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Nubert-Tests

 HARDWARE-TESTS

Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: zehn Oberklasse-Modelle im Vergleich
(Seite 3 von 12)
A.C.T. AL20

  - Verarbeitung: 



Mit klassischen Gehäuseproportionen treten die kleinen A.C.T. Boxen an. Unser Testexemplar im edlen Kirschfurnier sollte daher in fast jedem Ambiente eine gute Figur abgeben. Erst Recht, weil aufgrund der Kleinserienfertigung jedes Boxenpaar individuell für jeden Kunden nach Bestellung gebaut wird und deswegen auch besondere Wünsche hinsichtlich Oberflächenausführung problemlos realisiert werden können. Selbst eine Änderung der Gehäuseabmessung stellt (in engen Grenzen) keine unüberwindbare Hürde für das A.C.T.-Team dar.


So kennen wir Produkte von A.C.T.: handwerklich auf allerhöchstem Niveau. Obwohl die AL20 eine der günstigeren Offerten innerhalb des Testfeldes darstellt, muss sie sich in Bezug auf die Verarbeitung vor keinem anderem Produkt des Vergleichsfeldes fürchten. Sowohl die Qualität der Furniere, als auch insbesondere die perfekte Kantenverarbeitung, sind ein Zeugniss von großer Liebe zum Detail. Sowohl die vorderen Chassis als auch das Bassreflexrohr sowie das rückwärtige Anschlusspanel wurden sorgfältig eingepasst - so dass man bei der Suche nach Kritikpunkten höchstens das unspektakuäre schwarze Stoffgitter (nicht abgebildet) oder die etwas zu klein geratenen Lautsprecherterminals nennen muss. Da die AL20 aber (zusammen mit der fast dreimal so teuren Isophon Galileo) die einzige Box ist, die nach Kundenwunsch furniert bzw. lackiert werden kann, vergeben wir dennoch die volle Punktzahl an die kleine Lautsprecher-Manufaktur aus Waging am See. 

  - technischer Aufbau:

Wie schon im vorherigem Absatz erwähnt, gibt sich die AL20 als bodenständige bzw. routinierte Lautsprecherentwicklung. Dies macht auch vor dem Innenleben nicht Halt (was keineswegs eine negative Aussage darstellen soll). Chefentwickler Klaus Gruber greift bei der AL20 hauptsächlich auf Produkte des Zulieferers "Vifa" zurück: als Chassis kommt deren 14cm Tiefmitteltöner in Kombination mit einer 20mm HT-Kalotte zum Einsatz. Die Trennung beider Systeme wird bei 3,5 Khz vorgenommen. Primär wurde die Bassreflexabstimmung auf ein möglichst gutes Einschwingverhalten in optimiert, der maximale Tiefgang liegt aber dennoch bei beachtlichen 50Hz.

Die Belastbarkeit dieser 4 Ohm Konstruktion liegt bei ca. 100 Watt, schon Verstärker mit einer Leistung von 30 Watt sind geeignet, um die AL20 anzutreiben. Auf der Frequenzweiche befinden sich Folienkondensatoren, Luftspulen sowie Metalloxidwiderstände, wobei die klangrelevanten Elemente sogar vor der Assemblierung paarweise ausgemessen bzw. selektiert werden, damit innerhalb eines Boxenpaares keine Klangunterschiede den Hörgenuss beeinträchtigen. Abgesehen von der Realisierung bei Kundenwünschen hinsichtlich der äußeren Gestaltung, sind auch klangliche Sonderanfertigungen bei A.C.T. möglich. Eigene Klangvorlieben können somit berücksichtigt werden, was innerhalb unseres Testfeldes ein absolutes Novum darstellt.

Konstruktionsprinzip 2-Wege System Bassreflex
Chassis-Bestückung 25mm HT, 140mm MT
max. Belastbarkeit 90 Watt
Wirkungsgrad 86db
Impedanz 4 Ohm
Abmessung (B,H,T) 16,2 x 29,4 x 27,0
Gewicht 5,5 Kg
  - Höreindrücke:

Dass Entwickler Klaus Gruber ein Subwoofer-Spezialist ist, merkt man der AL20 schon nach kurzer Zeit an: sie klingt wie eine typische Satellitenbox, die für eine Ergänzung via Subwoofer gebaut wurde. Dies ist keineswegs negativ gemeint, denn so konzentriert sie sich bei ihrer Wiedergabe auf andere Klangaspekte und kann insbesondere mit einem feindynamisch stets überzeugendem Temperament aufwarten. Die Dosierung von Stimmanteilen sowie Instrumenten gelingt ihr sehr ausgewogen - nur sehr selten kommt die kleine AL20 ein wenig vom Pfad der akustischen Balance ab. Eindringliche, kraftvolle Männerstimmen liegen ihr nicht sonderlich, hier vermissen wir einen etwas präsenteren Grundtonbereich. Die "Norah Jones"-CD lag den AL20 hingegen recht gut, sie befindet sich in Bezug auf Stimmtransparenz auf einem hohem Niveau und lässt den Hörer auch die dahinterliegenden Klangebenen wahrnehmen. Im Vergleich zur Isophon Galileo werden dabei zwar nicht alle feinen Klangdetails restlos wiedergegeben, doch ihre gute und klar definierte Raumabbildung vermittelt dennoch viel Freude am Hören - besonders in Relation zu Gehäusegröße und Preis. Besonders audiophil veranlagte Hörer würden an der recht schlanken, dafür aber verbindlichen Bassdarstellung viel Spaß haben, mit der etwas blassen Hochtondarstellung aber wahrscheinlich keine große Freude empfinden. Hier fehlt es etwas an Brillanz, was dem Klangbild leider einen kleinen Mangel an Lebendigkeit und Frische beschert. Sie rutscht aber diesbezüglich nicht extrem ab, sondern ordnet sich im Mittelfeld ein. Ähnlich verhält es sich hinsichtlich der Pegelfestigkeit: da sie ohnehin nicht auf die Jagd nach der tiefsten, wuchtigen Bass-Wiedergabe geht, arbeitet der Tiefmitteltöner nicht übermäßig viel. So bleibt die AL20 auch bei höheren Pegeln verhältnismäßig sauber bzw. kontrolliert und kann manche Kontrahenten hinter sich lassen. Sowohl die Piega TS3 aber auch die teurere Mission e81 hat sie in jeder Klangdisziplin fest im Griff. Abgesehen von der Elac C310.2 Jet (die mit 650 Euro /Stückpreis in einer höheren Preisregion spielt), kann die AL20 somit auf dem Gipfel der kleinvolumigen Kompaktlautsprecher das Testfeld verlassen. 

Tonalität 8
Bass-Performance 6,5
Stimmdarstellung 6,5
Auflösung/Hochtonbereich 6,5
Raumabbildung 7
Dynamik 6,5
Pegelfestigkeit 5

Summe aller Punkte 46
Durchschnitt 6,6

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