Test: Teufel M3100

31. März 2004 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HiFi-Regler für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Wer einen günstigen aktiven Subwoofer erwerben möchte, sieht sich keiner einfachen Aufgabe gegenüber. Zwar ist es eigentlich aufgrund des mannigfaltigen Angebotes der Preisklasse zwischen 400 und 500 EUR nicht schwierig, eine große potentielle Auswahl an Kandidaten zu ermitteln, wer die ins Auge gefassten Bassisten dann aber ausgiebig Probe hört, wird nicht selten enttäuscht sein. Manche Modelle bieten zwar guten Bassdruck, lassen es aber an der Präzision mangeln, wieder andere Subwoofer spielen bei moderaten Lautstärken zwar präzise, sind aber nicht allzu pegelfest. Wieder andere Subwoofer bieten zwar zufriedenstellende Leistungen, kombinieren diese aber mit einem unförmigen, weil zu großen Gehäuse. Die Soundexperten von Teufel versuchen mit dem M3100 für 450,-- EUR unter Beweis zu stellen, dass es auch zum moderaten Preis möglich ist, einen universell talentierten aktiven Subwoofer anzubieten. Kompakt ist der Basslautsprecher obendrein, mit Abmessungen von 355 x 355 x 380 (B x H x T in mm) kann man den Würfel auch unter beengten räumlichen Bedingungen noch ohne größere Schwierigkeiten unterbringen. Die Aufstellung wird dadurch vereinfacht, dass der Subwoofer mit Bassreflex-Schlitz auf der Rückseite ein Frontfire-Subwoofer ist und insgesamt keine gehobenen Anforderungen an die räumliche Unterbringung stellt. Viele werden sich nun denken: Gut, dass der aktive Teufel-Sub kompakt ist - aber wie sieht es mit der Leistung aus? Aufgrund des ungünstigeren Wirkungsgrades kleiner Gehäuse muss man eine besonders kräftige Endstufe einsetzen, um das Manko der kompakten Abmessungen wett zu machen. Teufel schenkt reichlich Leistung ein: 400 Watt Musik- und 250 Watt Sinusleistung sind für mittelgroße Hörräume mehr als ausreichend. Im Testbetrieb wird sich später herausstellen, dass der M3100 mit 250 mm Basschassis erst in Hörräumen, die sich schon rund 40 Quadratmeter groß sind, unterdimensioniert wirkt. Am wohlsten fühlt er sich in Räumen zwischen 20 und 30 Quadratmetern. 

Wie die Rückseite zeigt, sind alle für eine akkurate Justage erforderlichen Regler vorhanden: Lautstärke, Übernahmefrequenz und Phase. 

Technisch bekommt der Kunde für 450,-- EUR also allerhand geboten, dafür muss man sich mit einer extrem nüchtern gehaltenen Optik abfinden können - eine Schönheit ist der kleine aktive Basslautsprecher nicht. Die Verarbeitung ist dafür ordentlich, das solide Frontgitter überzeugt ebenso wie die Geräterückseite durch tadelloses Finish.

Klang

In allen Klangdisziplinen konnte sich der M3100 blendend in Szene setzen: Bei "U-571", "Gladiator" und "Titan A.E." begeisterte er mit seiner dynamischen, druckvollen Wiedergabe. Er ist sehr schnell im Antritt und konnte daher z.B. die plötzlich mit ungeheurere Dynamik losschlagenden Wasserbomben-Explosionen in "U-571" sehr realistische darstellen. Nie gönnt sich der kompakte Subwoofer eine kleine Gedenksekunde, immer sind die 250 Watt Sinusleistung zur Stelle - und sorgen neben einer dynamischen auch für eine erstaunlich voluminöse Basswiedergabe. Auch erfreulich ist die Sorgfalt, die der Teufel-Basslautsprecher an den Tag legt: Er liefert nicht einfach Bassdruck bis in die Magengrube, sondern er schafft auch noch eine saubere Struktur. Explosionen dröhnen daher nicht oberflächlich und ohne erkennbaren Aufbau durch den Hörraum, sondern sind facettenreich und dreidimensional, wie sich z.B. bei "Behind Enemy Lines" nachvollziehen lässt. Auch die Szene aus "The Haunting", zu finden auf der 4. DTS Demo DVD, bringt den Teufel M3100 nicht aus der Ruhe: Er stellt auch bei hohen Pegeln ein kraftvolles Bassfundament bereit, das man dem kleinen Basswürfel spontan nie zugetraut hätte. Wir haben viel versucht, um den M3100 zu malträtieren - zur Test-Prozedur gehörte auch wieder unser geliebter "Chronos"-Trailer auf der 7. DTS Demo-Disc. Wir waren schon fast sicher, dass ein preislich recht günstig kalkulierter aktiver Subwoofer mit kleinen Abmessungen hier die weiße Fahne hissen und kapitulieren wird. Wie sich aber die Römer in Bezug auf das berühmte kleine gallische Dorf massiv verrechnet haben, lagen auch wir falsch: Mit einer beachtlichen Souveränität gab der M3100 alle Passagen des schwierig zu meisternden Stücks wieder, besonders hat uns die ausgezeichnete Gehäusekonstruktion überzeugt: Keinerlei Eigengeräusche, keine Vibrationen, kein Dröhnen - absolute Ruhe. Zu diesem Preis eine Vorstellung der Extraklasse, selbst manch teurerer "Kollege" muss sich dem M3100 geschlagen geben. Erst in Hörräumen knapp unter 40 Quadratmeter gerät der M3100 hörbar an seine Grenzen - wer jedoch nicht extrem hohe Ansprüche an den Bassdruck stellt, kann den Subwoofer im 35-Quadratmeter-Hörraum problemlos betreiben. Soll es richtig "rund" gehen und der Bass intensiv erlebbar werden, sind Hörräume zwischen 20 und 30 Quadratmeter das ideale Einsatzgebiet. 

Nüchterne Optik, starke innere Werte: Für 450,-- EUR brennt der M3100 ein überragendes Bass-Feuerwerk ab

Selbst "Ain't no Bidness" von Insane Clown Posse, zu finden auf dem aktuellen DTS Music Sampler, brachte den "kleinen Teufel" nicht an seine Grenzen: Selbst die Mischung aus voluminösen, tiefen Bässen und von Kickbässen höherer Frequenz meisterte der kompakte Basslautsprecher. Gut, werden sich nun manche sagen, er hat Kraft, er ist schnell, und er schafft Volumen - aber ist er auch für die Wiedergabe z.B. von klassischer Musik geeignet? Unsere Antwort: Ja, auch das kann der M3100. Natürlich muss man sich vor dem Kauf darüber im Klaren sein, dass eine höchst akkurate Wiedergabe von klassischer Musik für die meisten Subwoofer - auch für Komponenten höhere Preisklassen - eine schwierige Aufgabe ist. Aus diesem Grunde setzen viele Liebhaber von Klassik auch gar keinen aktiven Subwoofer ein - und hören lieber mit großen, hochwertigen Standlautsprechern. Trotzdem ist überraschend, wie kultiviert sich der Teufel-Sub gibt. Man muss der Einpegelung etwas Geduld widmen, hat man dies jedoch getan, liefert der M3100 auch bei klassischen Stücken alles andere als eine erbärmliche Vorstellung ab. Er schafft durch sein Mitwirken ein solides Klangfundament, das sich in einer natürlich empfundenen Räumlichkeit und in einer wirkungsvollen Untermalung z.B. von Paukenschlägen oder Orchestereinsätzen auszeichnet. Akustisch "im Weg" ist der Subwoofer daher keinesfalls. Nur sehr anspruchsvollen Ohren wird die gebotene Präzision und die gebotene Tiefenstaffelung des niederfrequenten Klangbilds nicht ausreichen. 

Fazit

Teufel widerlegt mit dem M3100 eindrucksvoll die These, dass rundherum überzeugende aktive Subwoofer auch eine beträchtliche Geldsumme kosten. Der 450,-- EUR-Woofer brilliert mit hervorragender Pegelfestigkeit, einem sehr guten Volumen, einer druckvollen Wiedergabe, einem höchst beachtlichen Tiefgang und prima Präzisionswerten. In Anbetracht so vieler Qualitäten kann man unserer Meinung nach auch die sehr nüchterne Optik verschmerzen.

Kompakter Subwoofer mit exzellenten Allroundeigenschaften zum Schnäppchenpreis

Mittelklasse
Test 17.12.2003
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Hervorragende Pegelfestigkeit

  • Beachtlicher Tiefgang

  • Druckvolle Wiedergabe

  • Lobenswerte Präzision

  • Einfache Aufstellung

  • Äußerst günstiger Kaufpreis

Contra:
  • Sehr nüchterne optische Anmutung

Technische Daten
  • Chassis-Durchmesser: 250 mm 

  • einstellbare Übergangsfrequenz: 40 - 160 Hz 

  • Phasenregler 

  • Differenzial-Phasen-Umkehrtechnik DPU für eine saubere Basswiedergabe 

  • magnetische Abschirmung 

  • Pegelregler 

  • 250 Watt Sinusleistung 

  • 400 Watt Musikleistung 

  • Gehäuseausführung: Strukturlack / Folie schwarz mit silberfarbenem Gitter 

  • Abmessungen (BxHxT): 355 x 355 x 380 mm 

  • Gewicht: ca. 21 kg 

  • Preis 450,-- EUR

Test: Carsten Rampacher
Testassistent: Matthias Walther-Richters

31. März 2004

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