Test: Onkyo HSE-55
21.03.2005 (cr)
Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume
Overview
Für 899 € bietet Onkyo unter dem Produktnamen HSE-55 eine
interessante Kombination für Slimline-Liebhaber an: Den 6-Kanal-Receiver TX-L55
mit 6 x 60 Watt starken Digitalendstufen sowie den PAL/NTSC-Progressive-fähigen
DVD-Video-Player DV-L55. Ist hier nur die noble Optik attraktiv, oder überzeugt
das Duo auch durch innere Werte? Wir haben genau hingeschaut.
Verarbeitung

DV-L55 mit schicker Optik, unpassend ist nur das zu grob
auflösende Display

Besser: Fein auflösendes Display des TX-L55

Die Laufwerkslade des DV-L55 liegt auf normalem Level

Die illuminierten Funktionselemente bringen nobles Flair

Edel aufgemacht: Der Lautstärkedrehregler des TX-L55
Beide Onkyo Komponenten begeistern durch die exzellente
Verarbeitung. Massive Alu-Fronten und blau beleuchtete Funktionselemente bringen
Luxusflair. Nicht passend: Die Blautöne der Hintergrundbeleuchtung für die
Grundfunktionen und der Displays sind nicht identisch. Ebenso zu kritisieren ist
das zu grob auflösende Display des DV-L55. Sehr schön anzufassen sind hingegen
der Lautstärkeregler des TX-L55 sowie die Hauptfunktionselemente auf der
Gerätefront. Die Rückseiten beider Geräte sind prima verarbeitet, die
Fernbedienung des DVD-Players geht qualitativ in Ordnung, die des Receivers
verdient sich sehr gute Zensuren.
Verarbeitung      
Ausstattung/Anschlüsse
DV-L55 
Keine
Besonderheiten: Anschlussfeld des DV-L55 Der
elegante DVD-Player ist praxisgerecht, aber nicht opulent ausgestattet. 192
kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler, ein 54 MHz/10-Bit Video-D/A-Konverter und die
Vollbild-Signalverarbeitung (Progressive Scan) sind nichts Besonderes. Das
interne De-Interlacing ohne eigens wählbaren Film- und Videomodus ist eher
schlicht. Die Wiedergabe von
DVD, MP3 CD, WMA CD, CD-R/-RW, DVD-R/-RW, DVD+R/RW sowie von JPEG CD und VCD
erfüllt multimediale Grundansprüche. Im Test überzeugte das recht schnelle
Laufwerk mit guter MP3-Abspielqualität und hoher Betriebssicherheit. Erst bei
deutlich zerkratzten CDs und DVDs waren Pixelbildungen und Tonaussetzer
festzustellen. Der DV-L55 ist in Bezug auf die Anschlussvielfalt normal
ausgerüstet, neben den obligatorischen Anschlussformen YUV (1 Ausgang) und Scart (1 Ausgang mit
RGB) gibt es noch einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang,
einen 2-Kanal-Stereo-Analog-Ausgang sowie ein S-Video- und ein FBAS-Terminal. TX-L55 
YUV-
und S-Video-beschaltet: Rückseite des TX-L55 Die digitalen
Endstufen mit hochwertigem Aufbau liefern 6 x 60 Watt (an 6 Ohm), somit steht
auch für die Beschallung mittlerer Lokalitäten ausreichend Leistung bereit. Der TX-L55 ist
den üblichen Dolby- und DTS-Decoding-Möglichkeiten ausgestattet (DTS-ES Discrete/Matrix 6.1, DTS Neo:6, DTS 24/96, DD EX, Dolby Pro-Logic IIx),
hinzu kommen weitere Features: Für eine optimierte Hochtonwiedergabe bei
Filmmaterial sorgt der CinemaFILTER, mit der einstellbaren Subwoofer-Übernahmefrequenz ( 60/80/100/120/150 Hz )
kann man eine praxisgerechte Anpassung der Frontlautsprecher an den Subwoofer
vornehmen, und das Speaker Auto Detect System erkennt bei Bedarf
automatisch die angeschlossenen Lautsprecher. Anschlussseitig ist hervorzuheben,
dass sogar YUV-Terminals und eine S-Video-Beschaltung mitgeliefert werden, die
Lautsprecheranschlüsse für die Front L/R-Lautsprecher sind als
Schraubverbindungen ausgeführt - sehr löblich. Die Klemmverschlüsse für den
Rest des LS-Equipments liegen leider sehr nahe beisammen. Die mitgelieferte
Fernbedienung ist vorprogrammiert. Bewertung DV-L55      
Bewertung TX-L55      
Bedienung

Übersichtlich,
aber zu kleine Tasten: Fernbedienung des DV-L55 
Von
den aktuellen "großen" Receivern her bekannt: Die
TX-L55-Fernbedienung ist praxisgerecht gestaltet Zu bedienen sind
beide Onkyo-Komponenten einfach. Besonders überzeugt hat uns die Fernbedienung
des TX-L55, die eine schnelle Konfiguration und das rasche Zurückgreifen auf
verschiedene Einstellmöglichkeiten wie z.B. den gerade gehörten Surroundmodus
möglich macht. Das On Screen Menü des DV-L55 zeigt, dass auf
Pioneer-Basistechnologie zurückgegriffen wurde. Nicht ganz stimmig ist, dass auf der Fernbedienung
"Setup" für das Aufrufen des Basis-Einstellungsmenüs zu drücken
ist, während das dazugehörige On-Screen-Menü, von den Pioneer DVD-Spielern
her bekannt, dann die bei Pioneer übliche Bezeichnung "Home Menu" trägt.
Man sollte sich vielleicht bei Onkyo dann dazu entschließen, der
Fernbedienungs-Taste ebenfalls den "Home Menu"-Schriftzug zuzuweisen.
Perfekt, da schnell und übersichtlich, funktioniert das Kapitel springen. Die
Displays beider Geräte sind nicht allzu groß, jedoch ordentlich ablesbar,
wobei das feiner auflösende Receiver-Display hier besser wegkommt. Die
beleuchteten Bedienelemente an den Gerätefronten sind vorbildlich, die kleinen
unbeleuchteten Knöpfchen darunter jedoch weniger überzeugend. Bewertung
     
Bild

Auch
ein kleiner Video-EQ ist mit an Bord Visuell gefällt der DV-L55
mit seinem lebendigen Bild und mit klarer, reiner Farbwiedergabe. Die
Konstrastwerte sind ebenfalls tadellos, denn auch in
dunklen oder hellen Bildteilen gehen keine Einzelheiten unter. Die auch hohen
Ansprüchen genügende Bildruhe und das extrem geringe Bildrauschen sind weitere
Pluspunkte. Im Interlaced-Betrieb stellen die ausgezeichnete Bildschärfe und
die lobenswerte Detailtreue dicke Pluspunkte dar. Auch bei normalem und
keineswegs brillanten Quellmaterial bringt der DV-L55 noch ein stimmiges Bild
aufs Bildwiedergabegerät, während bei hervorragenden
DVDs sogar eine Wiedergabe mit dreidimensionalem Touch möglich wird. Ist der
Player progressiv angeschlossen,
sind die Ergebnisse ebenfalls respektabel. Das Bild hinterlässt einen homogenen und
ausgewogenen Eindruck, lediglich bei genauem
Hinschauen und auf großen Bilddiagonalen macht sich das simple De-Interlacing bemerkbar: Hier
bieten aufwändigere DVD-Spieler noch mehr feine Details, auch wirkt das Bild
insgesamt noch dynamischer. Bei Videomaterial wirkt das Ergebnis nicht immer
absolut rund, hier treten leichte Treppenstufen und Unschärfen auf. Wer einen Progressive-fähigen Röhrenfernseher mit
Komponenteneingang, ein gutes Mittelklasse-Plasma oder einen brauchbaren LCD-TV
sein Eigen nennt, wird mit dem vom Onkyo Gebotenen allerdings ohne
Einschränkung zufrieden sein. Bewertung      
Klang
Dynamisch und klar agiert der TX-L55 bei Film- und Musikmaterial
und macht somit fast vergessen, dass es sich um ein flaches Slimline-Gerät
handelt. Bei "Der Morgen stirbt nie" gefiel die präzise
Surround-Klangkulisse mit tadelloser Effektwiedergabe. Klar und natürlich
erklangen die Stimmen. Auch bei "Lost in Space" wusste Onkyos Offerte
zu überzeugen, hier sorgte er für eine erstaunlich weitläufige Darstellung.
Die Onkyo-Lösung eignet sich am besten fürs elegante Wohnzimmer, wo eine gute
Akustik bei normalen bis leicht gehobenen Lautstärken wichtiger ist als
hemmungslose Pegeltreiberei. Bei letzterer gerät der TX-L55 bauprinzipbedingt
doch an seine Grenzen, erst werden leichte Verzerrungen hörbar, dann greift die
Schutzschaltung ein und bereitet dem Treiben ein Ende. Für solche Aktionen ist
der TX-L55 auch nicht konzipiert, bei moderaten und sogar bei etwas höheren
Pegeln ist die Bassgüte sehr zu loben. Als ideales "Betätigungsfeld"
sehen wir Hörräume zwischen knapp 15 und knapp über 25 Quadratmeter an.
Tadellos: Selbst mit hochwertigen Standlautsprechern ist der TX-L55 zu
betreiben, ohne dass das Resultat dünn oder kläglich klingen würde. Auf jeden
Fall benötigt der AV-Receiver aber einen aktiven Subwoofer für die
basskräftige Unterstützung.
Musikalisch ist der TX-L55 ebenfalls. Hier profitiert er von den
sehr guten Dynamikwerten und dem aufgeräumten, recht lebendigen Hochtonbereich.
Beides sorgt dafür, dass man dieses System durchaus auch Musikinteressierten
empfehlen kann. Das bei vielen Slimline-Receivern übliche emotionslose und
langweilige Klangbild findet sich hier nicht einmal im Ansatz, selbst so manches
Detail baut der Onkyo-Receiver mit in seine Vorstellung ein. Pro Logic IIx ist
im direkten Vergleich durch den druckvolleren Bass noch besser integriert als
das etwas schlapp daherkommende Neo:6 - dies merkt man aber nicht nur im Musik-,
sondern auch im Movie-Modus.
Bewertung
     
Fazit
Das Onkyo-Komplettpaket HSE-55 ist rundherum empfehlenswert für
Suchende, die nach einer optisch, visuell und klanglich höchst gefälligen
Lösung verlangen. Der Preis ist mit 899 € zwar nicht auf Schnäppchen-Niveau,
vor allem durch die Verarbeitung mit schon fast luxuriösem Touch rechtfertigen
die Onkyo-Komponenten aber den Kaufpreis ohne Frage. Rein aufgrund der
elegant-schlichten Nobel-Optik würden viele vermutlich auf deutlich höhere
Einstandspreise tippen. Technisch werden ebenfalls überzeugende Leistungen
erbracht. So harmoniert der schlanke Receiver sogar mit Standlautsprechern, und
die dynamisch-frische Wiedergabe lässt die Zuhörer in dem Glauben, hier würde
ein vollwertiger, großer AV-Receiver arbeiten. Leichte Einbußen sind nur beim
Spitzenpegel, der auf gutem, nicht aber auf überragendem Level liegt, zu
machen. Der DVD-Spieler leistet sich nirgendwo Ausrutscher, so ist das
Bild harmonisch, mit sehr guter Farbwiedergabe und tadellosem Kontrast. Das
Resultat wird vervollständigt durch die einfache Bedienung. Klanglich
und visuell überzeugende Slimline-Lösung mit exklusiver Optik

Mittelklasse
Test 21. März 2004
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
Contra:
Datenblatt
-
DVD-Player Onkyo DV-L55:
Abspielbare Disc-Typen und Formate: DVD, MP3 /WMA/jpeg (auf CD-R/RW), CD-R/-RW,
DVD-R/-RW, VCD, Audio CD
Ausstattung, 54 MHz/10-Bit Video D/A-Wandler, 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler, PAL/NTSC Progressive
Scan, Video-EQ
Ausgänge Video:YUV Cinch, Scart, S-Video, FBAS-Cinch
Ausgänge Audio: 2-Kanal Stereo, optisch digital, koaxial digital
Maße (H x B x T): 435 x 82 x 351 mm
Gewicht: 3,6 kg
erhältl. Farbe: Silbern
-
A/V-Receiver Onkyo TX-L55
Leistung: :6 x 60 W (6 Ohm, 1 KHz)
Ausstattung: Decoder für: Dolby Digital EX, dts ES Matrix/Discrete 6.1, dts 96/24, Pro Logic
IIx, dts Neo:6, automatische Lautsprechererkennung, vorprogrammierte Fernbedienung
Eingänge Audio: 6-Kanal-Eingang, 3 x Digital (2 x optisch, 1 x koaxial), 4 x Stereo-Cinch
Eingänge Video: 2 x YUV, 3 x S-Video/Composite,
Ausgänge Audio: Stereo-Cinch
Ausgänge Video: YUV, FBAS/S-Video, Monitor (S-Video/FBAS)
Maße (H x B x T): 435 x 81,5 x 378 mm
Gewicht: 6,5 kg
erhältl. Farb: Silbern
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Preis HSE-55 komplett: € 899
21. März 2005
Test: Carsten Rampacher
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