Plasma-Kaufberatung

11.12.2003 (cr)

Wir danken der Firma Pioneer für die Bereitstellung von umfangreichem Bild- und Textmaterial

Die Situation

Der herkömmliche Röhrenfernseher hat schon seit geraumer Zeit Konkurrenz bekommen - und zwar in Form von Plasma- und LCD-Fernsehern. Eine besonders interessante Spezies stellen die Plasma-TVs dar, denn mit ihren großen Bildschirmdiagonalen (meist 42 und 50 Zoll, was 107 bzw. 127 cm Bilddiagonale entspricht) bieten sie mehr Heimkino-Vergnügen als Röhrengeräte. Bei Röhrenfernsehgeräten ist bei einer 92 cm-Bilddiagonale Schluss, während bei den Plasma-Schirmen bei 127 cm noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist: Samsung stellte auf der IFA einen Plasmaschirm mit einer Bilddiagonalen von 178 cm vor, was 70 Zoll entspricht (Bild siehe unten).

Auch, wenn dieses Riesengerät eher für kommerziellen Zwecke und den Aufbau an Plätzen öffentlichen Interesses gedacht ist, so zeigt dieses Beispiel doch, dass Plasmas, was die Größe der Bildschirmdiagonale angeht, sehr flexibel sind. Am anderen Ende der "Größenskala" finden sich Schirme mit Bildschirmdiagonalen von ca. 92 bis 94 cm. 

Also ist für jeden Anspruch etwas dabei - nur die immer noch hohen Preise stehen einer weiteren Verbreitung noch im Wege. Unter 3.500,-- bis 4.000,-- EUR ein brauchbares Gerät zu finden, ist nicht unbedingt einfach, für ein 50 Zoll-Plasma mit umfassender Ausstattung wechseln schnell über 8.000,-- EUR den Besitzer. Da fragen sich gerade sehr engagierte Home Theatre-Fans: Was soll ich soviel Geld in ein Plasma mit 127 cm Bilddiagonale stecken, wenn ich für diese Summe schon einen sehr guten Beamer bekomme, mit dem ich problemlos ein 3,50 Meter-Bild in tadelloser Qualität auf meine Leinwand werfen kann? Auf diese Frage gibt es eine Antwort. Natürlich, wer einen richtigen Home Theatre-Raum sein Eigen nennt, der nur für Projektor, DVD-Player & Co. reserviert ist, stellt man den Projektor in den Heimkinoraum und verwendet zusätzlich einen normalen Fernseher im Wohnzimmer - ein normales Fernsehgerät zusätzlich zum Projektor ist unerlässlich, denn den Beamer wegen jeder 20 Uhr-Tagesschau anzuwerfen, macht aus ökonomischen Gründen keinen Sinn. Die Lebensdauer der Lampen (DLP/LCD) bzw. der Röhren (CRT) leidet gerade dann deutlich, wenn das Gerät oft an- und ausgeschaltet wird. Somit ist es auch klar, für welche Kunden ein Plasmaschirm besonders interessant ist, nämlich für diejenigen, die zum einen nur ein Bildwiedergabegerät betreiben und zum anderen ein relativ großes Bild im Wohnzimmer und nicht im Heimkinoraum realisieren möchten. Die Filmabende sollen ohne größere Auf- und Abbauarbeiten vonstatten gehen. Auf- und Abbauarbeiten entstehen, wenn man jedes Mal die Leinwand  - unerlässlich für eine qualitativ überzeugende Videoprojektion  - aufstellen und wieder abbauen muss. Nur die wenigsten Wohnraumästheten werden mit einer ständig aufgebauten Leinwand im Wohnzimmer glücklich sein. 

Ein weiterer Vorteil des Plasmaschirms ist, dass ein häufigerer Kurzzeitbetrieb weitaus weniger Schaden anrichtet als bei einem Projektor. Also muss der Plasma-Besitzer nicht zusätzlich noch einen sperrigen Röhrenfernseher betreiben, es reicht ein Gerät - das zudem ästhetisch aussieht und wenig Platz in Bezug auf die Tiefe benötigt. Neben den neuen Pioneer Plasmas PDP-434HDE und PDP-504HDE (Bild ganz oben) ist besonders das Samsung-Plasma PS50P3H (50 Zoll-Plasma/127 cm Bilddiagonale, Bild unten) mit einer Gehäusetiefe von gerade einmal 7,9 cm sehr einfach z.B. an die Wand zu hängen. 

Zudem ist es bei den aktuellen Geräten auch so, dass sie problemlos selbst unter starkem externen Lichteinfall zu verwenden sind - was bei einem Projektor nicht funktioniert. Hier sollte ein abgedunkelter und entsprechend präparierter Raum Voraussetzung sein. Dass Plasmabildschirme eine im Vergleich zu anderen Bildwiedergabegeräten extrem verkürzte Lebensdauer haben, ist inzwischen auch kein ausschlaggebendes Argument gegen diese Geräteart mehr. Natürlich nimmt die Leuchtkraft der Schirme nach und nach ab, aber auch ein Röhren-Fernseher ist nach einiger Zeit des Betriebs nicht mehr visuell so "fit" wie zu Beginn. Wir hatten mit vielen Plasma-Besitzern Korrespondenz, und keiner konnte uns, selbst bei intensivem Betrieb, von einer überdurchschnittlich raschen Abnutzung berichten. Somit spricht inzwischen einiges für die Plasmas, denn die Bildqualität ist bei den aktuellen Generation und bei der letzten Generation ebenfalls deutlich gestiegen. Auch zu nennen wären die sehr guten multimedialen Einsatzmöglichkeiten - die Plasmaschirme beherrschen auch verschiedene Auflösungen, je nach Modell auch HDTV und bieten somit auch eine gute Zukunftssicherheit.  Doch lange nicht alle Plasmaschirme bieten eine identisch überzeugende Qualität - ganz im Gegenteil: Es zeigen sich erhebliche Unterschiede. Da man bei den gesalzenen Preisen, die für Plasmaschirme aufgerufen werden, lieber genau den Kauf des richtigen Modells planen sollte, haben wir ein Special zu diesem Thema zusammengestellt - viel Spaß beim Lesen!

Plasma-Schirme - die Technik und die Vorteile in der Theorie

Plasma-Bildschirm - den Begriff kennt inzwischen fast jeder, der sich mit Themen wie Home Theatre, DVD und Fernsehtechnik auseinander setzt. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Was unterscheidet Plasma-TVs von anderen Bildwiedergabegeräten? Hier ein Bild von einer Plasma-Zelle aus zwei verschiedenen Blickwinkeln:


Plasma-Technologie unterscheidet sich von anderen Display-Systemen in Bezug auf die dahinter stehende Basistechnologie. Bei Plasmaschirmen wird  in jedem Pixel (Bildpunkt) eine Lichtquelle erzeugt. Zwischen den flachen Glaspanelen führen aufgeladene Elektroden winzige Explosionen von Xenon-Gas herbei, die eine ultraviolette Lichtstrahlung verursachen. Diese Lichtstrahlung erzeugt wiederum ihrerseits rotes, grünes und blaues Phosphorlicht an der Bildschirmrückseite.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Kathodenstrahlröhren in Röhren-Fernsehgeräten, bei denen ein Bild in eine rasche Abfolge von Bildpunkten auf dem Bildschirm zerlegt wird, werden sämtliche Plasma-Displaypixel gleichzeitig "erhellt". Deshalb entsteht das Plasmabild spontan und besitzt eine überdurchschnittlich hohe Bildschärfe. Es erstreckt sich gleichmäßig bis in alle Ecken des Bildschirms - ohne visuelle Störungen wie Verzerrungen oder Flimmern.

Dank der Tatsache, dass beim Plasma-Display Helligkeit, Farbe und Kontrast jedes einzelnen Bildschirmpixels eingestellt werden, entstehen keine Helligkeitsunterschiede zwischen der Mitte des Bildschirms und den Randbereichen - der ganze Schirm ist sehr gleichmäßig ausgeleuchtet. Außerdem sorgen die quadratischen Pixel für eine absolut präzise Bildwiedergabe auch in kritischen Bildbereichen. Daher ist das Bild eines Plasma-TVs frei von den Verzerrungen die man an den Rändern von Kathodenstrahlröhren bei herkömmlichen Fernsehgeräten in Kauf nehmen muss. Auch wenn die Ausmaße der Verzerrungen durch Fortschritte in der Röhrentechnik reduziert werden konnten, so sind sie systembedingt nicht völlig zu vermeiden. 

Ein weiterer Vorteil der Plasma-Technik gegenüber LC-Displays (LCD) und Bildschirmen mit Rückprojektion sind die großen Betrachtungswinkel. Diese werden möglich, da die phosphorbeschichtete Bildschirmfläche direkt stimuliert und das Bild nicht darauf projiziert wird. Sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung ist der Betrachtungswinkel ausreichend groß, dies ermöglicht einer größeren Zuschauerzahl eine klarere Sicht auf den Bildschirm (siehe Bilder unten). Die meisten Plasmaschirme bieten einen Betrachtungswinkel von 160 Grad (vertikal und horizontal).

Ein weiterer Vorteil von Plasmabildschirmen liegt in der Abwesenheit von magnetischen Störungen. Anders als Kathodenstrahlröhren schießen Plasma-Displays keine Elektronen auf den Bildschirm und werden daher auch durch die Nähe magnetischer Felder nicht gestört. Das bedeutet für die Praxis, daß Plasma-Bildschirme problemlos in der Nähe von Lautsprechern oder anderen starken magnetischen Quellen aufgestellt werden können, ohne dass dadurch visuelle Verschlechterungen in Form von Bildverzerrungen oder Störungen im Farbgleichgewicht verursacht werden.

Möglichkeiten zur Bildoptimierung

Durch verschiedene technologische Verbesserungen haben es die großen Hersteller geschafft, die Bildqualität - die bei den ersten Plasmaschirmen nicht gerade vortrefflich war - entscheidend zu verbessern. In den Anfängen der Technik hatten die Plasma-TVs ein unnatürlich wirkendes Bild mit unbefriedigender Schwarzwiedergabe und flauen Kontrastwerten. Die Bildhelligkeit war oft unzureichend, die Farben wirkten unnatürlich und nicht satt und klar genug. Bereits in der letzten Generation jedoch gab es einen deutlichen "visuellen Ruck": Die Plasmaschirme konnten nun ein klareres, brillanteres und natürlicheres Bild erzielen. Durch gezielte Maßnahmenpakete jedoch hat sich die Bildgüte bei den Plasmas der aktuellen Generation nochmals verbessert. Im folgenden stellen Technologien von Panasonic, Pioneer und Toshiba vor. Diese Firmen zeichnen sich insbesondere durch besonders fortschrittliche Plasma-Bildschirme aus. 

Panasonic

Bild von Panasonic

Panasonic vertraut bei seiner aktuellen 6er Plasma-Serie auf die „REAL MACH“-Technologie ("MACH"-optimiertes Bild siehe oben). Das System arbeitet sowohl auf Panel-, Steuerelektronik- und digitaler Prozessor-Ebene und sorgt so für zahlreiche Verbesserungen in der Bilddarstellung. 
Die Vorteile im Überblick: 

  • Ausgezeichneter Kontrast in dunklen Räumen durch ein herausragendes Kontrastverhältnis
  • Ausgezeichneter Kontrast in hellen Räumen durch neuartigen Schwarzfilter 
  • Super Real Gamma System sorgt für 1.024 Graustufen
  • Verbesserung des Helligkeitswertes 
  • Natürlichere, leuchtendere Farben

Der "Real Black"-Prozessor liefert ein Kontrastverhältnis von  4000:1 (beim kleinsten Modell bzw. 3000:1 bei den beiden größeren Modellen) und sorgt gerade bei dunklen Szenen für ein tieferes, intensiveres Schwarz. Bei hellem Umgebungslicht vermindert der Schwarzfilter den Lichtdurchlässigkeitsgrad des Frontglases und damit verbundene störende Lichtreflektionen. Zusätzlich analysiert das Bildverbesserungssystem "Mach Enhancer" ständig den Bildinhalt und passt die Bildinformationen wenn erforderlich automatisch an. Das Ergebnis ist ein klareres, konturenreicheres Bild. Das neu entwickelte Hochleistungs-Panel garantiert laut Panasonic faszinierende Filmerlebnisse: Unterschiedlich breite, auf die Leuchtkraft der Farben abgestimmte Farbkammern sorgen für natürlichere Bilder und liefern einen Helligkeitswert von bis zu 850 cd/m2.  Dank des "Super Real Gamma"-Systems warten die neuen Panels mit 1024 Graustufen auf. 

Ein weiteres technologisches Highlight ist das C.A.T.S.-System, das den Kontrastwert automatisch dem Umgebungslicht anpasst. Nach ersten kurzen Eindrücken hat es Panasonic mit diesen neuen Techniken geschafft, dem Bild noch mehr Plastizität und Brillanz zu verleihen. Zu loben ist vor allem die nochmals verbesserte Schwarzwiedergabe. Die Farben wirken satter und leuchtender, das C.A.T.S.-System ermöglicht kontrastreiche, klare Bilder auch unter schlechten äußeren Bedingungen (z.B. starker externer Lichteinfall).

Pioneer

Ebenfalls einen exzellenten Eindruck hinterlassen auch die aktuellen Pioneer-Plasmas (G4 genannt) der vierten Generation. Pioneer hat bereits bei der Baureihe davor verschiedene Technologien zum Einsatz gebracht. Schon die G3-Plasmas boten detailreiche, brillante Bilder - die Farbwiedergabe war dank des "Pure Colour Filters" gelungen. Dieses Filter bereitet einem leidigen Übel ein Ende - den Lichtreflexionen von außen. Dadurch soll selbst unter ungünstigen Lichtverhältnissen, will heißen z.B. unter direktem Lichteinfall, ein kontrastreiches Bild entstehen. Zusätzlich verringert das Filter das unnötige Auftreten von Rot-, Grün- und Blau-Signalen, was einer klareren und tieferen Farbwiedergabe zugute kommt. Insgesamt bot unser PDP-503HDE gute visuelle Leistungen, doch es blieb noch Spielraum für Verbesserungen beim Kontrast unter sehr ungünstigen Situationen und in Bezug auf die Schwarzwiedergabe.

Der Struktur der Plasma-Zelle widmete man bei Pioneer ebenfalls schon bei der letzten Generation große Aufmerksamkeit: "Deep Waffle Rib", so heißt die Technik im Firmenjargon, produziert ein weit stärkeres Licht und erreicht so eine um 60 % gesteigerte Helligkeit gegenüber bisherigen Entwicklungen. Durch eine höhere Zelltiefe wird die Phosphorfläche erweitert, durch horizontale Rippen wird ein Entweichen bzw. Einstrahlen von Licht aus benachbarten Zellen verhindert. Diese beiden Entwicklungen, das spezielle Pure Colour Filter und die Deep Waffle Rib-Technolgie, stehen für das Pioneer-eigene "Pure Vision"-Konzept.  

Die Bildqualität bei den aktuellen G4-Plasmas optimiert Pioneer mit viel neuer Technik: Dank des Einsatzes von neuen blauen und grünen Phosphoren konnte die Helligkeit der Plasmas um 10 Prozent gesteigert werden, was gerade dann, wenn man bei Tageslicht oder unter starkem Lichteinfall Fernsehen möchte, von Bedeutung ist. Durch den weiterentwickelten "Pure Colour Filter 2", dem Nachfolger des oben vorgestellten Filters, möchte Pioneer eine bessere Farbwiedergabe realisiert haben. 

Einer verbesserten Bildgüte zugute kommen soll auch die "Pure Drive"-Technologie. „PURE DRIVE“ arbeitet durchweg digital, bietet also die direkte Verarbeitung ohne Wandlung. Damit wird die Videoqualität merklich verbessert – von normalen Videosignalen über hochauflösendes Fernsehen bis hin zu PC-Signalen und komprimierten Formaten wie MPEG. 

Überblick über Pure Drive:

  • PURE Drive dynamischer HD-Wandler (Arbeitsweise siehe Bild oben), der terrestrische PAL-Signale zu progressiven Bildern mit 1280 (1024) x 768 Auflösung konvertiert. Das System scannt 84 Bildpunkte der Umgebung des jeweiligen Pixels, um ein klareres und schärferes Bild zu erzielen.

  • PURE Drive: Natural Enhancer (Arbeitsweise siehe Bild oben).  Eine herkömmliche Bandbreiten-Erweiterung hat laut Pioneer auch negative Einflüsse auf das Bild zur Folge. Durch die neu entwickelte digitale Erweiterung werden negative Einflüsse eliminiert und die Bandbreite sauber erweitert

  • PURE Drive: Dynamic Range Expander (D.R.E.). Durch eine Dynamik-Erweiterung werden ungenutzte Bereiche des Histogramms “gestreckt”; so entstehen dynamischere und kontrastreichere Bilder. Die Kontrastwerte konnten bei unseren kurzen Eindrücken, die wir sammelten, auch unter schlechten äußeren Bedingungen (Halogenspot direkt über dem Plasma) überzeugen.

  • PURE Drive: Super CLEAR Drive. Super CLEAR Drive (neu) arbeitet mit 10bit Signalverarbeitung. Dadurch können nun noch mehr Farben dargestellt werden, nämlich 1 Milliarde. Zusätzlich ermöglichen 1024 Graustufen exzellente Abstufungen in dunklen Bildbereichen (bei früheren Geräten 16,7 Millionen Farben und 256 Graustufen). Gerade in der Darstellung dunkler Bildbereiche bestand bei vielen Plasmas noch Verbesserungsbedarf, hier scheinen die G4 Plasmas eine verbesserte, tiefe Schwarzwiedergabe bieten zu können. 

  • PURE Drive (Bild siehe oben): flimmerfreie Digitalbilder, "Digital Flicker Free" eliminiert Flimmern und „false contour“, was für eine angenehme, ruhige und stimmige Gesamt-Bildwiedergabe sorgen soll.

  • PURE Drive: Digitaler Farb Dekoder: Ein 10 bit Digital- Farbdekoder soll weniger Rauschen und weniger Verzerrungen produzieren. 

  • PURE Drive: Digital CTI (Colour Transient Improvement) verbessert die Übergänge bei Farbwechseln und macht die Farbkanten klarer und schärfer

Eine besonders gute Farbdarstellung lag den Pioneer-Entwicklern offenbar besonders am Herzen - man schuf für die neuen Plasmas ein Farb-Management, in dem eine spezielle Farbe kann ohne Einfluss auf andere Farben angepasst werden (Möglichkeiten siehe Bild oben). Diese Maßnahme macht die ausgewählten Farben lebendiger.  Eine fünfstufige Farbtemperaturkontrolle (Hoch 10500 K/bläuliches Weiß, Mittelhoch 9500 K, Mittel 8500 K, Mitteltief 6500 K, Tief 5500 K/rötliches Weiß) dient ebenfalls zur Optimierung der Farbdarstellung. Auch dem Bildrauschen rückt Pioneer mit einer doppelten Rauschunterdrückung zuleibe: Während die Digital Noise Reduction DNR das gesamte Rauschen effektiv reduziert und das Bild ferner von störenden Artefakten befreit, kümmert sich die MPEG Noise Reduction um die deutliche Senkung des Rauschpegels beim sogenannten "Moskito-Rauschen", das typisch für MPEG-codiertes Videomaterial ist. 

Toshiba

Auch Toshiba (im Bild oben das Modell 42WP36P mit 107 cm Bilddiagonale) möchte mit gezielten Maßnahmen die Bildgüte seiner Plasmaschirme verbessern. Folgende Ausstattungsmerkmale werden angeboten (unter Umständen nicht in allen Geräten vorhanden!):

  • Colour Detail Enhancer: Erhöht der Farbauflösung. Dadurch wirken Farben realistischer und verschwimmen nicht mehr ineinander

  • Premium Scan: Verbesserte Bildauflösung durch genauere Abgrenzung der Hell / Dunkel - Übergänge

  • Perfect Contrast: Kontrastverbesserung durch optimierte Schwarzdarstellung

  • Super Real Transient soll die korrekte Darstellung schnell aufeinanderfolgender Hell / Dunkel-Übergänge sicherstellen

Als wir die Gelegenheit hatten, uns die visuellen Qualitäten verschiedener Toshiba Plasmas anzuschauen, fiel uns die sehr gelungene Farbverlaufsdarstellung auch unter schwierigen Bedingungen auf. Was die Intensität und die Leuchtkraft der Farben betrifft, scheinen Pioneer und Panasonic die Nase vorn zu haben. Eine erstaunlich gute Schwarzdarstellung realisieren inzwischen alle drei Hersteller, ebenso ist das Bild bei Geräten aller drei genannten Firmen gerade bei sehr guter DVD-Software von ausgezeichneter, aber nicht unnatürlich wirkender Gesamtbildschärfe.

Insgesamt unternehmen inzwischen alle bekannten Firmen - so z.B. auch Samsung, LG und Philips - besondere Anstrengungen, um die Bildgüte von Plasma-Schirmen nachhaltig und auf verschiedenen Ebenen und Wegen zu optimieren. 

Anschlüsse

Bei vielen Consumer-Plasmageräten (Ausnahmen sind z.B. manche Samsung-Modelle) ist es so, dass man neben dem eigentlichen Plasma-Screen noch einen sogenannten Media-Receiver mitgeliefert bekommt. Dieser Media-Receiver ist ein unverzichtbarer Bestandteil, denn in seinem Inneren befindet sich in vielen Fällen der TV-Tuner. Auf der Rück- und Vorderseite des Media-Receivers finden sich die Anschlüsse. Der Media-Receiver wird dann seinerseits mit dem Plasmaschirm durch ein spezielles Systemkabel verbunden. 

Media-Receiver der Pioneer Plasmas PDP-434HDE und PDP-504HDE 

Media-Receiver des Panasonic TH37PW5EX

Wer sich für ein Plasmaschirm aus einer professionellen Baureihe (z.B. für Präsentationszwecke, für den Aufbau auf einer Messe) interessiert, wird außer dem Screen nichts geliefert bekommen. Oft befinden sich am Plasmaschirm verschiedene Einschübe, in die vorgefertigte Anschlussmodule eingeführt werden, die die jeweils benötigen Anschlüsse enthalten. Die Fernbedienungen dieser Profi-Displays sind oft eher karg, die Optik betont nüchtern. "Wohnraumkompatibler" sind daher die Geräte aus der Consumer-Schiene. Für engagierte Bild-Freaks kann ein Profi-Gerät aber durchaus spezielle Reize bieten, da nicht selten mehr Einstellmöglichkeiten für eine exakte Bildjustage vorhanden sind. Selbst bei manchem Consumer-Gerät gibt es mehr Einstellmöglichkeiten, wenn die Verbindung zum Media-Receiver entfernt und der VGA-Eingang (der sich direkt am Plasma befindet) angesteuert wird, wie sich im Test des Panasonic TH37PW5EX zeigte: Dann ergeben sich neue Einstellmöglichkeiten für die Bildgeometrie, wie das unten abgebildete Menü zeigt.

Wir wollen uns in diesem Special übrigens auf die Consumer-Geräte beschränken. Es gibt diverse Arten, um den Media-Receiver des Plasmadisplays mit dem DVD-Player zu verbinden. Die in der Praxis am weitesten verbreitete - allerdings nicht qualitativ beste - Möglichkeit ist der Anschluss des DVD-Players an einen der Scart-Eingänge des Media-Receivers. Praktisch alle Media-Receiver bieten verschiedene Scartbuchsen mit unterschiedlicher Beschaltung, RGB, S-Video und FBAS. Vor dem Anschluss des DVD-Players sollte überprüft werden, ob die Beschaltung zur gewählten Signalübertragungsart passt (z.B.: Kann die Scartbuchse Nr. 1 am Media-Receiver auch RGB-Signale entgegen nehmen?). 

Warum sollte man den Scart-Anschuss überhaupt wählen, wenn er aus bildqualitätstechnischer Sicht nicht der beste Weg ist? Der Hauptgrund liegt zunächst einmal darin, dass praktisch jeder DVD-Player der letzten Generationen über eine RGB-fähige Scartbuchse verfügt. Damit ist man, schließt man Plasma und DVD-Spieler mittels einer Scartverbindung an, weitgehend unabhängig in der Wahl des DVD-Players. Daher kann z.B. beim Neukauf eines Plasmadisplays der schon vorhandene DVD-Player zumindest für eine Übergangszeit weiter verwendet werden. Außerdem bietet der Scart-Multifunktionsstecker noch immer zwei Vorteile: Zum einen gibt der DVD-Player an den Plasma bereits beim Einschalten ein Signal, das diesen automatisch auf den belegten Anschluss umschaltet, so das die zusätzliche Umschaltung des Fernsehers über die Fernbedienung entfällt. Außerdem liefert der DVD-Player über Scart auch direkt ein Umschaltsignal, wenn eine "anamorphe" DVD einliegt, die die volle Auflösung von 16:9 - Geräten ausnutzen kann. (Wenn Sie mehr zum Thema anamorphe DVDs wissen möchten, dann lesen Sie hierzu unser Special, welches sich den verschiedenen Fernseh- und Kinobildformaten widmet). Diese automatische Umschaltung funktioniert zwar bei den europäischen DVDs, bei denen der Player ein Bild in der PAL-Fernsehnorm ausgibt, auch ohne Scart, weil es hierfür in der Austastlücke des Bildes eine spezielle Reservierung gibt. Doch bei US-DVDs klappt dies nicht, weil diese ein Bild in der NTSC-Norm ausgeben und NTSC eine solche Kennung nicht unterstützt. In diesem Fall liefert wiederum nur der Anschluss über Scart das automatische Umschaltsignal.

Zu den einzelnen Signalübertragungsarten der Scartbuchse, FBAS, S-Video und RGB, möchten wir hier kurz einige Erläuterungen geben. FBAS - Composite sollte  gar nicht in Betracht gezogen werden. Bei der Composite Video-Verbindung (häufig auch in Form gelber Cinch-Verbindungen möglich) schleichen sich störende Effekte ein, da bei Composite die Farb- und Helligkeitsanteile des Bildes nicht getrennt übertragen werden und sich dies in Form von "Perlenketten" an den Rändern von Objekten unschön bemerkbar macht. Während dies bei VHS-Recordern wegen der ohnehin dürftigen Bildqualität nicht auffällt, sticht dieser Effekt bei den scharfen Bildern einer DVD selbst unkritischen Betrachtern ins Auge. Besser ist der Anschluss via S-Video. Hier werden die Helligkeits- und Farbanteile des Bildes getrennt übertragen, so dass die bei Composite auftretenden Störungen des Bildes hier nicht auftauchen. S-Video bietet zudem ein deutlich detailreicheres und schärferes Bild - trotzdem ist diese Verbindungsart gerade im Zusammenspiel mit einem hochwertigen Plasmaschirm nicht ohne Weiteres zu empfehlen. RGB ist in technischer Hinsicht die praktikabelste Lösung zur Verbindung von DVD-Player und Plasma mittels Scart. Via Scart-RGB angeschlossen gibt der DVD-Player das Bild in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau mittels drei Leitungen in der Scart-Verbindung an das Plasma weiter.

Soll zum neuen Plasmaschirm auch ein neues Scartkabel angeschafft werden, sollte man erst einmal auf Nummer sicher gehen und nur ein Scartkabel in Betracht ziehen, das voll beschaltet ist und so prinzipiell sowohl für die RGB- als auch für die S-Video- und FBAS-Signalverarbeitung gerüstet ist. Was die Güte des Scartkabels anbetrifft, so ist es vernünftig, sich betreffend des Preis-/Leistungsverhältnisses für die "goldene Mitte" zu entscheiden: Billig-Scartkabel vom Wühltisch taugen trotz Vollbeschaltung meist wenig, die Abschirmung gegen Störeinflüsse von Außen ist ebenso miserabel wie die Verarbeitung. Meist sind diese Kabel schon dann defekt, wenn man sie ein paarmal an verschiedenen Geräten angeschlossen hat. Auf der anderen Seite ist es genauso wenig sinnvoll, sich ein Scartkabel, wo der Meter gleich 200 EUR kostet, zuzulegen - denn die Steigerung der Bildqualität, die dieses dann meist als das "Non-Plus-Ultra" angepriesene Kabel  - wenn überhaupt - noch ermöglicht, steht in keiner Relation zum immensen finanziellen Mehraufwand. Ein gutes Scartkabel ist in einer Länge von 1 Meter bereits für rund 40 bis 60 EUR zu haben. 

Cinch-Video-Composite

Der Anschluss über den normalen Video-Cinch-Eingang sollte nur im äußersten Notfall erfolgen. Der  Eingang ist erkennbar an der gelben Cinchbuchse, die sich entweder auf der Vorderseite (beim Front AV-Eingang) oder auf der Rückseite des Media-Receivers befindet. Es wird über diese Anschlussart lediglich ein normales Videosignal übertragen, dass nur eine deutlich schlechtere Bildqualität ermöglicht. Nützlich sein kann eine Composite-Signalübertragung nur bei langen Übertragungslängen - weil das gesamte Videosignal in einem und nicht auf getrennten Bahnen übertragen wird, kann es nicht zu Laufzeitunterschieden zwischen den verschiedenen Signalanteilen kommen. Wenn man auf die Composite-Verbindung zurückgreift, sollte man auf jeden Fall ein ordentliches Kabel verwenden, gerade bei großen Längen. Wichtig: Diese Buchse überträgt NUR Bild- und keine Tonsignale. Für eine zusätzliche Tonübertragung muss eine separate Audioleitung gelegt werden.  

S-Video-Hosidenbuchse

Genau wie S-Video über Scart überträgt auch die S-Video-Hosidenbuchse das S-Videosignal. Hierfür verfügen die Geräte über einen kleinen runden Anschluss mit mehreren winzigen Pins, der ein wenig an einen DIN-Stecker im Miniformat erinnert, über den viele ältere Geräte aus den siebziger Jahren verbunden wurden. Über diese Hosidenleitung wird allerdings ebenso wie bei Composite nur das Bild übertragen, so dass der Ton noch separat über Cinch-Buchsen zum DVD-Player zum Plasma weitergeleitet werden muss. Viele Plasma-Media-Receiver bieten einen S-Video-Hosideneingang. Dieser sollte aber lieber zum Anschluss externer analoger Zuspieler wie z.B. eines Camcorders genutzt werden. Oftmals bietet sich die Lage des S-Video-Eingangs auch für solche Zwecke an: Er ist in vielen Fällen unter der Frontklappe des Media-Receivers integriert.

Komponenteneingang (YUV) - Interlaced und Progressive-tauglich

Das Komponentensignal, auch als YUV bekannt, stellt eine qualitativ sehr überzeugende analoge Videoverbindung dar, denn bei diesem Signal stehen  weniger Umwandlungen innerhalb des DVD-Players an, die die Bildqualität beeinträchtigen. Dadurch ist der Signalweg am kürzesten und der Bildeindruck prinzipiell am besten, was man in Verbindung mit einem hochwertigen Plasmaschirm auch deutlich merken kann. Sehr viele Plasmaschirme bzw. deren Media-Receiver  sind mit YUV-Eingängen ausgestattet. Besonders interessant wird der Komponentenausgang durch die Möglichkeit, Vollbilder anstatt der sonst üblichen Halbbilder auszugeben. Man spricht dann von "Progressive Scan", übersetzt heißt das "Vollbild-Darstellung". Die Detailauflösung und die Bewegungsdarstellung wird durch die Progressive Scan-Signalverarbeitung entscheidend verbessert - doch erweist sich die Vollbildwiedergabe als nicht ganz unproblematisch, was auf verschiedene Schwierigkeiten in Zusammenhang mit der Signalaufbereitung des Ausgangsmaterials im Inneren des DVD-Players zu tun hat (mehr dazu in unserem Progressive Scan-Special). Daher sollte derjenige, der seinen Plasmaschirm mittels eines YUV-Kabels und mit progressiver Signalübertragung mit dem DVD-Player verbinden möchte, einen entsprechend ausgerüsteten DVD-Player einkaufen, der eine einwandfreie Progressive Scan-Bildbearbeitung bei Film- und Videomaterial bietet. 

VGA-Interface

Verschiedene Plasma-Schirme verfügen über einen VGA-Eingang. Dieser befindet sich in den meisten Fällen direkt am Plasmaschirm und nicht an der Media-Box. Über den VGA-Eingang können vor allem HTPC-Signale eingespeist werden. Auch möglich ist der Anschluss eines externen Linedoublers über VGA. Wer mit dem Gedanken spielt, einen Linedoubler an sein Plasma anzuschließen, sollte die ins Auge gefasste Kombination aus Plasma, Linedoubler und DVD-Player aber erst in der Praxis ausprobieren - und zwar über eine längere Zeit. Dann kann man beobachten, ob es Synchronisationsschwierigkeiten bei der Signaldarstellung auf dem Plasmaschirm gibt bzw. ob das Plasmagerät das vom Linedoubler ausgegebene Synchro-Signal versteht. 

Videoeingänge digital

DVI (Digital Visual Interface)

Bislang erfolgte die Übertragung der Videodaten in praktisch allen Fällen noch auf analogem Wege, das heißt, die digitalen Daten von der DVD mussten im DVD-Player mittels eines Digital-/Analog-Konverters in analoge Bilddaten umgewandelt werden. Obwohl die D/A-Konverter immer besser wurden, entstand bei dieser Wandlung - wie üblich bei solchen Verfahren - ein Verlust an Bildqualität, der bei sehr edlen DVD-Player mit besonders hochklassigen Videodaten-Konvertern gerade bei aktuellen Highend-Geräten sehr gering ausfällt. Beim Durchschnitts-DVD-Player aber war, trotz der fortschreitenden Wandlertechnik, noch immer ein Bildqualitätsverlust feststellbar. Ein Plasmaschirm  benötigt zwar zur Ansteuerung der einzelnen Pixel ein analoges Signal - doch bevor die Pixels angesteuert werden, muss das ankommende Signal, wenn es der physikalischen Auflösung des Plasmas nicht entspricht erst auf diese skaliert werden. Dieses "Scaling" findet auf digitaler Ebene statt (mehr über die Skalierung folgt im weiteren Verlauf des Textes). Also wird auch hier das eingehende Signal zwecks Skalierung zunächst von der analogen in die digitale Ebene gewandelt und anschließend, nach der Skalierung, wieder zurück. Um diesen bislang umständlichen Video-Signalweg entschieden zu vereinfachen,  wurde die Schnittstelle DVI (Digital Visual Interface) entwickelt. Auf digitalem Wege werden hier Bilddaten vom DVD-Player mit DVI-Ausgang zum Bildwiedergabegerät mit DVI-Eingang geschickt. Plasmas mit DVI-Schnittstelle bietet z.B. Samsung (PS-42P3S und PS-50P3H). Wer an den Kauf von DVI-Equipment denkt, sollte verschiedene Dinge beachten:

  • Es gibt ein DVI-D ("D" steht für "Digital")-Interface, das nur digitale Daten ausgeben kann - und einen DVI-I ("I" steht für "integriert")-Interface, das zusätzlich noch analoge Daten bereit stellt. Oben im Bild ein DVI-D-Ausgang.

  • Unbedingt müssen Quell- und Zielgerät den HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection)-Kopierschutz unterstützen, damit eine problemlose Wiedergabe möglich ist.

  • Darauf achten, dass die DVI-Schnittstellen freigeschaltet sind.

Mehr über DVI finden sie in unserem Special.

HDMI

Noch einen Schritt weiter als DVI geht HDMI. Hier werden auf digitaler Ebene nicht nur Bild- oder Tondaten, sondern Bild- und Tondaten in höchster Qualität transportiert. HDMI überträgt sowohl digitale Videodaten (Bilddaten), als auch digitale Audiodaten. Und das alles in einem integrierten Kabel mit 19-poligem Miniatur-Stecker (siehe Bild oben). Da keine Kompression vorgenommen wird, entstehen keine Qualitätsverluste. Durch die hohe Bandbreite verarbeitet HDMI alle digitalen Formate. Audiodaten bis zu Frequenzen von 192 kHz mit Wortbreiten von bis zu 24 bit auf bis zu 8 Kanälen können übertragen werden. Die Bandbreite für Videodaten liegt bei bis zu 165 MHz. Damit lassen sich alle heute in der Home-Cinema-Welt eingeführten Bild- und Tonformate einschließlich HDTV (bis zur derzeit höchsten Auflösung von 1080p) ohne Qualitätsverlust darstellen. Dies garantiert flexible Einsatzmöglichkeiten und Zukunftssicherheit, denn in den Spezifikationen von HDMI sind Reserven eingearbeitet, die bereits höhere Übertragungsraten zukünftiger Bild- und Tonformate berücksichtigen. So nutzt HDMI selbst für die derzeit am höchsten auflösende HDTV-Variante nur etwa die Hälfte seiner potentiellen Bandbreite von 5 GB/sec. Wer nun z.B. einen DLP-Videoprojekor mit DVI-Interface sein eigen nennt, der ins Auge gefasste Zuspieler aber bringt einen HDMI-Ausgang mit, muss sich nicht grämen: HDMI und DVI sind zueinander kompatibel, denn HDMI basiert auf DVI und ist zu 100% abwärtkompatibel zu DVI. Das bedeutet, dass sich DVI-Signale (via DVI-HDMI-Adapter-Kabel) über die HDMI-Schnittstelle übertragen lassen. In der anderen Richtung wird allerdings nur eine Untermenge der HDMI-Signale an die DVI-Schnittstelle übertragen (aufgrund der erweiterten Übertragungsmöglichkeiten von HDMI, die DVI nicht mitbringt). Möglich ist die Kompatibilität auch deshalb, weil HDMI das gleiche Kopierschutzverfahren wie DVI nutzt: HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection). Als weiteres Feature unterstützt HDMI integrierte Fernbedienungen. HDMI unterstützt die Protokolle CEC (Consumer Electronics Control) und AV.link, beides Protokolle die sich für universelle Fernbedienungen durchgesetzt haben, wobei AV.link der in Europa vorherrschend Standard ist. Damit ist es möglich, mehrere über HDMI verbundene Komponenten über eine Fernbedienung und eine Infrarot-Strecke zu steuern. Durch die bi-direktionale Datenübertragung ergeben sich weitere flexible Steuerungsmöglichkeiten. Für den Anwender ergeben sich dadurch viele Vorzüge. Nur ein Beispiel: Ein digitaler Fernseher oder AV-Receiver kann einem digitalen Sat-Receiver übermitteln, welches seine gerade eingestellten Bild- und Tonformate (z.B. 16:9 oder 4:3/Letterbox oder 5.1 oder 2-Kanal-Stereo) sind. Dieser übermittelt dann seine digitalen Informationen automatisch in der entsprechend passenden Einstellung. Noch sind Plasmaschirme mit HDMI-Eingang selten zu finden - die neuen Pioneer-Plasmas PDP-434HDE und PDP-504HDE bringen ein HDMI-Interface mit, die passenden DVD-Player mit HDMI liefert Pioneer mit den Universalplayern DV-868AVi und Pioneer DV-668AV.

Mehr über HDMI finden Sie in unserem Special.

Zusammenfassung - Video-Anschlüsse

Wer auf die volldigitale Datenübertragung setzt und technische "State Of The Art" sein möchte, sollte nach einem Plasmaschirm mit DVI- oder HDMI-Eingang Ausschau halten. Durch die deutlich vereinfachte Signalübertragung ergibt sich ein störungsärmeres Bild. Wir raten, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden, auf jeden Fall, die in Betracht gezogene Kombination aus DVD-Player und Plasma vor dem Kauf auf eine akkurate Funktionsweise genau zu untersuchen.  Wer noch auf eine analoge Verbindung setzt, sollte Plasma und DVD-Player via YUV-Progressive miteinander verbinden. Erst dann folgt RGB-Scart. S-Video und FBAS-Verbindungen sind nur in Notfällen zu empfehlen und sind nicht in der Lage, das visuelle Potenzial guter Gerätekombinationen entsprechend umzusetzen.

Bildschirmdiagonale und native Auflösung

Die Bildschirmdiagonale des Plasmaschirms, die man benötigt, hängt vom jeweiligen Einsatzzweck und vom Betrachtungsabstand ab. Ist der Betrachtungsabstand sehr klein, das heißt, man sitzt in kleinen Räumen nah vor seinem Plasma, macht maximal ein 42 Zoll-Schirm Sinn. Oft reicht dann sogar ein 37 Zpll-Plasma (94 cm Bilddiagonale). In größeren und großen Räumen hingegen sollte man schon, möchte man richtiges Home Theatre-Feeling erleben, mit einem mindestens 50 Zoll großen Plasma arbeiten. Wer z.B. einen PC oder einen speziell für Heimkinoanwendungen optimierten Home Theatre PC (HTPC) an das Plasma anschließen möchte, sollte sich mit dem Thema Bildschirmgröße und der nativen Auflösung auch genau befassen. Unter der nativen Auflösung versteht man die physikalische Auflösung, die das Display selbst hat. Wer ein Signal genau in dieser nativen Auflösung in das Plasma einspeist, erreicht, dass eine exakte 1:1 Darstellung möglich wird. Jedem Pixel des Quellsignals wird genau ein Pixel des Plasma-Displays zugeordnet. Bei Signalen, die eine höhere Auflösung erreichen, kann nicht mehr jedes Pixel dieser höheren Auflösung exakt einem Pixel des Plasma-Bildschirms zugeordnet werden. Um die Auflösung trotzdem darstellen zu können, muss das Plasma geräteintern umskalieren, d.h. die größere Auflösung auf die geringere Anzahl an Pixeln herunterrechnen. Bei diesem Vorgang gibt es übrigens, je nach Gerät, deutlich sichtbare Qualitätsunterschiede. Klar dürfte in jedem Fall sein, dass, da die Höhe der nativen Auflösung mit der Plasma-Bilddiagonalen in Verbindung steht, dass ein 37 Zoll- oder ein 42-Zoll-Gerät früher beginnen muss, hochzurechnen als ein 50 Zoll-Gerät oder ein nochmals größerer Screen. Insgesamt kann man sagen, dass man mit einem Plasmaschirm in Bezug auf die möglichen Auflösungen recht flexibel ist, moderne, sehr gute Plasmas wie z.B. die aktuelle Generation von Pioneer (PDP-434HDE und PDP-504HDE) und Panasonic können XGA- bzw. WXGA-Auflösungen darstellen. Wer sich für einen Plasma-TV interessiert und einen HTPC oder einen DVD-Player mit integriertem Scaler anschließen möchte (z.B. via Digital Visual Interface (DVI) oder via High Definition Multimedia Interface (HDMI)), sollte vor dem Kauf auf jeden Fall die Skalierungsqualitäten bzw. die native Auflösung des potentiellen Kaufkandidaten überprüfen.

Checkliste für die Überprüfung der Bildqualität

Möchten Sie ein Plasma-Panel kaufen, so raten wir vor dem Kauf - gerade in Anbetracht der hohen Investition - zu sehr umfangreichen Bild-Checks. Ob Sie die Bildqualität beim Händler Ihres Vertrauens überprüfen möchten oder sich beim seriösen Internet-Händler ein Gerät mit Rückgaberecht bei Nichtgefallen ordern - in jedem Fall muss die Überprüfung der Bildqualität nach bestimmten Kriterien und unter gewissen Voraussetzungen stattfinden. 

Die Voraussetzungen:

  • Ein entsprechend geeigneter Zuspieler muss bereit stehen. Wir raten, einen DVD-Player mindestens der oberen Mittelklasse zur Rate zu ziehen. Ein günstiges Einstiegsmodell ist nicht zu empfehlen.
  • Am DVD-Player ist der Video-EQ zu Testbeginn in die Werkseinstellung zu versetzen - damit der Player möglichst wenig die Bildwiedergabe beeinflusst.
  • Auf jeden Fall die Geräte mindestens via Scart-RGB miteinander verbinden. Wer sich von den Progressive Scan-Fähigkeiten der Geräte ein Bild machen möchte, benötigt ein YUV-Kabel. Haben DVD-Spieler und Plasma HDMI- oder DVI-Schnittstellen, so ist eine zusätzliche digitale Verbindung mittels eines DVI-, HDMI- oder eines DVI/HDMI-Adapterkabels erforderlich.
  • Nur qualitativ gute Kabel verwenden. Kabel, die sich eventuell im Lieferumfang des DVD-Spielers oder des Plasmas befinden, sind nicht zu einer objektiven Beurteilung der Bildgüte des Plasmaschirms geeignet, da sie ihrerseits deutliche Bildstörungen hervorrufen können. 
  • Entsprechende Software verwenden. Hochklassige DVDs mit exzellentem Bild müssen genauso getestet werden wie DVDs mit nur durchschnittlichem Bild. Erst nach ausgiebigen Testreihen mit verschiedenstem Material können Sie sich ein Bild machen. Unbedingt von Nöten ist mindestens eine hervorragende DVD mit geeigneten Testbildern.
  • Auch die Güte des eingebauten TV-Tuners sollte man ausgiebig testen. Daher ein hochwertiges Antennenkabel anschließen.
  • Vor den Testreihen sollte man sich ein Bild von den Zusatzfeatures des Plasmas (Rauschfilter, verschiedene vorprogrammierte Bildfelder, Video-Equalizer) machen, damit man später auch diese auf ihre Funktion hin überprüfen kann.

Die Testreihen

  • Wichtig: Sich Zeit nehmen. In einer Viertelstunde haben Sie noch keinen Überblick über die Höhe der Bildqualität.
  • Achten Sie auf eine korrekt eingestellte Bildgeometrie. Probieren Sie verschiedene Anschlussarten (RGB, YUV-interlaced, YUV-Progressive) aus und schauen Sie, ob sich verschiedene Parameter (Bildgeometrie, Bildhelligkeit, Kontrast, Farbwiedergabe) ändern.
  • Achten Sie auf die Gesamtbildschärfe: Ist das Bild klar, scharf und trotzdem natürlich? Wenn das Bild zu scharf ist, bilden sich Doppelkonturen. Dann sollten Sie die Bildschärfe zurücknehmen. Passt die Werks-Schärfeeinstellung? Was nutzt ein Hoch- bzw. Herunterregeln des Bildschärfereglers? Ist der Bildschärferegler sauber und praxisgerecht abgestuft? Ist ein echter Hinzugewinn bzw. ein echtes Absinken der Bildschärfe sichtbar?
  • Schauen Sie sich die Detaildarstellung genau an: Sind auch kleine Objekte klar erkennbar und sauber gezeichnet? Werden feine Muster ansprechend, plastisch und real wiedergegeben?
  • Achten Sie auf die Bildhelligkeit und den Kontrast: Ist das Bild auch unter ungünstigen äußeren Bedingungen (starker externer Lichteinfall) klar zu erkennen? Verschwinden keine Objekte in den dunklen/hellen Bildbereichen? Sind die Hell-/Dunkel-Abstufungen passend? Verwenden Sie hier unbedingt für Kontrast- und Helligkeitsüberprüfungen vorgesehene Testbilder, um die Qualität des Plasmas zu überprüfen.
  • Ist die Farbwiedergabe neutral? (wichtig: Unbedingt für die Beurteilung beim Plasma kein vorprogrammiertes Bildfeld (z.B. "warm" oder "natürlich" verwenden, sondern die Werkseinstellung). Auch zur Beurteilung der Güte der Farbdarstellung helfen entsprechende Testbilder.
  • Testen Sie, wenn Sie z.B. einen DVD-Player mit integriertem Scaler oder einen HTPC anschließen möchten, auf jeden Fall die verschiedenen Auflösungen, die der Plasma-Schirm laut den Werksangaben beherrschen soll. Hierbei ist besonders auf die Güte bei der Umskalierung (Erklärung siehe weiter oben) zu achten. Vorsicht: Mancher Plasma mit kleiner Bildschirmdiagonale hat eine native Auflösung, die unter der PAL-Auflösung liegt. Daher muss, um das PAL-Signal darstellen zu können, umskaliert werden!
  • Überprüfen Sie die Arbeitsweise und den Nutzen der verschiedenen Zusatzfeatures und aller Parameter des internen Video-EQs.
Klangqualität

Im Lieferumfang oder gegen Aufpreis gibt es für die meisten Plasma-Bildschirme Lautsprecher, die sich entweder an den Gehäuseseiten oder unter dem Gehäuse anbringen lassen. Diese Lautsprecher reichen aus, um die Nachrichten oder die Lieblings-TV-Serie anzusehen. Für die Filmtonwiedergabe sind diese Boxen aber praktisch gar nicht geeignet. Manche Lautsprecher klingen aber gar nicht so schlecht - am besten auch ausgiebig testen.

Bedienung

Während Sie mit dem  Plasma umgehen, um die Bild- und Tonqualität überprüfen, können Sie sich auch mit der Bedienung - der Fernbedienung und den grafischen Menüs  - vertraut machen. Bei Plasmaschirmen gibt es in Bezug auf die Bedienung praktisch keine Unterschiede zu herkömmlichen Röhren-TVs. In der Regel sind die Menüs optisch attraktiv gestaltet und logisch aufgebaut, ein Hilfe-Menü (siehe unten im Bild) erläutert z.B. bei diesem Panasonic-Modell verschiedene Funktionen der Fernbedienung. 

Trotz der Funktionsvielfalt bleibt somit die Bedienung übersichtlich. Ein sehr attraktives und übersichtliches Bildschirmmenü bieten auch die neuen Pioneer G4-Plasmaschirme, wie das Bild unten zeigt.

Insgesamt dürfte die Bedienung eines Plasma-Bildschirms auch weniger versierte Anwender vor keine größeren Probleme stellen.

Der Kauf von Neu- und Gebrauchtgeräten

Bevor Sie nun einen Plasma-Bildschirm käuflich erwerben, noch ein wichtiger Tipp: Zwar sind Plasma-Bildschirme immer noch teuer, doch ein gewisser Preisverfall, der sich von Gerätegeneration zu Gerätegeneration fortsetzt, ist nicht zu verleugnen. Bevor Sie daher das "Super-Schnäppchen" - ein gegenüber der ehemaligen UVP deutlich reduziertes Auslaufmodell  - überglücklich und stolz mit nach Hause nehmen, informieren Sie sich lieber über die UVP des aktuellen bzw. in Kürze erscheinenden neuen Modells. Nicht selten nämlich ist der neue Plasma-TV schon der UVP nach günstiger als der Sonderpreis für das auslaufende Modell. 

Wollen Sie sich aufgrund der hohen Neupreise für Plasma-Bildschirme lieber ein gebrauchtes Gerät zulegen, so muss die Überprüfung der uneingeschränkten Betriebsfähigkeit besonders aufwändig ausfallen. Generell nicht zu empfehlen sind Geräte, die im Dauereinsatz auf Messen und/oder viel unterwegs waren. Wenn z.B. ein Firmenlogo dauerhaft und ohne Unterbrechung auf dem Schirm angezeigt wurde, kann sich dieses Logo in die Phosphorschicht eingebrannt haben. Ebenfalls ist auf Beschädigungen des Gehäuses zu achten - auch wenn Sie mit den optischen Nachteilen wie z.B. Kratzern und Macken im Plastikgehäuse leben können, so könnten sich im Inneren des Plasmas noch größere und vom Ausmaß her nicht zumutbare Schäden befinden - schließlich arbeitet hochempfindliche Elektronik in den Geräten. Vorsicht: Reparaturen an Plasmaschirmen können schnell sehr teuer werden!

Fazit

Die Anschaffung eines Plasma-Displays ist mit einer großen finanziellen Investition verbunden. Daher ist es gerade hier besonders ratsam, sich bereits vor dem Kauf umfangreich mit den eigenen Prioritäten und dem Angebot auf dem Markt auseinander zu setzen. Wenn Sie sorgfältig recherchieren und die ins Auge gefassten Geräte genau überprüfen, werden Sie sicherlich Ihr Traumgerät ausfindig machen - wichtig ist es, sich viel Zeit zu nehmen. Und nun wünschen wir viel Spaß beim Kauf!

Wichtige Hersteller von Plasmabildschirmen sind z.B.:

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