Test: Pioneer DV-668AV

24.12.2003 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume

Overview

Mit hochwertiger Technik, zu der unter anderem ein 216 MHz/12-Bit Video-DAC und ein HDMI-Interface gehören, einer erstklassigen Ausstattung inklusive aufwändigem Videoequalizer, einem Bassmanagement für den DVD Audio- und den SACD-Betrieb sowie einem reichhaltigen Anschlussangebot stellt der SACD/DVD Audio/DVD-Video-Universalplayer Pioneer DV-668AV für 899,-- EUR ein höchst interessantes Angebot dar. In unserem Test konnte er, wie Sie lesen werden, mit erstaunlichen Leistungen aufwarten. 

Merkmale und Technik

Verarbeitung/Hochwertigkeit

Was die Verarbeitungsgüte und die Materialqualität anbetrifft, erreicht der DV-668AV Spitzenwerte. Seine hochwertige Aluminiumfront und die sorgsam verarbeitete Geräterückseite sorgen dafür, dass man den Eindruck eines gediegenen, langlebigen und soliden Geräts bekommt. Die DVD-/CD-Lade ist ordentlich gelagert, die Bedienelemente am Gerät sind solide ausgeführt. Die mitgelieferte Fernbedienung ist von ordentlicher Qualität, nur das Jog Shuttle-Rad ist aus nicht allzu hochwertigem Plastik. 

Audio-/Video-Features und verwendete Baugruppen

Der DV-668AV verfügt über einen sehr leistungsfähigen 216 MHz/12-Bit Video-DAC, der in Verbindung mit dem  von Analog Devices entwickelten NSV (Noise Shaped Video) arbeitet. Noise Shape Video verwendet Multi-Bit-Sigma-Processing und Bit-Shuffling, um das Video- oder Konvertierungsrauschen in einen höheren Frequenzbereich zu verschieben. So kann man die Verschiebung in einen Teil des Frequenzspektrums vornehmen, in dem das Video- oder Konvertierungsrauschen mittels eines analogen Filters leichter eliminiert werden kann. Resultat dieser Operation: Eine extrem hohe Linearität im Videofrequenzgang und praktisch kein störendes Bildrauschen mehr, oder, kurz gesagt: Eine überdurchschnittlich akkurate Signal-Reproduktion. Hinzu kommt eine aufwändige Progressive Scan-Signalverarbeitung, zu der auch der Video Quality Enhancer VQE8 seinen Teil beiträgt. Der VQE8 baut auf dem VQE7 auf, der noch aus dem DV-747A bekannt ist. Bestandteile sind die PureCinema Progressive Scan-Technik, die eine einwandfreie Wiedergabe von progressiv aufbereiteten Bildsignalen garantieren soll, sowie die Component Frame Recursive Digital Noise Reduction.  Bei der neuesten Version schenkten die Pioneer-Entwickler auch der progressiven Signalbearbeitung von Videomaterial große Aufmerksamkeit. Nicht nur auf DVDs gespeicherte Kinofilme, sondern auch z.B. Live-Konzerte und Fernsehserien, die nicht mit Filmkameras, sondern mit Interlaced-Videokameras aufzeichnet wurden, sollen auf dem DV-668AV tadellos aussehen. Zusätzlich kommt eine weiter entwickelte Rauschreduktion zum Einsatz, so dass noch natürlichere, klarere Bilder das Ergebnis sein sollen. Auch ein Video-EQ mit drei Speicherplätzen vielen Funktionen gehört zum Funktionsumfang des Pioneer. Im Folgenden erläutern wir die einzelnen Ausstattungsmerkmale.

Je nach dem, welches Bildwiedergabegerät eingesetzt wird, können vorprogrammierte Bildfelder verwendet werden, die der DV-668AV mitbringt. Zur Auswahl steht je ein Bildfeld für herkömmliche Röhren-Fernsehgeräte, für Plasma-Displays und für professionelle Studio-Monitore. Ist der DV-668 via HDMI (mehr darüber erfahren Sie in unserem HDMI-Special) an das Bildwiedergabegerät angeschlossen, erscheinen anstatt der eben genannten Bildfelder verschiedene andere Optionen, zur Auswahl stehen:

  • Direct. Das Bild erscheint genau so, wie die Programmquelle codiert ist.

  • Natural. In dieser Betriebsart werden die Kanten weicher gestaltet, so dass diese Einstellung sich laut Pioneer besonders gut für Spielfilme eignet.

  • Enhanced. Hier werden die Objektkanten stärker herausgearbeitet, womit sich dieser Modus laut Bedienungsanleitung besonders gut für Animationen und Bildmaterial mit computerbasierten Spezialeffekten eignet. 

Auch für den Progressive Scan-Betrieb bringt der Pioneer verschiedene Features mit, um die Bildwiedergabe zu optimieren. 

  • PureCinema soll die Wiedergabe von Film-Material im PAL Progressive-Betrieb wirkungsvoll optimieren. Da es, je nach Software, große Unterschiede bei der Materialaufbereitung gibt (siehe unser Progressive Scan - Special), stellt Pioneer verschiedene Betriebsarten (Auto, Mode 1, Mode 1, Off) zur Verfügung. 

  • Progressive Motion: Dient zur Justierung der Laufbild- und Standbildqualität bei der Progressive Scan-Bildwiedergabe

Der interne Video-EQ ist exzellent ausgestattet. Selbst für äußerst anspruchsvolle Heimcineasten dürfte (fast) alles vorhanden sein. Hier die Übersicht über die einzelnen Funktionen:

  • YNR/Dient zur Einstellung des Ausmaßes der Rauschminderung der Y-Komponente (Leuchtdichte) des Videosignals

  • CNR/Dient zur Einstellung des Ausmaßes der Rauschminderung der C-Komponente (Farbe) des Videosignals 

  • Gammakorrektur für die akkurate Darstellung dunkler Bilder.

  • Schärfejustierung (getrennt mittlerer Bildfrequenzbereich/hoher Bildfrequenzbereich: Sharpness High: Stellt die Schärfe der Hochfrequenzelemente im Bild (feine Details) ein; Sharpness Mid: Stellt die Schärfe der Mittelfrequenzelemente (gröbere Details) im Bild ein. Diese Funktionen erlauben es, bei sehr guter Software noch die letzten Möglichkeiten aus der Software herauszuholen. Bei weniger guter Software mit Vorsicht einsetzen: Leicht wirkt das Bild dann überschärft und digitalisiert. In einigen Fällen sind aber auch hier Verbesserungen möglich. Am besten individuell testen. Durch die separate Regelmöglichkeit für Hoch- und Mittelfrequenzelemente ist eine individuelle Anpassung an die jeweilige Software und an den jeweiligen individuellen Geschmack noch besser möglich als mit einem einzigen Schärferegler für alle Frequenzbereiche. Zusätzlich gibt es noch die Position "Detail" im Menü des Video-EQs. Diese dient zur Feineinstellung der Kantenschärfe. 

  • White Level/Dient zur Justage der Weiß-Intensität

  • Black Level/Dient zur Justage der Schwarz-Intensität

  • Black Setup/Korrigiert die Schwarzabhebung, um einen realistischeren, dreidimensionaleren Bildeindruck zu erhalten. Gerade bei hochwertigen Bildausgabegeräten mit größeren Bilddiagonalen und/oder hervorragender Software ist hier noch eine leichte Steigerung der Plastizität zu erreichen.

  • Hue/Dient zum Einstellen der Gesamtfarrbalance zwischen Rot und Grün

  • Chroma Level/Einstellmöglichkeit für die Farbsättigung

  • Chroma Delay/Einstellmöglichkeit für die Verzögerung zwischen der Y- und der C-Komponente des Videosignals

Audio-Features

Bei soviel Aufwand, der beim Videopart betrieben wurde, sollte es klar sein, dass auch für eine brillante Audioqualität viel getan wurde. Im einzelnen findet sich neben 192 kHz/24-Bit D/A-Wandlern für alle Kanäle vor allem ein internes Bassmanagement für den DVD Audio- und SACD-Einsatz. So können auch im SACD- oder DVD Audio-Betrieb die Basssignale von Lautsprechern auf den Subwoofer umgeleitet werden. Die Lautsprechergröße wird dann im Setup auf "small" eingestellt. Ursprünglich war es im DVD-A-Standard und auch in den SACD-Vorgaben so vorgesehen, dass nur fünf identische, große Standlautsprecher, von denen jeder auch für die Wiedergabe tiefer Frequenzen ausgelegt ist, eingesetzt werden. Daher gab es in den Anfangzeiten von DVD-A und SACD nur eine Lautsprechergröße: "large". Einstellen konnte man nichts, daher war man als Besitzer kompakter Boxen, die zur Erzeugung eines nennenswerten Bassdrucks unbedingt einen aktiven Subwoofer benötigen, leider auf der "Verliererstraße" - dies hat nun ein Ende, denn immer mehr hochwertige Player bringen ein Bassmanagement mit. Nur für den DVD Audio-Betrieb steht zusätzlich eine Laufzeitanpassung zur Verfügung.

Sie sorgt dafür, dass das Tonsignal, wenn die einzelnen Boxen einen unterschiedlichen Abstand vom Hörplatz haben, bei 5.1/6.1/7.1-Lautsprechersystemen an jedem Lautsprecher zeitgleich ankommt.  Hinzu kommt ein hochwertiger interner Dolby Digital- und DTS-Decoder mit Delay-Einstellmöglichkeiten für den DVD Video- und DVD Audio-Betrieb. Alle Einstellungen können sehr genau (in 0,1 Meter-Schritten) und einzeln für Front Links, Center, Front Rechts, Surround Links, Surround Rechts und Subwoofer vorgenommen werden. da es sehr aufwändig ist, eine solche Funktion ohne Qualitätseinbußen bei der SACD-Wiedergabe zu integrieren. 

Anschlüsse

Was die Anzahl der Anschlüsse angeht, bringt der DV-668AV eine exzellente Auswahl mit. Ein HDMI-Interface, eine RGB-fähige Scartbuchse, eine zweite Scartbuchse zum Durchschleifen z.B. eines Videorecorders, ein YUV-Ausgang für die progressive/interlaced-Signalausgabe, zwei S-Video-Hosidenterminals, zwei FBAS-Videoausgänge (auch wenn man diese in der Praxis eher selten benötigen wird), ein Sechskanalausgang für die SACD/DVD-A-Tonsignale und den internen DD/DTS-Decoder, ein optischer Digitalausgang, ein koaxialer Digitalausgang und ein Zweikanal-Cinch-Out finden sich auf der erstklassig verarbeiteten Geräterückseite.

Multimedia 

Die Multimedia-Qualitäten sind sehr gut. Die DVD-R-Wiedergabe ist tadellos, ohne Aussetzer und in sehr guter Bildqualität spielt der DV-668AV DVD-R-Medien ab. Selbstverständlich nimmt der Pioneer DVD-RWs (im Video- und im VR-Mode) entgegen. Die SVCD-Wiedergabe bereitet dem Player ebenfalls keine Probleme. Im MP3-Betrieb brachte unser Testgerät eine gute Abspielsicherheit mit. Nur selten gab es Aussetzer oder digitale Störgeräusche. Die MP3-Features umfassen unter anderem auch eine Programmiermöglichkeit und eine Zufallswiedergabe, das On Screen Menü ist, wie man es von Pioneer gewohnt ist, übersichtlich gehalten und damit sehr praxisorientiert. Ohne Schwierigkeiten findet man sich auf daher auf der eingelegten MP3-CD zurecht. 

Laufwerk

Das Laufwerk bietet insgesamt eine sehr gute Betriebssicherheit und prima Ergebnisse in Bezug auf die Fehlerkorrektur. Nur bei sehr stark zerkratzten DVDs und CDs gab es ab und zu Aussetzer, eine extrem zerkratzte CD wollte der DV-668AV nach ca. 25 Minuten Laufzeit gar nicht mehr wiedergeben. Bis auf eine SACD (wurde zunächst nicht abgespielt, nach dem zweiten Einleseversuch traten keine Probleme mehr auf) und eine extrem zerkratzte CD aus dem CD-Wechsler im Auto nahm der Pioneer in unseren gesamten Testreihen jede Disc direkt beim ersten Versuch klaglos entgegen. Die Einlesezeiten sind recht kurz, selbst bei MP3-CDs mit vielen Tracks muss man nicht zu lange warten. Sehr schnell funktioniert das Kapitel springen auf DVDs. Der Layerwechsel ist noch zu gut zu sehen, hier könnte Pioneer immer noch nachbessern. Das Laufgeräusch des Laufwerks ist unseren Ohren nach absolut vertretbar, selbst während des Einlesevorgangs wird der Pioneer nicht zu laut, und auch in leisen Filmszenen stören die Betriebsgeräusche nicht. 

Insgesamt verdient sich der Pioneer mit Top-Technik, umfassender Anschlussausstattung und sehr guten Laufwerks- und Multimedia-Eigenschaften eine überragende Bewertung. 

Merkmale und Technik - Gesamtbewertung
Bedienung

In Bezug auf den Bedienkomfort werden gute Ergebnisse erzielt. Das Handling der Fernbedienung ist aber nicht mehr ganz zeitgemäß. Zu schwergängig sind manche Tasten, was eine sehr schnelle und gleichzeitig präzise Bedienung etwas erschwert. Gut und hochwertig ausgeführt sind die Bedienelemente am Gerät selber, die DVD/CD-Lade kommt auf Anforderung schnell heraus. Überragend ist das interne Lautsprecher-Setup - die Einstellungen in 0,1 Meter-Schritten für jede Box und die hervorragende optische Darstellung auf den gelungenen On Screen Menüs überzeugt absolut. Das Gerätedisplay ist ordentlich ablesbar und bietet eine angenehm feine Auflösung.

Bewertung
Bild
Testequipment:

HDMI

Momentan gibt es noch ein Problem in Bezug auf die Überprüfung der digitalen Bildsignal-Verarbeitungsqualitäten: Es gibt nicht viele Bildwiedergabegeräte auf dem Markt, die entsprechend geeignet sind. Zwar ist es inzwischen nicht mehr allzu schwierig (was zu Anfang auch kein leichtes Unterfangen war), geeignete HDMI- Kabel bzw. HDMI/DVI-Adapterkabel aufzutreiben, bei der Auswahl der Bildwiedergabegeräte gibt es jedoch noch Probleme Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist es zwar in der Theorie so, dass HDMI- und DVI-Geräte miteinander kompatibel sind und DVI- auf DVI-Kombinationen sowie HDMI- auf HDMI-Kombinationen sowieso laufen. Doch - wie sagt der Volksmund? Grau ist alle Theorie, in der Praxis läuft noch längst nicht jeder DVD-Player Gerät im Verbund mit jedem Bildwiedergabegerät. Mittels eines entsprechenden Adapterkabels konnten wir den DV-668AV an unserem  Sanyo PLV-Z2 zum Laufen bekommen. Die visuellen Eindrücke: Eine hohe Bildnatürlichkeit, eine hohe Detailtreue und ein sehr ruhiges Bild. Störende Doppelkonturen, Schatten- und Rauschmuster konnten wir kaum noch ausfindig machen. Dieses Ergebnis darf jedoch nicht unkommentiert bleiben. Zum einen ist der Sanyo PLV-Z2 sicherlich ein guter Projektor (für seinen Kaufpreis sogar ein hervorragendes Gerät), ein Highend-Beamer, das absolut zuverlässige Testergebnisse ermöglicht und dem Niveau des Pioneer voll und ganz entspricht, ist der Sanyo nicht. 

Gerade bei der Überprüfung der HDMI- bzw. DVI-Qualitäten ist ein hochwertiges Bildwiedergabegerät sehr wichtig, oder, anders ausgedrückt: Es hängt ein beträchtlicher Teil in Bezug auf das visuelle Gesamtergebnis vom Bildwiedergabegerät ab. Gerade bei LCD-Projektoren oder Plasma-Displays, wo zur Ansteuerung der einzelnen Pixel im Gegensatz zu DLP-Projektoren ein analoges Signal benötigt wird, spielt der im Bildwiedergabegerät verbaute D/A-Wandler eine große Rolle. Und, wie auch in unserem High Definition Multimedia Interface (HDMI) - Special sowie in unserem Digital Visual Interface (DVI)-Special nachzulesen ist: Der Vorteil der digitalen Datenübertragung wird insbesondere bei Equipment, das analog angeschlossen keine gehobenen Ansprüche erfüllt, sichtbar. Wäre nun ein 450,-- EUR-DVD-Player und HDMI- oder DVI-Interface auf der digitalen Seite und mit normalem D/A-Wandler auf der analogem Seite im Test, würde die digitale Bild-Datenübertragung vermutlich im Vergleich zur analogen Variante deutlich sichtbar besser abschneiden. 

Da der hier getestete DV-668AV aber über ein äußerst hochwertiges Innenleben verfügt, zu dessen "Glanzstücken" auch ein hochwertiger 216 MHz/12-Bit Video-DAC (siehe weiter oben im Test) gehört, ist die prinzipiell aufgrund verschiedener potentieller Fehlerquellen (mehr dazu in unserem High Definition Multimedia Interface (HDMI) - Special und in unserem Digital Visual Interface (DVI)-Special) problematische D/A-Wandlung im Player ein Vorgang, der kaum noch in irgend einer Weise Qualitätsverschlechterungen mit sich bringt - zumindest keine, die selbst bei genauem Hinsehen eklatant auffallen würden. Ein ganz dringenden Rat wollen wir noch an alle diejenigen geben, die mittels DVI, DVI/HDMI oder HDMI-Interfaces digitale Bilddaten zwischen Zuspieler und Bildwiedergabegerät übermitteln möchten: Vor dem Kauf der ins Auge gefassten Kombination ist es elementar wichtig, beide Geräte im Hinblick auf die einwandfreie Kompatibilität zu überprüfen. Aufgrund der aufgeführten Faktoren verzichten wir momentan auf eine Bewertung der HDMI-Bildqualität.

Progressive Scan

Theoretisch sichert die Vollbild-Darstellung einen sichtbaren visuellen Vorsprung vor der Interlaced-Signalverarbeitung. Doch: In der Praxis stellt sich die progressive Bildwiedergabe komplexer dar, als es man es sich spontan denken würde. Unser Progressive Scan-Special erklärt, wieso das so ist. Trotz der schwierigen Aufgabe ist festzustellen: Die Progressive Scan-Technik macht sichtbare Fortschritte - vor allem, wenn eine entsprechend sorgfältige Integration vorgenommen wurde. Dies lässt sich vom Pioneer DV-668AV auf jeden Fall sagen, er verarbeitet Film- und Videomaterial mit hervorragenden Ergebnissen.

Chroma Upsampling/De-Interlacing

In Bezug auf das Chroma Upsampling gab der Pioneer kaum Anlass zur Klage - weder in PAL noch in NTSC machte sich der "gefürchtete" Chroma-Bug (Chroma Upsampling Error) unangenehm bemerkbar. Das Bild blieb störungsfrei, auch rote oder violettfarbene Flächen vor dunkelgrauem oder schwarzem Hintergrund stellte der DV-668AV sauber und klar dar, die störenden waagrechten dunklen Streifen, die auf ein nicht perfektes Upsampling hindeuten, konnten wir praktisch nicht ausfindig machen (weder in PAL noch in NTSC). Alle Farbverläufe verliefen sehr genau, es war kaum eine Verschiebung zu erkennen. Das De-Interlacing von Film- und Videomaterial gelingt dem Pioneer ausgezeichnet, eine unzureichende Quellmaterialerkennung konnten wir keine ausmachen. Auch Videomaterial erkannte unser Testgerät einwandfrei und wendete die richtige Art des De-Interlacings an. Überragend agiert der Pioneer, wenn es um eine akkurate Bewegungsdarstellung geht. Flüssig und in bester Güte setzt der DV-668AV auch sehr schnelle Bewegungsabläufe und Kameraschwenks um. Dies war nicht immer so perfekt bei Pioneer Progressive-DVD-Playern, in dieser Güte haben wir es bislang noch nicht gesehen. Somit gilt im Progressive Scan-Betrieb: Die Bildqualität ist auf einem exzellenten Level - mehr kann man für den Kaufpreis praktisch nicht mehr erwarten.

Gesamtbildschärfe

Was die Gesamtbildschärfe angeht, schlägt der Pioneer eigentlich jeden DVD-Player, den wir bislang getestet haben - wir sind gespannt, wie sich der DV-868AVi, der "große Bruder", im Vergleich zum DV-668AV schlägt - daher folgt bald auch ein Test zum DV-868AVi. Ebenfalls werden wir schauen, wie scharf der - allerdings weitaus kostspieligere  - Denon DVD-A11 sich im direkten Vergleich bewährt. Momentan jedenfalls erreicht der DV-668AV neue Referenzwerte, die noch kein anderer DVD-Spieler realisieren konnte. In allen Konturen messerscharf wird das Bild dargestellt, dies sorgt dafür, dass alle Objekte so herausragend modelliert werden, dass man denkt, man könne sie anfassen und mit der Hand aus dem Bild herausholen  - sensationell. Besonders gut lassen sich diese Vorteile des Pioneer natürlich bei erstklassiger Software nachvollziehen. Wer den hochwertigen Player vor dem Kauf umfangreich testen möchte, dem raten wir auf jeden Fall, DVDs mit exzellenten Testbildern zu verwenden. Bei brillanter Software kann man mittels der Bildschärfe-Einstellmöglichkeiten des Video-EQs noch im Detail optimieren. Bei weniger guter Software kann dieser Optimierung auch in die Gegenrichtung vorgenommen werden, wenn das Bild in der Schärfe-Mitteleinstellung unharmonisch wirkt. 

Detailtreue 

Auch hier erbringt der Pioneer weit überdurchschnittlich gute Leistungen. Feinste Details stellt er sauber dar und fügt sie erstklassig ins Gesamtbild ein. Er brilliert ebenfalls, wenn es darum geht, sehr schwierig herauszuarbeitende Oberflächen, wie z.B. die optische Struktur einer Blüte oder einer Obstsorte, akkurat darzustellen. Auch feine Holzmaserungen oder gebürstete Aluminium-Oberflächen arbeitet der DV-668AV so gut heraus dass man das gezeigte Objekt in allen Einzelheiten direkt vor sich sieht. Besonders gut lassen sich diese Qualitäten anhand von hochwertigen Testbildern, die mit exzellenter Komprimierung auf die jeweilige DVD integriert wurden, herausfinden. Gerade bei großen Bildern z.B. von Sonnenblumen oder Obstsorten ermöglicht der Pioneer eine brillante, überragende Bildgüte, die durch die Plastizität auf Referenzniveau gekennzeichnet ist. Systembedingt sind die Detailtreue-Werte im Progressive Scan-Betrieb natürlich noch besser, da die im Interlaced-Betrieb störenden horizontalen Linien entfallen. 

Kontrast/Bildhelligkeit 

Der DV-668AV glänzt mit erstklassigen Kontrastwerten. Nie verschwinden Objekte in dunklen oder hellen Bildbereichen, immer stellt der Pioneer die Objektstruktur klar erkennbar dar. Auch kommt es nicht vor, dass z.B. sehr helle Bildbereiche die anderen, dunkleren überstrahlen, was zu einem Bildqualitätsverlust in den dunklen Bildbereichen und zu einem Nachlassen der visuellen Gesamtharmonie führen würde. Der Pioneer bietet auch bei stark kontrastierenden Bildern eine superbe Bildqualität, die wir in dieser Güte bisher noch nicht gesehen haben. in Kombination mit der exzellenten Bildschärfe und Detailtreue wird so ein Optimum an Sehvergnügen realisiert. 

Farbwiedergabe 

Wir haben es fast schon erwartet: Die Farbdarstellung des Pioneer gehört mit zum Besten, was wir bislang gesehen haben. Absolut neutral und klar stellt der DV-668AV die Farben dar. Dies führt, die entsprechende Software vorausgesetzt, zu einem ungeheuer brillanten, intensiven Bildeindruck. Bei allen Testbild-DVDs gab der DV-668AV reine Farbtöne absolut untadelig wieder. Störungen wie Farbrauschen treten bei einem Spitzengerät wie dem Pioneer noch nicht einmal im Ansatz auf. 

Interner Videoequalizer  

Der interne Video-EQ bringt ebenfalls ausgezeichnete Qualitäten mit. Wer sich etwas Zeit nimmt, kann, je nach Software, Bildwiedergabegerät und dem eigenen Geschmack, den Bildeindruck wirkungsvoll optimieren. Die Ausstattung ist sehr gut und der manchmal etwas kärglichen Bestückung vieler Konkurrenten deutlich überlegen. 

Bild insgesamt 
Klang

Hier kann der DV-668AV nach den ersten Tests überragende Resultate verbuchen, die in Bezug auf die Preisklasse kaum noch Spielraum für echte Verbesserungen lassen. Das Bassmanagement funktionierte tadellos und sicherte auch bei der Verwendung z.B. von hochwertigen Subwoofer-/Satelliten-Lautsprechersystemen ausgezeichnete Ergebnisse. Unsere Höreindrücke in der Übersicht:

DVD Audio

Hier beeindruckt der Pioneer mit seiner kräftigen, dynamischen Darstellung, die für den Eindruck hoher Lebendigkeit sorgt. Mit viel Geschick vermittelt der DV-668AV dem Zuhörer einen Eindruck von der Spielfreude der Musiker. Die Stimmwiedergabe ist exzellent und noch einen Tick besser als im SACD-Betrieb. Mit der DVD A-Integration scheint den Pioneer-Entwicklern diesmal ein besonders großer Wurf gelungen zu sein, denn auch die Feindetaillierung fällt absolut überzeugend aus. Das Gleiche gilt für die transparente, sehr gut abgestufte Hochtonwiedergabe. Insgesamt agiert sogar noch minimal dynamischer als der Denon DVD-2200, der dafür etwas detailtreuer abbildet. Mit der klaren und natürlichen Surrounddarstellung liefert der Pioneer ebenfalls eine reife Leistung ab. Ein luftiger, doch nie verwaschener, stets klarer Klangteppich breitet sich so im Hörraum aus. 

SACD

Spitzenklasse - mit wie viel Enthusiasmus der DV-668AV die SACD-Wiedergabe meistert, hat uns während tief beeindruckt. Ohne jegliche Schwierigkeiten sichert der Pioneer eine prägnante, aber nie unangenehm-durchdringende Hochtondarstellung. Mit erstaunlichem Feingefühl baut er eine feinfühlige Gesamt-Klangkulisse auf. Lobenswert ist die klare, sehr gut strukturierte Basswiedergabe, die nochmals mit etwas mehr Druck agiert als beim bereits hervorragenden Denon DVD-2200. Dafür ist der Denon bei der Stimmwiedergabe noch minimal gefälliger ausgelegt, die Stimmdarstellung ist auch bei hohen Lautstärken äußerst homogen und harmonisch. 

CD-Wiedergabe

Die Leistungen als herkömmlicher Audio-CD-Player sind als überragend einzustufen. Diese Bewertung hat der Pioneer besonders seinen erstklassigen Dynamikwerten zu verdanken. Mit Schwung und Klarheit präsentiert er besonders gern das Material auf hervorragend abgemischten CDs. Die Detaileinarbeitung ist gut (hier kann der Denon DVD-2200 noch etwas bessere Leistungen erbringen), für diese Preisklasse überragend ist der präzise, straffe Bass, der trotzdem sehr ordentliche Volumenwerte aufweist. Was den Bassbereich angeht, distanziert der Pioneer auch den Denon DVD-2200 leicht. Prima gelingt es dem Pioneer auch, eine klare virtuelle Bühne vor dem Auditorium zu schaffen.

Interner Dolby Digital- und DTS-Decoder

Der interne Dolby Digital- und DTS-Decoder erfreut mit einem hervorragenden Setup und einem ebensolchen Klang. Der Hochtonbereich klingt frisch und lebendig - da kommt mancher guter Mittelklasse AV-Receiver kaum mit. Selbst für die anspruchsvolle Mehrkanal-Musikwiedergabe eignet sich der Decoder mit dieser Auslegung. Der kraftvolle, klar gezeichnete Bassbereich sorgt für ein solides Fundament und ein raumfüllendes Volumen, so dass sich insgesamt der Eindruck eines angenehm kompletten Klangbilds einstellt. Die Stimmdarstellung präsentiert sich klar strukturiert und mit viel Feingefühl.

Digitalton

Der Digitalton erreicht, wie wir es von Pioneer-Playern gewohnt sind, Top-Bewertungen. In allen Testreihen begeisterte die feinfühlige, glasklare Auflösung und das homogene, dichte Klangbild. Unser Tipp: Am besten ein hochwertiges Digitalkabel mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis verwenden, um die exzellenten Klangqualitäten voll ausnutzen zu können. 

Fazit

Mit dem DV-668AV ist ein DVD-Player der Extraklasse entstanden, dessen Bild- und Tonqualität Spitzenwerte erreicht. Bildschärfe, Detailtreue und Kontrastwerte sind nicht nur in diesen Preisregionen fast schon sensationell zu nennen. Die überragende Dynamik und die Ausgewogenheit auf hohem Level sichern auch in Bezug auf die Audio-Eigenschaften Top-Ergebnisse. Durch die HDMI-Schnittstelle ist der digitalen Bild- und Tondatenübertragung Tür und Tor geöffnet. Die Ausstattung ist extrem reichhaltig, dazu sinnvoll und praxisgerecht. Natürlich, der DV-868AVi, den wir bald ebenfalls testen werden, bietet noch mehr Equipment, dafür wechselt aber auch spürbar mehr Geld den Besitzer. In Anbetracht des Preis-/Leistungsverhältnisses ist der Pioneer ein Gerät, das dem machbaren Optimum schon sehr nahe gekommen ist. Selbst weitaus teurere Geräte bieten nicht mehr - oftmals sogar weniger. Für diese brillanten Leistungen bekommt der DV-668AV als bislang preisgünstigster Player unser Referenz-Prädikat - Gratulation.

Pioneer schockt die gesamte Konkurrenz  - Referenzqualität zum Sonderpreis

Oberklasse
Test 24. Dezember 2003
Preis-/Leistungsverhältnis

 

Pro:
  • Bildgüte auf Referenzniveau
  • Zukunftssicher durch HDMI-Interface
  • Hervorragender DVD Audio-Klang
  • Sehr gute SACD-Soundqualität
  • Tadelloser Ersatz für herkömmlichen CD-Player
  • brillante Digitalton
  • sehr reichhaltige Anschlussbestückung
  • Wirkungsvoller Video-EQ
  • Sorgfältige Verarbeitung
  • Übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Erstklassiges Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
  • Layerwechsel verbesserungswürdig
  • Fernbedienung entspricht nicht ganz dem Niveau des Hauptgeräts
Die technischen Daten:
  • DVD-Universalplayer mit PAL/NTSC Progressive und HDMI-Interface mit HDCP-Kopierschutz

  • 216 MHz / 12-Bit Video D/A Wandler, 192 kHz / 24-Bit Audio D/A Wandler für alle 6 Kanäle

  • Integrierter Dolby Digital- und dts-Decoder

  • Formate: DVD/SVCD/VCD/CD/CD-R/CD-RW/DVD-R/DVD-RW/DVD-AUDIO/SACD/SACD MULTICHANNEL

  • DVD-Audio Wiedergabe mit Bass Management und Laufzeitkorrektur

  • Bassmanagement für den SACD-Betrieb

  • Umfangreicher Video-EQ

  • Anschlüsse Video: HDMI-Interface, YUV-Ausgang (interlaced/progressive), 2 x Scart, 2 x S-Video Hosiden, 2 x FBAS-Cinch

  • Anschlüsse Audio: 5.1-Ausgang, Zweikanal-Stereoausgang, optischer und koaxialer Digitalausgang

  • 3-lagiges Chassis und extra verstärkte Bodenplatte

  • vergoldete Anschlussterminals 

  • Farbe: Silbern

  • Gewicht: 5,4 kg

  • Abmessungen (B x H x T): 420 x 100 x 278 mm

  • Preis (UVP): 899.-- EUR

Test: Carsten Rampacher
Assistent: Matthias Walther-Richters
24. Dezember 2003

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