FORUM KONTAKT IMPRESSUM
Google

Panasonic-Tests Advertisement

Nubert-Tests

 HARDWARE-TESTS

Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: zehn Oberklasse-Modelle im Vergleich
(Seite 5 von 12)
Adam Compact C2 passiv

   - Verarbeitung 


Unserer Meinung nach steht die silberne Oberflächenausführung der A.R.T. Compact deutlich besser, als das Ahornfurnier des anderen Adam Boxenpaares. Dies liegt zum Einen an der gefälligeren Kombinatorik mit der Frontblende, als auch der leicht glänzenden Lackierung, die optisch etwas gediegener als die Ahornausführung daherkommt.



Saubere Einpassung der rückwärtigen Metallblende. Diese ist sehr groß und fällt fast die gesamte hintere Fläche aus. Der Grund ist relativ einfach erklärt: beide A.R.T. Compact Versionen bauen auf derselben Basis, so dass die Gehäuse schon vorgegeben sind. Außerdem lässt sich somit ohne Probleme ein Upgrade auf die Aktiv-Variante durchführen, indem lediglich das Verstärkermodul eingesetzt wird.



Hochwertige WBT-Terminals in Bi-Amping Ausführung, und trotzdem haben wir einen kleinen Kritikpunkt an dieser Lösung auszusetzen: wer weder mit Bananas noch per Kabelschuhen seine Lautsprecherkabel an die A.R.T. Compact Passive anschließen will, wird unweigerlich ein wenig mit der Bi-Wiring Verbindung "kämpfen" müssen, eher eine feste Verbindung sichergestellt ist. Das gleiche Problem bemängeln wir auch bei der Isophon Galileo, zumal sich die Problematik dank der versenkten Terminals sogar nicht verstärken. Interessanterweise greifen beide Boxen dabei auf diesselben WBT-Terminals zurück - vielleicht sollten die Entwickler auch einmal nach anderen Ausführungen dieses Herstellers Ausschau halten.

Insgesamt schneidet die A.R.T Compact Passive mit einer Bewertung von xxx Punkten etwas besser ab, als ihre Kontrahentin aus gleichem Hause. Trotz besserer Oberflächenausführung und der guten Anschlussterminals reicht es aber auch für das zweite Adam Boxenpaar nicht zu einer Höchstwertung. Nach wie vor fällt die Box gegenüber den anderen Vertretern etwas ab, was die Formensprache betrifft. 
   - Technischer Aufbau

Die A.R.T. (=Accelerated Ribbon Technology) Hoch- und Mitteltöner, basiert auf dem von Dr. Oskar Heil entwickelten Air Motion Transformer und beschreitet neue Wege im Bewegungsablauf, um die Musikwiedergabe zu verbessern. Die Lautsprechermembran besteht aus einer lamellenförmig gefalteten Folie, deren einzelne Lamellen sich im Takt des eingespeisten Musiksignals öffnen und schließen, so daß die Luft entsprechend eingesogen und ausgestoßen wird.

Damit ist das allen anderen Antriebsprinzipien gemeinsame Kolbenprinzip überwunden, das stets nur einen 1:1 linearen Zusammenhang zwischen Membran- und Luftgeschwindigkeit ermöglicht. Andere Lautsprecherkonstruktionen, seien es schwingspulgetriebene, Magneto- oder Elektrostaten, auch Piezo- oder Magnetostriktionslautsprecher arbeiten mit diesem linearen Antrieb, das heißt die Membran setzt ihre Bewegungen 1:1 in Luftdruckschwankungen um, Membran- und Luftgeschwindigkeit sind identisch. Dies ist insofern problematisch, als daß die Luft der im Vergleich zu ihr selbst schweren Antriebsmechanik extrem wenig Widerstand entgegensetzt; im elektrischen Ersatzschaltbild spricht man von schlechter Anpassung zwischen Quelle und Last. Diese Fehlanpassung ist einer der wesentlichen Gründe für den schlechten Wirkungsgrad von 1-2%, den es bei Lautsprechern zu beklagen gibt.


Die Grundidee der A.R.T. Technologie überwindet dieses Problem, da durch die Membranfaltung eine Geschwindigkeitstransformation erreicht wird, die bei den vorliegenden Hoch- und Mitteltönern etwa 4:1 beträgt. Ähnlich wie sich beim Atmen der Brustkorb nur langsam hebt und senkt, die Luft aber schnell ein- und austritt, so treiben A.R.T. Membranen die Luft schneller in ihre oder aus ihren Falten als sie sich selbst bewegen. Neben diesem Transformationsvorteil ist noch die Auflösung der Gesamtmembran in einzelne, flächig angetriebene Teilmembrane hervorzuheben. So werden die Probleme des Aufbrechens der Gesamtmembran speziell zu höheren Frequenzen hin vermieden; die besonders bei Kalotten einsetzende Dynamikbegrenzung bleibt aus.

Der normale dynamische Lautsprecher, der heute in über 99 Prozent aller Lautsprecher eingesetzt wird, hat sich seit seiner Erfindung kaum verändert. Er erzeugt die seinem elektrischen Eingangssignal entsprechenden Luftdruckschwankungen durch eine mit einem Schwingspulantrieb starr verbundenen Membran.
In der Regel sind dies trichter- oder kalottenförmig ausgeformte Membranen aus Gewebe, Papier, Kunststoff oder Leichtmetallen. Die Grenze dieser Konstruktion liegen in der relativ hohen Masse des Membran-Schwingspulgebildes, welches den Übertragungsbereich nach oben begrenzt, sowie in dem Eigenleben, das die bei höheren Frequenzen eben nicht so starren Kalotten führen, wodurch die Qualität der Wiedergabe gemindert wird.

Ein historisch schon früh vollzogener Schritt war die Entwicklung von Bändchenlautsprechern, die aus einem dünnen stromdurchflossenen Aluminiumstreifen bestehen, der in einem starken Magnetfeld schwingt. Probleme sind hier die sehr niedrige Impedanz, die einen Übertrager nötig macht, sowie Einschränkungen in Wirkungsgrad und Dynamik.

Hochtöner nach dem A.R.T. (=Accelerated Ribbon Technology) Prinzip besitzen z.B. einen überdurchschnittlichen Wirkungsgrad von 93 dB/W/m, eine linealgerade Impedanz von 3,2 ± 0,05 Ohm, eine vernünftige Dispersion mit einer konstruktiv beabsichtigten Bevorzugung der horizontalen Abstrahlung sowie eine thermische Belastbarkeit, die um den Faktor 2 - 3 höher liegt als die einer 25 mm Kalotte.

nstruktionsprinzip 2-Wege Bass-Reflex System
Chassis-Bestückung ART Tweeter, 18,6mm TMT
max. Belastbarkeit 100 Watt
Wirkungsgrad 86db
Impedanz 4 Ohm
Abmessung (B,H,T) 21 x 43,5 x 29 cm
Gewicht 10 Kg
- Höreindruck

Ähnlich wie die Aktiv-Variante, gefällt auch das passive Derivant mit einer insgesamt recht neutralen und ausgewogenen Spielweise. Aufgrund einer leichten Grundtonbetonung und einer eher seidig/weichen Hochtonabstimmung, positioniert sich die AC2P als ein Schallwandler, der vor allem das entspannte, unaufdringliche Hören fokussiert. In unseren Hörtests konnte sich die Compact passiv bei jeder Art von Musik gut in Szene setzen, selbst Techno- oder Heavy Metal Musik bringt sie schwungvoll und intensiv rüber, ohne dabei (wie zB. die Monitor Audio GS-10) die volle Aufmerksamkeit vom Hörer zu erzwingen. Die gebotene Bass-Performance ordnet sich dabei im oberen Feld unseres Vergleichstest ein und übertrifft damit die Aktiv-Variante sehr deutlich. Tieffrequente Signale setzt sie verbindlich und präzise um, auch wenn sie sich in Bezug auf Differenzierungsvermögen und Tiefgang hinter den Lautsprechern von Monitor Audio und Isophon wiederfindet. Durch die leichte Anhebung des Grundtonbereiches vermissen wir in der  Stimmdarstellung ein wenig Transparenz. Gegenüber der aktiven Ausführung gelang ihr das Herausarbeiten von Klangdetails wiederum etwas besser, denn feine Stimmkonturen bildet sie vielschichtiger ab - auch kleine tonale Schwankungen sind sehr nuanciert hörbar. Ebenfalls auf einem hohen Niveau befindet sich das Auflösungsvermögen im Hochtonbereich: Durchhörbarkeit und Detaillierungvermögen sorgen im Einklang mit einer leicht seidigen/sanften Tonalität für eine gleichmeraßen informationsreiche sowie  Akustik.  Ergänzend kommt zu dieser vorteilhaften Klangauslegung, noch eine sehr gutes räumliches Darstellungsvermögen hinzu. Die Adam Compact passiv bauen einen großdimensionierten Hörraum auf. War die Umsetzung von feindynamischen Ereignissen bei der Aktiv-Variante ein eher düsteres Kapitel, so holen die anderen Adam Lautsprecher ein deutlich besseres Ergebnis nach Hause. Sie muss sich lediglich der überragenden Isophon Galileo klar geschlagen geben und kommt fast an die Leistungen der Monitor Audio GS-10 und der Elac 310.2 Jet heran. Dass die Gesamtwertung dieser Klangdisziplin dennoch nicht ganz so hoch ausfällt, liegt an der ordentlichen, aber nicht sensationellen Grobdynamik. Hier würden wir uns etwas mehr Impulsivität wünschen.  ndererseits mag es gewiss auch Hörer geben, die eine leicht gebremste Gangart durchaus zu schätzen wissen, da somit auch energisch abgemischte Stücke über mehrere Stunden hinweg im Hintergrund genossen werden kann.
Die Pegelfestigkeit zeigt zwar eine deutliche Steigerung gegenüber der aktiven Variante, kann aber dennoch lediglich die Kompaktlautsprecher von Piega, Elac und Mission auf die Ränge verweisen und befindet sich mit der A.C.T AL20 auf Augenhöhe. Limitierender Faktor bei der Adam Compact (passiv) ist der relativ schnell anschlagende Tiefmitteltöner. Interessanterweise zeigt  ihr Hochtöner (im Gegensatz zum Aktivlautsprecher) keinerlei Anzeichen von Problemen und macht einen sehr belastungsfähigen Eindruck. Solange der Tiefmitteltöner mitspielt, macht das laute Musikhören aufgrund der Klangauslegung sogar großen Spaß.

Fazit:

Würden wir ein sportliches Pendant zum Vergleich beider Adam Lautsprecher heranziehen wollen, so würde sich hier fast schon das Fußball- Länderspiel zwischen Deutschland und San Marino (Endstand 13:0) empfehlen! Der Unterschied ist sicherlich nicht ganz so extrem, aber insgesamt konnte sich die Passivkonstruktion ganz klar durchsetzen. In Bezug auf die Tonalität sind beide Schallwandler mit einer gefälligen, sanften Abstimmung sehr interessant geraten, doch eine verbesserungsbedürftige Hoch- und Tieftondifferenzierung werfen die aktiven Lautsprecher zurück. Abgesehen von der ebenfalls nicht ganz überzeugenden Raumdurchzeichnung ist es vor allem die geringe Dynamik und kaum vorhandene Pegelfestigkeit, die für einen klaren Sieg der Passiv-Konstruktion sorgen.

Tonalität 8,5
Bass-Performance 7
Stimmdarstellung 7
Auflösung/Hochtonbereich 8
Raumabbildung 7,5
Dynamik 8
Pegelfestigkeit 6
Summe aller Punkte 52
Durchschnitt 7,4

zurück zu Seite 4: Adam Compakt aktiv weiter zu Seite 6: Elac

HOME > HARDWARE-TESTS > ZURÜCK <