Test: Restek Stereo-Set: Vorstufe "Editor", 2 x Mono-Block "Extract",
CD-Player "Epos" (2/3)
Technik und Aufbau Mono-Endstufe "Extract"
Kommen wir nun zur Endstufe "Extract", von außen auffällig mit
einem großen, beleuchteten VU-Meter versehen. Ein VU-Meter ist ein
Spannungsmesser, dieser ist geeicht auf eine Lautsprecherimpedanz von 8
Ohm. Wird ein 4-Ohm-Lautsprecher angeschlossen, sind die angezeigten Werte zu
verdoppeln, bei einem 2-Ohm-Schallwandler zu vervierfachen. Bei einem
6-Ohm-Lautsprecher muss im Vergleich zur 8-Ohm-Eichung 50 % hinzuaddiert
werden.

Chromblitzende Monoblöcke - die "Extract" symbolisiert
die Synthese aus kraftvoll-elegantem, zugleich aber schlicht-funktionalem
Auftritt

Die "Extract" von innen betrachtet. Zu sehen ist der
große, schwarze Aluminium-Kühlkörper

Im Verborgenen geht der Ringkerntrafo seiner Arbeit nach

Vier Elkos mit jeweils 10.000 Microfarad

Mosfet-Transistoren
Der saubere Innenaufbau mit vier jeweils 10.000 Microfarad
Speicher versehenen Elkos und großem Ringkerntrafo überzeugte uns voll und
ganz. Mosfet-Transistoren in hochwertiger Qualität sorgen für eine akkurate
Signalverarbeitung. Insgesamt wird bei den 13 kg schweren Monoblöcken ein
hochwertiger, edler Aufbau geboten. Die Schaltungstechnik innerhalb der Endstufe
teilt sich in vier Bereiche auf:
-
Die Verstärkerendstufe an sich
-
Bedienungs- und Schutzelektronik
-
Zustandsanzeigen zur Information des Benutzers
-
Netzteil zur Stromversorgung des gesamten Gerätes
Die Endstufe arbeitet nach dem parallelsymmetrischen Prinzip und
besitzt in der Eingangsstufe eine Kaskodeschaltung, die über die
Treiberendstufe acht Endstufentransistoren ansteuert. Dadurch ist der
Endstufenblock in der Lage, Lautsprecher bis zu einer Minimalimpedanz von zwei
Ohm anzutreiben und damit eine Leistung von rund 400 Watt abzugeben. Diese Werte
zeigen deutlich, dass auch sehr anspruchsvolle Lautsprecher problemlos in
Verbindung mit diesen leistungsfähigen Extract-Endstufen eingesetzt werden
können. Leistungshungrige, impedanzkritische oder vom Wirkungsgrad nicht
optimale Lautsprecher wie die alte, berühmte Infinity Kappa-Serie oder die sehr
spielfreudige Isophon Vieta stellen für die
stabil laufende Restek-Endstufe keinerlei Probleme dar. Im Interesse der
Sicherheit der angeschlossenen Lautsprecher verfügt der Monoblock über eine
Gleichspannungsschutzschaltung, die die Lautsprecher sofort von der Endstufe
abtrennt, sobald eine für die Lautsprecher schädliche Gleichspannung an den
Ausgangsklemmen anliegt. Ebenfalls schaltet die Übertemperatursicherung das
System ab, wenn eine Betriebstemperatur erreicht ist, die schädlich für die
Endstufe sein könnte. In diese Bereiche werden auch sehr anspruchsvolle
Anwender allerdings kaum vordringen, denn die Extract-Endstufen werden selbst
bei sehr intensivem Betrieb über mehrere Stunden nur normal warm, aber
keinesfalls erschreckend heiß. Greift doch einmal eine Sicherung durch,
wird dies durch die "Protect"-LED auf der Vorderseite der Endstufe
optisch verdeutlicht. Auch die weiteren Leistungsdaten, die nicht den 2
Ohm-Betrieb betreffen, imponieren: 350 Watt an 4 Ohm, 200 Watt an 8 Ohm
(Musik), 300 Watt an 4 Ohm, 180 Watt an 8 Ohm (sinus).
Die Rückseite der Endstufe bietet neben dem obligatorischen
Kaltgeräte-Steckeranschluss auch einen XLR- und einen Cinch-Port. Von
exzellenter Güte sind die leichtgängigen, aber fest zupackenden
Lautsprecherkabel-Schraubverschlüsse, ähnlich wie z.B. beim erstklassig
verarbeiteten Denon AVC-A11XV mit
Plexiglasverkleidung. Hier eine Bildergalerie zur Rückseite der "Extract":

Die Gesamtansicht von hinten

Hervorragende Lautsprecherkabel-Anschlussterminals mit
exzellenter Eignung auch für hochwertige Bananenstecker

XLR-Anschluss der Endstufe - dem optisch gezeigten
professionelle Touch werden auch später die superben Leistungen im Klangtest
gerecht

Praktischer Tragegriff des Mono-Leistungsverstärkers
Des Weiteren finden sich auf der Rückseite der Endstufe gleich
vier verschiedene Schalter:

Verschiedene Schalter auf der Rückseite der Extract-Endstufe:
"Light" schaltet die Skalen-Beleuchtung (VU-Meter) auf der Vorderseite an oder aus,
"Bal/Unbal" schaltet zwischen XLR- oder Cinch um,
"Automatic" beinhaltet eine aktivierbare automatische Ferneinschaltung
mittels einer Steuerspannung, die über die "Remote"-Buchse auf der
Rückseite der Endstufe eingespeist wird. "Speaker" schaltet den angeschlossenen Lautsprecher an oder aus
CD-Player "Epos"

"Epos" mit typischem Restek-Display im Großformat
Der CD-Player, bei dem man vor der Inbetriebnahme zunächst die
Transportsicherungsschraube auf der Geräteunterseite zu entfernen hat, ist auch im typischen Restek-Design gehalten und
ist als Toploader ausgeführt. Der Toploading-Mechanismus ist sehr massiv
ausgeführt, die Auskleidung der Abspielkammer von Innen ist äußerst
hochwertig, was wir selbstverständlich wieder anhand geeigneter Bilder auch
visuell vermitteln möchten:

Das ist wahre Verarbeitungsqualität: der aus dem Vollen
Gefräste Toploading-Mechanismus des "Epos"

Sehr hochwertige Auskleidung der Laufwerkskammer

Wichtig: Auf die eingelegte CD immer den Puck des Epos
drapieren, dieser drückt die CD herunter und sorgt für ordnungsgemäßen
Lauf
Die Bedienung ist sehr konservativ: Mit der Hand öffnet man den
massiven Deckel und schiebt diesen zur Seite. Anschließend legt man die CD ein
und steckt zum Abschluss den schweren Metallpuck obendrauf, damit die CD vom
Epos korrekt abgespielt werden kann. Dann klappt man den Deckel wieder zu. Der
Epos verfügt des Weiteren auch über einen HCDC-Decoder. Auch der CD-Spieler
ist ausgangsseitig professionell bestückt und mit Cinch- und
XLR-Ausgängen versehen. Ebenfalls gibt es einen optischen und einen koaxialen
Digitalausgang und die Reslink-Schnittstelle zum Datenaustausch unter
Restek-Komponenten. Intern vertraut auch Restek auf hochwertige Burr
Brown-Wandler, zwei 24-Bit-Konverter in Parallelschaltung sind mit an Bord,
Restek verspricht höchste Selektion beim Aussuchen der Wandlereinheiten.
Bewertung Verarbeitung, Baugruppen, Aufbau      
Bedienung
Eine leichte Bedienbarkeit stand, so Restek, ebenfalls im
Lastenheft der Entwickler. Durch die Bedienmöglichkeit aller Sonderfunktionen
durch die Fernbedienung bzw. wahlweise durch einen einzigen Dreh-Drück-Regler
auf der Gerätefront glauben die Restek-Ingenieure, eine praxisgerechte Lösung
gefunden zu haben. Durch die Abwesenheit von Knöpfchen, Reglern und anderen
Bedienelementen bleibt die Front des Vorverstärkers puristisch und klar. Soweit
zum Anspruch, die Wirklichkeit sieht zwar gut, aber nicht perfekt aus: So werden sich
i-drive-gewöhnte BMW-Fahrer und auch andere technikaffine Anwender sehr schnell
an dieses Konzept gewöhnen, der Bedienknopf am Gerät wird gedrückt,
anschließend kann man die Menüfunktion auswählen, wieder drücken und dann
einstellen. Erfolgt keine Veränderung inklusive Bestätigung innerhalb von 6
Sekunden, springt alles wieder auf die Ausgangsposition zurück. So weit, so
gut, am Gerät selber fliegt man nach kurzer Eingewöhnung geradezu durch die
Menüs, aber die Bedienung mit dem IR-Controller gestaltet sich etwas komplex,
hier verweisen wir auf die bereits getroffenen Feststellungen zu den
Funktionselementen auf der Fernbedienung. So massiv und robust der "Director"
verarbeitet ist, vielleicht wäre es doch mal an der Zeit, über ein neues
Fernbedienungskonzept nachzudenken, die Bochumer Konkurrenz von Audionet
bietet z.B. eine hochwertige Fernbedienung mit LC-Monitor für Komponenten wie
die Map V2 an. Dieses Konzept könnten sich
auch andere Anbieter ansehen, am Restek-Problem einer zwar äußerst soliden,
aber nicht eben praktischen Fernbedienung leidet auch die Vincent Vor-/Endstufenkombination SAV-C2/SAV-P200.
Und bei Audio Analogue sieht es auch nicht besser aus, wie unser Test
der "Maestro"-Serie zeigt.
Selbstverständlich gaben alle Restek-Komponenten einen
richtigen Netzschalter und keinen stromziehenden Standby-Knopf. Nach dem
Einschalten des Editor leuchtet der Schriftzug "Restek" im Display
kontinuierlich auf, und der Schriftzug "Editor" blinkt für etwa 10
Sekunden. Während dieser Phase ist außer dem Ausschalten am Gerät oder
per Fernbedienung keine weitere Bedienung möglich. Nachdem intern alle
Arbeitspunkte erreicht sind, leuchtet der Schriftzug "Editor" ohne
Unterbrechung, alle Displayelemente leuchten gemäß der vom Anwender justierten
Helligkeit (Display-Dimmöglichkeit in drei Stufen möglich) auf. Die Ein- und
Ausgangsrelais werden dann freigeschaltet. Wenn der Netzschalter gedrückt
wurde, kann das Gerät mittels der Fernbedienung in den Standby-Betrieb versetzt
werden, am "Editor" selbst befindet sich kein separater
Standby-Schalter. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Vorstufe durch
Drehen oder Drücken am Multifunktionsregler wieder "zum Leben zu
erwecken".
Edles Multifunktionselemente auf der "Editor"-Vorderseite
Um die Technik nicht überzustrapazieren, rät Restek, zwischen
dem Aus- und Wiedereinschalten eine Pause von mindestens. 30 Sekunden
einzulegen. Kommen wir zu einzelnen Bedienvorgängen. Im Grundzustand lässt
sich über den Drehregler, wie gewohnt, die Lautstärke justieren. Der Knopf
lässt sich sehr feinfühlig drehen und ist ausgezeichnet gelagert. Durch
Drücken gelangt man in die Menüstruktur des Editors. Geänderte Werte müssen
im jeweiligen Menüpunkt durch erneutes Drücken bestätigt werden.
Interessant in diesem Menü ist die Auto-Funktion, hier schaltet
sich die Vorstufe z.B. nach einem Stromausfall automatisch wieder ein. Die
"Synchro"-Funktion hat folgende Bewandtnis: Der Vorverstärker
verfügt intern über zwei getrennte Lautstärkereglungen. Bei der Einstellung
"Synchro on" werden beide Lautstärkedrehregler synchron lauter oder
leiser gestellt. Wenn die Funktion deaktiviert ist, so kann mit dem
Multifunktionselement ein zusätzlicher Menüpunkt aufgerufen werden mit dem der
Ausgang "B" getrennt geregelt wird und nicht identisch wie der Ausgang
"A". Diese Einstellung wird üblicherweise beim
Kopfhörerbetrieb verwendet.
Weitere Funktionen im Menü: "Split A": Ist diese
Funktion im Menü aktiviert, wird die betreffende Eingangs-Signalinformation
durch den "Split Out A" Ausgang herausgeführt, z.B. zu einem
Equalizer oder zu einem Raumkorrektur-Gerät. Für "Split B"
gilt dasselbe. Ferner gibt es die Recording-Ausgänge REC A oder REC B,
hier wird dann die Eingangsinformation zur Aufnahme auf einem CD-Recorder oder
einem MiniDisc-Deck weitergereicht.
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