Test: DVD-Player Pioneer DV-2650

10.06.2003 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Ausstattung

"Slim is beautiful"  - bei Pioneer gilt dieses Motto für die DVD-Spieler der Einsteigerklasse schon seit geraumer Zeit, und so verwundert es niemanden, dass auch die gerade erschienene neue Modellgeneration sich wieder im flachen, Platz sparenden Gehäuse präsentiert. Heimkinoliebhaber, die ihre Technik gern bestmöglich sichtbar allen Gästen präsentieren möchten, fühlen sich von den "Slimlinern" vielleicht nicht so angesprochen, wohl aber diejenigen Käufer, die eine rasche und problemlose Integration ins Rack wünschen - anders ist es wohl kaum zu erklären, dass viele Konkurrenzfirmen, darunter Panasonic, JVC und Sony, ebenfalls solche "Flachmänner" im Produktprogramm führen. 

Bei Pioneer hat der geneigte Kunde seit neuestem sogar gleich drei technisch baugleiche, flache Basismodelle zur Auswahl. Während der minimalistisch gestylte DV-360 für 179 EUR den DV-350 ablöst, ersetzt der 199 EUR kostende DV-464 den DV-454. Der DV-464 passt vom Design her besonders gut zum AV-Receiver-Line-Up von Pioneer. Sowohl der 360er als auch der 464er sind in schwarzer oder silberner Version erhältlich. Völlig neu hinzu kommt noch der ausschließlich in silberner Ausführung ins Programm aufgenommene DV-2560, der ebenfalls für 179 EUR angeboten wird und bei uns zum Test antrat. Kennzeichen dieses DVD-Spielers ist die besonders reichhaltig ausstaffierte Gerätefront, im Gegensatz zu den Schwestermodellen kann der DV-2650 auch komplett am Gerät selber gesteuert werden.

Diejenigen Interessenten, die nun betrübt sind, weil kein Test vom DV-464 oder DV-360, sondern vom neuen DV-2650 gemacht wurde, müssen nicht traurig sein, denn der DV-2650 ist, bis auf die andere Optik, vollkommen baugleich mit den beiden anderen Playern. Auch liegt allen drei Geräten die identische, bereits von der letzten Playergeneration her bekannte Fernbedienung bei. Wenn man den DV-2650 auspackt, freut man sich gleich "zweiseitig": Von vorn, weil die Gerätefrontplatte des Pioneer zwar aus Kunststoff ist, sich aber in sehr guter Verarbeitungsqualität präsentiert. Von hinten, weil Pioneer die überzogene Sparwut, den manche Hersteller bezüglich der Anschlussbestückung betreiben, nicht entschlossen ist, mitzumachen. Wie auch die beiden anderen Player DV-360 und DV-464 kommt der DV-2650 unter anderem mit einem optischen und einem koaxialen Digitalausgang, einer RGB- und S-Video-beschalteten Scartbuchse sowie einem S-Video-Hosiden-Anschluss. Im Gegensatz zur letzten Playergeneration haben die neuen Pioneer Basisplayer auch wieder einen kleinen Videoequalizer mit an Bord, Kontrast, Chromapegel und Helligkeit sind einstellbar. Zwei Speicherplätze stehen für individuelle Justagen zur Auswahl. Schon von den letztjährigen Modellen bekannt ist hingegen die Zoom-Funktion (zweifaches und vierfaches Zoom mit Wahl des Bildausschnitts). 

Das Thema Formatkompatibilität nimmt Pioneer sehr ernst, dies zeigt eine deutliche Erweiterung der abspielbaren Formate bei allen neuen Playern WMA (Windows Audio Media) und ein jpeg-Bildbetrachter (bis 8 Megapixel) sind beispielsweise neu hinzugekommen. Der jpeg-Viewer mit Slideshow hat zwar nicht den schnellsten Bildaufbau, dafür aber eine sehr gute Bildgüte. Der Name der einzelnen Bilddatei und der Name des Ordners werden mittels OSD angezeigt. Kodak Bild-CDs und Fujicolor-CDs gibt der flache DV-2650 ebenso wieder. Neu ebenfalls: Pioneer garantiert die uneingeschränkte Wiedergabe von DVD-Rs sowie DVD-RWs - und zwar sowohl im Video- als auch im VR-Mode aufgenommenen Discs. Also können zukünftig auch editierte DVD-RWs mit Playlist-Funktionen problemlos wiedergegeben werden. Wie schon bisher spielen natürlich auch die neuen Pioneer Player CD-Rs, CD-RWs, VCDs und MP3-CDs ab. Dabei überzeugte die MP3-Integration durch die sinnvolle Ausstattung – es gibt verschiedene Wiederholfunktionen, zudem eine Programm- und eine Shuffle-Play-Wiedergabe – und den tadellosen Klang mit erstaunlich sattem Bass (bei guten MP3-Files). Die Abspielsicherheit war bei unserem Testplayer ausnahmslos überragend, selbst Tracks, die Konkurrenzmodelle nur mit Aussetzern und digitalen Störgeräuschen abspielten, gab der Pioneer ohne akustische Störungen wieder. Das MP3-Menü ist optisch sehr gelungen und einfach bedienbar, wir vermissen nur eine Darstellungsmöglichkeit für ID3-Tags. Die SVCD-Wiedergabe garantiert Pioneer auch bei dieser Modellgeneration nicht offizielle - Sie funktionierte bei unserem Testmuster aber ohne jegliche Probleme. Die Bildgüte war außerdem sehr hoch, Bild und Ton liefen absolut synchron zueinander. 

Eine erfreuliche Leistung bot das Laufwerk unseres Testkandidaten. Es leistete sich weder Abstürze noch andere Schwächen wie beispielsweise Aussetzer bei stark zerkratzten DVDs oder CDs, gerade bei CDs fielen Pioneer DVD-Spieler nicht immer durch eine absolut überzeugende Fehlerkorrektur positiv auf. Dieses Manko haben die Entwickler aber, so zumindest unser Eindruck bei unserem DV-2650, nun ausgemerzt. Das Laufgeräusch ist zwar für denjenigen, der sich in unmittelbarer Nähe des Players aufhält, hörbar, ist jedoch trotzdem so dezent, dass es auch in leisen Filmpassagen nicht wesentlich stört. Da Höreindrücke aber auch vom subjektiven Empfinden geprägt sind, raten wir, vor dem Kauf eines DVD-Players sich dessen Laufgeräusch auf jeden Fall genau anzuhören, ob das Auftreten des Geräts für die eigenen Ansprüche akustisch diskret genug ist. Noch nicht optimal sind lediglich die etwas zu langen Einlesezeiten. Der Layerwechsel ist zwar noch sichtbar, fällt aber ebenso kurz aus wie bei der letzten Modellgeneration.

Bewertung

Bedienung

Die Bedienung des DV-2650 ist auch für "Newbies" absolut problemlos. Zwar ist das Schnell-Setup, das nach erstmaligem Anschalten die Konfiguration erleichtern soll, viel zu wenig ausführlich, dies ist jedoch nicht weiter tragisch, da auch im "normalen" Setup-Menü rasch alle nötigen Justagen getroffen sind. Wer allerdings nach einer "Setup"-Taste am Gerät oder auf der Fernbedienung sucht, wird nicht fündig: Hinter der Bezeichnung "Home Menu" verbirgt sich die gewünschte Funktion. Die bereits bekannte Fernbedienung ist einfach zu bedienen, zentral untergebracht und in der richtigen Größe präsentiert sich das Navigationskreuz. Die Reichweite der Fernbedienung ist in Ordnung, die Tasten wollen mit ein wenig Nachdruck gedrückt werden. Das Display am Gerät ist zwar nicht allzu groß, durch den guten Kontrast und die angenehme Schrift ist es aber um die Ablesbarkeit prima bestellt. Sehr gut funktioniert das Kapitel springen, der DV-2650 zeigt zusätzlich das gerade aktuelle Kapitel mittels OSD an. Auch der Suchlauf mit verschiedenen Geschwindigkeiten innerhalb eines Chapters arbeitet sehr gut - manchem Leser mögen solche Feststellungen wie Banalitäten vorkommen, unsere Praxiserfahrung mit verschiedenen Geräten lehrt uns jedoch, dass man selbst solche elementaren Funktionsabläufe nicht unbedingt als grundsätzlich problemlos ansehen darf. Gut funktioniert auch die Bedienung des Players über die Bedienelemente auf der Gerätefront. Zwar sind manche Tasten etwas zu klein, erfreuen aber dafür mit einem klaren Druckpunkt. Die DVD-/CD-Lade kommt auf Anforderung recht rasch herausgefahren.

Bewertung
Bild

Das Bild, das der Pioneer DV-2650 bereitstellt, begeisterte uns ausnahmslos. Wenn man bedenkt, zu welch günstigem Preis der Player angeboten wird, ist man von solchen visuellen Leistungen auf das Angenehmste überrascht. Schon in den vergangenen Modellgenerationen boten auch die Einsteigermodelle von Pioneer ein ausgezeichnetes Bild, und bei der letzten Modellfamilie vertraten wir die Ansicht, dass man bezüglich der Bildgüte bei den Basismodellen eigentlich kaum noch etwas verbessern kann. Pioneer jedoch zeigt uns, dass es  - getreu dem Werbeslogan einer Baumarktkette im Fernsehen - "immer etwas zu tun" gibt, und so ist die Bildqualität des DV-2650 nochmals besser als bei den Vorgängermodellen. Natürlich brauchen sich deren Besitzer nun nicht zu grämen, denn über eins muss man sich immer im Klaren sein: Bei den Nuancen, die Verbesserungen der Videosektion überhaupt ausmachen, braucht man nicht zu denken, ein DV-2650 böte ein völlig anderes Bilderlebnis als ein DV-454. "Evolution anstatt Revolution" ist angesagt, und man braucht ein hochwertiges Bildwiedergabegerät und ein gutes, geschultes Auge, um Unterschiede ausfindig zu machen. Nicht zu vergessen ist auch der Faktor Zeit, ohne die nötige Zeit und Geduld wird es niemandem gelingen, auf visuelle Differenzen hinweisen zu können.

Nach entsprechend ausgelegten Testläufen jedoch offenbaren sich Unterschiede, die die Feinarbeit der Pioneer-Entwickler gut zeigen helfen. Die Bildschärfe beispielsweise war immer eine Paradedisziplin der Pioneer-Player, sehr scharf und klar wirkte dadurch das Bild. Noch schärfer, dies wollen wir gleich klarstellen, ist das Bild des DV-2650 nicht, wohl aber erscheint es angenehmer, realistischer, ohne dass die Konturen bei sehr guten DVDs zu weich und damit zu wenig markant erscheinen. Pioneer hat das kleine Kunststück geschafft, die immer noch gebotenen Bildschärfe natürlicher aussehen zu lassen. Nächster Punkt: Die Detailwiedergabe. Auch hier erreicht der 2650er sehr gute Werte, die nochmals minimal über denen der Vorgängermodelle liegen. Gerade feine Muster arbeitet der Player akzentuierter und mit mehr Liebe zum Detail heraus. Dies sorgt für einen kompletteren Bildeindruck. Die Farbdarstellung war ebenfalls bereits beim DV-350 und beim DV-454 hervorragend gelungen. Doch auch hier bietet der DV-2650 minimal mehr. Gerade bei satten, kräftigen Rot-  Grün- Gelb- oder Blautönen wirkt die gesamte Farbdarstellung noch unmittelbarer, ungefilterter. Exzellent auch der Kontrast, hier schlägt sich der Player in Szenen mit extremen Kontrastunterschieden noch etwas besser als die Vorgänger. Was die visuelle Homogenität bei qualitativ weniger guten DVDs angeht, macht Pioneer ebenfalls einen weiteren Fortschritt: Kleinere Bildfehler werden effektiver ausgebügelt als bisher, ohne in dieser Einzelwertung das Niveau der Konkurrenz von Panasonic ganz zu erreichen. Das Bild des DV-2650 bietet auch eine sehr hohe Plastizität, ganz erstaunlich für diese Preisklasse. Selbst, wenn man bedenkt, dass bereits verschiedene Basisplayer der letzten Generation ein klares und differenziertes Bild mitbrachten, so muss man anerkennen, dass Pioneer mit der neuen Generation nicht nur im Vergleich zu den eigenen Modellen, sondern auch im Vergleich zur Konkurrenz nochmals eins draufsetzt. Diese visuelle Tiefe und dieser Eindruck einer dynamischen, brillanten Wiedergabe ist in den Preisgefilden um die 180 bis 200 EUR momentan einzigartig. Unsere ebenfalls getesteten Sony DVP-NS430 und DVP-NS330, für sich betrachtet visuell ebenfalls überzeugend, kommen hier nicht ganz mit. Daher ist unser Fazit: Das Imperium schlägt zurück. Mehr Bildqualität für weniger Geld ist kaum noch möglich.

Bewertung
Ton

Akustisch brilliert der DV-2650 mit seinem sehr detailtreuen, frischen und tadellos akzentuierten Digitalton - hier hört man, dass auch bei Basismodellen inzwischen ein Level erreicht wird, mit dem man rundherum glücklich werden kann. Besser als der DV-2650 klingt momentan kein Gerät dieser preislichen Regionen. Analog angeschlossen, schlägt sich der Pioneer gut. Besonders die hohe Gesamthomogenität überzeugt, der runde und präzise Bassbereich gefiel uns ebenfalls sehr gut. Die gebotene Transparenz im Hochtonbereich ist gut, hier aber bieten die Sony-Modelle DVP-NS330 und DVP-NS430 noch etwas mehr Frische und Lebendigkeit.

Bewertung
Fazit 

Pioneer zeigt, dass es in der Einsteigerklasse trotz ständig sinkender Preise möglich ist, eine Gerätegeneration zu präsentieren, die in allen relevanten Belangen nochmals besser geworden ist als die Modellpalette des Jahres 2002. Das Bild des DV-2650 ist im bestechender Form, die natürliche, hohe Bildschärfe, der ausgezeichnete Kontrast, die überdurchschnittlich exakte Detaillierung und die saubere Farbdarstellung beweisen, dass es zwar keine revolutionären Verbesserungen bezüglich der visuellen Qualitäten mehr gibt, wohl aber bei genauer Betrachtung sichtbare, die vor allem für einen nochmals kompletteren Bild-Gesamteindruck sorgen. Doch auch, was alle anderen Wertungen angeht, ist der DV-2650 absolut auf der Höhe: Die erstklassige Abspielsicherheit, die der Player im MP3-Betrieb bietet, verweist fast alle Konkurrenten auf die Plätze. Das - nur noch etwas zu langsame - Laufwerk gefällt mit einer nun auch im CD-Betrieb sehr guten Fehlerkorrektur, das Laufgeräusch und der Layerwechsel sind akzeptabel. Die Ausstattung des Geräts ist ebenfalls überzeugend, im Gegensatz zu vielen Konkurrenzmodellen bringt der Pioneer-Player ein komplettes Anschlussangebot und nicht nur das Allernötigste mit. Zu bedienen ist der DV-2650 sehr einfach, die Verarbeitung ist tadellos, und der Digitalton höchst klar und frisch. In Anbetracht solch exzellenter Eigenschaften fällt es immer leichter, Verzicht zu üben und sich einen günstigen DVD-Spieler anzuschaffen. Denn eins wagen wir zu behaupten: Mehr, als der DV-2650 bietet, werden nicht allzu viele wirklich benötigen.

Beeindruckend: Ein auf höchstem Level ausgewogenes Gerät zum schmalen Preis

Einsteigerklasse
Test 05. Juni 2003
Preis-/Leistung:
Pro:
  • Exzellentes, scharfes und detailtreues Bild
  • Hervorragender Digitalton
  • Laufwerk mit hoher Abspielsicherheit
  • MP3-Integration sehr gut gelungen
  • Komplette Anschlussbestückung
  • Sehr einfache Bedienung
  • Ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Gute Verarbeitung
Contra:
  • Laufwerk könnte noch schneller sein

Technische Daten:

• DVD Video-Player
• Abspielformate DVD-Video, DVD-R, DVD-RW, Video-CD, Audio-CD, CD-R/RW, WMA, MP3 (auch Multisession), SVCD (nicht offiziell garantiert), jpeg, Fujicolor CD, Kodak Bild-CD
• Video-D/A-Wandler 10 Bit/27 MHz, Audio-D/A-Wandler 192kHz/24Bit
• Optischer und koaxialer Digitalausgang
• 1 x Scart (RGB, S-Video, Composite)
• S-Video Anschluss Hosiden
• FBAS-Anschluss
• Mini-Video-EQ
• Abmessungen (BxHxT in cm) 42 x 5,3 x 28,3 
• Farbe: Silber
• Gewicht 2,3 kg
• Unverbindliche Preisempfehlung 179 Euro (inkl. Mwst.)

Testequipment:
  • Denon AVC-A10SE als Vorverstärker

  • Endstufen für Front L/R, Center, 2 passive Subwoofer, Surround Back: JBL MPA-600

  • Endstufe für Surround L/R: JBL MPA-400

  • Lautsprecher-Set Canton THX-Set S-10/JBL Sythesis (THX-zertifiziert)

  • Projektoren Sony VPL-VW11HT (LCD), Sony VPH-G70 (CRT), Plasma Panasonic TH37PW5EX

  • Verkabelung von Oehlbach

Test: Carsten Rampacher
10. Juni 2003 

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