von
Monitor Audio und Isophon wiederfindet. Durch die leichte Anhebung des
Grundtonbereiches vermissen wir in der Stimmdarstellung ein wenig
Transparenz. Gegenüber der aktiven Ausführung gelang ihr das
Herausarbeiten von Klangdetails wiederum etwas besser, denn feine
Stimmkonturen bildet sie vielschichtiger ab - auch kleine tonale
Schwankungen sind sehr nuanciert hörbar. Ebenfalls auf einem hohen
Niveau befindet sich das Auflösungsvermögen im
Hochtonbereich: Durchhörbarkeit und Detaillierungvermögen
sorgen im Einklang mit einer leicht seidigen/sanften Tonalität
für eine gleichmeraßen informationsreiche sowie
Akustik. Ergänzend kommt zu dieser vorteilhaften
Klangauslegung, noch eine sehr gutes räumliches
Darstellungsvermögen hinzu. Die Adam Compact passiv bauen einen
großdimensionierten Hörraum auf. War die Umsetzung von
feindynamischen Ereignissen bei der Aktiv-Variante ein eher
düsteres Kapitel, so holen die anderen Adam Lautsprecher ein
deutlich besseres Ergebnis nach Hause. Sie muss sich lediglich der
überragenden Isophon Galileo klar geschlagen geben und kommt fast
an die Leistungen der Monitor Audio GS-10 und der Elac 310.2 Jet heran. Dass
die Gesamtwertung dieser Klangdisziplin dennoch nicht ganz so hoch
ausfällt, liegt an der ordentlichen, aber nicht sensationellen
Grobdynamik. Hier würden wir uns etwas mehr Impulsivität
wünschen. ndererseits mag es gewiss auch Hörer geben,
die eine leicht gebremste Gangart durchaus zu schätzen wissen, da
somit auch energisch abgemischte Stücke über mehrere Stunden
hinweg im Hintergrund genossen werden kann.
Die Pegelfestigkeit
zeigt zwar eine deutliche Steigerung gegenüber der aktiven
Variante, kann aber dennoch lediglich die Kompaktlautsprecher von
Piega, Elac und Mission auf die Ränge verweisen und befindet sich
mit der A.C.T AL20 auf Augenhöhe. Limitierender Faktor bei der
Adam Compact (passiv) ist der relativ schnell anschlagende
Tiefmitteltöner. Interessanterweise zeigt ihr Hochtöner
(im Gegensatz zum Aktivlautsprecher) keinerlei Anzeichen von Problemen
und macht einen sehr belastungsfähigen Eindruck. Solange der
Tiefmitteltöner mitspielt, macht das laute Musikhören
aufgrund der Klangauslegung sogar großen Spaß.
Fazit:
Würden
wir ein sportliches Pendant zum Vergleich beider Adam Lautsprecher
heranziehen wollen, so würde sich hier fast schon das
Fußball- Länderspiel zwischen Deutschland und San Marino
(Endstand 13:0) empfehlen! Der Unterschied ist sicherlich nicht ganz so
extrem, aber insgesamt konnte sich die Passivkonstruktion ganz klar
durchsetzen. In Bezug auf die Tonalität sind beide Schallwandler
mit einer gefälligen, sanften Abstimmung sehr interessant geraten,
doch eine verbesserungsbedürftige Hoch- und Tieftondifferenzierung
werfen die aktiven Lautsprecher zurück. Abgesehen von der
ebenfalls nicht ganz überzeugenden Raumdurchzeichnung ist es vor
allem die geringe Dynamik und kaum vorhandene Pegelfestigkeit, die
für einen klaren Sieg der Passiv-Konstruktion sorgen.
| Tonalität |
8,5 |
| Bass-Performance |
7 |
| Stimmdarstellung |
7 |
| Auflösung/Hochtonbereich |
8 |
| Raumabbildung |
7,5 |
| Dynamik |
8 |
| Pegelfestigkeit |
6 |
| Summe aller Punkte |
52 |
| Durchschnitt |
7,4 |
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