Test: AV-Receiver Harman/Kardon AVR5000

Wir danken Karsten Becker (www.dvdplayer.de) für die Bereitstellung von Testräumen und Equipment

Finish, Features und Anschlüsse

Harman/Kardon mischt kräftig mit im Receivergeschäft der oberen Mittelklasse: So bekam der Topliner der neuesten Modelle (der 3000 DM teure AVR-7000 gehört noch der vorherigen Generation an) für seinen Preis ein sehr umfangreiches Ausstattungspaket mit ins Rennen um die Käufergunst. Der 1799 DM teure Receiver im schwarzen Gehäuse verfügt über 5 x 70 Watt (bei 0,07 % Klirr, 20 Hz bis 20 kHz, 8 Ohm) starke Endstufen und besitzt auch ein von H/K patentiertes System:  Die EzSet genannte Möglichkeit, mittels eines in die Fernbedienung integrierten Mikrofons die Lautsprecher einzupegeln. Ebenfalls eingebaut hat der AVR-5000 einen HDCD-Decoder, der auch den Klang normaler CDs in besserer Qualität darstellt. Dies ist auch Aufgabe des Logic7 genannten Features, welches den Klang herkömmlicher Stereo- oder analoger Surround-Sound-Klangformate aufpolieren soll - ohne die hinreichend bekannten Nachteile wie ein dumpfes Klangbild oder verwischte Bässe. MP3 codiert der Receiver ebenfalls, Problem ist nur, in welcher Form der Datenstrom der MP3-Quelle aus dem Zuspieler herauskommt. So braucht man einen Digitalausgang, der auch MP3-Daten liefern kann, und das ist nicht so einfach - denn das, was aus dem normalen DVD-Spieler, der nur CD-Rs und CD-RWs abspielen kann, aus dem Digitalausgang herauskommt, ist unbrauchbar. Also braucht man ein schon explizit für die MP3-Wiedergabe gerüstetes Gerät, welches den MP3-Datenstrom auch aus dem Digitalausgang ausgeben kann - dann kann man den MP3-Decoder im H/K nutzen, der eine besonders gute Wiedergabequalität bei MP3-Files ermöglichen soll.

Das Design des Receivers ist sehr innovativ und elegant, die sauber verarbeitete Frontplatte ist gefällig anzusehen. Wird der AVR-5000 in Betrieb genommen, fällt sein aufwändig illuminiertes Display ins Auge, das über einen beträchtlichen Teil der fast komplett schwarz verspiegelten Frontplatte geht und die angewählte Surround - oder Stereobetriebsart sowie die aktivierten Lautsprecher und alle verfügbaren Ein- und Ausgänge anzeigt. Die Farbgebung ist mit blau, gelb und rot sehr abwechslungsreich. Ferner ist das Gerät ausgezeichnet verarbeitet und vermittelt einen sehr hochwertigen Eindruck. Dies trifft prinzipiell auch auf die formschöne und futuristisch anmutende Fernbedienung, zu - weniger zu loben sind allerdings die billigen Klebefolien auf dem IR-Controller, die schon im Neuzustand wellig aussehen und damit nicht so recht den sonstigen Eindruck der Hochwertigkeit unterstützen helfen. Freundlich und brauchbar: Für Multiroom-Freunde  packt Harman/Kardon noch eine kleine Fernbedienung für die 2. Zone dazu, denn das Receiver-Multitalent ist auch Multi Room-fähig. Das Anschlussterminal auf der Rückseite ist ebenfalls tadellos verarbeitet, für alle Lautsprecher gibt es solide anmutende Schraubverschlüsse.  Selbstverständlich lässt sich der AVR-5000 über ein On-Screen-Menü kalibrieren und steuern.

An Ein- und Ausgängen herrscht kein Mangel, sehr gut gefiel dem Tester das vollständig ausgestattete Front-Terminal, wo sich ein optischer Digitaleingang und ein koaxialer Digitalein- oder (wählbar) -ausgang befindet. Dazu kommt noch ein Stereo-Cinch-Eingang und ein FBAS- sowie ein S-Video-Hosideneingang. Hinten findet sich auch Einiges, um die Zuspieler passend unterzubringen: So zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge, ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang ergänzen das Sortiment. Analog stehen hinten sechs Eingänge zur Verfügung, ausgangsseitig gibt dreimal Cinch-Stereo. Hinzu kommen noch Pre-Outs für Front, Center und Surround sowie der obligatorische Subwoofer-Ausgang und ein Sechskanal-Eingang beispielsweise für den Anschluss eines DVD Audio-Players. Zwei Video-Komonenteneingänge sowie fünfmal S-Video Hosiden und fünfmal FBAS-Video gibt es auf der visuellen Eingangsseite, ein Komponentenausgang und je dreimal S-Vide und FBAS kommen auf der Ausgangsseite hinzu.

Bestückt ist der Harman/Kardon AVR-5000 auch mit verschiedenen Klangmodi, darunter auch die schon angesprochene Logic7-Schaltung. Hier eine Übersicht über alle Programme:

Logic 7 C (Cinema) und Logic 7 M (Music): Laut HK eine verbesserte Raumklang-Technologie, die aus Stereo- und Surround-codiertem Tonmaterial mehr Räumlichkeit herausholen soll: Die Auflösung ist präziser, die Ortung der  der einzelnen Tonquellen soll besser möglich sein. Der Übergang zwischen den Kanälen bei bewegten Tonquellen (fliegende Flugzeuge oder Raumschiffe z.B.) hört sich laut der Bedienungsanleitung homogener und damit realer an. Bei Stereo-Material liefert diese Einstellung eine breitere Klangbühne und bessere räumliche Tiefe. Um dies zu ermöglichen, verwendet diese Schaltung Rauminformationen, die in jedem Stereo-Signal enthalten sind.
Hall 1 und Hall 2: Für Stereo- und auch für Mono-Aufnahmen. Effekt soll sein, die Überlagerungen von direkten und reflektierten Schallwellen zu simulieren. Dabei ist die Basis für Hall 1 eine mittelgroße, für Hall 2 eine große Konzerthalle
Theater: simuliert den Raumklang eines Standard-Kinos oder Theaters (leider verschweigt die ansonsten gute Bedienungsanleitung, was unter dem Begriff "Standard" zu verstehen ist). Diese Einstellung soll sich sowohl für Stereo- als auch für Monoquellen eignen.
VMax Near/Far: Bei der Verwendung von ausschließlich 2 Frontlautsprechern simuliert die VMax-Funktion einen Center- und zwei Surroundlautsprecher, um "Virtual Surround"-Klang zu ermöglichen. Ist die Hörposition näher als 1,5 Meter an den Lautsprechern, empfiehlt H/K die Version "Near", darüber die Version "Far"
Fünfkanal-Stereo: Stereosignal an allen Boxen, ideal für die Partybeschallung
Surround Off/Stereo: Einstellung für highfidele Puristen, denn hier werden alle digitalen Signalprozessoren umgangen. Übrig bleibt Stereo-Klang aus den beiden vorderen Hauptboxen

Mit seiner sehr guten Verarbeitung und der innovativen Ausstattung erhält der H/K in der ersten Disziplin die Höchstpunktzahl. Das einzige Ausstattungsmerkmal, welches vermisst wird, sind eine Back Surround-Matrix zur Decodierung von Dolby Digital EX-codiertem Material und von DTS ES Matrix 6.1.

Bewertung

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Bedienung

Die Bedienung des AVR5000 ist mittels sehr gut realisierter Features äußerst einfach. So funktioniert die für jede Quelle separat durchzuführende Lautsprecher-Einpegelung via IR-Controller auch ohne jegliche Heimkino-Vorkenntnisse des Benutzers schnell und effektiv. Innerhalb kürzester Zeit ist so das Boxensystem perfekt in Angleichung zur jeweiligen analogen oder digitalen Signalquelle eingepegelt und betriebsbereit. Fehlfunktionen leistete sich die sehr zuverlässig funktionierende Zusatzfunktion nicht. Eine gute Hilfe ist zusätzlich die sehr verständlich und klar geschriebene Anleitung, die vielen Konkurrenten zeigt, wie ein sinnvoll strukturiertes Benutzerhandbuch aussehen kann: Kein überflüssiger Schnickschnack, aber alles Wesentliche sprachlich gut ausformuliert zusammengefasst. Die Fernbedienung selber gefällt mit kompletter Beleuchtung, was teilweise die zu kleinen und zu zahlreich vertretenen Tasten kompensiert. 

Die Fernbedienung ist gleichzeitig auch Einpegelhilfe für die Lautsprecher mit integriertem Mikrofon. Dazu ist sie für den Betrieb in der Dunkelheit komplett beleuchtet - vorbildlich

Insgesamt ist der Funktionsumfang der Fernbedienung nach kurzer Eingewöhnungszeit aber problemlos zu verwalten. Durch seine nicht zu klobige Form liegt der IR-Controller gut in der Hand, perfekt mittig platziert ist das Navigationskreuz, die Set-Taste liegt, ergonomisch die beste Lösung, genau in der Mitte und ist ausreichend groß. Hier wurde offensichtlich mit Erfolg nachgedacht. Einfach und schnell zu bedienen sind auch die On-Screen-Menüs, die nicht zu viele, dafür in fast allen Fällen sinnvolle Auswahlmöglichkeiten bieten. Das Display des Receivers gefällt mit dem Anzeigen aller wesentlichen Daten zur aktuell abgespielten Tonquelle, wäre der Hauptteil noch in DOT-Matrix-Form ausgeführt, könnte das Ergebnis noch mehr überzeugen. Aber auch so gibt es schon sechs Sterne für den H/K, der für seinen Besitzer den Heimkino -und Musikgenuss wirklich einfach macht. Auch Multiroom-Freunde können zufrieden sein: Wie schon weiter oben erwähnt, liegt dem AVR-5000 eine zweite Fernbedienung für die Zone 2 bei, die leicht bedienbar ist.

Zweite Fernbedienung für den Multi-Room-Betrieb des AVR-5000

 

Bewertung

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Ton

Testequipment:

Front L/R: Infinity-Standboxen vom Typ Reference 61 Mk II verwendet
Surroundlautsprecher: Infinity Reference 1 Mk II
Center: Infinity Reference 100 Mk 2 kam als Center zum Einsatz
Subwoofer: Frontbereich: Yamaha YST-SW800, Surroundbereich: Yamaha YST-SW320 
DVD-Player: Pioneer DV-737, Kenwood DVF-R9030, Philips DVD1010

Testsoftware:

Dolby Digital 5.1 : X-Men (Code 2), Galaxy Quest (Code 2),  The World Is Not Enough (Code 2), Antonio Vivaldi: The Four Seasons (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, Sony Classical, Code 1 - 6), Berliner Philharmoniker: Waldbühne in Berlin 1996/Italian Night (u.a. Verdi-Bellini-Rossini, Dirigent Claudio Abbado, gehörte Stücke: Guiseppe Verdi, Ouvertüre aus "Nabucco", Gioacchino Rossini, Ouvertüre aus dem "Barbier von Sevilla", TDK DD 5.1-DVD)
DTS: DTS Demo DVD Vol. 5: Sequenz aus: U-571; Ausschnitt aus Titan A.E., DTS Demo DVD Vol.3: Mahlers 2. Symphonie, Ausschnitt aus Daylight; Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, EMI Classics DTS-CD), Der Chill Faktor (Code 2) 
DVD Audio: Ludwig v. Beethoven, Symphonien Nr. 3, 4 ,5 (Teldec DVD Audio, 5.1 Kanal 96 kHz/24-Bit-Aufnahme)
Audio-CD: Königin der Nacht/Cheryl Studer singt Mozart (Philips DDD-CD), Felix Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum, Deutsche Grammophon 4D-CD

Der Harman/Kardon bot im Klangtest für seine Preisklasse herausragende Leistungen. Ganz gleich ob Film oder Musik, immer zeichnete der H/K ein sehr natürliches und harmonisches Klangbild, das durch den peniblen Umgang mit der jeweiligen Software ebenso überzeugte wie durch Antrittsstärke und Leistungsbereitschaft. Die Leistungsfähigkeit der Endstufen ließ auch nach vierstündigem Dauereinsatz nicht zu wünschen übrig.

Die Beobachtungen im einzelnen:

a) Filme und Filmsequenzen

Dolby Digital 5.1 Der Harman/Kardon AVR-5000 überzeugte bereits beim Auftakt mit "Galaxy Quest" (Code 2): Mit sehr guter Dynamik trägt der Receiver den Music Score in den Zuhörerraum, dabei gefällt seine feine Auflösung. Harmonisch ist die Stimmwiedergabe, realistisch und mit gut abgestuftem Klangbild ertönen die Weltraumschlachten mit dem trickreichen intergalaktischen Bösewicht Sarris. Effekt-Fanatiker dürften sich an der frischen und niemals belegten Effektwiedergabe freuen, die den ganzen Klangeindruck sehr lebendig erscheinen lässt - so beispielweise bei der Weltraumschlacht im achten Kapitel der DVD, bei der auch die tadellose Bassdynamik überzeugen kann.  Ähnliche Beobachtungen lassen sich auch bei "The World Is Not Enough" machen, eine dynamische und antrittsstarke Vorstellung des AVR-5000. Schon in der ersten Szene ist es erstaunlich, wie klar im Hochtonbereich ein Gerät einer noch durchaus bürgerlichen Preisklasse klingen kann - denn gerade hier sind bei günstigeren Offerten öfters Abstriche zu machen, zu wenig differenziert und leicht belegt tönt es im oberen Teil des Frequenzspektrums. Manchmal ist dies auch softwarebedingt, denn gerade viele DD-Titel bieten im Hochtonbereich keinen außerordentlich guten Leistungen. Daher ist es umso erstaunlicher, was der AVR-5000 hier bietet  - und das lässt sich auf die gesamte Wiedergabe ausweiten: Der Receiver bietet eine klangliche Homogenität, die von der Qualität her praktisch das Niveau THX Select-zertifizierter Receiver problemlos erreicht, in der Güte der Darstellung höherer Frequenzen sogar minimal übertrifft - transparent genug, aber nie aggressiv. Die spektakuläre Verfolgungsjagd auf der Themse, als Bond einer Killerin in einem Rennboot voller Gadgets hinterherhetzt, beweist (z.B. als die beiden Boote unter einer Brücke herfahren), dass der H/K eine sehr realistische Darstellung in den Mittelpunkt seiner klanglichen Ausdruckskraft setzt, die, wenn es denn vom Ausgangsmaterial her so sein, soll, vor keinem Dynamikausbruch zurückschreckt  und eine hervorragende Effektdarstellung in exakter Positionierung bietet (so bei Bonds Rolle mit seinem Power-Boot bei Laufzeit 9:24 bis 9:28).

DTS 5.1: Bei den getesteten DTS-Sequenzen bot der AVR-5000 für seine Preisklasse außergewöhnlich gute Leistungen, so beispielsweise bei der Sequenz aus "Titan AE". Kraftvolle und fein auflösende Effekte waren aus dem Surroundbereich zu vernehmen, hervorragend sein Können auch bei bidirektionalen Surroundeffekten, wo eine präzise Ortung jederzeit möglich war. Homogen und von natürlicher Charakteristik die Stimmwiedergabe, voluminös und doch präzise der Bass. Unheimlich detailliert arbeitete der Receiver bei dem Filmausschnitt aus "U-571" auch feine Zwischentöne heraus, ohne dem Effekt- und Bassgewitter dieser Sequenz von seiner ungeheuren Wucht zu nehmen. Wieder auffällig ist die sehr lebendige Darstellung, die dem Zuhörer vermittelt, mitten im Geschehen zu sein und keinen Klanganteil notorisch überbewertet, sondern ein reales Sounderlebnis in den Mittelpunkt stellt. Dass der H/K auch mit kleineren Effekten gut zurecht kommt, zeigt sich zu Beginn von "Der Chill Faktor", als die Geräusche des Dschungels auf der kleinen Insel mit tadelloser Exaktheit wiedergeben werden. Die Explosion des neuen chemischen Kampfstoffes kurz darauf erscheint sehr vielschichtig, die Vehemenz und das Ausmaß kann der Zuhörer förmlich spüren - genauso wie die Explosion des Tanklastzuges im 12. Kapitel. Die große Geschwindigkeit der Verfolgungsjagden im Film weiß der Receiver in geeigneter Form wiederzugeben, so dass der Zuhörer seinen Platz mitten in der Filmhandlung einnehmen kann.  Als kleiner Verbesserungsvorschlag wäre hier nur die Back Surround-Matrix zu nennen, die, so wissen wir aus Testerfahrungen, auch bei nicht explizit in Extended Surround aufgenommenen Tonspuren bei entsprechend voluminösen 5.1-Abmischungen für eine Verringerung der Klanglöcher im Surround-Klangfeld sorgt. 

b) Musik

Dolby Digital 5.1: Bei Vivaldis "Vier Jahreszeiten" bot der AVR-5000 eine äußerst gelungene Vorstellung. So ertönte, passend zur Jahreszeit, der Frühling frisch und lebendig, mit feiner Zeichnung der Streicher, deren transparente Dynamik und Lebendigkeit im diffizil darstellbaren Hochtonbereich immer wieder Anlass zur Freunde bot. Auch kleine Zwischentöne fanden die Aufmerksamkeit des Receivers, der damit erneut untermalte, dass Harman/Kardon bei der Konzeption von AV-Receivern neben dem Heimkinofreund auch stets den Musikliebhaber mit einbezieht. Ebenfalls sehr gute Resultate erzielte das Gerät bei Verdis "Nabucco"-Ouvertüre und der Ouvertüre aus Rossinis "Barbier von Sevilla" der "Italian Nights"-DVD. Wunderbar rund, ohne störende Disharmonien, ertönte direkt zu Beginn der musikalisch anspruchsvollen Ouvertüre das Orchester, dabei schaffte es der AVR-5000 aber trotzdem, jedes Instrument exakt nach der originalgetreuen Gewichtung mit einzubeziehen. Besonders beeindruckte der volle Orchestereinsatz, im wahrsten Sinne des Wortes "mit Pauken und Trompeten". Die unterschiedlichen Tempi und die große Ladung an musikalisch ausgedrückter Emotion vermittelt der Receiver praktisch filterlos - ganz so, wie es sich der Liebhaber klassischer Musik wünscht. Dies ist auch ein Hinweis auf die Hochwertigkeit der verbauten Decoder sowie die Güte der Endstufen, die auch hier wieder ihre spontane Leistungsbereitschaft zeigen konnten.

DTS: Die EMI DTS-CD mit Tschaikowskys 6. Symphonie gab der Verstärker hervorragend wieder, vor allem beeindruckte das voluminöse Klangbild, das aber trotzdem immer natürlich wirkte und den unterfrequenten Klanganteil nicht chronisch überbetonte. Die ursprünglich der DTS-CD zugrunde liegende Aufnahme stammt aus dem Jahr 1972, daher kann auch das nachträgliche DTS-Digital-Mastering nicht ganz die altersbedingten Schwächen des Originals ausgleichen. So sind die Mitten eigentlich leicht überbetont, während den Höhen einiges an Luftigkeit neuerer Aufnahmen fehlt. Der AVR-5000 holt aus diesen nicht idealen Voraussetzungen ein Optimum heraus: Vor allem beim ersten größeren Dynamiksprung (Laufzeit 2:30 bis 2:35) besticht die prägnante und kraftvolle Wiedergabe ungemein. Genauso wie das Klangerlebnis bei dem fein abgestuften Klangteppich von Mahlers 2. Symphonie auf der dritten DTS Demo DVD, wo zum einen die große Detailtreue, zum anderen das gute Handling der teils heftigen Dynamiksprünge auffällt. Klanglich stets der natürlichen Präzision verpflichtet, dürften diese Leistungen beim Musikliebhaber vollen Anklang finden, denn auch in den leisen Passagen schafft es der H/K, ein fein erklingendes Ergebnis mit weitläufiger Raumwirkung zu präsentieren (Choreinsatz bei Laufzeit 37:50).

Audio-CD:  Bei "Martern Aller Arten" aus Mozarts Entführung aus dem Serail bot der Harman/Kardon eine harmonische und feinfühlige Darstellung im Stereobetrieb. Mit transparenter Prägnanz, aber trotzdem ohne überdosierte Antrittsstärke trug der Receiver Cheryl Studers Stimme in den Zuhörerraum. Dasselbe Stück klang auch in Logic7-Modus wirklich gut, nur minimal litt die Brillanz der Stimme, für einen Stereo-To-Surround-Aufpolierer gibt es aber wohl kaum eine schwerere Aufgabe, als die charakteristische Stimme einer Opernsängerin surroundtechnisch nachzubearbeiten. Eine herausragende Vorstellung bot Logic7 bei Mendelssohns "Sommernachtstraum", wo eine exzellente Räumlichkeit und trotzdem eine große klangliche Präzision aufzeigen wie leistungsfähig dieses System tatsächlich ist. Der Harman/Kardon überzeugt also in dieser Disziplin, das verdankt er zu einem nicht unerheblichen Teil vor der ausgefeilten Logic7-Schaltung, die Zweikanal-Audio-CDs sehr überzeugend Raumklang verleiht. Besonders lobenswert bei allen Testläufen sind neben dem nicht verschwommenen, sondern trocken-präzisen Bass die Qualitäten in der Detailtreue, die kaum leidet und fast das Niveau der CD im Stereo-Modus erreicht. Da der Raumeindruck überraschend gut ist, sind hier wirklich eine Menge Vorteile zu nennen, die Logic7 im Alltagsbetrieb für den Musikhörer mit sich bringt. So kann man nur sagen: Hut ab, den H/K-Ingieuren ist mit Logic7 wirklich ein ausgezeichneter Wurf gelungen, in der aktuellen Form muss Logic7 den Vergleich mit DTS Neo:6 auf keinen Fall scheuen, und das Können von Dolby Pro Logic II müsste schon einer Sensation gleichkommen, sollte sich hier nochmals eine deutliche Verbesserung bemerkbar machen.

DVD Audio: Im DVD Audio-Betrieb zeigten die Endstufen des H/K AVR-5000, dass sie problemlos mit den hohen Leistungsanforderungen zurecht kommen, die eine hörbar gute DVD Audio-Wiedergabe mit sich bringt. Die Leistungsfähigkeit bot nie Anlass zur Klage, und der saubere, feine und glasklare Klang, trotzdem  immer angenehm und nie zu spitz, bewiesen, dass H/K bei den Endstufen Qualität verbaut.

Bewertung Klang insgesamt

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Bewertung Klang Preis/Leistung bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)
Bewertung Klang Musik bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)
Bewertung Klang Film bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)


Fazit

Der Harman/Kardon AVR-5000 besitzt beste Voraussetzungen, um ein Bestseller zu werden - in keiner Disziplin leistet er sich eine gravierende Schwäche. Beeindruckend in seiner Preisklasse sind die Klangreinheit und die guten Leistungsreserven. Mit Top-Leistungen in beiden Disziplinen empfiehlt sich der H/K AVR-5000 sowohl für den Film- als auch für den Musikfreund. Nützliche Zusatzfeatures ergänzen dieses stimmige Bild: Ob dies die sehr effektiv arbeitende Logic7-Schaltung ist oder die Einmessfunktion für die Lautsprecher, die in die Fernbedienung integriert wurde: Hier entwickelte und konstruierte man mit Liebe zum Detail. Dies untermauert auch die tadellose Verarbeitung, nur die Fernbedienung könnte noch einen Schuss mehr Hochwertigkeit vertragen. Wer also auf die Back Surround-Matrix für die Extended Surround-Tonnormen verzichten kann, bekommt zu einem fairen Preis einen hervorragenden AV-Receiver, der in der Güte seiner Eigenschaften das Klassenniveau deutlich sprengt.

Pro & Contra

plus.gif (283 Byte) Sehr guter Klang im Film- und im Musikbereich
plus.gif (283 Byte) Tadellose Leistungsreserven und hochwertige Endstufen
plus.gif (283 Byte) Komfortables Bedienkonzept mit sehr einfacher Lautsprechereinmessung
plus.gif (283 Byte) Gute Anschlussausstattung
plus.gif (283 Byte) Tadellose Verarbeitung
minus.gif (271 Byte) Keine Matrix und keine Endstufe für den Back-Surround-Kanal

Preislich fair kalkulierter AV-Receiver mit überzeugenden Testleistungen


Obere Mittelklasse

Technische Daten

Der AVR-5000 von hinten (im Bild die baugleiche US-Version AVR-510)

Dolby Digital/DTS-Decoder mit Anzeige der Kanalbelegung
Integrierte 24-Bit-D/A-Wandler mit 192 kHz Samplemöglichkeit
Logic 7 Prozessor (Kino- und Musik- Modus)
Dauerleistung: 2 x 80 Watt/8 Ohm (Stereo-Betrieb), 5 x 70 Watt/8 Ohm (5-Kanal-Betrieb)
MP3- und HDCD-Decoding
Verschiedene DSP-Programme 
Programmierbarer Bass-Manager mit justierbarer Übergangsfrequenz
Audioeingänge: Digital 3 x optisch, 3 x koaxial (inklusive Fronteingänge), analog 7 x Cinch, 1 x ext. Sechskanaleingang
Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 2 x koaxial (inklusive schaltbarem Frontausgang); 3 x Analog Cinch, Pre-Outs (Center, Surround, Main, Subwoofer Pre-Out (1 x ))
Videoeingänge: Komponenteneingang 2 x; S-Video Hosiden 5 x; FBAS 5 x (inklusive Fronteingang)
Videoausgänge: Komponentenausgang 1 x; S-Video Hosiden 3 x; FBAS 3 x; Multi-Room-Ausgang (FBAS/S-Video beschaltet)
Gerät über OSD einstellbar 
UKW/MW-Tunerteil, UKW-Sektion mit RDS und Radiotext, 30 Stationen programmierbar
Lernfähige, Code-programmierbare*, Makro-fähige Systemfernbedienung mit beleuchteten Tasten und Lautstärkepegelmesser zur vollautomatischen Einmessung (EZSet)
Multi-Room-fähig
Zweite mitgelieferte Fernbedienung für Multi-Room-Betrieb
Maximale Leistungsaufnahme 694 W
Gewicht 15.9 kg
Maße (B x H x T in mm): 440 x 167 x 435
Farbe: schwarz
Preis: 1799 DM (UVP)

       

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