Test: DVD-Komplettsystem Sony
DAV-S300

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung
Finish, Features und Anschlüsse
Wer nur wenig Platz zur Verfügung hat, um eine Heinkino-Anlage aufzubauen,
aber trotzdem nicht auf ein 5.1-System verzichten möchte, wird für 1599 DM seit kurzem
bei Sony fündig. Für diesen Preis bekommt man dort eine DAV-S300 genanntes
Komplettlösung, die in einem Gerät DVD-Player, Dolby Digital- und DTS-Decoder,
Verstärker und Tuner vereint. Dazu gesellen sich fünf identische Satellitenlautsprecher
sowie ein Subwoofer. Jeder Kanal wartet mit 30 Watt Leistung auf, sicher nicht gerade
viel, für die Beschallung eines Ein-Zimmer-Appartements, wo bei lauten klanglichen
Eskapaden sowieso innerhalb kurzer Zeit ein großer Teil der Nachbarschaft eine Rebellion
anzettelt, aber durchaus geeignet. Packt man die Anlage aus dem Karton aus, so ist der
erste Eindruck ausgesprochen positiv: Das Hauptgerät ist ausgesprochen gut verarbeitet
und hauptsächlich aus Metall. Alle Tasten und Regler machen einen hochwertigen
Eindruck, die Haptik stimmt. Die mitgelieferten Boxen und der Subwoofer wirken ebenfalls
solide und hochwertig. Die beigelegte Fernbedienung ist ordentlich verarbeitet, wenn auch
kein Designwunder. Ein- und Ausgänge: Zweimal FBAS-Out, einmal S-Video-Hosiden Out,
einmal FBAS-In, einmal, Zweikanal-Cinch Audio Out, einmal Zweikanal-Cinch Audio In. Nicht
eben üppig, die Bestückung. Eine Scart-Buchse fehlt gänzlich, wenigstens liegt ein
FBAS- Cinch auf Scart-Adapter bei, der allerdings auch kaum mehr als eine Notlösung
darstellt. Im Sinne einer qualitativ hochwertigen Verbindung sollte man also auf die
S-Video-Buchse ausweichen. Für die Wiedergabe stehen verschiedene Surroundmodi zur
Verfügung, die individuell an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden können: So
sind die Pegel für Front- und Rear Balance, der Rear- , Center- und Subwoofer-Level in
den meisten Programmen einstellbar. An Programmen gibt es:
| Auto Format Decode (A.F.D.): Der eingespeiste Audio-Signaltyp
wird automatisch erkannt |
| Normal Surround |
| Cinema Studio A: Standardmodus für viele Spielfilme |
| Cinema Studio B: Modus besonders für Action-Filme mit vielen
Effekten |
| Cinema Studio C: Modus besonders für Musicals oder Filme mit
hohem Musikanteil |
| Virtual Multi Dimension: Mit 3D-Klangeffekten wird aus einem
einzigen Paar hinterer Surroundlautsprecher eine Anordnung mehrerer virtueller
Lautsprecherpaare (insgesamt 5) erzeugt, die im 30 Grad-Winkel in erhöhter Position um
den Hörer herum angeordnet sind |
| Virtual Semi Multi Dimension: Mit 3D-Effekten wird nur mit
Hilfe der vorderen Lautsprecher der Eindruck hinterer Lautsprecher erzeugt, obwohl hinten
gar keine Surroundboxen vorhanden sind |
| Hall: Erzeugt den Klangeindruck eines rechteckigen
Konzertsaals. Geeignet für sanfte und harmonische Klangwiedergabe |
| Jazz Club |
| Live House: Erzeugt den Eindruck eines Live-Konzerts in einem
etwa 300 Personen fassenden Saal |
| Game: Für Videospiele |
| 2Ch Stereo |
Der Aufbau der gesamten Anlage gestaltet sich vorbildlich problemlos. Alle
Lautsprecher und die zugehörigen Kabel sind farblich gekennzeichnet, so dass auch wenig
versierte Benutzer die Anlage binnen einer Viertelstunde betriebsfertig aufgebaut haben.
Hinten am Hauptgerät werden die Lautsprecherkabel mit Hilfe einer speziellen
Steckverbindung eingeführt, so dass sich Anschlussfehler durch fehlerhafte Polarität
ausschließen lassen.
Insgesamt erzielt das Sony-System in der ersten Disziplin eine sehr gute
Bewertung. Der fair kalkulierte Preis, die bis auf wenige Punkte gute Ausstattung und die
überzeugende Verarbeitung sind die Pluspunkte der Komplettanlage.
Bedienung
Die Bedienung des DAV-S300-Systems ist von den Sony DVD-Playern her bestens
bekannt. Die On-Screen-Menüs sind nett anzusehen und gut strukturiert. Das Display am
Hauptgerät wirkt nicht nur hochwertig durch seine alphanumerische Anzeige, es zeigt auch
alle wesentlichen Informationen an. Leider ist die Fernbedienung nicht beleuchtet und
verfügt über kein Jog-Shuttle. Der Druckpunkt der Tasten ist etwas schwammig. Die
Bedienelemente am Gerät selber sind übersichtlich angeordnet. Das Setup für den Decoder
ist komplett, die Menüstruktur klar gegliedert. So ist der Decoder innerhalb kurzer Zeit
richtig eingepegelt.
Bild
Wie von den Sony-DVD-Playern schon gewohnt, bietet auch die
DAV-S300 ein Bild, das im guten Klassendurchschnitt angesiedelt ist. Auffällig die
harmonische, ins Warme tendierende Farbgebung. Die Bildschärfe und die Detailtreue sind
gut, aber nicht sehr gut zu nennen. Die Code 2-DVD von "The Mummy" gab der
Player sehr angenehm wieder, auch das Bild von "Die Welt Ist Nicht Genug"
überzeugte vor allem durch die farblich sehr gute Wiedergabe. Insgesamt ist der Sony in
der Lage, auch bei DVDs, die minimale Schwächen bezüglich Kontrast und Bildschärfe
aufweisen und auch nicht frei von Effekten wie Bild- oder Flächenrauschen sind, noch ein
passables Bild herauszuholen.
Ton
Die klanglichen Eigenschaften des Sony-Systems sind sehr viel
besser, als man es auf Anhieb den eher zierlichen Satellitenboxen und dem auch nicht
gerade voluminösen Subwoofer zutrauen würde. Auch die Leistungsausbeute klingt mit 6 x
30 Watt nicht gerade nach atemberaubenden Effektgewittern. So ist die Überraschung von
angenehmer Natur: Bei "wohnungstauglichen" Lautstärken klingt die Anlage
angenehm harmonisch und rund. Der Basseinsatz erfolgt mit ausreichend Nachdruck, einzig
und allein der Höhenbereich wird zu wenig differenziert und zu dumpf abgebildet. Die
Einstellung "Cinema B", laut Sony besonders geeignet für Kinofilme mit vielen
Effekten, konnte ihre Eignung fürs angestrebte Ziel zum Beispiel bei "The
Mummy", Code 2, und bei "Die Welt Ist Nicht Genug" unter Beweis
stellen: Die vielen Effekte werden mit angemessener Durchschlagskraft wiedergegeben. Soll
allerdings im Heimkino richtig die Post abgehen und muss man nicht auf ruhebedürftige
Nachbarn Rücksicht nehmen, so sollte man die Anschaffung einer DAV-S300 höchstens fürs
Schlafzimmer in Erwägung ziehen. Bei höheren Lautstärken ist das Ende der
Leistungs-Fahnenstange nämlich rasch erreicht: Der Woofer schlägt durch, der
Raumeindruck wird inhomogen, die Satelliten arbeiten dann hörbar mittenbetont, leichte
tonale Verzerrungen werden hörbar.
Für Musikwiedergabe eignet sich die Sony-Lösung recht gut:
Wird auch hier vom Einsatz übermäßiger Lautstärke abgesehen, klingt zum Beispiel
Tschaikowskys sechste Symphonie als DTS-CD trotz nicht gerade idealer
Software-Voraussetzungen passabel. Die DTS-Aufnahme vom Song der Eagles "Hotel
California", in ausgezeichneter Qualität auf der vierten DTS-Demo-DVD abgelegt, wird
mit befriedigender bis guter Räumlichkeit wiedergegeben. Sehr angenehm die
Stimmwiedergabe, bis auf kleine Einschränkungen im Hochtonbereich. Gut konnte sich bei
dem Eagles-Song der kleine Woofer in Szene setzen. Nur höhere Lautstärken lassen die
Leistungsgrenze in großen Schritten näher kommen. Insgesamt erreicht das Sony-System
eine noch befriedigende Leistung in der absoluten Klangbewertung. In Anbetracht des fairen
Kaufpreises ist die Leistung aber als überdurchschnittlich gut einzustufen.
Fazit
Das Komplettsystem DAV-S300 ist sehr gut verarbeitet, bei normalen Lautstärken ist der
Klang vollkommen in Ordnung. Die Ausstattung ist, abgesehen von der sehr bescheidenen
Anzahl von Anschlüssen, praxisgerecht. Das Laufwerk ist leise und schnell, spielt nur
leider, wie von Sony gewohnt, keine CD-Rs ab. Die einfache Aufstellung der Anlage, gepaart
mit dem gut aufgebauten und einfach zu durchschauenden Set-Up für den DD/DTS-Decoder,
machen es auch einem Laien leicht, das System schnell komplett eingepegelt in Betrieb zu
nehmen. Für hohe Lautstärken ist die Anlage aber nur sehr bedingt geeignet, da der
Leistungszenit rasch erreicht wird. Der Preis ist in Anbetracht der überwiegend positiven
Eigenschaften mehr als fair.
AREA DVD-Tipp: Wer eine fair
kalkulierte Komplettlösung mit geringem Platzbedarf sucht, kommt an Sonys DAV-S300 nicht
vorbei
Pro & Contra
 |
Hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis |
 |
Bei normalen Lautstärken guter Ton |
 |
Sehr gute Verarbeitung |
 |
Einfacher Aufbau und übersichtliches Set-Up |
|
|
 |
Wenig Anschlüsse |
 |
Bei hohen Lautstärken unbefriedigender Klang |
 |
Keine CD-R-Wiedergabe |
Technische Daten
| 6 x 30 Watt |
| Integrierter Dolby Digital/DTS-Decoder |
| Verschiedene Surround-Sound-Programme |
| Videoausgänge: 2 x FBAS Composite (Cinch auf Scart-Adapter
beigelegt), 1 x Hosiden (S-Video), Videoeingänge: 1 x FBAS Composite |
| Audioausgänge: 2 x Zweikanal-Cinch, Audioausgänge: 1 x
Zweikanal-Cinch, 1 x Woofer Out für Anschluss eines externen Aktivsubwoofers |
| UKW-MW-Tuner |
| Farbe: silbern |
| Maße (B x H x T): 355 x 70 x 365 mm (Hauptgerät), 160 x
355 x 355 mm (Subwoofer), 97 x 102 x 105 mm (Satellitenbox) |
| Gewichte: 3,8 kg (Hauptgerät), 5,41 kg (Subwoofer), 0,57 kg
(Satellitenbox) |
| Preis: 1599 DM (UVP) |
09. August 2000
Test: Carsten Rampacher
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