AV-Receiver Marantz SR-14MkII
31.10.2001 (cr)

Finish, Features und Anschlüsse
Wer noch den passenden Partner zum bereits hervorragend bei uns getesteten Marantz DV-17 sucht,
wird bei Marantz rasch fündig: Der Topliner des Hauses, der High-End-AV-Receiver Marantz SR-14MkII für 10.000 Mark,
passt schon rein optisch perfekt zum DVD-Spieler. Der mit 5 x 140
Watt (20 Hz - 20 kHz, 0,05 % Klirr) starken Endstufen ausgestattete SR-14MkII
decodiert selbstverständlich THX Surround EX (separate
Zweikanal-Endstufe zusätzlich erforderlich), ebenfalls DTS ES Matrix 6.1. DTS
ES Discrete fehlt noch im Feature-Programm, ebenso DTS NEO:6 und Dolby
ProLogicII. Dies ist aber nicht Marantz anzulasten, schließlich ist der
26,5 kg schwere Bolide schon seit geraumer Zeit im Angebot. Dies ändert aber
nichts daran, dass die Zutaten immer noch besonders fein sind: Der THX-Ultra-zertifizierte
Receiver hat als DD/DTS-Prozessor den YSS912-Chip, der auch im Vorgänger
SR14MkI schon nachgewiesenermaßen sehr gute Dienste geleistet hat. Für THX-EX
Prozessing setzt Marantz den Zoran ZR38601-Chip ein, der durch seine hohe
Rechenleistung bestens dazu geeignet ist, um die anfallenden Datenmengen
souverän zu managen. Im THX-EX Modus werden auch die DTS ES Matrix Signale
verarbeitet. Der digitale Datenstrom wird von 5 D/A- Wandlern AD-1555 von Analog
Devices übernommen. Höchster Aufwand wird für die Frontkanäle betrieben:
Hier wird jeweils ein D/A-Wandler im "Differential Mode" genutzt, um
die nachfolgenden mit einem sauberen Differenzsignal anzusteuern. Dies
verbessert das Übersprechverhalten und eliminiert gleichzeitig lästige Artefakte, die
durch die D/A-Wandlung entstehen könnten. Beste Bauteile auch bei den Endstufen,
die mit den leistungsstarken Sanken-Transistoren ausgestattet sind, die Marantz
schon im Highend-Verstärker PM-14 eingesetzt hat. Getreu der Firmenphilosophie
soll der SR-14MkII auch im Stereobetrieb bestens klingen, somit ist eine
exzellente Behandlung analoger Signale selbstverständlich: Für den Einsatz als
HiFi-Zweikanalverstärker gibt es für analoge Signale im SR-14MkII eine Source
Direct Schaltung, bei der der komplette Digitalpart umgangen wird.
Wie bereits erwähnt, verfügt der AV-Receiver nur über fünf eingebaute
Endstufen, für die zusätzlichen zwei Surround Center (THX-Ultra) sind, wie
üblich, Pre-Out-Ausgänge vorhanden. Marantz' Begründung: Wären in das
ohnehin schon randvolle Gehäuse noch zwei zusätzliche Endstufen eingebaut, wäre
dieses nur möglich gewesen, wenn man wo anders Abstriche gemacht hätte - das
wollte man aber nicht, sondern man wollte einen AV-Receiver konstruieren, der
HiFi-Können und exzellente Filmwiedergabe zu einem harmonischen Ganzen
vereint. Der Marantz SR-14MkII verfügt auch über einen HDCD-Decoder, der
dafür sorgt, dass HDCD-CDs in optimaler Qualität wiedergegeben werden können.
HDCDs, im Gegensatz zu herkömmlichen Discs mit 20 anstatt mit 16 Bit
Informationen versehen, sollen realer, das heißt transparenter, klarer und
differenzierter, klingen. Ein weiteres interessantes Feature: Es gibt für die
Wiedergabe von DTS-Quellen (DTS 5.1, DTS ES Matrix 6.1) wahlweise einen DTS
Cinema- oder DTS Music Mode. Im Music Mode wird das LFE-Signal um 10 dB
reduziert.
Soviel schon vorab zur Technik des SR-14MkII. Diese zwar für Techniker sehr
interessanten, doch auch eher nüchternen Daten treten fast in den Hintergrund,
wenn man den Boliden das erste Mal ausgepackt zu Gesicht bekommt: Die
Verarbeitung ist dem Preis mehr als angemessen, der Besitzer hat den Eindruck,
ein wertiges Stück edle Technik eingekauft zu haben. Alles ist aus dem
Vollen gefräst: Das massive Chassis, die einzelnen Bedienelemente, das perfekt
verarbeitete Anschlussfeld auf der Geräterückseite. Dieses muss noch näher
kommentiert werden: Bessere und hochwertigere Schraubklemmen für die
Lautsprecheranbringung hat der Tester bislang noch nicht gesehen. Somit wird
selbst die lästige Verkablung immens vereinfacht. Doch auch auf
der Frontplatte ist alles perfekt arrangiert: Es macht Spaß, zum hochwertigen
Lautstärke-Drehregler zu greifen, oder mittels des zweiten Drehrads den
passenden Zuspieler einzustellen. Die schwere Klappe, unter der sich
weniger oft benötigte Tasten befinden, ist ebenfalls bestens verarbeitet. Bei
dem hohen Preis hätte Marantz dieser Klappe eigentlich noch eine schöne
automatische Öffnungsfunktion (wie beim Onkyo
TX-DS989) gönnen können.
Wie wir schon beim DV-17
lobend erwähnten, geht man bei Marantz beim anderenorts oftmals leidigen Thema
Fernbedienung keine Kompromisse ein: Eine Philips Pronto nebst Ladestation, bei Marantz
RC5000i Touchscreen Fernbedienung genannt, wird mit dem AV-Receiver geliefert. An Anschlüssen bringt der AV-Receiver einiges mit: So beispielsweise fünf
frei zuweisbare Digitaleingänge (3 optisch, 2 koaxial), einen RF-Eingang (das
wird die LD-Freunde freuen, die ihre NTSC-Laserdiscs auch gern in DD 5.1
anhören wollen), dazu kommen 2 Digitalausgänge (einmal optisch, einmal
koaxial). Selbstverständlich ist auch ein Sechskanal-Eingang da, der zunächst
für Verwunderung sorgt: Denn es sind nur Anschlüsse für die beiden
Surroundlautsprecher, den Centerlautsprecher sowie den Subwoofer vorhanden.
Wohin also mit den Frontkanälen? Des Rätsels Lösung: Es werden die
Fronteingangs-Buchsen des "normalen" Zweikanal-Eingangs mitbenutzt.
Beispiel: Hängt ein DVD-Player mit Sechskanalausgang am SR-14MkII, werden die
Frontkanäle über den normalen Zweikanal-Eingang (der auch genutzt wird für
Downmix oder den analogen Stereobetrieb mit D/A-Signalwandlung im DVD-Player)
verbunden, der Rest kommt an den Sechskanal-Eingang (der eigentlich dann nur ein
Vierkanal-Eingang ist).
Auf der visuellen Seite ist der Topliner von Marantz mit drei
Komponenteneingängen und einem Komponentenausgang bestückt. Fünf Video- und
fünf S-Video-Eingänge sowie zwei Videoausgänge und zwei S-Videoausgänge sind
ebenfalls vorhanden. Wer nicht auf DSP-Programme verzichten möchte,
findet hier auch beim SR-14MkII einige digitale Klangprogramme:
Wer den SR-14MkII auch mal als "Party Machine" nutzen möchte
(obwohl das gute Stück dafür eigentlich viel zu schade ist), kann zum "5
Channel Stereo Mode" greifen.
Mit seinem Aussehen, seiner Ausstattung und seiner
Technik konnte der Marantz also schon dafür sorgen, dass man seinen immensen
Kaufpreis keinesfalls als übertrieben, sondern als völlig angemessen ansieht.
Denn hier wird viel edle Technik, gepaart mit einer zeitlos-eleganten, wertigen
Optik geboten.
Bewertung     
Bedienung
Das Beste ist gerade gut genug für den SR-14MkII - das gilt auch für die
mitgelieferte Fernbedienung. Die Pronto, wie
hinlänglich bekannt ist, eignet sich bestens als Schaltzentrale für die
gesamte AV-Anlage, auch wenn es gilt, wirklich viele Zuspieler einfach zu
verwalten. 2 MB Arbeitsspeicher sind integriert, und die Bedienung des
SR-14MKII wird mittels des gut in der Hand liegenden Touchsreen-Controllers
wirklich einfach.
Für die verschiedenen anderen Geräte, die auch mit der
"Marantz-Pronto" bedient werden, lassen sich die entsprechenden
Benutzeroberflächen herunterladen. Natürlich stellt der Marantz dem Benutzer auch noch ein sehr
gut aufgebautes OSD (in englischer Sprache) zur Verfügung, welches es zulässt,
den AV-Receiver innerhalb einer vertretbaren Zeit komplett zu justieren.Mittels
einer "Lock"-Schaltfunktion kann das Lautsprecher-Setupo komplett
gesperrt werden - keine Einstellung kann aus Versehen verändert werden. "Unlock"
entsichert die Einstellungen wieder und erlaubt, z.B. die
Lautsprechereinstellungen dem Heimkino- oder dem Musikbetrieb anzupassen.
Interessant: Der
eingebaute Testtongenerator erwies sich während des Einpegels übrigens als
überdurchschnittlich gut, so dass in relativ kurzer Zeit ein ziemlich präzises
Einpgeln möglich war. So bleibt positiv festzuhalten, dass sich der
SR-14MkII trotz der umfangreichen Funktionen nach kurzer Eingewöhnungszeit
völlig problemlos steuern lässt. Die Bedienelemente am Receiver selber
begeistert mit höchster Präzision, so dass man auch gern dort einmal
"Hand anlegt".
Bewertung     
Ton
Lautsprecher:
- Front L/R: Boston Acoustics VR-35
(Musikbetrieb ASW Cantius VI)
- Center: Boston Acoustics VR-14 (Musikbetrieb ASW
Cantius 3CS
- Surround: Boston Acoustics VRS-Pro (Musikbetrieb ASW Cantius V)
- Back Surround: Boston Acoustics VRS-Pro
- Subwoofer: Selbst konstruierter Subwoofer mit 180 Watt-Endstufe und
zwei 25-cm-Visaton-Tieftonlautsprechern mit Glasfasermembran zum Einsatz
- Test-DVD-Player: Marantz DV-17, Sony DVP-NS900V
Software:
- DTS Demo DVDs Nr. 3 & Nr. 5
- THX Surround EX Demo DVD
- The Rock Code 2 Special Edition
- Vertical Limit Code 2
- Die Mumie Code 2
- Johann Sebastian Bach: Violinenkonzerte (Naxos DD/DTS-DVD)
- Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonien Nr. 40/28 (Naxos DD/DTS-DVD)
- Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 (EMI DTS-CD)
- Peter Tschaikowsky: "1812 Ouvertüre"
- Felix Mendelssohn-Bartholdy: Musik zu Shakespears
"Sommernachtstraum" (Deutsche Grammophon 4D-CD)
- Celine Dion: All The Way - a Decade Of Song
- Future Trance Vol. 16
In allen Disziplinen erbrachte der Marantz SR-14MkII Referenzleistungen. Immer
wieder beeindruckend war die Leichtigkeit, mit der der AV-Receiver agierte. Die
Leistungsreserven der Endstufen sind schier unerschöpflich, die klangliche
Brillanz begeistert sowohl im Musik- als auch im Heimkinobetrieb.
Die Beobachtungen im einzelnen:
Filmbetrieb:
Was der AV-Receiver bei der THX Surround EX Demo-DVD veranstaltet,
ist respekteinflößend: Völlig mühelos und unbeeindruckt dringt der SR-14MkII
beim klassischen "Broadway"-Trailer in Pegelregionen vor, die, so
sollte man denken, eigentlich nochmals deutlich teureren
Vor-/Endstufenkombinationen von Kleinserienherstellern vorbehalten bleiben
sollten. Doch wozu noch mehr investieren, muss man hier fragen. Denn
selbst anspruchsvollste Heimcineasten dürften sich nicht nur mit der Leistung
des SR-14MkII anfreunden können, nein - sie müssten schlichtweg begeistert
sein: Die klangliche Präzision, gepaart mit absolut unbändiger Kraft, sorgen
dafür, dass man die Werksangaben für die Leistung als maßlose Untertreibung
ansieht. Der Marantz kann wahre klangliche Höllenfeuer entfachen, ohne
dabei unkultivierte Eigenschaften wie Verzerrungen oder eine verwaschene
Effektpositionierung zu zeigen: Der Klang bleibt dabei derart akkurat und
sauber, dass man nur immer wieder erstaunt sein kann. Was den Antritt und die
Geschmeidigkeit der Endstufen angeht, ist der Marantz Extraklasse - da macht ihm
kein anderer AV-Receiver oder AV-Verstärker etwas vor. Dass die perfekte
Effektpositionierung und die effektive Einbindung der Back Surround Lautsprecher
ebenfalls zu den herausragenden Qualitäten des SR-14II gezählt werden können,
beweist der Audio-Track "Jingle Sounds" auf der THX Surround EX Demo
DVD: Zwitschernde Vögel im Dschungel, herumfliegende Hubschrauber und quer
durch den Raum schallende Schüsse überträgt der Marantz mit einer Wucht, dass
einem bei geschlossenen Augen Angst und Bange wird - erst das Öffnen derselben
erlöst den Tester: Nein, er ist nicht in einem Guerilla-Krieg irgendwo im
Urwald gelandet, er ist noch im Testraum. Überragend gibt der Receiver
auch den Trailer zu "The Astronaut's Wife" wieder, auch hier brilliert
der AV-Receiver mit seinen unerschöpflichen Kraftreserven und einer tonalen
Brillanz, deren Qualität besonders im sehr differenzierten Hochtonbereich voll
zum Tragen kommt. Hervorragend die Räumlichkeit, exzellent die
Effektpositionierung. Selbst beim Trailer zu "Austin Powers - The Spy Who
Shagged Me" entfaltet der Marantz noch ein vergleichsweise hohes Maß an
voluminöser Räumlichkeit. Dies überrascht deshalb, weil die EX-Abmischung
dieses Films zu den eher weniger gelungenen zählt und die gesamte Surround- und
Back Surround-Klangkulisse durch eher einfältige Effektkombinationen auffällt.
Die Sequenz aus "Gladiator" auf der 5. DTS Demo DVD
(Filmausschnitt liegt in DTS ES Discrete 6.1 vor) trägt der Marantz trotz der
Tatsache, dass er lediglich DTS ES Matrix 6.1 decodieren kann, in herausragender
Qualität in den Hörraum. Das Einzige, was beim genauen Hinhören
(Vergleichsgerät: Denon AVC-A1SE)
auffällt, ist das noch einen Tick präzisere Klangeindruck, der sich beim
Hören "diskreten Form" auf dem Denon um den
Back Surround Kanal herum ergibt. Zweifelsohne erbringt der Marantz aber auch
ohne Discrete-Decodiermöglichkeit eine beinahe perfekte Leistung, die auch die
harmonische Einbindung des Music Score umfasst. Dieser klingt außergewöhnlich räumlich und sauber. Die in der Filmmusik
enthaltenen Dynamikunterschiede
stellt der SR14II hervorragend dar. Dass die Wiedergabe heftigster
Explosionen auch sehr leicht von der Hand gehen können, beweist der Receiver bei
der Filmsequenz aus "U-571": Hier lässt er bei den
Wasserbomben-Explosionen den Hörraum in seinen Grundfesten erzittern. Doch auch
die wenigen, leisen Teile, die dem Spannungsaufbau innerhalb des Films zugute
kommen, überträgt der Marantz exzellent: Kleine Umgebungsgeräusche werden
plastisch eingearbeitet, die Stimmwiedergabe ist homogen und gefällig. Somit
begeistert der AV-Receiver auch bei diesem Testbeispiel mit seiner
Antrittsstärke und Geschmeidigkeit. All diese Tugenden kann er auch bei
"The Rock Code 2 Special Edition" unter Beweis stellen: Bei der
Autoverfolgungsjagd durch San Francisco, als Nicolas Cage im gelben Ferrari F355
Sean Connery im schwarzen Hummer jagt, fühlt sich der Zuhörer "mittendrin
statt nur dabei": Begeisternd ist der vielschichtige, dynamische Aufbau der
Surround-Klangkulisse, der antrittsstarke Bassbereich und die hohe akustische
Plastizität. Damit empfiehlt sich der SR-14MkII auch für den inhaltlich zwar
eher lauen, dafür effektgewaltigen Bergesteiger-Movie "Vertical
Limit": Kreisende Hubschrauber, heftigste Schneestürme oder Lawinen: Alles
gibt der Marantz transparent und kraftvoll wieder - Klang wie zum
"Anfassen". Von der
eisigen Kälte des Himalaja in die glühende Hitze Ägyptens: Bei der "Mumie" vollzieht der SR-14MkII den
Klimazonen-Wechsel perfekt und brilliert auch beim Spektakel um den mächtigen
Hohepriester mit den schon bekannten "Highlights": Ein brachialer
Bass, eine perfekte Effekt-Positionierung, eine facettenreiche
Surround-Klangkulisse und eine natürliche Stimmwiedergabe mit sehr gutem
Volumen. Der Music Score ertönt präzise und räumlich.
Musikbetrieb:
Bei Mozarts Symphonien Nr. 40 und 28 fasziniert der SR-14MkII mit klanglichen
Leistungen, die eine perfekte Kombination aus höchster Harmonie und Detailtreue
verkörpern. Exzellent arbeitet der Bolide die einzelnen Charakteristika der
verschiedenen Instrumente heraus: Leicht und beschwingt ertönen die Streicher,
mit einer großartigen Transparenz im Hochtonbereich, warm, mit
natürlichem Volumen erklingen die Bläser, pointiert erfolgt der
Orchestereinsatz. Minimale Details, die bei vielen günstigeren Geräten
entweder einfach untergehen oder nur unzureichend aufgebaut dargestellt werden, gibt der Marantz ausgezeichnet wieder: Er arbeitet Nuancen
heraus, ohne den Bezug zur Gesamtharmonie zu verlieren, im Gegenteil:
Jedes kleine Detail ist hier Teil eines überragend dargestellten Ganzen.
Musikalisch, ohne Frage, schwingt sich der SR-14MkII zu Leistungen auf, die
immer wieder begeistern können - vor allem auch die Leichtigkeit, mit der hier
Höchstleistungen vollbracht werden. Dass der Receiver mit Streichern sehr gut
umzugehen weiß, zeigt sich auch bei Johann Sebastian Bachs Violinenkonzerten.
Direkt zu Beginn spielt der Marantz mit einem derartigen Esprit auf, dass die
Frische und Lebendigkeit der Musik beim Tester auch zu Herbstzeiten
Frühlingsgefühle weckt. Mit einer unglaublichen, spielerischen Leichtigkeit
schafft der SR14MkII eine äußerst detaillierte Klangwelt, die auch bei
konzertsaaltauglichen Pegeln nicht zerbricht, im Gegenteil: Denn dann kommt der
edle AV-Receiver richtig in Fahrt und kann die Leistungsfähigkeit seiner
Endstufen optimal zur Geltung bringen. Parade-Musiksequenz sind eindeutig die
Stellen, wo nach den Streichersoli immer das ganze Orchester mit einer
herausragenden, präzisen Brillanz einsetzt: Hier kann der Marantz sein Können
voll entfalten. Kaum noch überraschend dann, dass das Gerät auch beim
Mahlers 2. Symphonie auf der dritten DTS Demo DVD hervorragende Leistungen
erbringt: Den diffizil darstellbaren Choralgesang beispielsweise trägt der
Marantz exzellent in den Hörraum. Schon zu Beginn begeistert die klangliche
Reinheit, die der SR-14MkII bei dieser immer noch hervorragenden Aufnahme bieten
kann. Hier profiliert sich der AVV-Receiver wieder als musikalisches
Universaltalent, der jedes noch so kleine Detail plastisch herausarbeiten kann,
jeden Dynamiksprung meisterlich darbietet und zudem noch mit einer
Klanghomogenität auf höchstem Niveau aufwarten kann. Wie ältere,
nachträglich noch geremasterte Aufnahmen noch klingen können, zeigt der
SR-14MkII bei Peter Tschaikowskys 6. Symphonie: Wiederum sind es die Streicher,
die besonders begeistern, mit einer Präzision auf höchstem Niveau.
Herausragend arbeitet der Receiver den ersten Dynamiksprung bei Laufzeit 2.30
bis 2.24 heraus. Hier könnte man fast vergessen, dass das der eigentlich eher
zurückhaltend abgemischten DTS-CD zugrunde liegende Material von 1972
stammt.
Auch der HiFi-Freund kann
sich freuen: Bei Peter Tschaikowskys "1812 Ouvertüre" beweist der
Marantz im Stereobetrieb derart gute Qualitäten, dass der Liebhaber klassischer
Musik beim Neukauf eines SR-14II getrost seinen alten Stereoverstärker mit in
Zahlung geben kann. Hier wird Stereo-Klangqualität vom Feinsten geboten, jede
Nuance stimmt, der Orchestereinsatz kommt mit einer derartigen Kraft herüber,
dass man sich unmittelbar vor den Musikern wähnt. Die räumliche Ortbarkeit ist
ebenso perfekt wie die Detaillierung, der Oberbassbereich gefällt mit hoher
Ausgewogenheit, die Höhen mit großem Facettenreichtum und mit großer
Transparenz. Der Marantz DV-14 hat einen minimal warmen Einschlag, der dem Klang
ein volles, gefälliges Volumen verleiht, ohne das Lebendigkeit oder Frische
verloren gehen. Mit glasklarem Klang begeistert der AV-Receiver auch bei
Felix Mendelssohn Bartholdys Musik zu Shakespeares "A Midsummer's
Dream": Wer den Sommernachtstraum musikalisch vollkommen erleben
will, kann dies mit Hilfe des SR-14MkII tun: Die akustischen Qualitäten
der Deutsche Grammophon 4D-CD kommen voll zum tragen, was sich am höchst detaillierten, frischen und natürlichen Klangbild nachvollziehen lässt.
Wer
Celine Dions charakteristische Stimme in Reinkultur erleben möchte, muss sich
entweder um Konzertkarten für die nächste Tournee bemühen - oder er
kann sich den
SR-14MkII ins Zimmer stellen. Dann sieht der Zuhörer die höchst attraktive
Lady mit der charakteristischen Stimme zwar nicht, aber mit geschlossenen Augen würde selbst ein Celine
Dion-Kenner wetten, die Diva stände mitten bei ihm im Hörraum: So exakt modelliert
der Marantz bei "The Power Of Love" und
"Think Twice" auch kleine Facetten der Stimme heraus, so plastisch und
transparent ist der Klang. Der pointierte Instrumentaleinsatz ist perfekt
arrangiert. Hier, das wird ohne Zweifel deutlich, wird auch
Stereo-Hörvergnügen auf höchstem Level geboten. Wer in erster Linie Wert
auf partytaugliche Lautstärke und gleichmäßige Beschallung aus allen
Lautsprechern legt, stellt den 5 Kanal-Stereo-Modus ein. Der Marantz-Besitzer
darf dann damit rechnen, dass die Gäste der nächsten fröhlichen Privatparty
mit dem festen Glauben nach Hause gehen, dass irgendwo verborgen hinter der
Kellerbar mehrere professionelle Endstufen die Beschallung übernahmen - mit
diesem Vergleich lassen sich die Dauerlauf-Reserven der bärenstarken Endstufen
am besten umschreiben. Bei der Techno-CD "Future Trance Vol. 16"
konnte der Marantz ohne Probleme den Hörraum in eine basstarke Disco
verwandeln, die erreichbaren Pegel waren jenseits von Gut und Böse.
Bewertung Klang insgesamt      
Bewertung Klang Preis/Leistung      
Bewertung Klang Musik      
Bewertung Klang Film      
Fazit
Marantz bietet mit dem SR-14MkII einen AV-Receiver an, dessen Preis von
10.000 DM nur dann immens hoch wirkt, wenn man sich nicht näher mit den
Qualitäten des Boliden auseinander gesetzt hat. Wer den AV-Receiver einmal
über längere Zeit "in Action" erleben durfte, stellt fest, dass das
Gerät eine Performance bietet, der selbst manche nochmals weitaus teurere
Vor-/Endstufenkombinationen nicht allzu viel entgegenzusetzen haben. Die von Marantz
genannten Leistungsdaten sind auf jeden Fall untertrieben, denn was die
eingebauten Endstufen zu leisten im Stande sind, ist schlichtweg grandios. Mit
jeder musikalischen oder heimcineastischen Anforderung kommen sie mit einer
Leichtigkeit zurecht, die immer wieder verblüffend ist. Es gibt auch unter
10.000 DM herausragende AV-Receiver und -Verstärker - aber so spielerisch geht sonst keiner mit höchsten Belastungen
um, so leicht und transparent stellt sonst kaum ein Gerät gerade im Musikbetrieb sein Können unter Beweis.
Doch auch im Heimkino-Einsatz ist der SR-14MkII immer wieder für
Überraschungen gut: Bei höheren Pegeln kann der wahre akustische Höllenfeuer
entfachen. Das Faszinierende ist immer, wie sauber und präzise das Klangbild
bleibt: Der Marantz beginnt auch bei höchsten Pegeln nie,
auch nur ansatzweise tonale Verfärbungen zu zeigen.
Absolut überragend ist auch die höchstwertige, langlebige Verarbeitung, die
dem Kaufpreis mehr als angemessen ist. Hier ist jedes Detail stimmig ins
Gesamtkonzept integriert, somit beginnt die Freude am Marantz schon, wenn man
den Receiver nur sieht. Dazu kommt, dass auch bei der Fernbedienung keine
Kompromisse eingegangen wurden: Hier machte sich Marantz kurzerhand das Know-How
des Mutterkonzerns zunutze und packte eine bekanntermaßen
hervorragende Philips Pronto mit zum Flaggschiff. Das sieht der Käufer
natürlich gern, erwirbt er mit seinem neuen AV-Receiver auch gleich eine
Kommandozentrale für das Management seiner gesamten Heimkinoanlage.
Zusammen mit dem gut aufgebauten OSD bietet der Marantz auch einen hohen
Bedienkomfort: Man muss kein mit allen Wassern gewaschener Profi-Heimcineast
sein, um viel Freude am SR-14MkII zu haben, denn schon nach kurzer Zeit kommen
auch weniger Versierte bestens mit dem edlen Gerät zurecht.
Dass der Marantz SR-14MkII keine separaten Endstufen für den Back
Surround-Betrieb mitbringt, verzeiht man gern, wenn man die Qualität der fünf
eingebauten Exemplare mit berücksichtigt. Leider decodiert der Receiver noch
kein DTS ES Discrete 6.1, ebenso fehlen Dolby ProLogic II und DTS NEO:6. Dies
liegt aber daran, dass der Marantz schon längere Zeit am Markt ist. Die überragenden Qualitäten schmälern die fehlenden Features aber nur minimal.
Für sein Geld erhält der Kunde im Falle SR-14MkII ein Gerät, das im
mehrkanaligen Heimkino- und Musikklang begeisternde Leistungen erbringt,
zugleich aber im Stereobetrieb mit einem Klangprofil aufwarten kann, die auch den
anspruchsvollen HiFi-Liebhaber positiv überraschen dürften. In Anbetracht
dieser universellen Qualitäten ist der Marantz sogar ausgesprochen fair
kalkuliert: Denn selbst die, die äußerst anspruchsvoll sind, brauchen nach dem
Erwerb des SR-14MkII keine zwei getrennten Anlagen mehr für Stereo- und
Heimkino-Betrieb.
Der SR-14MkII erzielt die besten Resultate aller
bislang getesteten AV-Receiver

Highend-Klasse
Pro:
- Referenzklang im Heimkino- und Mehrkanal-Musikbetrieb
- Exzellenter Stereoklang
- Höchstwertige Verarbeitung
- Hervorragende Fernbedienung
- Sehr gutes OSD
Contra:
- Kein DTS ES Discrete 6.1 und kein Dolby PLII
Wichtige Daten
- THX Ultra-zertifizierter AV-Receiver mit Dolby Digital/DTS-Decoder und THX
Surround EX/DTS ES Matrix 6.1-Decoding
- 5 x 140
Watt (20 Hz - 20 kHz, 0,05 % Klirr)
- HDCD-Decoder
- Verschiedene DSP-Programme
- 5 frei zuweisbare Digitaleingänge, 1 RF-Eingang zum Anschluss eines
Laserdisc-Players
- 2 Digitalausgänge
- 7.1-Kanal-Vorverstärkerausgang
- 6-Kanal-Eingang
- 3 analoge Audio-Eingänge
- 2 analoge Audio-Ausgänge
- 5 AV-Eingänge
- 2 AV-Ausgänge
- 5 S-Videoeingänge
- 2 S-Videoausgänge
- 3 Komponenteneingänge
- 1 Komponentenvideo-Ausgang
- Multiroom-Out
- Tuner mit 50 voreingestellten Sendern
- Source Direct-Schaltung
- Mitgelieferte programmierbare Tochscreen-FB mit 2 MB Arbeitsspeicher
inklusive Akkupack und Docking Station, RS232-Kabel für Programmierung via
PC
Test: Carsten Rampacher
31. Oktober 2001
Hier gibt es ein großes Sortiment von Marantz
AV-Receivern und DVD-Playern
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