INFO mit 5.1- und Stereo-Lautsprecher-Tipps: LS-Kaufberatung Herbst 2006
19.10.2006 (cr)

Einleitung
Ein stimmiges akustisches Gesamtergebnis hängt von vielen einzelnen Faktoren
ab, die die Qualität der gesamten Wiedergabekette ausmachen. Fest steht, dass
die alte Weisheit - eine Kette ist insgesamt immer so stark wie ihr schwächstes
Glied - auf dem AV- und HiFi-Sektor auf jeden Fall Gültigkeit hat. Allerdings,
dies muss hinzugefügt werden, gibt es Schlüsselfaktoren, die das
Gesamtergebnis besonders intensiv beeinflussen. Zu diesen Schlüsselfaktoren
gehören auf jeden Fall die Lautsprecher. Das Angebot auf dem Markt ist
ausgesprochen reichhaltig und für die meisten Anwender unübersichtlich. Ohne
sich vor dem Kauf zu informieren und vor allem sich über die eigenen
Prioritäten im Klaren zu sein, kann man kaum mit Erfolg ein passendes
Lautsprechersystem einkaufen. Generelle Regeln für den Boxenkauf aufzustellen,
ist schwierig, da jede AV-Anlage auch aufgrund raumakustischer Verhältnisse und
eigener Ansprüche des Anwenders wieder andere Rahmenbedingungen offenbart. Wir
möchten versuchen, Sie, verehrte Leser, in dieser Kaufberatung Ihren
bevorzugten Lautsprechern etwas näher zu bringen - was den eigenen, intensiven
Test jedoch nicht ersetzt. Nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim
Lesen.
Aufteilung des gesamten Artikels:
Vorgehensweise beim Kauf
Wie sollte man also beim Lautsprecherkauf vorgehen? Zunächst muss
man sich über folgende Punkte im klaren sein:
- Über die eigenen Anforderungen. Welche Ziele verfolge ich? Höre ich
sehr gern Musik? Welche Art von Musik? Höre ich eher in Multichannel oder
in Stereo? Oder ist mir eine mitreißende Mehrkanal-Filmtonwiedergabe am
wichtigsten? Soll das Boxensystem kompakt und elegant sein? Order darf es
auch ausladender ausfallen?
- Über die Qualität des restlichen Equipments - sofern schon andere Komponenten
vorhanden sind. Beide Faktoren hängen auch eng miteinander zusammen, denn die
eigenen Anforderungen spiegeln sich in vielen Fällen schließlich im Rest des
Geräteparks wieder.
- Über die akustischen Bedingungen im Hörraum. In den meisten Fällen ist
das Wohnzimmer, das Home Office oder das Jugendzimmer die Räumlichkeit, in
der die Surroundanlage Aufstellung bezieht. Einen eigenen Heimkinoraum, der
nur fürs Hobby zur Verfügung steht und somit vielfältiges
Optimierungspotential bietet, hat nur ein verhältnismäßig kleiner Teil
der Anwender.
Die eigenen Anforderungen
Hier sollte man verschiedene Arten der Anforderungen
unterscheiden.
1. Die räumlichen und optischen Anforderungen. In vielen Fällen brauchen
ausgewachsene, leistungsstarke Heimkino-Lautsprechersysteme viel Platz. Platz,
den nicht jeder bereit stellen kann und nicht jeder bereit stellen möchte.
Viele Heimkino- und Mehrkanal-Musikliebhaber wünschen eine im höchsten Maße
wohnraumkompatible Integration, anstatt großvolumiger Standlautsprecher für
vorn und immer noch ausladender Regalboxen für die Surroundbeschallung möchten
diese Mehrkanal-Freunde eher "unsichtbare" Schallwandler. Völlig
unsichtbar sind zwar auch die kompakten Satelliten von sogenannten Subwoofer-/Satellitensystemen noch nicht, aber dafür oft elegant im Design und
sehr zurückhaltend in Bezug auf den Platzbedarf. Das einzige Utensil, das einen
höheren Raumbedarf hat, ist der aktive Subwoofer - wenn er entsprechend
leistungsfähig sein soll. Prinzipiell kann der Subwoofer zwar auch unter dem Sofa oder in der Nähe einer Raumecke seinen Platz
finden, akustisch stellt diese Art der nur auf optischen Gesichtspunkten
basierenden Aufstellung nicht immer einen brauchbaren Weg dar: Je
nach der Bauart und Eigenschaften des aktiven Subwoofers (Bauart z.B. nach unten abstrahlend, "downfire",
oder direkt abstrahlend) kann sich die Suche nach dem richtigen Standort
unterschiedlich schwer oder leicht gestalten. Die akustischen Eigenschaften des
Hörraums sind hier, neben optischen Gesichtspunkten, besonders zu
beachten. Wer also Wert legt auf ein System, das wenig Platz benötigt und
optisch unauffällig zu integrieren ist, der sollte sich nach einem
Subwoofer-/Satellitensystem umschauen - dabei aber die folgenden Tatsachen
berücksichtigen:

Paradebeispiel für ein gelungenes Sub-/Sat-System: Das Canton Movie CD-201
-
Subwoofer-/Satellitensysteme bestehen aus 2 Komponenten: Den
kompakten Satelliten, die aufgrund ihres klein bemessenen Gehäuses
akustisch verständlicherweise nicht das gesamte Frequenzspektrum abdecken
können, und dem aktiven Subwoofer, der für die Wiedergabe der tiefen
Frequenzen zuständig ist. Hier muss man nun bedenken, dass man den aktiven
Subwoofer in Bezug auf die Übernahmefrequenz nicht zu hoch einstellen
sollte, da der Sub dann im Hörraum zu orten ist (das menschliche Ohr kann
Frequenzen ab einer bestimmten Tiefe nicht mehr räumlich orten, daher kann
der aktive Bassist relativ frei im Hörraum aufgestellt werden, ohne dass
der Hörer akustisch die Position des Subwoofers ausfindig machen kann).
Höher als 100 bis 120 Hertz sollte die Übernahmefrequenz nicht
eingestellt werden. Macht man das Umgekehrte und stellt die
Übernahmefrequenz (englisch Cross-Over Frequency) zu tief ein, so entsteht
ein je nach Art des Sub-/Sat-Systems und der Justage unterschiedlich großes
Klangloch. Dieses resultiert aus dem nun fehlenden Teil des
Frequenzspektrums, den die Satelliten des Lautsprecher-Sets nicht mehr und
der aktive Subwoofer noch nicht wiedergeben. Bei sehr hochwertigen
Subwoofer-/Satellitensystemen mit aufwändigen Satelliten (die dann aber
auch ein nicht allzu kleines Gehäusevolumen aufweisen) kann dieses
Klanglich inzwischen weitgehend eliminiert werden. Bei billigen Systemen
jedoch ist es nach wie vor gut hörbar. Daher: Auf jeden Fall (!) das ins
Auge gefasste Set vor dem Kauf Probe hören oder aber sich ausdrücklich das
Recht auf die Rückgabe nach dem Kauf vom Händler bestätigen lassen,
sollte das System den Anforderungen nicht genügen.

Ein
besonders hochwertiges und edles Lautsprecher-System mit eleganten
Lautsprecher-Säulen ist das Teufel Theater LT7 wireless
-
Mittlerweile gibt es auch andere Offerten neben den klassischen
Subwoofer-/Satellitensystem. Hierbei handelt es sich um
Lautsprecher-Ensembles, die - mindestens für die Frontbeschallung, manchmal
auch für die Surroundbeschallung - über schmale, elegante
Lautsprecher-Säulen verfügen. Diese sind bezüglich ihrer Höhe direkt
für die Aufstellung auf dem Boden ausgelegt. Je nach Bauhöhe kann sich
eine günstigere Schallausbreitung einstellen als bei kompakten Satelliten.
Derartige Systeme sind aber ebenso wie Satelliten kaum in der Lage,
richtigen Tiefbass zu erzeugen, da auch hier die Gehäusevolumina nicht
sonderlich üppig ausfallen. Aus diesen Gründen muss der aktive Subwofoer
auch bei einer solchen System-Konfiguration leistungsstark und ausgewogen
operieren. Auch das zweite Problem dürfte den Besitzern von
"herkömmlichen" Subwoofer-/Satellitensystemen bekannt sein: Der
Grundtonbereich wirkt, gerade, wenn die Säulen sehr schmal sind und nur
sehr wenig Stellfläche benötigen, etwas dünn. Diesem Phänomen kann man
durch eine wandnahe Aufstellung etwas entgegen wirken.

Auch
bei preiswerten Subwoofer-/Satellitensystemen können kraftvolle aktive
Subwoofer im Lieferumfang enthalten sein - im oberen Bild ist der Sub des Teufel Theater 1
zu sehen
-
Vor allem bei günstigen Angeboten genügt der aktive
Subwoofer in vielen Fällen gehobenen Ansprüchen nicht. Die Gründe dafür:
1. Die verbauten Endstufen sind nicht leistungsfähig genug, schon bei nicht
allzu hohen Pegeln sind dann Dynamik- und Pegeleinbrüche sowie unschöne
Verzerrungen hörbar. Besonders ungünstig ist die Kombination aus
leistungsschwacher Endstufe und einem kleinen Gehäuse, da dann ein
schlechter Wirkungsgrad auf wenig Leistung trifft. 2. Das Gehäuse ist nicht akkurat konstruiert.
Die Folge sind Strömungs- und Vibrationsgeräusche. 3. Die verwendeten
Materialien sind nicht hochwertig genug.
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Ebenfalls ein Grund für akustische Defizite: Bestehen die
Gehäuse der Satelliten aus Kunststoff und nicht aus Metall oder Holz,
sind der Klangqualität im Hochtonbereich Grenzen gesetzt. Nur vereinzelt
gibt es extrem aufwändig konstruierte Systeme mit Kunststoffkorpus, die
akustisch einer Metall- oder Holzausführung kaum nachstehen. Gerade bei
günstigen Sub-/Sat-Sets ist ein wenig hochwertiges Material, aus dem die
Satelliten bestehen, in vielen Fällen festzustellen, wobei in letzter Zeit
selbst schon in der 400- bis 500-€-Preisklasse Lautsprechersets mit
Alu-Gehäusen auf dem Markt auftauchen.
-
Eng mit der Verwendung von günstigstem Gehäusematerial
zusammen steht der sehr simple Aufbau und die extrem kostengünstige
Lautsprecher-Bestückung vieler Satelliten - gerade von sehr preiswerten
Sets. Ein Einwege-Lautsprecher mit Billig-Chassis ist kaum in der Lage,
ansprechende akustische Erlebnisse zu vermitteln.
-
Die akkurate Aufstellung ist sehr wichtig. Die kleinen
Satelliten sollten in ausreichender Höhe befestigt werden, um ein stimmiges
Klangbild sicherzustellen.

Enorme
Pegel und eine enorme Raumwirkung können beispielsweise mit dem Nubert nuLine 120/CS-70/DS-60/AW-1500-Set
realisiert werden
2. Die reinen Performance-Anforderungen. Wer ein Maximum an Heimkino- und
Mehrkanal-Musik-Hörspaß realisieren möchte, muss ein ausgewachsenes
Lautsprecherset ins Auge fassen. Je nach dem, ob mehr Musik
oder mehr Filme angehört werden, müssen verschiedene Kriterien
Berücksichtigung finden. Ein möglichst universell einsetzbares
Lautsprechersystem ist für denjenigen interessant, der zu gleichen Teilen Musik
und Filmton hört. Wichtige Punkte: 
Sehr
leistungsfähige Center wie der Nubert nuLine
120/CS-70 bringen den wichtigen Mittenkanal nachdrücklich und stimmig zur
Geltung
- Der Center darf nicht zu klein dimensioniert sein. Eine natürliche, volle
Stimmwiedergabe, eine hervorragende Effektdarstellung aller vorn aus der
Mitte kommenden Effekte und eine sehr gute Pegelfestigkeit verlangen nach
einem aufwändig konstruierten Mittenlautsprecher mit einem größer
dimensionierten Gehäuse aus hochwertigem Material. Wer den nötigen Platz
hat, kann sich für eine hervorragende Musikwiedergabe dreimal die
identische Standlautsprecherbox vorn hinstellen.

Teufel setzt z.B. beim gerade auslaufenden System 5 auf drei
völlig identische Lautsprecher bei der Frontbeschallung
- Wer viel Wert auf ein
homogenes Klangbild bei der Filmtonwiedergabe legt, sollte ebenfalls mit dem
Gedanken spielen, dreimal die absolut identische Box zu verwenden oder
dafür zu sorgen, dass der Center in angemessener Höhe positioniert wird.
Liegt er einfach auf dem Boden oder ist zu tief angebracht, ist das
Gesamt-Klangbild nicht homogen, harmonisch und klar genug. Wenn man den
Centerlautsprecher recht tief aufstellt, sollte man auf jeden Fall die Box
in Richtung der Hörposition anwinkeln, indem man z.B. zwei entsprechend dimensionierte
Holzkeile unterlegt.

Sehr hochwertige Standlautsprecher wie die Aurum 970
bieten viel Hörspaß für Musikliebhaber
- Für eine ansprechende Musikwiedergabe sind zwei hochwertige
Standlautsprecher immer noch eine lohnenswerte Investition. Gerade für
denjenigen, der auch viel Musik in Stereo hört, ist dies die technisch
beste Wahl, denn die Homogenität und Detailtreue des Klangbilds sind die
großen Vorteile sehr guter Standlautsprecher. Nur wenige, extrem
hochwertige Kombinationen aus aktiven Subwoofern und kompakteren
Frontlautsprechern können sehr guten Standlautsprechern akustisch das
Wasser reichen. Ein Sonderfall bietet Nubert mit dem ATM-Modul, gerade für Musikliebhaber sehr interessant. Mit dieser genialen
Frequenzgangoptimierung können selbst recht kompakte Regallautsprecher eine
ansprechende Basswiedergabe realisieren.
- Wer viel Filme anhört und dabei ein diffuses, weitläufiges Klangbild
wünscht, sollte unter Umständen Dipole für die Surround-Beschallung
aussuchen. Dipole sind jedoch im Vergleich zu normalen direkt abstrahlenden
Lautsprechern von der Aufstellung her kritischer, gleichzeitig können
aufgrund des Konstruktionsprinzips nicht die gleichen Werte für die
Präzision wie bei einem hochwertigen Direktstrahler erwartet werden. Mit
sehr großem Konstruktionsaufwand entwickelte Dipole erreichen inzwischen
aber höchst respektable Werte in Bezug auf eine exakte Effektdarstellung.
Ob Dipole einen akustischen Vorteil erbringen, hängt auch von der Akustik
des Hörraums maßgeblich ab. Wir raten auf jeden Fall, die Lautsprecher vor
dem Kauf in den eigenen vier Wänden auszuprobieren. Vorsicht: Aufgrund der
diffusen Schallverteilung ist der Wirkungsgrad gegenüber einem
Direktstrahler geringer, daher sollte dies beim Einpegeln Berücksichtigung
finden.

Ein extrem leistungsfähiger und grundsolider aktiver
Subwoofer in nobler Optik ist der SVS PB12-Plus/2
- Auf keinen Fall am aktiven Subwoofer sparen. Nur aufwändig konstruierte,
aus soliden Materialien aufgebaute und mit großzügig dimensionierten
Endstufen versehene Exemplare sind gerade für anspruchsvolle Musik- und
Filmtonliebhaber die richtigen Begleiter. Wer einen sehr leistungsfähigen
AV-Verstärker und hochwertige Standlautsprecher mit guten tieffrequenten
Qualitäten besitzt, kann gerade im Musikbetrieb die Anlage auch komplett
ohne aktiven Subwoofer betreiben. Nicht wenige aktive Subwoofer werden auch
den hohen Anforderungen musikalischer Kenner nicht gerecht, da die
Darstellung im Bassbereich zu dominant und gleichzeitig zu unpräzise
ausfällt. Mit kurzen, trockenen Bässen beispielsweise, die nicht
nachschwingen dürfen, kommen nur sehr hochwertige aktive Subwoofer zurecht.
Wer also einen aktiven Subwoofer möchte, der leistungsstark und pegelfest
auftritt und zudem für den Film- und Musikbetrieb problemlos geeignet ist,
muss sich auf eine größere finanzielle Investition einstellen.
3. Das vorhandene Equipment. Hier sollte man die Leistungswerte und die
klangliche Gesamtqualität des eigenen AV-Verstärkers-/-Receivers
berücksichtigen. Beispiel: Ein 700 €-Center am 300 € AV-Receiver ist im
Regelfall nicht allzu ratsam, es sei denn, dieses Ensemble arbeitet nur für
eine Übergangszeit und der AV-Receiver wird in absehbarer Zeit durch ein
hochwertiges, dem Center angemessenes Modell ersetzt. Lautsprecher und
AV-Receiver sollten immer eine passende, stimmige Einheit bilden, wobei man vom
Kauf von sehr billigen Lautsprechern absehen soll, auch dann, wenn ein
preisgünstiger AV-Receiver die Basis bildet.

Das Klipsch Synergy 7.2-System
überzeugt durch den ausgezeichneten Wirkungsgrad
Wer neue Lautsprecher kauft,
sollte auf die Belastungswerte (Nenn-/Musikbelastbarkeit), den passenden
Widerstand und den Wirkungsgrad achten. Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad
lassen sich problemlos auch an weniger leistungsstarkem Equipment betreiben.
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