Test: AV-Verstärker Denon AVC-A10 SE

Wir danken Karsten Becker (www.dvdplayer.de) für die Bereitstellung von Testräumen und Equipment

Finish, Features und Anschlüsse

Mit Star Wars Episode 1 - The Phantom Menace kam im letzten Jahr der erste Film mit Dolby Digital EX in die Kinos. Nur kurze Zeit später wurde angekündigt, den 6.1-Kanalton auch im Heimkinobereich auf DVD einzusetzen. Endlich gibt es jetzt auch die ersten Verstärker, die es erlauben, den um einen zusätzlichen Kanal erweiterten Kinosound auch in den eigenen vier Wänden zu nutzen. Wer sein Heimkino technologisch auf den neuesten Stand bringen möchte, dem bietet Denon für 3999 Mark eine wahlweise champagnerfarbene oder schwarze Möglichkeit, dies zu tun: Den Denon AVC-A10SE, der gegenüber dem bisherigen THX-Flaggschiff AVC-A1D für knapp 1000 DM weniger zu bekommen ist. Hinter der Buchstabenkombination versteckt sich ein Gerät, das dem Heimcineasten vielfältige Möglichkeiten eröffnet: Der Denon decodiert nicht nur Dolby Digital EX und DTS ES, sondern ist auch noch THX-zertifiziert. Bei den 6.1-Mehrkanaltonnormen Dolby Digital EX und DTS ES fungiert ein zusätzlicher Rear Center als Garant für eine noch räumlichere Klangkulisse von hinten, bei THX EX kommen zusätzlich zu den zwei Surround-Lautsprechern hinten links und rechts gleich zwei als Center-Speaker fungierende Lautsprecher zum Einsatz, die in der Mitte des Hörraums mit geringem Abstand voneinander und räumlich hinter den Dipolen für die Surroundkanäle angebracht werden. Aus beiden Rear Surround-Lautsprechern kommt übrigens das selbe Signal, also es gibt nur einen zusätzlichen Kanal, welcher über beide Lautsprecher wiedergegeben wird (Das Prinzip ist bekannt - wie schon früher bei Dolby Pro Logic, wo es für die Surroundlautsprecher auch nur einen Kanal gab, welcher monaural von beiden Surroundlautsprechern wiedergegeben wurde). Sinn dieses Systems ist es, die klanglichen Veränderungen, die bei lediglich einem Rear Surround Speaker durch eine leicht veränderte Sitzpostion oder durch Bewegungen des Zuhörers Disharmonien beim Empfinden der Räumlichkeit der von hinten kommenden Geräusche verursachen können, durch einen zusätzlichen Rear Surround Speaker zu kompensieren.

Eingebaut in den Denon sind allerdings lediglich 5 diskret aufgebaute Endstufen mit jeweils 125 Watt pro Kanal. Woher also kommt die Power für die zwei zusätzlichen Rear-Surround-Lautsprecher? Die Antwort liegt in einer von Denon "Power Amp Assignment" genannten Schaltung, die folgendermaßen funktioniert: Die fünf Endstufen des Denon können

a) für Front-Center + die zwei Rear Center + Surround links und rechts

oder

b) für die Frontkanäle + Front-Center + Surround links und rechts

genutzt werden. Für die zwei zusätzlichen Lautsprecher verwendet der Anwender dann eine Zweikanal-Endstufe, die in den Leistungsdaten zwecks Equal Power Prinzip am besten denen der Denon-Endstufen ähneln sollte. Laut Denon bezweckt man mit dieser auf den ersten Blick eher ungewöhnlichen Lösung folgendes: Eine bei vielen Freunden des guten Klangs zuhause noch vorhandene hochwertige Stereo-Endstufe kann so mit in das Surround-Equipment eingebunden werden, für diese Anwender empfiehlt es sich dann, die Endstufe für die Beschallung der beiden links/rechts-Frontkanäle zu verwenden. Und falls im Keller keine Endstufe mehr zu finden sein sollte, bietet Denon alternativ die passende Stereo-Endstufe POA-T10 an, die rund 1299 DM kosten soll.

Auch ansonsten hat der neue Denon-Verstärker eine Menge Features: So zum Beispiel eine "Widescreen 7.1 Kanal-Wiedergabe" genannte Schaltung. Hier werden alle 7 Lautsprecher plus Subwoofer auch für die Reproduktion herkömmlicher Stereoquellen oder für die Wiedergabe von Dolby Surround oder in 5.1-codiertem Dolby Digital- und DTS-Material angesteuert. Zwei Anschlussterminals für die "normalen" Surround-Lautsprecher erlauben den Anschluss von Surroundlautsprechern mit unterschiedlicher räumlicher und klanglicher Ausrichtung.

Durch zwei Anschlussterminals für die normalen links/rechts-Surroundlautsprecher hat der Benutzer die Möglichkeit, an das eine Terminal Direktstrahler für die geeignete Wiedergabe von Musik (Bild links) oder Dipole für die perfekte Wiedergabe von Filmen zu verwenden (Bild Mitte). Das rechte Bild zeigt eine THX Surround EX-Konfiguration mit zwei zusätzlichen Rear Surround Lautsprechern. Im On Screen-Menü kann bestimmt werden, in welchen Surroundmodi welche Lautsprecherpaare mitlaufen sollen.

Wer sich übrigens wundert, wieso der AVC-A10SE nur Lautsprecherimpedanzen von 8 bis 16 Ohm erlaubt, obwohl nach den THX-Zertifizierungsbedingungen bei um 10 % reduzierter Ausgangsleistung sogar 3, 2 Ohm möglich sein müssten: Hier liegt eine fehlerhafte Bedruckung des Anschlussterminals seitens des Herstellers vor: Richtig ist: Lautsprecher mit Impedanzen von 4 bis 16 Ohm können verwendet werden. Dafür ist der Verstärker auch für externe Decoder gerüstet, denn er bietet nicht nur einen externen Sechs- sondern auch einen externen Achtkanaleingang.

Apropos Eingänge: Hier bietet der Denon-Verstärker im Audio- wie im Videosektor eigentlich alles, was das Herz begehrt. Auf der Audio-Seite stehen insgesamt 11 Eingänge für Phono, CD, Tuner, DVD,  VDP (LD), TV/DBS, V-AUX, 2 x VCR, MD und 2 x Tape zur Verfügung, dazu kommen fünf optische Digitaleingänge und drei koaxiale digitale Inputs. Für Laserdisc-Freunde, die auch nicht auf den Dolby Digital-Klang ihrer NTSC-Scheiben verzichten wollen, verfügt der Denon noch über einen Dolby Digital-RF-Eingang. Auf der Video-Seite gibt es zwei YUV-Komponenteneingänge, 6 FBAS-Composite-Eingänge und 6 mal S-Video Hosiden. Auch an Ausgängen herrscht kein Mangel. Für die passende klangliche Verbindung sorgen hier ein Achtkanal-Analog Pre-Output, vier Paar analoge Recording-Outputs ein analoger Multi-Source-Output und ein optischer Digitalausgang. Visuell verfügt der Denon über einen Video-Komponentenausgang, vier Composite-Ausgänge und vier S-Video-Hosiden-Ausgänge.  Die verschiedenen Einstellungen des Geräts werden via On-Screen-Menü vorgenommen.

Sehr anschlussfreudig zeigt sich die Rückseite des Denon AVC-A10SE

Die Verarbeitung des Geräts ist überdurchschnittlich gut: Schon das immense Gewicht von 21, 5 Kilo dokumentiert Hochwertigkeit, die sich bis zum ungemein solide wirkenden und äußerst präzise geführten Lautstärke-Drehregler verfolgen lässt. Alle Tasten haben einen präzisen Druckpunkt, das Anschlussterminal zeigt ebenfalls, dass man mit diesem Gerät ein qualitativ überzeugendes Produkt erworben hat. Auch das Innenleben des Verstärkers ist aufgeräumt, die verwendeten Bauteile sind hochwertig.


Auch das Innenleben des Denon AVC-A10SE ist aufgeräumt und sauber verarbeitet. Leider kann die Fernbedienung, bei der einige Funktionstasten im unteren Bereich hinter einer Klappe angeordnet sind, in punkto Hochwertigkeit nicht ganz mit dem Rest des Gerätes mithalten.

Bedauerlich nur, dass man dies nur bedingt von der Fernbedienung sagen kann: Sie ist zwar einigermaßen handlich und wirkt auch nicht schlecht verarbeitet, wenn man aber bedenkt, was zum Beispiel die Konkurrenz von Sony beim nur etwa halb so teuren Receiver TA-50 ES für eine hochwertige Fernbedienungs-Kommandozentrale beilegt, so könnte hier vielleicht noch etwas mehr erwartet werden.

Insgesamt aber erreicht der Denon-Verstärker mit üppiger Ausstattung, die absolut dem Stand der Technik entspricht, und sehr vertrauenserweckender Fertigungsqualität ein ausgezeichnetes Ergebnis in der ersten Teildisziplin.

Bewertung

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Bedienung

Der wahre Heimkino-Fan liebt es, mit Hilfe vielfältiger Einstellmöglichkeiten sein Equipment optimal an die bei ihm vorzufindenden Bedingungen anzupassen. Für ihn ist der Denon AVC-A10SE genau das richtige Instrument, denn hier findet er jede Menge Möglichkeiten, ein Optimum aus seinem Heimkino herauszuholen. Via On-Screen-Menü lässt sich auf ein reichhaltiges Lautsprecher-Setup zugreifen, über das auch Selbstverständlichkeiten wie die Pegeleinstellung sowie die Berechnung der individuellen Delay-Time der einzelnen Lautsprecher über die Eingabe des Abstands der jeweiligen Lautsprecher zum Zuhörer vorgenommen wird. Ebenso kann man via On-Screen-Menü die Zuweisung für die Power Amp Assignment-Schaltung wählen. Etwas Übung ist schon von Nöten, doch schon nach kurzer Zeit navigiert man relativ schnell durch die diversen Menüs und Untermenüs, und die Erfolge der Einstellbemühungen sind hörbar: Denn mit einer perfekten Einstellung lässt sich Beeindruckendes realisieren. Doch dazu mehr in der Tonwertung. Wenig benutzerfreundlich ist allerdings, dass die Knöpfe auf der Fernbedienung für das On Screen Menü hinter einer Klappe verborgen und insgesamt etwas klein geraten sind.

Mit Hilfe des umfangreichen On Screen Menüs kann der AVC-A10SE optimal konfiguriert werden. Links das Grundmenü, in der Mitte das Setup für die Lautsprecheranpassung. Das rechte Menü zeigt an, in welchen Raumklangmodi welche Rear/Left-Surroundlautsprecher angesprochen werden sollen: Die Direktstrahler oder die Dipole (siehe Finish, Features und Anschlüsse)

Am Gerät selber befindet sich noch eine Vielzahl von Knöpfen, mit denen man wichtige Grundeinstellungen auch direkt am Gerät erledigen kann, was im Dunkeln allerdings schnell zu einer etwas nervenden Fummelei ausarten kann. Dies ist allerdings kein Denon-spezifisches Problem, sondern vielmehr kranken daran fast alle mit vielen Funktionen ausgestatteten Receiver oder Verstärker. Aber es gibt ja noch weitere Möglichkeiten: Auch ohne On-Screen-Menü kann man selbstverständlich direkt via Fernbedienung Settings vornehmen, so zum Beispiel die Aktivierung der THX-EX-Funktion.

Das Display des Denon ist aufgrund seiner alphanumerischen Darstellungsweise nett anzusehen, aber etwas zu klein. Für ein Gerät mit diesem Funktionsumfang ist die Bedienung insgesamt noch gut zu nennen.

Bewertung

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Ton

Nach dem von Denon betriebenen Aufwand waren wir natürlich besonders auf das Hörerlebnis gespannt und verwendeten für den Betrieb die folgende Konfiguration:

Die eingebauten fünf Endstufen des Denon AVC-A10SE wurden für den Front-Center, die Surround-Kanäle und die beiden Rear-Center verwendet.
Ein Parasound Sechskanalendstufe vom Typ HCA-806 kam für die beiden Front-Kanäle zum Einsatz
Für die komplette rückwärtige Surroundbeschallung sorgten vier Boston Acoustics-Dipole vom Typ VRS-PRO mit THX-Zertifikat
Ein THX-zertifizierter Center vom Typ Boston Acoustics VR-14 und zwei Frontlautsprecher vom Typ Boston Acoustics VR-35 mit THX-Zertifikat kümmerten sich um die Frontbeschallung. Zusätzlich kam ein selbst konstruierter Subwoofer mit kraftvoller 180 Watt-Endstufe und zwei 25-cm-Visaton-Tieftonlautsprechern mit Glasfasermembran zum Einsatz
Die Konfiguration wurde mit verschiedenen DVD-Playern getestet: Einem Pioneer DV-626D, einem Metz DE-81 (baugleich Pioneer DV-717) und einem Sony DVP-7000, der aufgrund seiner superben Audio-Qualitäten bei analogen Audio-CDs Verwendung fand.

Zum Soundcheck trat folgende Software an:

Dolby Digital 5.1 : Godzilla (Code 1), Tomorrow Never Dies (Code 1), Dolby Digital Demo DVD (Code 1-6), Armageddon (Code 2), Red Violin (Code 2), , Wild Wild West (Code 2), Antonio Vivaldi: The Four Seasons (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, Sony Classical, Code 1 - 6)
bluepoint.gif (202 Byte) Dolby Digital EX: Austin Powers: The Spy Who Shagged Me (Code 1)
bluepoint.gif (202 Byte) THX Surround EX: THX Demo DVD
bluepoint.gif (202 Byte) DTS ES: DTS Demo DVD Volume 4: Sequenz aus "The Haunting"
DTS: DTS Demo DVD Vol. 4: The Eagles, Hotel California, Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, EMI Classics DTS-CD), Saving Private Ryan DTS Version (Code 1)
Audio-CD: Simon Preston, Bach: Organ Works (Deutsche Grammophon 4D-CD), Dream Dance: The Best Of Dream House And Trance, Vol. 11

Der Denon AVC-A10SE zeigte im Tontest überzeugende Leistungen. Vor allem seine hohe Klangtreue auch in schwierigen Passagen ist überdurchschnittlich gut, genauso wie die Reserven der fünf eingebauten Endstufen, die auch unter starker Dauerbelastung unverändert kraftvoll aufspielten.

Die Beobachtungen im einzelnen:

a) Filme und Filmsequenzen

THX Surround EX: Eine exzellente Vorstellung bot der Denon bei der THX Surround EX Demo DVD, die bereits Demos und Trailer in THX EX enthält. Hier bewies er bis in hohen Lautstärkeregionen eine überdurchschnittliche Klangtreue. Der Verstärker kann sowohl gewaltige Klangbilder eindrucksvoll wiedergeben (wie beim THX-Trailer "Broadway 2000) als auch feinste Nuancen differenziert herausarbeiten, wie beim "Jungle Sounds"-Track auf der Demo-DVD. Die zusätzlichen zwei Rear Surround Boxen sichern eine überragend räumlich Darstellung ohne störende Klanglöcher. Im Vergleich zu normalem Dolby Digital 5.1 stellt sich durch die zusätzlichen Lautsprecher ein noch natürlicherer Klangeindruck ein: Die Ortung der Geräusche, die von hinten kommen, lässt sich noch präziser vornehmen, selbst leise Nebengeräusche, die sonst oftmals untergehen oder einen zu schwammigen Klangeindruck hinterlassen, ertönen mit hoher Präzision, ohne dass die von hinten kommende Klangkulisse übertrieben und dadurch unnatürlich wirken würde.

Dolby Digital EX: Das nächste Testmuster war die in Dolby Digital EX aufgenommene Code 1-DVD "Austin Powers - The Spy Who Shagged Me". Schon die Filmmusik vermittelte überzeugend den Eindruck nahezu geschlossener Räumlichkeit, die Anfangssequenz des Filmes, in dem verschiedene MP-Salven und eine heftige Explosion zu hören sind, zeigt, wo die Vorteile der EX-Technologie kombiniert mit einem leistungsfähigen Verstärker liegen: Wie schon bei der THX EX Demo DVD beobachtet, ist auch hier das sich hinter dem Zuschauer abspielende Geschehen mit deutlich gesteigerter Präzision zu vernehmen, auch die Klangverteilung vermag zu überzeugen: Die sonst oft zu frontlastige Verteilung der Soundkulisse, die für eine nicht den realen Bedingungen entsprechenden Vorne/Hinten-Relation bei der Tonwiedergabe sorgt, weicht hier einer ausgeglichenen, natürlich-offenen Klangcharakteristik. Die Basswiedergabe des Denon zeigt sich hier als kraftvoll und dynamisch, eine perfekte Synthese aus einem druckvoll zupackenden Bass, aber gleichzeitig einer natürlichen Klangwiedergabe, in der der Rest der Klangkulisse nicht in überbetonten Bässen untergeht.

DTS ES: Die DTS ES Sequenz von "The Haunting" auf der 4. DTS Demo DVD beeindruckt ebenfalls durch ihre Klangkulisse: Besonders die zersplitternde Glasscheibe im Geisterschloss vermittelt eine großartig räumliche Klangkulisse; der Zuschauer fühlt sich förmlich umgeben von den nach allen Seiten wegsplitternden Glasteilchen, die hallenden Schritte in den endlosen Gängen des Schlosses und die von den Wänden und der hohen Decke reflektierten Schreie werden mit erstaunlicher klanglicher Präzision und einer äußerst genauen Ortbarkeit wiedergegeben. Die sich bedrohlich steigernde Filmmusik, die knarrenden Türen und der pfeifende Wind ergänzen eine Klangkulisse mit hoher Dichtigkeit.

Dolby Digital 5.1 Sehr gut auch der Klangeindruck bei Dolby Digital 5.1-Tracks, die nicht in EX-Form vorliegen.  Wird "THX Surround EX" im On-Screen-Menü auf "On" geschaltet, laufen die Rear Surround Lautsprecher grundsätzlich mit  - auch bei herkömmlichen DTS 5.1/DD 5.1-Tracks. Für die Wiedergabe von Filmen in DD 5.1 oder DTS 5.1 ist dieser Modus wärmstens zu empfehlen. Bei der Code 1-DVD von "Godzilla" war das Ergebnis beeindruckend, auch wenn natürlich noch ein Unterschied zu echtem EX-Material in punkto präziser Ortung der rückwärtigen Geräusche spürbar war. Als die Riesenechse erstmals aus dem Wasser auftaucht und über die Straße trampelt, ist man geneigt, nachzuschauen, ob vor der eigenen Haustür noch alles in Ordnung ist. Als vorteilhaft erweist sich hier die hohe Leistungsreserve, die der Denon offensichtlich bereithält und die sich in einer ungeheuren Durchschlagskraft der Effektkanäle eindrucksvoll zeigt. Doch nicht nur das: Selbst bei den grollensten Tiefbassattacken wird noch eine sehr gute Klangtreue erreicht. Dieselben Beobachtung ließ sich auch bei der Code 1-DVD von "Tomorrow Never Dies" machen, wo besonders die Anfangssequenz, als "007" den Waffenmarkt verschiedener Terroristen in die Luft jagt, einen Eindruck von den Fähigkeiten des AVC-A10SE vermitteln kann. Besonders eindrucksvoll der Flug der verschiedenen abgefeuerten Raketen, deren Flugbahn sich exakt nachvollziehen lässt. Auch die Code 2-Test-DVDs "Armageddon" und Wild Wild West" wurden klanglich sehr gut wiedergegeben, wobei sich die mächtige Dampfspinne in "Wild Wild West" ihren Weg mitten durchs heimische Wohnzimmer zu bahnen scheint. Die auf die Stadt niederfliegenden Asteroidenstücke in "Armageddon" haben eine besonders hohe klangliche Durchschlagskraft, ohne dass es in Spektakel ohne ortbare Einzeleffekte ausarten würde.

DTS 5.1: Auch die DTS-DVD von "Saving Private Ryan" untermauert den sehr guten Gesamteindruck, sie brilliert besonders nicht nur mit einer klanggewaltigen, sondern auch einer höchst präzisen Darstellung, was auf dei hochwertige Hardware genauso wie auf die sehr gute Software-Basis zurückzuführen ist: Die Stimmwiedergabe ist auch bei lauten Schreien und großer Lautstärke am Verstärker absolut verzerrungsfrei und nuanciert. Auch bei dieser DVD lässt sich feststellen, dass gerade bei Schießereien, wo Effekte aus allen Richtungen quer durch den Raum fliegen, viel weniger klangliche Löcher als bei normalem 5.1-Klang entstehen.

b) Musik

Dolby Digital 5.1: Bei Musik-DVDs oder DVDs mit hohem Musikanteil überzeugte der Denon ebenfalls. Hier verwendeten wir den "Wide Screen"-Modus, in dem herkömmliche 5.1-Kanal-Tonquellen auch im 7.1-Modus wiedergegeben werden, für Musik besonders empfehlenswert. So klang die Oscar-prämierte Filmmusik von "Red Violin" sehr klar, plastisch und detailliert, was gerade bei dem schwierig wiederzugebenden Klang einer hochklassigen Violine ein schwieriges Unterfangen darstellt. Oft ist selbst auf hochwertigem Equipment festzustellen, dass die bei diesem Instrument sehr differenziert klingenden Höhen "eingedampft" werden und schwammig, unpräzise und leicht belegt wiedergegeben werden. Ausgezeichnet auch der Klang bei der ebenfalls in DD 5.1 vorliegenden Sony-Classic-DVD von Vivaldis "Vier Jahreszeiten": Hier wird die klassische Musik in einer Klangtreue wiedergegeben, die selbst eingefleischte Raumklanggegner, die den meisten Surroundsystemen immer einen Verlust an klanglicher Präzision zugunsten einen meistens unnatürlichen Raumeindrucks ankreideten, in arge Beweisnot bringen dürfte. Denn nicht nur die räumliche Kulisse überzeugt mit einer ungeheuren Klangfülle, die die Atmosphäre eines großen Konzertsaals fast perfekt vermittelt, auch die klangliche Präzision der im Orchester vorkommenden Instrumente ist ausnahmslos überzeugend. Es fällt auf, dass Denon sich wohl viel Mühe gegeben hat, den AVC-A10SE für die gelungene Wiedergabe klassischer Musik zu rüsten, denn der Klang ist selbst in den oberen Lautstärkeregionen nie belegt, genauso wenig wird nie ein Instrument unnatürlich überbetont.

DTS: Auch die EMI DTS-CD mit Tschaikowskys 6. Symphonie gab der Verstärker klanglich gut wieder. Hierbei ist zu beachten, dass die ursprünglich zugrunde liegende Aufnahme von 1972 stammt und auch das nachträgliche DTS-Digital-Mastering nicht ganz die altersbedingten Schwächen des Originals ausgleichen kann. So sind die Mitten leicht überbetont, während den Höhen einiges an Luftigkeit neuerer Aufnahmen fehlt. In Anbetracht dieser nicht hundertprozentig optimalen Software- Voraussetzungen kann man mit der vom AVC-A10 SE gebotenen Leistung mehr als zufrieden sein. Insgesamt entsteht im Widescreen-Modus der Eindruck hoher räumlicher Harmonie, auch das einsetzende Orchester wird nuancenreich wiedergegeben. Die Grenzen setzt hier ganz klar die Software. Das verdeutlicht die zum Vergleich herangezogene DTS-Demo DVD Volume 4 mit dem neu aufgenommen Kult-Song "Hotel California" von den Eagles: Beim Klatschen und Jubeln des Publikums sieht man sich schon suchend um und wundert sich, dass man alleine im Wohnzimmer sitzt, so realitätsnah ist die Atmosphäre. Beim Song selber fiel besonders die äußerst differenzierte Darstellung der Gitarrenklänge auf, die wieder zeigte, dass der AVC-A10SE auch in der Lage ist, feine Nuancen nicht untergehen zu lassen, ohne sie überzubetonen - der Spagat ist geglückt.

Audio-CD: Bei beiden oben in der Tabelle aufgeführten Testmustern wurde der Widescreen-Modus gewählt, weil dieser sich auch bei normalen Audio-CDs gut eignet, um eine voluminöse Klangkulisse zu erzeugen. Dies gelang in beiden Fällen, obwohl die Musik unterschiedlicher kaum sein kann: Bei Bachs Orgelwerken (Im 4D-Verfahren aufgenommene CD) gefiel der Denon durch eine sehr präzise, nie verschwommene und fein abgestufte Klangwiedergabe. Bei der House & Trance-CD "Dream Dance, Volume 11" zeigte sich, dass sich eine saubere Klangwiedergabe auch bei dieser Art Musik durch eine fast verzerrungsfreie Übertragung auch tiefster Basssequenzen und sich überlagernder Klangeffekte bezahlt macht. Die Grenzen setzt hier nicht die Hardware, sondern die Software.

Bewertung

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Fazit

Viel Licht und nur wenig Schatten, so könnte das auf den Punkt gebrachte Fazit zum Testgerät lauten: Mit dem AVC-A10SE bietet Denon einen hochklassigen Verstärker an, der neben der ausgezeichneten klanglichen Performance auch in punkto Fertigungsqualität überzeugt. Nirgendwo wurde gespart, außer an der Fernbedienung, die das sonst herrschende hohe Niveau verfehlt, sowohl was die optische Anmutung, als auch die Anordnung und Größe der Bedienelemente betrifft. Dies ist aber zu verschmerzen, denn mit dem Denon kauft man sich ein Gerät, mit dem man auch für weitere zukünftige Entwicklungen durch zusätzliche externe 6- und 8-Kanaleingänge bestens gerüstet ist. Den aktuellen Stand der Heimkino-Technik verkörpert der 21.5-Kilo-Bolide mit THX EX-, DD EX- und DTS ES-Decoding sehr überzeugend. In Anbetracht dieser Eigenschaften ist auch der Kaufpreis von 3999 DM voll gerechtfertigt.

Pro & Contra

plus.gif (283 Byte) Ausgezeichnete Klangtreue
plus.gif (283 Byte) Hohe Leistungsreserven
plus.gif (283 Byte) Sehr umfangreiche Ausstattung
plus.gif (283 Byte) Hervorragende Verarbeitung
minus.gif (271 Byte) Nicht perfekte Fernbedienung bezüglich Qualität und Bedienkomfort
minus.gif (271 Byte) Display am Gerät zu klein

Die Technik des Denon AVC-A10SE

Hier soll ein Einblick in die verschiedenen Baugruppen gegeben werden, die zur Decodierung der verschiedenen Mehrkanalstandards und zur Optimierung der Klangeigenschaften verwendet werden.

Der D.D.S.C. (Dynamic Discrete Surround Circuit) - Digitalschaltkreis verdeutlicht den Weg, den die Eingangssignale nehmen. Herzstück sind die zwei 32-Bit-Fließkomma-Prozessoren, die für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind: Während der erste Prozessor die Dolby Digital- und die DTS-Decodierung vornimmt, kümmert sich der zweite um die THX-gerechte Nachbereitung und um die EX-Codierung. Ebenfalls übernimmt der zweite Prozessor das Management der DSP- und Bass-Funktionen. Für alle 8 Kanäle stehen 24-Bit-96 kHz-Wandler bereit.

Im THX-Prozessor findet eine umfangreiche Klangnachbearbeitung statt. Die einzelnen Parameter der Home-THX-Nachbearbeitung:

Re-Equalization: Wird ein Filmsoundtrack auf der Heimkinoanlage wiedergegeben, kann der Gesamteindruck von einem zu grellen, unnatürlichen Klangbild negativ beeinflusst werden, da die Soundtracks für die Wiedergabe in großen Kinosälen mit ganz anderen Klangvoraussetzungen konzipiert sind. Das THX Re-Equalizing soll von daher die Adaption vom großen Kinosaal ins kleinere Heimkino vornehmen, damit der Klang auch dort mit einer natürlichen Kulisse aufwarten kann
Timbre Matching: Je nachdem, aus welcher Richtung das menschliche Ohr Klänge wahrnimmt, ändert es seine Klangwahrnehmung. Im Kino sind von daher viele Lautsprecher um die Zuschauer herum montiert, um ein möglichst reales Klangbild ohne Klanglöcher zu realisieren. Im Heimkino finden nur zwei Surroundlautsprecher bei herkömmlichen DD- oder DTS-5.1 beziehungsweise 4 Surroundlautsprecher bei THX EX Verwendung. Timbre Matching filtert die zu den Surroundlautsprechern transportierte Klanginformation, um so eine optimale Anpassung des Toncharakters von den Front- und den Surroundlautsprechern zu erreichen, was zu einem natürlichen und harmonischen Klangbild beitragen soll.
Adaptive Decorrelation: Oftmals ist zu beobachten, dass das Klangbild aus den Surroundlautsprechern zu dünn, wenig plastisch und dadurch unharmonisch wirkt. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn sich der Zuhörer von der exakt mittleren Sitzposition entfernt. Diesen Negativmerkmalen soll die "Adaptive Decorrelation" entgegen wirken: Die Zeitdauer des einen Surroundkanals und das Phasenverhältnis bezüglich des anderen Surroundkanals wird verändert. Damit wird zweierlei erreicht: Zum ersten ein ausgewogenes Klangbild auch abseits der genau mittig angeordneten Hörposition, zum zweiten ein voluminöserer Eindruck des Klanganteils aus den Surroundlautsprechern.
THX, Home THX, THX Surround EX, Re-Equalization, Timbre Matching und Adaptive Decorrelation sind Warenzeichen von Lucasfilm Ltd.

THX Surround EX

1999, gleichzeitig mit der Uraufführung von "Star Wars - Episode 1", war ein neues System geboren: Dolby Digital Ex, 6.1-Sound, abgemischt mit einem zusätzlichen Kanal für den Rear Center, der in der Mitte hinter den normalen Surroundlautsprechern aufgestellt wird. Die THX-Variante verfügt sogar über ein zusätzliches Rear-Lautsprecher-Paar, das - wie schon beschrieben - mittels des einen zusätzlichen Kanals versorgt wird. Bei der THX-Spezifikation werden die beiden Back-Surroundlautsprecher in kurzer Distanz untereinander aufgestellt. Doch was ist mit der Kompatibilität zu den bisherigen 5.1-Systemen? Ein 6.1- oder 7.1-Soundtrack soll, so war die Zielsetzung, auch auf bisherigem 5.1-Equipment laufen. Also entschloss man sich in beiden Fällen für ein simples und abwärtskompatibles Verfahren, welches in ähnlicher Art und Weise bereits bei Dolby Surround für die Generierung eines dritten Kanals aus einem Stereosignal angewendet wurde: Das dem Rear Center zugedachte Signal wird durch eine Matrix geschleift und auf die beiden Surround-Lautsprecher gleichmäßig verteilt. Ein Zusatzdecoder extrahiert dann aus dem gematrixten Signal für die Surroundspeaker wieder die Signale für die Links/Rechts-Surroundlautsprecher und für den oder die Rear Surround Speaker. Im Dolby Digital-Bitstream wird eine zusätzliche Kennung mitgeliefert, die dem digitalen 6.1-Decoder die Anweisung gibt, das Signal der beiden hinteren Kanäle durch eine Matrix-Schaltung zu ziehen und das Center-Signal zu erzeugen. Ein herkömmlicher 5.1-Decoder, der mit der 6.1-Kennung nichts anzufangen weiß, gibt wie gehabt, nur ein Stereo-Signal auf den hinteren Kanälen wieder, in dem auf beiden Kanälen das Signal des Centers vorhanden ist.

Technische Daten

bluepoint.gif (202 Byte) Nenn-Ausgangsleistung: Surround: 5 x 125 Watt (8 Ohm, 1 kHz mit 0, 7 % Klirrfaktor), Stereo 2 x 125 Watt (8 Ohm, 20 Hz - 20 kHz mit 0, 05 % Klirrfaktor) bzw. 2 x 130 Watt (8 Ohm, 1 kHz mit 0,7 % Klirrfaktor)
bluepoint.gif (202 Byte) 11 Paar Analogzugänge (Phono, CD, Tuner, DVD, VDP, TV/DBS, V-AUX, VCR-1, VCR-2, MD/Tape-1, Tape-2)
bluepoint.gif (202 Byte) Frequenzgang 10 Hz - 100 kHz; +0, -3 dB (Direct Mode)
bluepoint.gif (202 Byte) Klangreglung Höhen: +/- 10 dB bei 10 kHz, Bass +/- 10 dB bei 100 Hz
bluepoint.gif (202 Byte) 8-Kanal-Analog-Externeingang
bluepoint.gif (202 Byte) 6-Kanal-Analog-Externeingang
bluepoint.gif (202 Byte) 8-Kanal-Analog-Pre-Ausgänge
bluepoint.gif (202 Byte) 1 Analog-Multi-Source-Ausgang
bluepoint.gif (202 Byte) 4 Analog-REC-Ausgänge
bluepoint.gif (202 Byte) 5 optische, 3 koaxiale Digitaleingänge, 1 optischer Digitalausgang
bluepoint.gif (202 Byte) 1 Dolby Digital RF Eingang
bluepoint.gif (202 Byte) 2 Component Video-Eingänge, 1 Component Video-Ausgang
bluepoint.gif (202 Byte) 6 Composite Eingänge, 4 Composite Ausgänge
bluepoint.gif (202 Byte) 6 S-Video-Eingänge, 4 S-Video Ausgänge
bluepoint.gif (202 Byte) Netzteil:230 V, 50 Hz
bluepoint.gif (202 Byte) Leistungsaufnahme 690 W
bluepoint.gif (202 Byte) Abmessungen (B x H x T in mm) 434 x 181 x 494
bluepoint.gif (202 Byte) Gewicht 21, 5 kg
bluepoint.gif (202 Byte) Gehäusefarben: schwarz und champagner
bluepoint.gif (202 Byte) Preis: 3999 DM

Test von: Carsten Rampacher

02.05.2000       

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