Test: DVD/SACD-Player Sony DVP-NS700V

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung

Finish, Features und Laufwerk

Neben dem schon getesteten DVP-NS900V für 1499 DM gibt es noch eine günstigere Möglichkeit, einen DVD Video/SACD Multichannel-Player mit integriertem DD/DTS-Decoder zu erstehen: Für 1199 DM bietet Sony den DVP-NS700V in den Farben Schwarz und Silber an. Der flache, optisch schlichte Player macht nicht so viel her wie der erstklassig verarbeitete DVP-NS900V, der in dieser Disziplin für seinen Preis eine exzellente Vorstellung abliefert. Dies soll jedoch keinesfalls heißen, dass der DVP-NS700V schlecht verarbeitet ist, ganz im Gegenteil: Mit sehr guter Verarbeitung kann auch dieser Sony-Player dienen, doch die Plastik-Front und das ganze, weniger aufwändig verarbeitete Gehäuse können einfach nicht den wertigen und langlebigen Eindruck vermitteln, der beim DVP-NS900V gegeben war. Auch im Inneren gibt es Unterschiede, hier kommt der DVP-NS700V mit einem weniger hochwertigen Netzteil, es fehlt der Ringkern-Transformator des DVP-NS900V, und die streng getrennten Audio/Video-Schaltkreise kann der "kleine" DVP-NS700V auch nicht bieten. Die Videosektionen beider Player sind vom Aufbau her ähnlich, aber im Fall des kleineren Geräts reicht ein 27 MHz/10-Bit Video-D/A-Wandler anstatt dem hochwertigen 54 MHz/10-Bit Video-D/A-Wandler des DVP-NS900V. Ebenso spart sich der DVP-NS700V den aufwändigen Videoequalizer mit überragender Gammakorrektur. Der Besitzer des DVP-NS700V muss sich mit einigen ab Werk mitgelieferten Bildprogrammen vorlieb nehmen, mit an Bord sind zusätzlich digitale Bildverbesserungsmöglichkeiten: Mit dem Digital Video Enhancer sollen sich Bilddetails schärfer stellen lassen. Störende Blockbildung reduziert das Gerät dank “Block Noise Reduction”.  Die Anschluss-Sektion ist auch beim DVP-NS700V reich bestückt, nur auf einen YUV-Ausgang muss der Besitzer verzichten. Aufgrund seines gesamten Profils spricht der DVP-NS700V aber wohl auch eher den Besitzer hochwertiger Fernsehgeräte und weniger die Projektoren-Fraktion an, somit kann man damit sicherlich gut leben. Zwei Scartbuchsen (Nr. 1 selbstverständlich mit RGB-Ausgabe) sind ebenso mit dabei wie ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang sowie ein Sechskanal-Ausgang für die SACD-Multichannel-Ausgabe und den internen DD/DTS-Decoder. Die mitgelieferte Fernbedienung ist gut verarbeitet und der Preisklasse absolut angemessen, wenngleich sich schon ein deutlicher Unterschied zum überragenden IR-Controller des DVP-NS900V auftut. Erfreuliches lässt sich zum Thema SCVD vermelden: Unsere nach vcdhelp-Muster erstellte Check-Disc gab der DVP-NS700V problemlos und ruckelfrei wieder. 

Das Laufgeräusch des Laufwerks ist zu loben: Leise geht es seiner Arbeit nach, auch beim Einlesen wird es nie unnatürlich laut, obwohl der DVP-NS900V hier aufgrund seiner besseren Geräuschdämpfung durch das hochwertige Gehäuse ein nochmals unaufdringlicheres Laufgeräusch bot.  Die Fehlerkorrektur (getestet mit unserer Fehlerkorrektur-Check-DVD) ist der größte Schwachpunkt am DVP-NS700V: Schon ab Track 5 gibt es massive Artefakte, das Bild bleibt stehen. Bei Track 13 von 30 ist endgültig Schluss. Hier konnte der DVP-NS900V mit ordentlichen Leistungen aufwarten, wir verwendeten beim DVP-NS700V exakt die gleiche Fehlerkorrektur-DVD, kamen hier aber zu einem eher ernüchternden Ergebnis. Sony-typisch aber stürzte auch der DVP-NS700V im Testbetrieb nie ab, alle DVDs wurden problemlos eingelesen. Fazit: Die Fehlerkorrektur verhindert trotz leisem Laufwerk und hoher Kompatibilität hier ein besseres Abschneiden. Schade, denn mit den Leistungen des DVP-NS900V in dieser Disziplin konnte man zufrieden sein. 

Bewertung Fehlerkorrektur/ Laufwerk

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Eine erstklassige Ausstattung, viele Anschlüsse, eine ordentliche Verarbeitung und die problemlose SVCD-Wiedergabe zu einem sehr attraktiven Kaufpreis - es gibt nur Positives vom DVP-NS700V zu berichten, und seine nur ausreichende Fehlerkorrektur wurde schon zuvor bewertet. So gibt es in der Disziplin Finish und Features sechs Sterne. 

Bewertung


Bedienung

Hier kann der DVP-NS700V genauso wie alle Sony DVD-Player überzeugen. Der Aufbau aller Einstellungen und Menüs ist logisch und übersichtlich strukturiert und stellt auch den Neueinsteiger praktisch nie vor Probleme. Wer es besonders einfach haben und seinen neuen DVD-Player schnell betriebsfertig sehen möchte, kann mit der "Quick Setup"-Funktion die wichtigsten Grundeinstellungen rasch vornehmen. Wer mehr will, kann über die Experten-Einstellung gehen, und kann sich dann über vielfältige Einstellmöglichkeiten freuen: So ist beispielsweise vom DVP-NS400D und vom DVP-NS900V das umfangreiche Setup für den internen Decoder bekannt. Die Fernbedienung ist gut, die Tasten sind übersichtlich angeordnet, der Druckpunkt der Tasten ist zwar etwas weich, aber nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt. Leider liegt dem DVP-NS700V nicht die überragende Fernbedienung des DVP-NS900V bei, in Anbetracht des günstigen Preises des DVP-NS700V ist dies aber durchaus verständlich.

Wie üblich bei Sony-DVD-Spielern gefällt das sehr gut ablesbare Display in angenehmer Farbe und Darstellung und die Möglichkeit, sich via Navigationskreuz auf der Gerätevorderseite ebenfalls durch die Menüs der DVD bewegen zu können. Auch bei diesem Sony-Player gefällt die ordentliche Bedienungsanleitung. Fazit: Im Punkt Bedienbarkeit kann die Konkurrenz noch immer von Sony lernen. 

Bewertung

Bild

Bei den Testbildern auf der DVD-Discovery überzeugte der Sony in Werkseinstellung mit einer tadellosen, harmonischen Farbwiedergabe. Bei allen Testbildern fiel die überdurchschnittliche Bildharmonie auf, dies war auch schon beim DVP-NS900V zu beobachten. Bei dem Testbild mit den Goldmünzen fielen die Detailtreue und die Plastizität des Bildes gut aus, erreichten aber nicht ganz das Niveau des DVP-NS900V. Die Gesamtbildschärfe war bei allen Testbeispielen erfreulicherweise sehr gut. Das tiefe Schwarz (Check-DVD: Independence Day) gefällt auch beim DVP-NS700V, hier bietet die Sony-DVD-Player-Flotte durch die Bank absolute Top-Qualität. Dies ist besonders herauszustellen, da viele DVD-Player nicht in der Lage sind, ein Schwarz mit richtiger Tiefe zu erzeugen. Bei der "Mumie" konnten auch beim DVP-NS700V die exzellente Farbwiedergabe, mit einer natürlichen und gefälligen Wiedergabe der Wüsten-Farbtöne und einer strahlenden und angemessen kräftigen Wiedergabe des tiefblauen Himmels (Start Chapter 2) überzeugen ebenso wie die tadellose Detailtreue und die Sony-typische hohe Bildruhe.

Verschiedene digitale Bildverbesserer, bei der Ausstattung schon kurz beschrieben, bietet der DVP-NS700V. So zunächst eine digitale Bildverbesserung, in drei Stufen schaltbar, die die Konturen exakter herausarbeiten soll: In der Praxis sind die ersten beiden Stufen durchaus bei sehr guter Software brauchbar, das Bild wirkt minimal plastischer, die Detailwiedergabe ist leicht verbessert (Test-DVD: Die Mumie, Ergebnis: Beispielsweise feine Muster wie die Haare der Akteure, feine Details wie der Wüstensand oder Einzelheiten im Tempel zu Filmbeginn wirken noch realistischer). Stufe 3 sollte man nicht unbedingt verwenden, da das Bild dann etwas unnatürlich digitalisiert wirkt. Es stellt sich ein Effekt ein, der  damit vergleichbar ist, wenn man am PC ein Foto nachbearbeitet und es mit dem Nachschärfen zu gut meint.  Für nicht perfekte Software gedacht ist eine andere Möglichkeit: Der obere Bildfrequenzbereich wird per Digitalfilter abgesenkt, was ein etwas weicheres Bild zur Folge hat. Für manche DVDs mit älterem Ausgangsmaterial durchaus nicht verkehrt, da die Bildharmonie steigt. Bildstörungen zu Leibe rücken kann der Sony-Besitzer zudem noch mit dem ordentlich arbeitenden, dreistufig schaltbaren Filter gegen Blockrauschen (BNR, Block Noise Reduction).

Für diejenigen, denen die Standard-Einstellung nicht genügt, selber aber ungern alles justieren wollen und somit  lieber auf werksseitig voreingestellte Bildeinstellungen zurückgreifen wollen, liefert Sony folgendes Package mit:

  • Dynamisch 1: Bildkontrast  und Farbintensität werden verstärkt (gut bei Filmen wie z.B. "Das große Krabbeln" oder "Toy Story", die Einstellung betont die kräftigen Farben und die frische Wiedergabe)

  • Dynamisch 2: Nochmals mehr Kontrast und Farbstärke (Vorsicht, sorgt bei vielen DVDs für eine leichte visuelle Disharmonie)

  • Kino 1: Durch eine Erhöhung des Schwarzwertes werden Details in dunklen Bildbereichen verstärkt. Nützlich bei verschiedenen Spielfilmen, die zu einem beträchtlichern Teil in der Dunkelheit spielen (z.B. Independence Day, The Rock, U-571), für eine realistischere und angenehmere Bildwiedergabe

  • Kino 2: Weiße Bereiche werden heller, dunkle werden kräftiger, und der Farbkontrast wird verstärkt  

Fazit:Das Bild des DVP-NS700 kann vollauf überzeugen, durch die mannigfaltigen Einstellmöglichkeiten des Videoequalizers bietet der DVP-NS900V aber auch in dieser Disziplin mehr. Auch beim DVP-NS700V verbesserungswürdig: Der sehr ruckelige Layerwechsel. Ein unsichtbarer Layerwechsel ist für viele potentielle Käufer nach verschiedenen Umfragen ein wichtiges Kaufargument geworden - ob die Hersteller wollen oder nicht, über kurz oder lang sollte hier nachgebessert werden. 

Bewertung

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Ton

Hier überzeugt der DVP-NS700V mit seiner sehr guten Multichannel-SACD- Wiedergabe: Bei der Multichannel-SACD der Bob Mintzer Big Band "Homage to Count Basie" war die Wiedergabe ordentlich akzentuiert, klar und harmonisch. Der Hochtonbereich war prägnant und nuanciert, aber nie aggressiv. Im Detail aber kann der DVP-NS700 nicht die Frische und Transparenz des DVP-NS900V bieten, was sich beispielsweise an der minimal belegten Wiedergabe des Saxophons beim direkten Vergleichshören bemerkbar macht. Hier kann der DVP-NS700V nicht an die überragenden Leistungen seines "großen Bruders" heran kommen, die charismatische Darstellung des DVP-NS900V ist einfach Extraklasse. Die aufwändige Konstruktion des DVP-NS900V macht sich hier offenbar bemerkbar, diese fehlt dem DVP-NS700V. Damit sollten audiophile Interessenten auf jeden Fall zum DVP-NS900V greifen, der die Möglichkeiten des Mediums SACD noch besser ausschöpft, wenngleich man auch mit den Leistungen des DVP-NS700V sehr zufrieden sein kann. 

Die Stereo-SACD von Tommy Smith "Blue Smith"  gab auch der DVP-NS700V  präzise und schwungvoll wieder, die Plastizität der Vorstellung erreichte nicht ganz das hohe Niveau des DVP-NS900V, der hier "Musik zum Anfassen" bot: Der Zuhörer wähnte sich bei geschlossenen Augen direkt vor der Bühne, während beim DVP-NS700V doch mehr der "Wiedergabe-zu-Hause"-Charakter durchsetzt. Die Auflösung im Hochtonbereich ist auch hier gut, die Instrumente werden in ihren tonalen Eigenarten gut dargestellt.  Sehr überzeugend gelingt dem DVP-NS700V die akustische Darstellung von Bruckners 9. Symphonie: Hier meistert der Player die teils heftigen Dynamiksprünge souverän, die Gesamtharmonie ist ebenso tadellos wie die Auflösung im Hochtonbereich. 

Im DVP-NS700V befindet sich auch ein Dolby Digital- und DTS-Decoder. Dieser kann mit ordentlichen Qualitäten aufwarten. Gut ist die Darstellung im Hochtonbereich, die differenziert und ausreichend transparent ist. Die Surround-Klangkulisse gefällt mit einem tadellosen Aufbau. Ohne das häufiger zu beobachtende Verwischen von Effekten oder Musikelementen ist die Charakteristik überzeugend. Nicht ganz perfekt: Der Basseinsatz: Hier ist zwar, wie schon beim DVP-NS900V beobachtet, die Präzision vollkommen in Ordnung, Volumen und die damit verbundene Raumwirkung, dies zeigt sich beim Filmbeispiel "Die Mumie", könnten aber besser sein.Nachhelfen kann man etwas, wenn man im Decoder-Setup den Subwoofer mit mindestens +3 dB anspricht. Dann ist zumindest ein befriedigendes Volumen sichergestellt. Nur Positives gibt es vom DVP-NS900V im Kapitel Digitalklang zu berichten: Absolut überzeugend, klar und sauber, gelingt hier (Dreifach abgeschirmtes Koaxialkabel mit 1 Meter Länge von Burosch, angeschlossen an einem Yamaha DSP-AX1)  die Wiedergabe.

Fazit: Auch wenn der DVP-NS700V sich in den tonalen Qualitäten dem DVP-NS900V geschlagen geben muss: Für seinen Kaufpreis bietet der Player einen absolut überzeugenden Gegenwert.  

Bewertung

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Fazit

Das Bessere ist des Guten Feind - dieses alte Sprichwort trifft hier exakt zu. Sony wird allerdings freuen, dass dieses "Bessere" ebenfalls aus dem selben Hause kommt: Es ist der Sony DVP-NS900V, dem sich der 300 DM günstigere DVD-NS700V geschlagen geben muss. Die überragenden Leistungen des "großen Bruders" lassen schon fast in Vergessenheit geraten, dass auch der 1199 DM teure DVP-NS700V ein sehr erfreuliches Gerät ist: Bis auf die weniger überzeugende Fehlerkorrektur und den wie auch beim DVP-NS900V ruckeligen Layerwechsel kann man dem Player nichts vorwerfen. Das Bild, die akustischen Qualitäten und die Bedienung: Alles ist tadellos, die Verarbeitung ist ebenfalls gut.  Nur: Die Brillanz in allen Disziplinen, die den DVP-NS900V als DEN überragenden Player bis 2000 DM auszeichnen, kann der DVP-NS700V nicht bieten. Ein ausgezeichnetes Gerät ist er zweifellos trotzdem. 

Viel Ausstattung und Qualität zum günstigen Preis


Obere Mittelklasse

Pro & Contra

plus.gif (283 Byte) Bild- und Tonqualität sehr gut
plus.gif (283 Byte) Gute Verarbeitung
plus.gif (283 Byte) Beispielhaftes Bedienkonzept
plus.gif (283 Byte) Überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis
minus.gif (271 Byte) Fehlerkorrektur und Layerwechsel verbesserungswürdig

Technische Daten

  • DVD Video/SACD-Multichannel-Player

  • Dolby Digital/DTS-Decoder

  • Videoausgänge: 2x SCART, 1 x Hosiden (S-Video), 1 x Cinch (Composite)

  • Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x koaxial,
    analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix, 1 x Sechskanal-Ausgang (DD/DTS-Decoder, SACD-Multichannel)

  • Farben: Schwarz, Silbern

  • Maße (B x H x T): 43 x 7,4 x 25,6 cm

  • Gewicht: 2,8 kg

  • Preis: 1199 DM (UVP)

10. Oktober 2001

Test: Carsten Rampacher
     

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