Test: Onkyo TX-SR702E 

18.12.2004 (cr)

Einführung

Der AV-Receiver-Markt ist momentan so interessant wie nie zuvor, denn praktisch alle namhaften Hersteller sind mit Enthusiasmus dabei und bringen hervorragend ausgestattete, leistungsfähige Komponenten zu vertretbaren Preisen auf den Markt. Und ist es einem Anbieter gelungen, ein besonders interessantes Angebot auf dem Markt einzuführen, so macht der "Rest des Feldes" Jagd auf den neuen Champion, um ihm die Position des Klassenbesten wieder abspenstig zu machen. Für Tester einerseits eine schöne Situation aufgrund der im Testbetrieb viel Freude bereitenden Gerätschaften, andererseits auch eine sehr schwierige - denn die Hersteller beweisen immer wieder aufs Neue, dass wieder noch eine Ecke mehr geht, nachdem man beim kürzlich zuvor getesteten Modell, zum Zeitpunkt des Testendes beste Offerte seiner Preisliga, schon dachte, dass nun ein neues Maximum an Performance für längere Zeit Gültigkeit hätte. Warum wir gerade beim Onkyo TX-SR-702E eine solche Einleitung zum Test gewählt habe, kommt nicht von ungefähr: Der 999 € kostende, in schwarzer oder silberner Version lieferbare AV-Receiver macht sich mit viel Engagement daran, den Rest der "AV-Receiver-Welt" massiv zu schockieren - was in unser Bild von Onkyo im momentanen Ist-Zustand passt: Mit Modellen wie dem DV-SP1000E und dem TX-NR5000E wird deutlich gezeigt, dass man nun nach Jahren des eher schläfrigen "Dahin-Dümpelns" seiner Rolle als einer der größten Innovatoren der Szene wieder voll gerecht wird. Auch das starke Auftreten des TX-NR801E in unserem AV-Receiver-Mastertest untermauert diese Behauptung weiter. 

Alternative: Der silberfarbene TX-SR702E

Was nun ist dran an unserem in klassischem Schwarz angelieferten Testgerät - genau das wollen wir Ihnen nun näher bringen. Zunächst ist der TX-SR702E mit einem THX Select-Zertifikat und sieben, je 130 Watt (DIN, 6 Ohm, 1 kHz) starken Endstufen ausgestattet. Die Endstufen sind sehr hochwertig konzipiert und nutzen Onkyos hochstromfähige WRAT (Wide Range Amplifier Technology) für eine optimale akustische Performance. Alle aktuellen Decoder inklusive THX Surround EX, Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES Matrix/Discrete 6.1,  DTS 96/24 und Dolby Pro Logic IIx gehören selbstverständlich zum Ausstattungsumfang. Als Neuerung hat Onkyo nun auch bei dieser AV-Receiver-Generation ein automatisiertes Lautsprecher-Setup mittels Mikrophon eingeführt. Neben den Basiseinstellungen für das Boxen-Setup (Größe, Distanz, Pegel) ist auch ein fünfbändiger Equalizer integriert (Bänder: 80 Hz, 250 Hz, 800 Hz, 2,5 kHz, 8 kHz), der während des Einmessvorgangs automatisch ein Equalizing bei den angeschlossenen Lautsprechern durchführt. Natürlich kann man den EQ auch manuell bedienen und selber individuell justieren. Ein weiteres Merkmal ist der Videonormwandler, der auch über einen Time Base Corrector zur Korrektur von Zeitlauffehlern im Videosignal verfügt. Die Hochrechnung von Video- und S-Video-Signalen auf Komponente ist ebenso möglich wie die Umrechnung von Video auf S-Video. Multiroom-fähig ist der TX-SR702E auch, bei Bedarf lassen sich die beiden eigentlich für den Back Surround-Betrieb vorgesehenen Endstufen auch für den Support einer zweiten Hörzone nutzen. 

Verarbeitung

Blau gemacht: Der leuchtende Ring um den Lautstärkedrehregler  wirkt edel

Spitzen-Team: Nicht nur das Hauptgerät, auch die Fernbedienung ist sehr gut verarbeitet

Der TX-SR702E präsentiert sich bis ins letzte Detail hochwertig verarbeitet. Die dicke Gerätefrontplatte aus gebürstetem Aluminium strahlt Langlebigkeit, Eleganz und Solidität aus, unterfüttert wird dieser Eindruck vom hochwertigen Display und vom mit einem blauen Leuchtring umgebenen, präzise geführten Lautstärkedrehregler. Die Geräterückseite ist ebenso sauber verarbeitet wie die Fernbedienung aus robustem Kunststoff. Insgesamt schafft es der Onkyo, echtes Luxus-Flair zu verbreiten - und bietet deutlich mehr, als selbst bei manchem teureren Modell an Hochwertigkeit mitgeliefert wird. 

Bewertung
Ausstattung

Wichtige Merkmale in der Übersicht

Dem Trend folgend: Mitgeliefertes Mirkophon fürs Auto Setup der angeschlossenen Lautsprecher

Luxus: Sogar eine RS232-Schnittstelle und ein 12 V-Trigger zur Steuerung externer Komponenten (z.B. Motorleinwand) finden sich auf der Geräterückseite

  • Auto Speaker Set-up mit Mikrophon: Schnelles Einmeßsystem für Basisparameter (LS-Größe/-Pegel/-Distanz) plus EQ (5 Bänder, auch manuell anwählbar)

  • Pure Audio Mode: Mit dem Pure Audio Mode, der für möglichst unverfälschte Reproduktion die komplette digitale Signalverarbeitung umgeht, bekommen Stereoliebhaber die richtige Betriebsart für ihre Ansprüche an wohlklingenden Zweikanalklang.

  • RS232-Schnittstelle zum Anschluss an Haussteuerungssysteme: Um dem Anwender eine größere Kontrolle über Home Theatre-Steuerungssysteme zu geben, wird der TX-SR702E mit einer RS232-Schnittstelle ausgeliefert. So ist eine optimale Kompatibilität zu Haussteuerungssystemen, wie von Panja (AMX®/Phast®) und Crestron® angeboten, gegeben. 

  • Komponenten-Video-Upconversion mit TBC (Time Base Corrector) und HDTV-fähiger (50 MHz) Komponentenanschlusssektion (3 Eingänge/1 Ausgang):
    Hochrechnung von FBAS- und S-Video-Signalen auf Komponente möglich - in tadelloser Qualität inklusive Time Base Corrector (TBC). TBC gleicht Zeitlauffehler im Videosignal aus und sorgt so für eine saubere Wiedergabe. 

  • VLSC (Vector Linear Shaping Circuitry) für alle Kanäle: VLSC greift genau da ein, wo herkömmliche D/A-Wandlungsmethoden noch keine perfekte Lösung anbieten: Sie reduzieren zwar digitales Rauschen während des Umwandlungsprozesses, aber sie können auftretende Störgeräusche nicht komplett entfernen. Vector Linear Shaping Circuitry hingegen nutzt eine spezielle D/A -Konversation, um dieses Problem in den Griff zu bekommen, denn bei dieser Technik erfolgt die Datenwandlung zwischen Sampling-Punkten. Diese beiden diskreten Punkte werden in Echtzeit mit analogen Vektoren verbunden, um eine geglättete Wellenform auszugeben. Das Ergebnis ist ein praktisch rauschfreies, geglättetes analoges Signal, basierend auf der digitalen Quelle. 

  • WRAT-Endstufenlayout: Dieses Verstärkerlayout bringt, so Onkyo, in der täglichen Hörpraxis entscheidende 3 Vorteile: Vorteil 1: Aufbau mit ungewöhnlich geringer negativer Rückkopplung – damit die Spitzenpegel der Signalquelle mit einem klareren Klang genossen werden können. Obwohl der Einsatz von NFB (= negatives Feed Back) die einfachste Möglichkeit darstellt, das Rauschen im Bereich der niedrigen Frequenzen zu verringern, muss man doch hinsichtlich des Klangs einen hohen Preis dafür zahlen: Ein beträchtliches Maß an NFB schränkt das Kurzimpuls-Ansprechverhalten eines Verstärkers – also die Fähigkeit, auf hohe Signalamplituden (Explosionen im Film, Dynamiksprünge und Orchestereinsätze in der Musik) schnell zu reagieren – stark ein und führt im Bereich der hohen Frequenzen sogar zu Verzerrungen. Daher setzt Onkyo auf eine spezielle Schaltungstechnologie, auf einen Aufbau, der auf ein geringes Maß an NFB ausgelegt ist und der an den entscheidenden Punkten im Signalweg Bauteile mit niedrigen Toleranzwerten und von hohem Standard vorsieht. So erhält der Anwender einen linearen Frequenzgang bis hin zu 100 kHz, was eine sehr gute Eignung für die Wiedergabe von DVD-Audio und SACD beinhaltet. Vorteil 2: Massekonzept mit in sich geschlossenen Schaltkreisen – Mit dieser Konfiguration ist es möglich, eine größere Maximallautstärke ohne Verzerrungen zu genießen. Wenn das Massepotential (Spannung) eines Verstärkers während der Wiedergabe von Film-Soundtracks oder Musikstücken schwankt, hört man ein unangenehmes Rauschen. Bei einem offenen Schaltungsaufbau sind alle Schaltungen über eine Schleife mit dem Netzteil verbunden. Aufgrund von Kurzzeitimpulsen und anderen Faktoren des Energieflusses kann sich unweigerlich in jeder Schaltung ein geringes Maß an Rauschen aufbauen. Bei der von Onkyo eingesetzten fortschrittlichen Konfiguration mit in sich geschlossenen Schaltkreisen hat jede Schaltung sowohl ihren Anfangs- als auch Endpunkt direkt am Netzteil. Hierdurch wird das Rauschen der einzelnen Schaltungen aufgehoben, und das Massepotential bleibt frei von Schwankungen – daraus resultiert eine besonders klare- facettenreiche und saubere Wiedergabe.  Vorteil 3: Fähigkeit, kurzzeitig hohe Spitzenströme zu liefern, damit auch in extrem effektgewaltigen Sequenzen die Dynamik und die Kraft in vollem Maße erhalten bleiben.  Audio-Signale sind extrem komplex und bestehen aus vielen verschiedenen Frequenzen und Amplitudenspitzen. Wenn ein Verstärker solch ein Signal an einen Lautsprecher abgibt, akkumuliert die Lautsprechermembran Energie. Wenn die Membran zurückschwingt, wird Energie zum Verstärker zurück gesendet. Der Verstärker muss in der Lage sein, einen Augenblicksstrom mit großer Stromstärke zu liefern, um diese vom Lautsprecher zurückgesendete Energie auszugleichen, und sofort das nächste Signal zu senden. Die Lautsprecherimpedanz kann für sehr kurze Zeiträume auch sehr niedrig werden, was ebenfalls dazu führt, dass der Verstärker hohe Stromstärken liefern muss – bis zum Vier- bis Sechsfachen der üblichen Lastströme. Die Fähigkeit der WRAT Receiver von Onkyo, kurzzeitig hohe Spitzenströme zu liefern, ist besonders groß - gerade bei einem Topmodell wie dem TX-NR5000E heißt das, dass ein Betrieb auch in Verbindung mit extrem "leistungshungrigen" Lautsprechern möglich ist. 

  • "Double Bass"-Funktion: Hinter dieser Funktion verbirgt sich nichts anderes als die Möglichkeit, das Basssignal (bei Frontlautsprecher "large" möglich) neben dem Subwoofer auch an die beiden Frontboxen auszugeben

  • IntelliVolume Jede an den TX-SR702E  angeschlossene Komponente oder Quelle verfügt über einen unterschiedlichen Ausgangspegel. IntelliVolume korrigiert diese Unterschiede nach Einstellen automatisch, damit der Anwender beim Wechsel der Quelle nicht jeweils die Lautstärke anpassen muss.

Die DSP-Funktionen

Der Onkyo TX-SR702E verfügt auch über verschiedene DSP-Programme:

  • Mono Movie. Auch hier verrät der Name das Programm - alte, in Mono vorliegende Tonspuren sollten mittels dieses DSP-Programmes etwas "aufgepeppt" werden. Die Wiedergabe des unverarbeiteten Originaltons erfolgt über den Mittenkanal, während über die anderen Kanäle der mit einem geeigneten Nachhall aufbereitete Mittenkanalton wiedergegeben wird. Genau hier liegt, wie auch bei den ähnlich agierenden Mono Movie-Programmen der Konkurrenz, das Problem: Durch die hinzugefügten Halleffekte wird das Klangbild etwas unharmonisch. Im Zweifel lieber den Film in Mono anhören.
  • T-D (Theater-Dimensional). Soll einen Anflug von Surround-Feeling auch bei lediglich 2 Frontlautsprechern ermöglichen. In der Praxis ist gerade bei Oberklasse- AV-Receivern wie dem TX-SR702E ein solches Feature praktisch nicht von Belang. 
  • Enhance. Soll eine natürliche Klangumgebung ermöglichen. Die Klangeffekte sollen sich sanft zum Surround-Hintergrund bewegen. Der Enhanced 7-Modus eignet sich laut Bedienungsanleitung besonders für Musik- und Sportsendungen im Fernsehen.
  • Orchestra. Dieses DSP-Programm ist für die Wiedergabe klassischer Musik und von Opern gedacht. Der Centerkanal wird abgeschaltet und die Surround-Kanäle hervorgehoben, um so das Stereobild der gesamten Darstellung zu verstärken. Dieser Modus simuliert, so Onkyo, den natürlichen Nachhall, der in einem großen Konzertsaal erzeugt wird.
  • TV Logic. Soll sich für die realistische akustische Wiedergabe eines Fernsehprogramms eignen, das von einem Fernsehstudio aus gesendet wird. Das DSP verbessert den allgemeinen Surround-Ton und die Wiedergabe von Gesprächen. 
  • Unplugged. Onkyo liefert mit dem "Unplugged"-DSP einen eigenen Modus für die verbesserte Wiedergabe von akustischen Instrumenten sowie Vocal- und Jazzmusik. Durch die Betonung des vorderen Stereobildes werden die akustischen Gegebenheiten vor der Bühne simuliert.
  • Studio-Mix. Das Studio Mix-DSP ist für die Wiedergabe von Rock- oder Popmusik integriert worden. Die Live-Klänge werden für ein kräftiges Gesamt-Klangbild verstärkt, die Simulation des Klangbilds eines Clubs oder eines Rockkonzertes ist das Ziel dieses DSP-Programms.
  • All Channel Stereo: Die Frontlautsprecher, die Surround- und Back Surround-Boxen erzeugen ein Stereo-Klangbild, das die gesamte Fläche mit einschließt. 
  • Full Mono: In diesem Modus geben alle Lautsprecher das identische Mono-Signal wieder

Hörmodus-Parameter:

  • RE-EQ/Academy. Je nach Hörmodus kann man Re-EQ ein- oder ausschalten oder zwischen Re-EQ, Academy oder Off wählen. Re-EQ (Re-Equalization) hat die Aufgabe, dem Heimkinoklang die Schärfe oder "Helligkeit" zu nehmen (was auch beim THX Post Processing geschieht), um die Tatsache zu kompensieren, dass der für Kinos abgemischte Ton zu hell klingen kann, wenn er über ein Heimkinolautsprechersystem wiedergegeben wird. Die Academy-Einstellung soll sich besonders um ältere monaurale Filmtonabmischungen kümmern. Bei diesen Tonspuren wurde zur Gewährleistung eines angemessen balancierten Tons eine Verstärkung der hohen Frequenzen vorgenommen, um zu vermeiden, dass man das durch die Kornstruktur des Films bedingte Geräusch bei der Projektion zu laut hörte. Einige Filme wurden ohne Dämpfung der hohen Frequenzen auf Video übertragen und haben daher einen zu hohen, zischenden Ton. Der TX-SR702E bringt den Academy-Filter mit, der auf der zeitgenössischen Wiedergabepraxis für solche Filme mit Breitbandsystemen beruht. In der Praxis ist die Academy-Einstellung brauchbar, denn sie verbessert die Gesamt-Hörqualität gerade bei älteren Filmen deutlich. Stimmen und Hintergrundgeräusche verschwinden nicht in einem schwer verständlichen Gemisch aus verschiedenen Störgeräuschen, sondern sind klarer und akzentuierter wahrnehmbar.
  • Front Effect: Einige Live-Aufnahmen enthalten akustischen Nachhall. Wenn Tonquellen dieser Art wiedergegeben werden, wird vom digitalen Signalprozessor noch mehr Nachhall hinzugefügt, was dann insgesamt dazu führt, dass zuviel Nachhall wiedergegeben wird. Der Ton wird im Hochtonbereich zu stumpf, insgesamt zu blechern und zu unpräzise. Daher ist in solchen Fällen die Option "Front Effect" auf "Off" zu stellen. Dann wird der Ton originalgetreu und ohne zusätzlichen Nachhall wiedergegeben.
  • Reverb Level. Mittels dieser Funktion kann die Tiefe des akustischen Nachhalls im Einklang mit der Wiedergabequelle, der Akustik des Raums und anderen Faktoren eingestellt werden. Die Justage ist in drei Schritten (low, middle, high) durchführbar.  In der Praxis ebenfalls fürs Feintuning gut. Man sollte aber die akustischen Gegebenheiten im eigenen Hörraum kennen.
  • Reverb Time: Hiermit kann man die Halldauer auf die Akustik des Hörraums oder auf die Beschaffenheit des Quellmaterials abstimmen (3 Stufen, high, middle, low). 

Speziell für "Theater Dimensional":

  • Listening Angle.  Der Hörwinkel ist der vom Hörer aus gesehene Winkel, der vom linken und vom rechten Lautsprecher eingeschlossen wird. Die Einstellungen von 20 und 40 Grad sind nur Richtwerte. Zu wählen ist der Wert, der dem aktuellen Hörwinkel am nächsten liegt. 
  • Front Expander. Breitet den Ton der Frontlautsprecher aus. 
  • Virtual Surround Level. Von -3 dB bis +3 dB ist die Stärke des virtuellen Surround-Effekts einstellbar. 
  • Dialog Enhance. Bei "On" werden die Sprachfrequenzbereiche des Centerlautsprechers erhöht.

Bilanzierend können wir festhalten, dass der TX-SR702E für seinen Kaufpreis ein umfangreiches und praxisgerechtes Ausstattungspaket bietet, das wir mit vollen sechs Sternen belohnen.

Bewertung
Bedienung

Nachfrage: Das angeschlossene Mikrophon erkennt der Onkyo sofort und ist dann bereit, das Auto Setup durchzuführen

"Leuchtendes Beispiel": Die Fernbedienung des TX-SR702E eignet sich auch für den abgedunkelten Heimkinoraum

Das Display des silberfarbenen TX-SR702E erstrahlt in hellem Bernstein

Das Display des schwarzen TX-SR702E leuchtet grün

Das Handling des Onkyo gestaltet sich sehr einfach. Die mitgelieferte Fernbedienung ist zwar recht groß und weist auch viele Tasten auf, durch die unterschiedliche Ausformung der Funktionselemente ist sie aber trotz allem nicht zu unübersichtlich, und durch die günstige Formgebung liegt sie gut und sicher in der Hand.  Als weiteren Pluspunkt haben wir die komplette Beleuchtung vermerkt. Das Auto Room-Setup arbeitet recht schnell und mit guter Genauigkeit, wobei wir sehr exakten, perfektionistisch ausgerichteten Heimcineasten zu einem manuellen Abgleich raten würden, der auch manuell nutzbare EQ stellt ein gutes Werkzeug bei der Anpassung des Sounds an den eigenen Geschmack, die Raumakustik und das Lautsprecherequipment dar. Interessant bei der Wahl des Auto Setup: Sobald man das Mikrophon angeschlossen hat, fragt der TX-SR702E sofort mittels des Gerätedisplay, ob man mit dem Auto Setup beginnen möchte. Wem die von der Automatik gewählten Einstellwerte nicht passen, der kann komfortabel und umfangreich nachjustieren. Eine Navigationseinheit befindet sich nicht nur auf der Fernbedienung, sondern auch am Gerät selber. Das tadellos strukturierte OSD und das große Punktmatrix-Display steigern den Bedienkomfort ebenso wie nützliche Zusatzfunktionen (z.B. IntelliVolume passt Lautstärkeunterschiede der verschiedenen Quellen automatisch an). 

Bewertung
Ton

Einführung

Akustisch sind wir inzwischen auch von erschwinglichen AV-Receivern eine Menge gewöhnt. Besonders der Pioneer VSX-1014 und auch der Yamaha RX-V1500 zeigen den Weg in die Zukunft: Bezahlbare, aber hochwertig gemachte AV-Maschinen, die mit ihren klanglichen Eigenschaften auch anspruchsvollere Hörer glücklich machen dürften. Der TX-SR702E zielt mit seinem Preis von knapp 1.000 € nun etwas höher, und die Frage war natürlich, ob er sich von den beiden oben genannten, preiswerteren Modellen absetzen kann. Gerade der Pioneer spielt mit seiner Pegelfestigkeit, seiner Dynamik und seiner Fähigkeit, Spannung aufzubauen, viele teurere Konkurrenten an die Wand, und der Yamaha schickt sich an, ebensolches nur mit leicht veränderter Schwerpunktsetzung zu veranstalten. Seine Besonderheiten liegen in der ausgezeichneten Darstellung des Music Scores und in einer fein-sensiblen Einarbeitung von räumlicher Weite. Das gesamte Klangpanorama beim RX-V1500 erscheint klar und sehr gut modelliert. Wo also liegen die Chancen des Onkyo? Unsere ersten Hörtestreihen waren sehr aufschlussreich - und um es gleich vorweg zu nehmen: Der TX-SR702E übertrifft nicht nur die preiswerteren Modelle von Pioneer und Yamaha hörbar, sondern er rückt deutlich teureren Offerten wie dem Denon AVR-3805 und dem Harman Kardon AVR-630 bedrohlich nahe. Der Vorteil des Onkyo und das Problem der Konkurrenz ist, dass er einfach alles kann, und vieles so gut, dass man höchst erstaunt ist, ein solches Klangerlebnis für rund 1.000 € einkaufen zu können. 

Pegelfestigkeit

Hier handelt es sich um einen 1.000 €-AV-Receiver - dies mussten wir uns immer wieder sagen, als wir den Onkyo in Bezug auf die Pegelfestigkeit testeten. Er spielt selbst im 40 Quadratmeter-Hörraum noch kräftig auf und ist in solchen Lokalitäten ohne Probleme einzusetzen. Auch nach mehrstündigen Dauerläufen verlor der TX-SR702E keine Kraft, er wirkte auch nach dreieinhalb Stunden noch frisch und unverbraucht. Der Einsatz ohne einen zusätzlichen aktiven Subwoofer ist ohne Schwierigkeiten möglich, auch dann sind hohe Spitzenpegel mit sehr guter, runder Basswiedergabe möglich. Kommt zusätzlich ein aktiver Basslautsprecher zum Einsatz, entfacht der TX-SR702E ein wahres Feuerwerk - er agiert so energiegeladen und nachdrücklich, dass kaum ein Home Theatre-Liebhaber ernsthaft glauben möchte, dass hier lediglich ein Modell der 1.000 €-Liga seinen Dienst verrichtet. Insgesamt gibt es verschiedene, von uns getestete AV-Receiver auch bezahlbarer Preisklassen, die eine sehr ansprechende Performance in Bezug auf ihre Pegelfestigkeit an den Tag legen - ein Einzelfall ist der Onkyo also nicht. Doch er schafft es trotzdem, sich von vielen Konkurrenten zu distanzierten, weil er noch freier und souveräner gerade bei hoher Belastung aufspielt und somit noch gekonnter verschleiert, dass er kein "echter" Bolide ist. 

Mehrkanal-Musikwiedergabe

Besonders überragend agiert der Onkyo bei klassischer Musik, hier musst einmal mehr Ludwig van Beethovens wunderschöne "Pastorale" in Dolby Digital 5.1 herhalten. Wie souverän der AV-Receiver die Dynamiksprünge meistert, mit welcher Verve der instrumentale Einsatz des gesamten Orchesters erfolgt, das verdient Respekt. Auch Pioneer und Yamaha versagen hier keinesfalls kläglich, wer nur sie hört, wird bei beiden Modellen nichts Wesentliches vermissen. Groß ist die Kluft, die sich bereits zwischen der Liga bis rund 600 € und diesen beiden "Aufsteigern" auftut. Es ist schon höchst beachtlich, was VSX-1014 und RX-V1500 aufbieten können. Doch dann kommt der TX-SR702E und öffnet gerade klassikliebenden Musikfans die Augen, oder besser die Ohren: Plötzlich kommt eine seidige Brillanz im Klang dazu, die man sonst nur in der Bolidenklasse hören konnte. Wie gefühlvoll und geschmeidig die starken Endstufen hier zupacken, macht einfach Spaß. Alles wirkt so leicht, so souverän, als koste es keine Anstrengung - durch diese Auslegung bringt der Onkyo ein großes Maß an Authentizität zum Publikum. Der im hohen Maße klare, mit seiner Strahlkraft begeisternde Hochtonbereich stellt beispielsweise die Streicher in herausragender Transparenz und Frische dar, ohne störende Anteile von Überbetonung und Aggressivität unterzumischen. Auch noch bei sehr hoher Lautstärke sind Dynamik und Präzision des TX-SR702E absolut untadelig. Doch nicht nur mit Klassik, sondern auch mit effektgeladener Dance-Musik kommt der AV-Receiver ausgezeichnet zurecht. Genauso wie Pioneer und Yamaha verkörpert er die lobenswerte Eigenschaft, feinsinnig, aber ebenfalls kräftig zupackend agieren zu können - nur transportiert der Onkyo diese Synthese auf eine nochmals höhere Stufe.  Er lässt bei unseren Trance/Techno/Eurodance Dolby Digital 5.1 Test-DVDs alle Arten von Effekten nicht nur nachdrücklich durch den Hörraum fliegen, sondern modelliert die einzelnen Effektanteile trotz aller gezeigten Dynamik auch noch in aller gebotenen Schnelle plastisch heraus - und das bei dieser Art von Musik, die zwar sicherlich für Spaß auf der Party sorgt, aber nicht sonderlich differenziert ist. Selbst hier also sorgt der Onkyo mit seiner exakten Arbeit für ein besonders intensives Erlebnisgefühl. 

Mit seiner Auslegung eignet sich der TX-SR702E auch hervorragend für die Wiedergabe qualitativ hochwertiger SACDs und DVD-Audio-Discs. Bei der sehr gut aufgenommenen Frankie goes to Hollywood-Multichannel-SACD "Rage Hard" - The Sonic Collection" überzeugt der AV-Receiver mit geschmeidigem, kraftvollem Antritt. Er bringt Vocals extrem ausdrucksstark zur Geltung, ohne aber auf den Nachdruck bei der instrumentalen Wiedergabe zu verzichten (Titel: Rage Hard). Bei "Welcome to the Pleasuredome" überträgt er die vielen feinen Details in der Anfangssequenz mit ausgezeichneter Akzentuierung, besonders angetan hat es uns die gelassen-souveräne Piano-Darstellung mit dem Beat dazu. Das ganze strahlt coole Lässigkeit und zeigt sehr gut die Wandlungsfähigkeit des Onkyo. Keinerlei Schwierigkeiten hat unser Testkandidat damit, dass ihm mit dem Onkyo DV-SP1000E praktisch der bestmögliche Zuspieler zur Verfügung steht. Vor allem überzeugt die Strahlkraft des Hochtonbereichs - wir kennen keinen anderen AV-Receiver dieser Preisklassen, der bereits so gekonnt auf die akustischen Unterschiede zwischen hochauflösenden Medien (SACD/DVD-A) und normalen CD-Signalen aufmerksam macht. Auch bei Eric Claptons "Reptile" DVD-Audio überzeugt der TX-SR702E. Die charakteristische Stimmfärbung Claptons arbeitet der Onkyo ausgezeichnet heraus, ohne für eine unpassende Überbetonung zu sorgen. Die Endstufen stellen nicht nur mehr aus genug Kraft zur Verfügung - sie sprechen auch spontan an und ermöglichen dadurch ein ungefiltertes Klangerlebnis. Sehr gut und satt klingen die Drums, mit gesundem Volumen ertönt der Bass, der die souveräne Gelassenheit des AV-Receivers gekonnt unterstreicht. Das Maß an Authentizität ist sehr hoch, der Onkyo gefällt durch seine direkte, vitale Art.

Filmtonwiedergabe

Geht es um die Wiedergabe von Filmton, brilliert der TX-SR702E ebenfalls mit seinen schon bei der Musikwiedergabe gezeigten Tugenden. Bei "Stirb an einem anderen Tag" beeindruckt die räumliche Weite, die er in den Szenen aus Island bereit stellt - hier übertrifft er sogar das Niveau des ausgezeichneten Yamaha RX-V1500 nochmals. Zugleich arbeitet er Einzelheiten, die bei solchen Actionfilmen leicht untergehen, ausgezeichnet ins akustische Gesamtbild ein und vermittelt auch in schwieriger akustisch darstellbaren Sequenzen (z.B. Bons Albträume von seinen Folterungen in nordkoreanischer Gefangenschaft) den Eindruck großer Treffsicherheit: Der Zuhörer fühlt sich schon fast beängstigend genau in die unschöne Situation hineinversetzt. Die Stimmwiedergabe gelingt dem AV-Receiver ebenfalls exzellent, besonderes Kennzeichen ist hier die absolute Natürlichkeit und die Brillanz, die für eine bei Frauen- und Männerstimmen gleichermaßen überzeugende Darbietung sorgt. Er schafft es, tiefen Männerstimmen Volumen zu geben, hohe Frauenstimmen gleichzeitig aber lebendig und nicht zu matt wiederzugeben.  Selbst im THX Modus, wo mancher Hörer einen zu dumpfen Hochtonbereich (wegen der Höhenabsenkung, eine solche ist beim Onyko in Form des Cinema Re-EQs auch ohne die THX-Funktion separat schaltbar) beklagt, gibt sich der Onkyo tonal offen und spielt frei auf. Nur die Vorteile des Post Processings mittels THX Select kommen zum Tragen: Dass auch bei hoher Lautstärke keine Überspitzung stattfindet, sondern der obere Teil des Frequenzspektrums noch mit richtiger Akzentuierung wiedergegeben wird. Weit überdurchschnittlich gut tritt der Onkyo auch bei "Behind Enemy Lines" auf: Hier schafft er ebenso wie der Pioneer VSX-1014, viel Spannung aufzubauen. Dabei wirkt das gesamte Klangbild nochmals eine Idee facettenreicher und dreidimensionaler, was beim Hörer zum Eindruck führt, selber durch die verlassene, gespenstisch wirkende Ruinenlandschaft zu wandeln. Das entfernte Lachen eines kleinen Kindes, durchs Echo zu einem Geisterlachen verstärkt, tönt flackernd wie ein Irrlicht quer durch den Hörraum, das Bellen eines größeren Hundes ertönt mit exakt der richtigen Akzentuierung. Als der Music Score mit bedrohlicher Härte und Vehemenz einsetzt und die kurz hintereinander folgenden Explosionen beginnen, reagieren die antrittsstarken Endstufeneinheiten des TX-SR702E wieder sofort und stellen überragende Kraftreserven zur Verfügung. Die wegspritzenden Teile hören sich so an, als würde man sich wirklich selbst mitten im gefährlichen Gebiet befinden. Diesen Eindruck vermittelt der Onkyo auch bei "The Fast and the Furious", wo er den erbitterten Kampf um den Peterbilt-Truck nicht nur lautstark, sondern auch mit Gefühl für kleine Zwischengeräusche (z.B. Truckfahrer lädt Schrotflinte nach, die alten Patronenhülsen fallen zu Boden). Natürlich stellt der TX-SR702E auch die großen Effekte eindrucksvoll dar: Das laute Quietschen der Reifen, die hochdrehenden Motoren der Verfolger, das dunkle Donnern des Truck-Motors, die bellenden Schüsse aus der Schrotflinte. Bei allen Filmsequenzen wird deutlich, dass die eigentliche Konkurrenz des TX-SR702E nicht unter, sondern über seiner Preisklasse angesiedelt ist: Denon AVR-3805 und Harman Kardon AVR-630 bekommen hier massiven Druck - im Endeffekt kann weder der AVR-3805 noch der AVR-630 dein Onkyo schlagen, diesen unvermittelt-frischen und dabei trotzdem voluminösen, zupackenden und dichten Sound bietet in dieser Intensität kein anderes Gerät momentan in der Liga bis 1.500 €. Andere Modelle der 1.000 € Liga wie den Marantz SR-7400 und den Denon AVR-2805 hält der Onkyo mit überraschender Souveränität in Schach: Er bietet noch mehr Präzision, er trifft alles noch exakter auf den Punkt, spielt freier und souveräner auf und schiebt bei hohen Lautstärken nochmals üppig Leistung nach. Sein Bassbereich ist druckvoll, bei Bedarf packt der Onkyo bärenstark und sekundenschnell zu. 

Dolby Pro Logic IIx/DTS Neo:6/Onkyo DSPs

Yamaha? Nein, Onkyo! Wenn man die Qualität des "Orchestra"-DSPs (Center wird hier ausgeschaltet) ausgiebig testet, möchte man kaum für möglich halten, dass es ein Hersteller geschafft hat, so nah auf Tuchfühlung zu den führenden Yamaha DSPs zu gehen. Bei unserer HDCD "The Essential James Bond" konnte dieses DSP auf der ganzen Linie überzeugen, denn die Kombination aus feiner räumlicher Auflösung, einem kräftigen, aber nie übertriebenen Bass und der ausgezeichneten Dynamik, wenn das gesamte Orchester antritt, ist ausgezeichnet und übertrifft im direkten Hörvergleich auch DTS Neo:6 und Dolby Pro Logic IIx. Besonders das noch relativ neue PLIIx fällt im Hörvergleich ab, Neo:6 kann hier mit mehr Feingefühl sowie einer intensiveren, lebendigeren Darstellung hörbar vorbeiziehen. PLIIx wirkt zu fade und zu wenig facettenreich, trotz der aufwändigen Technik. Auch beim Vergleich zwischen PLIIx und Neo:6 mit völlig anderem Ausgangsmaterial (Culture Beat, Best of) muss sich Dolbys Surround-Aufpolierer geschlagen geben: Eine bessere, klarere Trennung zwischen Vocals und Instrumenten sowie der souveränere Bass sind hier die Vorzüge von Neo:6, das ausgezeichnet zur Charakteristik des Onkyo TX-SR702E passt. Beim Vergleich zwischen PLIx Movie und DTS Neo:6 Cinema fällt das Resultat nicht eindeutig aus. Während Neo:6 noch besser die einzelnen Effekte voneinander trennt, schafft PLIIx Movie den intensiveren Raumeindruck mit druckvollerer Effektkulisse (Test-Objekt: James Bond 007, Lizenz zum Töten). Besonders gut kommt dies in der THX plus Dolby PLIIx-Einstellung zum Tragen, hier wirken auch die Übergänge zwischen dem Mittelton- und dem Bassbereich sehr homogen und stimmig. Bilanz: Sehr gut integriert sind beide Surround-Aufpolierer, zusätzlich ist gerade für Musik Onkyos "Orchestra"-DSP wirklich gut gelungen und stellt eine ernsthafte Konkurrenz dar. Im direkten Vergleich kann sich das neuere PLIIx nicht gegen DTS Neo:6 durchsetzen. 

Stereo

Auch im Stereobetrieb agiert der TX-SR702E couragiert und gekonnt. Bei Peter Tschaikowskys "1812 Ouvertüre" fällt das souveräne Management der teils krassen Dynamiksprünge ebenso auf wie die sehr feinfühlige Modellierung der Streicher. Sehr gut gelingt dem Onkyo die Trennung der einzelnen Instrumente, er stellt jedes Instrument als faszinierend-facettenreiches Medium mit eigenem Charakter dar, schafft es jedoch gleichzeitig, aus den ganzen "Individualisten" ein harmonisches "Team" zu kreieren. Er gibt mit viel Atmosphäre wieder und vermeidet gekonnt einen zu kühlen, auf reine analytische, schon fast harte Präzision reduzierten Stil bei der Wiedergabe. Diese Auslegung kommt bei Ludwig van Beethovens diesmal in Stereo vorliegender "Pastorale" noch besser zur Geltung als beim teils drastisch-dramatische Spannungen produzierenden Tschaikowsky-Musikstück. Gerade der lieblich-feinsinnige Auftakt "Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande" wird vom Onkyo-Receiver mit außerordentlich hoch angesiedeltem Können dargestellt. Hier ist kein Unterschied zu weitaus teureren AV-Receivern festzustellen, im Gegenteil: Gerade die gefühlvoll-präzise Auflösung im Hochtonbereich dürfte Stereoliebhabern besonders zusagen. Wer sehr gern Klassik hört, wird zudem sehr erfreut über die liebliche, sehr auf Harmonie bedachte Gesamtcharakteristik sein. Bilanzierend lässt sich sagen, dass sich der Siegeszug des Onkyo ungebremst auch in der Bewertung der Stereoqualitäten fortsetzt. Der anspruchsvolle Musikliebhaber sollte nur die Voraussetzungen für akkuraten Klang erfüllen und dem TX-SR702E entsprechend hochwertige Lautsprecher zur Seite stellen, damit die Güte des Klangs auch in vollen Zügen genossen werden kann. 

Bewertung Pegelfestigkeit
Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer
Bewertung Klang Stereo
Fazit

So gut hat ein 1.000 €-AV-Receiver noch nie geklungen: Der TX-SR702E leistet aber nicht nur für seine Preisklasse Außerordentliches, sondern hinterlässt selbst im Vergleich mit deutlich teureren Konkurrenten einen hervorragenden Eindruck. Sein Talent, Musikalisches höchst fein aufzulösen und mit hoher Sorgfalt im Raum zu verteilen, stellt nur die eine Seite der Medaille dar, denn gleichzeitig ist der Onkyo auch in der Lage, bei der Wiedergabe von actiongeladenem Filmmaterial sehr kräftig zuzupacken und ein ausgezeichnetes Volumen bereit zu stellen. Gut, diese Kombination beherrschen sogar schon günstigere Modelle wie ein Yamaha RX-V1500 oder ein Pioneer VSX-1014, aber nicht auf dem hohen Niveau wie der Onkyo, der einfach so aufspielt, als wäre auch das letzte verbleibende unsichtbare dünne Stück Teppich von den Lautsprechern gefallen - alles klingt so frei, so direkt und so unverfälscht, dass es eine wahre Freude ist. Hinzu kommt die für Onkyo-AV-Komponenten typische erstklassige Verarbeitungsqualität, die weder bei der Betrachtung des Gerätes von Außen noch bei der Visite des TX-SR702E von Innen auch nur Ansätze von Kritik aufkommen lässt. Der Onkyo könnte, was sein Finish anbetrifft, auch problemlos 1.500 € kosten, glauben würde man dies auch bei genauer Inspektion ohne Schwierigkeiten. Ausstattung und Anschlussbestückung geben ebenfalls keinen Anlass zur Kritik, ob man das Auto Setup wirklich braucht, darüber mag es getrennte Auffassungen geben. Sehr gut gelungen ist auf jeden Fall der eingebaute Equalizer, der eine prima Anpassung an Lautsprecher, Hörgeschmack und Raumakustik auf einfachem Wege ermöglicht. Insgesamt erreicht der Onkyo Leistungen, die unter Berücksichtigung des Kaufpreises klar auf Referenzniveau liegen - ein 1.000 €-Receiver, der selbst 300 bis 400 € teureren Konkurrenten noch das Leben sehr schwer macht und herausragenden günstigeren Alternativen deutlich zeigt, wo der Hammer hängt.

Mit deutlichem Abstand weist der preiswerte Onkyo die Klassenkonkurrenz bis 1.500 EUR in die Schranken

Preisklasse bis 1.500 €
Test 18.12.2004
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Brillanter, fein auflösender Klang bei Musikmaterial

  • Kraftvoller, effektiver, dynamischer Antritt bei der Fimtonwiedergabe

  • Ausgezeichneter, ausgewogener und lebendiger Stereoklang

  • Sehr gute Pro Logic IIx- und Neo:6-Wiedergabe

  • Exzellente Verarbeitungsqualität

  • Umfangreiche und sinnvolle Ausstattung

  • Tadellose Fernbedienung

  • In Anbetracht der Leistungen extrem günstiger Kaufpreis

Contra:
  • Kein Contra, für seinen Kaufpreis bietet der TX-SR702E ein Optimum

Alle Daten

• Minimale Ausgangsleistung 130 Watt pro Kanal an 
6 Ohm, 1 kHz, DIN
• VLSC (Vector Linear Shaping Circuitry)
für alle Kanäle
• Wide Range Amplifier Technology
(WRAT)
• Erweiterter Frequenzgang
(10 Hz bis 100 kHz)
• Reduziertes NFB (Negative Feedback)
• Volle Bandbreite für alle Kanäle
• Hochstromfähiger 6-Ohm-Antrieb für alle Kanäle, für niedrige Impedanzen geeignet
• Absolute Ground Plate (absoluter Potentialausgleich durch gleiche Massepunkte aller Signaleinheiten)
• H.C.P.S.— Überdimensionierter, extreme leistungsfähiger Transformator
• Diskrete Endstufen-Schaltkreise für alle Kanäle
• Automatischer Schutzschaltkreis
• Hochwertiger Kühlkörper aus fließgepresstem Aluminium
• Low Frequency Effect (LFE) Pegelkontrolle
• Extra dicke Stromschienen
Audio/Video Features
• THX Select-Zertifikat und THX Surround
EX-Decoder
• DTS, DTS 96/24, DTS-ES Discrete
6.1/Matrix 6.1, DTS NEO:6-Decoder
• Dolby Digital, Dolby Digital EX,
Pro Logic IIx-Decoder
• Linear PCM 192 kHz/24-bit D/A-Konverter für alle Kanäle
• Automatisches Lautsprecher-Setup mit Mikrophon
• Signalumwandlung in Komponenten-Video mit TBC
(Time Base Corrector)
• Optimum Gain Volume Circuitry
• Digitales Upsampling
• HDTV-fähige (50 MHz) Komponenten-Video-Anschlüsse
(3 Eingänge/1 Ausgang)
• 32-Bit DSP-Prozessor
• 39 DSP-Modi
• Non-Scaling-Konfiguration
• Endstufen für 2. Hörzone konfigurierbar
• 3-Wege- Y/C-Separator und Videokonverter
• Double Bass-Funktion 
• A-form listening Mode Memory
• Einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz
(40/60/80/100/120/150 Hz)
• 3 Komponenten-Video-Eingänge und 1 Ausgang
• 3 Audio- und 5 A/V-Eingänge
• Digitaleingänge frei zuweisbar 5 optische
(1 auf Gerätefront)/2 koaxiale
• Digitalausgänge frei zuweisbar 1 optisch/
1 koaxial
• 5 S-Video-Eingänge und 3 Ausgänge
• Farblich markierter 5.1-Mehrkanaleingang für DVD-Audio & Super Audio CD
• Farblich markierte Vorverstärkerausgänge für
L/R/C/SL/SR/SBL/SBR/Subwoofer
• Hoch belastbare, farblich markierte und bananensteckerkompatible Lautsprecher-Anschlussterminals 
• Composite-auf-S-Video-Wandlung
• S-Video- und optischer Digitaleingang auf Gerätefront
• Pure Audio Mode
• Direct Mode
• Automatische Signalerkennung
• Vorverstärkerausgang für den Subwoofer
• RS232-Schnittstelle
• Cassettendeck Ein- und Ausgang und VCR-Anschlüsse
• Late Night-Betriebsart (hoch, niedrig, aus)
• Phonoeingang
• Aufnahmewahlschalter (Audio) für Überspielen auf Kassettendeck
• Bass- und Höhenregler (L/R)
FM/AM Tuner Ausstattungsmerkmale
• Ausgezeichnete Trennschärfe und Sensibilität
• Radio-Daten-System (RDS)
• 40 FM/AM Stationsspeicher
• “Character”-Eingang (Tuner-Stationsspeichertasten, Eingangswahl)
• FM Auto Scan-Sendersuchlauf
• FM-Stereoanzeige
• 75-ohm Antennenausgang
• FM-Innenantenne im Lieferumfang
• AM-Antenne im Lieferumfang
Weitere Leistungsmerkmale
• 12V Trigger für 2. Hörzone 
• IntelliVolume regelbarerLautstärkeangleich für jede Signalquelle
• IR-Eingang
• RIAA Phono-Equalizer
• Präzise digitale Lautstärkeregelung
• Anzeige der absoluten Lautstärke
• On-Screen-Display
• Streng separierte Audio- und Video-Schaltkreise
• Punktmatrix-Display mit 35 Segmenten
• 3-stufiger Displaydimmer (hell,
normal, dunkel)
• Indivuduelle Eingänge für jede Signalquelle
• Kopfhörerausgang (Standardgröße)
• Audio-Stummschaltung (über Fernbedienung)
• Einschlaftimer (über Fernbedienung)
• Battery-free Memory Backup
• Hochbelastbares Netzkabel
• Gebürstete Aluminiumfront
• Hintergrundbeleuchtete, vorprogrammierte und lernfähige Fernbedienung mit Macrofunktion und LEDs zur Betriebszustandsanzeige

Test: Carsten Rampacher
18. Dezember 2004

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