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 HARDWARE-TESTS

Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: zehn Oberklasse-Modelle im Vergleich
(Seite 4 von 12)
Adam Compact C2 aktiv
- Verarbeitung:

  

Die relativ großen Boxen von Adam wirken dank ihrer üppigen Statur nicht unbedingt besonders filigran oder gar elegant. Auch wenn der Hersteller sich redlich Mühe gibt, seine HiFi Produkte optisch vom Studio-Look abzugrenzen, so wirken die ART C2 dennoch etwas nüchtern. Die Schallwand besteht aus einer grau lackiertem MDF-Platte , welche



Die hier gezeigte Ausführung in Ahornfurnier besteht aus Echtholz. Nur leider sieht man ihr es kaum an, da die Oberfläche fast schon zu gleichmäßig aussieht und auch noch unnatürlich hell gebeizt wurde. Der etwas ernüchternde Verarbeitungseindruck wird zudem noch von der Kantenverarbeitung untermauert: obwohl keine Stoßkanten sichtbar sind, so zeigt sich z.B. im Vergleich zur A.C.T. AL20 ein deutlicher Unterschied, wo per aufwändiger Stabverleimung ein deutlich schönerer Biegeradius geboten wird. Wegen solcher Details verströmt die Adam Box keinen High-End Flair im Wohnzimmer sondern würde eher dem Charme eines Jugendzimmers oder des Hobbykellers entsprechen.



Die Chassis sind einwandfrei eingepasst - keine Fuge fällt uns beim kritischen Beäugen der ART Compact auf. Dafür aber bemängeln wir die optisch unschöne Abdeckkappe inmitten des Tiefmitteltöners. Mit einer 7-Punkte-Wertung bildet die Compact Active das Schlusslicht dieses Vergleichstests.

   - technischer Aufbau

Bitte beachten Sie, dass wir uns hier ausschließlich mit den Besonderheit der Aktiv-Variante auseinandersetzen. Die grundlegenden Eigenschaften können Sie der nachfolgenden Seite entnehmen, wo wir die passive Konstruktion ausführlich vorstellen.



Die A.R.T. Compact Active von hinten: für die AREADVD Redaktion zunächst ein etwas ungewöhnlicher Anblick, schließlich fehlen ja die üblichen Terminals für die Lautsprecherkabel. Dank einer integrierten Endstufe kann dieser Lautsprecher somit direkt an eine Vorstufe konnektiert werden, benötigt dafür jedoch pro Lautsprecher einen Stromanschluss.



Das Anschlussterminal weist keine vergoldete Kontakte auf und ist sehr zweckmäßig gestaltet. Ein klarer Nachteil ist das Fehlen eines Chinch-Eingangs: viele Anwender dürfen deswegen entweder einen (nicht gerade klangfördernden) XLR/Chinch Adapter - oder eine passende Vorstufe erwerben. Wir sind uns sicher, dass sich Adam Audio dieser Problematik bewusst ist, doch als Derivat eines Studio-Lautsprechers konnte die Grundkonzeption wahrscheinlich nicht einfach kurzerhand entsprechend abgeändert werden. Im rechten Bereich befindet sich ein zusätzlicher Netzschalter, der die A.R.T Compact Aktive komplett ausschaltet. Eine Fernbedienung liegt den Boxen leider nicht bei. Was wir ebenfalls vermissen ist eine integrierte Phasenerkennung, denn bei unseren Hörtests konnten wir beträchtliche Unterschiede der Klangqualität nach dem Umdrehen des Stromsteckers festellen. Letztgenannte sind mit einer Länge von knapp 2 Meter etwas zu kurz geraten, schließlich ist nicht davon auszugehen, dass sich in direkter Nähe eines jeden Lautsprecher auch gleich eine Steckdose befindet.



Hier spielt die aktive Lautsprechertechnik seine Vorteile aus, denn solche Justagen bietet keine High-End Endstufe. Von der Eingangssignalverstärkung bis zur Justage von Hoch- und Tieftonabstimmung kann man die Adam A.R.T. Compact Active seinen Wünschen haargenau anpassen.


Konstruktionsprinzip 2-Wege System , aktiv
Chassis-Bestückung ART Tweeter, 18,6mm TMT
max. Belastbarkeit keine Angabe
Wirkungsgrad keine Angabe
Impedanz keine Angabe
Abmessung (B,H,T) 21 x 43,5 x 29 cm
Gewicht 15 Kg
  - Höreindrücke

Die Adam C2 Aktiv (AC2A) zeigte im Hörtest ein eher langsames, fast schon bedächtiges Klangbild. Das zeitgenaue Spielen schneller Impulse lag ihr deutlich weniger, als sanfte, langsame Musikrichtungen. Hier zeichnet sich die AC2A durch ihre angenehme und niemals überschärfte bzw. aggressive Spielweise aus. In Bezug auf die Tonalitöt klingt die AC2A sehr erwachsen und bietet eine neutrale Abstimmung ohne betonte Frequenzanteile. Im Detail vermisstn wir im Bassbereich hingegen sowohl Tiefgang als auch Präzision. Die Klangdifferenzierung gelingt der passiven Variante hörbar besser, zumal diese auch mehr Nachdruck in die Wiedergabe einfließen lässt. Hinsichtlich der Stimmdarstellung ertönt die AC2C zwar nicht ganz so detailliert wie ihre Passiv-Schwester, dafür integrieren sich Stimmen etwas besser in das Klangbild und werden transparenter abgebildet. Die permanente Tendenz zur "Fülligkeit", die wir bei der Passiv-Variante vorfanden, ist bei der AC2A nicht mehr vorhanden. Während hinsichtlich der Stimmdarstellung unterm Strich ein Gleichstand beider Adam Konstruktionen abzeichnet, verschiebt sich das Kräftverhältnis in Bezug auf Hochton- und Raumabbildung ganz eindeutig zu Gunsten der passiven C2. Die AC2A spielt im hohen Frequenzbereich deutlich zu matt bzw. seidig. Selbst mit einer +3db Höhenanhebung vermissen wir etwas Frische und Spritzigkeit im Klangbild. Die Raumabbildung gelingt der AC2A indes recht anständig, wobei auch hier die Passiv-Variante ein noch besseres Niveau bietet und noch etwas luftiger ertönt. Breite und Tiefe des Raumes befinden sich mit der AC2A auf einem guten, nicht aber rekordverdächtigem Niveau. Wenig Grund zur Freude bietet die AC2A leider auch in den Disziplinen Dynamik sowie Pegelfestigkeit: vor allem feindynamische Effekte wie das schnelle, laute Anreißen von Gitarrensaiten verlieren an Impulsivität und Lebendigkeit. Selbst mit dem wuchtigen Nightwish-Sound bot die AC2A weder grob- noch feindynamische Glanztaten und muss sich leider im hinteren Bereich unseres Testfeldes einordnen. Im Vergleich zur besseren Passiv-Varianten gewannen wir schnell den Eindruck, dass die internen Endstufen der AC2A für den Mangel an Vehemenz und Antrittsschnelligkeit verantwortlich sind. In Kombination mit dem leider ernüchterndem Pegelfestigkeitsergebnis erhärtet sich dieser Verdacht sogar noch: die Elektronik begrenzt die Box schon bei moderaten Pegeln. Sobald ein prägnantes, hochtonlastiges Element etwas überhalb der üblichen Zimmerlautstärke wiedergegeben wird, schalten die Adam Schallwandler in einen Safe-Modus und reduzieren die Lautstärke erheblich. Durch diese Fessel ist ein lautes, intensives Hören leider nicht möglich. Solange die Schutzschaltung nicht greift, sind zwar keine Unsauberkeiten zuerkennen, doch angesichts des niedrigen Pegels entspricht dieser Umstand leider keiner besonderen Meisterleistung.

Fazit:

Selbst wer keine Endstufen besitzt, fährt mit der passiv-Variante besser: schon bei Stereo können Sie für 1200 Euro Preisdifferenz hervorragende Endstufen vom Schlage einer Vincent SP997 erwerben - die fantastische Advance-Acoustic MAA405 bekommen sie für diese Differenz fast schin im Doppelpack für Bi-Amping. Zusammen mit den tonalen Vorteilen der Passiv-Varianten können wir diesbezüglich nur eine klare Empfehlung aussprechen, zumal sich bei einerm späteren Mehrkanallösung die preisliche Diskrepanz sogar noch vervielfacht - und im Extremfall (7,1) sogar eine High-End Mehrkanal-Endstufe gleichteuer/günstiger ist. Dazu kommt noch die gestigene Kabelproblematik und das Problem/Gefahrt falsch gepolter Netzstecker.

Tonalität 8,5
Bass-Performance 5
Stimmdarstellung 7
Auflösung/Hochtonbereich 6
Raumabbildung 6
Dynamik 6
Pegelfestigkeit 5

Summe aller Punkte 43,5
Durchschnitt 6,2

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