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Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: neun Oberklasse-Modelle im Vergleich
(Seite 11 von 12)
Piega TS3
  - Verarbeitung: 


Wer die kleinen TS3 in Händen hält, wird überrascht sein, wie massiv sich "nur" 4 Kilogramm Gewicht auf solch einen Winzling anfühlen. Zweifellos haben sie das Zeug vom Superstar unter den Lautsprechern, denn sie vereinen hochwertige Anmutung, ansprechendes Design und vollendende Ästhetik. Die (gegen Aufpreis erhältlichen) Frontgitter werden mit 4 Laschen direkt in die Querfugen an den Lautsprecher geklipst. Vorteil dabei: keine Aufnahmelöcher stören die klar gezeichnete Front. Die polierte Aluminiumoberfläche ist schlichtweg makellos und wartet mit einem perfektem Finish auf. Sehr akribische Zeitgenossen können sehr gerne die Lupe zücken, und nach kleinen Unregelmäßigkeiten oder gar Verarbeitungsfehlern suchen - sie werden keinen Grund zur Kritik finden.



Das Markenlogo in der Nahaufnahme. Schon zu sehen ist im Hintergrund, dass das Frontgitter zusätzlich noch mit einem feinem Stoff versehen ist.



Die Einpassung der Chassis oder auch die Passgenauigkeit der verschiedenen Gehäuselemente könnte nicht besser sein.



Sehr hochwertige (vergoldete) Anschlussterminals kennzeichnen sämtliche Komponenten des Piega TS-Sets. Die exakt geführten Gewinde erlauben eine leichtgängige, aber dennoch fest sitzende Montage der Lautsprecherkabel. Größere Querschnitte als 4mm² sind wegen der relativ kleinen Öffnungen nicht empfehlenswert. In diesem Fall wäre es ratsam, auf Bananenstecker umzusteigen. Diese lassen sich völlig problemlos hineinstecken.
  - technischer Aufbau
Damit in den schlanken Gehäusen eine möglichst große Membranfläche zur Verfügung steht, sind die Tiefmittelton-Chassis an den Seiten abgeschnitten und erlauben somit den Einsatz von größeren Treibern, als man spontan vermutet hätte. Um die klangliche Performance zusätzlich zu steigern, implementierte der Schweizer Hersteller diesen Chassis seine "MDS" Technologie. Dahinter verbirgt sich eine spezielle Konstruktion, die große Auslenkungen mit wenigen Verzerrungen erlaubt. Die klanglichen Vorteile sollen sich in den Kategorien Präzision, Tiefgang und Pegelfestigkeit finden lassen. Die Konstruktion einer TS3 stellt ein aufwändiges Unterfangen dar - die einzenen Elemente des Aluminiumgehäuses werden mit 5000 Tonnen (!) Druck zusammengepresst, um ideale (resonanzfreie) Arbeitsbedingungen für die beiden Chassis zu gewährleisten.

Konstruktionsprinzip 2-Wege Bass-Reflex System
Chassis-Bestückung k.A
max. Belastbarkeit 150 Watt
Wirkungsgrad 87 dB
Impedanz 4 Ohm
Abmessung (B,H,T) 14,0 x 21,0 x 16,0
Gewicht 4 Kg
  - Höreindruck

Obwohl die Piega TS 3 in Anbtracht ihrer Größe durchaus ein überraschend hohes Niveau bieten kann, so fällt sie in Relation zum restlichen Testfeld etwas ab. Die große tonale Ausgewogenheit tröstet nur bedingt über die klanglichen Defizite mancher Höraspekte hinweg. Besonders eine bessere Differenzierung im Bass-/Mittenbereich würde der TS3 gut zu Gesicht stehen. Hier verschwimmen manche Klangdetails und lassen Transparenz vermissen. Bei höheren Lautstärken fängt die TS3 schon recht früh an, im Bassbereich zu komprimieren, zumal dann auch das restliche Frequenzspektrum unsauber wiedergegeben wird. Bei fordernder Techno-Musik kann die Hochton-Sektion überzeugen, zumal sie hier eine gute Tiefenstaffelung der hochfrequenten Ereignisse umsetzt. Stimmen hingegen lösen sich nicht komplett vom Lautsprecher und werden im Hörrraum auch nicht plastisch zusammengesetzt. Die orchestralen Soundtracks auf der "Epics"-CD stellen der TS3 Herausforderungen, welche sie nicht immer lösen kann. Je vielschichtiger der Klangaufbau auf dem Medium ist, desto nervöser verteilt die Piega-Box Klanganteile diffus im Hörraum. Grobdynamische Ereignisse werden durch die limitierende, komprimierende Bass-Performance eingebremst, bei moderaten Pegeln werden Klavieranschläge aber durchaus schwungvoll interpretiert. Die Piega TS 3 ist alles andere als ein schlechter Schallwandler - es hat sich bei diesem Test lediglich gezeigt, dass audiophiles Stereo-Hören mit Kompaktlautsprechern erst ab höheren Preis- und Volumendimensionen ohne Zuhilfenahme eines Subwoofers sinnvoll ist. Viele der oben aufgeführten Aspekte ändern sich mit Integration eines hochwertigen Subwoofers grundlegend, so dass die TS3 unter diesen Umständen eine komplett andere Einstufung erlangen würde. Wir haben diesen Test mit unserem A.C.T. AL4x3 DSP Subwoofer durchgeführt und waren überrascht, wie groß der Gewinn an Lebendigkeit und Spritzigkeit war. Dass die TS3 in Kombination mit anderen Lautsprechern zu überzeugen weiß, hat sie in unserem Test des kompletten Piega TS-Sets eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In diesem AREADVD-Mastertest hingegen waren andere Qualitäten gefragt, so dass sich die TS3 etwas unter ihrem eigentlichem Wert geschlagen geben muss.

Tonalität 8
Bass-Performance 5
Stimmdarstellung 6
Auflösung/Hochtonbereich 7
Raumabbildung 5
Dynamik 6,5
Pegelfestigkeit 4,5

Summe aller Punkte 42
Durchschnitt 6

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