Der AREADVD Kompaktlautsprecher Mastertest 2006: neun Oberklasse-Modelle im Vergleich
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(20.10.2006 -
LM )

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"Es
kommt nicht nur auf die Größe an...." - diesen Spruch kennt
sicherlich Jeder. Dieses Mal passt er vortrefflich zu unserem
Mastertest, denn die AREADVD Redaktion hat gleich 9
Kompaktlautsprecher-Paare vielen harten Vergleichstests unterzogen, um
Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, wieviel Klangerlebnis in den
kleinen Boxen schlummert. Damit Sie eine möglichst große
Bandbreite an verschiedenen Lautsprecherkonzepten und Preisdimensionen
bekommen, verteilen sich die 18 Boxen auf 8 Hersteller und weisen eine
Preisspanne von moderaten 375 bis hin zu üppigen 1650 Euro auf
(Stückpreise). Wir haben uns bewußt für Modelle
mittlerer bis höherer Preisregionen entschieden, da viele
Hersteller hier "bereits" High-endige Akustik für Genießer
versprechen. Zudem ist die Schnittmenge im Vergleich zu Mittelklasse
Standboxen sehr groß und eröffnet interessante Vergleiche.
Nachfolgend
möchten wir Ihnen unsere Testkandidaten kurz vorstellen, bevor wir
uns den Rubriken Verarbeitung, technischem Aufbau und der
Klangeinordnung widmen. Bitte haben Sie Verständnis dafür,
dass die einzelnen Lautsprecher nicht ganz so detailliert vorgestellt
werden können, wie bei unseren Einzeltests. Aus Gründen der
besseren Lesbarkeit sowie Übersicht straffen wie die Informationen
auf die wichtigen, essentiellen Bestandteile. Bei weiterführenden
Fragen zu den jeweiligen Produkten steht Ihnen unser Internet-Forum,
aber selbstverständlich auch die Hersteller zu Verfügung,
deren Kontaktdaten wir am Ende des Tests angeben. Bitte beachten Sie,
dass sämtliche Wertungen auf ein einheitliches Niveau ausgerichtet
sind - sie können so leichter die Unterschiede zwischen den
verschiedenen Lautsprecherklassen einschätzen.
Die Lautsprecher in der Übersicht: (per Klick auf die Bilder erhalten Sie eine Vollbildansicht)
A.C.T.
AL20, 400 Euro. Der Subwoofer-Spezialist aus dem bayrischem Waging am
See konnte mit seinen Tieftonvirtuosen bei uns schon kräftig
abräumen und hält in der Subwoofer High-End Liga mit dem
AL4x3 die Referenzmarke. Dass Diplom Ingenieur Klaus Gruber auch
hervorragende "normale" Lautsprecher anbietet, soll die kleine
Kompaktbox AL20 im edlem Kirschfurnier beweisen. Die passive
Bassreflexkonstruktion greift auf eine klassische
Chassisbestückung bestehend aus Tiefmitteltöner sowie einem
Hochtöner zurück. Leicht werden es die A.C.T. AL20 nicht
haben, denn mit einem Stückpreis von 400 Euro gehören Sie zu
den günstigsten Teilnehmern im Testfeld und besitzen zudem ein
sehr kleines Gehäusevolumen.
Adam
A.R.T. Compact aktiv, 1550 Euro. Bei der Adam Audio GmbH in Berlin
werden
schon seit geraumer Zeit einige der weltweit besten Studiomonitore
hergestellt, so dass diese Firma neben einem hervorragendem Ruf auch
eine Führungsposition in diesem Marktsegment inne hat. Das in
diesem Test angetretene Modell Compact aktiv, will seine
Studio-/Monitorherkunft gewinnbringend in die Welt des Home-Hifi
transportieren und greift hierfür auf diesselbe Technik inklusive
integriertem Verstärkermodul zurück. Daher relativiert sich
auch der Stückpreis von 1550 Euro, der mit in der Spitze des
Testfeldes liegt. Wir sind sehr gespannt, ob die Aktivbox dort auch in
klanglicher Hinsicht zu finden sein wird.
Adam A.R.T. Compact passiv,
950 Euro. Die HiFi-Serie von Adam Audio bietet nicht nur
Aktivlautsprecher, sondern hält ebenfalls klassische
Passivkonstruktionen parat. Von der Passivbauweise abgesehen,
entspricht dieser Lautsprecher zu 100% seinem Aktiv-Pendant. Wer will,
kann sogar das Verstärkermodul nachträglich einbauen und
dadurch auf die Aktiv-Variante upgraden. Der Vergleich beider Adam
Modelle stellt eines der Highlights unseres Testberichtes dar,
schließlich ist eine solche Gegenüberstellung sehr reizvoll
und wurde bislang in der HiFi-Berichterstattung vernachlässigt.
Das Passiv-Modell besitzt einen Wert von 950 Euro, was sie exakt 600
Euro günstiger als die Compact aktiv macht.
Elac C310.2 Jet, 650 Euro. Oldie but Goldie ?? Schon seit mehreren Jahren fasziniert die kleine
Elac C310.2 Jet Musikfreunde auf der ganzen Welt. Unser Test soll eine
Antwort darauf geben, ob dieser Kompaktlautsprecher dank
Bändchenhochtöner und ausgeklügeltem Metallgehäuse,
auch nach über 4 Jahren Produktzyklus immer noch als
State-of-the-Art angesehen werden kann. Diese hochgesteckten Ambitionen
scheinen dank moderater Preiseinstufung (650 Euro) und einer exklusiv-hochwertigen Optik durchaus berechtigt.

Isophon
Galileo, ab 1299 Euro. Als Favorit geht die schwäbische Isophon Box
in das Rennen, denn wir kennen diesen Schallwandler schon aus unserem
"Masterpiece" High-End Surround-Set und wissen um ihre exzellenten
Qualitäten. Abgesehen davon, dass sie eines der teuersten Modelle im
Testfeld darstellt, darf sie auch auf das größte
Gehäuse und ein sehr aufwändiges Innenleben, inklusive
Bandpass-Technologie zurückgreifen. Dadurch steht sie jedoch auch
unter gehörigem Erfolgsdruck, da sie ihren hohen Preis
gegenüber den anderen Kontrahenten mit deutlich besseren
klanglichen Leistungen rechtfertigen muss.
Focal JMLab Electra 1007BE, 1650 Euro.
Würde es ein Wettkampf um die reine Eleganz unserer Teilnehmer
geben, so stände diese bildschöne Box als Sieger schon fest.
Eine ausgeklügelte Gehäusekonstruktion und nicht zuletzt der
Einsatz eines Berillium Hochtöners unterstreichen die Ambitionen
von JMLab, dass auch die Akustik auf hohem Niveau spielen soll. Obwohl
der schicke Boxenständer im Preis bereits enthalten
ist, gehört die Electra 1007BE zu den hochpreisigsten Modellen in
diesem Vergleich und sollte um den Sieg eigentlich ein gewichtiges Wort
mitreden können.
Mission e81, 600 Euro. Die Missionboxen bieten gleich zwei Besonderheiten unseres
Testfeldes: zunächst unterscheidet sich das Boxendesign
maßgeblich von der kistenförmigen Gestaltung anderer
Hersteller und distanziert sich äußerlich sehr stark von den
typischen "Boxen"konstruktionen der meisten anderen Hersteller.
Zusätzlich beherbergt sie auch eine etwas andere
Chassiskonzeption: der Hochtöner befindet sich inmitten von zwei
Tiefmitteltönern und basiert somit auf dem D'Appolito System,
welches bei THX-Systemen seinen Ursprung hat. In der AREADVD
Test-Historie haben Mission-Lautsprecher bislang stets hervorragende
Ergebnisse erzielen können, daher darf man sehr gespannt sein, wie
sich dieses 600 Euro kostende Lautsprecherpäärchen im
Hörtest schlagen wird.
Monitor Audio Gold
Signature GS-10, 600 Euro. Die Gold Signature Serie hat bereits mit dem
Modellen GS-60 und GS-LCR in unserer Redaktion "voll eingeschlagen":
Referenzwertung in der Oberklasse (5.0 Surround-Systeme) und feste
Installation in einem unserer High-End Studios sind ein Beleg für
den extrem guten Wurf, den Monitor Audio mit seiner neuen Top-Serie
hingelegt hat. Diesen Erfolg will die GS-10 nun im
Kompaktlautsprechersegment wiederholen - dafür greift sie auf
diesselben High-Tech
Chassis (z.B. C-Cam und RST Technik) wie ihre erfolgreichen Geschwister
zurück, um auch im kleinen Gehäuse ein audiophiles Feuerwerk
abzubrennen.
Piega
TS 3, 375 Euro. Primär wurde die Piega TS3 als Rearspeaker
für die TS-Serie konzipiert. Die Schweizer Edel-Manufaktur bewirbt
ihre kleinen Kompaktlautsprecher aber auch als "überzeugende
Solisten", die einen gehörigen Klanggenuss dank
MDS-Treibertechnologie und hochwertigen Materialien ermöglichen
soll. Viel zu verlieren hat die TS3 in diesem Test nicht, denn sie
besitzt sowohl den niedrigsten Preis (375 Euro) als auch mit Abstand
das kleinste Gehäusevolumen. Doch vielleicht schlummert hier auch
ein wahrer Akustikwolf im Aluminium-Pelz, den es nur zu wecken gilt...
?
Zur
besseren Übersicht werden alle Aspekte der Boxen-Paare auf je
einer Seite zusammengefasst. Mit den untenstehenden Links können
Sie direkt zu den Teilnehmern gelangen. Am Ende des Tests befindet sich
neben dem jeweiligen Schlussfazit auch eine abschließende, direkt
vergleichende Wertungstabelle mit allen wichtigen Informationen in der
Kompaktform. Wir haben uns dazu entschlossen, auf die Bewertung des
technischen Aufbaus bzw. der Ausstattung zu verzichten, da sich diese
Faktoren ohnehin im Klang widerspiegeln. Unsere Höreindrücke
hingegen werden neben einer kompakten, aber informativen
Klangbeschreibung um eine aussagekräftige 6-Punkte umfassende
Benotung erweitert.
Diese 6 Teilwertungen beschreiben folgende klangliche Aspekte:
-
Tonalität: je neutraler ein Lautsprecher aufspielt, desto
natürlicher kann er die musikalischen Informationen vermitteln. Da
jeder Lautsprecher grundsätzlich nie eine absolut perfekte tonale
Ausgeglichenheit aufweisen kann, soll diese Teilwertung auch
dokumentieren, wie stimmig das Gesamtklangbild ist.
-
Bass-Performance: ohne tiefe Frequenzen fehlt der Musik das Fundament,
wenn ein Lautsprecher schon bei höheren Frequenzen ohne Nachdruck
spielt, schadet dies der kompletten Hörempfindung. Außerdem
spielt auch die gebotene Präzision eine große Rolle: bedingt
durch die oft anzutreffende 2-Wege Konstruktion kann ein (von
Bass-Effekten) überfordertes Chassis auch die komplette
Mittenwiedergabe negativ beeinflussen.
- Stimmdarstellung:
entscheidend für den Grad an Authenzität ist besonders die
Stimmdarstellung, denn aus dem täglichem Leben hat jeder
diesbezüglich automatisch genügend Anhaltungspunkte, im
instinktiv eine authentische Darbietung entsprechend wahrzunehmen.
Wichtig ist in dieser Disziplin, wie vielschichtig verschiedene
Stimmprofile herausgearbeitet werden können.
-
Auflösung/Hochtonbereich: eine genaue Durchzeichnung im
hochfrequenten Bereich wertet die gesamte Klangempfindung erheblich
auf. Ohne eine transparente Darstellung würden viele Details
verloren gehen, und ein sehr massives Klangbild aber wenig diffiziles
Hören bewirken.
- Raumabbildung: wer eine CD auflegt, der
will damit bewusst eine akustische Simulation bestimmter Ereignisse
konsumieren. Hierbei spielt es eine sehr entscheidene Rolle, wie ein
Lautsprecher es schafft, die Signale vom Gehäuse zu lösen,
und mit einer stabilen, ortbaren Platzierung versieht. Im Idealfall
sollte man bei geschlossenen Augen keine Lautsprecher mehr hören,
sondern dafür ein akustisches Panorama wahrnehmen.
- Dynamik: Musik lebt von Dynamik. Selbst wenn alle
zuvor genannten Aspekte auf höchstem Niveau sind, würde eine
undynamische Darbietung in etwa so emotional und mitreißend
wirken, wie diverse Bundestagsdebatten. Viele Lautsprecher konnte schon
leichte Mängel in anderen Disziplinen durch eine hervorragende
Dynamik locker ausbügeln.
- Pegelfestigkeit: nicht nur Heimwerkerkönig Tim Tayler steht
auf "Mehr auf Power", daher schenken wir selbstverständlich auch
den erreichbaren Lautstärken große Beachtung. Wichtig ist
zudem, wieviel Aufwand seites der Elektronik gefahren werden muss, um
die Lautsprecher laut genießen zu können.
Dieser Mastertest soll das Ziel haben,
Musikliebhabern den Weg zu Ihrem Traumlautsprecher zu ebnen und
hierfür eine kleine Hilfe bei der Vorauswahl zu sein. Die
Wahrnehmung von akustischen Ereignissen ist derart komplex und
individuell, dass wir ausnahmslos in jedem Fall eine umfangreiche,
eigene Hörprobe empfehlen. Aufgrund der Vielschichtigkeit der
Materie verzichten wir darauf, eine abschließende, feste
Reihenfolge festzulegen. Wir küren lediglich einen Gesamtsieger
sowie den Preis-/Leistungschampion, ansonsten wird jeder Schallwandler
mit unseren bekannten Prädikaten versehen. Wir halten unsere Leser
für mündig genug, sich aus dem Gesamtbild ein eigenes Urteil
zu fällen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Seite 3: A.C.T. AL20
Seite 4: Adam Compact C2 aktiv
Seite 5: Adam Compact C2 passiv
Seite 6: Elac 310.2 Jet
Seite 7: Isophon Galileo
Seite 8: Focal JMLab Electra 1007 BE
Seite 9: Mission E81
Seite 10: Monitor Audio Gold Signature 10
Seite 11: Piega TS3
Seite 12: Vergleichstabelle, Schlussfazit
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