Troja

Original

Troy

Anbieter

Warner Home Video (2006)

Laufzeit

162 min.

Bildformat

2,40:1 

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital Plus 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital Plus 5.1
3. Deutsch, Dolby TrueHD 5.1

Untertitel

Englisch, Deutsch

VÖ-Termin

15.12.2006
Film  66%

Jemand anderem die Frau auszuspannen birgt per se den Keim von mehr oder minder großem Ärger in sich; aber dass dem vollendeten Ehebruch ein ganzer Krieg folgt, hat in der Weltgeschichte doch eher Ausnahmecharakter, was allerdings nur ein Grund dafür sein dürfte, dass das folgenreiche Techtelmechtel des schmucken Paris (Orlando Bloom) mit der berückenden Helena (Diane Kruger) zu seinem noch immer anhaltenden Bekanntheitsgrad führte. Nachdem denn nun besagter Paris seine Helena ins heimische Troja verfrachtete, blies sogleich Agamemnon (Brian Cox), König von Mykene, der Bruder des gehörnten Ehemannes Menelaos (Liam Gleeson) zum Angriff auf die kleinasiatische Metropole, bietet die Politur der Familienehre doch einen praktischen (und langersehnten) Vorwand, um den eigenen politischen Wirkungsbereich entscheidend auszudehnen. Um die eigenen Erfolgschancen zu erhöhen wird weder an der Quantität, noch der Qualität der aufgebotenen Streitkräfte gespart. Bei der Ausstattung der Flotte zum Transport einer vielköpfigen Armee wird dementsprechend kräftig geklotzt und zur Feinabstimmung sind vielversprechende Krieger, wie der verschlagene Odysseus (Sean Bean) und vor allem der heldische Idealtypus, Achilles (Brad Pitt) an Bord, auch wenn die Anwerbung der Spitzenkräfte zunächst einiger Überzeugungsarbeit bedarf. König Priamos von Troja (Peter O'Toole), ob der anstehenden Krieghandlungen gegen seine Heimstatt nicht eben erfreut, steckt dennoch nicht zurück. Ganz hilflos ist er schließlich auch nicht, immerhin ist sein ältester Sohn Hektor (Eric Bana) ebenfalls alles andere als ein Weichei und ein überaus ebenbürtiger Gegner für den stolzen Achill.
So beginnt denn eine blutige Schlacht um Ehre, Liebe, Rache und Macht, in der so mancher Recke und Mächtige sein Leben aushauchen wird.

Wolfgang Petersen hat in seiner Bebilderung des trojanischen Krieges den gesamten Götterzauber der griechischen Sagen außen vor gelassen, da er dramaturgisch auch schon im bloßen menschengeführten Strategie- und Kampfgeschehen genügend Stoff für großes Breitwandkino sah, womit er zweifellos auch Recht hatte. Die bodennahe Perspektive ist in einzelnen Szenen, sowohl bei der Zeichnung der psychologischen Ebene des Helden-Duells Achilles gegen Hektor, als auch bei der Betrachtung der politischen Hintergründe, eine der Stützen des Films, die von den entscheidenden Mitspielern auch schauspielerisch angemessen mitgetragen wird. Und auch die visuelle Opulenz der Bilder gehört zu den Glanzpunkten von "Troja". Trotzdem bleibt am Ende "nur" der Eindruck eines handwerklich hochklassigen, aber emotional doch etwas schwachbrüstigen Sandalenepos, das zum Beispiel an "Gladiator" als einen anderen Vertreter der filmischen Neo-Antikenwelle, nicht herankommt, was vor allem daran liegt, dass er der persönlichen Ebene seiner Figuren doch eher fern bleibt und zum Beispiel auch die auslösende Liebesgeschichte recht blässlich daherkommen lässt.

 

Bild  76 %

In den letzten Jahren ist es Mode geworden, Filme künstlich zu verfremden. Dies ist mit Computertechnik inzwischen relativ einfach möglich. Bei "Troja" begnügten sich Wolfgang Petersen & Co. aber nicht einfach damit, den Kontrast zu überdrehen und die Farben zu verfälschen, sondern der ganze Film wurde optisch so getrimmt, dass er wirklich "alt" aussieht. Dies fällt eigentlich erst bei dieser HD DVD auf, denn die Manipulationen verändern das Bild zum Teil nur in Nuancen. Der Bildstand ist nicht perfekt, das Bild wirkt verrauscht und zeigt einige Kratzer, die Helligkeit flackert dezent, die Schärfe ist nicht hundertprozentig optimal - so als ob es sich hierbei wirklich um einen alten "Sandalenfilm" handeln würde. Trotz dieses alten Looks wurde mit der Stilisierung aber nicht übertrieben. Die HD DVD bietet immer noch eine hohe Bildqualität mit guter Bildschärfe, hohem Kontrast und kräftigen Farben in warmen Farbtönen, die allerdings auch eine Spur weniger bunt gefallen hätten. Die Bildschärfe ist gut, aber wie bereits erwähnt, niemals so gut, dass man als Zuschauer auf Anhieb erkennen würde, dass der Film von 2004 stammt. Trotzdem lohnt sich die Anschaffung der HD DVD aber, denn die Qualitätsunterschiede zur DVD-Version sind doch deutlich sichtbar. Die VC-1-Komprimierung ist auch bei diesem Titel wieder tadellos. Unregelmäßigkeiten oder Artefakte lassen sich nicht erkennen.

 

Ton  83 %

"Troja" bietet zwar nur wenige Szenen mit besonders prägnanten Surround-Effekten. Insbesondere dem Music Score von James Horner ist es aber zu verdanken, dass der Film dennoch durchgängig sehr lebendig klingt. Von Beginn an ist die Dynamik sehr hoch und die Musik vermittelt eine sehr weiträumige Atmosphäre, die über alle Kanäle verbreitet wird. Auch das Kampfgetöse der einzelnen Krieger wird als Kulisse genutzt, die einzelne Stimmen aus dem Hintergrund gut zur Geltung bringt. Gerade die Wiedergabe der Umgebungsgeräusche ist in vielen Szenen sehr vielschichtig und durch eine intensive Auslastung der Surround-Kanäle geprägt. Während man sich bei diesem sehr voluminösen Sound-Mix über keinen Mangel an Bass beklagen kann, wünscht man sich allerdings im oberen Frequenzbereich noch etwas mehr Transparenz. Denn die Höhenwiedergabe klingt insgesamt etwas matt.

"Troja" ist eine der ersten deutschen Warner HD DVDs, die zusätzlich zum Dolby Digital Plus-Audio-Track auch noch einen Dolby TrueHD-Track in deutscher Sprache bietet. Qualitativ sind aber kaum Unterschiede zwischen den beiden Tonspuren herauszuhören. Der TrueHD-Track ist um Nuancen klarer, ohne dass der Klangunterschied deutlich auffällt.

 

 

Special Features

Troja ist eine der ersten deutschen HD DVD mit der "In Movie Experience". Parallel zum Film läuft ein Audio-Kommentar-ähnlicher Zusammenschnitt verschiedener Making of-Featurettes, die in einem kleinen Fenster angezeigt werden. Ein Icon am linken Bildschirmrand signalisiert den "In Movie"-Modus und erlaubt zugleich mit den Cursor-Tasten zwischen den einzelnen Abschnitten zu wechseln. Leider werden die sonstigen Extras allesamt nur in Standard-Auflösung präsentiert.

  • IM EIFER DES GEFECHTS: Analyse der aufwändigen Actionszenen
  • VON RUINEN ZUR REALITÄT: erforscht die Geschichte hinter dem Produktions Design
  • TROJA - EINE ODYSSEE DER EFFEKTE: enthüllt die Geheimnisse der wunderbaren Spezial Effekte
  • Interaktive Galerie der Götter: animierter 3D- Führer in die griechischen Mythen
  • Prä-Visualisierungen
  • Trailer: US Kinotrailer

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film) 15.12.2006

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