AREA DVD Test: AV-Receiver Onkyo TX-DS989 Upgrade 2

Ausstattung

Für 4499 EUR erhält man Onkyos Topmodell des AV-Receiver-Line-Ups - den TX-DS989. Dass es dieses Gerät bereits seit geraumer Zeit gibt, ist absolut korrekt - nicht korrekt aber ist die damit verbundene Vermutung, vielleicht sei der in schwarzer oder silberner Version lieferbare Bolide technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Bereits zum zweiten Mal wurde der 989er mit einem umfangreichen Update versehen, daher lautet die genaue Bezeichnung des aktuellen Modells auch TX-DS989upg2. Nach der jüngsten Überarbeitung kann das Onkyo-Spitzenmodell nun alles, was ein AV-Receiver auch für sehr anspruchsvolle Heimkino- und Mehrkanal-Musik-Liebhaber können muss. So erfüllt er die strengen Richtlinien für den Erhalt des THX Ultra 2-Zertifikats, ebenso wird neben THX Surround EX, Dolby Digital 5.1 EX und DTS ES Matrix/Discrete 6.1 auch DTS 96/24 decodiert. An Surround-Aufpolierern stehen DTS Neo:6 und Dolby Pro Logic 2 (mit allen Einstellmöglichkeiten im Music Mode) zur Verfügung. Mit zur erstklassigen Ausstattung zählen auch umfangreiche Parameter zur Justage der einzelnen Hörmodi, verschiedene DSP-Programme und nützliche Zusatzfeatures. Zusammen mit der Arbeitsweise von THX Ultra 2 sind diese Ausstattungsmerkmale im Anhang dieses Tests ausführlich aufgeführt und kommentiert. 

Die Anschlussbestückung ist sehr reichhaltig, es gibt genug Digitaleingänge, um auch einen sehr umfangreichen Gerätepark anschließen zu können. Auch ein RF-Input für einen LD-Player ist vorhanden. Das Einzige, was nicht mitgeliefert wird, ist eine digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstelle wie i.link o.ä. Zwar war für den TX-DS989 ein entsprechendes Update angedacht, doch zur Auslieferung kam es in der Praxis nicht, so dass der i.link-Interessent auf den Nachfolger des aktuellen Flaggschiffs warten muss, das, so vermuten wir einmal, solche Schnittstellen mitbringen wird. Als 5.1- bzw. 7.1-Anschluss fungiert ein DB25-Port, das entsprechende Adapterkabel liegt dem TX-DS989 bei. Der DB25-Anschluss ist im Vergleich zu den Cinch-Varianten natürlich recht platzsparend und übersichtlich, wer aber ein sehr hochwertiges 5.1 Kabel besitzt, muss sich nun damit zufrieden geben, dass der akustische Vorteil eines exzellenten Kabels durch den eher kostengünstig ausgeführten Adapter wieder zunichte gemacht wird. Hier hilft dann nur der Kauf eines höherwertigen Adapters oder eines kompletten hochwertigen 5.1- auf DB25-Kabels. 

Die Verarbeitung des Onkyo-Flaggschiffs macht einen sehr gediegenen Eindruck. Das großflächige DOT-Matrix-Display, der sauber geführte Lautstärke-Drehregler und die hervorragend verarbeiteten Bedienelemente auf der Gerätefront sind dafür verantwortlich, dass man auch auf den zweiten und dritten Blick noch genau hinschauen kann und trotzdem keine Verarbeitungsschwächen entdeckt. Ein zusätzliches Ausstattungsmerkmal, das die konstruktive Liebe zum noblen Detail zeigt, ist die auf Knopfdruck nach unten fahrende Klappe auf der Gerätevorderseite. Unter der Klappe finden sich, ebenfalls äußerst hochwertig ausgeführt, verschiedene weniger oft gebrauchte Bedienelemente. Nicht ganz einem so stattlichen, hochqualitativen und vornehmen AV-Receiver angemessen ist die mitgelieferte Fernbedienung. Bei einem Mittelklasse-AV-Receiver macht sich der IR-Geber zwar wirklich gut, bei einem Gerät für fast 4500 EUR jedoch wirkt sie etwas deplaziert. Wenn man bedenkt, was für hochwertige Fernbedienungen  Denon, Marantz oder Pioneer ihren Toplinern beipacken, könnte Onkyo hier durchaus noch etwas mehr Großzügigkeit walten lassen. 

Bewertung

Bedienung

Die Bedienung des TX-DS989 gestaltet sich trotz der vielen Funktionen nicht besonders schwierig. Dies liegt am klar strukturierten OSD und an der gut in der Hand liegenden Fernbedienung, die nicht mit Tasten völlig überladen ist. Nur der Druckpunkt mancher Tasten und die Führung des Enter-Knopfes sind nicht absolut präzise, sondern leicht schwammig. Wer übrigens nicht auf das OSD zurückgreifen möchte, kann selbstverständlich alle Einstellarbeiten auch über das großformatige Gerätedisplay mit ausgezeichneter Auflösung vornehmen - die Menüführung  ist für ein Gerät mit einem solchen Funktionsumfang übersichtlich. Sehr hochwertig und mit einem tadellosen Druckpunkt versehen, aber teilweise etwas klein sind die Tasten auf der Gerätevorderseite.  Die meisten von ihnen befinden sich unter der elektrisch auf Knopfdruck ausfahrbaren Klappe. 

Nachteil für sehr exakte Heimcineasten: Das Lautsprecher-Setup könnte in Bezug auf die Einteilung der einzelnen Justageschritte noch etwas genauer sein, dieses kleine Manko dürfte aber nur weit überdurchschnittlich genaue Zeitgenossen ernsthaft stören. In der tagtäglichen Hörpraxis ergeben sich keinerlei akustische Nachteile. Sehr gut arbeitet der interne Testtongenerator, der ein genaues Einpegeln ohne Schwierigkeiten - etwas Zeit vorausgesetzt - möglich macht.  Ein nützliches Feature ist die "IntelliVolume"-Funktion, die Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Eingangsquell- Geräten regelt. Für jedes Eingangsquell-Gerät kann man mittels IntelliVolume eine eigene Lautstärkeeinstellung treffen. 

Bewertung

Ton

Testequipment:

  • DVD-Player Marantz DV12S1, Harman/Kardon DVD-30

  • Lautsprechersystem Jamo D 7, KEF Reference

  • Software: ID4 (Dolby Digital 5.1), Sleepy Hollow (DTS ES Discrete 6.1), Herr Der Ringe - Die Gefährten (Dolby Digital 5.1 EX), THX Ultimate Demo Disc, THX Surround EX Demo Disc, DTS Music Experience Studio Voodoo (DD 5.1 EX/DTS ES Discrete 6.1),  DTS Demo Disc Nr. 4 (DTS 5.1 und DTS ES Matrix 6.1) Naxos Musical Journey, Johann Sebastian Bach: Violinenkonzert Bachwerkeverzeichnis 1042 und Violinenkonzert Bachwerkeverzeichnis 1041 (DD/DTS 5.1), Audiophile Musik für Dolby Pro Logic 2 (Audio-CD), Best Of Rock and Blues Soundcheck (Audio-CD), Klassik audiophil (Audio-CD)

Klang Film

Mit seiner kompletten Ausstattung und seinen kräftigen Endstufen ist der Onkyo TX-DS989 schon von den Daten her bestens gerüstet, um eine sehr ansprechende Heimkino-Performance an den Tag zu legen. Nicht unterschätzt werden darf in diesem Zusammenhang aber, dass sich in der Preisklasse des TX-DS989 harte Konkurrenz befindet, so beispielsweise der Denon AVC-A1SR und der Pioneer VSA-AX10 (mittlerweile durch den Pioneer VSA-AX10i-S im i.link-Schnittstelle ersetzt). Somit wird es schwer sein, Maßstäbe zu setzen, die kein anderer Konkurrent erreicht - und das gelingt dem Onkyo auch nicht, was dem Gerät aber keinesfalls als gravierender Fehler anzukreiden ist. Vielmehr ist Tatsache, dass das Niveau dieser Klasse weit überdurchschnittlich hoch ist, und in Anbetracht dieser Feststellung ist es sehr bewundernswert, wie gut sich der von seiner Grundkonzeption her bereits ältere Onkyo schlägt. Nirgendwo muss er sich hinter den beiden starken Konkurrenten verbergen, überall hält er so gut mit, dass man ihn zusammen mit dem Pioneer und dem Denon klar zur Spitze dessen zählen muss, was auf dem AV-Verstärker/-Receiver-Markt weltweit momentan angeboten wird. 

Seine exzellenten Fähigkeiten in Bezug auf die Detailarbeit und eine akkurate Gesamtdarstellung stellt der TX-DS989 sehr gut bei "Sleepy Hollow" unter Beweis. Der klare, sauber klingende Hochtonbereich tut ebenso seinen Teil dazu wie die sehr natürliche, facettenreiche Surround-Soundkulisse. Der Onkyo tritt zwar nicht ganz so vehement an wie Denon und Pioneer, agiert dafür gerade bei "kleineren" Effekten äußerst feinfühlig und schafft so eine hervorragende klangliche Plastizität. Bei großen Effekten stellt der Onkyo sicher, dass die nicht einfach laut und gesichtslos durch den Hörraum brettern, sondern dass auch Einzelheiten wie z.B. wegfliegende kleine Bruchstücke bei einer gigantischen Explosion sehr gut herausgearbeitet werden. Auch vereinzelte Rufe, Schreie oder Wortfetzen stellt der TX-DS989 mit großer Sorgfalt dar. Aufgrund dieser Fähigkeiten war auch die "Herr Der Ringe - Die Gefährten"-DVD ein echter Hörgenuss, der imposante Film-Soundtrack wurde vom Onkyo ebenfalls mit viel Lebendigkeit in den Hörraum getragen. Hier kann man sagen, dass der Onkyo zusammen mit den bereits erwähnten Offerten von Denon und Pioneer die Grenze des momentan Machbaren im Bereich der AV-Verstärker-/Receiver demonstriert. Wer noch mehr möchte, muss zu weitaus teureren Vor-/Endstufen-Kombinationen greifen. 

Als zwar recht kostspieligen, aber exzellent passenden Spielpartner können wir gerade dem heimkinoorientierten Käufer das Jamo D 7-System sehr empfehlen, im Zusammenspiel mit diesem LS-Set kann der TX-DS989 seine Qualitäten hervorragend unter Beweis stellen, hier werden in allen Disziplinen überragende, weit abseits der Norm liegende Werte erreicht, die schon fast das Niveau professioneller Systeme erreichen. Wer mit deutlich weniger Geld auskommen möchte, fährt immer noch überdurchschnittlich gut und wählt das Teufel Theater 8, das ebenfalls bestens zum Onkyo passt - kein Wunder, schließlich sind Receiver und Lautsprecher THX Ultra 2-zertifiziert, was die Kompatibilität der Komponenten weitestgehend  - wenn auch nicht hundertprozentig - sicherstellt. Im Falle des ebenfalls sehr komplett klingenden Teufel-Angebots aber wird diese hundertprozentige Marke wirklich fast erreicht. 

Im Zusammenspiel mit den D 7-Boxen erreicht der Onkyo auch bei der Sequenz aus "Saving Private Ryan" auf der 4. DTS Demo DVD erstklassige Resultate. Druckvoll jagen die Schüsse quer durch den Hörraum, die Schreie gellen durch die Lautsprecher, die Möglichkeit zur exakten Ortung besteht jederzeit. Der Onkyo lässt auch hier den Film nicht zu einem einzigen Getöse verkommen, sondern modelliert auch bei hohen Pegeln immer noch eine exakte Struktur heraus. Hervorragend managt der Onkyo den Auszug aus dem "Geisterschloss" (The Haunting) auf der 4. DTS Demo-DVD, die Stelle, an der der Spiegel zersplittert, wird dynamisch und glasklar wiedergegeben.

Interessant war natürlich auch, wie sich der Onkyo ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer schlägt, denn gerade musikalisch orientierte Anwender, die nicht hauptsächlich Filme, sondern zu größeren Anteilen Mehrkanal-Musik hören, verwenden nicht selten großvolumige Standlautsprecher und keinen aktiven Subwoofer. Da ein aktiver Subwoofer den Endstufen viel Arbeit im leistungsintensiven Bassbereich abnimmt, ist es natürlich klar, dass auf die Endstufen weitaus mehr Arbeit wartet, wenn kein Subwoofer Verwendung findet. Der TX-DS989 kommt aber auch mit dieser Situation gut klar, auch bei hohen Pegeln waren keinerlei Leistungseinbrüche zu beobachten, die gebotene Dynamik war stets ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang muss aber auch die einzige echte Schwäche des Onkyo-Receivers angesprochen werden: Die aktive Kühlung. Während viele Konkurrenten auf eine komplett passive Kühlung durch massive, großzügig dimensionierte Kühlkörper setzen, setzt Onkyo selbst bei diesem edlen Topmodell einen Ventilator ein. Dieser meldet sich leider gerade beim "hochpegeligen" Einsatz öfters zu Wort, um die Betriebstemperatur des TX-DS989 zu senken. Wenn beim Ventilatoreneinsatz gerade eine Dialogszene ohne lautstarke Effekte wiedergegeben wird, ist dieses kurze, in leiseren Szenen gut wahrnehmbare Anlaufen des Ventilators wirklich störend. Da das Gerät aber ohne effektive Kühlung zu heiß werden kann, ist der Einsatz kaum zu vermeiden. Hier sollte Onkyo bei einem Nachfolger wirklich komplett auf eine passive Kühlung setzen, die zum Habitus eines solchen Geräts, das ansonsten durchweg Spitzenleistungen bietet, weitaus besser passt.

Denn ansonsten liefert der Onkyo ein eindrucksvolles Zeugnis seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten ab: Sein runder Bassbereich gefällt sehr gut, nie zu dominant, aber gnadenlos zupackend,  wenn es erforderlich ist - wie z.B. gehört bei den THX-Trailern auf den oben aufgeführten THX Demo-DVDs. Selbstverständlich überzeugt der Bassbereich auch dann, wenn große Standlautsprecher und nicht ein leistungsstarker aktiver Subwoofer angeschlossen ist - nur mit dieser Art von Anschluss, also große Stand-LS ohne Aktivsub, kann man tiefergehende Aussagen über die Basskraft und die tieffrequente Auslegung eines AV-Receivers/-Verstärkers treffen. Der Onkyo gefällt auch mit seiner außerordentlich guten Präzision, nur der AVC-A1SR bringt die Bässe noch eine Spur exakter in den Hörraum. Exzellent ist es um die Stimmwiedergabe bestellt, das natürliche Volumen und die erstklassige Feinarbeit sorgen dafür, dass der TX-DS989 hier keinen Konkurrenten fürchten muss.


Klang Mehrkanal-Musik

Von einem AV-Verstärker/-Receiver der 4500 EUR-Preisklasse erwartet der Käufer zu Recht weitaus mehr als von einem Gerät, das eher in bürgerlichen finanziellen Regionen angesiedelt ist. Nicht nur der nötige Druck und eine exzellente Pegelfestigkeit sollen vorhanden sein, auch wird ein sensibler Umgang mit Musikmaterial vorausgesetzt. Bei Johann Sebastian Bachs Violinenkonzerten beweist uns der TX-DS989, dass ihm dieses Tätigkeitsfeld auch absolut zusagt, denn gerade durch die sehr gelungene Darstellung kleiner Einzelheiten wird es möglich, in die Musik völlig einzutauchen. Der Onkyo vermittelt dem Hörer den Eindruck, mitten im akustischen Geschehen zu sein und keine Einzelheit zu verpassen. So arbeitet der TX-DS989 jedes beteiligte Instrument sehr exakt heraus, wie man es bei einem solchen Kaufpreis auch erwarten kann. Das Besondere an der Darbietung des Onkyo ist jedoch, in welch hohem Maße er die Spielfreude der Musiker zu vermitteln weiß. Sicherlich, gerade dies können andere hochwertige AV-Receiver und -Verstärker auch sehr gut, aber so leicht, lebendig und voller Esprit wie der Onkyo verdient dieser Vortrag ein Sonderlob. Gerade für die Liebhaber klassischer Musik ist Onkyos Topliner - bis auf das oben bereits geschilderte kleine Problem mit dem Ventilator - eine uneingeschränkte Empfehlung Wert. 

Auch bei hohen Pegeln ist seine Souveränität noch tadellos, lediglich der Denon AVC-A1SR zieht in großen Hörräumen (über 40 Quadratmeter) und bei extrem hohen Lautstärken nochmals davon, er wirkt dann noch freier und druckvoller. Mit dem, was der Onkyo (und auch der Konkurrent von Pioneer, der VSA-AX10, inzwischen VSA-AX10i-S) bietet, werden aber eigentlich fast alle, auch sehr anspruchsvollen Hörer, in Bezug auf die Pegelfestigkeit sehr zufrieden sein. Bei Roy Orbisons "Pretty Woman" gefällt wiederum die sehr charismatische Stimmwiedergabe. Auch wenn wir festgestellt haben, dass gerade in Bezug auf die Darstellung von Stimmen selbst preisgünstigere AV-Receiver im Vergleich zu früheren Modellgenerationen hörbare Fortschritte gemacht haben, so bieten Geräte vom Schlage eines TX-DS989 doch nochmals mehr Detailreichtum, Fundament und somit summa summarum mehr Ausdruckskraft. Die Instrumente bei "Pretty Woman", aber auch beim "Hotel California" von den Eagles stellt der 989er sehr sorgfältig dar, keine Facette entgeht dem akkurat arbeitenden AV-Receiver.

Klang Pro Logic II

Viele anspruchsvolle Musikliebhaber wenden sich immer noch uninteressiert ab, wenn es darum geht, ihre geliebte, in 2-Kanal Stereo aufgenommene Musik mittels eine Stereo-to-Surround-Aufpolierers nun über alle Lautsprecher eines Surround-Boxensystems wiederzugeben. Zu unexakt, zu wenig klar strukturiert, zu matt im Hochtonbereich und zu wenig druckvoll im Bassbereich - kurzum: Nicht zu gebrauchen. Durch Dolby Pro Logic 2 sind diese Vorurteile zwar deutlich entkräftet worden, existieren jedoch nach wie vor. Wir raten den Zweiflern, sich einmal CDs in PL2 Music auf dem Onkyo TX-DS989 anzuhören, und wir wollen schon beinahe wetten, dass anschließend nicht wenige der "Probehörer" ihre Meinung ändern werden. Mit seiner sehr klaren Auslegung, die beispielsweise dafür sorgt, dass Stimmen in keinster Weise verwaschen oder unsauber wiedergegeben werden, erfüllt der Onkyo hohe Ansprüche. Dies ließ sich auf unseren verschiedenen Test-CDs mit audiophilen Musikstücken (Klassik, Rhythm&Blues, Jazz) sehr gut nachvollziehen. Der TX-DS989 schafft stets ein Gefühl natürlicher Räumlichkeit, er klingt immer angenehm und homogen: In diesen Einzelwertungen liegt der Onkyo in der Bolidenklasse vorn. Der Denon AVC-A1SR und der Pioneer VSA-AX10 kontern jedoch mit einer höheren Dynamik und einem kräftigeren Bass, wobei bei diesen beiden der Denon noch mehr Druck bietet, der Pioneer dafür noch reaktionsschneller ist. Leider macht der Onkyo einen Teil seines Vorsprungs in Bezug auf die Natürlichkeit und auch die Feinfühligkeit wieder zunichte, da auch im PL2-Betrieb bei höheren Pegeln das gut hörbare Anspringen des Ventilators stört. Eine komplett passive Kühlung wäre sehr wünschenswert, denn ansonsten brilliert der TX-DS989 gerade auch im PL2-Betrieb. Dies zeigt sich auch, wenn Filme in PL2 Movie gehört werden sollen: Mit einer sehr gut ausbalancierten Surround-Klangkulisse und einer erfreulich guten Detaileinarbeitung kann sich Onkyos Topmodell hier sehr gut in Szene setzen. Exzellent modelliert der AV-Receiver auch kleinere Effekte heraus und bietet so ein tiefes, komplettes Klangbild. 

Klang Stereo:

Was die Klangqualität im Stereobetrieb angeht, kann sich der TX-DS989 sehr gut behaupten. Auch die sehr starken Konkurrenten vom Schlage eines Denon AVC-A1SR und eines Pioneer VSA-AX10 sind nicht in der Lage, den sehr klar, akzentuiert und angenehm klingenden Onkyo zu distanzieren. Diejenigen Hörer, die zuvor einen guten Stereoverstärker besaßen, dürften sich somit vom Onkyo angesprochen fühlen, sind seine Detaileinarbeitung und seine räumliche Darstellung im Zweikanaleinsatz doch außerordentlich gut gelungen. Besonders beeindruckt die sensible Instrumentaleinarbeitung auch diffizil darstellbarer Instrumente. Hier bewegt sich der TX-DS989 fast auf einem Level mit dem exzellenten Denon AVC-A1SR, der Pioneer hinkt leicht hinterher, macht dieses Manko aber durch seinen etwas dynamischeren Einsatz gerade beim Aufspielen des kompletten Orchesters oder/und bei plötzlichen Dynamiksprüngen wieder wett. Diese geschilderten Differenzen sind nicht gigantisch - wir raten jedem Kaufinteressenten trotzdem zu umfangreichen Hör-Vergleichen, da verständlicherweise gerade in diesen Preisklassen das ins Auge gefasste Gerät auch genau so akustisch arbeiten soll, wie es sich der anspruchsvolle Musikliebhaber vorgestellt hat. 

Sehr schön stellt der Onkyo beispielsweise das Violoncello oder auch das Klavier da - gerade die Anschlagdynamik beim Klavier, das sanfte Ausklingen von Tönen, aber auch plötzliche Tempowechsel meistert der Onkyo ohne Fehl und Tadel. Hervorzuheben ist das hohe Maß an akustischer Brillanz, das dafür sorgt, dass die gesamte Darbietung mitreißend ist und mit Lebendigkeit in den Hörraum getragen wird. Im Stereoeinsatz klingt der TX-DS989 dann besonders gut, wenn großvolumige, hochwertige Standlautsprecher ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer angeschlossen sind. Mit sehr hochwertigen, eigentlich auf Heimkino/Mehrkanalsound optimieren Lautsprechersystemen lässt sich aber auch schon eine beachtliche Klanggüte realisieren. Nur in der Feinarbeit und in Bezug auf die räumliche Darstellung (Schaffung einer exakt ortbaren virtuellen Bühne) überzeugen edle Standlautsprecher noch mehr. 

Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Dolby PLII
Bewertung Klang Stereo

Fazit

Der Onkyo TX-DS989upg2 erreicht bei uns in der High-End-Klasse ein sehr respektables Ergebnis. Obwohl in seiner Grundkonzeption schon eine längere Zeit auf dem Markt, schaffte es Onkyo geschickt, durch umfassende "Faceliftings" von der Ausstattung und Technik her auf Top-Niveau zu halten. Nach wie vor ist das Spitzenmodell der japanischen Surround-Pioniere auch sehr reizvoll - und zwar aus vielen Gründen: Schon von der Optik her ist der TX-DS989upg2 sehr gelungen, er repräsentiert durch seine imposanten Gehäuseabmessungen eindeutig, dass er der AV-Receiver-Luxusklasse zugehörig ist. Gleichzeitig aber strahlt sein Design genau das Maß an wohnraumkompatibler, zeitloser Eleganz aus, das dafür sorgt, dass auch die Ehefrau oder Freundin sich optisch gern mit dem Gerät anfreundet. Feine Details wie das großflächige DOT Matrix-Display und die praktisch geräuschlos heruntergleitende Klappe auf der Gerätevorderseite sorgen für einen hervorragenden Eindruck auch auf den zweiten Blick.

Akustisch fällt es ebenfalls leicht, sich mit Onkyos Topliner anzufreunden. So ist sein Klang bestens ausgewogen, einerseits höchst dynamisch und antrittsstark, andererseits aber auch voller Detailreichtum. Während sich der Onkyo in Bezug auf das Volumen und die Pegelfestigkeit in großen Hörräumen (über 45 Quadratmeter) dem Denon AVC-A1SR geschlagen geben muss, ist er bei der Einarbeitung kleiner Feinheiten und bei der Natürlichkeit der Surround-Klangkulisse noch immer auf oberstem Niveau. Er kann sich in Bezug auf beide Parameter zwar nicht vom Denon und auch vom Pioneer VSA-AX10 absetzen, doch bietet er Leistungen auf prkatisch ebenbürtigem Level. Mit seiner hervorragenden Gesamthomogenität im Mehrkanal-Musikbetrieb und dem klar gegliederten, kräftigen, aber nie übertriebenen Bassbereich kann sich der Onkyo auch sehr gut an der Klassenspitze behaupten, nur bei hohen Pegeln zieht der AVC-A1SR allen Konkurrenten davon. Der Pioneer zeigt sich dann überlegen, wenn ein besonders heftiger Antritt gefragt ist, dann kann er seine weit überdurchschnittliche Dynamik voll ausspielen und setzt sich allein an die Klassenspitze. Sehr lobenswert auch beim VSA-AX10: Mittels des genialen M.C.A.C.C. ist nicht nur das Lautsprecher-Setup besonders einfach, sondern auch die Anpassung des LS-Equipments an den AV-Verstärker und an die akustischen Bedingungen des Hörraums besonders exakt und gelungen. Etwas Vergleichbares wie M.C.A.C.C. können momentan weder Denon noch Onkyo bieten. 

Im Stereobetrieb überzeugt der Onkyo absolut - hier begeistern der Detailreichtum und der exakte virtuelle Bühnen-Aufbau ebenso wie die Brillanz und die sehr ausgewogene, gefällige und natürliche Gesamtdarstellung. Somit ist es für den Onkyo in der Stereo-Wertung kein Problem, sehr gut mithalten zu können. Der Pioneer klingt insgesamt noch etwas dynamischer, der Denon dafür noch eine Idee feinfühliger - der Onkyo repräsentiert hier die "goldene Mitte". Wir raten Kaufinteressenten, auf jeden Fall alle drei Geräte ausführlich miteinander akustisch zu vergleichen, denn nur so kann man herausfinden, welcher Bolide am besten zum eigenen Geschmack passt.

Die Ausstattung des Onkyo ist sehr reichhaltig, es werden alle Standards decodiert, die man auch als anspruchsvoller Heimcineast und Mehrkanal-Musikliebhaber benötigt. Ebenso gibt es verschiedene, klanglich recht gelungene DSP-Programme und ausgefeilte Komfortfunktionen wie z.B. "IntelliVolume".  Das Einzige, was wir vermissen, ist eine digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstelle, die die Konkurrenz von Pioneer (i.link) und Denon (DenonLink) inzwischen bietet. Da der TX-DS989 von seiner Konzeption her aber auch bereits älter ist (zum Zeitpunkt der Entwicklung war dies noch nicht eingeplant), wird der Nachfolger bestimmt mit digitalen Hochgeschwindigkeitsschnittstellen aufwarten können.

Dass es dennoch "nur" zu einem "Überragend" und nicht zu unserem "Referenz"-Prädikat reicht, liegt an zwei Faktoren - wobei der erste weitaus schwerer wiegt: Die aktive Kühlung in Form eines Ventilators, dessen Geräuschkulisse bei hoher thermischer Belastung des TX-DS989upg2 doch störend werden kann.  Hier sollte Onkyo nachbessern und eine komplette passive Kühlung mit massiven Kühlkörpern dieser Lösung vorziehen, gerade in dieser Preisklasse. Der zweite Faktor: Die mitgelieferte Fernbedienung ist von der Anmutung  und Ausführung her einem so teuren Gerät nicht ganz angemessen, vor allem wenn man vergleicht, was Denon, Marantz oder Pioneer ihren Toplinern für anspruchsvolle Infrarot-"Regiepulte" mit auf den Weg geben. 
 

Der TX-DS989 mit dem zweiten Upgrade präsentiert sich immer noch absolut "up to date"
 
High-End-Klasse
Test 20.08.2003
Preis-/Leistungsverhältnis:

 

Pro:
  • Sehr klare, feine Detailauflösung im Hochtonbereich
  • Sehr gute Dynamik und Antrittsstärke im Heimkinobereich
  • Natürliches, plastisches Raumgefühl im Mehrkanal-Musikbetrieb
  • Exzellente Stereoqualitäten
  • Hervorragendes Geräte-Display
  • Exzellente Verarbeitung
  • Hochwertige Details (motorgetriebene Klappe)
  • Überragende, durchdachte Ausstattung
Contra:
  • Ventilatorengeräusch stört bei hoher Belastung

  • Fernbedienung könnte hochwertiger sein

  • Keine digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstelle

Anhang
  • Über THX Ultra 2

  • DSP-Programme 

  • Hörmodus-Parameter

  • Verschiedene nützliche Features

Über THX Ultra 2
  • THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die Extended Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing, DTS ES Discrete 6.1 ist ebenfalls voll integriert: Der zusätzliche diskrete Kanal auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen.

  • Neu bei Ultra 2: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode. Der Cinema Mode ist optimiert für Wiedergabe von 5.1-Material über ein 7.1-Lautsprechersystem und soll die Vorteile von Extended Surround auch bei eigentlich in 5.1 vorliegendem Material akustisch optimal ausnutzen. Alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher werden optimal aufeinander abgestimmt. Um dies für den Back Surround-Bereich zu ermöglichen, stellt der Heimcineast die Entfernung zwischen den beiden Back Surround Lautsprecher ein. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA (Advanced Speaker Array) richtig arbeiten kann und die Surround- und Back Surround-Klangkulisse als homogenes Ganzes erscheint. Wer Material hat, welches in Dolby Digital 5.1 EX vorliegt, verwendet nach wie vor THX Surround EX und nicht THX Ultra 2 Cinema. 

  • Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und  Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box. Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist das Ergebnis beachtlich gut. 

  • Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.

  • Um alle THX Ultra 2 Features nutzen zu können, ist ein komplettes 7.1 Lautsprechersystem erforderlich.

DSP-Programme 

Der Onkyo TX-DS989upg2 bringt verschiedene DSP-Programme mit. Im einzelnen sind vorhanden:

  • Action. Besonders geeignet für Filme, die mit kräftigen Effekten und einer dynamischen Surround-Soundkulisse aufwarten können. Die niedrigen Frequenzbereiche für die Front- und Surround-Lautsprecher werden angehoben, die Surround-Pegel werden erhöht. Die Resonanz soll nach Onkyo-Angaben auf die Kino-Atmosphäre zugeschnitten und soll einem intensiveren Klangerlebnis zuträglich sein. Unser Fazit: Gar nicht schlecht gelungen, bringt bei manchen Action-Filmen neueren Datums eine zwar nicht deutliche, aber dennoch hörbare Verbesserung der Effekt- und Surrounddynamik.
  • Musical. Nomen est Omen - dieses DSP-Programm wendet sich besonders an denjenigen Anwender, der Musicals, oder Film-DVDs mit hohem Musikanteil noch intensiver erleben möchte. Da die mittleren und hohen Frequenzen beim Mittenlautsprecher (Center) geringfügig angehoben werden, scheint der Gesang mit mehr Ausdruckskraft in den Hörraum getragen zu werden. Dieser Modus ist in der Praxis gar nicht schlecht, sollte aber nur dann eingesetzt werden, wenn man einen entsprechend hochwertigen Centerlautsprecher sein eigen nennt - was beim Kauf eines TX-DS989 eigentlich Voraussetzung sein sollte. Onkyo empfiehlt den Musical-Modus besonders für Soundtracks mit einem ausgeprägten Front-Klangbild.
  • Mono Movie. Auch hier verrät der Name das Programm - alte, in Mono vorliegende Tonspuren sollten mittels dieses DSP-Programmes etwas "aufgepeppt" werden. Die Wiedergabe des unverarbeiteten Originaltons erfolgt über den Mittenkanal, während über die anderen Kanäle der mit einem geeigneten Nachhall aufbereitete Mittenkanalton wiedergegeben wird. Genau hier liegt, wie auch bei den ähnlich agierenden Mono Movie-Programmen der Konkurrenz, das Problem: Durch die hinzugefügten Halleffekte wird das Klangbild etwas unharmonisch. Im Zweifel lieber den Film in Mono anhören.
  • T-D (Theater-Dimensional). Soll einen Anflug von Surround-Feeling auch bei lediglich 2 Frontlautsprechern ermöglichen. In der Praxis ist gerade bei edlen AV-Receivern wie dem TX-DS989upg2 ein solches Feature praktisch nicht von Belang. 
  • Enhanced 7. Soll eine natürliche Klangumgebung mit 7 Lautsprechern ermöglichen. Die Klangeffekte sollen sich sanft zum Surround-Hintergrund bewegen. Der Enhanced 7-Modus eignet sich laut Bedienungsanleitung besonders für Musik- und Sportsendungen im Fernsehen.
  • Orchestra. Dieses DSP-Programm ist für die Wiedergabe klassischer Musik und von Opern gedacht. Der Centerkanal wird abgeschaltet und die Surround-Kanäle hervorgehoben, um so das Stereobild der gesamten Darstellung zu verstärken. Dieser Modus simuliert, so Onkyo, den natürlichen Nachhall, der in einem großen Konzertsaal erzeugt wird.
  • TV Logic. Soll sich für die realistische akustische Wiedergabe eines Fernsehprogramms eignen, das von einem Fernsehstudio aus gesendet wird. Das DSP verbessert den allgemeinen Surround-Ton und die Wiedergabe von Gesprächen. 
  • Unplugged. Onkyo liefert mit dem "Unplugged"-DSP einen eigenen Modus für die verbesserte Wiedergabe von akustischen Instrumenten sowie Vocal- und Jazzmusik. Durch die Betonung des vorderen Stereobildes werden die akustischen Gegebenheiten vor der Bühne simuliert.
  • Studio-Mix. Das Studio Mix-DSP ist für die Wiedergabe von Rock- oder Popmusik integriert worden. Die Live-Klänge werden für ein kräftiges Gesamt-Klangbild verstärkt, die Simulation des Klangbilds eines Clubs oder eines Rockkonzertes ist das Ziel dieses DSP-Programms.
  • All Channel Stereo: Die Frontlautsprecher, die Surround- und Back Surround-Boxen erzeugen ein Stereo-Klangbild, das die gesamte Fläche mit einschließt. 
Hörmodus-Parameter (S.44 Bedienungsanleitung):
  • Subwoofer. Dieser Parameter muss auf "Off" gesetzt werden, wenn kein angeschlossener Subwoofer verwendet wird (auch wenn er angeschlossen ist, aber nicht eingesetzt wird), Wenn bei der Einstellung des Subwoofers im Lautsprecher-Konfigurations-Untermenü die Option "No" gewählt wurde, wird diese Einstellung nicht angezeigt. Bei voluminösen Standlautsprechern, die hoch belastbar sind und im Freuqenzgang sehr tief nach unten reichen, kann der TX-DS989 ohne Weiteres auch ohne aktiven Subwoofer betrieben werden, die Leistungskraft der Endstufen ist groß genug, auch größere Hörräume zu versorgen, wenn kein aktiver Sub (der den Endstufen Arbeit im leistungsintensiven Bassbereich abnimmt) angeschlossen ist. Wir raten aber, wenn überdurchschnittlich viel Filme gehört werden, zu einem Heimkino-optimierten LS-Set mit kräftigem aktiven Subwoofer. Wer überdurchschnittlich viel DVDs mit Mehrkanal-Musik hört, insbesondere Klassik oder Jazz, und/oder DVD-As und SACDs, der könnte auch ein sehr hochwertiges Lautsprecherensemble mit Standlautsprechern für vorn (vielleicht sogar 5 oder 7 Mal mal die identische Box) und ohne Subwoofer verwenden.
  • RE-EQ/Academy. Je nach Hörmodus kann man Re-EQ ein- oder ausschalten oder zwischen Re-EQ, Academy oder Off wählen. Re-EQ (Re-Equalization) hat die Aufgabe, dem Heimkinoklang die Schärfe oder "Helligkeit" zu nehmen (was auch beim THX Post Processing geschieht), um die Tatsache zu kompensieren, dass der für Kinos abgemischte Ton zu hell klingen kann, wenn er über ein Heimkinolautsprechersystem wiedergegeben wird. Die Academy-Einstellung soll sich besonders um ältere monaurale Filmtonabmischungen kümmern. Bei diesen Tonspuren wurde zur Gewährleistung eines angemessen balancierten Tons eine Verstärkung der hohen Frequenzen vorgenommen, um zu vermeiden, dass man das durch die Kornstruktur des Films bedingte Geräusch bei der Projektion zu laut hörte. Einige Filme wurden ohne Dämpfung der hohen Frequenzen auf Video übertragen und haben daher einen zu hohen, zischenden Ton. Der TX-DS989 bringt den Academy-Filter mit, der auf der zeitgenössischen Wiedergabepraxis für solche Filme mit Breitbandsystemen beruht. In der Praxis ist die Academy-Einstellung brauchbar, denn sie verbessert die Gesamt-Hörqualität gerade bei älteren Filmen deutlich. Stimmen und Hintergrundgeräusche verschwinden nicht in einem schwer verständlichen Gemisch aus verschiedenen Störgeräuschen, sondern sind klarer und akzentuierter wahrnehmbar.
  • Input Channel. Hier kann sich der Benutzer entscheiden, welcher Eingangskanal für den monauralen Ton verwendet werden soll: Audio L/R, soll unter normalen Umständen ausgewählt werden - für die Wiedergabe mit dem linken und dem rechten Lautsprecher. Left/Right: Für die Wiedergabe von zweisprachigen Videoquellen muss entweder der linke oder der rechte Kanal ausgewählt werden. In diesen Fällen wird mit dem linken und dem rechten Kanal jeweils eine andere Sprache wiedergegeben.
  • Output Channel. Hier kann der Ausgangskanal für den monauralen Ton eingegeben werden. Wenn bei der Einstellung des Mittenlautsprechers im Lautsprecher-Konfugurations-Untermenü die Option "None" gewählt wurde, wird diese Einstellung nicht angezeigt. L+R, der monaurale Ton wird auf den linken und den rechten Kanal aufgeteilt. Center, der monaurale Ton wird über den Centerkanal wiedergegeben werden. 
  • Digital Upsampling verarbeitet das digitale Eingangssignal und wandelt seine digitale Abtastfrequenz für eine genauere Tonwiedergabe in das Zweifache der aktuellen Frequenz um. 
  • Surround Speakers. Hier kann man festlegen, über welche Lautsprecher (Surround/Backk Surround) der für die Surround-Lautsprecher während der 5.1-Kanalwiedergabe bestimmte Ton ausgegeben werden soll. Anwählbar sind: a) Surround L/R plus Surround Back, hier sind alle 4 Rear-LS, also Surround und Back Surround, in Betrieb, b) Surround L/R, hier laufen nur die linke und die rechte Surroundbox mit, c) Surround Back, hier laufen nur die beiden Back Surround Lautsprecher, aus dem linken und rechten Surround-LS kommt kein Signal. 
  • Front Effect: Einige Live-Aufnahmen enthalten akustischen Nachhall. Wenn Tonquellen dieser Art wiedergegeben werden, wird vom digitalen Signalprozessor noch mehr Nachhall hinzugefügt, was dann insgesamt dazu führt, dass zuviel Nachhall wiedergegeben wird. Der Ton wird im Hochtonbereich zu stumpf, insgesamt zu blechern und zu unpräzise. Daher ist in solchen Fällen die Option "Front Effect" auf "Off" zu stellen. Dann wird der Ton originalgetreu und ohne zusätzlichen Nachhall wiedergegeben.
  • Reflect Level. Mit Hilfe dieses Parameters kann man den Grad der direkten Schallreflexion im Einklang mit der Wiedergabequelle, der Akustik des Raums und anderen Faktoren einstellen. Die Justage kann innerhalb eines Bereiches von -5 bis +5 dB in Schritten von einem dB vorgenommen werden. Hier sollte man sich, möchte man wirkungsvoll optimieren, etwas Zeit nehmen, denn für das Feintuning ist diese Funktion gut zu verwenden.
  • Reverb Level. Mittels dieser Funktion kann die Tiefe des akustischen Nachhalls im Einklang mit der Wiedergabequelle, der Akustik des Raums und anderen Faktoren eingestellt werden. Die Justage ist  in einem Bereich von -5 dB bis +5 dB durchführbar, und zwar in Schritten von 1 dB. In der Praxis ebenfalls fürs Feintuning gut. Man sollte aber die akustischen Gegebenheiten im eigenen Hörraum gut kennen.
  • Room Size hilft, die Größe des virtuellen für jeden Surround-Modus Raums festzulegen. Es besteht die Wahl zwischen "Large", "Mid-Large", "Middle", "Mid-Small" und Small". 
  • Listening Angle. Der Hörwinkel ist der vom Hörer aus gesehene Winkel, der vom linken und vom rechten Lautsprecher eingeschlossen wird. Die Einstellungen von 20 und 40 Grad sind nur Richtwerte. Zu wählen ist der Wert, der dem aktuellen Hörwinkel am nächsten liegt. 
  • Center. On/Off-Einstellung.
  • Front Expander. Breitet den Ton der Frontlautsprecher aus. 
  • Virtual Surround Level. Von -3 dB bis +3 dB ist die Stärke des virtuellen Surround-Effekts einstellbar. 
  • Dialog Enhance. Bei "On" werden die Sprachfrequenzbereiche des Centerlautsprechers erhöht. 
Verschiedene nützliche Features
  • A/V sync. Wenn ein digitaler Signalprozessor angeschlossen ist, kann es vorkommen, dass die Ton- und Bildwiedergabe von einem DVD- oder LD-Player nicht perfekt synchronisiert sind. Dies erkennt man daran, dass Bild und Ton nicht zusammen passen und der Ton bereits im Vergleich zum Bild zu früh gehört wird. In diesem Fall kann man diese Funktion aus dem "Delay"-Untermenü dazu verwenden, Ton und Bild zu synchronisieren. Die Einstellung ist in einem Bereich von 0 bis 30 ms in Schritten von 0,5 ms möglich. 
  • Relative Delay (ebenfalls im Untermenü "Delay"): Neben der Regulierung von Pegel und Delay kann der Benutzer beim TX-DS989 für die Feinabstimmung des Klangfelds auch die Lautsprecherposition ändern oder korrigieren. Dies geschieht mit Hilfe des "Enhanced Spatial Positioning Algorythm". Diese Funktion erlaubt die Einstellung einer Verzögerung von 10 ms für die Lautsprecher, was einer Vergrößerung des Lautsprecherabstandes von 3 m entspricht. Diese Anwendung verfügt über einen Einstellbereich von -4 bis +6 ms (-1,2 bis +1,8 m) für die Korrektur der Hörposition. Nachdem die groben Einstellungen - Lautsprecherpegel und Abstände- bereits getätigt wurden, erzeugt das System auf Grundlage seiner Einstellungen eine charakteristische oder eine breite Klangumgebung. Durch Korrektur der Lautsprecherposition kann man das Klangfeld so verändern, dass es breiter (tiefer) oder enger (seichter) wird. Eine nette Zusatzfunktion, die das Gesamtklangbild individuell anpassen kann. 
  • IntelliVolume. Beim Umschalten der Eingangsquellen kann der Eindruck entstehen, dass die Ausgangspegel der angeschlossenen Peripheriegeräte oder Ausgangsquellen, die an den TX-DS989 angeschlossen sind, verschieden hoch sind - trotz identischer Justage der Hörlautstärke am Lautstärkeregler. Normalerweise müsste man nun die Hörlautstärke für jede Quelle individuell anpassen. IntelliVolume setzt nun genau hier an und bietet dem Heimcineasten die Möglichkeit, für jede eingehende Quelle separat einen Lautstärkepegel vorab einzustellen. Wenn nun von einer Eingangsquelle zur nächsten umgeschaltet wird, korrigiert "IntelliVolume" entsprechend die Lautstärke und hält sie auf dem identischen, bereits zuvor gehörten Hörlautstärke-Pegel. Die IntelliVolume-Einstellung ist in einem Bereich von -12 dB bis +12 dB einstellbar. Sehr gut zu verwenden, so können z.B. auch die unterschiedlichen Aufnahmepegel von CDs und DVDs an die Hörlautstärke angepasst werden, wenn an den TX-DS989 neben dem DVD-Spieler zum DVD hören auch noch ein separater CD-Player für die CD-Wiedergabe angeschlossen ist.
  • Listening Mode Setup. Mit diesem Menü kann die Feineinstellung der Hörmodi vorgenommen werden, die mit dem Untermenü für die Hörmodus-Auswahl für die jeweiligen Eingangsquellen angewählt wurden. Mit diesem umfangreichen Setup können dann die oben bereits beschriebenen Hörmodus-Parameter individuell für jede Eingangsquelle eingestellt werden (nicht alle Parameter sind für jeden Modus abrufbar!).
Die technischen Daten:
  • AV-Receiver mit THX Ultra 2-Zertifikat

  • Decodiert DD/DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES Matrix/Discrete 6.1, THX Surround EX, DTS 96/24, Dolby Pro Logic 2, DTS NEO:6

  • 7 x 160 W/Kanal, 6 Ohm, 1 kHz (DIN)

  • DAC (Digital/Analog-Wandler): 192 kHz/24-Bit  

  • 96 kHz/24-Bit digitales Upsampling

  • Frequenzgang: 5 Hz-100 kHz 

  • 10 digitale Verbindungen + AC-3 RF Eingang (Digitale Eingänge: 3 optische, 5 koaxiale, 1 optischer digitaler Ausgang, 1 koxialer digitaler Ausgang)

  • 3 Component-Video-Eingänge/1 Component-Video-Ausgang

  • S-Video-kompatible Ein-/Ausgangs-Buchsen: 6/5 

  • 5.1/7.1-Eingang (DB25-Anschluss, Adapter mitgeliefert)

  • Vorverstärker-Ausgänge für 7.1-Kanäle

  • 3 Amp-In-Eingänge

  • Zone 2 (Multisource) Line Out: 1 

  • Kopfhörerbuchse

  • Phono-Eingang

  • 2 Subwoofer-Pre Outs

  • Audio- und A/V-Eingänge: 4/6 

  • Aufrüstbar auf IEEE1394

  • RS232-Schnittstelle

  • A/V Synchronisation Delay 

  • Verschiedene DSP-Programme

  • Veränderbare Trennfrequenz für Bass-Management (40/60/80/100/120 Hz) 

  • RDS-Tuner mit 40 Stationsspeichern

  • IntelliVolume

  • On Screen Display

  • DOT Matrix Display

  • Lieferbare Farben: Schwarz und Silbern

  • Preis: 4499 EUR

Test: Carsten Rampacher
Testassistent: Matthias Walther-Richters

20. August 2003

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