Test: Nubert nuWave 85, CS-65, RS-5 und AW-7 - ein neuer Schwaben-Hammer?

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Overview

Ungewöhnlich für eine Test-Einführung - aber zunächst müssen wir allen, die genau hinschauen, ein "kleines Geheimnis" verraten: Oben im Bild ist der kleinere nuWave-Centerlautsprecher CS-4 zu sehen und nicht der üppiger dimensionierte, von uns hier und heute unter die Lupe genommene CS-65. Dafür passt die Farbe exakt, denn unser smartes 5.1 Test-Set trat in der schicken Trendfarbe Terracotta bei uns zum Praxistest an. Nubert möchte mit diesem Set aus der designorientierten nuWave-Serie erneut unter Beweis stellen, das universell einsetzbare, leistungsfähige Mehrkanal-Beschallungssysteme auch jenseits astronomischer finanzieller Aufwendungen realisierbar sind - Vorhang auf für die Kandidaten, die zusammen mit 2.465 EUR viel Optik und Akustik fürs Geld bieten sollen. Ob die "schwäbischen Tüftler" aus der Ostalb-Region wieder voll zugeschlagen haben, klären wir nun gründlich.

nuWave 85

Kleinster Standlautsprecher aus der nuWave-Baureihe: Die nuwave 85

Wenn man mit seinem Multichannel-System nicht nur Filmsoundtracks anhören möchte, sondern auch mehrkanalige Musikquellen und vor allem auch Musikalisches in der guten alten Stereo-Wiedergabeart, dann führt für eine beträchtliche Anzahl an Hörern immer noch kein Weg an einer richtigen Standbox vorbei. Der kleinste "standfeste" Schallwandler aus der nuWave Serie ist die Box mit der Produktnummer 85, und sie überzeugt bereits mit ihren Belastungswerten: Mit 300 Watt Nenn- und üppig dosierten 420 Watt Musikbelastbarkeit schreckt die mit einer aufwändigen Frequenzweiche aus 39 Bauteilen bestückte Box auch vor kräftig Power abgebenden AV-Verstärkern und -Receivern nicht zurück. Hinzu kommt noch die edle Optik, so dass hier für vergleichsweise wenig Geld - eine nuWave 85 kostet 445 EUR  - eine Menge geboten wird.  Zum klanglichen Feintuning stehen am Anschlussterminal der Box ein Bass- und ein Höhen-Schalter zur Verfügung. Dabei kann man zwischen einer strafferen Basswiedergabe (im impedanzlinearisierten Betrieb) und einer substanzreicheren Einstellung mit einer Bassanhebung von 2,5 dB wählen. Der Höhenschalter ermöglicht neben der linearen Mittelstellung eine Anhebung der höchsten Frequenzen, was besonders bei stark bedämpften Räumen sinnvoll sein kann. Für Liebhaber einer sanfteren, weniger prägnanten Hochtonwiedergabe lassen sich die hohen Frequenzen oberhalb 5 kHz um bis zu 2 dB absenken.

nuWave CS-65

Vollbringt vorn in der Mitte Großtaten: Großzügig dimensionierter CS-65

Der Centerlautsprecher spielt in einem Heimkino-Lautsprechersystem eine entscheidende Rolle - eine Unterdimensionierung kann viel Hörspaß kosten. Um solche Sorgen zu vermeiden, ist es ratsam, am Center nicht zu sparen und am besten gleich zu einem Modell zu greifen, das auch sehr hohen Anforderungen souverän gerecht wird. Dass man dabei trotzdem noch auf die eigenen "Haushaltslage" achtet, ist keinem zu verdenken, schließlich soll die "Neuverschuldung" keine schwindelerregenden Höhen annehmen. Nubert hat probate Mittel parat, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden und bietet für 385 EUR seit kurzem den nuWave CS-65 an, der all die genannten Faktoren auf das Angenehmste miteinander verbinden soll. Im Fokus der Entwicklungsaktivitäten für das neue Modell standen nicht nur ein ausgewogener, klarer Klang, sondern auch, typisch für die Lautsprecher beider Direktvertreiber Nubert und Teufel, auch eine hohe Pegelfestigkeit. Schon oft haben diese renommierten Hersteller gerade in dieser Disziplin weitaus teureren Kandidaten anderer Marken fast mühelos in die Schranken verwiesen, und auch der CS-65 führt, wie die Testreihen später bestätigen, diese Tradition nahtlos fort. Mit einer Spitzenbelastbarkeit von 350 Watt ist der CS-65 bestens gerüstet, praktisch jede Lautstärke im Heimkinobereich unverzerrt und souverän mitzugehen und ist somit auch fürs "Teamwork" mit extrem leistungsstarken AV-Verstärkern geeignet. Doch der neue Center möchte sich nicht nur als kompromissloser Pegeltreiber verstanden wissen, denn in anderen Disziplinen, in denen viele Center nicht absolut überzeugend abschneiden, hat sich Nubert zur Aufgabe gemacht, ebenfalls neue Akzente zu setzen. Die klangliche Achillesferse vieler Center liegt in ihrer Abstrahlcharakteristik, der Grund ist die liegende Anordnung der Chassis. Bei vielen eher sorglos gebauten Exemplaren kommt es daher bereits wenige Zentimeter außerhalb der Mittenachse zu hörbaren Klangverfälschungen aufgrund starker Frequenzauslöschungen. Doch auch unter den sorgfältig konstruierten Modellen soll der CS-65 eine absolute Spitzenstellung einnehmen. So ist sein optimaler horizontaler Abstrahlwinkel mit + 20 Grad besonders erwähnenswert. Um das zu erreichen, war allerdings die Entwicklung einer neuen "Treiber-Einheit" im abgeschirmten Magnetsystem nötig, die praktisch an die Hochton-Leistungsfähigkeit der nuWave 125 heranreicht. Doch damit nicht genug. Der CS-65 lässt sich nämlich auch noch (aufrecht als D'Appolito-System) als Haupt- oder Rearspeaker einsetzen, womit alle Möglichkeiten für ein klanglich absolut homogenes Heimkinosystem offen stehen, denn man kann fünf, sechs oder auch sieben identische CS-65 einsetzen. Zusätzlich hat der Heimkinofan beim "großen" Nubert Centerspeaker die Möglichkeit, mit dem Kippschalter auf der Rückseite des Gehäuses die Klangcharakteristik im Hochtonbereich an die Raumverhältnisse oder dem individuellen Hörgeschmack anzupassen. 

Rearlautsprecher nuWave RS-5

David lehrt Goliath das Fürchten: Kleine, extrem klangstarke nuWave RS-5 für den Reareinsatz

Ein weit verbreitetes Problem: Vorn hat man noch ausreichend Platz für größere Lautsprecher, aber wie sieht es im Surround-Bereich aus? Hier haben viele Mehrkanal-Liebhaber gar nicht die Lust auf massige "Boxenkörper" und auch häufig gar nicht den benötigten Platz, um sich ausladende Schallwandler aufzustellen. Sieht man sich das Marktangebot an, stellt diese Situation scheinbar keine echte Schwierigkeit dar, denn es gibt mehr als genug Offerten, die mit leicht unterzubringenden Abmessungen glänzen - nur, kaum ist die erste Hürde überwunden, tut sich bereits die nächste auf: Die Gehäuseabmessungen dieser Offerten sind zwar sehr klein, genau dasselbe muss man aber leider auch in Bezug auf die klanglichen Fähigkeiten feststellen. Wer also Wert auf eine gepflegte Akustik sucht, muss weitersuchen - und diese Suche kann schwierig werden, denn kompakte und gleichermaßen klangstarke Offerten sind so schwer zu finden wie die Nadel im Heuhaufen, vor allem dann, wenn auch noch der Preis stimmen soll. Nubert hat einen Lösungsvorschlag parat: Er nennt sich RS-5, stammt aus der nuWave-Serie, kommt pro Stück auf eine akzeptable Investition von 199 EUR und ist kompakt, aber aufwändig ausgelegt, um auch akustisch zu überzeugen. Das Besondere am RS-5 ist die Tatsache, dass er ein Dipol-und ein Direkt-Lautsprecher (umschaltbare Funktionalität) ist, der nach dem Bassreflex-Prinzip arbeitet. Entweder also arbeiten die hinteren Systeme gegenphasig zu den vorderen, um das Dipol-typische und vor allem auch von Heimkino-Liebhabern geschätzte diffuse Klangbild zu erzeugen, oder aber die hinteren LS-Einheiten werden ausgeschaltet, und die Box fungiert als normaler Direktstrahler, was sich für die Musikwiedergabe und in akustisch etwas kritischen Räumen sowie bei problembehafteter Aufstellung empfiehlt. Mit einer Nennbelastbarkeit von 120 und einer Musikbelastbarkeit von 170 Watt werden Werte erreicht, die der Nubert-Box eine Ausnahmeposition sichern. Der Wirkungsgrad fällt mit 84,5 dB (1W/1m) für eine solche Konstruktion recht hoch aus, im Dipol-Betrieb sinkt der Wirkungsgrad systembedingt wie üblich auf immer noch höchst respektable 83,5 dB.

Aktiver Subwoofer nuWave AW-7

Wandlungsfähiger Bassist: wahlweise in drei Farben, mit oder ohne Frontgitter macht der AW-7 Druck

Actiongeladene Blockbuster sowie bassstarke Techno- und House-Tracks schreien förmlich nach der Unterstützung eines leistungsfähigen Bassisten, der den Hörraum in ein donnerndes "Tiefdruckgebiet" umwandelt. Doch was passiert, wenn anstatt Master&Commander und Blank&Jones auch einmal Wolfgang Amadeus Mozart und Sandy Dillon nach ansprechender Wiedergabe verlangen? Dann können viele leistungsstarke aktive Bassisten gleich mit ihrem Repertoire einpacken, denn ein gesunder Tiefgang und ein großes Volumen sind hier nicht die Parameter, die gefragt sind. Dynamik, Schnelligkeit, Präzision und die Fähigkeit, ein nicht störendes, aber dennoch tieffrequenten Gewinn bringendes Klangbild zu erzeugen - das muss ein aktiver Subwoofer können, sollen ihm differenzierte musikalische Aufgaben übertragen werden. Somit sind Universalisten gefragt, die alles mitmachen und nicht nur alles irgendwie können, sondern alles richtig gut - keine einfache Aufgabe für Subwoofer-Entwickler. Als zusätzlich hemmende Tatsache kommt noch hinzu, dass kaum ein Kunde bereit ist, exorbitant hoch liegende Preise für solch einen flexiblen "Bassgiganten" zu akzeptieren. Bei Nubert sieht man solchen Anforderungen gelassen entgegen und präsentiert den nuWave AW-7: 792 EUR sind für ein "Basskraftwerk" nicht zuviel, eine aufwändige Konzeption stellt eine präzise, druckvolle Wiedergabe sicher, und durch das Frontfire-Prinzip ist auch die Aufstellung nicht besonders komplex. 235 Watt Musikleistung produziert die eingebaute Endstufe, dass davon in der Praxis kein einziges Watt fehlt und man den Eindruck hat, dass hier ein eher untertriebener Wert präsentiert wird, lehrt uns später die Hörpraxis. Der AW-7 ist nicht nur recht kompakt geraten - eher besticht auch durch seine angenehme Optik, die besonders in der mediterranen Farbe Terracotta sehr gut zum Ausdruck kommt. Extrem leistungsfähig macht den AW-7 der Membranhub von über 40 mm. Damit strahlt der AW-7 Bass-Frequenzen ab, die sonst nur mit der doppelten Membranfläche und dem doppelten Gehäusevolumen erreichbar wären.

Testequipment

Hoch begabte Multichannel-Maschine: Nachdem wir den Onkyo schon mit vielen LS-Systemen durchgecheckt haben, durfte eher zum Test der nuWaves als AV-Receiver "ran" - ein Test dieses Netzwerk-Multitalents folgt in Kürze

Meisterwerk: Der audiophile Toshiba SD-9500 agierte als Zuspieler

Klang

Nubert lässt es wieder kräftig krachen: Bereits der klassische DTS-Trailer macht Laune - und der AW-7 hat einen beträchtlichen Anteil daran. Mit überragendem Tiefgang und schon fast unbändiger Kraft drückt der Bassist das Auditorium nachhaltig in die Sitze und lässt gewaltig die Muskeln spielen. Auch bei der Sequenz aus "Herr der Ringe - die zwei Türme", abgelegt auf der mittlerweile achten DTS Demo-DVD, kommt echtes Home Theatre-Feeling auf. Die bombastische Schlacht wird mit einem ungeheuren Volumen wiedergegeben, die Wasserfluten prasseln dicht und bedrohlich durch den Hörraum. Beindruckend ist die komplette Surroundkulisse, die von den vergleichsweise kleinen RS-5 bereitgestellt wird: Nie kommt hier der Eindruck von akustischer Ärmlichkeit auf, wie man vielleicht aufgrund des kompakten Gehäuses mutmaßen könnte. Die Surroundlautsprecher sind sowieso äußerst talentiert, denn je nach Bedarf, Aufstellung und Raumakustik können sie als Direktstrahler oder als Dipol eingesetzt werden. Massiv begeistert Nuberts neuster Center, der nuWave CS-65: Er stellt ein großartiges Volumen; einen vielschichtigen Aufbau und eine sehr differenzierte Stimmwiedergabe zur Verfügung. Dies hat zur Folge, dass auch größere Effekte, die von vorn aus der Mitte kommen, mit entsprechender Ausdruckskraft wiedergegeben werden können. Die nuWave 85 präsentieren sich mit der weit überdurchschnittlichen Pegelfestigkeit, der überzeugenden Dynamik und dem frischen, angenehmen Hochtonbereich ebenfalls als hervorragende Spielpartner. Diese Erkenntnisse finden auch beim Auszug aus "Fluch der Karibik" (DTS Demo DVD Nr. 8) ihre Bestätigung. Auch hier werden die tosenden Wellen der Weltmeere mit viel Wucht und einer äußerst präzisen Detaillierung zum Zuhörer getragen. 

Der Ausschnitt aus "X2" ist besonders gut geeignet, um sich mit den Fähigkeiten der Nubert-Lautsprecher genauer zu befassen: Schon der Music Score wird räumlich und dicht wiedergegeben, der Moment, als die Rakete in den Hightech-Jet einschlägt, wird so realistisch wiedergegeben, dass man denkt, man säße selber mit im Flugzeug und müsste sich nun mit der wenig erfreulichen Situation, sich auf eine Notlandung vorzubereiten, in Windeseile auseinander setzen. Akustisch eindrucksvoll setzen die nuWaves auch die von externen Einflüssen gesteuerte Landung im Buschwerk in Szene. Die Verfolgungsjagd der insgesamt drei Flugzeuge wird ebenfalls in ausgezeichneter Qualität wiedergegeben - dies haben die Nubert-Boxen einer Eigenschaft zu verdanken, die wir auch schon bei anderen Testreihen mit nuWave-, nuLine- oder nuBox-Systemen herausgehört haben: Hier weckt Heimkino Emotionen,  schon beim 5.1 Betrieb ohne zusätzliche Extended Surround-Lautsprecher genießt man ein außergewöhnliches Klangpanorama, die gesamte Akustik wird nicht einfach unter technischen Aspekten korrekt wiedergegeben - vielmehr appellieren die nuWave-Schallwandler an alle Sinne, was den Zuhörer förmlich in das Geschehen hineinzieht und dafür sorgt, dass auch kleine Einzelheiten, die einem sonst entgehen, wahrgenommen werden. 

Zu welchen Leistungen unser Test-Set fähig ist, zeigt sich auch wieder bei "Training Day": Schon der Hip-Hop-lastige Soundtrack sorgt für viel Hörspaß, der großvolumige Center brilliert erneut durch seine auch bei extrem hohen Pegeln souveräne Stimmdarstellung. Auch, wenn schon der nuWave CS-4 locker für die meisten Bedürfnisse ausreichen dürfte, so packt der CS-65 einfach noch ein deutlich hörbares Plus an Leistung und Gelassenheit drauf, ohne ungebührlich teuer in der Anschaffung zu werden: Bei der Konkurrenz muss man für vergleichbar talentierte Center viel mehr ausgeben. Und der CS-65 kann noch mehr, denn man kann ihn wahlweise stellen oder legen, was die Möglichkeit eröffnet, 5.1- 6.1- oder 7.1-Systeme mit dem identischen Lautsprecher aufzubauen. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt einmal eine Multichannel- Konfiguration, die nur aus CS-65 besteht, auf ihre Talente hin überprüfen. 

Unser Test-Ensemble schlägt sich auch in der hier gewählten Zusammenstellung grandios, auch bei "Spiderman" agieren die nuWaves wieder wie "ganze Kerle" und nicht wie "Warmduscher": In der Szene, als der "Grüne Kobold" mit seinem Gleiter erstmals massiv für Aufregung und Unruhe sorgt, verhält sich unser Test-Set so, als hätte es schon lange auf eine solche Sequenz gewartet, denn mit großem Interesse nimmt der AW-7 die basskräftigen Effektsalven zur Kenntnis und wirft sie unerschütterlicher Wucht dem unschuldigen Publikum um die Ohren. Die RS-5 hinten kümmern sich ebenfalls um eine möglichst große Anteilnahme des Auditoriums an den Vorgängen im Film, denn sie ermöglichen ein präzise abgestuftes, vielschichtiges Klangbild. Der Center verliert auch bei hohen Pegeln nie den Überblick und geht effektiv seiner Arbeit nach, alle Stimmen und Fronteffekte, die aus der Mitte kommen, sauber aufzubereiten. Die beiden nuWave 85 sind auch extremen Anforderungen problemlos gewachsen, der aktive Sub muss erst ab 80 Hz unterstützend eingreifen, den Frequenzbereich auch noch um die 100 Hz bis 90 Hz meistern die beiden Standboxen locker. 

Für die Filmtonwiedergabe ist unser nuWave-Set extrem gut geeignet - und wie sieht es bei Musikalischem aus? Bei der DTS 96/24-DVD "Brasilian Bossa" begeisterten alle Nubert Komponenten auf der ganzen Linie: Der AW-7 lieferte ein ungemein kraftvolles und zugleich präzises Fundament, der CS-65 liefert ein weitläufiges, fein gestuftes Klangbild, die kompakten Rearlautsprecher RS-5 zeigen, dass wahre Größe nichts mit den Abmessungen zu tun haben muss: Mit einer ausgezeichneten Präzision und einem natürlichen Raumgefühl stellen sie ideale Spielpartner und keinesfalls unterdimensionierte Surround-Notlösungen dar.  Die Frontlautsprecher nuWave 85 liefern Leistungen ab, die manchen doppelt so teuren Standlautsprechern noch zu Glanz und Gloria verhelfen würden: Ein vielschichtiger, sensibler Aufbau geht mit einer hervorragenden Dynamik einher. Jedes Instrument sitzt hier, das Piano erklingt frisch und frei, der Bass besticht durch Klarheit und Fundament, die Drums erklingen tadellos akzentuiert  - es kommen echte südamerikanische Gefühle auf, wenn das Nubert-Ensemble richtig loslegt. Man hat den Eindruck, dass hier der Geist der Musik, "the Spirit of Music", sich ausgerechnet unseren Hörraum ausgesucht hat, um sich auszubreiten - so mitreißend und lebendig erklingen die flotten Rhythmen. 

Von den Klängen Südamerikas zum harten Beat gnadenlosen Hip-Hops: Während die Liebhaber brasilianisch-beschwingter Melodien nun mit Entsetzen den Hörraum verlassen, strömen die Hip-Hop-Freaks begeistert zum Ort des Geschehens: "Ain`t no Bidness" von Insane Clown Posse, ebenfalls in DTS 96/24-Qualität, stellt deutlich heraus, dass Nubert zu den weltweit führenden Anbietern von aktiven Subwoofern gehört. Die über jegliche Zweifel erhabene Souveränität, die hier der AW-7 an den Tag legt, ist grandios. Schon bei vertretbarer Gesamtlautstärke füllt er den ganzen Raum mit einem voluminösen, druckvollen Tiefbass, der den Hörraum in seinen Grundfesten erzittern lässt  - Vorsicht ist geboten: Schlecht schließende Schranktüren, wackelig aufgehängte Bilder und zuviel "Dekorationsmaterial" im Hörraum können schwerwiegende Folgen haben: Die Schranktür rattert und wehrt sich verzweifelt gegen die tieffrequente Gewalt, das Bild fällt im schlimmsten Fall von der Wand, und das Deko-Material wie Porzellan-Häschen, Blumenvasen oder Duftkerzenhalter schwingt fröhlich mit. Die hart gesungenen Wortfetzen brettern unnachgiebig durch den Hörraum, mit exzellenter Präzision und hervorragender Dynamik leiten die RS-5 die Surround-Anteile in Richtung des Auditoriums zurück. 

Im Stereoeinsatz können die nuWave 85 und der nuWave AW-7 übrigens auch mit beachtlichen Qualitäten aufwarten. Bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" und bei Peter Tchaikowsksys "1812 Ouvertüre" beweisen die nuWaves, dass sie auch anspruchsvolle Liebhaber klassischer Musik mit ihren hervorragenden Dynamikwerten und der feinfühligen Wiedergabe überzeugen können. Dies verdeutlicht, dass hier echte Universalisten am Werk sind, mit der nuWave 85 ist ein Lautsprecher entstanden, der für eine Standbox recht kompakt baut, für die Multichannel-Wiedergabe sehr gut geeignet ist und bei der Stereo-Darstellung ebenfalls tadellose Resultate abliefert. Aber was ist es genau, was die nuWave 85 im Stereobetrieb auszeichnet? Nun, zunächst der für diese Preisklasse erstaunlich gute Bühnenaufbau. Bei einem Konzert kann man mit überraschender Präzision ausmachen, welcher Musiker sich wo im virtuellen Konzertsaal befindet. Dadurch ist schon einmal eine wichtige Voraussetzung gegeben, um ein möglichst realistisches Klangbild zu schaffen. Weiter geht es mit dem aufgeräumten, akkurat aufbauenden Hochtonbereich, der für eine frische und schwungvolle Gesamtcharakteristik sorgt. Der AW-7 bringt unten herum ein präzises, kräftiges Fundament mit ein, was für den Eindruck großer Souveränität sorgt. Auch bei hohen Pegeln ist immer eine klare, ausdrucksvolle Wiedergabe gewährleistet. 

Zwei Gesichter: Die nuWave 85 "rocks the Discoteque"  - oder ersetzt den Konzertsaal

Und wie bewähren sich die nuWave 85 in allen Betriebsarten ohne die tatkräftige Unterstützung des AW-7? Gibt es dann ein Versagen auf ganzer Linie, so wie es bei den Fahrwerken mancher Autos bei abgeschalteter Stabilitätskontrolle der Fall ist? Nein, hier können wir gleich beruhigen: Uns ist noch nie eine Nubert-Box untergekommen, die im Bassbereich unterdurchschnittliche Ergebnisse abliefert, und auch die nuWave 85 ist keinesfalls so verloren wie ein Säugling ohne seine Mutter, wenn es darum geht,  kraftvoll und ausdrucksstark Bässe wiederzugeben. Dass sich trotzdem ein Anflug von Langeweile bei diesen Testreihen breit macht, liegt einzig und allein daran, dass man niemandem raten darf, zuvor die identischen Passagen mit Support des AW-7 anzuhören. Denn der aktive Subwoofer beweist Skeptikern deutlich, dass ein so guter, ausgezeichnet abgestimmter aktiver Basslautsprecher auch für eine sehr ansprechende Musikwiedergabe mehr als nur zuträglich und für den Heimkino-Einsatz praktisch Pflichtprogramm ist. Von besonders hoher Dringlichkeit ist der Handlungsbedarf, sich einen AW-7 zu organisieren, wenn man Actionfilm-Liebhaber, Hip-Hop-Fan  oder Techno-Hörer ist, denn bei solcherlei Signalquellen, die zu einem nicht unwesentlichen Anteil von der immensen Basskraft leben, stellt gerade ein so pegelfester Bassexperte eine sinnvolle Ergänzung dar. Sehr zu empfehlen sind übrigens die gesondert lieferbaren "Bolide Schock-Absorber", die für eine resonanzarme Akustik sorgen - die 46 EUR für vier dieser hochwertigen Standfüße sind gut angelegtes Geld, denn das Hörvergnügen wird deutlich gesteigert. Gerade, wenn man keinen dicken Teppichboden im Hörraum hat, sondern resonanzfreudige Böden wie Parkett oder Laminat, dann empfiehlt sich wirklich die Anschaffung dieser Absorber. 

Die Frage ist natürlich noch, wie sich der nuWave AW-7 im Vergleich zu unserem anderen "basskräftigen" Freund, dem nuLine AW-1000, schlägt. Hier ist festzustellen, dass der AW-1000 bei extremen Lautstärken noch eine Idee durchsetzungskräftiger ist, was sich, dies sei der Fairness halber angemerkt, aber nur im direkten Vergleich und bei höchster Belastung als tatsächlich relevant auswirkt. Für sich betrachtet bietet bereits der AW-7 mehr als ausreichende Leistungsreserven - und er dürfte für Musikliebhaber die erste Wahl sein, denn er liefert in Bezug auf die Präzision, gerade bei kurzen, nicht nachschwingenden Bässen, noch minimal bessere Ergebnisse als der AW-1000. Insgesamt aber kann man auch mit der Präzision eines AW-1000 vollauf zufrieden sein.  

Die geringen Unterschiede zwischen den ähnlich teuren Modellen 8AW-1000 864 EUR, AW-7 792 EUR) zeigen auf, dass Nubert hier zu günstigen Kaufpreisen zwei echte Bass-Universalisten im Programm hat, die auch dann nicht gnadenlos untergehen, wenn ein harmonisches, wohl fundiertes Bassfundament im Stereobetrieb gefragt ist.  Das Herausragende an den Nubert-Woofern ist, dass sie im Musikbetrieb nie unangenehm durch zuviel Bassdruck auffallen (eine korrekte Einpegelung vorausgesetzt), sondern ein klar strukturiertes Fundament liefern, das einem soliden, unaufdringlichen Grundvolumen zuträglich ist. Im Heimkino-Einsatz oder bei stark bass- und effektlastiger Musik zeigen die Nubert-Subs dann ihr anderes Gesicht: Hier greifen sie so hart durch wie ein mit allen Wassern gewaschener Police Detective bei Bandenkriegen in der Bronx. Abgrundtiefe Bässe, eine massive Durchsetzungskraft und ein dichtes Volumen sichern hier maximalen Filmspaß. Durch diese mannigfaltigen Talente konkurrieren die beiden Basslautsprecher eigentlich schon mit viel hochpreisigeren Angeboten - für vergleichbare Beträge liefert eigentlich nur Teufel mit dem THX Select Subwoofer M5000 (inzwischen der gefaceliftete M5100) ein ebenfalls überragendes, bassstarkes und leistungsfähiges Angebot. Die nicht direktvertreibende Konkurrenz liefert ebenfalls gute Produkte, muss sich aber in Bezug auf die universellen Qualitäten den Nubert- und Teufel-Woofern geschlagen geben: So ist der Heco Phalanx 12A auch ein sehr durchsetzungskräftiger Kandidat, die Präzision im Musikbetrieb der beiden Nubert- und des Teufel-Subs kann der Heco-Woofer jedoch nicht bieten. Er ist eher "ein Mann fürs Grobe", der bestialisch zupacken kann  - aber auch nicht heftiger als ein AW-1000 oder ein M5100. Der Preisvorteil, den die Teufel- und Nubert-Offerten in der Theorie haben - der Heco-Subwoofer kommt auf eine UVP von 999 EUR - dürfte in der Praxis durch die günstigen Marktpreise allerdings nicht so groß ausfallen. Bleibt der Quadral Power Cube Sub 500, ihm muss man gewissermaßen eine Sonderrolle zuteilen, denn für seine sehr kompakten Abmessungen liefert er hervorragende Werte, so dass der attraktive Quadral für "Raumökonomen" eine interessante Wahl sein dürfte. Doch auch der AW-7 ist noch recht kompakt und sieht gerade in terracottafarbener Ausführung einfach spitzenmäßig aus - für die italienischen Momente im Wohnzimmer. 

Fazit

Nubert brilliert erneut: Mit unserem preislich wie gewohnt sehr fair kalkulierten nuWave 5.1-Set kann man nicht nur bombastischen Heimkinosound realisieren und Hip-Hop-Tracks mit wahrer Wucht durch den Hörraum hämmern lassen - nein, hier sind echte Universalisten am Werk, die durch ihre Auslegung für eine Vielzahl von Hörern sehr interessant sein dürften. Mit dem aufgeräumten, klaren Hochtonbereich sorgen die nuWaves auch bei Liebhabern klassischer Musik für Furore, zumal auch noch die feinfühlige Detaillierung bestens ins Bild passt. Hier muss man schon zu deutlich teureren Standlautsprechern greifen, wenn man eine noch sensiblere Herausarbeitung kleiner Einzelheiten erreichen möchte. Als "kleine Sensationen" entpuppten sich die RS-5: Die zwischen dem direkt abstrahlenden Betrieb und dem Dipol-Betrieb umschaltbaren sehr kompakten Surroundlautsprecher fegen mit ihrer hervorragenden Präzision und der ausgesprochen guten räumlichen Abbildung viele von den Abmessungen her größere und auch weitaus kostspieligere Alternativen vom Platz. Der neue Center CS-65 gehört ohne Zweifel zu den besten Centerlautsprechern, die wir jemals gehört haben - und das für den günstigen Kaufpreis. Der CS-65 kann einfach alles: Feinfühlig aufbauen, auch bei hohen Pegeln klar wiedergeben und voluminös darstellen. Von den beiden überdurchschnittlich dynamischen Frontlautsprechern lässt sich ebenfalls nur Gutes berichten, denn sie agieren auch bei höchsten Lautstärken unerschütterlich souverän und bieten stets einen stimmigen, homogenen Klang. Mit hoher Genauigkeit und einem exzellenten Tiefgang macht der AW-7 auf sich aufmerksam. Durch seine vielfältigen Qualitäten ist er für alle Einsatzzwecke bestens gerüstet und lässt viele teurere Konkurrenten äußerst alt aussehen.  Summa summarum ist Nubert mit dem getesteten nuWave 5.1 Set erneut ein echtes "Masterpiece" gelungen: Geballte Sound-Energie für wenig Geld. 

Wieder ein "Schwaben-Hammer": Ein besseres 5.1 Lautsprecherset mit Standboxen gibt es für das Geld nicht

Oberklasse
Test 01.09.2004
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Mehrkanal-Musikklang auf Spitzenniveau

  • Exzellenter, dynamischer und ausdrucksstarker Heimkino-Sound

  • Subwoofer nuWave AW-7 mit überragenden Tiefbassfähigkeiten

  • Erstklassige, weit über dem Klassenstandard liegende Pegelfestigkeit

  • Weltklasse-Center mit vielschichtiger, natürlicher Stimmwiedergabe

  • Kompakte, höchst präzise und schnell agierende Rearlautsprecher nuWave RS-5

  • Sehr gute Stereoqualitäten der nuWave 65

Contra:
  • Perfekte Arbeit: Unser nuWave-Set leistet sich keine Schwäche

Technische Daten nuWave85:

  • Standlautsprecher
    2-Weg Bassreflex + Subbass
    Nennbelastbarkeit 300 Watt
    (nach DIN EN 60268-5,
    300-Std.-Test)
    Musikbelastbarkeit 420 Watt
    Impedanz 4 Ohm
    Frequenzgang 50–22000 Hz +2 –3 dB
    Übertragungsbereich 21–30000 Hz
    (nach DIN 45500)
    Wirkungsgrad 86 dB (1 Watt / 1m)
    Gesamt-Abmessungen 85 x 22 x 34 cm
    H x B x T (mit Gitter)
    Gewicht 20,5 kg

  • Lieferbare Farben: Anthrazit, Terracotta, Silbergrau

  • Stückpreis: 445 EUR

Technische Daten nuWave CS-65:

  • Centerspeaker · 2-Wege-Bassreflex, magnetisch abgeschirmt
    Nennbelastbarkeit 250 Watt
    (nach DIN EN 60268-5, 300-Std.-Test)
    Musikbelastbarkeit 350 Watt
    Impedanz 4 Ohm
    Frequenzgang 51–20 000 Hz ± 3 dB
    Abstrahlwinkel 10º
    Übertragungsbereich 24–30000 Hz
    (nach DIN 45500)
    Wirkungsgrad (Schalter oben) 86 dB (1 Watt / 1m)
    Maße H x B x T (ohne/mit Gitter) 22 x 55.2 x 39/40 cm
    Korpus ohne Frontplatte 20 x 54.2 x 36 cm
    Brutto-Volumen (ohne Frontgitter) 41 Liter
    Gewicht 15 kg

  • Lieferbare Farben: Anthrazit, Terracotta, Silbergrau

  • Stückpreis 385 EUR

Technische Daten nuWave RS-5:

  • Dipol/Direkt-Lautsprecher, bassreflex,
    (hintere Systeme gegenphasig/ausgeschaltet)
    Nennbelastbarkeit 120 Watt
    (nach DIN EN 60268-5, (Hochtöner, Tieftöner
    300-Std.-Test) und Weiche gegen
    Überlastung geschützt;
    selbstrückstellende
    Sicherungen)
    Impedanz 4 Ohm
    Musikbelastbarkeit 170 Watt
    Frequenzgang
    – Lautsprecherachse ± 30 º
    bei empfohlener Aufstellung 80–20 000 Hz ± 2.5 dB
    – frei im Raum 110–20 000 Hz
    Wirkungsgrad
    – auf Lautsprecherachse 84.5 dB (1 Watt / 1 m)
    – im Diffusfeld 83.5 dB
    Maße H x B x T 24 x 15.2 x 20.7 cm
    (Sicht auf Laut- (ohne Frontgitter)
    sprecher-Systeme)
    Korpus-Volumen 6.8 Liter
    (ohne Frontgitter)
    Gewicht 4.1 kg

  • Lieferbare Farben: Anthrazit, Terracotta, Silbergrau

  • Stückpreis 199 EUR

Technische Daten nuWave AW-7:

  • Musik / Sinus – Leistung mit eingebautem Lautsprecher:
    An einem Lastwiderstand von 4 Ohm:
    235 Watt / 190 Watt an 4 Ohm
    190 Watt / 155 Watt an 4 Ohm
    Frequenzgang: 28 bis 46 Hz (- 3 dB) Frequency „links“, Low Cut „30 Hz“
    31 bis 50 Hz (- 3 dB) Frequency „links“, Low Cut „35 Hz“
    28 bis 125 Hz (- 5 dB) Frequency „rechts“, Low Cut „30 Hz“
    Übertragungsbereich nach DIN 45500: 22 bis 85 Hz Frequency „links“, Low Cut „30 Hz“
    Eingangs-Empfindlichkeit (für 150 W / >40Hz): Line In: 110 mV / li + re 55 mV, High Level: 1.8 V / 0.9V
    Eingangs-Impedanz Line In: / Innen-Widerstand Line Out: 30 kOhm / 500 Ohm
    Abmessungen (ohne Filzfüße) : H x B x T 440 x 320 x 540 mm
    Gewicht: ca. 23 kg

  • Lieferbare Farben: Anthrazit, Terracotta, Silbergrau

  • Stückpreis 792 EUR

Preis unserer Testanlage:

  • 2 x nuWave 85: 890,-- EUR

  • 1 x nuWave CS-65: 385  EUR

  • 2 x nuWave RS-5: 398 EUR

  • Komplettpreis 5.0: 1.673 EUR

  • Komplettpreis 5.1 mit nuWave AW-7: 2.465 EUR

Test: Carsten Rampacher

01. September 2004

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