Test: Pioneer VSX-1015 (1/2)

25.07.2005 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume

Der Pioneer VSX-1015 für 699 € war der erste in Deutschland erhältliche THX Select 2 AV-Receiver  - im Vergleich zu seinem Vorgänger VSX-1014 ist das neue Modell nochmals um 100 €günstiger geworden, ohne sichtbare Sparmaßen zu zeigen: Genauso wie das ältere Modell tritt auch der 1015 optisch wie ein kleiner Bolide auf und verhindert so erfolgreich eine schnelle Einordnung in die noch als bürgerlich einzustufende Preisklasse. Wir wollten genau nachprüfen, was der mit 7 x 150 Watt starken Endstufen ausgerüstete VSX-1015 im Praxistest bieten kann. 

Verarbeitung

Überzeugende Verarbeitung im Detail

Gut: Die gerundeten Gehäusecken sorgen für elegante Optik und niedriges Verletzungsrisiko

Wie es sich für einen nobel auftretenden AV-Receiver gehört, besteht die Frontklappe des VSX-1015 aus gebürstetem, sehr gut verarbeitetem Aluminium. Die Frontklappe, hinter der sich weniger oft benötigte Bedienelemente befinden, ist jedoch nicht aus massivem Aluminium, sondern besteht aus einer Alu-beplankten Kunststoffklappe. 

Frontklappe mit Alu-Beplankung, innen ist sie aus Kunststoff

Tadellose Gerätestandfüße

Optisch attraktiver Standby-Schalter

Die schönen Gerätestandfüße, der elegante Standby-Schalter sowie die hochwertigen Drehregler (Lautstärke/Multi Jog) sind sehr zu loben - diese Details machen zusammen mit dem fein auflösenden DOT Matrix-Display deutlich, dass der Pioneer in Bezug auf die Hochwertigkeit der Außenverarbeitung in seiner Preisklasse den Ton angibt und auch den sehr gut verarbeiteten Yamaha RX-V757 auf Distanz halten kann, der im direkten Vergleich ein bis zwei Klassen niedriger eingeschätzt werden dürfte als der gewichtig, ausladend und edel auftretende Pioneer, dessen preisliche Heimat viele eher in der 1.000 €-Liga vermuten würden. Dass der Abstand nicht größer ausfällt, verdankt der Yamaha dem klassenbesten Display und der ebenfalls überragenden Passgenauigkeit seiner Frontblende aus Aluminium. 

Die mitgelieferte Fernbedienung im aktuellen Pioneer-Design

Die Fernbedienung ist gut, da Pioneer bereits dem 399 €-Modell VSX-915 eine solche Fernbedienung mit kleinem LC-Display und tadelloser Verarbeitung beilegt, können wir hier keinen Extra-Vorteil des VSX-1015 erkennen. 

Sauberer Aufbau innen

Gehen wir nun zum inneren Aufbau über. Hier beginnen wir zunächst mit einer kleinen Enttäuschung, denn anstatt Kühlkörpern aus extrudiertem Aluminium, welches hervorragende wärmeableitende Eigenschaften mitbringt, finden wir lediglich Kühlkörper aus normalem Blech, allerdings in doppelter Ausfertigung. Yamaha geht hier einen anderen Weg und steckt in den 599 € kostenden RX-V757 einen Alu-Kühlkörper - hier gibt es also hochwertigeres Material, dafür aber nur ein passives Kühlelement.

Ansonsten können wir den VSX-1015 nur Respekt zollen, denn sein innerer Aufbau ist gekonnt gemacht und bis ins Detail überzeugend. Das ganze Layout der Endstufen mit dem kanalsymmetrischen Aufbau zeigt, dass hier einige Grundmerkmale des Innenaufbaus von den absoluten Spitzenverstärkern der VSA-AX-Serie des Hauses übernommen wurde, also Merkmale, die man spontan bei einem 700 €-Gerät nicht vermuten würde. Wenn auch die teuren Spitzenverstärker natürlich auf sehr viel hochwertigere Bauteile setzen,  um dem immensen Mehrpreis gerecht zu werden, so zeigt die Baugruppenanordnung des 1015 schon eine Konsequenz, die nur sehr viel teurere Komponenten ansonsten aufzuweisen haben.

Über alle Maßen überzeugend fällt auch unsere Bewertung des extrem verwindungssteifen Chassis aus. Kein Wunder, denn auch hier diente Basis-Know-How aus der VSA-AX-Baureihe als Vorbild. Auch wenn man den 1015 schwungvoll an einer Chassisecke hochzieht, knackt und knarrt nichts, was für die hervorragende Qualität spricht.

Zwei Elkos mit je 15.000 Microfarad

Der hochwertige Transformator

Der Transformator bringt eine angemessene Dimensionierung mit, die beiden Kondensatoren als Kurzzeitstromspeicher sind mit jeweils 15.000 Microfarad für diese Preisliga ebenfalls angemessen dimensioniert. 

Kurzfazit

Pro:

  • Sehr gut verarbeitete Alu-Frontplatte#

  • Drehregler mit überzeugendem Finish

  • Hochwertige Gerätestandfüße

  • Sehr verwindungssteifes Chassis

  • Durchdachter innerer Aufbau

Contra:

  • Kühlkörper nur aus Blech

  • Fernbedienung auf Level des VSX-915

Bewertung
Features und verwendete Baugruppen

Neues, optisch nach wie vor schlichtes Einmessmikrophon

Der VSX-1015 verfügt über alle "standesgemäßen" Decoder, also unter anderem für Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES Discrete/Matrix 6.1, Dolby Pro Logic IIx, DTS Neo:6 und DTS 96/24. Darüber hinaus gibt es THX Select 2 mit den drei wählbaren Programmen Music, Cinema und Game. Für eine tadellose 7.1-Wiedergabe garantiert wie bei THX Ultra 2 die "Adaptive Speaker Array" (ASA) - Technologie. Ebenso wie THX Select ist auch THX Select 2 auf kleinere bis mittlere Hörräume zugeschnitten.

"Be a Pioneer" - der VSX-1015 ist auf jeden Fall einer, denn er war der weltweit erste THX Select 2-AV-Receiver

Darüber hinaus ist, in Verbindung mit Select 2, auch THX Surround EX mit dabei. Als Neuheit setzt Pioneer auch bei diesem Modell auch einen Windows Media Audio (WMA) 9 Pro Decoder. 

Mit WMA 9 Pro-Decoder: Pioneer VSX-1015

WMA 9 Pro kommt z.B. in aktuellen HD-DVD-Videos zum Einsatz. Da dieses Videoformat nur über PCs abgespielt wird, musste der Ton bisher vom Computer in ein analoges Tonsignal umgewandelt und über einen AV-Receiver ausgegeben werden, der dieses wiederum in ein Dolby-ProLogic-Signal umrechnete. Mit dem WMA9-Pro-Codec an Bord kann der VSX-1015 nun über den Digital-Ausgang der PC-Soundkarte angesteuert werden – und der WMV-Ton wird dabei vom Receiver in bester digitaler Qualität wiedergegeben. Damit sind die neuen Pioneer AV-Modelle auch decoderseitig zukunftskompatibel, denn künftige Standards wie BluRay oder HD-DVD werden den WMA9-Pro-Codec ebenfalls nutzen. 

Der Pioneer VSX-1015 präsentiert sich ansonsten als leistungsstarker Vertreter seiner Preisklasse, mit 7 x 150 Watt (6 Ohm, 1 kHz, 1 % Klirr) ist er auch für die Beschallung größerer Hörräume ausgelegt.  Wer mag, kann diese kräftigen Endstufen auch anders konfigurieren und anstatt einer 7.1 Lösung auch eine 5.1 Konfiguration mit Bi-Amping für entsprechend belastbare und performance-starke Frontlautsprecher fahren.  Als D/A-Konverter fungieren inzwischen übliche 192 kHz/24-Bit-Bauteile, als A/D-Wandler für die Digitalisierung eingehender Analogsignale sind 96 kHz/24-Bit-Versionen vorgesehen. 

Im Detail hat Pioneer nicht mit hochwertiger Technik gespart: So sorgen besonders hochwertige Transistoren (Advanced Direct Energy MOS FET) für größere Stabilität bei niedrigen Impedanzen und für eine geringere Verlustleistung. 

Temperaturerfassung beim VSX-1015

Auch hochwertig ausgeführt: Der neu entwickelte Wärmekompensationsschaltkreis "AC/DC Isolated Amplifier Module", der speziell für die Optimierung der A.D.E. MOST FET-Endstufen konzipiert wurde, steuert in Kombination mit der integrierten Temperaturerfassung die Vorspannungskreise und verhindert Abwanderungen des Arbeitspunktes. Dieses Modul verstärkt auch geringe Spannungen mit niedrigsten Verzerrungen und minimiert damit drastisch Leistungsschwankungen, die zu Verzerrungen führen könnten. Beim 7-Kanal Verstärker-Design wurde jeder einzelne Leistungsverstärker kanalsymmetrisch am Kühlblock montiert (gut zu erkennen auf dem Detailbild von den Kühlkörpern weiter oben). Hierdurch erhält jeder A.D.E. MOSFET zusätzlich zu den identischen elektrischen Eigenschaften exakt die gleichen physikalischen Bedingungen. Eine gleichmäßige Ausgangsleistung sowie die homogenen Klangeigenschaften jedes einzelnen Kanals resultieren aus dieser Anordnung.  Pioneers Advanced Direct Energy MOSFET Verstärkermodule bieten somit eine große Stabilität bei niedrigem Energieverlust und extrem lineare Verstärkung. Das Ergebnis: effiziente Leistungsreserven, enormer Dynamikumfang und ein exzellentes Auflösungsvermögen auch an niedrigen Impedanzen. Auch sind Gehäuse und Chassis sowie das Innenleben aufwändig aufgebaut - Beispiele: 

  1. "Advanced Direct Construction". Um Signalinterferenzen so gering wie möglich und den Signalweg kurz zu halten, wurden analoge und digitale Schaltkreise und Baugruppen getrennt angeordnet, Lautsprecherterminals mit Elektrolytkondensatoren gekoppelt, und die Bestückungsdichte einzelner Platinen deutlich erhöht. Die Stromversorgung wurde so nah wie möglich an die Endstufen verlegt, um Leistungsverluste zu minimieren. Dieses unmittelbare Konstruktionsprinzip bewirkt in Verbindung mit der  3-D Rahmenkonstruktion eine perfekte Signalübertragung mit kürzesten Signalwegen. 

  2. Isolierte Kammerbauweise. Das Innere des VSX-1015 wurde in drei separate Blöcke aufgeteilt – digitale Signalverarbeitung, Leistungsverstärker und Stromversorgung. Diese Konstruktion dient in erster Linie zwei Aufgaben: Analoge und digitale Schaltkreise werden optimal voneinander getrennt und somit Einstreuungen effektiv verhindert. Darüber hinaus wird die mechanische Stabilität weiter erhöht. In Verbindung mit der Advanced Direct Construction, dem Prinzip der kürzesten Signalwege, ermöglichen die isolierte Kammerbauweise und die 3-D Rahmenkonstruktion eine optimale Grundvoraussetzung für beste Arbeitsbedingungen der Signalelektronik und damit für beste Klangqualität.

  3. 3-D Rahmenkonstruktion: Die 3-D Rahmenkonstruktion verstärkt die physikalische Stabilität. Im Gegensatz zu konventionellen Rahmen sind alle Teile mit mehreren Winkeln am Rahmen befestigt. Das Gerät ist so massiv ausgelegt, dass es das schwere Netzteil ohne mechanische Beeinträchtigungen verkraften kann.

  4. Audio-optimiertes Platinen-Layout: Die Platinen des VSX-1015 wurden als unabhängige Funktionseinheiten entwickelt. Die hohe Bauteiledichte dieser Platinen sowie das Prinzip der kurzen Signalwege verhindert unerwünschte gegenseitige Interferenzen. Die gesamte Digital-Sektion wurde in einem eigenen abgeschirmten Gehäuse untergebracht und vollkommen von den analogen Baugruppen getrennt.

  5. High Performance Motorola-DSP: Den neuen Motorola-DSP mit 48-Bit processing zeichnen eine schnellere Taktfrequenz, ein erweiterter integrierter 
    SRAM-Speicher sowie neueste 0.13 μm Ultra-Micro Processing Technologie aus. Er erreicht eine Verarbeitungsgeschwindigkeit von 180 MIPS (Millionen Instruktionen pro Sekunde) und nimmt damit eine Spitzenposition heutiger Chipsets ein. Die erhöhte Rechnerleistung nutzt Pioneer, um neben der kompletten MCACC Kalibrierung inklusive GEQ  (grafischer Equalizer) auch die gesamte Signaldecodierung  (DTS, Dolby) und THX Entzerrung in einem einzigen integrierten Chip unterzubringen. Durch den Wegfall externer SRAM-Speicher konnte die gesamte digitale Signalverarbeitung wesentlich kompakter und effizienter gestaltet und störende Einstrahlungen effektiv eliminiert werden, was in der Summe zu einem deutlich verbesserten klanglichen Ergebnis führt.

Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen:

Pioneer-typisch tritt der VSX-1015 mit dem Pioneer-Lautsprechereinmesssystem MCACC an, welches schon beinahe "Klassikerstatus" hat. Das neuere Advanced MCACC ist für die teureren AV-Receiver ab dem VSX-AX2AV-S reserviert und bietet einen erweiterten Funktionsumfang sowie noch mehr Messgenauigkeit. Ein Equalizer (graphisch, 5 Bänder pro Box) ist bereits bei der normalen MCACC-Ausführung enthalten.  Der VSX-1015 bietet verschiedene Modi:

  • ALL CH ADJ: Kein Kanal wird besonders betont

  • FRONT ALIGN: Alle Lautsprecher werden entsprechend den
    Front-Lautsprechereinstellungen gehört

  • CUSTOM 1/2: Kundenspezifische Einstellungen.

Vorteilhaft ist, dass sich der Anwender gleich zwei eigene Setups zulegen kann,  so z.B. eines für den Filmton- und eines für den Musikbetrieb, da diese beiden Anwendungsmöglichkeiten mit Auslegungsunterschieden für die LS EQ-Einstellung verbunden sind, kann man unterschiedliche Justagen einsetzen. 

Als nachteilhaft empfinden wir die Tatsache, dass bei der Subwoofer-Übernahmefrequenz im manuellen Setup lediglich in 30 Hz Schritten einstellbar ist, wir würden uns hier 20 Hz-Schritte wünschen. Der RX-V757 bringt eine praxisgerechtere Möglichkeit mit, hier sind 20 Hz-Schritte vorhanden. Sehr gut brauchbar ist die Loudness-Funktion des VSX-1015, die Bässe und Höhen bei niedrigen Pegeln anhebt. 

Auch bringt der VSX-1015 verschiedene DSP-Programme mit, hier die Übersicht:

  • ADVANCED MOVIE: Soll sich besonders für Kinofilme eignen. Ordentliches DSP, aber nicht auf Yamaha DSP-Level, und auch der Pioneer klingt in den THX Cinema-Betriebsarten noch intensiver und verhält sich bei hohen Pegeln durch die stimmige Auslegung noch souveräner, was sich insbesondere im klaren, aber nie zu spitzen Hochtonbereich äußert. 

  • ADVANCED MUSIC: Soll eine große Konzerthalle simulieren. Insgesamt ordentlich gelungen, nur ist für manchen Geschmack etwas zu viel Hall dabei.

  • TV SURROUND: Speziell für TV-Sendungen, soll für Mono- und Stereofernsehquellen Surroundklang produzieren. Besonders alte Monofilmquellen sollen sich effektiv aufpolieren lassen. Unsere Meinung: Stereo TV-Filme lieber in PLIIx anhören, und Mono-Material bleibt besser so, wie es ist. Dieses DSP braucht man in der Praxis kaum.

  • SPORTS: Auch hier eine ähnliche Beurteilung, wirklich notwendig ist dieses DSP nicht, bei mancher Sport-Liveübertragung passt das Hörerlebnis durch eine ganzheitliche und intensive Wiedergabe. 

  • ADVANCED GAME: Konkurrenz zum neuen THX Select 2 Game-Modus, den wir diesem Pioneer-eigenen DSP vorziehen würden. Die THX Select 2 Game-Variante klingt intensiver, die Effektortung ist noch exakter. Auch bei schnellen Bewegungs- und Effektwechseln wirkt Select 2 Game noch souveräner. 

  • EXPANDED: Dieser Modus wurde besonders dafür entwickelt, Stereo-Quellen Klangtiefe zu verleihen, und er lässt den Hörer Zwei-Kanal (Stereo)-Signale als simulierte Mehrkanal-Surroundklang wahrnehmen. Der Modus kann zusammen mit Dolby Pro Logic für einen Stereo-Surroundeffekt verwendet werden. Man kann den Modus aber auch mit Dolby Digital-Quellen verwenden, um ein breiteres Stereo-Feld zu erzielen als in den herkömmlichen Modi.

  • 7ch STEREO: Stereowiedergabe über alle Kanäle

  • Phone Surround: Surroundeffekte beim Hören über einen normalen Stereokopfhörer

Für diejenigen Hörer, die im Stereobetrieb am liebsten alles pur und von sonstiger digitaler Signalverarbeitung unbeeinflusst genießen möchten, hat Pioneer eine "Direct"-Funktion mit installiert. Wer beim Anhören z.B. eines Spielfilms gern die Dialoge deutlicher verstehen möchte, kann auch eine Dialoganhebung aktivieren. Einen "Midnight Mode" bringt der VSX-1015 ebenfalls mit. 

Vergleicht man mit der Ausstattung der Konkurrenz, so kann man dem Pioneer ein insgesamt sinnvolles Sortiment an Ausstattungsmerkmalen bescheinigen  - was wir vermissen, sind allerdings weitergehende Multiroom-Optionen, die z.B. ein RX-V757 von Yamaha in beträchtlichem Umfang besitzt. Beim VSX-1015 können wahlweise die Back Surround-Endstufen für den Einsatz als Stereolösung in einer 2. Hörzone konfiguriert werden, mehr Optionen finden sich nicht.

Auch fehlt ein Videonormwandler, der z.B. die FBAS-Signale eines angeschlossenen VCRs auf Komponente wandeln kann. Auch hier hält wiederum Yamaha als löbliches Beispiel her: Natürlich hat der RX-V757 auch einen Videonormwandler. Besonders vermissen wir beim VSX-1015 eine Audio Delay (Lip Sync) - Funktion, die Laufzeitunterschiede zwischen dem zeitaufwändig bearbeiteten Videosignal (De-Interlacing, Upscaling) und dem Audiosignal ausgleicht. Hier sollte Pioneer unbedingt nachbessern. 

Die DSP-Sektion des Pioneer ist gut, wenngleich nicht so ausgezeichnet wie beim RX-V757, dafür fehlt dem Yamaha im Gegenzug das THX Select 2-Zertifikat. Bestimmt wird Ihnen auffallen, dass immer wieder der Yamaha als Konkurrent genannt wird, dies liegt daran, dass der RX-V757 insgesamt die Benchmark der Liga bis 700 € darstellt. Doch auch er ist nicht vollkommen, so bietet nur der VSX-1015 eine Bi-Amping-Möglichkeit mit Nutzung von insgesamt vier der sieben Endstufen für die beiden Frontkanäle. Interessant wird, wenn der neue AVR-2106 von Denon die Bühne betritt: Denn dieser kommt mit Bi-Amping-Möglichkeit für die Frontkanäle, Videokonverter, Lip Sync (Audio Delay) von 0 bis 200 ms (Yamaha 0 bis 160 ms) und aufwändigem Messmikrophon für die automatische Lautsprechereinmessung. Dass niemand DIE perfekte Ausstattung schlechthin hat, beweist aber auch wieder der AVR-2106 für 599 €: Es gibt kein THX Select 2, keine voll ausgestattete DSP-Sektion, und die automatisierte Einmessung kümmert sich nur um die Basisfunktionen (kein Room EQ). Trotzdem: Der 2106 verspricht, ein hochinteressantes Gerät zu werden, daher kommt auch bald bereits ein Test. Was machen die weiteren Konkurrenten? Zu nennen wäre hier z.B. der Marantz SR-5500, der ebenfalls mit Audio Delay von 0 bis 200 ms aufwarten kann, aber mit seiner altbackenen Fernbedienung  und dem fehlenden Lautsprechereinmesssystem ansonsten den Konkurrenten hinterherhinkt. Was definitiv für den SR-5500 spricht, ist sein hochwertiger innerer Aufbau. DSP-Programme finden sich kaum beim 5500er. 

Die größte Konkurrenz für den VSX-1015 dürfte aus dem eigenen Hause kommen. Es handelt sich um den gerade auslaufenden VSX-2014i-S, welcher sehr günstig zu haben ist und der mit seinem i.link-Terminal überzeugen kann, unserer Meinung nach ein wertvolleres Ausstattungsmerkmal als der WMA9 Pro-Decoder, da der 2014 mit diesem Terminal auch DVD-A- und SACD-Signale digital empfangen kann. Weiterer großer Vorteil ist der Videokonverter, den der 2014 mitbringt. 

Kurzfazit

Pro:

  • THX Select 2-Lizenz

  • Ordentliche DSP-Sektion

  • Front Bi-Amping möglich

Contra: 

  • Mehr Multiroom-Optionen wünschenswert

  • Kein Lip Sync

Bewertung 

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