Megatest: Marantz SR-5500/SR-7500/SR-8600

29.04.2005 (lm) (cr) 

Overview

Mit exzellenten High-End-Produkten wie z.B. dem Surround-Boliden SR-12S1 hat Marantz in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass man es versteht, klanglich sehr hochwertige Komponenten, gepaart mit einer guten Verarbeitung, zu einem stets angemessenen Preis auf dem Markt anzubieten. Auch in den mittleren Preisregionen, die dank großer Stückzahlen für AV Hersteller am wichtigsten sind, konnten sich Marantz-Produkte dank hervorragendem Preis/Leistungsverhältnis in den vergangenen Jahren eine große Fan-Gemeinde aufbauen.  Vor circa einem Jahr war speziell der SR-7400 ein herausragendes Produkt, welches mit einer sinnvollen Ausstattung sowie klanglicher Ausgewogenheit bei einem Preis von unter 1000 € bei unserem Test zu begeistern wusste.

Doch, bedingt durch immer kürzer werdende Produktzyklen sowie die Fokussierung auf das profitable Marksegment zwischen 400 – 1000 € fast aller führenden Hersteller, wurden sehr viele neue Geräte auf den Markt gebracht, welche zum Teil hinsichtlich Ausstattung als auch im Klang neue Maßstäbe setzen konnten. Ganz besonders der Onkyo TX-SR702E sowie der Yamaha RX-V2500 glänzten in unseren Tests und setzten sich an die Spitze der heißumkämpften Mittelklasse. Glücklicherweise haben sich aber die Entwickler bei Marantz nicht auf Ihren Lorbeeren ausgeruht, so dass wir Ihnen in diesem Marantz-Special gleich eine komplett neue Armada an interessanten Surround-Receivern vorstellen können, die Mittel- und angehende Oberklasse aufmischen möchten.


Der SR-5500

Der SR-5500 wildert aufgrund seiner Preisangabe von 699 € in der unteren Mittelklasse und trifft dabei auf klangstarke Konkurrenten aus dem Hause Harman Kardon, den AVR-335 (799 €) sowie den ebenfalls attraktiven Denon AVR-2105 (599 €), welche in diesem Bereich die Messlatte darstellen.

Der SR-7500

Mit dem SR-7500 zielt Marantz auf die extrem hart umkämpfte 999 €-Klasse, welche von Geräten wie den bereits erwähnten Onkyo TX-SR702E  sowie dem Yamaha RX-V2500 dominiert wird, und die mit dem Pioneer VSX-2104i-S sogar mit dem 3. Platz und somit dem letzten Rang auf dem Podium noch extrem hochkarätig besetzt sind.


Der SR-8500

Doch nicht nur diese klassischen Marksegmente werden bedient: im Gegensatz zu fast allen Mitbewerbern positioniert Marantz mit dem 1499 € kostenden SR-8500 löblicherweise auch einen Receiver auf dem Markt der die momentan klaffende Lücke zwischen der Mittelklasse und der Bolidenliga füllt. Doch auch in dieser dünn besetzten Preisliga sorgen etablierte Geräte wie der 1699 Euro kostende Onkyo TX-NR801E oder der Denon AVR-3805 für 1349 € für eine nicht zu unterschätzende Gegenwehr.

Selbstverständlich werden wir diese 3 Geräte nun intensiv beleuchten, und nicht nur untereinander, sondern auch gegenüber ihren jeweiligen Mitbewerberofferten, so dass Sie eine kleine Hilfe bekommen, Ihren Favoriten in den entsprechenden Klassen zu finden. Wir möchten in diesem Zusammenhang noch einmal erwähnen, dass unsere Bewertung der Geräte jeweils in Bezug auf die jeweilige Preisklasse zu verstehen ist.

Verarbeitung

Familientreffen: alle 3 Marantz-Geräte ähneln sich nicht nur optisch, sondern auch hinsichtlich der Verarbeitungsqualität. Die große Frontklappe bleibt den Modellen SR-7500 und SR-8500 vorbehalten und sorgt für eine noch aufgeräumtere Optik, zusätzlich legt Marantz diesen beiden Modellen noch je eine kleine Plastikabdeckung für die Front-AV Eingänge bei. Unsere Testgeräte sind alle in Silber gehalten, jedoch bietet Marantz alle 3 Receiver auch im klassischem Schwarz an. Wie bei allen aktuellen Marantz-Receivern sticht das größtenteils symmetrische Design der Front schon beim ersten Blick angenehm ins Auge. Die Optik ist klar gegliedert und informiert den Benutzer mit einem sehr gut ablesbaren, fein auflösenden einzeiligen DOT-Matrix Display, welches sich auch aus weiteren Entfernungen schnell überblicken lässt.

DOT-Matrix-Display

Hier würden wir uns bei den beiden größeren Modellen jedoch zur vollkommenen Zufriedenheit ein zweizeiliges Display wünschen, wie es zum Beispiel beim Denon AVR-3805 realisiert ist. Ergänzt wird unsere kleine Kritik vom Wunsch nach einer Möglichkeit, das Display bei zukünftigen Modellen in mehreren Schritten dimmen zu können, wie es z.B. bei der Unterbringung des AV-Receivers direkt unter dem Bildwiedergabegerät sinnvoll sein könnte. Die hier vorgestellte x500er Reihe bietet (neben einer permanenten Deaktivierung) jedoch nur die Option an, das Display automatisch ca. 5 Sekunden nachdem eine neuer Betriebszustand (Quelle / Surroundmodus / Pegel) gewählt wurde, auszuschalten. 

Abgesehen davon liefert Marantz eine solide, wenngleich nicht in allen Punkten mustergültige Qualität ab. Leider verhindern mehrere kleine Details, dass speziell die Modelle 7500 und 8500 die hohen Vorgaben der in dieser Disziplin klassenbesten Konkurrenten nicht überall erfüllen können: 

Das Aluminiumpanel der Gerätefront ist an den Seiten nicht vollkommen sauber angebracht und steht bei unseren Geräten um ein bis 2 Millimeter ab. Dies stellt beim SR-5500 in Anbetracht der niedrigeren Geräteklasse keinen Weltuntergang dar, beim SR-8500 (1499 €) ist dies hingegen ein etwas ernsterer Kritikpunkt. Auf dem Bild haben wir zur Erkennungshilfe den roten Pfeil eingezeichnet. Weitere leichte Dissonanzen: Während die großen Alu-Drehregler sehr massiv ausgeführt sind – und sich dank gefaster (angeschnittener) Kanten und polierter, glänzender Oberfläche gerne anschauen und anfassen lassen, kann die Führung derselbigen nicht im gleichem Maße begeistern. Im Laufe einer Umrundung eiern die Drehregler um bis zu 3 mm. Speziell Pioneer macht mit dem VSX-1014 vor, dass auch bei einem Kaufpreis von 799 € ein sehr hohes Verarbeitungsniveau – auch in solchen Details- geboten werden kann. 

Solide, doch etwas scharfkantig: Frontklappe bei SR-7500 und SR-8500

Als letzter Kritikpunkt in Punkto Gehäuseverarbeitung sei noch erwähnt, dass unserem Eindruck nach manche der Kanten etwas zu scharf geraten sind -  z.B. die  Ecke der ausgeklappten Frontklappe. Leider ist Marantz hier kein Einzelfall, auch andere Geräte können hier nicht restlos überzeugen.

Bedienpanel des SR-5500

Weitaus weniger dramatisch, aber dennoch nicht perfekt präsentieren sich die Bedienpanels der Geräte, welche nämlich allesamt aus alu-farbigem Kunststoff bestehen und daher nicht mit der gleichen hochwertigen Optik und Haptik der eigentlichen Front aufwarten können. Fairerweise muss hier aber betont werden, dass in dieser Hinsicht viele vergleichbare Geräte ebenfalls nicht das mögliche Optimum bieten und speziell bei Modellen mit Frontklappe ein nur gutes, nicht aber überdurchschnittliches Finish der eigentlich verdeckten Bedienelemente durchaus verschmerzbar ist. Als positives Beispiel ist hier der Denon AVR-3805 zu nennen, der in Sachen Verarbeitungsgüte zweifelsohne zur absoluten Elite in dieser Preisklasse zählt. Neben aller berechtigten Kritik möchten wir aber auch die positiven Aspekte der Verarbeitung nicht aus den Augen verlieren:

Die Frontklappe ist massiv ausgeführt

Die Frontklappen der Modelle 7500 und 8500 sind sehr massiv ausgeführt und verfügen über eine hohe Passgenauigkeit, so dass man sehr gerne auch mal aus Spaß die Frontklappe betätigt und sanft heruntergleiten lässt. Außerdem wird die Optik der Geräte durch sehr elegant aussehende Aluminiumfüße abgerundet, welches insbesondere beim kleinen SR-5500 keine Selbstverständlichkeit ist. Aber auch viele Klassenkameraden der hochpreisigeren Geräte wie z.B. der Onkyo TX-NR801E geben sich in dieser Hinsicht eine Blöße und weisen lediglich langweilige Plastikfüße.

Licht und Schatten gab es indes Im Kapitel Zubehör:

Das Einmessmikrofon der beiden größeren Modelle

Sowohl dem Marantz SR-7500 als auch dem SR-8500 liegt dasselbe Modell des Einmessmikrofons für die automatische Raumeinmessung bei, welches zwar ein üppig langes Kabel hat, jedoch sehr leicht und klein geraten ist. (Mit Details zur Einmessung und Funktionswiese fahren wir im Kapitel „technische Ausstattung und verwendete Baugruppen“ fort).

Auch für rund 700 € Euro darf der Käufer mittlerweile anständig verarbeitete und funktionale Fernbedienungen erwarten, wie in letzter Zeit erst der Onkyo TX-SR602E und der HK AVR-235 unter Beweis stellten. Besonders beeindruckt uns der Pioneer VSX-1014, der für knapp 800 € eine extrem edle Fernbedienung mitbringt, die mancher 1000 €-Konkurrent nicht aufweisen kann. 

Wirkt etwas veraltet: Fernbedienung des SR-5500

Im Vergleich zu den besten IR-Controllern des Preissegments wirkt der beigelegte IR-Controller des Marantz SR-5500 ein wenig altbacken. Zwar ist der Befehlsgeber recht massiv verarbeitet, wirft aber im täglichen Betrieb einige Fragen auf. Besonders im abgedunkelten Heimkinobetrieb muss eine nicht-hinterleuchtbare Fernbedienung sehr gute haptische Möglichkeiten zur intuitiven Bedienung mitbringen und sollte daher für z.B. Play / Stop / Forward etc. entsprechend geformte Knöpfe haben, was bei diesem Modell definitiv nicht der Fall ist. Zwar liegen die wichtigsten Bedienelemente wie das Navigationskreuz und der Lautstärkeregler an gut erreichbaren Stellen, jedoch sind besonders im unteren Bereich zu viele gleichartige, kleine Knöpfe versammelt, die eine Benutzung in dunklen Räumen zum Glücksspiel mutieren lassen. Zum Bedienen anderer Geräte muss der Benutzer außerdem hoffen, dass eine der ca. 200 vorkonfigurierten IR-Codes passt, denn lernfähig ist dieses Modell leider nicht – dieses Ausstattungsmerkmal liefern, das muss gleich der Fairness halber erwähnt werden, aber auch andere Konkurrenten nicht mit, auch die Fernbedienung des Denon AVR-2105 ist lediglich vorprogrammiert, nicht jedoch lernfähig. 

Hervorragend: RC3200-Fernbedienung vom SR-7500 und vom SR-8500

Dass Marantz auch viel bessere Fernbedienungen im Portfolio hat, stellen sie mit der RC3200 unter Beweis, welche in identischer Form sowohl dem 7500er als auch dem 8500er beiliegt. Während SR-5500-User mit neidischen Blicken Richtung Denon, Onkyo und Harman Kardon schielen, dreht die RC3200 den Spieß um: Bis hin zur Oberklasse kann dieses Modell getrost als Referenzfernbedienung betrachtet werden. Dafür sorgt vor allem der große, sehr gut ablesbare LCD Bereich nebst praktischer Bedienphilosophie. 

Mit beleuchtetem LC-Display kommt die RC3200

Alle Optionen, welche übersichtlich untereinander gelistet sind, werden direkt durch den daneben angebrachten Knopf aufgerufen. So einfach kann die Bedienung einer Heimkinokomponente sein ! Der kleine Knopf ganz unten dient zum Blättern auf bis zu 4 weiteren LCD Screens pro Gerät. Abgerundet und richtig aufgewertet wird dieses enorm praktische Feature durch die Möglichkeit, sämtliche Beschriftungen nach eigenem Geschmack frei zu variieren und entsprechend auch die Knöpfe zu erlernen. Im Gegensatz zur Fernbedienung des kleinen Bruders bietet nämlich die RC3200 nicht nur fertige Geräte IR-Codes, sondern eben auch die wichtige Möglichkeit der manuellen Lernfähigkeit, so dass auch wirklich jedes Gerät mit dieser Fernbedienung gesteuert werden kann.  Was die Tastenbelegung bzw. –verteilung betrifft, fordert das Display jedoch einen kleinen Tribut. Während auch hier wieder das Steuerkreuz sowie der Lautstärkeregler zentral und sehr griffgünstig angeordnet sind, müssen die Gerätewahl- und gleichzeitig auch Inputtasten ihr Dasein als ziemlich kleine Knöpfe im untersten Bereich der Fernbedienung fristen. 

Unter diesen Bedienelementen befinden sich noch 2 Knöpfe, welche bei Betätigung die gesamte Fernbedienung mit einem edlen Bau illuminieren und somit auch die wichtige Heimkinotauglichkeit bei Dunkelheit verbessern. Da dieses Modell schon dem Marantz SR-7400 beilag, können wir aus Erfahrung berichten, dass trotz allem Aufwands die durchschnittliche Batterie-Wechsel-Zyklen mit bis zu 4 Monaten sehr moderat ausfallen.

Fazit der Rubrik „Finish / Verarbeitung“

Aufgrund der unterschiedlichen Preise, jedoch (von den Fernbedienungen abgesehenen) fast gleichen, im Detail verbesserungswürdigen Verarbeitungsniveaus schneidet hier der SR-5500 eigentlich am besten ab und bekommt zunächst 5 Sterne. Abzug in Form eines halben Sterns gibt es hier für die zu schlichte und etwas unpraktische Fernbedienung, so dass in der Summe 4,5 Punkte vergeben werden. Die Fernbedienung rettet den Marantz SR-8500 vor einer 4 Sterne- Wertung und sorgt für den 4,5-Sterne-Endstand – für die nächste Generation wünschen wir uns hier etwas mehr Liebe zum Detail, die Ansätze sind allesamt gut, aber bei Kleinigkeiten sollte mehr Sorgfalt aufgewendet werden. Dass Marantz dies prinzipiell viel besser kann, beweisen uns Komponenten wie z.B. der Marantz SR-9300, und einiges davon sollte sich auch bei einem 1.500 €-Gerät wie dem 8500 bereits realisieren lassen. Der Preis ist auch der ausschlaggebende Faktor, warum der 500 Euro günstigere SR-7500 einen halben Punkt mehr bekommt und so mit 5 Punkten (auch dank der Fernbedienung) ein sehr respektables Ergebnis erzielt. 

Bewertung SR-5500
Bewertung SR-7500
Bewertung SR-8500
Ausstattung/Baugruppen/Anschlüsse

Als Einstieg hier eine Übersicht, welche die 3 Geräte in ihren wichtigsten technischen Komponenten miteinander vergleicht. Damit Sie die Unterschiede besser erkennen, haben wir Farben eingesetzt, Rot bedeutet „einfachste Lösung“, gelb steht für „Mittelgute Umsetzung“ , während „grün“ die technisch hochwertigste bzw. umfangreichste Integration markiert.

  SR 5500 SR 7500 SR 8500
Ton-Normen DD-EX, DTS-ES, DTS96/24, CSII und DPL IIx THX Surround EX, DD-EX, DTS-ES, DTS96/24, CSII und DPL IIx THX Surround EX, DD-EX, DTS-ES, DTS96/24, CSII 2nd DPL Iix , HDCD

 

D/A Wandler 192-kHz/24-Bit-D/A-Wandler auf allen Kanälen 192-kHz/24-Bit-D/A-Wandler auf allen Kanälen 192-kHz/24-Bit-D/A-Wandler auf allen Kanälen
Lip-Sync Vorhanden, bis 200ms Vorhanden, bis 200ms Vorhanden, bis 200ms
MRAC (auto. Einmessung) Nicht vorhanden Vorhanden vorhanden
Videokonvertierung Vorhanden, volldigital Vorhanden, volldigital Vorhanden, volldigital
Anschlüsse 2ch Analog 8x In, 4x Out 8x In, 4x Out 8x In, 4x Out
Anschlüsse Multichannel 7.1 ohne angewandtes Bassmanagement etc. 7.1 ohne angewandtes Bassmanagement etc. 7.1 ohne angewandtes Bassmanagement etc.

 

Pre-Out Anschlüsse 7.1 7.1 7.1
Anschlüsse digital (optisch, coaxial) 2x In Opt./ 1x Out 2x In Coax /1x Out 4x In Opt./ 1x Out 3x In Coax /1x Out 4x In Opt./ 1x Out 3x In Coax /1x Out

 

Anschlüsse analog Video 5x In Cinch / 3x Out
5x In S.-Vid./ 3x Out
2x In YUV / 1x Out
5x In Cinch / 3x Out
5x In S.-Vid./ 3x Out
4x In YUV / 1x Out
5x In Cinch / 3x Out
5x In S.-Vid./ 3x Out
4x In YUV / 1x Out

Anschlüsse DVI

Nicht vorhanden

Nicht vorhanden

2x In / 1x Out

 

Multiroom/Zonen Optionen Surround Backs für Zone 2 nutzbar Audio, Video(Cinch)

SB-Endstufe wählbar für Zone2, SpeakerA/B

Audio, Video(Cinch)

SB-Endstufe wählbar für Zone2, SpeakerA/B

Netzteil

 

EI Netzteil EI Netzteil , Magnetisch geschirmt Ringkern Trafo

 

Leistungsangabe 7x 90 Watt /8 Ohm 7x105Watt/8 Ohm 7x125Watt/8 Ohm

Grundaufbau SR-8500:

Beim genauen Studieren dieser Tabelle fällt auf, dass der SR-8500 nicht nur rein äußerlich, sondern auch technisch auf dem SR-7500 aufbaut. Zwar sind viele Details, wie z.B. das bessere Netzteil durchaus klangrelevant – doch die sehr aufwändige Bauweise des eigentlich direkten Vorgängers SR8300 wird nicht erreicht. Sicherlich ist der SR-8500 mit z.B. DVI- Ports und PL2x das modernere Gerät mit mehr Features, doch der Grundaufbau legte die Zugehörigkeit des SR8300 zu einer anderen Geräteklasse dar. Dies äußert sich auch durch ca. 5 kg Gewichtsunterschied und einer noch wertigeren Optik des SR-8300. Die etwas andere Marktpositionierung macht sich letztlich auch am Preis bemerkbar, da der SR-8300 bei seiner Markteinführung deutlich über 2000 € gekostet hat, während der SR-8500 mit seiner Preisangabe von 1499 € andere Marktbereiche abdecken soll. Leider steht uns zum Vergleichen der akustischen Qualitäten kein SR-8300 zur Verfügung, wir gehen aber davon aus, dass trotz der Typenbezeichnung beide Geräte rein klanglich nicht unbedingt gleichzustellen sind, da der SR8300, wie schon aufgezeigt, in einer finanziell gesehen höheren Liga spielt.

Hauptunterschiede SR-8500 <-> SR-7500:

Als nächstes beschäftigen uns die Unterschiede zwischen dem Marantz SR-8500 und dem SR-7500: Die Hauptverbesserung des SR-8500ers gegenüber seinem kleinen Bruder besteht in einem aufwändigeren Netzteil. 

Der hochwertige Ringkerntrafo zeichnet den SR-8500 gegenüber dem günstigeren 7500er aus

Während beim SR-7500 ein herkömmliches EI-Netzteil mit Antimagnetischem Abschirmblech zum Einsatz kommt, brilliert der SR-8500 mit einem hochwertigen Ringkerntrafo.In den kurzen, technischen Angaben kommt dieser Aspekt leider oft zu kurz, aber neben der leicht gestiegenen (vom Hersteller angegebenen) Leistungsabgabe von nunmehr 7x 125 Watt an 8 Ohm ( SR-7500: 7x 105 Watt an 8 Ohm) ergeben sich bei dieser Stromversorgung weitere Vorteile in Punkto Abschirmung und schnellerer, konstanteren Energieversorgung. Damit dieses zusätzliche Klangpotential auch ausgeschöpft werden kann, und nicht „verpufft“, baut der SR-8500 im Gegensatz zum SR-7500 auf einem verkupfertem Chassis auf (ist seitlich rechts neben dem Trafo auf dem Bild gut zu erkennen), welches zudem aus dickerem und schwererem Stahlblech besteht. Auch hier steht wieder eine verbesserte Abschirmung im Vordergrund, um noch geringere Störungen des Audio- und Videosignals zu ermöglichen. Abgerundet wird dieses technische Upgrade-Paket (neben den DVI-Ports) noch von selektierten Bauteilen, die in Form von hochwertigeren Elkos an mehreren, klangrelevanten Stellen der Vor- und Endstufen integriert sind.

Edel: Vergoldete Anschlüsse beim SR-8500

Zur etwas besseren Kontaktaufnahme zu den Quellgeräten sind sämtliche Audio- und (analogen) Videoanschlüsse des SR-8500 vergoldet, zusammen mit den DVI-Ports an der Rückseite sind dies die einzigen äußerlichen Änderungen zwischen beiden Modellen. Alle weiteren technischen Facts können Sie der Beschreibung des SR-7500 entnehmen.

Grundaufbau SR-7500:

Dieses Modell basiert im Wesentlichen auf seinem Vorgänger, dem erfolgreichen SR-7400. Abgesehen von der Frontklappe unter dem Display ziert nun auch das THX Select-Label das Gehäuse. Unter dem Blechdeckel wurden verschiedene Detailpunkte verfeinert. In den Grundzügen blieb man bei der Basis des Vorgängers und übernahm weite Teile der DSP-Sektion, des Bassmanagements sowie die Multiroom-Optionen. Es kommen jedoch modifizierte Endstufen zum Einsatz, welche beim SR-7400 mit 5 Watt pro Kanal mehr angegeben sind, dafür jedoch beim neuen Modell ( wie auch beim SR-8500) nunmehr bis 100khz statt bislang 70khz von den Analog-Eingängen an die Lautsprecher weitergeben können. Der Einsatz des beim SR-7400 bewährten Layouts sollte jedoch nicht als Kritik eingestuft werden, denn wie sich beim Blick in das Innere des Gehäuses zeigt, überzeugt das Konzept mit sinnvoller Anordnung:

Der SR-7500 ist innen ordentlich verarbeitet

In der rechten Sektion des Gehäuses befindet sich sowohl das Netzteil als auch die Endstufeneinheit und wird durch den zentral in der Mitte angeordneten passiven Kühlkörper vom Rest des Gehäuses separiert. Eine weitere Verbesserung der Signaltrennung erfolgt durch einzeln positionierte Boards, welche jeweils für die Video-, Audio und DSP Sektion zuständig sind.

Platinenaufbau beim SR-7500

Auf dem Bild gut zu erkennen: 3 verschiedene Platinen sind deutlich voneinander getrennt angeordnet. Die unterste Platine kümmert sich um die analogen- sowie digitalen Eingänge und beheimatet ebenfalls den DSP-Chip. Das mittlere Board ist rein für die Videosektion der S-Video sowie Composite Eingänge zuständig und wird ergänzt durch die kleine Platine (oben im Bild), welche die YUV-Signale entgegennimmt. Außerdem ist auch der integrierte Radio-Tuner auf einer eigenen kleinen Platine ausgelagert.

Drei voneinander getrennte Platinen im Geräteinneren beim SR-7500

Für diese Preisklasse, in der die Modelle SR-7500 und SR-8500 zu Hause sind, wird ein solider Aufbau geboten, denn auch die Verbindungen zwischen den Komponenten sind recht kurz gehalten und legen keine zu langen, die Signalqualität verschlechternden Wege innerhalb des Gehäuses zurück. Extrem hochwertige Geräte wie z.B. die kürzlich vorgestellte Rotel Vorstufe 1098 (3499 €) zeigen verständlicherweise eine noch aufwändigere Abschirmung und sorgen somit für eine noch bessere Signalreinheit. Für die hier dargestellte Preisklasse schneiden die beiden Marantz-Geräte aber sehr gut ab, viele Konkurrenten sind weniger aufwändig und praxisgerecht aufgebaut.

Grundaufbau SR-5500:

Deutlich umfassender als dies beim SR-7500 geschehen ist, überarbeiteten die Marantz- Ingenieure den SR-5500 gegenüber seinem Vorgänger, dem SR5400: hinzugekommen ist nun die mittlerweile sehr wichtige 7. Endstufe als auch die darauf zugeschnittene ProLogic2x-Tonnorm. Doch hier hört die Liste der Verbesserung noch längst nicht auf, denn auch etwas hochwertigere Audiokomponenten, stromgegengekoppelte Endstufen und eine RS232-Schnittstelle gehören zum Funktionsumfang des SR-5500. Die Anzahl der Audio- und Video-Eingänge blieb indes unberührt, war jedoch für diese Geräteklasse ohnehin auf einem hohen Niveau. Zwar kann der SR-5500 auch weiterhin keine Videosignale für eine 2. Zone bereitstellen, aber immerhin ist nun eine Umschaltung der Surround-Back Endstufen zur Beschallung einer Zweiten Zone hinzugekommen. Ebenfalls noch ein Tribut an die vollwertige 7.1 Implementation, ist die Erweiterung des vom Vorgänger als 6.1. ausgelegten Pre-Out-, als auch des Multikanalanschlusses auf 7.1. DSP-Zugangsmöglichkeiten oder Bass-Management auf diesem Eingang beherrscht der SR-5500 allerdings genauso wenig , wie die beiden größeren Modelle.

Auch der kleine SR-5500 gefällt mit sauberem Aufbau

Extrem überrascht waren wir beim Öffnen des Gehäuses, als sich auch bei diesem Receiver die gleiche konsequente Grundarchitektur zeigte. 

Platinenlayout beim SR-5500

Auch hier sind wieder viele der verschiedenen Baugruppen voneinander getrennt und übereinander gestapelt untergebracht, die passiven Kühlelemente trennen ebenfalls die Netzteil und Endstufensektion vom Rest des Gerätes. Zwar sind genau diese Elemente durch die Bank weg nicht ganz so üppig dimensioniert wie beim SR-7500 oder gar beim SR-8500, doch im Vergleich zum Klassenstand durchaus sehr beachtlich und keineswegs unterdimensioniert.

Da staunt mancher Konkurrent: Der SR-550 mit kurzen Kabeln für kurze Signalwege bietet eine beachtliche Qualität

Besonders gefallen hat uns die Tatsache, dass auch bei diesem Gerät ein großer Augenmerk auf möglichst kurze Kabelverbindungen zwischen den verschiedenen Baugruppen wie z.B. dem DSP Board gelegt wurde. Da die Kabel deswegen weniger Störquellen passieren müssen, verbessert sich durch dieses Layout die Signalreinheit deutlich gegenüber einer undurchdachteren Gerätekonzeption, wie sie manchmal bei günstigen oder eben einfach etwas flacheren bzw. kleinen Geräten durchaus anzutreffen ist.

Auto-Setup und generelle Anpassbarkeit an das System:

Gleich vorweg: diese Sparte stellt das größte Manko aller 3 Marantz Geräte in der Ausstattungskategorie dar. Zwar bieten die beiden größeren Modelle ein Auto-Setup mit Messmikrophon an, jedoch dient dies lediglich zur Ermittlung folgender Grunddaten:

- Lautsprecherentfernung (Delay). Durch ein Testsignal ermittelt der Receiver, wie weit die Lautsprecher vom Hörplatz entfernt sind und stellt diese Werte so ein, dass alle Signale auf sämtlichen Lautsprechern zeitgleich am Hörplatz eintreffen.

- Einpegelung des Systems. Ebenfalls mit Hilfe des Testsignals konfiguriert der Receiver jeden Lautsprecher unterschiedlich laut bzw. leise ein, mit dem Ziel eine, dass alle Lautsprecher am Hörplatz gleichlaut aufspielen.

- Ermittlung der Größe der Lautsprecher. Hier wird festgelegt bzw. gemessen, ob die Lautsprecher in der Lage sind, alle Bassanteile abzugeben, oder ob diese besser über die Frontlautsprecher bzw. (sofern vorhanden) einen Subwoofer umgeleitet werden sollten.

Was wir vermissen, ist eine Equalizer-Funktion, wie sie bei fast allen neuen Geräten dieser Preisklasse integriert ist. Natürlich kann man über den Sinn und Zweck einer solchen Funktion unterschiedlicher Meinung sein, jedoch ist es schade, wenn nicht einmal eine manuelle Justage diverser Parameter möglich ist. Es gibt zwar eine Option zur Einstellung der Bässe und Höhen, jedoch gilt diese gleichzeitig für alle 7 Kanäle. Das es besser geht, zeigt die Konkurrenz: beispielsweise kann der Benutzer eines Yamaha RX-V2500 bei allen Kanälen per komplett konfigurierbaren parametrischen Equalizers nicht nur automatisiert, sondern eben auch manuell versuchen, Einflüsse aufgrund der Raumakustik oder stark unterschiedlicher Lautsprecher zu mildern. Zusätzlich gibt es dann beim RX-V2500 immer noch eine übergeordnete Bass- und Höhenregelung. Ähnliche Systeme sind in fast allen aktuellen Geräten von Pioneer und Denon vorhanden.

Als kleiner Trost muss jedoch Fairerweise erwähnt werden, dass High-End Produkte wie unser Masterpiece Onkyo TX-NR5000E zeigen, dass auch ohne Equalizer oder ausgefeilte Auto-Setup-Systeme sehr beeindruckende Leistungen möglich sind. Davon abgesehen ist einer der Konkurrenten des SR-8500 , der Onkyo TX-NR801, Sieger im großen AV-Receiver-Mastertest aus dem Jahre 2004, ebenfalls nicht mit einem Equalizer ausgestattet und liegt dennoch an der akustischen Spitze seiner Preisklasse. 

Lautsprecher-Setup

Doch während Onkyo den Produkten ein Bass-Management mit stimmigen Übernahmefrequenzen spendiert, können alle 3 Marantz Geräte nur sehr rudimentäre Einstellungen anbieten. Die Marantz Receiver bieten lediglich die 3 Frequenzen 80 , 100 und 120 Hertz an. Gerade derjenige, der sich einen SR-8500 zulegt und sich damit in einer Leistungsklasse bewegt, in der man durchaus große, basskräftige Standlautsprecher neben dem aktiven Subwoofer betreibt, vermisst eine 40- und eine 60 Hz-Einstellmöglichkeit. Außerdem bürgert es sich immer mehr ein – Harman Kardon leistete hier Pionierarbeit – dass man nicht nur eine globale Übernahmefrequenz für alle Lautsprecher eingeben kann, sondern dass man selektiv nach Lautsprechergruppen vorgeht und so in der Lage ist, z.B. für den Center, die Frontlautsprecher und die Surroundboxen unterschiedliche Übernahmefrequenzen einzugeben. Gerade derjenige Anwender, der große Standboxen als Front-LS, einen größer, aber nicht üppigst dimensionierten Center und kompakte Regallautsprecher als Surroundbeschallung einsetzt, würde sich über solche Möglichkeiten freuen – die bei Marantz aber momentan noch fehlen. Das Know-How im Konzern ist dazu da, denn das Denon-Flaggschiff (Denon und Marantz gehören zum selben Konzern) AVC-A1XV bringt diese Möglichkeit der lautsprechergruppenselektiven Übernahmefrequenz bei manueller Kalibrierung mit. 

Wir wünschen uns von Marantz für die Zukunft also eine Möglichkeit, unterschiedliche Trennfrequenz für alle Kanäle benutzen zu können, als auch eine Ausweitung Übergangsfrequenzen besonders unterhalb von 80 Hz, am besten in 10 Hz-Schritten für eine präzise Anpassung. 

Beim SR-5500 kommt noch ein weiteres kleines Manko hinzu: die Lautsprecherabstände (Delay) lassen sich etwas grob, nämlich in 0,3 Meter-Schritten eingeben ( SR-7500+ SR-8500. 0,1 Meter Schritte). Zwar ist dies bei weitem nicht so dramatisch - und auch relativ leicht verschmerzbar - aber in Anbetracht der Tatsache, dass viele direkte Konkurrenten, wie der Pioneer zum gleichen Preis eine ausgefeilte Auto-Setup Funktion mit parametrischen Equalizer und besserem Bass-Management anbietet, kann man bilanzierend leider nur festhalten, dass die Anpassbarkeit des Receivers an die Lautsprecher deutlich unflexibler ist, als bei den führenden Geräten der Konkurrenz. Dies trifft im gleichen Maße aber auch auf die beiden größeren Modelle zu, die den Top-Modellen der Konkurrenz ebenfalls in der dieser (wichtigen) Kategorie nicht viel entgegenzusetzen haben.

Multiroom-Möglichkeiten

Immer wichtiger bei modernen Receivern ist die sogenannte Multiroom-Fähigkeit. Typische Anwendungsfälle sind beispielsweise die Versorgung von Stereo-Lautsprechern für den Computertisch, oder gleich eine komplette Audio- und Videoverbindung ins Schlafzimmer. Die Modelle SR-7500 und SR-8500 bieten hierfür 2 Optionen an:

Front A- und Front B-Anschlüsse

- Speaker A/B: per Umschaltung sind zwei unterschiedliche Lautsprecher ansprechbar. Es gibt ein Endstufenpaar für diese beiden Anschlüsse, die dann einfach zwischen beiden angeschlossenen Lautsprechern hin- und herschaltet. Auf das restliche System hat dies keinen Einfluss – beim Anhören einer Surround-Quellen werden auch weiterhin alle Kanäle normal mit versorgt. Eine alternative Einsatzmöglichkeit ist die Umschaltung zwischen dedizierten Heimkino-Front-Speakern und speziellen Stereo Lautsprechern.

Speaker C (Multiroom) - Terminals

- Speaker C: ein kleiner versteckter Schalter neben den Surroundback Endstufen bewirkt wahre Wunder: Wer die Surround Back Endstufen für die Hauptzone nicht benötigt, kann diese für „Speaker C“ zuteilen, welche dann als „richtige“ 2. Zone fungieren. So können gleichzeitig in Zone1 und 2 unterschiedliche Quellen mit unterschiedlichen Lautstärken wiedergegeben werden. Selbstverständlich steht für die Zone2 (Speaker C) nur die Stereo-Wiedergabe zur Verfügung. Wer weder Zone2, noch Surround-Back Lautsprecher in Zone1 benutzt, hat zudem die Möglichkeit diese Endstufen zum Bi-Amping-Betrieb der Front Boxen zu benutzen. Außerdem stehen für die Zone2 auch PreOut Ausgänge zur Verfügung, so dass man mit externen Endstufen auch bei Vollbelegung der internen Endstufen des Marantz SR-7500/8500 in der 2. Zone Musik genießen kann. Abgerundet wird die Zone2-Funktion durch die Möglichkeit, Composite-Videoquellen ebenfalls simultan zur Zone1 an ein Wiedergabegerät ausgeben zu lassen.

Multiroom auch beim SR-5500 möglich

Der Marantz SR-5500 bietet von diesen Möglichkeiten immerhin die oben als Speaker C beschriebene Option an. So kann ein Marantz SR-5500-Besitzer, der in der Hauptzone eine 5.1-Aufstellung fährt, die frei gewordenen Surround Back-Endstufen zum Beispiel im Schlafzimmer nutzen, jedoch mit dem Nachteil , dass der Receiver dann keinen eigenen Videoausgang für diese Zone bereitstellt. In allen Fällen präsentieren sich die Marantz Geräte als vorbildlich flexibel und empfehlen sich für den Einsatz als Universalgerät zum Beschallen von 2 (oder im Falle des SR-7500/8500 auch 3 ) Zonen. Diese Funktionsvielfalt und Variabilität bietet momentan kein anderes Gerät dieser Preisklasse. Selbst unser Klassenprimus, der Yamaha RX-V 2500 bietet „nur“ eine herkömmliche Zone2 (allerdings auch Zone 3) Funktion an, ohne eine Speaker A/B Umschaltung für die Frontkanäle zu haben.

DSP-Sektion

Für die Rechenarbeit beim DD/DTS-Decoding und für DSP-Berechnungen steht bei allen 3 Geräten ein 32-Bit-DSP-Chip zur Verfügung. Bei genauerer Betrachtung der DSP-Möglichkeiten aller 3 Geräte fallen 3 Besonderheiten auf: Während zusätzlich zu ProLogicIIx und DTS:Neo6 mit Circle Surround2 ein weiterer Aufpolierer bereit steht, präsentiert sich die klassische DSP-Sektion als eher bescheiden ausstaffiert. Lediglich ein einziges DSP Programm wurde neben den üblichen Dolby Digital , DTS und THX- Decodern (letztere nicht beim SR-5500) integriert. Marantz nennt diesen DSP- Modus „Virtual“. Im Hörbericht werden wir überprüfen, was dieses eine DSP-Programm zu leisten vermag. Die dritte (und letzte) „Besonderheit“ in der DSP Sektion aller 3 Testgeräte betrifft die nicht mögliche PL2x Dekodierung bei DTS für die hinteren beiden Surround-Back Kanäle. Bevor wir nun aber in die Erbsenzählerei abdriften, sei gesagt, dass z.B. der Onkyo TX-NR 801E beweist, dass ein Verstärker komplett ohne PL2x sehr viel Spaß macht und auch im Heimkinobetrieb ein erstklassiges Hörgefühl vermittelt. Außerdem sei noch mal erwähnt, dass PL2x ausschließlich in einer 7.1 Aufstellung überhaupt Vorteile bietet. Weder bei einer 5.1 noch 6.1 Anlage bringt PL2x einen Vorteil, ausser der hier im Gegensatz zu PLII möglichen durchgängigen 96 kHz/24-Bit-Signalverarbeitung. Viel schwerwiegender erachten wir daher eher die Abwesenheit von speziellen DSP-Modi, welche z.B. im RX-V2500 in vielfacher Ausführung und in bestechender Qualität integriert wurden und somit dem Anwender in der Wiedergabe jedweder Quellen mehr Optionen und Freiraum zum Mehrkanalgenuss anbieten. Hier noch mal alle Features und DSP Möglichkeiten der 3 Marantz-Geräte im Überblick:

- Dolby Digital inkl. EX , PL2x im Movie, Music und Game Mode. Die Parameter für ProLogic2(x) Music lassen sich in allen 3 Variablen einstellen: Dimension definiert die Vorne/Hinten Verteilung, während Center Width die Center/Fronts-Balance festlegt, mit der Option Panorama kann zusätzlich etwas mehr räumliche Weite auf die hinten Surrounds gegeben werden, was den Raumeffekt stärkt.

- DTS ES, DTS 24 / 96 sowie DTS Matrix . Neo:6 ist auch mit an Bord und kommt ebenfalls in einer Movie und Music Variante.

- Circle Surround 2: Konkurriert mit ProLogic2(x) sowie DTS Neo:6, da auch dieses Programm zur Aufgabe hat, aus 2 Kanal Quellen eine 5.1-7.1 Wiedergabe zu generieren. Etwas anders als bei den Dolby und DTS Lösungen, beziehen sich die Einstelloptionen dieses Wiedergabemodus auf „TruBass“ und „ Center Image“.

- THX (EX) Modus (bei den Modellen SR-7500 und SR-8500) : Neben dem THX Postprocessing (bei 5.1 und 7.1 Quellen) liefert THX Surround EX eine authentische Wiedergabe im Extended Surround-Betrieb. Das Postprocessing beinhaltet unter anderem eine heimkinogerechte Anpassung des kritisches Hochtonbereichs von Filmen, die eigentlich für die gänzlich anderen akustischen Bedingungen großer Kinos abgemischt wurden. 

- Virtual: Ziel dieses DSPs ist die Erschaffung eines Klangerlebnisses von 2 kanaligen Quellen, welche denen einer „richtigen“ Mehrkanal Tonquelle ähneln soll.

- Stereo: reine, zweikanalige Wiedergabe der Quellen. Hierbei können auch DTS oder Dolby Digital Tonquellen auf 2 Kanäle heruntergerechnet werden. Bei der Wiedergabe kommen sämtliche Lautsprecher- und Systemeinstellung wie Bass/Treble Justagen oder das Bass-Management zum Einsatz. 

- Pure Direct: wie der Name schon vermuten lässt, ist die Aufgabe dieses DSPs eine möglichste direkte und unverfälschte Wiedergabe der Tonquellen zu gewährleisten. Im Gegensatz zum Stereo-Modus werden hier Mehrkanalquellen 1:1 als solche über alle 5.1 Lautsprecher ausgegeben. Da aber im Pure-Direct Modus sämtliche Einstellungsparameter umgangen werden, sind alle Boxen auf „Large“ gestellt (der Subwoofer bekommt dann also nur den reinen LFE Kanal). Außerdem finden die Bass und Treble Einstellung keine Anwendung auf die Klangausgabe. Bei der Wiedergabe rein 2 kanaliger Quellen gilt dies ebenfalls, so dass weder der Subwoofer aktiv ist noch sonstige Klangeinstellungen greifen.

Videosektion

Besondere Beachtung verdient die hochwertige Videokonvertierung, welche alle 3 Geräte extrem aufwertet und deutlich von den Mitbewerbern abhebt. Mittlerweile ist es beileibe zwar keine Seltenheit mehr, dass AV- Receiver in diesen Preisklassen – besonders im Falle des SR-7500/8500 - einen Normenwandler integriert haben, welche einkommende Signale von S-Video und Composite Signalen untereinander – und auch hoch ins YUV Format umsetzen, jedoch nicht mit der Qualität, wie es diese 3 Marantz Geräte ermöglichen. Dies liegt daran, dass Marantz einen technisch komplett anderen Weg einschlägt nicht einfach eine 1:1 Analog-Umsetzung in die anderen Formate vornimmt:

Alle einkommenden Signale werden vollständig digitalisiert, anschließend wieder aufbereitet und mit einem neuem Synchronisationssignal versehen, bevor es mit einer finalen Digital/Analog-Wandlung wieder auf die Reise zum Bildwiedergabegerät geht. Hört sich aus oberflächlicher Sicht evtl. etwas verwirrend an, jedoch sind hierfür keine komplizierten Einstellung etc. notwendig, da alle Geräte diese Funktion automatisch anwenden und die entsprechenden Videostreams an allen 3 Videoausgängen( S-Video/Composite und YUV) gleichzeitig zur Verfügung stellen. 

Anhand der Burosch Professional-Test CD konnten wir die wirkungsvolle Funktionsweise nachvollziehen. Besonders bei der Umsetzung von Composite-Signalen auf YUV oder S-Video ergeben sich somit harmonischere Farbverläufe sowie ein ruhiges Bild. Ein typischer Anwendungsfall wäre demnach ein Anschluss eines Videorekorders oder einer alten Spielkonsole, welche dann nicht nur ohne Umwandlungsverlust, sondern sogar mit einem etwas ruhigeren und natürlicheren Bild aufwarten wird. 

Solch eine technisch anspruchsvolle Umsetzung bietet momentan keines der bislang getesteten Geräte dieser Preisklasse. Erst ein Kaliber wie der Harman Kardon AVR-7300 vermag es, mit einem aufwändigen De-Interlacer Paroli zu bieten, liegt jedoch mit einer UVP von 2.400 Euro aber preislich in einer gänzlich anderen Region. 

Dies lässt insbesondere den SR-5500 (599 €) glänzen, der in seiner Klasse in dieser Hinsicht nicht einmal ansatzweise Konkurrenz bekommt. Manche Konkurrenzprodukte bieten nicht einmal eine rein analoge Videokonvertierung an.



Die DVI-Ports des SR-8500

In Sachen Videoverarbeitung wirft der 8500er noch zusätzliche Qualitäten in die Waagschale: Zwei DVI-Eingänge sowie ein DVI-Ausgang sorgen dafür, dass der Besitzer dieses Gerätes keine Scheu vor der digitalen Zukunft haben muss. Im typischen Fall einer DVI Verbindung wird der DVD-Player direkt am Beamer oder dem Plasmabildschirm angeschlossen, womit in den meisten Fällen die digitalen Anschlussmöglichkeiten erschöpft wären. Geräte wie den 8500er kann man hierfür dann als Schaltzentrale nutzen und verfügt dann noch über einen zusätzlichen DVI Port, welcher dann von z.B. zukünftigen Videospielkonsolen oder Decoder Boxen bevölkert werden kann. Kleiner Wehrmutstropfen dieses Features ist, dass es keine Verschmelzung der analogen und digitalen Videosektion gibt. Das heißt, dass der Videostream, einer per S-Video angeschlossenen X-Box, zwar gewandelt wird, jedoch nur über die analogen Ausgänge (S-Video, Cinch und YUV) ausgegeben wird. Da das On Screen Display ebenfalls in der analogen Videosektion generiert wird, ist eine Betrachtung des Menüs per DVI ebenfalls leider nicht möglich. Selbstverständlich unterstützen alle DVI-Ports den HDCP Standard, so dass keine Probleme mit etwaigen Kopierschützen zu erwarten sind. Während unserer Tests mit einem Denon DVD-3910 DVD-Player konnten wir diesbezüglich keine Fehler oder Probleme entdecken. Auch dem Einsatz von Geräten mit einem HDMI Anschluss sind Tür und Tor geöffnet, da HDMI komplett abwärtskompatibel zu DVI ist – und daher passende Adapter oder fertig konfektionierte HDMI/DVI Kabel ohne Bedenken einsetzbar sind.

Fazit:

Hier sieht die Marantz-Welt durchweg freundlich aus. Maßgeblichen Anteil hier an trägt vor allem die Videosektion, welche allen 3 Geräten einen Vorteil verschafft. Besonders der Marantz SR-5500 kann sich von dem in seiner Preisklasse gebotenen Niveau absetzen, wobei auch der Marantz SR-8500 dank seiner DVI Sektion eine unangefochtene Spitzenstellung in Sachen Videoverarbeitung in seiner Preisliga einnimmt. Die großzügige Mehr-Zonen-Variabiliät sowie zahlreichen Anschlüsse runden den positiven Eindruck der beiden größeren Geräte ab. Beide großen Marantz Modelle erhalten dennoch beide einen Punkt Abzug für die unserer Meinung nach mangelnde Möglichkeit bei der akustischen Justage (eingeschränktes Bass-Management, weder manueller- noch automatischer EQ) und kommen somit auf 5 Punkte, auch aufgrund des sehr mageren DSP Modus , der wenigstens mit Circle Surround 2 noch ein kleines Trostpflaster für die fast völlige Abwesenheit von DSP Modi bietet. Dem kleineren SR-5500 reicht es trotz Fehlens einer automatischen Einmessung ebenfalls noch zu knappen 5 Punkten, da hier selbstverständlich auch die Preisklassenstandards niedriger anzusetzen sind.

Bewertung SR-5500
Bewertung SR-7500
Bewertung SR-8500

 

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