Test: AV-Receiver Pioneer VSX-909RDS

Wir danken Karsten Becker (www.dvdplayer.de) für die Bereitstellung von Testräumen und Equipment

Finish, Features und Anschlüsse

Wer einen kräftigen Receiver sucht und dabei Wert auf ein THX-Ultra-Zertifikat und die THX Surround EX-Decodierung legt, wird seit diesem Monat für 3499 DM bei Pioneer fündig. Der VSX-909RDS tritt die Nachfolge des VSX-908RDS an, vom dem er die Optik in fast allen Einzelheiten übernahm. Das ist alles andere als ein Fehler: Auch der neue Receiver, in schwarz und gold lieferbar, besticht durch sein schlichtes, aber sehr ansehnliches Design und seine außerordentlich hochwertige Verarbeitung. Der VSX-909RDS kommt mit einer Endstufe, die bei 1% Klirr und an 8 Ohm für jeden der fünf Kanäle 110 Watt bereitstellt. Wer die THX Surround EX-Funktion nutzen möchte, für die im Back Surround-Bereich zwei zusätzliche Lautsprecher für den einen ergänzenden, via Matrix erzeugten Kanal (siehe auch Seite 3 des Tests: THX Surround EX) nebst passenden Endstufen erforderlich sind, kann sich zusätzlich bei Pioneer zwischen zwei Zusatzverstärkern entscheiden:

Für THX Surround EX erforderlich: Zusatzverstärker M-10X für 699 DM

Entweder der in gold für 699 DM erhältliche Zusatzverstärker M-10X (2 x 120 W an 4 Ohm, 2 x 75 W an 8 Ohm) oder der schwarze Zusatzverstärker A-509R (2 x 90 W an 4 Ohm, 2 x 60 W an 8 Ohm, inklusive Fernbedienung) für 599 DM.

Ansonsten ist der Pioneer VSX-909RDS auch in der Lage, DTS ES Compatible 6.1 zu decodieren. Er verfügt aber noch nicht über die weiterentwickelte Matrix für DTS ES Matrix 6.1 und auch nicht über die Möglichkeit, DTS ES Discrete 6.1 wiederzugeben. Ansonsten aber ist die Ausstattung gut und praxisgerecht, angefangen bei der komplett beleuchteten und hochwertigen Fernbedienung. Neben Home THX-Programmen bietet der Receiver auch spezielle DSP- und Advanced Theater-Soundprogramme. Im einzelnen sind das:

Home THX:
THX Cinema: Wiedergabe von THX-Klang ohne Einbeziehung der Back Surround-Kanäle
THX Surround EX: Wiedergabe von THX-Klang unter Einbeziehung der zwei Back Surround-Lautsprecher
ADVANCED THEATER-Betriebsarten (Advanced Theater soll die Klangwiedergabe bei Filmsoundtracks und anderen AV-Quellen verbessern. Dolby Digital und DTS sind in die Klangbearbeitung mit einbezogen. Alle vier unten aufgezählten Advanced Theater-Programme arbeiten zusammen mit dem integrierten DSP)
Musical: Soll Musik ein größeres Maß an Räumlichkeit verleihen. Die Verzögerungszeit des Schalls ist groß bemessen, was zu einer Akustik ähnlich der in einem Konzertsaal mit resonantem Klang führt
Drama: Für dialogreiche Spielfilme, die Dialoganteile werden hervorgehoben, was zu einem realistischeren Klangbild der Stimmen beitragen soll. Die dynamische Reichweite des Klangs wird etwas komprimiert, um sicherzustellen, dass die lauten Klanganteile die leiseren nicht überdecken
Action: Für Filme mit hohem Anteil an Special Effects. Laute und leise Parameter werden exakter wiedergegeben
5/7-D Theater: Besonders geeignet, um Stereo-Signalquellen mehr Klangtiefe zu verleihen. Resultat bei aktiviertem Programm soll ein dynamischer und breiter Klangraum sein. Zweikanalsignale sollen somit klanglich in die Nähe eines 5-Lautsprecher-Systems gehoben werden
Normale DSP-Betriebsarten:
Hall 1: Simulation der akustischen Effekte eines großen Konzertsaals mit besonderer Eignung für klassische Musik. Lange Verzögerungszeit des reflektierten Klangs wird mit Nachhalleffekten kombiniert und soll so eine Klangcharakteristik wie in einem Konzertsaal  mit einer kraftvollen Orchesteraufführung erzeugen
Hall 2: Simulation eines äußerst resonanzreichen Konzertsaals
Jazz: Simulation eines Jazzclubs. Geringe Reflexionsschall-Zeit erhöht den Live-Band-Effekt
Dance: Reflexionsschallzeit nochmals kürzer, Bässe stark betont
Theater 1/Theater 2: Kinosaal-Akustik-Simulationen. Von der Auslegung her ähnlich
5/7 Channel Stereo: Stereosimulation unter Nutzung aller angeschlossenen Lautsprecher

Sehr gut: Für jeden einzelnen Lautsprecher kann einzeln die Bass- und die Höhenreglung getrennt eingestellt werden. An Anschlüssen herrscht kein Mangel, wenn auch die Bestückung nicht übertrieben reichhaltig ist. Positiv: Der VSX-909RDS verfügt gleich über zwei optische Digitalausgänge. Auf der Eingangsseite gibt es zwei koaxiale und drei optische Eingänge, alle frei zuweisbar. Für den Anschluss externer Decoder steht ein 7.1-Cinch-In zur Verfügung. Fünf Paar Audio-Zweikanaleingänge besitzt der Pioneer, auf der Ausgangsseite sind es vier Paar REC Outs sowie einen 7.1-Pre Out. Fünf FBAS Ein- und vier FBAS-Ausgänge gibt es auf der Videoseite, hinzu kommen zwei Komponenteneingänge und ein Komponentenausgang sowie fünf S-Video-Ein- und drei S-Video-Ausgänge.

 

Aufgeräumt und hochwertig zeigt sich die Rückseite des Pioneer VSX-909RDS. Selbstverständlich gibt es für alle Lautsprecher solide Schraubverschlüsse

Insgesamt ein erfreuliches Ergebnis für den Pioneer VSX-909RDS, der mit ausgezeichneter Verarbeitung bis ins Detail und einer praxisgerechten Ausstattung Glanzpunkte setzen kann. Punktabzüge gibt es für die nicht integrierten Endstufen für den Back Surround-Betrieb und für die fehlende DTS ES Discrete 6.1-Decodiermöglichkeit.

Bewertung

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Bedienung

Hier schlägt die große Stunde des Pioneer-Receivers. Seine voll beleuchtete und damit auch im dunkeln problemlos bedienbare Fernbedienung stellt die ideale Ergänzung zu den sehr gut strukturierten On Screen-Menüs dar. Bei der Fernbedienung erfreut der exakte Druckpunkt der praxisgerecht unterschiedlich großen Tasten.  Mit diesen Tools lässt sich der VSX-909RDS auch von einem Heimkino-Novizen innerhalb einer recht kurzen Zeit einstellen. Einzig und allein das Navigationskreuz sollte aus dem unteren Drittel der Fernbedienung in die Mitte wandern, wo es griffgünstiger untergebracht wäre.

Gut gelungen: Beleuchtete Fernbedienung des VSX-909RDS

Ebenfalls ausgezeichnet: Das große Display des Receivers, das mit seiner DOT-Matrix-Darstellung auch noch schön anzusehen ist (es würde auch den Top-DVD-Playern des Hauses gut stehen!). In dieser Disziplin kassiert der Pioneer ohne Frage die Höchstpunktzahl.

Bewertung

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Ton

Die eingebauten fünf Endstufen des Pioneer VSX-909RDS wurden für den Frontkanäle, den Center und die Surround-Kanäle verwendet.
Ein Parasound Sechskanalendstufe vom Typ HCA-806 kam für die beiden Back-Surround-Lautsprecher zum Einsatz
Für die komplette rückwärtige Surroundbeschallung sorgten vier Boston Acoustics-Dipole vom Typ VRS-PRO mit THX-Zertifikat
Ein THX-zertifizierter Center vom Typ Boston Acoustics VR-14 und zwei Frontlautsprecher vom Typ Boston Acoustics VR-35 mit THX-Zertifikat kümmerten sich um die Frontbeschallung. Zusätzlich kam ein selbst konstruierter Subwoofer mit kraftvoller 180 Watt-Endstufe und zwei 25-cm-Visaton-Tieftonlautsprechern mit Glasfasermembran zum Einsatz
Die Konfiguration wurde mit verschiedenen DVD-Playern getestet: Einem Pioneer DV-05 Elite, einem Sony DVP-S725 und einem Toshiba SD-9000 Reference

Zum Soundcheck trat folgende Software an:

Dolby Digital 5.1 : Godzilla (Code 1), Tomorrow Never Dies (Code 1), The World Is Not Enough (Code2), The Mummy (Code 2) Antonio Vivaldi: The Four Seasons (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, Sony Classical, Code 1 - 6). Denon Ambience: Ludwig van Beethoven/Frédéric Chopin: Beethovens "Egmond"-Ouvertüre
bluepoint.gif (202 Byte) THX Surround EX: THX Demo DVD
bluepoint.gif (202 Byte) DTS ES Compatible 6.1: DTS Demo DVD Volume 4: Sequenz aus "The Haunting"
DTS: DTS Demo DVD Vol. 4:, Sequenzen aus: Saving Private Ryan, Antz sowie Song v. Sheryl Crow: Am I Getting Through
Audio-CD: , Club Rotation, Vol. 11, Beethovens Symphonien 5 + 6: Symphonie Nr. 5 (Philips DDD-CD)

Der Pioneer VSX-909RDS begeisterte uns durch seinen ausgesprochen kraftvollen Antritt. Damit empfiehlt er sich ganz besonders für die Filmliebhaber, die Action- und Sci-Fi-DVDs auch mit der entsprechenden Power für heftige Effektwiedergabe ansehen möchten. Im Musikbetrieb waren die Leistungen gut.

Die Beobachtungen im einzelnen:

a) Filme und Filmsequenzen

THX Surround EX: Hier deutete sich schon an, was weitere Testläufe bestätigten: Der VSX-909RD tritt äußerst kraftvoll an. Vor allem in den unteren Frequenzbereichen  ist sowohl die Präzision als auch die Durchschlagskraft enorm. Beim THX Broadway 2000 Trailer und beim THX TEX Trailer kamen die Klanganteile auf den Surroundkanälen optimal zur Geltung und schufen so ein beeindruckend-räumliches Klangbild, in das auch der kraftvolle und sehr voluminöse Bass optimal integriert ist.  Schade schon fast, dass der gewaltige Klangaufbau beim TEX-Trailer durch den "Defekt" des THX-Logos gestoppt wird. Klanglöcher sucht man vergeblich, der Einbau der beiden Back Surround-Lautsprecher ins akustische Gesamtbild ist sehr gelungen. Der kräftige Antritt des Pioneer zeigt, dass die 110 W pro Kanal auch tatsächlich vorhanden sind: Auch von wiederholtem Abspielen des TEX- und des Broadway 2000-Trailers zeigte sich der Receiver unbeeindruckt und erhitzte sich kaum. Für die Preisklasse eine sehr gute Leistung.

DTS ES Compatible 6.1: Die DTS ES Sequenz von "The Haunting" auf der 4. DTS Demo DVD klingt, obwohl "nur" im Back Surround-Bereich matrixbasiert, voluminös und dynamisch. Die zersplitternde Glasscheibe fliegt mit ungeheurer Wucht durch den Raum, die sich noch verstärken lässt, wenn man den "ACTION 7.1"-Modus anwählt: Die Effekte sind noch kraftvoller und noch präziser, was zu einem sehr realen Klangerlebnis führt. Auch "kleinere" Effekte wie knarrendes Gebälk oder ein Klopfen an der Tür werden noch detaillierter und plastischer wiedergegeben.

Dolby Digital 5.1 Der Klangeindruck bei Dolby Digital 5.1-Tracks ist ausgezeichnet, besonders, wenn der THX-Modus aktiviert ist. Ob man auch bei normalen, in 5.1 aufgenommenen Filmen die Back Surround Matrix manuell aktivieren möchte, bleibt dem persönlichen Geschmack vorbehalten. Wer große Effektfeuerwerke liebt, bei der man eingehüllt wird von umherfliegenden Geschossen und explodierenden Teilen, der sollte die Back Surround Matrix einsetzen. In einigen Fällen geht dies aber auf Kosten der sauberen Positionierung, soll heißen: Nicht alle Effekte, die dann aus den beiden Back Surround Lautsprechern kommen, gehören auch dorthin. Dieses Phänomen ist natürlich kein Nachteil des Pioneer, sondern eine generelle Feststellung. Noch etwas fiel auf: Bei den verschiedenen Dolby Digital 5.1-Filmmustern haben wir das Klangerlebnis im THX Surround EX Modus und im Dolby Digital "ACTION 7.1"-Modus, also ohne THX-Nachbearbeitung, miteinander verglichen. Während sich bei der "The Haunting"-DTS ES Compatible-Sequenz (siehe oben) mit der "ACTION 7.1"-Einstellung ein noch besserer Klangeindruck einstellte, so ist bei DD-Software in der Regel der THX-Modus empfehlenswerter. Die Klangwiedergabe ist sehr homogen, keine unnatürlich-aggressiven Spitzen tauchen auf, was auch zu einer real-räumlichen Akustik beiträgt. Die Stimmwiedergabe ist verzerrungsfrei und trotzdem dynamisch. Eine Ausnahme konnten wir registrieren: Während bei den beiden Bond-Filmen sowie bei "Godzilla" die THX-Einstellung besser klang, arbeitete die "ACTION 7.1"-Einstellung klangliche Details bei "The Mummy" besser heraus. Im THX-Modus war die Stimmwiedergabe ein wenig zu dumpf, den Surroundeffekten fehlte der letzte Schliff in punkto Dynamik.  Bei allen Filmmustern überzeugte uns der Pioneer VSX-909RDS mit seinem kraftvollen Antritt und seiner überzeugenden Effektwiedergabe. Mit den gebotenen Leistungsreserven kann man sehr zufrieden sein.

DTS 5.1: Die Sequenzen aus "Antz" und "Saving Private Ryan" zeigten, dass der Pioneer sowohl mit "kleineren" Effekten wie in "Antz" als auch mit Effektfeuerwerken wie in der Sequenz aus "Saving Private Ryan" umgehen kann: Die Stimmwiedergabe überzeugt durch Ausgewogenheit und natürliche Charakteristik, die Effekte mit sehr guter Ortbarkeit und explosiver Wiedergabe. Auch Nuancen behandelt der VSX-909RDS mit großer Sorgfalt. Als treffend bei "Saving Private Ryan" stellt sich der Einsatz des "Action 7.1"-Modus heraus, der mit im Hochtonbereich dynamischer DTS-Software besonders gut harmoniert.

b) Musik

Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1: Beethovens "Egmond"-Ouvertüre hörte sich sehr harmonisch, mit hörbarer Tendenz zu einem warmen, runden Klangbild an. Der Orchestereinsatz kam immer mit der nötigen Durchsetzungskraft, die Surroundkanäle wurden mit Nachdruck bedient. Freunden eines natürlichen Klangs dürfte das unter Umständen schon etwas zuviel des Guten sein, wer aber eine 5.1-Aufnahme mit Kraft auf allen Kanälen hören will, ist beim VSX-909RDS an der richtigen Adresse. Die leichten Schwächen, die diese DVD im Höhenbereich hat, konnte der Pioneer allerdings nicht ausbügeln, was an der eben beschriebenen Klangcharakteristik liegt. Klassik-Fans, die Wert auf eine kristallklare und manchmal scharfe, prägnante und detaillierte Höhenwiedergabe legen, dürften mit dem VSX-909 nicht hundertprozentig zufrieden sein. Denn auch bei Vivaldis "Four Seasons" überzeugte der Pioneer zwar mit kraftvoller Darstellung des Orchesteraufspiels, einzelne Instrumente könnten aber noch präziser dargestellt werden. Freunde eines gefälligen Klangbilds, das auch bei gehobenen Lautstärken nicht zu spitz wird, werden allerdings großen Gefallen am VSX-909RDS finden. Der Effekt lässt sich noch durch die Wahl der DSP-Einstellung "Hall 1" verstärken, die gerade bei der zum Test herangezogenen Aufnahme eine weiträumige und voluminöse Akustik ermöglichte. Gut bringt der Receiver die Live-Atmosphäre bei Sheryl Crows Song "Am I Getting Trough" auf der vierten DTS-Demo-DVD zu den Zuhörern. Am besten wird hier die Standard-7.1-Einstellung gewählt, weil die DSP-Modi von den nachbearbeiteten Parametern her nicht absolut passend sind.

Audio-CD: Bei beiden oben in der Tabelle aufgeführten Testmustern wurde sowohl im normalen Stereo-Betrieb als auch im 7-Kanal-Stereo-Modus ein guter Klangeindruck erzielt. Für die Techno- und House-CD "Club Rotation"-Volume 11" empfiehlt sich auch der DSP-"Dance" Modus mit seiner besonders kräftigen Basswiedergabe. Kleine Nuancen bei Beethovens 5. Symphonie könnten noch exakter herausgearbeitet werden.

Bewertung Klang insgesamt

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Bewertung Klang Preis/Leistung
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Bewertung Klang Musik
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Bewertung Klang Film
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Fazit

Wer ein Faible für kraftvolle Effekte und ein sehr voluminöses Klangbild hat, ist mit dem Pioneer VSX-909RDS bestens bedient. Gerade im Filmbetrieb kann er seine Stärken gut ausspielen und verleiht selbst nicht so durchschlagend abgemischter Software die nötige Power. Für Musikfans, die auf eine sehr natürliche Klangwiedergabe stehen, ist der Pioneer vermutlich etwas zu stark am Antritt: Während zum Beispiel ein einsetzendes Orchester hervorragend wiedergegeben wird, ist die penible Wiedergabe einzelner Solo-Instrumente wie zum Beispiel Geigen nicht unbedingt die Spezialität des VSX-909RDS. Im extremen Hochtonbereich zeigt sich die eher warme klangliche Auslegung, was in vielen Situationen aber kein Nachteil ist. Das Bedienkonzept des Geräts ist sehr gut gelungen, die Fernbedienung mit ihrer übersichtlichen Tastatur und ihrer kompletten Beleuchtung weiß genauso zu gefallen wie das gefällige Design des Gerätes und die wirklich überragende Verarbeitung, die einen wertigen und langlebigen Eindruck hinterlässt. Wirklich vermisst haben wir am Pioneer zwei Dinge: Die DTS ES 6.1-Discrete-Fähigkeit und zwei Endstufen für den Back Surround-Bereich. Dafür hat der Receiver ein THX Ultra-Zertifikat und klingt im THX-Betrieb außerordentlich gut.

AREA DVD-Tipp: Ein hochwertiges Kraftpaket für Filmfans mit Top-THX-Klang

Pro & Contra

plus.gif (283 Byte) Kraftvoller Antritt
plus.gif (283 Byte) Beachtliche Leistungsreserven
plus.gif (283 Byte) Durchdachtes Bedienkonzept mit sehr guter Fernbedienung
plus.gif (283 Byte) Wertige Verarbeitung innen und außen
minus.gif (271 Byte) Keine Endstufen für den Back Surround-Bereich
minus.gif (271 Byte) Keine Decodierung von DTS ES Discrete 6.1

THX Surround EX und technische Daten des VSX-909RDS

Im THX-Prozessor findet eine umfangreiche Klangnachbearbeitung statt. Die einzelnen Parameter der Home-THX-Nachbearbeitung:

THX Surround EX 1999, gleichzeitig mit der Uraufführung von "Star Wars - Episode 1", war ein neues System geboren: Dolby Digital Ex, 6.1-Sound, abgemischt mit einem zusätzlichen Kanal für den Rear Center, der in der Mitte hinter den normalen Surroundlautsprechern aufgestellt wird. Die THX-Variante verfügt sogar über ein zusätzliches Rear-Lautsprecher-Paar, das - wie schon beschrieben - mittels des einen zusätzlichen Kanals versorgt wird. Bei der THX-Spezifikation werden die beiden Back-Surroundlautsprecher in kurzer Distanz untereinander aufgestellt. Doch was ist mit der Kompatibilität zu den bisherigen 5.1-Systemen? Ein 6.1- oder 7.1-Soundtrack soll, so war die Zielsetzung, auch auf bisherigem 5.1-Equipment laufen. Also entschloss man sich in beiden Fällen für ein simples und abwärtskompatibles Verfahren, welches in ähnlicher Art und Weise bereits bei Dolby Surround für die Generierung eines dritten Kanals aus einem Stereosignal angewendet wurde: Das dem Rear Center zugedachte Signal wird durch eine Matrix geschleift und auf die beiden Surround-Lautsprecher gleichmäßig verteilt. Ein Zusatzdecoder extrahiert dann aus dem gematrixten Signal für die Surroundspeaker wieder die Signale für die Links/Rechts-Surroundlautsprecher und für den oder die Back Surround Speaker. Im Dolby Digital-Bitstream wird im Falle einer Kennzeichnung der DVD als THX Surround EX-codiert eine zusätzliche Information mitgeliefert, die dem digitalen 6.1-Decoder die Anweisung gibt, das Signal der beiden hinteren Kanäle durch eine Matrix-Schaltung zu ziehen und das Center-Signal zu erzeugen. Ist die Zusatzinformation nicht vorhanden, muss die Matrix manuell aktiviert werden. Ein herkömmlicher 5.1-Decoder, der nicht über eine Matrix für das Abspielen des zusätzlichen Kanals verfügt, gibt wie gehabt, nur ein Stereo-Signal auf den hinteren Kanälen wieder, in dem auf beiden Kanälen das Signal des zusätzlichen Back Surround-Kanals vorhanden ist.

Technische Daten

Decodiert THX Surround EX, Dolby Digital 5.1, Dolby Pro Logic, DTS ES Compatible 6.1, DTS 5.1
Nenn-Ausgangsleistung: Surround: 5 x 110 Watt (8 Ohm, 1 kHz mit 1 % Klirrfaktor)
Frequenzgang (CD, Line, Tape) 5 Hz - 100 kHz
Verschiedene 7.1- und DSP-Modi
5 Paar Audio-Analogeingänge
AV-Input auf der Frontplatte
7.1-Kanal-Analog-Externeingang
7.1-Kanal-Analog-Pre-Ausgänge
4 paar Analog-REC-Ausgänge
3 optische, 2 koaxiale Digitaleingänge, 2 Digitalausgänge (optisch)
1 Dolby Digital RF Eingang
2 Component Video-Eingänge, 1 Component Video-Ausgang
5 Composite Eingänge, 4 Composite Ausgänge
5 S-Video-Eingänge, 3 S-Video Ausgänge
Tuner mit UKW-RDS-Funktion und 30 Stationsspeichern
Netzteil:230 V, 50 Hz
Leistungsaufnahme 400 W
Abmessungen (B x H x T in mm) 420 x 173 x 470
Gewicht 16,2 kg
Gehäusefarben: schwarz und gold
Preis: 3499 DM

Test von: Carsten Rampacher

04.10.2000

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