Dragonheart

Original

Dragonheart

Anbieter

Universal Pictures Video (2008)

Laufzeit

102:45 min.

Bildformat

2,35:1 

Video-Codec

VC-1

Audiokanäle

1. Japanisch, Dolby Digital Plus 5.1
2. Englisch, Dolby Digital Plus 5.1
3. Französisch, Dolby Digital Plus 5.1
4. Italienisch, Dolby Digital Plus 5.1
5. Deutsch, Dolby Digital Plus 5.1
6. Spanisch, Dolby Digital Plus 5.1

Untertitel

Englisch, Deutsch, Französisch u.a.

VÖ-Termin

10.01.2008
Film  75 %

Viele Jahrhunderte vor unserer Zeit, als Drachen und Menschen noch in schönem Einvernehmen nebeneinander lebten, wird Einon, der Sohn des tyrannischen Königs lebensgefährlich am Herzen verletzt. Seine Mutter (Julie Christie) sieht, dass es nur eine Möglichkeit gibt, den Jungen zu retten. Und so wird er zur Höhle eines Drachen gebracht, welcher dem uralten Bund gemäß, der die Herrscher des Landes und den Drachen verbindet, die Hälfte seines Herzens an den Königssohn abgibt, um ihm so das Leben zu retten. Doch kaum ist der Jüngling genesen und sitzt selbst auf dem Thron, da erweist er sich als ein noch schlimmerer Herrscher als sein verstorbener Vater, den er an willkürlicher Grausamkeit mit Leichtigkeit übertrifft. Der Ritter Bowen (Dennis Quaid), der den Knaben nach dem alten Kodex der Ritter zum Streben nach Gerechtigkeit und Milde ausgebildet hatte, kann sich das Verhalten seines Schützlings nur damit erklären, dass das Herz des Drachen seine Seele vergiftet hat und schwört entsprechend auf Rache. Demgemäss zieht Bowen von da ab durch die Länder und tötet jeden Drachen, um irgendwann auch den einen zur Strecke zu bringen, den er für den finsteren Charakter Einons verantwortlich hält. Jahre später kommt Bowen in die Gegend zurück. Einon (David Thewlis) ist inzwischen erwachsen geworden und herrscht despotischer als je zuvor. Bowen trifft auf einen Drachen, der sich als der letzte seiner Art zu erkennen gibt und den Ritter schließlich davon überzeugen kann, dass Einon ihn von Anfang an getäuscht habe. Außerdem finden die beiden zu einer profitablen Partnerschaft zusammen. Denn, wie der Drache Draco treffend feststellt, wenn der letzte Drache getötet sei, sähe die Beschäftigungssituation für Drachentöter wie Bowen ziemlich düster aus. Von nun an verbreitet Draco in den umgebenden Dörfern Angst und Schrecken, bis Bowen auftaucht, das Untier zum Schein tötet und die Kopfprämie kassiert. Ein Mönch (Pete Postlethwaite), der sich zum fahrenden Chronisten umgeschult hat, begleitet den tapferen Recken auf seinem Weg um seine Heldentaten für die Nachwelt festzuhalten. Die Zusammenarbeit geht solange gut, bis Kara (Dina Meyer) auftaucht, die den Schwindel durchschaut. Sie stammt aus einem Dorf, dass besonders schlimm unter der Schreckensherrschaft des Königs leidet. Sie kann Draco und Bowen schließlich dazu überreden, gemeinsam mit den Dörflern gegen Einon anzutreten, um dessen Schreckensregime endlich zu beenden. Doch am Ende der entscheidenden Schlacht zwingt eine besondere Verbindung zwischen Draco und König Einon dem Ritter eine schwere Entscheidung auf, die seinen Gefühlen aufs äußerste widerstrebt....

Trotz der geradezu klassischen Geschichte, mit Rittern, Drachen, mutigen Jungfrauen und grausamen Königen, ist "Dragonheart" nicht ganz die Wiederauferstehung des großen Fantasy-Films, die bei diesen Voraussetzungen vielleicht zu erwarten gewesen wäre (und erst später mit "Der Herr der Ringe" kam). Der Grund liegt vornehmlich darin, dass Regisseur Rob Cohen, zwar ein unübersehbares Talent für rasante Action-Sequenzen hat und dabei auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt, ihm jedoch das Gespür dafür fehlt, wie durch ein Innehalten an den richtigen Momenten die Stimmung erzeugt wird, die durch ihre Märchenhaftigkeit den Zuschauer tatsächlich in eine andere Welt entführt. Vielleicht hätte das der ursprünglich als Regisseur vorgesehene Richard Donner, der ausgestiegen war, nachdem Harrison Ford für die Hauptrolle eine Absage erteilt hatte, besser hinbekommen. So wird die ganze Story eine Spur zu hastig abgewickelt und bleibt immer zu sehr an der Oberfläche, wodurch ein Großteil der in der Geschichte durchaus angelegten Dramatik wirkungslos verpufft.

Wird der Anspruch an den Film jedoch vom fantastischen weg auf den reinen Unterhaltungsfaktor gelenkt, so sieht das Ergebnis schon anders aus. In "Dragonheart" wechselt sich dynamische Action ab mit gelungenen Komödieneinlagen, wobei in Hinblick auf letztere besonders die pointierten Dialoge überzeugen. Die gut gewählte Besetzung bis in die Nebenrollen hinein spielt eine weitere entscheidende Rolle beim Gelingen des Filmes. Dennis Quaid gibt den desillusionierten Ritter mit der richtigen Mischung aus bitterem Humor und angeschlagenem Draufgängertum, Dina Meyer bringt für ihre Kara das notwendige Temperament mit und Pete Postlethwaite, bisher hauptsächlich für ernste Rollen wie in "In The Name Of The Father" oder "Brassed Off" bekannt, beweist ein bemerkenswertes komödiantisches Talent. Aber im Mittelpunkt steht natürlich der Drache, dessen Computeranimation für das gegenwärtig im Film Mögliche als recht gelungen bezeichnet werden kann. Als Darsteller, dessen Mimik an die des Originalsprechers Sean Connery angelehnt ist, stiehlt er seinen Mitspielern aus Fleisch und Blut ein ums andere Mal die Schau. Vor allem in den Dialogen mit Dennis Quaid, geht das Schuppentier regelmäßig als Punktsieger hervor, was in der Originalfassung dank des unnachahmlichen Sean Connery auch kein Wunder ist.

 

Bild  77 %

Das Master von "Dragonheart" zeigt immer wieder leichte Kratzer und auch eine dezente Körnigkeit. Der Kontrast schwankt zwischen einem sehr plastischen Bild mit perfektem Hell/Dunkel-Kontrast und etwas flach wirkenden Szenen, die eine Spur zu dunkel erscheinen. Die Farbsättigung ist sehr gut und trotz teilweise etwas zu bunter Farben wirkt die warme Farbgebung recht natürlich. Die Schärfe des Films ist überwiegend sehr gut und auch feine Details sind ordentlich zu erkennen. Szenen mit Digital-Effekten erscheinen meist etwas unschärfer, was aber dennoch nicht verhindert, dass die Effekte auffällig sind. Die Kompression ist gelungen und lässt keine Störungen erkennen.

 

Ton  90 %

"Dragonheart" ist weit entfernt von großen Action-Blockbustern der Neunziger Jahre wie "Armageddon" und "Godzilla", deren exzellenter Surround-Sound in erster Linie durch die hohe Lautstärke der Musik und der Effekte erreicht wird. Im großen Lärm geht aber häufig angesichts der Vielzahl der Effekte, die gleichzeitig aufgefahren werden, die Präzision und Ortbarkeit verloren. Genau hierin liegen die großen Stärken von "Dragonheart", der ebenso über eine große Anzahl von Effekten verfügt. Da hier aber meistens immer nur ein Effekt zur Zeit zu hören ist, kann man sich viel besser auf diese konzentrieren. Bei "Dragonheart" zeigt sich hier sehr viel Liebe zum Detail. Bereits die zum Anfang erklingende Musik des Films ist sehr schön. Die hörenswerten Momente entstehen bei "Dragonheart" zum Großteil aber gerade in Szenen, die an sich sehr schlicht sind und bei den meisten Filmen erst durch das Hinzufügen akustischer Trickeffekte ihren Sound verpasst bekommen. Bei "Dragonheart" werden einfach die natürlichen Geräusche der Darsteller verwendet und ein wenig aufgepeppt, ohne dass dies übertrieben klingt: Gerade "Draco" der Drache sorgt mit seinen Flügelschwingen für eine luftige Klangkulisse, die sich raumfüllend auf alle Lautsprecher verteilt. Selbst Dracos Stimme (oder besser gesagt, die des Sprechers Sean Connery) hat ein leises Timbre, welches subtil durch den Raum schwebt. Leider geht dieser Effekt in der deutschen Synchronisation verloren, in der Mario Adorf dem Drachen mit einer lispelnden Stimme einen stark veränderten Charakter gegeben hat. 

Während "Dragonheart" in den USA noch in den Neunziger Jahren als Sonderveröffentlichung zu den ersten damals seltenen DVDs mit DTS-Ton gehörte, beschränkt sich Universal wie bei allen HD DVDs aus dem eigenen Hause nur auf Dolby Digital Plus-Mehrkanalton. Diesem gelingt es aber dennoch, zu überzeugen, weil selbst heutzutage solch ausgefeilte räumliche 360 Grad-Effekte nicht selbstverständlich sind und der Ton auch klanglich überzeugt. Sowohl die Dynamik als auch die Wiedergabe im Hochtonbereich sind sehr gut. Und für 7.1-Installation bietet Dracos Rundflug in Kapitel 8 eine der besten 360 Grad-Surround-Sequenzen überhaupt.

 

Special Features
  • Filmkommentar von Regisseur Rob Cohen
  • Making of
  • Outtakes 

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 12.12.2007

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