Test: NEC-Plasma 42-XR3

17.12.2004 (cr)

Einführung

Der Plasma-Markt wächst und gedeiht - trotz nach wie vor nicht eben niedriger Preise und starker LCD-Konkurrenz. Die Gründe dafür sind auch darin zu suchen, dass mancher Plasmafernseher inzwischen eine beachtliche Bildgüte bietet. Ebenfalls sind verschiedene Plasmaschirme auch der 42 ''-Kategorie HDTV-fähig. Sehr wichtig ist jedoch, dass auch tatsächlich vor dem Kauf die native Auflösung des Screens kontrolliert wird: Natürlich kann auch ein 852 x 480-Plasma HDTV-Signale entgegen nehmen - dies müssen dann jedoch auf die native Auflösung, die noch unter PAL-Niveau liegt, herunterskaliert werden - der visuelle Aha-Effekt, der von hochauflösenden Bildern herrührt, bleibt dann völlig aus. Also - wer es ernst meint mit guter Bildqualität und HDTV-Ambitionen mitbringt, sollte gleich zu einem Schirm mit einer Auflösung von 1.024 x 768 Bildpunkten greifen. Horizontal in voller Auflösung können mit einem solchen Plasmapanel  720p HDTV-Signale wiedergegeben werden. Nur horizontal wird skaliert (Herunterrechnung von 1.280 Zeilen auf 1.024 Zeilen bei 720p). Bei 1.080i wird zwar horizontal bei der Anzahl der Linien (1.920) kräftig skaliert, in der Praxis jedoch bleibt immer noch ein sehr gutes Bild mit beträchtlicher Auflösung übrig, wie z.B. der Pioneer PDP-435FDE im ungewöhnlichen 43 Zoll-Format beweist. Nun bekommt er starke Konkurrenz: Das NEC-Display 42-XR3 ist zwar einen Zoll kleiner, fährt dafür aber harte Geschütze in Form der Wiedergabemöglichkeit von maximal 68,7 Milliarden Farben (Pioneer: 7,08 Milliarden) auf. Auch mit 4.096 darstellbaren Graustufen legt das NEC-Panel einen hervorragenden Wert vor.  Mit bis zu 60.000 Betriebsstunden schafft der NEC auch das Vorurteil aus der Welt, dass ein Plasma-Panel zum einen teuer und zum anderen eher kurzlebig ist. Der Preis für so viel Hightech: Fair wirkende 3.999 €, allerdings wird Zubehör wie ein optional erhältlicher TV-Tuner oder Lautsprecher extra berechnet. 

Verarbeitung

Hochwertig: Der Tischfuß

Das NEC Panel ist sauber verarbeitet, bietet aber keine überdurchschnittliche Anmutung, es wirkt eher wie aus dem Profi-Bereich als wie ein auf  möglichst schickes Design optimiertes Consumer-Modell - was auch den Tatsachen entspricht, denn das 42-XR3 wurde direkt aus der professionellen Schiene abgeleitet. Durch das sachliche, schnörkellose Design und die geringen Abmessungen, möglich durch den schmalen silbernen Rahmen, ist es aber leicht unterzubringen und passt zu vielen Einrichtungsstilen. Das 42-XR3 ist zwar kein Hingucker, es stört aber durch seine optische Unauffälligkeit nicht. Der Tischfuß ist sehr solide verarbeitet. Etwas dürftig in Bezug auf die Qualität wirkt die mitgelieferte Fernbedienung. Wählt man den optional lieferbaren TV-Tuner (auf der Plasma-Rückseite zu befestigen) als Zubehör aus, bekommt man eine weitere Fernbedienung mitgeliefert, die ebenfalls etwas billig gemacht wirkt.

Wird auf der Geräterückseite verstaut: Unscheinbare Box, die den TV-Tuner beinhaltet

Bewertung
Anschlussbestückung

Kein Scart, dafür 5 BNC-Buchsen: Anschlussbelegung des NEC-Panels

Die Anschlussbestückung unseres Testkandidaten dürfte professionell angehauchte Home Cinema Liebhaber wirklich überzeugen. So gibt es nicht nur einen YUV Cinch-Eingang, sondern auch einen BNC-Eingang, der sehr flexibel zu nutzen ist. Es können sowohl RGB- als auch YUV-Signale darüber eingespeist werden. Zusätzlich ergeben sich für diejenigen, die nur einen Scartausgang, aber keinen YUV-Ausgang am DVD-Player haben, weitere Nutzungsmöglichkeiten: Es ist möglich, das RGB-Ausgangssignal aus der Scartbuchse des DVD-Spielers ebenfalls in den BNC-Eingang hineinzuleiten. Dafür erforderlich ist ein spezielles Adapterkabel, welches auf der einen Seite eine normale Scartbuchse aufweist und auf der anderen Seite mit RGB-BNC Buchsen plus FBAS-Synchronisationssignal ausgestattet ist. Welche Art von Signalen über den BNC-Eingang ins Plasma geleitet werden soll, kann man im OSD einstellen (mehr dazu anschließend). Ferner vorhanden sind am seitlich angebrachten Anschlussterminal ein FBAS- und ein S-Video-Hosidenanschluss sowie ein DVI-Eingang.  Ein D-Sub-RGB-Eingang für ein analoges RGB-Signal vom PC ist ebenso vorhanden wie eine Buchse zur externen Steuerung eines Monitors (D-Sub-Buchse) mittels RS232-Verbindung. 

Gegen Aufpreis lieferbar: TV-Tuner mit YUV-Ausgang

Bewertung
Ausstattung

Zunächst ist positiv anzumerken, dass der NEC mit einer nativen Auflösung von 1.024 x 768 tatsächlich HDTV-tauglich ist. 1.920 x 1.080-Signale müssen zwar kräftig, vor allem bei der Horizontalauflösung von 1920 Linien, skaliert werden, dies funktioniert aber, wie in der Bildwertung beschrieben, auf qualitativ überzeugendem Level. Des Weiteren spricht für den 42-XR3, dass er in der Lage ist, bis zu 68 Milliarden Farben und bis zu 4.096 Graustufen darzustellen. Durch die große Anzahl an darstellbaren Farben kennt der NEC die bei vielen, vor allem älteren Plasmaschirmen störende Dithering-Problematik (mehrere Pixel werden benötigt, um eine ursprünglich nicht vorhandene Farbe darzustellen. Dies ist in der Praxis nicht unproblematisch, denn es verringert bei einer gegebenen physischen Auflösung eines Panels dessen Fähigkeit, Bilddetails und Bewegungen wiederzugeben, da eine bestimmte Menge an Pixeln bereits für die Bildung der gewünschten Mischfarbe verwendet wurden).  Des weiteren sollen der Capsulated Colour Filter (CCF), der das unerwünschte Orange des Gasgemisches (insbesondere Neon) herausfiltert, in Kombination mit dem Accu Crimson Filter eine echte und realistische Farbwiedergabe erzielen. Der Accu Crimson Filter ist ein Farbfilter, der das unerwünschte Orange des roten Phosphors herausfiltert.  Um sich einen Überblick über den den sonstigen großen Ausstattungsumfang des 42-XR3 zu verschaffen, ist es am besten, sich mit den verschiedenen Menüs vertraut zu machen: 

Das Hauptmenü des 42-XR3 - von hier aus kommt man zu den umfangreichen Untermenüs

Die Bilde-Justagemöglichkeiten finden sich unter dem Punkt "Bild" und nicht unter "Bild-Einstellungen"

Erläuterungen zum Bild-Menü: Neben den hinlänglich bekannten Parametern Kontrast, Helligkeit, Schärfe, Farbe und Farbton (Tint, für NTSC-Wiedergabe) gibt es noch weitere Justagemöglichkeiten. "NR" steht für "Noise Reduction" und ist in drei Stufen schaltbar. Die Farbtemperatur lässt sich in vier Stufen (Niedrig/Röter, Gering/Leicht röter, Mittel/Standard mit leichter Blaubetonung und Hoch/Blaubetonung, kalte Farben) einstellen. Wenn man im Farbtemperatur-Menü "Hoch" wählt und dann die Menü/Enter-Tste drückt, landet man beim Weißabgleich und beim Abgleich für den Schwarzpegel. Im einzelnen sind einstellbar: Abgleich Rot/Grün/Blau (Weißabgleich), Bias Rot, Grün Blau (Abgleich für den Schwarzpegel). Auch eine Gammakorrektur bringt der NEC mit  (Werte 2.1, 2.2, 2.3, 2.4). Hinter "Low Tone" verbirgt sich eine Einstellmöglichkeit für die niedrigen Farbtöne insbesondere in dunklen Bildbereichen. Neben der "Auto"-Position gibt es noch drei weitere Einstellungen. Mit "Einst.-Niveau" ist die Einstellung des Grundpegels(Schwarzpegels) gemeint. Neben der 0 %-Einstellung gibt es noch die 3,75 %- und die 7 %-Einstellung für die Schwarzwertoptimierung. Hinter dem Menüpunkt "Farbabgleich" kann man die Farben Rot, Grün, Blau, Gelb, Fuchsinrot/Magenta und Cyan individuell justieren. Unter dem Farbabgleich, auf unserem Beispielbild nicht zu sehen, gibt es noch die Option "Kino-Modus". In angeschaltetem Zustand soll diese Betriebsart eine optimale Aufbereitung von Filmmaterial ermöglichen. Zu guter Letzt verfügt das NEC Plasma noch über eine Einstellung der Bildbetriebsart in Abhängigkeit von der Raumhelligkeit (Bild-Modus). Vier verschiedene Modi gibt es: Cinema 1  und 2: Für Filmwiedergabe in dunklem Heimkinoraum. Bildeindruck soll ähnlich wie im Kino sein. Cinema 2 erzeugt einen noch dunkleren Gesamteindruck. Normal: Diese Betriebsart ist für die Betrachtung von Videomaterial in helleren Räumen gedacht. Hell: Nochmals gesteigerte Bildhelligkeit. Fazit: Lobenswert umfangreich und mit sehr hohem praktischen Nutzen.

Die richtige Position: Um diese zu justieren, gibt es das Menü "Bild-Einstellmöglichkeiten"

Für Basiseinstellungen: Setup-Menü

Erläuterungen zum Setup-Menü: Hier kann unter "BNC Signal" angegeben werden, wie die Signale über den BNC-Eingang verarbeitet werden sollen: RGB/verwendet für den RGB-Eingang die 3BNC-Anschlussklemme. Komp./verwendet für den Komponenteneingang die 3BNC-Anschlüsse. Scart 1 legt folgendes fest: RGB für die DVD2-Eingänge und das FBAS-Synchronsignal für den HD-Eingang. Scart 2 legt folgendes fest: RGB für die DVD2-Eingänge und das FBAS-Synchronsignal für den Video 1-Eingang. Bei den "D-Sub-Signal"-Einstellungen kann man das Signal am RGB1-Anschluss auswählen: Bei "RGB" wird der D-Sub-Anschluss als RGB-Eingang genutzt. Bei "Scart 2" wird der D-Sub-Anschluss als RGB-Eingang von Scart genutzt.  Bei "HD Select" kann man die Anzahl der vertikalen Zeilen eines High Definition-Bildes entweder auf 1080i, 1035i oder 540p einstellen: 1080i/Standard, 1035i/Japanisches HD-Signalformat, 540p: Spezial-Digitalübertragungen (Beispiel: DTC100). Unter "RGB wählen" kann man verschiedene Eingangs-Quellformate zur korrekten Wiedergabe anpassen. Im einzelnen stehen zur Verfügung: 

  • Auto/wählt aus den Standardsignalen aus. 

  • Standb/Zur Anzeige von VESA-Standardsignalen (Verwendungszweck: Für Standbilder, die vom PC kommen). 

  • BEWEGT: Das Videosignal von einem Scan-Konverter wird in RGB-Signale umgewandelt, um das Bild klarer erscheinen zu lassen. Verwendungszweck: Bewegte Bilder von einem PC. 

  • WIDE1: Wenn ein Signal mit der Auflösung 852 x 480 mit einer Horizontalfrequenz von 31,7 kHz eingespeist wird, wird das Bild horizontal komprimiert. Um diesen Effekt zu verhindern, steht diese Betriebsart zur Verfügung.

  • WIDE 2: Bei der Einspeisung eines 848 x 480-Signals mit einer Horizontalfrequenz von 31,0 kHz kann das Bild in der Waagrechten komprimiert werden. Um diesen Effekt zu verhindern, ist diese Betriebsart vorhanden.

  • WIDE 3: Bei Einspeisung eines 1920 x 1200-Signals mit einer Horizontalfrequenz von 74,0 kHz kann das Bild ebenfalls in der Waagrechten komprimiert werden. Verhindert wird dies mit diesem Modus.

  • DTV: Für digitale 480p-Übertragungen

Hinter "DVI-Einstellungen" verbirgt sich die Möglichkeit, den DVI-Anschluss für den PC- oder den sonstigen Betrieb (z.B. in Verbindung mit einem DVI-fähigen DVD-Spieler oder einer Set Top-Box) zu konfigurieren. Die "Farbsystem"-Einstellung kümmert sich um das entsprechende Signalformat (z.B. PAL oder die verschiedenen NTSC-Spielarten).  Unter "Hintergrund" kann man einen schwarzen oder einen grauen Hintergrund wählen - etwas mehr Farbenfreude hätte hier gut getan. Die Justagemöglichkeit für den Grauwert beinhaltet die Einstellung der Schwarzfärbung der Bildschirmteile, auf denen nichts angezeigt wird (bei einer 4:3-Signalwiedergabe ohne Anpassung an das 16:9-Format z.B.) Es folgt im Menü die Einstellung "S1/S2" - bei Aktivierung wird das S-Videosignal, wenn es Informationen zum Bildschirmformat enthält,  automatisch so eingestellt, dass es auf den Bildschirm passt. Diese Funktion steht dann zur Verfügung, wenn über den Eingang "Video3" ein S-Videosignal zugeführt wird. Die beiden "OSM" (= On Screen Menü)-Punkte befassen sich mit dem An- und Ausschalten des Bildschirmmenüs und mit der Positionierung. Bilanz: Gerade für versierte Heimcineasten ein ausgezeichnetes Gerät, das beweist auch dieses Menü, das für Neueinsteiger zwar vielleicht sogar zu umfangreich ist, für Semi-Profis aber allen Anlass zur Freude bietet.

Das Energiespar-Management wird über das "Funktion"-Menü angesteuert

Erläuterungen zu diesem Menü: Hinter "Power MGT" verbirgt sich ein Energiespar-Management, das automatisch die Leistungsaufnahme des Plasmas reduziert, wenn über einen bestimmten Zeitraum kein Signal angelegen ist. Die Einstellung "Inputwechsel" (müsste eigentlich Eingangswechsel heißen) beinhaltet die Möglichkeit, dass (bei Stellung "ein") weiter zum nächsten Eingang geschaltet wird, wenn an einem Eingang kein Signal anliegt. Unter "PDP Schutz" gibt es verschiedene Möglichkeiten, die bei Plasmas bestehende Gefahr des Einbrennens (z.B. bei längerer Anzeige von Standbildern) zu reduzieren. Das Energie-Menü bietet extrem viele Optionen, wer alles für den jeweiligen Einsatzzweck optimal einstellen möchte, sollte die Bedienungsanleitung gut durchlesen.

Für den Gesamtüberblick: Hier kann man Frequenzen, Polaritäten der Eingangssignale und die Auflösung überprüfen. Hilfreich und praktisch

Insgesamt wird die Ausrichtung des 42-XR3 in Anbetracht des Ausstattungsumfanges klar: Hier ist der visuell erfahrene Experte angesprochen,  nicht der finanzkräftige "Plasma-Newbie", der sich nun auch mal einen Flachbildschirm als Ersatz für den Designer-Röhren-Fernseher anschaffen möchte. Es dürfte kaum ein Consumer-Plasma mit ähnlich professioneller und umfangreicher Ausstattung geben - hervorragend und volle Punktzahl für den NEC.

Bewertung
Bedienung

Übersichtlich: Oben die Fernbedienung des externen TV-Tuners, unten der IR-Controller des Plasma-Bildschirms

Die Bedienung des NEC-Schirms ist  eher auf Nutzer mit einigem Hintergrundwissen und mit in die professionelle Richtung gehenden Ansprüchen ausgelegt. "Otto Normalverbraucher" benötigt einige Zeit, um sich mit den verschiedenen Menüs und dem beträchtlichen Funktions- und Einstellungsumfang vertraut zu machen. Eine besonders große Stütze ist die stellenweise nicht optimal übersetzte Bedienungsanleitung dabei nicht immer. Die Fernbedienung ist sehr übersichtlich und summa summarum einfach zu handhaben. Die Fernbedienung des optional erhältlichen TV-Tuners ist ebenfalls gut zu überschauen. Leider fehlt beiden IR-Gebern eine Beleuchtungsmöglichkeit.

Bewertung
Testequipment:
Bildqualität

NEC versus Pioneer: Wer bietet das bessere Bild?

Starke Leistung: Beide Modelle, der Pioneer PDP-435FDE und der NEC 42XR3, markieren die Spitze bei der Bildqualität von Plasmaschirmen

1080i analog (Astra-HDTV, Euro1080/HD1-Signaleinspeisung über Komponente)

Weltrekord: Das NEC-Plasma bietet Schärfewerte, die das Beste darstellen, was wir je bei einem Plasmaschirm gesehen haben. Hier wird sogar der Pioneer PDP-435FDE noch überboten - allerdings zu dem Preis, dass das Bild, wenn nicht alle Parameter absolut perfekt abgestimmt sind, schon fast überscharf erscheint. Das natürlichere Bild bietet der Pioneer, der es somit den ehemaligen Besitzern von Röhren-TVs einfacher macht, sich an die Bildcharakteristik eines Plasmaschirms zu gewöhnen. Auch im 1.080i-Mous beweist der PDP-435FDE, dass seine visuelle Natürlichkeit und Harmonie im Moment einzigartig sind. Beeindruckend agiert der NEC aber auf jeden Fall, denn beispielsweise die in HDTV gezeigten mediterranen Örtchen mit alten Häusern und verträumten, idyllischen Gässchen und ansprechender Vegetation werden so messerscharf übertragen, dass jedes noch so kleine Detail z.B. an den Hauswänden deutlich hervorgehoben wird. Das Farbmanagement des NEC arbeitet sehr gut - wer den Pioneer PDP-435FDE nicht kennt, wird nichts vermissen, denn unausgewogen oder inhomogen ist die Farbwahl des 42-XR3 keinesfalls. Im direkten vis-a-vis-Vergleich jedoch wirkt der Pioneer nochmals harmonischer und trifft noch besser eine realitätsnahe Farbgebung. Gerade bei diffizilen Farbtönen (z.B. Gewitterhimmel, Sonnenuntergang, Wüstenboden mit blauem Himmel darüber) bietet der PDP-435FDE noch echtere, klarer durchstrukturierte Farben. Doch der Hauptvorteil des Pioneer gegenüber dem NEC ist der deutlich bessere Schwarzwert, wie man bei allen Testbeispielen gut sehen kann: Was beim NEC dunkelgrau erscheint, verwandelt der Pioneer in erstaunlich tief wirkendes Schwarz. Diese Eigenschaft sichert dem Pioneer  auch einen Vorsprung in der Bewertung der Plastizität. Das Bild des Pioneer wirkt wie zum Greifen nah, was in Verbindung mit hohen Auflösungen eine überragende Dreidimensionalität sichert. Gut agiert der NEC, wenn es um die Bewegungsdarstellung geht, was für die Qualitäten des internen De-Interlacers spricht, der bei der Einspeisung von Interlaced-1.080-Signalen aktiv werden muss. Nur selten treten, bei sehr schnellen Kameraschwenks, leichte Ruckler auf, die sich der Pioneer nicht leistet. Insgesamt steht für uns fest: Der PDP-435FDE bleibt das Maß aller Dinge. Mit dem NEC jedoch hat sich ein neues Modell souverän auf dem zweiten Platz etabliert. Der Abstand des ausgezeichneten NEC zum Leader Pioneer ist geringer als der Abstand zwischen dem 42-XR3 und dem Rest der "Plasma-Welt".

DVI-DVD-Signal, hochskaliert auf 720p

Der NEC bietet bei Anschluss eines Denon DVD-3910 (Denon skaliert DVD-Signal/PAL auf 720p hoch) über DVI ein sehr ansprechendes Bild, das bei "Stirb an einem anderen Tag" besonders durch die beiden Faktoren Gesamtbildschärfe und Detailtreue positiv auffällt. Hier erreicht das NEC Spitzenwerte, die auch den Vergleich mit unserem "Primus" Pioneer PDP-435FDE nicht scheuen müssen: Was die reine Bildschärfe angeht, erreicht der NEC auch hier, ebenso wie in der ersten Teil-Bildwertung, Rekordwerte. Auffällig ist aber, dass der 42-XR3 trotz der 68,7 Milliarden darstellbaren Farben in Bezug auf die Farbdarstellung nicht ganz mit dem natürlichen, ausgewogenen PDP-435FDE mithalten kann: So wirkt das Rot eine Idee zu intensiv, Blautöne wirken etwas unnatürlich. Diese Faktoren sprechen für eine nicht absolut ausgewogene Farbbalance. Beim dritten Harry Potter-Film "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" stellt der NEC-Schirm seine Fähigkeit zur überragenden Detaillierung erneut unter Beweis und präsentiert mit viel Sorgfalt alle Einzelheiten der Fassade von Hogwards. Auch die Natur, d.h. Pflanzen und Bäume, erscheinen mit ausgezeichnetem Facettenreichtum auf dem Bildschirm. "Seidenschnabel", der eigensinnige Hippogreif, springt und fliegt ebenso aufwändig gezeichnet über den Bildschirm. Die Bewegungsdarstellung des NEC-Plasmas ist wirklich gut, im direkten Vergleich jedoch wirken gerade schnelle Kameraschwenks und rasche Bewegungen (Laufen, Springen) beim PDP-435FDE noch runder und harmonischer. Dies trifft auf den gesamten visuellen Eindruck zu, den das Bild vermittelt: Der Pioneer erreicht momentan Werte in Bezug auf visuelle Gesamtharmonie, Natürlich- sowie Gefälligkeit, die auch das erstaunlich Performance-starke NEC-Display nicht erreicht. 

Die im Moment unerreichte Qualität des Pioneer-Panels zeigen sich  bei der erneuten Bewertung von Kontrast und Schwarzwert - während beim NEC manche Kleinigkeiten in sehr dunklen oder sehr hellen Bildbereichen verschwinden oder nicht akkurat gezeichnet erscheinen, holt der PDP-435FDE auch bei sehr hellen oder dunklen Bildteilen jede Einzelheit sauber hervor. Auch die Schwarzwiedergabe ist  besonders gut gelungen beim Pioneer, das Schwarz wirkt tief und satt, was auch den Eindruck herausragender Plastizität vermittelt. Im Vergleich dazu sieht der NEC-Konkurrent mehr so aus, wie man es noch vor kurzem von Plasmas kannte: Das Bild wirkt aufgesetzter, zweidimensionaler, denn es vermittelt weniger räumliche Tiefe. Dies zeigt sich deutlich bei "Training Day", einer der bildstärksten Warner-DVDs: Durch die ausgezeichnete Farbwiedergabe und den sehr guten Schwarzwert zeigt sie das große Potential des PDP-435FDE und die - zugegebenermaßen erst im direkten Vergleich richtig sichtbaren - Schwächen des NEC, der wirklich Pech hat, dass es so starke Konkurrenz wie den Pioneer-Screen gibt: Verglichen mit dem "Rest der Plasma-Welt" schneidet das NEC sehr gut ab und braucht keinen Konkurrenten zu fürchten - im Gegenteil; Bildschärfe und Detaildarstellung demonstrieren ein sehr hohes Niveau. Auch die ausgezeichnete, leuchtende Weißwiedergabe untermauert diesen Eindruck.

Progressive (576p) analog

Der erstaunliche Level wird auch bei analog-progressiver (PAL) Signaleinspeisung gehalten: Die A/D-Wandlung, die das NEC-Plasma gleich nach dem Eintreffen des Signals durchführen muss, um digital die Signalauflösung an die native Auflösung des Plasmas anzupassen, hinterlässt praktisch keine sichtbaren Spuren. Nur minimale, in wenigen Sequenzen sichtbare Schattenmuster zeugen von sehr kleinen Qualitätsverlusten durch die A/D-Wandlung. Das Bild ist - entsprechendes Quellmaterial vorausgesetzt - sauber, alle Objektränder sind tadellos gezeichnet. Feine Strukturen und Muster sowie detailreiche Gebäude-Innenräume (Das Innere des Hauptquartiers des MI6 in "Die Welt ist nicht genug", die Bar in "Training Day") zeichnet NECs Plasmaschirm exakt und stimmig. Die Verfolgungsjagd, als 007 mit Qs Schnellboot der Killerin in rasender Geschwindigkeit folgt, wirkt dynamisch und lebendig. Die Farbbrillanz des NEC ist sehr gut, aber nicht auf so hohem Level wie beim PDP-435FDE, das auch hier seine momentane Vormachtsstellung untermauert. 

Interlaced (576p) analog

Auch in dieser Teilwertung gibt es wenig am NEC auszusetzen. Der De-Interlacer arbeitet erneut ordentlich und fällt nicht durch Bewegungsunschärfen und Detailverluste im Bewegungsverlauf aus dem Rahmen. Die superbe Bildschärfe ist auch hier wiederum ein Hauptvorteil des 42-XR3, der zudem durch sein sauberes, kaum von störendem Rauschen beeinflusstes Bild begeistern kann. Wie in allen anderen Disziplinen zeigt sich der Kontrast in tadelloser Form, nur der PDP-435FDE bietet einen nochmals gesteigerten Kontrastumfang. Die Wiedergabe von reinem Weiß ist allerdings eindeutig Domäne des hier sehr strahlend und frisch darstellenden NEC. 

Bewertung
Fazit

Das NEC 42-XR3 profiliert sich in unserem Test als ausgezeichnetes Plasma-Panel. In Bezug auf die Bildschärfe werden sogar neue Maßstäbe gesetzt. Ebenso kann das NEC mit seiner für semiprofessionelle Anwender herausragenden Ausstattung fleißig Punkte sammeln. Der Preis passt ebenfalls - knapp 4.000 € sind zwar viel Geld, aber keinesfalls unverschämt in Anbetracht des Gebotenen. Bis auf die qualitativ nicht überzeugende Fernbedienung und die etwas unübersichtliche Bedienung lassen sich keine echten Schwächen am 42-XR3 ausfindig machen, das nach dem Pioneer PDP-435HDE klar das momentan zweitbeste Gerät in der 42/43-Zoll-Liga ist. Um zum Pioneer aufschließen zu können, müssten noch der Schwarzwert und das Farbmanagement verbessert werden - aber dies wird bestimmt geschehen, da Pioneer die Plasma-Sparte von NEC übernommen hat und seine Marktposition dadurch weiter massiv verbessern kann. 

Exzellentes Plasmadisplay ohne echte Schwächen mit besonderer Eignung für versierte Anwender

Highend-Klasse
Test 17. Dezember 2004
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Bestechende Bildschärfe

  • Sehr gute Detailauflösung

  • Guter De-Interlacer

  • Semiprofessionellen Ansprüchen genügende Anschlussbestückung

  • Sehr umfangreiche Einstellmöglichkeiten

Contra:
  • Schwarzwert und Farbmanagement noch verbesserungsfähig

  • Etwas unübersichtliche Bedienung

  • Fernbedienung in Bezug auf die Anmutung nur ausreichend

Technische Daten
  • Displaytyp AC Drive Type Plasma, 42 Zoll 

  • Bildschirmgröße 918 x 518 mm, Diagonale: 1050 mm 

  • Bildformat 16:9 

  • Physikalische Auflösung 1024 x 768 

  • Weitere Auflösungen VGA bis UXGA (komprimiert) 

  • Betrachtungswinkel 160° Horizontal / 160° Vertikal 

  • Signalverarbeitung (Gamma) 12 Bit, 4096 Graustufen (68,7 Mrd. Farben) 

  • Audioverstärker 2 x 8 Watt 

  • Besonderheiten Capsulated Colour Filter (CCF) und New Drive Technology, Accu Crimson, 900% Zoom, temperaturgesteuerte Lüfter (22dB), UXGA-Kompatibel, HDCP kompatibel, neues OSM 

  • RGB Signaleingänge Mini D-Sub (15 polig), BNC (R, G, B, H/CS und V), DVI-D digital (HDCP) 

  • Video Signaleingänge 1 x Cinch, 1 x BNC, 1xS-Video, 2* x Komponenten (Y, Pb, Pr) für NTSC, PAL, SECAM, NTSC 4.43, HD, DVD, DTV *1 Cinchx3, 1 BNCx3 (wählbar über RGB2-Eingang) 

  • Audio Eingänge 3 x Cinch Stereo 

  • Optionales Zubehör integrierbarer Kabeltuner, Glasstandfuß, montierbare Lautsprecher, Wandhalterung, Deckenhalterung, Standsäule 

  • Garantie 2 Jahre (Repair-Return) innerhalb der EU und Schweiz 

Test: Carsten Rampacher
17. Dezember 2004

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