Megatest: Onkyo TX-NR5000E
Fazit:

Onkyo definiert mit dem TX-NR5000E neu, wie ein Spitzenklasse-AV-Receiver auszusehen hat. Dass der AV-Bolide insgesamt so glanzvoll abschneidet, verdankt er vor allem seinem stimmigen Gesamtkonzept, das keinen Raum für Schwächen lässt. Der 5000er präsentiert sich nicht als so gnadenloser Verfechter des puren Gigantismus wie der Denon AVC-A1XV, er setzt auf andere Weise neue Maßstäbe - einfach als für alle Situationen passender, souveräner und mit einem sinnvollen Maß an Hightech ausgestatteter Begleiter, der, ganz gleich, welches Talent gefragt ist, mit der Treffsicherheit eines Torschützenkönigs die richtigen Töne anschlägt. Es ist einfach unmöglich, diesen Allround-Meister auf dem falschen Fuß zu erwischen: Das Bedienkonzept ist für einen so komplexen Boliden einfach, gerade die wichtigsten Grundeinstellungen können auch weniger versierter Benutzer ohne stundenlanges Studieren das Handbuchs vornehmen. Gleichzeitig aber sind so viele vom Anwender steuer- und programmierbare Funktionen mit an Bord, dass auch sehr erfahrene Homecineasten sich nicht über zu wenig Justagemöglichkeiten beklagen können. Weiter geht es mit der Optik: Groß genug, um sofort als monumentaler Bolide erkannt zu werden, aber nicht so ausladend, dass er kaum noch in ein Rack zu bringen ist. Die Optik spricht die gefällige Sprache der zurückhaltenden Eleganz und besticht durch den gleichermaßen edlen wie zeitlosen Auftritt. Klanglich erreicht der Onkyo eine Ausgewogenheit, die momentan kein anderes Gerät auf dem Weltmarkt bieten kann, selbst im Stereo-Betrieb klingt er über alle Maßen begeisternd und distanziert sich hier deutlich vom Rest der Boliden-Konkurrenz. Insgesamt ist das beinahe schon Geniale am Onkyo, dass er einfach alles kann - er vereint Gegensätze, die bislang kaum zu vereinen waren, setzt Glanzlichter, wo sehr ausgewogene Konkurrenten zwar sehr gut, aber nicht exzellent waren und behält selbst in der schwierigen Stereo-Disziplin seine weiße Weste. 

Die One-Man-Show geht weiter, denn mit seinem überlegten modularen Aufbau ist der Onkyo immer bereit für Neues. An dieser Stelle wollen wir unsere Hoffnung äußern, dass Onkyo auch tatsächlich sein Versprechen einlöst und immer wieder aktualisierte Module auf den Markt bringt. Beim Onkyo TX-DS989 hat dies allerdings auch recht gut geklappt, so dürfen wir alle insgesamt guten Mutes sein. Bereits im Ist-Zustand bietet der Onkyo ein Feature, bei dem die Konkurrenz noch passen muss: Wir reden hier von der Net Tune-Funktion, die es möglich macht, den 5000er in ein Heimnetzwerk einzubinden und die auf dem PC gespeicherten Musikstücke mittels des Onkyo wiederzugeben.  Was fehlt zum Hundertprozent-Glück? Eigentlich nicht viel. Denn der Onkyo hat zwar kein Einmesssystem, ein akustischer Nachteil entsteht dadurch aber nicht, und durch die Komplexität von Highend-Einmesssystemen ist es sogar weitaus weniger zeitaufwändig, den TX-NR5000E betriebsfertig einzustellen als stundenlang mit Mikrophon und Stativ durch den Hörraum zu pilgern, um die optimalen Ergebnisse per automatisiertem Einmessvorgang zu bekommen.  Ob man einen internen Scaler wirklich braucht oder nicht - die Antwort kennt nur der extrem Feature-orientierte Käufer, der auch die Signale von seinem HDD-Recorder in 720p oder 1.080i sehen möchte. Genau eine solche Klientel bedient der Onkyo nicht, hier stehen der Yamaha DSP-Z9 und der Denon AVC-A1XV bereit, die über sehr gute Scaler verfügen. Nicht zum Anspruch des TX-NR5000E passt das Standard-OSD ohne jegliche grafische Finesse. Leider hat es Denon beim AVC-A1XV auch nicht besser gemacht, hier setzt Yamaha klar die Benchmark mit dem Premium-Menü des DSP-Z9. Dass dem Onkyo keine auf den ersten Blick passend wirkende Touchscreen-Fernbedienung beiliegt, ist kein Nachteil, denn die hochsolide, schnelle und übersichtliche mitgelieferte Fernbedienung ist ein präzises Tool, das man schon nach kurzem Kennen lernen nicht mehr missen möchte. Die Verarbeitung ist auf absolutem Referenzniveau, die Kleinigkeit einmal ausgenommen, dass die Klappe nicht vollmassiv ausgeführt ist. Zu bedienen ist der Onkyo für eine solche AV-Maschine überraschend einfach, was zeigt, dass auch echte Highend-Boliden keine Bücher mit sieben Siegeln sein  müssen. 

Insgesamt schlägt der TX-NR5000E trotz der kleinen Mängel - Nobody ist eben perfekt, wie man weiß - gnadenlos zu und erbringt die mit Abstand besten Leistungen, die wir je bei einem AV-Receiver-Test notieren konnten. Er ist zwar sündhaft teuer, aber sein Geld auf jeden Fall Wert - und wenn Onkyo in Bezug auf die Upgrades wirklich Ernst macht, hat der edle Receiver auch ein langes Leben im Hörraum vor sich. Die Konkurrenz sollte sich allerdings leichte Sorgen machen: Schon der DV-SP1000E herrscht als DVD-Player "Masterpiece" mit überraschender Leichtigkeit über die Konkurrenz - er muss sich auch vor jedem aktuellen Kontrahenten nicht fürchten. Nun kommt der TX-NR5000E - und weist den Rest der AV-Receiver-Welt in die Schranken. Dem unerreicht kraftvoll zuschlagenden Denon AVC-A1XV, auch eine Macht für sich betrachtet, ist der feinere, sensiblere und differenziertere Onkyo nach unseren bisherigen Eindrücken auf jeden Fall ebenbürtig. Bei unserem Boliden Showdown im April/Mai 2005 werden Onkyo und Denon knallhart gegeneinander getestet - vorbereitet für den Sieg ist der Onkyo, ob es klappt, lesen Sie dann bei uns. 

Mit absolut überlegenen Leistungen in jeder Disziplin nimmt der TX-NR5000E souverän den Thron des besten AV-Receivers aller Zeiten ein

Masterpiece
Test 10.März.2005
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Bestmögliche akustische Durchzeichnung

  • Mächtiger, voluminöser Bass von höchster Präzision

  • Optimale Vermittlung großzügiger Weitläufigkeit

  • Absolut souveränes Handling aller Signalquellen 

  • Erstklassiger, frischer, lebendiger, nie aggressiver Hochtonbereich

  • Beste Stereoperformance aller bislang getesteten AV-Receiver

  • Innovativer modularer Aufbau

  • Hochwertige, praxisgerechte Fernbedienung

  • Brillante Verarbeitung mit Lautstärkeregler auf Referenzniveau

  • Insgesamt erstaunlich einfache Bedienung, vor allem der Grundfunktionen

  • Sinnvolle Ausstattung inklusive Notch Filter und HDMI-Interface

  • Vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten der Endstufen

Contra:
  • Kein interner Scaler

  • Schlichte OSDs

  • Frontklappe nicht vollmassiv ausgeführt

Technisches Lexikon und weitere Features des TX-NR5000E

HDMI:

Beim High Definition Multimedia Interface, kurz HDMI, werden auf digitaler Ebene nicht nur Bild- oder Tondaten, sondern Bild- und Tondaten in höchster Qualität transportiert. Links im Bild ist das HDMI-Modul vom TX-NR5000E zu sehen. HDMI überträgt sowohl digitale Videodaten (Bilddaten), als auch digitale Audiodaten. Und das alles in einem integrierten Kabel mit 19-poligem Miniatur-Stecker. Da keine Kompression vorgenommen wird, entstehen keine Qualitätsverluste. Durch die hohe Bandbreite verarbeitet HDMI alle digitalen Formate. Audiodaten bis zu Frequenzen von 192 kHz mit Wortbreiten von bis zu 24 bit auf bis zu 8 Kanälen können übertragen werden. Die Bandbreite für Videodaten liegt bei bis zu 165 MHz. Damit lassen sich alle heute in der Home-Cinema-Welt eingeführten Bild- und Tonformate einschließlich HDTV (bis zur derzeit höchsten Auflösung von 1080p) ohne Qualitätsverlust darstellen. Dies garantiert flexible Einsatzmöglichkeiten und Zukunftssicherheit, denn in den Spezifikationen von HDMI sind Reserven eingearbeitet, die bereits höhere Übertragungsraten zukünftiger Bild- und Tonformate berücksichtigen. So nutzt HDMI selbst für die derzeit am höchsten auflösende HDTV-Variante nur etwa die Hälfte seiner potentiellen Bandbreite von 5 GB/sec. Wer nun z.B. einen DLP-Videoprojekor mit DVI-Interface sein eigen nennt, der ins Auge gefasste Zuspieler aber bringt einen HDMI-Ausgang mit, muss sich nicht grämen: HDMI und DVI sind zueinander kompatibel, denn HDMI basiert auf DVI und ist zu 100% abwärtskompatibel zu DVI. Das bedeutet, dass sich DVI-Signale (via DVI-HDMI-Adapter-Kabel) über die HDMI-Schnittstelle übertragen lassen. In der anderen Richtung wird allerdings nur eine Untermenge der HDMI-Signale an die DVI-Schnittstelle übertragen (aufgrund der erweiterten Übertragungsmöglichkeiten von HDMI, die DVI nicht mitbringt). Möglich ist die Kompatibilität auch deshalb, weil HDMI das gleiche Kopierschutzverfahren wie DVI nutzt: HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection). Als weiteres Feature unterstützt HDMI integrierte Fernbedienungen. HDMI unterstützt die Protokolle CEC (Consumer Electronics Control) und AV.link, beides Protokolle die sich für universelle Fernbedienungen durchgesetzt haben, wobei AV.link der in Europa vorherrschend Standard ist. Damit ist es möglich, mehrere über HDMI verbundene Komponenten über eine Fernbedienung und eine Infrarot-Strecke zu steuern. Durch die bidirektionale Datenübertragung ergeben sich weitere flexible Steuerungsmöglichkeiten. Für den Anwender ergeben sich dadurch viele Vorzüge. Nur ein Beispiel: Ein digitaler Fernseher oder AV-Receiver kann einem digitalen Sat-Receiver übermitteln, welches seine gerade eingestellten Bild- und Tonformate (z.B. 16:9 oder 4:3/Letterbox oder 5.1 oder 2-Kanal-Stereo) sind. Dieser übermittelt dann seine digitalen Informationen automatisch in der entsprechend passenden Einstellung.

i.link:

Mittels i.link können DVD Audio- und SACD-Daten auf digitalem Weg aus dem DVD-Player herausgeführt und zum AV-Receiver/-Verstärker geleitet werden. I.link ist eine Handelsmarke für die Norm IEEE1394 ("FireWire"), eine Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle für digitale Audio- und Videodaten. PCs, digitale Camcorder und andere Arten audiovisueller Geräte sind mit einer solchen Schnittstelle schon momentan ausgerüstet, Die Tendenz ist steigend. Da eine i.link-Buchse gleichzeitig Daten senden und empfangen kann, reicht ein einziges Kabel als Verbindung. Von der i.link-Buchse werden alle Arten von digitalen Audiosignalen ausgegeben, mit denen der jeweilige Player kompatibel ist. So auch SACD- und DVD Audio-Signale. Um DVD Video-Discs, DVD-As und SACDs mittels i.link Connection abspielen zu können, müssen die angeschlossenen Geräte mit dem DTCP-System (Digital Transmission Content Protection) kompatibel sein. Ist ein angeschlossenes Gerät nicht DTCP-kompatibel, wird nur der CD-Ton wiedergegeben. Diese Maßnahmen sind aus Gründen des Kopierschutzes erforderlich. Beide i.link-Geräte erkennen sich normalerweise und zeigen ihren Partner im jeweiligen Display an, beim Anschluss mehrerer Geräte werden die aktive Geräte angezeigt. Möglich ist es, sich ein ganzes Netzwerk aus i.link-fähigen Komponenten aufzubauen.

Net Tune:

Net-Tune-Darstellung auf dem PC

Net-Tune OSD des TX-NR5000E

MP3-, WAV- oder WMA-Dateien haben inzwischen fast alle PC-Eigner auf ihrem Computer. Onyko hat mit der Net Tune-Technologie nun erreicht, dass durch eine Verbindung des TX-NR5000E zum PC via Netzwerk (ganz gleich, ob WLAN oder kabelgebunden) auf denkbar einfache Weise der Zugang zu allen gespeicherten Musikdateien realisierbar ist. Der Anwender braucht nur die Software "Net-Tune™ Central (mitgeliefert) auf dem PC zu installieren, dann übernimmt Net Tune Central die Rolle als "Mittler" zwischen PC und TX-NR5000E. Die Musikdateien, die über die Home Theatre-Anlage gehört werden sollen, muss man, wie bei Netzwerken üblich, zuvor freigeben. Mittels der  grafisch gut gelösten Benutzeroberfläche ist dies jedoch in der Praxis einfach möglich. Wer auf eine breitbandfähige Verbindung wie z. B. DSL zugreifen kann – was sich immer kostengünstiger realisieren lässt - hat  zusätzliche interessante Möglichkeiten, denn es ist auch möglich, auf das Internet-Radio (Onkyo bietet hier eine Auswahl an Radiostationen an) zuzugreifen. Und: Es lassen sich mehrere Net Tune-Komponenten zu einem ganzen Netzwerk ausbauen (andere Modelle sind z.B. der TX-NR801E oder der NC-500XE). Mehr zu Net Tune in unserem Networking-Special auf Seite 3

Non-Scaling-Konfiguration

Verschiedene Dolby Digital-Receiver nutzen bei Fehlen eines Subwoofers für die Übermittlung des LFE (Low Frequency Effect)-Signals an die normalen Lautsprecher das ‘Scaling’. Dies führt zu einer Einschränkung der Dynamik und Verzerrung des Signals. In der Non Scaling-Konfiguration von Onkyo ist ein D/A-Konverter-Layout integriert, mit dem vor einer Mischung des LFE-Signals mit linkem und rechtem Frontkanal alle Kanäle auf analog umgewandelt werden, das heißt, die Mischung erfolgt im analogen Bereich. Das Ergebnis ist eine vollständige Umwandlung des LFE-Signals ohne Qualitätseinbußen – interessant für alle, die in L/R-Lautsprecher mit einem tiefreichenden Frequenzbereich für eine opulente Basswiedergabe investiert haben.

Optimaler Potentialausgleich

Die “Absolute Ground Plate (absoluter Potentialausgleich durch gleiche Massepunkte aller Signaleinheiten) und hochwertige Kupferleiter sollen laut Onkyo für ein besonders reines Hörerlebnis sorgen. Schwankungen in Bezug auf das Massepotential werden verhindert, störendes Grundrauschen wirkungsvoll eliminiert. Hörbare Vorteile: Eine effektivere Kraftverteilung, ein deutlich reduziertes Rauschen und einen knackigerer Klang. 

RS232-Schnittstelle

Der TX-NR5000E besitzt eine bi-direktionale RS232-Schnittstelle, die die Übertragung von Software-Upgrades und eine einfache Verbindung zu Haussteuerungssystemen und Touch Screen-Kontrollern anderer Hersteller möglich macht.

THX Ultra 2:

Ein THX Ultra 2-Zertifikat darf bei Highend-Boliden nicht fehlen - schließlich werden durch dieses Zertifikat auch spezielle Fähigkeiten in Bezug auf Ausdauer und Leistungsfähigkeit sowie Ausstattung und Bedienbarkeit bescheinigt. THX Ultra 2  ist die erste THX-Variante, die vollständig für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die Extended Surround-Tonnormen, heutzutage selbst bei Einsteigergeräten schon beinahe Standard, von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing, DTS ES Discrete 6.1 ist mit integriert: Der zusätzliche diskrete Kanal auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen. Im Gegensatz zur vorherigen THX Ultra-Norm kommt bei Ultra 2 die Aufteilung in Cinema- und Music Mode hinzu. Der Cinema Mode ist optimiert für Wiedergabe von 5.1-Material über ein 7.1-Lautsprechersystem und soll die Vorteile von Extended Surround auch bei eigentlich in 5.1 vorliegendem Material akustisch perfekt ausnutzen. Alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher werden optimal aufeinander abgestimmt. Um dies für den Back Surround-Bereich zu ermöglichen, stellt der Heimcineast die Entfernung zwischen den beiden Back Surround Lautsprecher ein. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA (Advanced Speaker Array) richtig arbeiten kann und die Surround- und Back Surround-Klangkulisse als homogenes Ganzes erscheint. Wer Material hat, welches in Dolby Digital 5.1 EX vorliegt, verwendet nach wie vor THX Surround EX und nicht THX Ultra 2 Cinema. Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box. Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist das Ergebnis beachtlich gut. Auch neu ist die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus. Wichtig: Um alle THX Ultra 2 Features nutzen zu können, ist ein komplettes 7.1 Lautsprechersystem erforderlich. 

VLSC

Konventionelle D/A-Wandlermethoden reduzieren zwar Impulsgeräusche bei der Wandlung, können diese jedoch nicht komplett verhindern. Digital-/Analog-Wandler und die sie umgebende Peripherietechnik tangieren das analoge Signal daher mit unschönem Impulsrauschen. Dieses Impulsrauschen wird zusammen mit dem analogen Signal übertragen und sorgt für eine verminderte Klangreinheit bei der Ausgabe über Ihre Lautsprecher. Die VLSC (Vector Linear Shaping Circuitry) Technologie arbeitet dagegen mit einer laut Onkyo besonderen Wandlungstechnik, die dieses Problem in den Griff bekommt. Die durch die Intervalle zwischen den Abtastpunkten auftretenden Verzerrungen werden durch analoge Echtzeit-Vektoren ausgeglichen. Diese Vektorverbindungen glätten das Ausgangssignal und sorgen für einen ebenmäßigen, wellenförmigen Verlauf. Das Ergebnis sind nahezu fehlerfreie, originalgetreue analoge Signale von digitalen Quellen.

W.R.A.T.

Dieses Verstärkerlayout bringt, so Onkyo, in der täglichen Hörpraxis entscheidende 3 Vorteile:

Vorteil 1: Aufbau mit ungewöhnlich geringer negativer Rückkopplung – damit die Spitzenpegel der Signalquelle mit einem klareren Klang genossen werden können. Obwohl der Einsatz von NFB (= negatives Feed Back) die einfachste Möglichkeit darstellt, das Rauschen im Bereich der niedrigen Frequenzen zu verringern, muss man doch hinsichtlich des Klangs einen hohen Preis dafür zahlen: Ein beträchtliches Maß an NFB schränkt das Kurzimpuls-Ansprechverhalten eines Verstärkers – also die Fähigkeit, auf hohe Signalamplituden (Explosionen im Film, Dynamiksprünge und Orchestereinsätze in der Musik) schnell zu reagieren – stark ein und führt im Bereich der hohen Frequenzen sogar zu Verzerrungen. Daher setzt Onkyo auf eine spezielle Schaltungstechnologie, auf einen Aufbau, der auf ein geringes Maß an NFB ausgelegt ist und der an den entscheidenden Punkten im Signalweg Bauteile mit niedrigen Toleranzwerten und von hohem Standard vorsieht. So erhält der Anwender einen linearen Frequenzgang bis hin zu 100 kHz, was eine sehr gute Eignung für die Wiedergabe von DVD-Audio und SACD beinhaltet. 

Vorteil 2: Massekonzept mit in sich geschlossenen Schaltkreisen – Mit dieser Konfiguration ist es möglich, eine größere Maximallautstärke ohne Verzerrungen zu genießen.
Wenn das Massepotential (Spannung) eines Verstärkers während der Wiedergabe von Film-Soundtracks oder Musikstücken schwankt, hört man ein unangenehmes Rauschen. Bei einem offenen Schaltungsaufbau sind alle Schaltungen über eine Schleife mit dem Netzteil verbunden. Aufgrund von Kurzzeitimpulsen und anderen Faktoren des Energieflusses kann sich unweigerlich in jeder Schaltung ein geringes Maß an Rauschen aufbauen. Bei der von Onkyo eingesetzten fortschrittlichen Konfiguration mit in sich geschlossenen Schaltkreisen hat jede Schaltung sowohl ihren Anfangs- als auch Endpunkt direkt am Netzteil. Hierdurch wird das Rauschen der einzelnen Schaltungen aufgehoben, und das Massepotential bleibt frei von Schwankungen – daraus resultiert eine besonders klare- facettenreiche und saubere Wiedergabe. 

Vorteil 3: Fähigkeit, kurzzeitig hohe Spitzenströme zu liefern, damit auch in extrem effektgewaltigen Sequenzen die Dynamik und die Kraft in vollem Maße erhalten bleiben.  Audio-Signale sind extrem komplex und bestehen aus vielen verschiedenen Frequenzen und Amplitudenspitzen. Wenn ein Verstärker solch ein Signal an einen Lautsprecher abgibt, akkumuliert die Lautsprechermembran Energie. Wenn die Membran zurückschwingt, wird Energie zum Verstärker zurück gesendet. Der Verstärker muss in der Lage sein, einen Augenblicksstrom mit großer Stromstärke zu liefern, um diese vom Lautsprecher zurückgesendete Energie auszugleichen, und sofort das nächste Signal zu senden. Die Lautsprecherimpedanz kann für sehr kurze Zeiträume auch sehr niedrig werden, was ebenfalls dazu führt, dass der Verstärker hohe Stromstärken liefern muss – bis zum Vier- bis Sechsfachen der üblichen Lastströme. Die Fähigkeit der WRAT Receiver von Onkyo, kurzzeitig hohe Spitzenströme zu liefern, ist besonders groß - gerade bei einem Topmodell wie dem TX-NR5000E heißt das, dass ein Betrieb auch in Verbindung mit extrem "leistungshungrigen" Lautsprechern möglich ist.

Alle technischen Daten:
  • Verstärkerlayout: 7 identische Kanäle mit voller Bandbreite, Reduced NFB (Negative Feedback) Design, WRAT (Wide Range Amplifier Technology), VLSC (Vector Linear Shaping Circuitry) und Non-Scaling Configuration, BTL (Bridge Tie Load), Absolute Ground Plate (absoluter Potentialausgleich durch gleiche Massepunkte aller Signaleinheiten), hochstromfähiger Antrieb für alle Kanäle, für niedrige Impedanzen geeignet, Optimum Gain Volume Circuitry, Digital Upsampling

  • 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler für alle Kanäle

  • Home Cinema Ausstattungsmerkmale

  • Decoder: THX® Surround EX™ und THX® Ultra2 zertifiziert, DTS®, DTS®-ES™ Discrete/Matrix 6.1, DTS 96/24 and DTS® NEO:6, Dolby® Digital, Dolby® Digital EX™, Dolby® Pro Logic™ IIx, Dolby® Headphone und Dolby® Virtual Speaker

  • Extended Frequency Response (+ 1 dB, - 3 dB) 5 Hz-100 kHz

  • A-Form Listening Mode Memory

  • Composite und S-Video auf Komponenten-Video Upconversion

  • 2 Mehrkanaleingänge (7.1 Kn.-Eingang)

  • 39 Digital Signal Processing (DSP) - Betriebsarten 

  • Late Night Mode

  • Farblich markierte Lautsprecheranschlüsse

  • On-Screen Display

  • Einstellbare digitale Laufzeitanpassung (Audio Delay)

  • Regelbare Subwoofer-Übernahmefrequenz 40-150 Hz, 10 Hz-Schritte

  • Netzwerk Ausstattungsmerkmale: 1 Net-Tune (Ethernet-Anschluss), Anzahl der Stationsspeicherplätze (Internet Radio) 30, MP3/WAV/WMA Decoding

  • Eingänge/Ausgänge: i.LINK (IEEE 1394) Eingänge 2, HDMI Eingänge/Ausgänge 2/1, Audio-Eingänge/Ausgänge 9/5, Video Eingänge/Ausgänge (Composite) 7 (1 Front)/4, S-Video Eingänge/Ausgänge 7 (1 Front)/4, HDTV-kompatible Komponenten-Video Eingänge/Ausgänge 4 (3 Cinch/1 BNC)/2 (1 Cinch/1 BNC). Digitale Eingänge 7 Optisch (1 Front)/6 Koaxial/Digitale Ausgänge 2 Optisch/2 Koaxial, RS232 Interface: 1, IR Ein-/Ausgänge (Haupthörraum/Zone 2/Zone 3) 3/3, 12 Volt Trigger-Ausgänge 5, Phono-Eingang 1, Vorverstärkerausgang A (Front L/R, Centre, Surround L/R, Surround Back L/R and Subwoofer), Vorverstärkerausgang B (Subwoofer) 

  • Weitere Ausstattungsmerkmale: IntelliVolume, Display-Dimmer 4stufig, Pure Audio Mode, Bananenstecker-kompatible Lautsprecheranschlüsse: 7 -Kanal x 2 

  • Einschlaftimer (90 Minuten; 10-min-Schritte einstellbar) 

  • Kopfhörerbuchse

  • Zone 2 (Multisource) Line-Ausgang

  • Endstufenunterstützung für 2- und dritte Hörzone (Audio/Video)

  • Tuner Ausstattungsmerkmale:  Anzahl der Stationsspeicher (FM/AM) 40, RDS RT/PTY/TP Control

  • RI-kompatible Fernbedienung Lernfähig/Scrollfunktion/Hintergrundbeleuchtung/LCD mit Macro-Funktion

  • Spezifikationen Verstärkersektion: Ausgangsleistung** (6 Ohm, 1 kHz, DIN), Front L/R 200 W + 200 W, Center 200 W, Surround L/R 200 W + 200 W, Surround Back L/R 200 W + 200 W 

  • THD (Total Harmonic Distortion, Gesamtklirrfaktor) 0.08 % (bei Nennleistung)

  • Maximale Leistungsaufnahme 1,200 W

  • Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb 3.6 W

  • Abmessungen (B x H x T) 435 x 220 x 480.5 mm

  • Gewicht 33.0 kg

Testteam: Lars Mette, Carsten Rampacher, Karl-Heinz Pöppl
Text: Carsten Rampacher
10. März 2005

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