Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: neun Oberklasse-Modelle im Vergleich
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Piega TS3
- Verarbeitung:          
Wer die kleinen TS3 in Händen
hält, wird überrascht sein, wie massiv sich "nur" 4 Kilogramm
Gewicht auf solch einen Winzling anfühlen. Zweifellos haben sie
das Zeug vom Superstar unter den Lautsprechern, denn sie vereinen
hochwertige Anmutung, ansprechendes Design und vollendende
Ästhetik. Die (gegen Aufpreis erhältlichen) Frontgitter
werden mit 4 Laschen direkt in die Querfugen an den Lautsprecher
geklipst. Vorteil dabei: keine Aufnahmelöcher stören die klar
gezeichnete Front. Die polierte Aluminiumoberfläche ist
schlichtweg makellos und wartet mit einem perfektem Finish auf. Sehr
akribische Zeitgenossen können sehr gerne die Lupe zücken,
und nach kleinen Unregelmäßigkeiten oder gar
Verarbeitungsfehlern suchen - sie werden keinen Grund zur Kritik
finden.
Das Markenlogo in der Nahaufnahme. Schon zu sehen ist im Hintergrund,
dass das Frontgitter zusätzlich noch mit einem feinem Stoff
versehen ist.
Die Einpassung der Chassis oder auch die Passgenauigkeit der verschiedenen Gehäuselemente könnte nicht besser sein.
Sehr hochwertige (vergoldete)
Anschlussterminals kennzeichnen sämtliche Komponenten des Piega
TS-Sets. Die exakt geführten Gewinde erlauben eine
leichtgängige, aber dennoch fest sitzende Montage der
Lautsprecherkabel. Größere Querschnitte als 4mm² sind
wegen der relativ kleinen Öffnungen nicht empfehlenswert. In
diesem Fall wäre es ratsam, auf Bananenstecker umzusteigen. Diese
lassen sich völlig problemlos hineinstecken.
- technischer Aufbau
Damit in den schlanken Gehäusen eine möglichst große
Membranfläche zur Verfügung steht, sind die
Tiefmittelton-Chassis an den Seiten abgeschnitten und erlauben somit
den Einsatz von größeren Treibern, als man spontan vermutet
hätte. Um die klangliche Performance zusätzlich zu steigern,
implementierte der Schweizer Hersteller diesen Chassis seine "MDS"
Technologie. Dahinter verbirgt sich eine spezielle Konstruktion, die
große Auslenkungen mit wenigen Verzerrungen erlaubt. Die
klanglichen Vorteile sollen sich in den Kategorien Präzision,
Tiefgang und Pegelfestigkeit finden lassen. Die Konstruktion einer TS3
stellt ein aufwändiges Unterfangen dar - die einzenen Elemente des
Aluminiumgehäuses werden mit 5000 Tonnen (!) Druck
zusammengepresst, um ideale (resonanzfreie) Arbeitsbedingungen
für die beiden Chassis zu gewährleisten.
| Konstruktionsprinzip |
2-Wege Bass-Reflex System |
| Chassis-Bestückung |
k.A |
| max. Belastbarkeit |
150 Watt |
| Wirkungsgrad |
87 dB |
| Impedanz |
4 Ohm |
| Abmessung (B,H,T) |
14,0 x 21,0 x 16,0 |
| Gewicht |
4 Kg |
- Höreindruck
Obwohl
die Piega TS 3 in Anbtracht ihrer Größe durchaus ein
überraschend hohes Niveau bieten kann, so fällt sie in
Relation zum restlichen Testfeld etwas ab. Die große tonale
Ausgewogenheit tröstet nur bedingt über die klanglichen
Defizite mancher Höraspekte hinweg. Besonders eine bessere
Differenzierung im Bass-/Mittenbereich würde der TS3 gut zu
Gesicht stehen. Hier verschwimmen manche Klangdetails und lassen
Transparenz vermissen. Bei höheren Lautstärken fängt die
TS3 schon recht früh an, im Bassbereich zu komprimieren, zumal
dann auch das restliche Frequenzspektrum unsauber wiedergegeben wird.
Bei fordernder Techno-Musik kann die Hochton-Sektion überzeugen,
zumal sie hier eine gute Tiefenstaffelung der hochfrequenten Ereignisse
umsetzt. Stimmen hingegen lösen sich nicht komplett vom
Lautsprecher und werden im Hörrraum auch nicht plastisch
zusammengesetzt. Die orchestralen Soundtracks auf der "Epics"-CD
stellen der TS3 Herausforderungen, welche sie nicht immer lösen
kann. Je vielschichtiger der Klangaufbau auf dem Medium ist, desto
nervöser verteilt die Piega-Box Klanganteile diffus im
Hörraum. Grobdynamische Ereignisse werden durch die limitierende,
komprimierende Bass-Performance eingebremst, bei moderaten Pegeln
werden Klavieranschläge aber durchaus schwungvoll interpretiert.
Die Piega TS 3 ist alles andere als ein schlechter Schallwandler - es
hat sich bei diesem Test lediglich gezeigt, dass audiophiles
Stereo-Hören mit Kompaktlautsprechern erst ab höheren Preis-
und Volumendimensionen ohne Zuhilfenahme eines Subwoofers sinnvoll ist.
Viele der oben aufgeführten Aspekte ändern sich mit
Integration eines hochwertigen Subwoofers grundlegend, so dass die TS3
unter diesen Umständen eine komplett andere Einstufung erlangen
würde. Wir haben diesen Test mit unserem A.C.T. AL4x3 DSP
Subwoofer durchgeführt und waren überrascht, wie groß
der Gewinn an Lebendigkeit und Spritzigkeit war. Dass die TS3 in
Kombination mit anderen Lautsprechern zu überzeugen weiß,
hat sie in unserem Test des kompletten Piega TS-Sets eindrucksvoll
unter Beweis gestellt. In diesem AREADVD-Mastertest hingegen waren
andere Qualitäten gefragt, so dass sich die TS3 etwas unter ihrem
eigentlichem Wert geschlagen geben muss.
| Tonalität |
8 |
| Bass-Performance |
5 |
| Stimmdarstellung |
6 |
| Auflösung/Hochtonbereich |
7 |
| Raumabbildung |
5 |
| Dynamik |
6,5 |
| Pegelfestigkeit |
4,5 |
| Summe aller Punkte |
42 |
| Durchschnitt |
6 |
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