Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: zehn Oberklasse-Modelle im Vergleich
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A.C.T. AL20
- Verarbeitung:          

Mit
klassischen Gehäuseproportionen treten die kleinen A.C.T. Boxen
an. Unser Testexemplar im edlen Kirschfurnier sollte daher in fast
jedem Ambiente eine gute Figur abgeben. Erst Recht, weil aufgrund der
Kleinserienfertigung jedes Boxenpaar individuell für jeden Kunden
nach Bestellung gebaut wird und deswegen auch besondere Wünsche
hinsichtlich Oberflächenausführung problemlos realisiert
werden können. Selbst eine Änderung der Gehäuseabmessung
stellt (in engen Grenzen) keine unüberwindbare Hürde für
das A.C.T.-Team dar.
So
kennen wir Produkte von A.C.T.: handwerklich auf allerhöchstem
Niveau. Obwohl die AL20 eine der günstigeren Offerten innerhalb
des Testfeldes darstellt, muss sie sich in Bezug auf die Verarbeitung
vor keinem anderem Produkt des Vergleichsfeldes fürchten. Sowohl
die Qualität der Furniere, als auch insbesondere die perfekte
Kantenverarbeitung, sind ein Zeugniss von großer Liebe zum
Detail. Sowohl die vorderen Chassis als auch das Bassreflexrohr sowie
das rückwärtige Anschlusspanel wurden sorgfältig
eingepasst - so dass man bei der Suche nach Kritikpunkten
höchstens das unspektakuäre schwarze Stoffgitter (nicht
abgebildet) oder die etwas zu klein geratenen Lautsprecherterminals
nennen muss. Da die AL20 aber (zusammen mit der fast dreimal so teuren
Isophon Galileo) die einzige Box ist, die nach Kundenwunsch furniert
bzw. lackiert werden kann, vergeben wir dennoch die volle Punktzahl an
die kleine Lautsprecher-Manufaktur aus Waging am See.
- technischer Aufbau:
Wie
schon im vorherigem Absatz erwähnt, gibt sich die AL20 als
bodenständige bzw. routinierte Lautsprecherentwicklung. Dies macht
auch vor dem Innenleben nicht Halt (was keineswegs eine negative
Aussage darstellen soll). Chefentwickler Klaus Gruber greift bei der
AL20 hauptsächlich auf Produkte des Zulieferers "Vifa"
zurück: als Chassis kommt deren 14cm Tiefmitteltöner in
Kombination mit einer 20mm HT-Kalotte zum Einsatz. Die Trennung beider
Systeme wird bei 3,5 Khz vorgenommen. Primär wurde die
Bassreflexabstimmung auf ein möglichst gutes Einschwingverhalten
in optimiert, der maximale Tiefgang liegt aber dennoch bei beachtlichen
50Hz.
Die Belastbarkeit dieser 4 Ohm Konstruktion liegt bei
ca. 100 Watt, schon Verstärker mit einer Leistung von 30 Watt sind
geeignet, um die AL20 anzutreiben. Auf der Frequenzweiche befinden sich
Folienkondensatoren, Luftspulen sowie Metalloxidwiderstände, wobei
die klangrelevanten Elemente sogar vor der Assemblierung paarweise
ausgemessen bzw. selektiert werden, damit innerhalb eines Boxenpaares
keine Klangunterschiede den Hörgenuss beeinträchtigen.
Abgesehen von der Realisierung bei Kundenwünschen hinsichtlich der
äußeren Gestaltung, sind auch klangliche Sonderanfertigungen
bei A.C.T. möglich. Eigene Klangvorlieben können somit
berücksichtigt werden, was innerhalb unseres Testfeldes ein
absolutes Novum darstellt.
| Konstruktionsprinzip |
2-Wege System Bassreflex |
| Chassis-Bestückung |
25mm HT, 140mm MT |
| max. Belastbarkeit |
90 Watt |
| Wirkungsgrad |
86db
|
| Impedanz |
4 Ohm |
| Abmessung (B,H,T) |
16,2 x 29,4 x 27,0 |
| Gewicht |
5,5 Kg |
- Höreindrücke:
Dass
Entwickler Klaus Gruber ein Subwoofer-Spezialist ist, merkt man der
AL20 schon nach kurzer Zeit an: sie klingt wie eine typische
Satellitenbox, die für eine Ergänzung via Subwoofer gebaut
wurde. Dies ist keineswegs negativ gemeint, denn so konzentriert sie
sich bei ihrer Wiedergabe auf andere Klangaspekte und kann insbesondere
mit einem feindynamisch stets überzeugendem Temperament aufwarten.
Die Dosierung von Stimmanteilen sowie Instrumenten gelingt ihr sehr
ausgewogen - nur sehr selten kommt die kleine AL20 ein wenig vom Pfad
der akustischen Balance ab. Eindringliche, kraftvolle
Männerstimmen liegen ihr nicht sonderlich, hier vermissen wir
einen etwas präsenteren Grundtonbereich. Die "Norah Jones"-CD lag
den AL20 hingegen recht gut, sie befindet sich in Bezug auf
Stimmtransparenz auf einem hohem Niveau und lässt den Hörer
auch die dahinterliegenden Klangebenen wahrnehmen. Im Vergleich zur
Isophon Galileo werden dabei zwar nicht alle feinen Klangdetails restlos
wiedergegeben, doch ihre gute und klar definierte Raumabbildung
vermittelt dennoch viel Freude am Hören - besonders in Relation zu
Gehäusegröße und Preis. Besonders audiophil veranlagte
Hörer würden an der recht schlanken, dafür aber
verbindlichen Bassdarstellung viel Spaß haben, mit der etwas
blassen Hochtondarstellung aber wahrscheinlich keine große Freude
empfinden. Hier fehlt es etwas an Brillanz, was dem Klangbild leider
einen kleinen Mangel an Lebendigkeit und Frische beschert. Sie rutscht
aber diesbezüglich nicht extrem ab, sondern ordnet sich im
Mittelfeld ein. Ähnlich verhält es sich hinsichtlich der
Pegelfestigkeit: da sie ohnehin nicht auf die Jagd nach der tiefsten,
wuchtigen Bass-Wiedergabe geht, arbeitet der Tiefmitteltöner nicht
übermäßig viel. So bleibt die AL20 auch bei
höheren Pegeln verhältnismäßig sauber bzw.
kontrolliert und kann manche Kontrahenten hinter sich lassen. Sowohl
die Piega TS3 aber auch die teurere Mission e81 hat sie in jeder
Klangdisziplin fest im Griff. Abgesehen von der Elac C310.2 Jet (die mit 650
Euro /Stückpreis in einer höheren Preisregion spielt), kann
die AL20 somit auf dem Gipfel der kleinvolumigen Kompaktlautsprecher
das Testfeld verlassen.
| Tonalität |
8 |
| Bass-Performance |
6,5 |
| Stimmdarstellung |
6,5 |
| Auflösung/Hochtonbereich |
6,5 |
| Raumabbildung |
7 |
| Dynamik |
6,5 |
| Pegelfestigkeit |
5 |
| Summe aller Punkte |
46
|
| Durchschnitt |
6,6 |
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