Doppeltest: Wie gut sind die neuen Yamaha RX-V557 und RX-V757? (Teil 1)
12.05.2005 (cr)
Beide in der Yamaha-typischen Farbgebung Titan: Der RX-V557 (399 €,
oben) und der RX-V757 (599 €)
Overview
Yamaha gehört zu den Herstellern von AV-Equipment, die bereits
schon fast aus Tradition oben an der Spitze zu finden sind. Doch diese Position
zu halten, wird immer schwieriger, denn es tobt ein erbarmungsloser Kampf um die
Marktanteile. Die Käufer werden mit jedem Jahr anspruchsvoller, man erwartet
immer mehr Features, aber auch mehr Qualität bei den elementaren
Baugruppen wie Trafo und Endstufeneinheiten. Gleichzeitig sollen die Komponenten
aber auch immer preisgünstiger werden. Ein Spagat für die Hersteller - ob
Yamaha ihn bei der diesjährigen "Kollektion" beherrscht, soll ein
Doppeltest der beiden für uns interessantesten Vertreter der neuen
RX-Vx57-Baureihe klären: Angetreten sind der RX-V557 (399 €) sowie der
RX-V757 (599 €), beide mit Alufrontplatte und in der Yamaha-typischen
titanfarbenen Ausführung. Der RX-V557 ist ein Sechskanalgerät mit 6 x 135 Watt
(DIN), der RX-V757 ein Siebenkanalgerät mit strammen 7 x 150 Watt (DIN).
Zusätzlich verfügt der teurere Surroundreceiver über Yamahas automatisches
Einmesssystem YPAO (Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer) sowie über Features wie ein
OSD, Pre-Outs für 7.1 Kanäle, Anschlussklemmen für
Presence-Effektlautsprecher, einen Phonoeingang, mehr Digitaleingänge sowie
einen Lautstärkedrehregler aus Aluminium. Ein genauer Ausstattungsvergleich
beider Modelle folgt später in den entsprechenden Kapiteln. Die zwei Yamaha-Receiver treten natürlich ganz
nach Art des Hauses wieder mit einer wohlsortierten DSP-Sektion inklusive selbst
entwickeltem DSP-Chipsatz an.
Verarbeitung
RX-V557 und RX-V757 treten beide mit einer hervorragend verarbeiteten
Aluminium-Frontplatte an - Alu verwenden viele, aber am akkuraten Finish fehlt
es manchem Konkurrenten auch noch in deutlich höheren Preissegmenten. Yamaha
macht hier vor, wie es geht und liefert sauber gearbeitete Kanten und stimmige
Spaltmaße. Auch die Geräterückseite bietet keinen Anlass zur Kritik, alle
Anschlüsse sind akkurat eingepasst.

Vorbildlich: Genau so sieht eine saubere Verarbeitung aus,
beide Yamaha-Surroundreceiver bestehen mühelos Prüfungen auf den 2. Blick
Besonders hochwertig im Detail wirkt der teurere RX-V757, denn
er verfügt zusätzlich über einen Lautstärkedrehregler aus Aluminium,
während sich der RX-V557 hier mit Kunststoff begnügt. In der Praxis gefällt
der aufwändige Regler des 757ers sehr gut, haptisch und optisch vermittelt er
den Eindruck einer höheren Geräteklasse mit Erfolg.

Aus edlem Aluminium ist der Lautstärkedrehregler des RX-V757

Einfacher fällt der Kunststoff-Drehregler beim RX-V557 aus

Yamaha verwendet optisch attraktive, silbern glänzende
Gerätestandfüße für beide Modelle
In anderen Kleinigkeiten überzeugen beide AV-Receiver voll und
ganz, so z.B. bei den tadellosen Gerätestandfüßen. Typisch für
Yamaha-Komponenten spendierte man beiden Modelle ein ausgezeichnetes DOT
Matrix-Display, das in keinerlei Hinsicht Grund zu Beanstandungen bietet und mit
seiner angenehmen, bernsteinfarbenen Beleuchtung für volle Zufriedenheit sorgt.

Groß und mit schöner Auflösung: Perfektes Yamaha-Display
Im Geräteinneren sind ebenfalls keine negativen Punkte zu
notieren. Natürlich kann man bei solchen Preisklassen prinzipiell keinen
Luxusaufbau erwarten - doch beide Yamahas präsentieren sich recht aufgeräumt
und wohl gefüllt mit Baugruppen, was zeigt, dass nicht auf eine meist
qualitativ nicht überzeugende, sondern einfach in Bezug auf die Herstellung
billige Hochintegration gesetzt wurde, sondern durchaus für die verschiedenen
Aufgaben auch einige Boards verbaut wurden. Auf die genauen Unterschiede
zwischen beiden Modellen gehen wir später bei der Bewertung der verwendeten
Baugruppen noch genauer ein.

Ordentlicher Innenaufbau (links 757, rechts 557)
Bleibt das oft leidige Thema "Qualität der mitgelieferten
Fernbedienung" - Yamaha jedoch leistet sich hier keinen Flop, wobei
erwartungsgemäß natürlich besonders die Fernbedienung des RX-757 überzeugt.
Der höheren Geräteklasse gemäß ist sie hochwertiger ausgeführt und besitzt
ein kleines LC-Display mit der Anzeige der gerade aktiven Funktionsebene. Auch
funktional ist sie hochwertiger und bietet nicht nur eine Vorprogrammierung,
sondern zusätzlich die Möglichkeit zum Lernen von Befehlen. Ordentlich
verarbeitet ist aber bereits die einfachere, sehr übersichtliche Fernbedienung
des RX-V557.

Die Fernbedienung weisen gut sichtbare Unterschiede auf - die
des RX-V747 (unten) verfügt so über ein kleines LC-Display
Bilanz der Verarbeitungswertung: Yamaha gehört zweifellos
aktuell zu den Herstellern, wo der Kunde die meiste optische und haptische
Qualität fürs Geld bekommt. Der RX-V757 zeigt dies besonders deutlich, denn
für nicht einmal 600 € ist sein Finish besser als bei manchem 1.000
€-Modell. Der hochwertige Lautstärkedrehregler und die prima Fernbedienung
dokumentieren die souveräne Leistung im Detail. Doch auch der RX-V557 zeigt
Klasse und ist momentan zusammen mit Denons AVR-1905 der am besten verarbeitete AV-Receiver der 400 €-Liga:
Wie beim "großen Bruder" sehr gut eingepasste Frontplatte, edle
Standfüße und perfektes Display. Mit Berücksichtigung auf die jeweilige
Preisklasse haben damit beide Yamahas die volle Punktzahl verdient.
Bewertung RX-V557      
Bewertung RX-V757      
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