Test Kenwood KRF-X9995D/KMF-X9000

17.12.2001 (cr)

Im AV-Receiver-Programm von Kenwood ist momentan der 5999 DM teure THX Ultra-AV-Receiver KRF-X9995D das Spitzenmodell.  Mit 5 x 130 Watt Ausgangsleistung im Surroundbetrieb (1 kHz, 0,03 % Klirr, 6 Ohm) tritt das Gerät, das THX Surround EX, DTS ES Matrix/Discrete 6.1 decodiert, an - da fehlt doch was, wird der Experte nun sagen. Richtig, was fehlt, sind zwei Endstufen für den Back Surround-Bereich, die nötige Erweiterung findet sich ebenfalls im Kenwood-Sortiment: Die perfekt passende THX Ultra- zertifizierte Zweikanal-Endstufe KMF-X9000 für knapp über 1200 DM. Wer sich diese Investition sparen möchte, kann selbstverständlich auch einen alten Stereoverstärker oder eine noch vorhandene Stereoendstufe verwenden.

Ausgestattet ist der Kenwood insgesamt hervorragend (siehe auch unten stehende Ausstattungstabelle), nur mit der Bestückung mit digitalen Ausgängen hätte man großzügiger sein können. Das THX EX Post Processing ist noch nicht für DTS ES Discrete 6.1 (für für DTS ES Matrix und Dolby Digital EX)  gerüstet und eine DTS 96/24-Decodiermöglichkeit fehlt - diese beiden Features gab es aber zur Zeit der Markteinführung des KRF-X9995D noch nicht. Anstatt der 96 kHz/24-Bit D/A-Wandler für alle Kanäle hätten sich 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler noch besser gemacht - wie sie zum Beispiel der Denon AVC-A1SE mitbringt. Doch das sind eher Kleinigkeiten, ansonsten fehlt es an nichts: 7 optische und 7 koaxiale Digitaleingänge, Dolby PLII in Vollversion, DTS NEO:6 - alles ist mit dabei. 

Die Verarbeitung will da nicht zurückstehen: Ob es die massive Klappe auf der Frontblende ist, hinter der sich die weniger oft benötigen Tasten befinden und die sich auf Knopfdruck leise automatisch öffnet, die wertige Metallfrontplatte, das hervorragend verarbeitete Anschlussfeld auf der Geräterückseite oder das aufgeräumte Innenleben - hier gibt es wenig zu kritisieren: Der Lautstärkeregler könnte noch sauberer geführt sein. Einen exzellenten Eindruck, mit edler Frontplatte und blau leuchtender Bereitschaftsanzeige, macht auch die Endstufe. So wird in der Disziplin Verarbeitung ein hohes Niveau erreicht, welches nur von der absoluten Verarbeitungsreferenz Marantz SR-14MkII nochmals übertroffen wird. Ob einem allerdings das stark polarisierende Design gefällt, ist Geschmackssache - ein ebenfalls überragend verarbeiteter Denon AVC-A1SE eckt sicherlich weniger an, ist aber auch weniger progressiv gestylt. Dem Tester gefällt beides - und der Käufer muss entscheiden, was sich im eigenen Heimkino besser macht. Eindrucksvoll sind zweifellos alle drei hier genannten Geräte schon optisch, beim Kenwood verstärkt sich dieser Eindruck, wenn man zusätzlich die KMF-X9000 sein eigen nennt. Passend dazu liefert Kenwood auch einen hochwertig verarbeiteten, vorprogrammierten und lernfähigen IR-Controller mit LC-Touchscreen mit. Leider braucht die Fernbedienung zu viele Batterien (gleich 6 Mignon-Batterien sind erforderlich). Wünschenswert, auch im Sinne der Umweltverträglichkeit, wäre es gewesen, zumindest einen wiederaufladbaren Akkupack mitzuliefern.

Bewertung
Bedienung

Die mitgelieferte Touch Screen-LC-Fernbedienung ist etwas zu groß geraten, vor allem zu breit. Ansonsten gefällt die  aufwändige Fernbedienungseinheit mit grafisch schön aufgemachten Menüs. Die Bedienung ist klar und logisch, und so muss man nicht ein Heimkino-Experte sein, um den Kenwood betriebsfertig zu justieren beziehungsweise im Betrieb Einstellparamter schnell zu verändern. Die Hintergrundbeleuchtung sowie der Kontrast des Monitors sind hervorragend, was die Bedienung zusätzlich erleichtert. Die wenigen Tasten (u.a. Lautstärke, Back Light, Contrast), die auf dem IR-Controller sind, gefallen mit einem einwandfrei dosierbaren Druckpunkt. Was nicht überzeugend am Gerät selber gelöst ist: Erkennt der Kenwood eine DTS ES Discrete DVD, wäre es weitaus besser, wenn der AV-Receiver das Ergebnis des Auto Flag Detects ins etwas zu schlicht geratene Display schreiben würde. Doch dies geschieht nicht, lediglich zwei rote Lämpchen leuchten: Das eine zeigt an, dass DTS ES Discrete 6.1 decodiert wird, das andere, dass die Back Surround Lautsprecher mitlaufen. Dieses Manko ist schon vom KRF-X7775 her bekannt, beim doppelt so teuren Spitzenmodell hätte man sich hier aber eine bessere Lösung gewünscht, zumal beim Aktivieren THX Surround EX die Lösung besser ist: Drückt man hier die THX-Taste auf dem Touchscreen der Fernbedienung, erscheint im Display des AV-Receivers "THX Surround EX ON". Insgesamt jedoch liefert der KRF-X9995D in der zweiten Disziplin eine extrem gute Leistung ab. 

Bewertung

 

Ton

Lautsprecher: 

Software:

  • Air Force One Special Edition (DD 5.1, Code 2)
  • Der Sturm (DD 5.1 EX, Code 2)
  • Die Mumie (DD 5.1, Code 2)
  • Independence Day (DD 5.1, Code 2)
  • Sleepy Hollow (DTS ES Discrete 6.1, Code 2)
  • DTS Demo DVDs 3 & 5
  • Wolfgang Amadeus Mozart: La Nozze di Figaro (DD 5.1-DVD)
  • Pet Shop Boys: Montage - The Nightlife Tour (DD 5.1-DVD)
  • Celine Dion: All The Way - A Decade Of Song (Audio-CD)
  • Toni Braxton: Secrets (Audio-CD)
  • Peter Taschaikowksy: 1812 Ouvertüre (Audio-CD)
  • Future Trance Vol. 16 CD 1

 

Short Overview:

Es gibt perfekte Kombinationen für Musik- und Filmgenuss wie den 10.000 DM teuren, auch im Stereobetrieb herausragenden Marantz SR-14MkII oder den ton- und ausstattungstechnisch brillanten Denon AVC-A1SE: Beide Geräte haben auch große Kraftreserven - aber bezüglich Antritt und Dynamik, oder, anders ausgedrückt, bezüglich der möglichen Stärke schierer Kraftausbrüche, haben alle bislang getesteten Verstärker und Receiver ihren Meister gefunden: Das, was der KRF-X9995D und die KMF-X9000 im Testraum veranstalteten, war schlicht und einfach die Demonstration des kräftemäßig Möglichen im noch bezahlbaren Consumer-Heimkinobereich.  Die Leistungsangaben wirken deutlich untertrieben: Mit 5 x 130 Watt Ausgangsleistung im Surroundbetrieb (1 kHz, 0,03 % Klirr, 6 Ohm) wird der AV-Receiver angegeben, mit 2 x 145 W (1 kHz,0,7 % Klirr, 6 Ohm) gesellt sich die Endstufe, die im Testbetrieb mit einer schlicht begeisternden Pegelfestigkeit aufwarten konnte. (um das Leistungsprofil kennen zu lernen, schlossen wir sie auch einmal an die Front Pre-Outs des Kenwood an) dazu - Daten, die eigentlich nicht unbedingt dazu angetan sind, Begeisterungsstürme zu entfachen. Doch, wie so oft, ist alle Theorie grau, und die Praxis liefert überraschende Ergebnisse, die  bei der Kenwood-Kombi im nun folgenden ausführlichen Testprotokoll niedergeschrieben werden.

Film:

Bei unseren Tests mit "Sleepy Hollow" (DTS ES Discrete 6.1) und der Mumie, DD 5.1, letztere DVD mit eingeschalteter Back Surround Matrix) alle Register seines Könnens ziehen, und das Ergebnis war begeisternd: Transparent und differenziert war die Wiedergabe, und exzellent stellte der AV-Receiver den Nutzen des zusätzlichen diskreten Back Surround Kanals heraus, denn dass hier ein Vollfrequenzkanal handelt, wird bei der sehr guten Höhenauflösung und bei der herausragenden Wiedergabe verschiedener Split Surround-Effekte gut deutlich. In Szenen, in denen vor allem homogene Räumlichkeit gefragt ist (z.B. beim Music Score), begeistert der Kenwood durch Volumen und eine hohe räumliche Dichte. Zu beachten bei der Wiedergabe von DTS ES Discrete Tonspuren: Der Kenwood verfügt, wie schon erwähnt, noch nicht über eine THX-Nachbearbeitung für den zusätzlichen diskreten Back Surround Kanal. Die THX EX-Version im KRF-X9995D erkennt lediglich matrixbasierte Tonnormen, also DD 5.1 EX und DTS ES 6.1 Matrix/Compatible, und bearbeitet diese nach. Doch die Aktivierung ebendieser Matrix lohnt auch bei DD 5.1-Filmen: Bei der "Mumie", die lediglich in DD 5.1 vorliegt, begeisterte der Kenwood mit aktivierter THX Surround EX-Nachbearbeitung und aktivierter Back Surround-Matrix mit einer sehr lebendigen, differenziert aufgebauten Surround-Klangkulisse ohne störende Klanglöcher. In DD 5.1 EX liegt "Der Sturm" vor - und einen Sturm entfachte der Kenwood auch im Hörraum:  Der auf hoher See tobende Hurrikan, so konnte man denken, ist gerade im Begriff, auch das Dach der eigenen Behausung abzudecken. Besonders auffällig neben dem exzellenten Volumen: Die sehr gute Transparenz und klangliche Klarheit auch bei extrem hohen Pegeln. Bezüglich des Volumens kann auch der in dieser Disziplin anerkannt gute Yamaha DSP-AX1 nicht mit, warten wir hier ab, was das nächste Jahr bringt: Dann kommt der neue Yamaha DSP-AZ1 hierzulande auf den Markt. Auf jeden Fall konnte der KRF-X9995D auch bei der Special Edition-DVD von "Air Force One" begeistern: Auch hier übertrug er die Dynamik der sehr guten DD 5.1-Abmischung ungefiltert zum Zuhörer,  schon in der Anfangsszene fliegen die Schüsse quer durch den Hörraum, stets präzise zu orten, mit einer hervorragenden Auflösung. Die erste zu hörende Explosion ließ nur einen Schluss zu: Mittendrin anstatt nur dabei - diesen Slogan einer Werbekampagne der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten schien sich Kenwood bei der Entwicklung des KRF-X9995D zum Vorbild genommen zu haben. Erstklassig, wie plastisch der AV-Receiver das tonale Gesamtgefüge aufbaute, wie er auch in ruhigeren Szenen durch das sehr gute Handling des Music Scores und kleiner Umgebungsgeräusche den Spannungsaufbau unterstützte.  Bei "Independence Day" zog der KRF-X9995D ebenfalls alle Register seines Könnens, schon das animierte Menü kündigte bassgewaltig weitere Feuerwerke an. Und noch heftiger ging es dann direkt zu Beginn des Alien-Blockbusters weiter: Das riesige Raumschiff der außerirdischen Eindringlinge, das am Mond vorbeifliegt, erzeugte selbst bei humaner Einstellung des Subwoofers ein ungeheures Bassvolumen. Vorteilhaft wirkte sich auch hier das Zuschalten der THX-Nachbearbeitung inklusive Back Surround Matrix aus. Wer also effektgeladenes Heimkino, oder anderes gesagt, Hollywood live, schätzt, wird am Kenwood seine Freude haben - ob dies allerdings das Verhältnis zu den Nachbarn positiv beeinflusst, darf bezweifelt werden - denn der Unterhaltungswert des Gerätes ist so groß, dass die Anwohner ohne Probleme akustisch perfekt in die Handlung von "ID4" eingeweiht werden, sollten sie diese noch nicht kennen. Sind sie ID4-kundig, dann wissen sie, wann Türen und Fenster zwecks Angriffs-Abwehr zu schließen sind: Wenn bärenstarker Antritt bei großen Effektsalven gefragt ist, ist der Kenwood spontan und mit einer großen Durchschlagskraft zur Stelle. Begeisternd sind dabei zum einen die weitläufige Raumwirkung als auch der differenzierte Aufbau der Surround-Klangkulisse: So "lebte" der Hörraum richtig mit, wenn sich beispielsweise am Anfang von Chapter 10 ein Alien-Schiff klanggewaltig hinter einer Wolke auftauchte. Der finale Angriff der gepeinigten Erdenbürger auf die Alien-Schiffe ab Chapter 52 ist natürlich besonders gut geeignet, um die Vorteile eines sehr potenten Heimkino-Receivers klar herauszustellen, und der KRF-X9995D enttäuschte uns auch nicht. Genauso wenig wie bei der Sequenz aus "Gladiator" auf der fünften DTS Demo-DVD (abgemischt in DTS ES Discrete 6.1): Hier sind es vor allem die brachialen Dynamiksprünge und die durch den Wald schießenden brennenden Pfeile und Brandkugeln, die die Antrittsstärke und die Kraftreserven des AV-Receivers oder -Verstärkers herausfordern. Der KRF-X9995D stellte sich diesen Herausforderungen locker, als wäre nichts leichter, ließ er die Brandkugeln mit unbändiger Kraft an Bäumen oder im Trupp der Gegner aufschlagen. Den eindrucksvollen Music Score übertrug der AV-Receiver nicht nur mit sehr guter Präzision, sondern auch räumlich akkurat.  Eine Paradesequenz für den bassgewaltigen Kenwood ist natürlich der Filmausschnitt aus "U-571" auf der fünften DTS Dem DVD: Bei den verschiedenen Wasserbombenexplosionen konnte er sein Potential einmal mehr unter Beweis stellen. 

Musik: 

Begeisternd war der Umgang des KRF-X9995D mit der DD 5.1-DVD von Figaros Hochzeit: Mit Esprit und Dynamik ließ der AV-Receiver eine tonal exakt gezeichnete virtuelle Oper im Hörraum entstehen, mit einem exzellent wiedergegebenen Orchestereinsatz feierte der Kenwood gleich zu Beginn einen überragenden Einstand, der deutlich machte, wohin die Reise geht: Auch im Mehrkanal-Musikbetrieb setzt der KRF-X9995D klar die Akzente auf eine mitreißende Dynamik, niemals aggressiv klingend und immer kombiniert mit einem herausragenden Volumen. Dies überträgt sich auch auf die angenehme Stimmwiedergabe, bei Opern naturgemäß besonders wichtig: Vor allem die Gesamtharmonie ist brillant, die Herausarbeitung kleinster tonaler Feinheiten gelang aber dem Konkurrenten von Denon nochmals besser: Der Denon AVC-A1SE stellt hier immer noch die Meßlatte dieser Preisklasse dar. Der Kenwood setzt andere Schwerpunkte: Er schaffte es, selbst aus der tonal farblosen Pet Shop Boys DVD "Montage - The Nightlife Tour" noch ein Optimum an Bassperformance und Räumlichkeit herauszuholen. Tadellos war auch das Volumen im normalen Stereobetrieb (Test-CD: Toni Braxton/Secrets, Tracks: Un-Break My Heart, Talking In His Sleep, How Could An Angel Break My Heart, Find Me A Man, Let It Flow): Der gesamte Bassbereich zeigte sich rund und voluminös abgestimmt, die Stimme präsentierte sich sehr gut eingearbeitet und die Präzision war ebenfalls überdurchschnittlich. Wer die KMF-X9000 mitgeordert hat und sich nicht zu schade ist, häufiger Anschlussarbeiten hinten am Receiver durchzuführen, kann die Endstufe gerade für die Stereomusikwiedergabe an die Pre-Outs für die Frontlautsprecher anschließen und die Frontlautsprecher dann an die Endstufe - der Aufwand lohnt sich für den Musikliebhaber, denn das Ergebnis ist ein hörbar verbesserter Stereoklang, die Präzision steigt ebenso wie der Eindruck natürlicher Räumlichkeit und die akustische Plastizität. Wer natürlich noch mehr Geld investieren möchte, kann sich auch eine zweite KMF-X9000 ordern und diese permanent an den Frontkanälen betreiben. Kein Zweifel: In dieser Kombination wird auch ein exzellenter Stereoklang geboten, der sich nur der nochmals leicht besseren Stereowiedergabe des Marantz SR-14MkII beugen muss - aber: Der Marantz modelliert zwar nochmals detaillierter, aber die Kenwood-Kombination klingt ebenso angenehm, sauber und homogen.  

Im Dolby PLII-Music-Betrieb war beim Anhören der Toni Braxton-CD ein leichter Verlust an Höhentransparenz, der sich vor allem in einer minimal verwaschenen Stimmwiedergabe und einen etwas weniger präzisen und prägnanten Bass ausdrückt, festzustellen. Dafür ist der Zugewinn an natürlicher Räumlichkeit immens, so dass auch der KRF-X9995D deutlich macht, dass Dolby PLII ein ausgesprochen gelungenes System ist. Diese Feststellungen bestätigte der Hörcheck der Celine Dion-CD "All The Way - A Decade Of Songs": Hier war der Präzisionsverlust im PLII Music-Modus sogar noch minimal geringer, und die "Panorama"-Schaltung, nicht immer von großem Nutzen, schafft hier tatsächlich einen nochmals weiträumigeren Klangeindruck. Nicht so recht begeistern will das Ergebnis mit DTS NEO:6 Music. Zu belegt klingt die Stimme, der Verlust an Basspotential ist deutlich hörbar. Ganz anders bei PLII, wo der Bassbereich mit einem erstaunlichen Volumen gefällt, gepaart mit einer erfreulich guten Präzision und einem natürlichen Hallverhalten, das auf übertriebene Effekthascherei gottseidank verzichtet. bestens zurecht kam der starke Kenwood auch mit Peter Tschaikowksys "1812 Ouvertüre" im Stereo-Betrieb: Hier sind es vor allem die Dynamiksprünge, die begeistern können. Was die Darstellung sehr feiner Zwischentöne betrifft, muss er sich den beiden "Feingeistern" Marantz SR-14MkII und Denon AVC-A1SE geschlagen geben - wobei dieser Nachteil bei der Verwendung der KMF-X9000 für die Frontkanäle weiter minimiert wird. Im PLII-Music-Modus war das akustische Bild der Ouvertüre sehr gut gelungen, wenngleich der Klassik-Experte einen leichten Prägnanzverlust und ein etwas belegtes Klangbild im Hochtonbereich bei den Streichern ausmachen wird. Als Party-Machine macht der KRF-X9995D eine ausgezeichnete Figur: Bei den Trance-Tracks von der "Future Trance Vol. 16"-CD begeisterte der AV-Receiver im PL II Music Mode mit krachenden Bässen, exzellenten Leistungsreserven und einem brachialen Antritt. Trotzdem steht für uns nach dem Test fest: Auch im PLII Music Modus ist der Kenwood KRF-X9995D eins der am besten klingenden Geräte überhaupt  - sind wir gespannt, was unser AVC-A1SE nach dem PLII Update in dieser Disziplin leistet, ein umfangreicher Check des Updates kommt selbstverständlich Anfang des kommenden Jahres auf unsere Website. Mit beteiligt am erfreulichen Abschneiden des KRF-X9995D ist sicherlich auch die Kenwood-eigene D.R.I.V.E.-Technologie (Dynamic Resolution Intensive Vector Enhancement). Sie soll die Detailwiedergabe von CDs verbessern:  Während die meisten 1 Bit-Wandlersysteme zwar lautere Audiosignale überaus originalgetreu reproduzieren, erzeugen sie bei der Wiedergabe von sehr leisen oder sich kaum verändernden Signalen noch immer Quantisierungsverzerrungen, die sich in einer unzureichenden Detailwiedergabe niederschlafen. Die Kenwood-Geräte mit D.R.I.V.E. besitzen kein konventionelles Digitalfilter, sondern eines mit fünf verschiedenen Filterabstimmungen. Der D.R.I.V.E.-Chip analysiert das CD-Signal fortwährend und entscheidet, in welcher Filtereinstellung die Daten das Digitalfilter passieren sollen. Bevor das Ausgangssignal des Digitalfilters dann zum 20 Bit-D/A-Wandler gelangt, kompensiert eine variable Verzögerungsschaltung die Zeitunterschiede der Filter. Das Ergebnis ist ein überaus glatter Signalverlauf, der über das gesamte Frequenzspektrum und den kompletten Dynamikumfang einer 20 Bit-Auflösung entspricht. Die D.R.I.V.E. II-Technologie arbeitet mit nur zwei Tiefpassfiltern, die für ein absolut sauberes und detailreiches Klangbild sorgen und letztendlich eine Auflösung von 24 Bit errechnen. Auch wenn die Konkurrenz ähnliche System verwendet und diese auch ausgezeichnet funktionieren: Auch dem Kenwood-System kann man nach den Testläufen nur Anerkennung zollen. 

Fazit Tonwertung: 

Ein aufs heftigste antretender Bassbereich, dazu noch sauber abgestimmt, eine ausgezeichnete Raumwirkung  und eine brillante Dynamik im Surround- und Back-Surround-Bereich lassen spüren, was ursprünglich mit dem Begriff "Heimkino" assoziiert werden sollte: Kinosound in Kinolautstärke für zuhause, und zwar in Räumen, die auch locker über 50 Quadratmeter groß sein können. Nicht, dass nun entsetzte Leser uns mit Mails überschütten: Die musikalisch detailreicheren, im Hochtonbereich jede noch so kleine Nuance darstellenden Geräte sind der Denon AVC-A1SE  und bei der Stereowiedergabe der Marantz SR-14MkII, letzterer ist auch nochmals deutlich teurer. Dem hinzuzufügen ist aber, dass die musikalische Präzision des Kenwood sich steigern lässt - mit der KMF-X9000 an den Front Pre-Outs kommt der AV-Receiver der Konkurrenz in dieser Disziplin bedrohlich nahe. Natürlich gibt es auch Vor-/Endstufenkombis, die den Kenwood auch im Punkte Antritt und Kraftreserven überflügeln - nicht aber im selben preislichen Rahmen, und selbst bei deutlich teureren Gerätschaften muss man suchen, um ein hörbar besseres Ergebnis zu bekommen - das Teurere muss nicht unbedingt das fürs Heimkino besser Geeignete sein. Bilanz also: Wem es um effektgeladenes Heimkino und um eine kraftvolle und dynamische Mehrkanal-Musik- und Stereowiedergabe geht, das Ganze in noch finanzierbaren Dimensionen, der kommt am Kenwood-Duo kaum vorbei, denn in den eben genannten Punkten steckt es sämtliche Kontrahenten in die Tasche.  Insgesamt ergibt sich eine Patt-Situation: Möchte ich ein sehr fein darstellendes Gerät, das große Kraftreserven für eine tadellose Filmtonwiedergabe mitbringt, aber auch bei sehr ruhiger Musik mit ungeheurer Liebe zum kleinen Zwischenton arbeitet (Denon AVC-A1SE), ein teures, aber unvergleichbar edles Universaltalent (Marantz SR-14MkII)  mit grandiosem Stereoklang oder lieber einen AV-Receiver, der die heimische Wohnung problemlos in ein effektgewaltiges Kino oder in eine klangstarke Disco verwandeln kann und mit ungeheurem Antritt zu begeistern weiß (Kenwood KRF-X9995D). Leistung ist weder beim Denon noch beim Kenwood oder Marantz ein Thema - alle haben mehr als Genug in Petto. Hier ist also vor dem Kauf umfangreiches Probe hören angesagt, denn gerade bei diesen drei Kandidaten ist die Entscheidung zu einem nicht unbeträchtlichen Teil vom persönlichen Hörempfinden abhängig. Mit zur Hörprobe heranziehen kann man auch den immer noch sehr empfehlenswerten Yamaha DSP-AX1, der zurzeit sehr günstig zu haben ist, für rund 3000 DM ist man dabei, vereinzelt sogar noch günstiger (ehemaliger Neupreis 5500 DM) - denn nächstes Jahr kommt der Nachfolger, wie bereits erwähnt. Der Yamaha gehört noch lange nicht zum alten Eisen, auch wenn die Ausstattung nicht mehr ganz "State Of The Art" ist.  "State Of The Art" ist dafür die Ausstattung des Denon AVC-A11SR, dieser decodiert auch DTS 96/24 und hat eine THX-Nachbearbeitung für DTS ES Discrete und Dolby PLII mit an Bord. Der Markt bietet also Vielfalt, und so wird jeder seinen persönlichen Favoriten finden. 

Bewertung Klang insgesamt bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)
Bewertung Klang Preis/Leistung bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)
Bewertung Klang Musik bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)
Bewertung Klang Film bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)bluestar.gif (167 Byte)

 

Fazit

Kraft ohne Ende, extrem dynamisch, auch für die Beschallung ausgewachsener Heimkinos bestens geeignet - so könnte eine kurze Beschreibung des Profils des KRF-X9995D und der passenden Endstufe KMF-X9000 lauten. Obwohl die Leistungsdaten auf dem Papier gar nicht so eindrucksvoll aussehen, krönt die Kenwood-Kombination ihre insgesamt eindrucksvollen Testleistungen mit einer Antrittsstärke, die immer wieder verblüffend ist: Hier wird jeder Film zu Erlebnis, mit ungefilterter Wucht schleudert der Kenwood Effektsalven in den Hörraum, mit überragendem Volumen und ebensolcher Präzision steuert die Basswiedergabe ihren Teil zum Heimkinovergnügen der Extraklasse bei. Hier stimmt einfach alles, und viele andere, teils auch deutlich teurere Geräte müssen sich an Anbetracht der Heimkinoqualitäten des Kenwood-Duos warm anziehen. Im Musikbetrieb brilliert der KRF-X9995D mit einer kräftigen und dynamischen Wiedergabe - eben wie man es auch vom Filmton her kennt. Ein perfektes Management auch heftigster Dynamiksprünge gehört ebenso mit dazu wie eine hohe klangliche Dichte und eine herausragende Räumlichkeit - nur in bei der Qualität bezüglich der Herausarbeitung kleiner musikalischer Details lässt der Kenwood die Konkurrenz zum Zuge kommen: Hier ist er zwar auch sehr gut, aber da sind andere noch ein wenig besser. Nichts auszusetzen gibt es an der runden, harmonischen Stereo-Wiedergabe, die, setzt man die KMF-X9000 an den Front Pre-Outs ein, dann sogar exzellent wird. Tadellos und hochwertig präsentiert sich die Verarbeitung, gelungen ist das Bedienkonzept inklusive dem aufwändigen IR-Controller. So ist es nicht leicht, der Kenwood-Kombi ernsthafte Schwächen anzukreiden, denn in Anbetracht der Top-Leistungen geht auch der Kaufpreis voll in Ordnung - Spitzenqualität hat eben auch ihren Preis.

Das Kenwood-Duo begeistert mit weit überdurchschnittlicher Performance bezüglich Kraft und Dynamik

Highend-Klasse

 

Pro:
  • Referenzwerte bezüglich des Heimkino-Leistungsprofils

  • Überragender Mehrkanal-Musikklang

  • In Kombination mit der KMF-X9000 (an Front Pre-Outs) exzellenter Stereoklang

  • Übersichtliche Bedienung

  • Hervorragende Verarbeitung

  • Sehr gutes Ausstattungsniveau

Contra:
  • Kein DTS 96/24  und keine THX EX-Nachbearbeitung für DTS ES Discrete 6.1 und Dolby PLII

 

Die technischen Grunddaten (Receiver):
  • 5 x 130 Watt Ausgangsleistung im Surroundbetrieb
  • 2 x 140 Watt Ausgangsleistung im Stereobetrieb (DIN, 6 Ohm)
  • THX Ultra-Zertifikat
  • THX Surround-EX (zwei zusätzliche hintere Center-Kanäle über optionale Endstufe)
  • 6.1-kanalige DTS-ES-Wiedergabe: DTS-ES Discret 6.1, DTS-ES Matrix 6.1, DTS Neo:6 (hinterer Center über optionale Endstufe)
  • integrierter Dolby Digital (AC-3)-Decoder
  • integrierter DTS-Decoder
  • integrierter MPEG2-Decoder für DVD- und digitales Fernsehen (Digital Video Broadcasting, DVB)
  • integrierter Dolby Pro Logic II-Decoder
  • 32 Bit-SHARC-DSP
  • 32 Bit-D.R.I.V.E. III für eine verbesserte Signalauflösung
  • Laufzeitentzerrung für 7 Kanäle (Time-Alignment)
  • integrierter HDCD-Decoder zur Wiedergabe hoch auflösender Audio-CDs
  • 24 Bit / 96 kHz-D/A-Wandler
  • DVD Audio-tauglicher 6-Kanal-Eingang mit besonders weitreichendem Frequenzgang (100 kHz) für den Anschluss externer Decoder oder von DVD-Playern mit integrierten Decodern
  • 5kanalige Endstufe mit Linear TRAIT-Leistungstransistoren
  • massiver Trafo für extrem hohe Leistungsreserven
  • UKW/MW-Quartz Synthesizer-Tuner mit 40 Senderspeichern
  • Radio Daten System RDS mit Programmartenerkennung (PTY) und Radiotext
  • 9 DSP-Programme für Stereoquellen
  • Vorverstärkerausgänge für alle Kanäle inkl. Subwoofer
  • Multiroom / Multisource-Betrieb zur gleichzeitigen Wiedergabe von zwei unterschiedlichen Quellen in zwei Räumen über die Surroundendstufen der Lautsprechergruppe B sowie Pre Out inkl. Videosignal
  • 7 optische und 7 koaxiale Digitaleingänge
  • 1 optischer und 1 koaxialer Digitalausgang
  • Lautsprecherschraubklemmen für alle Kanäle
  • analoge Eingänge für Tape/MD, Tape 2 Monitor, CD, CD-R, Phono MM, Video 1 (in & out), Video 2 (in & out), Video 3 und Video 4 bzw. 6-Kanal-Eingang
  • zwei Video-Komponenteneingänge
  • Monitorausgang
  • Front A/V-Eingang
  • alle Videoeingänge auch für S-Video
  • alle Cinch-Anschlüsse vergoldet
  • Source Direct-Schalter
  • Dimmer-Funktion
  • elektronische Klangregler
  • separate Standby- und Main Power-Schalter
  • separater Stand By-Trafo
  • bidirektionale und vorprogrammierte Universal-Systemfernbedienung mit Touchscreen-LC-Display
  • Lautsprecherumschaltung A bzw. B und A+B
  • zwei geschaltete Netzanschlussbuchsen
  • Systemprotokoll SL16
  • SL16 Text-Vorbereitung
  • Abmessungen (BxHxT): 440 x 191 x 416 mm
  • Gewicht: 20,2 kg

unverbindlich empfohlener Verkaufspreis:

  • 5.999,- DM
Die technischen Grunddaten (Endstufe):
  • THX Ultra-zertifizierte Stereo-Endstufe
  • Stereo-Ausgangsleistung: 2 x 145 Watt (1 kHz,0,7 %Klirr, 6 Ohm)
  • Ausgangsleistung im Brückenbetrieb: 1 x 285 Watt
  • umschaltbar zwischen Stereo- oder Mono-Betrieb
  • spezielle Netzteilkondensatoren mit Tonorex -Technologie reduzieren Verzerrungen, verbessern Effizienz und Klangqualität
  • Impedanzwahlschalter
  • vergoldete Cinchbuchsen
  • Lautsprecherschraubklemmen
  • Metallfrontblende
  • Abmessungen (B x H x T): 440 x 128 x 385 mm

unverbindlich empfohlener Verkaufspreis:

  • 1.212,60 DM

 

Hier finden Sie eine gute Übersicht der aktuellsten AV-Receiver und DVD-Player von Kenwood

Test: Carsten Rampacher

17. Dezember 2001 

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