Test: AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ2

Ausstattung

Der Yamaha DSP-AZ1 konnte in unserem Praxistest absolut begeistern - doch auch wenn sein Preis von 2799 EUR für das Gebotene sehr fair ist, so sind selbst viele sehr engagierte Heimcineasten und Mehrkanal-Musikfreunde nicht bereit, für das Hobby so beträchtliche Investitionen vorzunehmen. Für alle, die gehobene Qualität zum günstigeren Kaufpreis suchen, ohne aber wirklich Verzicht üben zu wollen, offeriert Yamaha seit kurzem den DSP-AZ2 für 1545 EUR. Der wahlweise in Titan oder Schwarz lieferbare AV-Verstärker decodiert "standesüblich" neben DTS/DD 5.1 auch DTS ES Matrix/Discrete 6.1 und Dolby Digital 5.1 EX. Dazu kommen noch ein Decoder für DTS 96/24 und die Surround-Aufpolierer Dolby Pro Logic II (mit allen Einstellmöglichkeiten im Music Mode) und DTS Neo:6. Wie es sich für einen Yamaha AV-Verstärker gehört, verfügt auch der DSP-AZ2 über eine große Anzahl aufwändig gestalteter Cinema- und HiFi-DSP-Programme (mehr zur DSP-Technik findet sich im Anhang zum Test, wo auch alle Programme und deren Editiermöglichkeiten aufgeführt sind). Genug Leistung kauft man auf jeden Fall ein, denn der DSP-AX2 bringt 6 x 190 W (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD, DIN) und 2 x 45 W (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD, DIN) für die Fronteffektkanäle mit. 

Für den Back Surround Bereich sieht Yamaha auch in dieser Preisklasse weiterhin nur eine Endstufe vor. In der Praxis wirkt sich dies unter den meisten Bedingungen aber praktisch kaum aus, nur wer mit mehreren Personen in großen Hörräumen Heimkino-Vorführungen genießen möchte, profitiert von 2 Lautsprechern, da durch die Sitzposition bedingte Klangunterschiede bei der Back Surround-Effektwiedergabe mit 2 Lautsprechern besser ausgeglichen werden können. Zudem erscheint das Klangbild noch minimal dichter. Da Yamaha aber mit seinen verschiedenen Cinema DSP-Programmen sowieso ein sehr voluminöses Klangbild im Surroundbereich bietet, wird dieses Manko von der Ein-Lautsprecher-Back Surround-Lösung zum größten Teil ausgeglichen. Als spezielles Yamaha-Feature gibt es für noch mehr Effektvolumen und eine noch genauere Positionierung verschiedener Effektarten zwei Endstufen für die vorderen Effektkanäle.

 

Anschlüsse sind mehr als genug vorhanden, so gibt es unter anderem zwei Komponenten-Eingänge und einen Komponenten-Ausgang, fünf optische (ein Eingang auf der Frontseite) und zwei koaxiale Digitaleingänge, zwei optische Digitalausgänge, einen kompletten Satz an Pre-Outs für alle Kanäle (Subwooferausgang doppelt vorhanden), solide Schraubverschlüsse auch für ein eventuell verwendetes Hauptlautsprecher-Paar B, eine RS232-Schnittstelle sowie einen kompletten Front-AV-Eingang inklusive optischem Digitaleingang und S-Video-Buchse. Der Fronteingang befindet sich unter einer Klappe, deren Ausführung als Beispiel für das ganze Gerät gelten kann: Solide und handwerklich hochwertig. Hier erhält der Kunde eine Verarbeitungsgüte, die der Preisklasse absolut angemessen ist. Auch die tadellos ausgeführten Drehregler bestätigen dies. Die schon gut bekannte, vorprogrammierte und lernfähige Fernbedienung ist ebenfalls von sehr guter Qualität.

 

Die verbauten Chips stammen aus der hauseigenen Chipschmiede, hier kauft Yamaha nicht zu, sondern entwickelt selber, was in der heutigen Zeit selten geworden ist. Insgesamt besticht der DSP-AZ2 mit einer funktionellen, umfassenden und hochwertigen Ausstattung und einer auf sehr hohem Niveau liegenden Verarbeitung.

Bewertung

Bedienung

Die bereits hinlänglich bekannte Yamaha-Fernbedienung kann auch diesmal wieder gefallen. Besonders handlich ist sie zwar nicht, die übersichtlich und klar angeordneten Tastengruppen fallen aber ebenso positiv auf wie die Beleuchtung der wichtigsten Funktionselemente und das kleine LC-Display, in dem die gerade aktivierte Geräte-Funktion (z.B. DVD oder LD) angezeigt wird. Selbstverständlich ist die Fernbedienung vorprogrammiert und lernfähig.  Mitgeliefert wird auch ein On Screen Display, das gerade bei den Grundeinstellungen am Anfang eine große Hilfe darstellt. Ohne Schwierigkeiten kann der DSP-AZ2 betriebsfertig justiert werden. Lobenswert: Yamaha hat sich endlich zu einer bei der Konkurrenz schon weit verbreiteten Steigerung des Bedienkomforts entschlossen, beim DSP-AZ2 können nun, wie auch schon beim RX-V1300, via OSD mit allgemeiner Gültigkeit die Lautsprecher-Abstände vom Hörplatz in Metern eingegeben werden - dies war bei Yamaha AV-Verstärkern und -Receivern nicht immer so. Noch besser gefiele uns diese Funktion allerdings, wenn man die Abstände für die Front L/R Lautsprecher und Surround L/R Lautsprecher auch getrennt für die linke und rechte Box und nicht nur für beide Boxen zusammen einstellen könnte. Für den engagierten Heimkino- und Mehrkanal-Musikfreund empfiehlt es sich, die ausführliche Bedienungsanleitung gründlich durchzulesen, im Anhang finden sich nämlich noch sehr interessante Details zum Editieren der einzelnen DSP-Programme (auch hier am Ende des Tests aufgelistet und teilweise kommentiert). Wer die nötige Geduld aufbringt und sich entsprechend Zeit nimmt, kann den DSP-AZ2 und seine vielen DSP-Programme noch dem Hörraum und dem individuellen Geschmack anpassen. Wer einmal durchschaut hat, wie es geht, und sich dei einzelnen Parameter-Bezeichnungen und deren Funktion merkt, wird für die wichtigsten DSPs bereits mit einem vertretbaren Zeitaufwand ein noch besseres akustisches Resultat erzielen können.  Doch auch mit optischen und weiteren praktischen Werten geizt der DSP-AZ2 nicht: So erfreut immer wieder das große, fein auflösende Gerätedisplay in bernsteinfarbener Ausführung mit tadellosem Kontrast, ebenso ist der AV-Verstärker mit einem praktischen Front AV-Eingang inklusive optischem Digital-Input versehen, der sich, zusammen mit weiteren, einfach und klar zu bedienenden Funktionselementen hinter der massiven Frontklappe verbirgt. Der sehr gut in der Hand liegende Lautstärkeregler vervollständigt den fast makellosen Gesamteindruck.

Bewertung

Ton

Testequipment:

  • DVD-Player Denon DVD-A1 

  • Frontlautsprecher Mirage FRX-9

  • Centerlautsprecher Mirage MC-2

  • Surroundlautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Back Surround-Lautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Aktiver Subwoofer Monitor Audio Fast Bass 212

  • Plasma Panasonic TH-37PW5

  • Verkablung von Monster

  • 5-fach Metallnetzleiste von Straightwire


Klang Film

Von einem AV-Verstärker, der über 1500 EUR kostet, erwartet man verschiedenen Dinge: So zum Beispiel, dass man nicht unbedingt einen aktiven Subwoofer anschließen muss, um eine ansprechende Basswiedergabe zu erreichen. Dies ist sogar inzwischen bei verschiedenen besonders gut gelungenen Modelle der Preiskategorie bis knapp über 700 EUR möglich (z.B. Pioneer VSX-D811, Marantz SR-4300 oder Harman Kardon AVR-3550). Also erwartet man von einem deutlich teureren Gerät auch deutlich mehr. So zum Beispiel, dass die Basskraft auch bei höheren Pegeln in größeren Hörräumen für ordentlich Druck sorgt. Und, dass selbst nach 3 Stunden Dauereinsatz bei höherer Lautstärke die Performance nicht wesentlich leidet. Hinzu kommt, dass beim zusätzlichen Einsatz eines aktiven Subwoofers entsprechender Dimensionierung echtes Kinofeeling und nicht nur ein kleines Surround-Feuerwerkchen geboten werden sollte.

Alles kein Problem für unseren DSP-AZ2, dessen Endstufen eine ausgezeichnete Dynamik, ein rasches Ansprechverhalten und eine hervorragende Dauer-Performance mitbringen. Die Basskraft ist enorm - auch ohne aktiven Subwoofer, auch bei hohen Pegeln, also, wenn im arbeitsintensiven Bassbereich richtig Leistung abverlangt wird. Zudem funktioniert auch die geräteinterne Bassumleitung sehr gut: Wird im Setup als Bass-Wiedergabemedium Main L/R (also die Hauptlautsprecher) eingestellt, so werden diese auch mit den Bassanteilen ansprechend versorgt.  Allen Freunden großvolumiger Standlautsprecher sei aber an dieser Stelle folgendes "Geheimnis" verraten: Auch wenn man bereits Heimkinospaß mit hochwertigen großen Standboxen haben kann - vorausgesetzt, ein potenter Verstärker wie der DSP-AZ2 ist im Equipment vorhanden -, noch mehr "Feuer" in Form tieffrequenter Effektgewalt, subtiler Tiefbasswiedergabe und einem vollkommen überzeugenden Gesamtvolumen wird erst mit Hilfe eines aktiven Subwoofers erreicht. Dieser sollte allerdings von ausgezeichneter Qualität sein, also die entsprechende Leistung und den entsprechenden aufwändigen Aufbau für eine Basswiedergabe z.B. ohne Strömungsgeräusche mitbringen. Ein qualitativ unterdurchschnittlicher Subwoofer vermiest durch mangelhafte Präzision, zu wenig Druck und zu frühes Durchschlagen den Mehrkanal-Spaß, hier sollte man also nicht am falschen Ende sparen. 

Um den "Unterhaltungswert" zu steigern, bringt der Yamaha als "Bonbons" noch seine tadellosen Cinema DSP-Programme mit. Besonders empfehlenswert sind Adventure, Spectacle und Sci-Fi, zusätzlich kann man bei Filmen, die in DD 5.1 oder DTS 5.1 vorliegen und eine ausgeprägte Effektkulisse haben, noch (wie bei Geräten mit EX-Funktion üblich) manuell die Back Surround Matrix aktivieren. Ergebnis von DSP-Programm plus Back Surround Matrix ist ein intensiveres Hörerlebnis, das in einer besonders gelungenen Abstimmung von Stimm- und Effektwiedergabe sowie dem Music Score auszeichnet. Je nach Programm, präsentiert sich die Kraft der Effektwiedergabe und das Gesamtvolumen der "normalen" DD- oder DTS-Wiedergabe als hörbar überlegen. Man sollte jedoch, möchte man die DSP-Programme richtig nutzen, folgende Hinweise beachten (mehr zur DSP-Technik steht im Anhang zu diesem Test):

  • Experimentieren. Oftmals bringt erst der Vergleich mehrerer Cinema DSP-Programme das geeignete Ergebnis. Natürlich sollte auch die Art der Software (z.B. Western, Science Fiction Film, Actionspektakel á la "The Rock" oder "MI2") mit in die Überlegungen einbezogen werden.
  • Zeit nehmen. Nach fünf Minuten "gerade mal eben reinhören" findet man kaum einen Unterschied zwischen den einzelnen DSP-Programmen bzw. zwischen einem DSP-Programm und dem normalen DD/DTS-Betriebsmodus.
  • Bei allen Erwartungen realistisch bleiben. Die Yamaha DSPs können einem hervorragend abgemischten Film noch mehr akustische Brillanz verleihen sowie eine nicht voll befriedigende Tonspur wirkungsvoll aufpolieren, die Nachteile einer nicht besonders gut abgemischten DVD (schlechte, dumpfe Hochtonwiedergabe, zu wenig Volumen, unpräziser Bass, monotone Effektkulisse) können aber nicht völlig vergessen gemacht werden. 

Hörbeispiele

Bei "Mission Impossible 2" konnte sich der starke Yamaha erwartungsgemäß gut in Szene setzen. Bereits in der Anfangssequenz begeistert die Dynamik, mit der der DSP-AZ2 den Flugzeugabsturz und die Vorgeschichte wiedergibt. Die Effekte sind sehr präzise zu orten, die Effektwiedergabe ist sehr klar und facettenreich. Hier zeigt sich eine kleine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, die aber erst nach umfangreichem Probe hören zu merken sind: Während schon der DSP-AX3200 ein ausgezeichnetes Volumen der gesamten Klangkulisse bieten konnte, kommt beim DSP-AZ2 zusätzlich eine nochmals leicht gesteigerte Klarheit der Effektdarstellung hinzu. Besitzer des DSP-AX3200 müssen sich aber nicht grämen: Das bei diesem Modell gebotene Niveau ist keinesfalls deutlich schlechter, es sind wirklich nur Nuancen. Nach wie vor gehört auch der DSP-AX3200 zu den besonders gut gelungenen AV-Verstärkern gehobener Preisklassen. Natürlich und lebendig ist die Stimmwiedergabe, dazu sind die Stimmen auch tadellos ins Gesamtgeschehen eingearbeitet.

Bassattacken, die noch immer nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben, finden sich auf "Independence Day" noch immer zur Genüge. Der Yamaha zeigt bereits nach wenigen Sekunden sein Können, als das Alien-Mutterschiff mit einem kraftvollen Tiefbass den Mond passiert. Mit Wucht und Präzision schleudert der AV-Verstärker alle Arten von Effekten quer durch den Hörraum. Sehr gut: Die weitläufige Wiedergabe, die den Eindruck, hier ein besonders kraftvolles Spektakel erleben zu dürfen, verstärkt. Oftmals ist bei manchen AV-Receivern oder -Verstärkern herauszuhören, dass zwar schon eine kräftige Effektwiedergabe möglich ist, nicht allzu vielen Geräten gelingt es aber, das weitläufige, tief in den Raum gehende, dreidimensionale Klangbild in einen Hörraum zu transportieren, der natürlich nicht annähernd die Größe und die Akustik eines hervorragend aufgebauten und entsprechend dimensionierten Kinosaals hat. Den realen Erlebnis-Faktor, der erst für ein "Mittendrin-Sounderlebnis" sorgt, weiß der DSP-AZ2 exzellent zu realisieren. Sehr empfehlenswert ist hier das "SciFi"- oder auch das "Spectacle"-DSP-Progamm, die Wahl sollte sich auch nach dem individuellen Geschmack und nach dem sonstigen Equipment sowie der Größe und der Akustik des Hörraums richten. Zusätzlich raten wir, die Back Surround Matrix in Betrieb zu nehmen.

Imposant geht es auch bei "Star Wars - Episode 1, The Phantom Menace" zu. Schon die von den Fans geliebte traditionelle Eröffnungs-Melodie wird mit dem nötigen Nachdruck wiedergegeben, was folgt, ist Heimkino auf hohem Niveau: Zusammen mit einem hervorragenden Zuspieler (in unserem Falle der Denon DVD-A1) und einem entsprechenden Bildausgabegerät (in unserem Fall das Panasonic-Plasma TH-37PW5), einem sehr guten Lautsprecherset (Mirage FRX-9, MC-2, FRX-Rear) sowie dem sehr kraftvollen und präzisen Monitor Audio Fast Bass 212) sowie einer hochwertigen Verkabelung kann hier ein akustisches und visuelles Erlebnis geboten werden, das auch stark gehobenen Ansprüchen genügt. Der DSP-AZ2 trägt seinen gewichtigen Teil dazu bei, indem er mit sehr hoher Genauigkeit ein akustisches Bild der zahlreichen Laserschwert-Gefechte bereit stellt. Die verschiedenen Explosionen, z.B. die des Raumschiffes der Jedi-Botschafter direkt zu Beginn, lassen den Hörraum in seinen Grundfesten erbeben. Als DSP-Modus für diesen in Dolby Digital 5.1 EX vorliegenden Film raten wir auch in diesem Fall zum Sci-Fi-Programm, das besonders weitläufig und tief in den Raum hineingehend arbeitet.

Klang Mehrkanal-Musik

Eine gefällige, mit einem sehr guten Volumen versehene Wiedergabe war bislang auch im Mehrkanal-Musikbetrieb kennzeichnend für AV-Verstärker und -Receiver aus dem Hause Yamaha. Doch nicht nur das, denn selbst bei nur befriedigender Software holen die Yamaha-Geräte, auch wenn anstatt der verschiedenen Hifi-DSP-Programme "nur" das normale Dolby Digital 5.1, je nach Geschmack mit oder ohne manuell aktivierter Back Surround Matrix, für die Wiedergabe bemüht wird, noch erstaunlich runde Resultate aus dem nicht ganz überzeugenden Ausgangsmaterial. Natürlich können matte Höhen, wenig Volumen oder eine nicht vollkommende Detailfreudigkeit nicht völlig vergessen gemacht werden, aber es ist doch immer wieder erfreulich, dass selbst durchschnittliche DVDs wie die zum Test herangezogene Ace Of Base-DVD "Da Capo" erstaunlich komplett klingen. Dass die Höhenabmischung nicht allzu gut gelungen ist (zu dumpf, zu wenig Transparenz), lässt sich weiterhin nicht verleugnen, aber die Homogenität des Klangbilds, maßgeblich vom stimmigen Gesamtvolumen beeinflusst, zeigt, dass der DSP-AZ2 die Disc wirklich anhörbar macht. Nicht unterschätzen darf man natürlich die großen Auswirkungen, die die Akustik des Hörraums und die verwendeten Lautsprecher auf das gesamte Hörerlebnis haben. Dies wird der Vollständigkeit halber immer wieder erwähnt, damit kein Leser auf die Idee kommt, dass der AV-Verstärker praktisch ausschließlich den Klang beeinflusst. Es ist eine sorgfältige Abstimmung aller beteiligten Komponenten erforderlich, ebenfalls sollte man die akustischen Eigenschaften seines Hörraums kennen. Und: Die gesamte Anlage ist immer nur so gut wie ihr schwächstes Glied. Berücksichtigt man alle Faktoren in ausreichender Art und Weise, bereitet der DSP-AZ2 wirklich viel Hörspaß, gefallen haben uns auch seine Pegelfestigkeit, die es problemlos möglich macht, auch Hörräume, die 40 Quadratmeter groß sind, mit hohen Lautstärken zu beschallen.  

Mit akustisch sehr guten DVDs kommt der AV-Verstärker ebenfalls sehr gut zurecht. So brachte der DSP-AZ2 bei Wolfgang Amadeus Mozarts 40. Symphonie (Naxos Musical Journey DTS/DD 5.1 DVD) vor allem die Orchestereinsätze sehr gut zur Geltung: Hier stimmten alle Faktoren, von der Herausarbeitung jedes einzelnen beteiligten Instruments über die Dynamik bis zur hohen Gesamtharmonie des Klangbilds schenkte der hochwertige Verstärker jedem Part das richtige Maß an Aufmerksamkeit. Im Vergleich zum bereits ausgezeichneten Vorgänger DSP-AX3200 verbesserte Yamaha zwei Dinge: So spielt der DSP-AZ2 im Hochtonbereich noch eine Nuance freier auf, zugleich steigerte man die Präzision bei der Detaileinarbeitung, die nun noch akzentuierter, aber ohne Nachteile bei der gesamten Harmonie, vonstatten geht. Ähnliches haben wir bereits beim kürzlich getesteten RX-V1300 zwei Preisklassen niedriger, aber auf einem für die 1000 EUR-Preisklasse ebenfalls erfreulichen Level, feststellen können. 

Seine sehr guten Leistungen vervollständigt der Yamaha bei der Wiedergabe des Neujahrskonzerts 2002 (TDK Limited Edition, Director`s Cut, Seji Ozawa dirigiert die Wiener Philharmoniker/den Musikverein Wien, DTS/DD 5.1): Mit Schwung und Elan bringt der DSP-AZ2 die verschiedenen Walzer des "Walzerkönigs" Johann Strauß Sohn zur Geltung und schafft es somit, das ganz spezielle Flair, das gerade dieser Konzertsaal mit imposanter Akustik, weltberühmten Musikern und der zu Wien passenden Musik bietet, in den Hörraum zu transportieren. Zu beachten bei dieser DVD ist allerdings, dass man hier kein DSP-Programm verwenden sollte. Der Grund: Das Wiener Neujahrskonzert findet traditionell im Großen Musikvereins-Saal in Wien statt, einer der Konzerträume mit der weltbesten Akustik -  hier bräuchte man schon ein DSP-Programm mit ebendieser Prägung. Yamaha führt das passende DSP-Programm auch im Repertoire, aber nur das Topmodell DSP-AZ1 kommt in den Genuss des Großen Musikvereins-Saals in Wien (Europe Hall C: 1700 Sitzplätze, reich mit Ornamenten verziert, dadurch reichhaltige Reflexionen, kastenförmiger Aufbau). Hier sollte Yamaha vielleicht diese herausragende Akustik dieses Wiener Saals, im DSP-AZ1 sehr passend eingefangen, auch den kleineren Modellen als DSP-Programm einsetzen. 

Noch etwas Generelles: Wer gern die entsprechenden HiFi-DSP-Programme verwenden und ein akustisch überzeugendes Ergebnis sicherstellen möchte, sollte sich zuvor genau über die Vorbilder der DSP-Programme, die in der Bedienungsanleitung aufgeführt sind, informieren. Diese akustischen Vorbilder sollte man sich richtig einprägen - wenn man dann eine Multichannel DVD sein eigen nennt, deren musikalische Vorlage genau an einem der für die DSP-Programme als Vorbild dienenden Orte (z.B. die Alte Oper in Frankfurt oder die Münchener Philharmonie) aufgenommen wurde, dann erlebt man Musikgenuss auf hohem Niveau. 

Leider ist das Angebot an Software noch immer unzureichend - dabei hätte DTS 96/24 von seinen Qualitäten her eine weitaus raschere Verbreitung bezüglich zur Verfügung stehender Discs verdient. Der Yamaha DSP-AZ2 konnte sich bei der "Brasilian Bossa"-DVD, die akustisch besonders gut gelungen ist, hervorragend in Szene setzen. Die Spielfreude der Musiker, die lebendige Piano- und Flötenwiedergabe, konnte er tadellos umsetzen und so den der Musik eigenen, klaren und unverfälschten Charakter, praktisch in vollem Umfang erhalten. 

Klang Stereo/Pro Logic II Music/HiFi-DSP

Die Stereowiedergabe des DSP-AZ2 gefällt mit einem differenzierten, ausgewogenen Vortrag. Bei Johann Sebastian Bachs "Weihnachtsoratorium" (gespielt vom Gewandhausorchester Leipzig, gesungen vom Thomanerchor Leipzig in der Leipziger Nikolai-Kirche am 12.12.1998), abgelegt auf einer von führenden Klassik-Fachhändlern empfohlenen CD, gefällt die sehr schöne Instrumental- und Stimmdarstellung. Im Vergleich zum Vorgänger DSP-AX3200 verbesserte Yamaha weiter die Qualität des Hochtonbereichs. Er ist nochmals besser ausbalanciert, klar und richtig akzentuiert. Zwar erzielte bereits der DSP-AX3200 hier sehr beachtliche Leistungen, groß sind die Unterschiede daher nicht. Im direkten Vergleich (wir hatte noch einen DSP-AX3200 zur Verfügung) werden sie aber nach intensiven Testreihen hörbar. Ausgezeichnet möchte dem DSP-AZ2 auch die Stimmwiedergabe gelingen. Hier ist positiv zu vermerken, dass der DSP-AZ2 im Vergleich zum Vorgänger leicht an Natürlichkeit zulegen konnte, die gesamte Klangcharakteristik der Stimmen, verbunden mit der imposanten Raumwirkung in der Nikolaikirche, wirkt so noch realer. Nichts zu wünschen übrig für diese Preisklasse lässt die Plastizität. So schafft es der DSP-AZ2, eine umfassende Darstellung zu ermöglichen, die auch kleine Feinheiten gut berücksichtigt. Wer natürlich ein echter Stereoliebhaber ist, der findet immer noch Verbesserungsvorschläge, wie ein nochmals transparenterer Hochtonbereich, eine nochmals souveränere Gesamtdarstellung - aber die meisten Hörer werden überrascht sein, auf welch hohem Level sich die Stereowiedergabe des DSP-AZ2 befindet. 

Dieses Niveau hält die exzellente ProLogic II Integration problemlos (inklusive aller Einstellmöglichkeiten im Music Mode). Hier kommt aber nicht nur der Freund klassischer Musik, sondern auch der Liebhaber effektstarker Trance- und Dance-Musik auf seine Kosten: Der Yamaha liefert ein sehr voluminöses Klangbild auch im Surround-Bereich und lässt all die Suchenden fündig werden, die immer noch denken, im PLII Music Betrieb ließe die Basskraft zu wünschen übrig: Im mehrstündigen Testeinsatz bei verschiedenen "einschlägigen" CDs erreichte der DSP-AZ2 selbst ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer sehr gute Werte bezüglich der tieffrequenten Wiedergabe. 

Da sich Pro Logic II so gut bewährt, stellt sich natürlich bei den HiFi-DSP-Programmen die Frage, ob sie nicht zwar ein nettes Zusatzfeature darstellen, aber im Grunde keine echte Daseinsberechtigung mehr haben. Die Frage, ob die HiFi-DSP-Programme nach wie vor Sinn machen, muss gerade bei den teuren Yamaha AV-Boliden klar mit "Ja" beantwortet werden. Gerade die Liebhaber klassischer Kirchenmusik, die eine Orgel in höchster Klanggüte hören möchten, haben mit den hervorragend gemachten "Church" DSP-Programmen "Freiburg" und "Royaumont" wirkungsvolle Werkzeuge in der Hand - vorausgesetzt, die verwendete Software ist in einer der beiden Lokationen oder in einer akustisch ähnlichen Lokation aufgenommen. Ist dies der Fall, werden mit den Yamaha-eigenen Programmen bessere Ergebnisse als mit PLII Music erzielt. das Hallverhalten der Kirche wird weitaus präziser und naturgetreuer abgebildet, PLII Music bildet im Vergleich zu platt und zu undifferenziert ab. Das komplexe Reflexionsbild alter Kirchen kann vom generell sehr guten PLII Music nicht im vollen Umfang wiedergegeben werden. Dass dem so ist, liegt daran, dass die Yamaha DSP Programme völlig anders arbeiten und auf exakten akustischen Vermessungen der Original-Räumlichkeiten beruhen, die dann durch komplexe Schallverteilungs-Muster elektronisch umgesetzt werden und so die Akustik der Kirche praktisch ins heimische Wohnzimmer holen. Bei Johann Sebastian Bachs "Preludes&Fugues", gespielt von Simon Preston, wird der Unterschied zwischen PLII Music und dem Church-Programm "Freiburg" gut akustisch deutlich.

Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Dolby PLII/HiFi-DSP
Bewertung Klang Stereo

Fazit

Der DSP-AZ2 ist wieder ein typischer Yamaha-AV-Verstärker geworden - mit seiner ausgewogenen, voluminösen Darstellung eignet er sich hervorragend als "Universalwaffe", denn in beiden Einsatzgebieten, im musikalischen wie auch im heimcineastischen, kann er gleichermaßen überzeugen. Zusätzlich präsentiert sich gerade im Filmbetrieb die Detaildarstellung als im Vergleich zum bereits sehr guten Vorgänger als verbessert: Im Surround- wie auch im Frontbereich arbeitet der DSP-AZ2 auch kleine Effekte und Umgebungsgeräusche noch klarer und akzentuierter heraus, ohne aber die Gesamtverteilung des Klangbilds unpassend zu verschieben. Die Stereowiedergabe ist ebenfalls klanglich überzeugend, klar und homogen ist hier die Darstellung. Auch, was die Detailintegration angeht, liefert der DSP-AZ2 ein sehr respektables Ergebnis ab. Verschiedene Cinema- und auch HiFi-DSP-Programme sind ganz ausgezeichnet gelungen, was Yamahas Sonderstellung bezüglich der Qualität der DSP-Modi nachhaltig untermauert. Außerdem bekommt der Käufer noch umfangreiche Editier- und Anpassungsmöglichkeiten. 

Den bisherigen Eindruck vervollständigen die Endstufen, die auch in Hörräumen bis 40 Quadratmeter selbst ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer tadellose Leistungen, auch im leistungsintensiven Bassbereich, sicherstellen. Im Zusammenspiel mit einem potenten aktiven Subwoofer steigen selbstverständlich die auch im Dauerbetrieb problemlos realisierbaren Pegel weiter an - was der DSP-AZ2 ohne die Unterstützung eines aktiven "Bassisten" an Basskraft und Dauerperformance anbietet, ist aber trotzdem hervorragend und zeigt, dass alle diejenigen, die an der Leistungskraft und der Pegelfestigkeit solcher AV-Verstärker zweifeln, den DSP-AZ2 doch mal ausgiebig Probe hören und testen sollten. Ähnliches raten wir Kritikern auch beim Denon AVR-3803, der sich gerade ebenfalls bei uns im Testbetrieb befindet und dessen Endstufensektion bereits im Vorgänger AVR-3802 überzeugen konnte. 

Natürlich, mehr Performance geht immer noch, denn die teureren Modelle, die Yamaha mit dem DSP-AZ1 und Denon mit dem AVC-A11SR/AVC-A1SR im Programm führen, müssen schließlich auch noch ihre Daseinsberechtigung haben. Bei den hervorragenden Eigenschaften, die DSP-AZ2 und AVR-3803 mitbringen, dürfte das Gebotene aber selbst für Anspruchsvolle bereits reichen. Mit der Möglichkeit, nochmals deutlich höhere Maximalpegel auch in großen Hörräumen zu realisieren, einer noch wuchtigeren, kräftigeren Gesamtdarstellung, der noch exakteren Modellierung kleinster Einzelheiten sowie einem noch plastischeren Stereoklang sowie einer alles umfassenden Ausstattung setzen sich die Topliner für sehr anspruchsvolle Heimkino- und Musikliebhaber von den "Kronprinzen" ab. 

Doch zurück zum DSP-AZ2, der mit seiner hervorragenden Verarbeitung und der insgesamt einfachen Bedienung weitere Akzente setzt. Hier wird klar Oberklasse-Niveau geboten, dies gilt auch für die umfassende Ausstattung. Zwei Verbesserungsvorschläge hätten wir dennoch: So wäre ein Lautsprecher-Setup mit einer getrennten Laufzeit-Anpassung jeweils für den rechten und den linken Haupt- bzw. Surroundlautsprecher gerade in dieser Preisklasse wünschenswert (Einstellung nur Hauptlautsprecher L/R zusammen und Surroundlautsprecher L/R zusammen möglich). Zweiter Vorschlag: Noch eine zweite Endstufe für den Back Surround Bereich ins Package aufnehmen, was in der Praxis bei manchen Konstellationen kleine klangliche Vorteile brächte (z.B. wenn man im größeren Raum mit mehreren Personen Filme genießen möchte). Diese Kritikpunkte ändern aber nichts daran, dass der DSP-AZ2 zum einen eine zwar behutsame, aber sehr gelungene Weiterentwicklung des Vorgängers darstellt, zum anderen zeigt der AV-Verstärker, welches hohe Gesamtniveau in der 1500 EUR-Klasse inzwischen geboten wird. Bezieht man das Preis-/Leistungsverhältnis und die Preisklasse mit ein, ist der DSP-AZ2 einer der besten AV-Verstärker, die wir bislang getestet haben.

Mit Einbeziehung des Preis-/Leistungsverhältnisses einer der besten AV-Verstärker, die wir bislang getestet haben
 
Oberklasse
Test 23.12.2002
Preis-/Leistungsverhältnis:

 

Pro:
  • Voluminöse Filmton-Darstellung mit sehr guter Detaileinarbeitung
  • Ausgewogene und gefällige Mehrkanal-Musikwiedergabe 
  • Guter Klang auch bei nur ausreichender Software
  • Hohe Pegelfestigkeit auch beim Betrieb ohne aktiven Subwoofer
  • Sehr guter, klarer und harmonischer Stereoklang 
  • Verschiedene exzellente DSP-Programme
  • Vielfältige Editier- und Anpassungsmöglichkeiten
  • Hervorragendes Gerätedisplay
  • Umfangreiches OSD
  • Sehr gute Fernbedienung inklusive Beleuchtung
  • Überragendes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
  • Nur eine Endstufe für den Back Surround Bereich

  • Lautsprecher-Delayeinstellung sollte für jede Box einzeln möglich sein

Die technischen Grunddaten:
  • Decodiert DTS ES Matrix/Discrete 6.1, Dolby Digital 5.1 EX, DTS 96/24
  • DTS NEO:6 Music/Cinema, Dolby PLII Music/Movie mit allen Einstellmöglichkeiten im Music Mode
  • 6 x 190 W (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD, DIN) + 2 x 45 W (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD, DIN) für die Fronteffektkanäle
  • Frequenzgang: 10Hz - 100000Hz ,-3dB 
  • Klirrfaktor: 0,008% 
  • 33 DSP-Programme
  • 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler 
  • Video-Wandlung von Composite in S-Video möglich
  • Bass Extension
  • 2 Digital-In koaxial, 5 optische Digi-In (frei zuweisbar)
  • 2 optische Digitalausgänge
  • 3 Komponenteneingänge (frei zuweisbar), 1 Komponentenausgang 
  • 2 Monitorausgänge (beide FBAS/S-Video)
  • 4 Audio-Eingänge, 2 Audio-Ausgänge
  • 6 Audio/Video-Eingänge 2 Audio/Video-Ausgänge, alle S-Video/FBAS-beschaltet
  • Pre-Outs für alle Kanäle, Endstufen auftrennbar für Hauptkanäle/Centerkanal/Front-Effekt-Kanäle
  • 2 x Subwoofer-Pre Out
  • 5.1 Eingang (DVD Audio/SACD-tauglich)
  • Front AV Eingang inklusive S-Video und optischem Digitaleingang
  • RS-232 Schnittstelle auf Geräterückseite
  • Vergoldete Anschlussbuchsen
  • Fernbedienung: vorprogrammiert u. lernfähig
  • OSD
  • Gewicht 22 kg
  • Maße 435 Breite x 191 Höhe x 453 Tiefe
  • Farben: Schwarz, Titan
  • Preis: 1545 EUR
Anhang: Ausstattung und DSP-Technik

Wie von Yamaha-AV-Verstärkern und -Receivern gewohnt, tritt auch der DSP-AZ2 mit unterschiedlichen HiFi-und Cinema-DSP-Programmen in verschiedenen Variationsmöglichkeiten an. Hier der Überblick:

HiFi-DSP:

  • Concert Hall 1: Wählbar: Europe Hall A (Philharmonie München, große, fächerförmige Konzerthalle mit etwa 2500 Sitzen, wenig Reflexionen von den Wänden, der Klang breitet sich fein aus), Europe Hall B (Große kastenförmige Konzerthalle/Alte Oper in Frankfurt/Main mit weniger als 2400 Sitzplätzen. Solides, kraftvolles Klangbild. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich im rechten mittleren Abschnitt des ersten Geschosses),
  • Concert Hall 2: USA Hall C (Boston Philharmony, große Konzerthalle mit 2600 Plätzen, traditionelles europäisches Design, Betonung der mittleren und hohen Frequenzen), Live Concert (Große, runde Konzerthalle mit reichen Klangeffekten, starkes Presence Soundfeld für Betonung der Bühnencharakteristik. Der virtuelle Sitz des Zuhörers ist vorn in der Mitte in Bühnennähe)
  • Church: Freiburg (lange Nachhallverzögerung, frühzeitige Reflexionen eher klein), Royaumont (Akustik des Speiseraums im mittelalterlichen Kloster Royaumont, bei Paris gelegen)
  • Jazz Club: The Bottom Line (Jazz Club in New York mit Plätzen für 300 Personen. Klang recht natürlich, für einige Jazz-Aufnahmen geeignet. Auf jeden Fall aber, je nach Gusto, in normalem Stereo oder PLII Music gegen hören), Village Gate (New Yorker Jazzclub, der sich im Keller befindet, virtuelle Sitzposition links in Richtung Raummitte)
  • Rock Concert: The Roxy Theatre (Für dynamische Rockmusik geeignet. Die Daten stammen aus Rock-Club aus L.A. Virtueller Sitz des Hörers: In der Mitte der Halle), Arena (Klassische, kastenförmige Konzerthalle, lange Verzögerungszeiten zwischen dem direkten Sound und den Effekten mit dem Raumgefühl einer großen Arena)
  • Entertainment: Disco (der Sound ist dicht und stark konzentriert), 8-Kanal-Stereo

Cinema-DSP:

  • Movie Theater 1: Spectacle, weites Soundfeld eines 70 mm Filmtheaters wird kreiert. Besonders gut geeignet für Actionfilme mit vielen Effektsequenzen. Effektiv arbeitender Bassbereich mit großem Volumen und beachtlicher Präzision
  • Movie Theater 1: Sci-Fi, wirkt noch eine Spur weitläufiger als Spectacle, dafür z.B. bei Schusswechseln nicht ganz so explosiv. 
  • Movie Theater 2: Adventure, Sehr guter Kompromiss aus kräftiger Effektwiedergabe und hervorragender Gesamtharmonie. Voluminöser, voller Klang mit großer Dichte
  • Movie Theater 2: General, nicht unbedingt das beste Soundfeld. Manche ältere Produktionen oder Filme mit eher zurückhaltender Effektwiedergabe klingen damit eine Spur harmonischer, vielleicht auch die ein oder andere Komödie. Ansonsten kaum Verbesserungen gegenüber der "normalen" DD/DTS/ProLogic-Wiedergabe.
  • Enhanced Mode (DD/DTS/ProLogic): Dieses DSP simuliert die Multi Surround-Lautsprechersysteme von Kinos für 35 mm-Filme. Ohne Verlust der Ortung des Originalsklangs soll eine gute Effektwiedergabe garantiert sein. Bei einigen Filmen Verbesserung des Volumens des Surround-Klangfelds

Nur für Audio/Video-Quellen in 2-Kanal:

  • Entertainment/Game: Tiefe und Raumgefühl für Computerspiele. In der Praxis lieber PLII Movie verwenden
  • Music Video: Pop&Rock, Opera
  • TV Theater: Mono Movie/Variety&Sport

Für Surround-Klang ohne Surround-Lautsprecher:

  • Virtual Cinema DSP: DSP-Effektwiedergabe auch ohne hintere Surround-Lautsprecher möglich. Auch mit einer Lautsprecher-Minimalkonfiguration (auch ohne Center) sind so zumindest ansatzweise Surround-Erlebnisse akustisch möglich. In der Praxis, zaubern kann man auch bei Yamaha nicht, empfiehlt sich ein solches Programm als Übergangs-Notlösung - viel besser ist es, eine vollwertige Surround-Lautsprecherkonfiguration zu verwenden.

Für Surround-Klang mittels normalem Stereokopfhörer:

  • Silent Cinema, ein speziell von Yamaha entwickelter, auf Natürlichkeit und ein realistisches Klangbild getrimmter DSP-Algorythmus für den Betrieb mit einem normalen Stereokopfhörer. Die Parameter für jedes Soundfeld wurden so justiert, dass alle Yamaha DSP-Programme mit ihrer speziellen Charakteristik auch via Kopfhörer genossen werden können.
Yamaha DSP

DSP-Programme - die Grundlagen

Der Yamaha DSP Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige Verarbeitung des vorderen Präsenzbereiches und des hinteren Surround-Soundfeldes ermöglicht wird. Der Surroundbereich wird schon seit  der Einführung der Cinema DSP Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der Mehrkanalstandard) mit zwei unabhängigen Klangfeldern für den linken und den rechten Kanal nachbearbeitet. Mit dem Aufkommen der Extended Surround-Heimkino-Tonnormen DTS ES und Dolby Digital EX legte Yamaha nach und setzt ein zusätzliches drittes Klangfeld für den Back Surround Kanal, der bei Yamaha mit einem Lautsprecher betrieben wird, ein. Die Position der akustischen Effekte wird durch das dekodierte Eingangssignal vorgegeben, der Dekoder selbst arbeitet mit unendlich großer Kanaltrennung - in der Praxis jedoch ist ist die Kanaltrennung durch die nachfolgenden analogen Baugruppen des Verstärkers (speziell zu nennen wäre die gemeinsame elektrische Masseverbindung) leicht eingeschränkt. 

Die Signalverarbeitung der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt aus den bis zu 6 Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem Decodieren als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung stehen, ein geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit anderen Worten die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je nach angewähltem DSP Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms sollte sich nach dem vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten, da nur beim optimalen Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten DSP Nachbearbeitungsart eine optimale Performance erreicht werden kann.

Auf der Basis normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic Surround, Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure ihre eigenen Soundfelder. Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter her verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die dann zu den verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitete werden, unterscheiden sich. Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen dem Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den Lautsprechern ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld sowie dem Nachhall. Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten zeigen sich in der Verteilung der virtuellen Klangquellen und der Echomuster. Die zwei unterschiedlichen Soundfeld-Typen werden mit komplexen Elementen wie zum Beispiel der Energiebalance und den Signalmischverhältnissen verarbeitet. Insgesamt ergibt sich so ein exakt auf das Wahrnehmungsvermögen der Zuhörer zugeschnittenes Soundfeld.

Das erklärte Ziel von Yamaha Cinema DSP ist, die räumlichen und klanglichen Eigenschaften eines Kinosaals in einem möglichsten hohen Grad an Perfektion auf die heimischen "vier Wände" zu übertragen, beziehungsweise die geringere Anzahl der Lautsprecher zu Hause und die ungünstigeren räumlichen Bedingungen bestmöglich zum kompensieren. Daher erzeugt der Yamaha DSP Prozessor ein Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das dem eines Abhörstudios der Filmindustrie entspricht. Yamaha-typisch ist, dass im Surroundbereich nicht auf Dipole, sondern auf Direktstrahler gesetzt wird. Vorteil dieser Lösung soll laut Yamaha sein, dass das hörraumeigene Klangfeld durch den anderen Aufbau eines Direktstrahlers im Vergleich zum Dipol nicht zu stark angeregt wird. 

DSP-Programme richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen der Ton-Nachbearbeitung

  • Um bei Dolby ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im Surroundbereich zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang zu Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen. Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung vorn - hinten leicht eingeschränkt ist

  • Um ein geschlossenes Klangfeld ohne störende Klanglöcher im Heimkino-Raum zu erzeugen, werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder auch von hinten nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben". Speziell bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in den Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha, dieses Verhalten entspricht genau dem in der realen Welt. Hier sollte eher der Vergleich zum Kino als der zu "reinem", also nicht nachbearbeiteten Dolby Digital gezogen werden. Auch die akustischen Eigenschaften des Hörraums spielen  - je nach dessen "Halligkeit" und/oder Hellhörigkeit - in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter Effekt hinein. 

  • Ein weiterer Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des gewählten DSP-Programms. Zu beachte ist hier aber, dass - wie weiter unten ausführlich erläutert - die Parameter jedes einzelnen DSP-Programms individuell nachbearbeitet werden können. Speziell mit Hilfe einer Reduzierung der Parameter "Liveness", "Room Size" und "Initial Delay" lässt sich einem zu großen akustischen Eigenleben des Hörraums beikommen. 

  • Bei der Wiedergabe von Stereosignalen in einem der Movie Theatre-Programme wird der Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die einfache Struktur des Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die Surroundkanäle geführt, somit wird das DSP zusätzlich unterstützt.  Da Yamaha die Movie Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton entwickelt hat hat, ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar und führt daher zu den vorher genannten unerwünschten Effekten bei der Wiedergabe von uncodiertem Stereomaterial. Da hilft dann nur die Wahl eins Programms ohne den vorgeschalteten Dolby PL Dekoder. 

Die Vorbilder für die Yamaha DSP-Programme

Mit den paar DSP-Programmen, die sich bei fast jedem AV-Receiver oder -Verstärker als Bonus Feature im Ausstattungsumfang befinden, sind die Yamaha DSPs kaum zu vergleichen. Die Yamaha-Variante ist darum sehr interessant, weil die Yamaha-Toningenieure für ihre verschiedenen Cinema- und Hifi-DSP-Programme real existierende Räume tonal exakt vermessen haben. Das heißt: Für die Kino-DSP-Programme dienten als Maßstab verschiedene Kinos auf der ganzen Welt, für die Hifi-DSP-Programme zum Beispiel Konzerthallen und Kirchen. So handelt es sich nicht um ausschließlich am Computer erstellte Programme, sondern um auf realen Bedingungen basierende. Zur Yamaha DSP-Technologie gehören umfangreiche Einstellmöglichkeiten, die es ermöglichen, das jeweilige Programm optimal an das akustische Verhalten des Hörraums anzupassen. Ebenso kann der Benutzer die Homogenität des Klangbilds der verwendeten Lautsprecher mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten anpassen. Viele Yamaha DSP-Programme sind in Hinsicht auf die beiden miteinander konkurrierenden Mehrkanal-Tonformate DTS und Dolby Digital optimiert.

Welche Lautsprecher sind zu verwenden?

Yamaha DSP ist bei der Wahl der Lautsprecher flexibel und stellt die Wahl der Lautsprecher-Bestückung weitgehend frei. So können für den linken und den rechten Frontkanal zum Beispiel auch hochwertige, musikalische Standboxen verwendet werden, die auch im Stereo-Betrieb ein gefälliges Klangbild bieten. Im Surroundbereich sind keine Dipole erforderlich: Das dem Dipol eigene, für die Filmschau zuhause gewinnbringende diffuse Klangbild wird bei Yamaha im Rahmen der DSP-Programme elektronisch erzeugt. Durch die Möglichkeit, die Kennlinien der Lautsprecher elektronisch anzupassen, wäre es theoretisch möglich, auch Lautsprecher-Typen verschiedener Hersteller oder verschiedener Produktlinien des gleichen Herstellers zu verwenden. In der Praxis sieht es so aus, dass zwar minimale tonale Differenten ausbalanciert werden können, es sich aber trotzdem empfiehlt, bei der Wahl der Lautsprecher auf ein Fabrikat und am besten auch auf eine Produktlinie zurückzugreifen. Was die Anzahl der Lautsprecher betrifft, gibt es beim DSP-AZ2 verschiedene Besonderheiten: So gibt es zwei zusätzliche Front-Effektlautsprecher, die im Abstand von mindestens 0,5 Meter, am besten links und rechts oben an den äußersten vorderen Enden des Hörraums angebracht werden sollen.

Die Vorteile dieser beiden Front-Effektlautsprecher: Effekte beziehungsweise Geräusche, die von vorne links oder vorne rechts oben kommen, können besser räumlich abgebildet werden. Dies ist gerade bei Explosionen mit wegfetzenden Trümmerteilen oder bei der Darstellung vorbeifliegender Hubschrauber oder Flugzeuge einer realeren Wiedergabe zuträglich. Ebenso kann man, möchte man besonders voluminöse Surround-Effekte, einen zusätzlichen aktiven Subwoofer, der zwischen die beiden Surroundlautsprecher eingeschliffen wird, verwenden. Was den Extended Surround-Betrieb betrifft, so begnügt sich Yamaha hier mit einem Back Surround Center.  

Für den wahren Heimkino-Fan mit einigem Sachverständnis bietet Yamaha auch noch verschiedene Nachbearbeitungsfunktionen für die DSP-Programme des DSP-AZ2:

  • DSP Level: Regelbereich -6dB bis +3dB, Einstellmöglichkeit für die Intensität aller DSP-Effekte. Einstellung sollte in Abhängigkeit von der Raumakustik vorgenommen werden.
  • INIT.DLY (Initial Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion kann der wahrgenommene Abstand vom Quellensound verändert werden: Die Verzögerung zwischen dem direkten Klangbild und der ersten wahrgenommenen Reflektion kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99 Millisekunden eingestellt werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint der Quellenklang akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen Wert entfernt sich der Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für einen kleinen Hörraum, ein großer für einen großen Hörraum zu empfehlen
  • P.INIT.DELAY: Die obige Funktion in Bezug auf das Presence-Soundfeld.
  • ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe des Surround-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer wird das Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle dazu, dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die wahrnehmbare Größe des virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1 auf zwei verdoppelt wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes
  • P.ROOM.SIZE: Die selbe Funktion wie zuvor beschrieben für das Präsenz-Soundfeld
  • LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses Tool stellt das Reflexionsvermögen der virtuellen Wände in der Halle ein, indem die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10. Einsatzbereich dieser Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in einem Raum mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem Raum mit stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von  einem "toten" Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum (Raum mit stark reflektierenden Wänden) verändert werden
  • S.DLY (Surround Delay = Surround-Verzögerung): Wie die Funktionen zuvor, diesmal geht es um die Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion in einem Surround-Soundfeld. Einstellbereich 0 bis 49 Millisekunden, abhängig vom Digitalformat
  • S.INIT.DELAY: Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms. Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion auf der Surround-Seite des Klangfeldes
  • S.ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die anscheinende Größe des Surround-Soundfeldes ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
  • S.LIVENESS (Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände des Surround-Soundfeldes
  • RC.INIT.DLY (Rear Surround Center Initial Delay = Anfängliche Verzögerung des hinteren Center-Sound-Feldes): Wie Funktion davor, nur geht es diesmal um das hintere Center-Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 1 bis 49 Millisekunden
  • RC ROOM SIZE (Rear Center Room Size): Einstellmöglichkeit für die wahrnehmbare Größe des hinteren Center-Surround-Soundfeldes. Einstellbereich 0,1 bis 2,0, je größer der Wert, umso größer die Reflektion der Wände des Presence-Soundfeldes. Eine leichte Anhebung kann, zusammen mit S.Liveness, je nach Reflexionsverhalten, für eine leicht weiträumigeres Klangfeld sorgen.
  • RC.LIVENESS (Hintere Center-Lebendigkeit) siehe Funktion zuvor, diesmal für den Rear Surround Center
  • REV.TIME (Reverbation Time = Widerhallzeit):  Stellt die Zeitspanne ein, die für das Abklingen des dichten, nachfolgenden Widerhall-Sounds um 60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare Größe des akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert. Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten" Signalquellen und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei "lebendigen" Signalfelder und/oder Hörräumen eine kürzere, denn zuviel Widerhall sorgt genauso für eine unnatürliche Klangkulisse wie zuviel. Hier sollte man zunächst genauere Untersuchungen über die akustischen Eigenschaften des Hörraums anstellen. (Material der Wände? Wenig/viele Möbel? Teppichboden oder Parkett? usw.)
  • REV.DELAY (Reverbation Delay = Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit von 0 bis 250 Millisekunden für die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer der Wert, umso später beginnt der Widerhall. Ein späterer Beginn des Widerhalls erzeugt ein Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut meint, erreicht nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum Hörraum noch zum wiedergegebenen Material passt.
  • REV.LEVEL (Reverbation Level = Widerhallpegel): Stellt die Lautstärke des Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der Wert, umso lauter der Widerhall
  • Bei 8-Kanal-Stereo Möglichkeit für Pegeleinstellung für jeden einzelnen Lautsprecher, Regelbereit 0 bis 100 %

Weitere Ausstattungsmerkmale: 

  • Auch bei Yamaha kann man eine Delay-Time-Einstellung nun mittels OSD generell, und nicht mehr wie früher, nur über die Nachbearbeitung in einem individuellen DSP-Programm vornehmen. Der Regelbereich: 0,15 m bis 30,00 m in 0,15 m-Schritten (für Hauptlautsprecher, Centerlautsprecher, Surroundlautsprecher, Back Surround Lautsprecher). Front L/R und Surround L/R nur gemeinsam einstellbar.

  • Als wertvolles Feature verfügt der Yamaha DSP-AZ2 auch noch über einen Equalizer für die Anpassung des vorderen Centers. Dieser ermöglicht es, die Klangcharakteristik des vorderen Center-Speakers der der Hauptlautsprecher anzupassen (Regelbereich -6 bis +6 dB). Fünf Frequenzbänder (100 Hz, 300 Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz) ermöglichen eine präzise Anpassung im gesamten Frequenzspektrum. Die Vorzüge in der Praxis: Wer einen Center mit klanglichen Eigenschaften verwendet, die sich von denen der Hauptlautsprecher unterschieden (das ist der Fall, wenn der Center von einer anderen Marke als die Hauptlautsprecher sind oder von der gleichen Marke, aber aus einer anderen Serie und daher mit anderer Klangcharakteristik versehen). Gleichzeitig kann mit Hilfe des Grafik-Entzerrers die oftmals zu mittenbetonte Charakteristik des Center-Speakers korrigiert werden.

  • Als ebenfalls nützliches Tool zum Anpassen des Equipments stellt sich die Low Frequency Test-Funktion heraus. Hiermit kann die Lautstärke des Front-Subwoofers an die Lautstärke der anderen Lautsprecher angepasst werden, damit keine Über- oder Unterbetonung und somit ein unausgeglichenes Klangbild die Folge ist. 

  • Via "Input Rename" können den Eingängen eigene Namen zugewiesen werden.

  • Einstellmöglichkeiten für den Sechskanaleingang: Zuweisung der Bassinformation auf die Hauptkanäle, wer mit 4 Lautsprechern DVD Audio genießen möchte, kann die Center-Toninformationen auf die Hauptkanäle legen.

  • V CONV. (Video-Umwandlung): In der Einstellung "on" werden Composite-Signale in S-Video-Signale umgwandelt.

 

Test: Carsten Rampacher

23. Dezember 2002 

 

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